München, Staatstheater am Gärtnerplatz, L’HEURE ESPAGNOLE – Maurice Ravel, 28.04.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

L’HEURE ESPAGNOLE  –  Eine turbulente Liebeskomödie

Die spanische Stunde, Kammeroper mit Musik von Maurice Ravel, Libretto von Franc-Nohain

Premiere   28. April 2019 – 20.00 Uhr   Studiobühne

Maurice Ravels erstes Bühnenwerk, der amüsante Einakter L’HEURE ESPAGNOLE (Die spanische Stunde) feiert am 28. April Premiere auf der Studiobühne des Gärtnerplatztheaters. Die Vorliebe des Komponisten für spanisches Kolorit, das sich in Werken wie seinem berühmten Bolero oder der Rhapsodie espagnole niederschlägt, spiegelt sich auch in dieser Oper wider, gipfelnd in der feurigen Habanera des finalen Schluss-Quintetts.

INHALT
Ein Uhrmacherladen ist der Dreh- und Angelpunkt dieser turbulenten Liebeskomödie, in deren Zentrum die verführerische Concepción steht: Nachdem ihr Mann in die Stadt gegangen ist, um sich dort um die Wartung der öffentlichen Uhren zu kümmern, tauchen nacheinander drei Liebhaber auf, von denen jeder seine eigenen Vorzüge besitzt. Doch nur einem von ihnen wird es am Ende gelingen, das Herz von Concepción für sich zu erobern.

Musikalische Leitung   Kiril Stankow, Regie   Lukas Wachernig, Bühne / Kostüme   Stephanie Thurmair, Licht   Michael Heidinger, Dramaturgie   Daniel C. Schindler,

Mit:  Concepción   Valentina Stadler, Gonzalvo   Gyula Rab, Torquemada, Uhrmacher   Juan Carlos Falcón, Ramiro, Mauleseltreiber   Matija Meic, Don Inigo Gomez   Christoph Seidl
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Premiere   28. April 2019,  weitere Vorstellungen Mai  6 / 8, Juni  19 / 20, 2019

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Ulm, Theater Ulm, Premiere Written on Skin – George Benjamin, 09.05.2019

April 2, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Written on Skin – George Benjamin

Premiere  09.05.2019

Selten wird man sich über Kunst einig. Doch in diesem Fall urteilen Publikum und KritikerInnen einstimmig: Written on Skin ist eine der sehenswertesten Opern unserer Tage. Auch die Zahlen sprechen für einen Sensationserfolg: Nach der umjubelten Uraufführung im Sommer 2012 hat das Werk inzwischen schon rund 100 Aufführungen erlebt, von London über Amsterdam, New York, Moskau, München, Toronto — und Detmold. Ab Mai ist die Inszenierung, die Kay Metzger für das Landestheater Detmold erarbeitete und sogar schon an der Königlichen Oper Stockholm aufgeführt wurde, im Theater Ulm zu sehen.

Die um Leidenschaft und Besitzdenken kreisende Handlung der Oper entspinnt sich in einem stilisierten 13. Jahrhundert im Anwesen eines reichen Landbesitzers, dem Protektor (Dae-Hee Shin). Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, in einem mit Bildern bestückten Buch seine gewaltsam durchgesetzten politischen Erfolge sowie sein wohlgeordnetes heimisches Glück festhalten zu lassen. Zu diesem Zweck nimmt er einen jungen Buchkünstler (Benno Schachtner) bei sich auf — nicht ahnend, dass das Buch und sein Schöpfer zum Katalysator rebellischer Gefühle in seiner fügsamem, jungen Frau Agnès (Maria Rosendorfsky) werden. Zu allem bereit, um die Kontrolle zurückzuerlangen, setzt der Protektor Agnès eines Abends eine mysteriöse Speise vor und fragt begierig, wie sie ihr schmeckt. »Süß, wie meine eigene Milch, ja — gut — aber salzig — salzig, wie meine eigenen Tränen. Warum …?«

