Ulrike Theresia Wegele – Organistin von Weltruf – im Gespräch, IOCO Interview, 11.06.2020

Juni 11, 2020 by  
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Ulrike Theresia Wegele, berühmte Organistin in Wien @ Peters

Ulrike Theresia Wegele, berühmte Organistin in Wien @ Peters

Prof. Ulrike Theresia Wegele – Organistin von  Weltruf

Im Gespräch mit Dr. Albrecht Schneider, IOCO

Lebensweg: Geboren in Weingarten / Württemberg. Studium der katholischen Kirchenmusik an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Dr. Ludger Lohmann. Aufbaustudium an der Musikuniversität Wien bei Prof. Michael Radulescu. Diplome (A-Examen für Kirchenmusik und Konzertfachdiplom mit Auszeichnung.  Verleihung des Titels ‚Magister artium‘. Live-Mitschnitte und Rundfunkproduktionen für viele europäische und internationale Rundfunk-anstalten, CD-Aufnahmen und Fernsehproduktionen. Regelmäßiger Gast bei vielen bedeutenden Orgelfestivals in ganz Europa, den USA und Mexiko.

1991-1999 Dozentin an der Musikhochschule in Graz, 1999 Berufung als Professorin für Orgel an die Universität für Musik nach Graz (Institut Oberschützen). Seit 1992 auch Professorin für Orgel am Joseph-Haydn-Konservatorium in Eisenstadt.

2000-2010 Musikbeirätin für das Burgenland und während seines Bestehens von 2004-2010 die Künstlerische Leiterin des Weinklang Musikfestivals. Für hervorragende pädagogische Arbeit mit Schülern und Studierenden wurde sie vom Landesschulrat ausgezeichnet. 2009 wurde ihr im Staatsinteresse die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Prominente Einladungen Zur internationalen Orgelwoche nach Granada / Spanien, den Haydnfestspielen in Eisenstadt, zum weltweit größten Organistenkongreß in Washington DC wo sie eines der renommierten Hauptkonzerte gab, an die Riverside Church und die St. Thomas Cathedral in New York City, zum Pablo Casals-Festival nach Prades / Frankreich, geben Beispiel für ihre internationale Karriere als Konzertorganistin.

Als gefragte Persönlichkeit hält sie weltweit Gast- und Meisterkurse u.a. an der berühmten Juilliard School of Music in NYC oder der Montclaire State University.

2019 erschien ihr dreibändiges Werk Orgelschule mit Hand und Fuß beim Wiener Musikverlag Doblinger. Im Sommer 2020 wurde ihr dafür der Theodor-Kery-Preis der Burgenlandstiftung verliehen.

Ihr breites Orgelrepertoire umfasst Werke vorbachscher Meister, das Gesamtwerk von Johann Sebastian Bach, der Klassik, Romantik bis hin zu Musik des 21. Jahrhunderts.

Professorin Magistra Artium Ulrike Theresia Wegele zählt zu den führenden OrganistInnen  unserer Zeit

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Organistin Ulrike Theresia Wegele spielt Johann Ludwig Krebs, Wir glauben all an einen Gott
youtube Video Ulrike Wegele-Kefer
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 Prof. Ulrike Theresia Wegele – im Interview mit Dr. Albrecht Schneider

Albrecht Schneider (AS): Frau Prof. Wegele, die Coronapandemie trifft jeden von uns in der Jetztzeit des Jahres 2020.  Kultur und  Künstler sind von der Pandemie oft überaus hart getroffen. Wie sehr haben Sie die letzten Monate in Ihrer Lehrtätigkeit  und  Ihrer solistischen Tätigkeit eingeschränkt?

Ulrike Theresia Wegele (UTW):  Nun ja, von einem Tag auf den anderen hat sich nicht nur mein Terminkalender bis in den Herbst hinein komplett entleert, es hat mein Leben auf den Kopf gestellt.

Ich hätte im April am Shanghai Conservatory einen Vortrag zu zeitgemäßem Orgelunterricht halten sollen und ein Konzert spielen sollen. Im Juli hätte in den USA der größte Orgelkongreß der Welt abgehalten werden sollen, auch da wäre ich mit einem Vortrag und einem lecture recital vertreten gewesen. Zig andere Veranstaltungen wurden abgesagt…

Im Unterrichtsbetrieb hieß es rasch kreativ zu sein. Die Vorlesungen habe ich adaptiert und für die Studierenden online zur Verfügung gestellt, das war nicht sehr schwer. ‚Unterricht‘ mache ich seit Mitte März 2020 mit Videos. Die Studierenden nehmen sich selbst auf und ich kommentiere das ausführlich per Sprachnachricht oder Email. Meist sende ich dann auch noch eigene Aufnahmen mit um manches besser begreiflich zu machen. Das ersetzt den Präsenzunterricht nicht, hält aber alle bei der Stange und es sind dennoch Fortschritte zu verzeichnen.

Ich sende jede Woche ‚die Orgel der Woche‘ aus, besonders schöne historische Instrumente und spezifisch abgestimmte Improvisationsübungen und interessante Aufsätze über ausgewählte Themen. Die Resonanz der Studierenden ist sehr gut und ich denke wir haben das Beste aus der Situation gemacht.

AS:   Welche  familiäre wie musikalische Bedingungen und Anregungen haben Sie just zur Orgel als Ihrem Instrument geführt?

UTW:  Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie, aber ein Klavier war bei uns zuhause. Meine