Die unwiderstehliche Sogkraft, mit der Written on Skin sein Publikum bannt, liegt neben der emotionalen Wirkmacht der Opernhandlung natürlich vor allem an der Musik von George Benjamin. Bereits als Siebenjähriger komponierte der gebürtige Londoner bändeweise Musik; mit 16 nahm der große Olivier Messiaen das Jungtalent als seinen letzten Lehrling an. Viele Jahre wünschten sich die Opernhäuser vergeblich ein Bühnenwerk von dem vorsichtigen, lange an seinen filigranen Klangzauberpartituren feilenden Komponisten. Der passende Textdichter für Benjamins hohe Ansprüche fand sich aber erst in Martin Crimp und dessen einzigartigem literarischen Stil, die Figuren zu ihren eigenen Erzählern zu machen. 2006 entstand eine erste gemeinsame Kammeroper, in den Jahren danach reifte Written on Skin. Wir freuen uns, dass George Benjamin seine Teilnahme an der Ulmer Premiere von Written on Skin fest eingeplant hat.

Auf Basis der Legenden um einen historischen provenzalischen Troubadour des 13. Jahrhunderts entwickelten Crimp und Benjamin ein von Allegorien durchwirktes Kammerspiel. Inspiriert unter anderem durch den Wim-Wenders-Film Himmel über Berlin wurden der Handlung drei Engel hinzugefügt, wissend um den Gang der Welt bis ins 21. Jahrhundert, die als »chorische Chronisten des menschlichen Schreckens« (Martin Crimp) mit kühlem Blick die Mechanik der menschlichen Natur sezieren und kommentieren. In Kay Metzgers Inszenierung werden Markus Francke, I Chiao Shih und Benno Schachtner als Halbgötter in weiß den Emanzipationsprozess der jungen Frau begleiten.

In Ulm wird Dirigent Michael Weiger das Philharmonische Orchester durch George Benjamins klangsinnliche Partitur führen. Der Komponist verrät, er habe — um die Kunst der Illustration zu evozieren, die in der Handlung eine so zentrale Rolle spielt — eine breite Palette von instrumentalen Farben genutzt. Zusätzliche Dimensionen eröffnet er dabei mit heute nur selten eingesetzten Instrumenten wie der Bass-Viola da gamba und einer Glasharmonika. Der Tagesspiegel feiert ihn dafür als »verblüffend klarsichtigen Wachträumer«, der eine derart luzide Musik schreibe, dass sie »beim Hörer im Nu die Wirkung einer bewusstseinserweiternden Droge entfaltet.«

Ausstatterin Petra Mollérus hat für »Written on Skin« eine morbide und zugleich kühl-metallische Pathologie entworfen. Ein großes »Fenster« erweitert die Spielebene zusätzlich: Mit surrealen Videoprojektionen (Martin Kemner) werden starke visuelle Akzente gesetzt, während im Vordergrund Innerstes offen gelegt wird. Ein klang-, sprach- und bildgewaltiges Opernerlebnis über das Schreckliche des Schönen!

Premiere am Donnerstag 9. Mai 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Ulm, Theater Ulm, Premiere Weiße Rose, 09.11.2018

Oktober 11, 2018 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Premiere  Weiße Rose 9. November 2018

„Bleib‘ stark, keine Zugeständnisse“: Worte wie diese lassen die Entschiedenheit und Haltung der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ erahnen, die einem Schauprozess um ihre Flugblattaktionen ausgesetzt war. Nur vier Tage, nachdem die Münchner Studierenden Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst von der Gestapo festgenommen werden, fällt ihr Todesurteil. Es wird umgehend vollstreckt. In Momentaufnahmen nähert sich die Kammeroper „Weiße Rose“ assoziativ den wenigen Stunden, die Sophie und Hans Scholl bis zu ihrer Hinrichtung blieben. Im Podium des Theaters Ulm inszeniert Andreea Geletu die intime Oper im Jahr des 75. Todestags der Geschwister Scholl.

Mit einer Flugblattserie ruft die „Weiße Rose“ zwischen 1942 und 1943 zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft auf. Ihre Mitglieder haben das Bedürfnis nach Autonomie – danach, selbst zu denken und selbst zu handeln. In Udo Zimmermanns episodischer Kammeroper mit Texten von Wolfgang Willaschek begegnen die Geschwister ihrer Todesangst, vergewissern sich der Gründe ihres Handelns, um angesichts ihrer drohenden Enthauptung nochmals „die Stimme zu erheben“. Als Hans Scholl ist Joska Lehtinen zu erleben, als Sophie Scholl Maryna Zubko. Unter der Leitung von Hendrik Haas werden Musiker des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm Zimmermanns Musik zu Gehör bringen. Ausstattungsleiterin Petra Mollérus entwirft Bühne und Kostüme im intimen Raum des Podiums. Benjamin Künzel ist der Dramaturg der Produktion.

Zimmermanns Werk ist ein ‚Stück gegen Gleichgültigkeit‘ von suggestiver Kraft, das Fragen aufwirft, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben: Wann beginnt Faschismus? Welche Verpflichtung besteht für den Einzelnen, sich aktiv in gesellschaftliche Entwicklungen einzumischen, anstatt einfach in die andere Richtung zu schauen? Andreea Geletu geht es in der Inszenierungsarbeit vor allem darum, die Absicht der Widerstandsbewegung ins heutige Bewusstsein zu holen. Der Ort dafür ist ein besonderer: Ulm ist eng mit der Geschichte der „Weißen Rose“ verknüpft. Hans und Sophie Scholl lebten in Ulm und hatten in der Stadt viele Mitstreiter.

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Frankfurt, Kammeroper im Palmengarten, Der Bajazzo – Der Impresario von .. , 21.07.2018

Juli 12, 2018 by  
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Kammeroper Frankfurt

Kammeroper Frankfurt / Plakat Bajazzo © Martin Prudenz / Kammeroper Frankfurt

Kammeroper Frankfurt / Plakat Bajazzo © Martin Prudenz / Kammeroper Frankfurt

Der Bajazzo –  Ruggero Leoncavallo

Der Impresario von den Kanaren – Domenico Sarro

Im Palmengarten: Ab Samstag – 21.07.; 27.7.; 28.7.2018 …. – Sommerproduktion

Die Kammeroper Frankfurt betritt in diesem Sommer im Palmengarten neue Pfade. Gleich zwei Opern werden dort unter dem nächtlichen Sternenhimmel zu erleben sein: der weltberühmte veristische Reißer Der Bajazzo von Ruggero Leoncavallo und eine burleske Barockoper: Der Impresario von den Kanaren von Domenico Sarro, die erstmals in Frankfurt zu sehen sein wird. Die Kombination ist außergewöhnlich. Der melodramatische Bajazzo, der das bekannteste schmerzliche Lachen der Opernliteratur enthält, wird meistens mit der zeitgleichen Cavallaria rusticana kombiniert. Auch die Kammeroper kostet das Melodram voll aus, aber hebt den Commedia dell Arte-Charakter der Oper und das schillernde „Spiel im Spiel“ des Bajazzo hervor. Dazu passt Sarrros „Impresario“ vorzüglich: Die Barockperle von 1724 präsentiert uns einen zwielichtigen, singenden Intendanten, der versucht, – frei nach dem Motto „Singen Sie schön, der Rest ist egal“ – eine Sängerin zu verführen. Das bietet aktuell nicht nur Einblicke in das Operngeschehen des Barock, sondern spiegelt auch unruhige und heutige Begegnungen wieder.

Leoncavallo sprengt im Bajazzo die traditionelle Commedia-Form seiner Oper, indem er das Spiel im Spiel auf ein böses Ende zusteuern lässt. Vor den Augen eines entsetzten Publikums schlägt die Commedia dell‘ Arte um in die Commedia della morte. Aus Spiel wird plötzlich Ernst, der eifersüchtige Canio wird zum Doppelmörder mit Publikum.

Beide Opern werden in einem Bühnenraum gespielt, sie zeigen klassische Alltagssituationen die eskalieren. Liebe, Verzweiflung, Hass, verräterische Arien und komische Kantilenen, pralles Musiktheater verschiedener Zeitalter also zeigt die Kammeroper ab dem 21. Juli im schönsten Opernhaus Frankfurts: dem sommerlichen Palmengarten. Weitere Details können Sie dem beiliegenden Handzettel entnehmen.

—| Pressemeldung Kammeroper Frankfurt |—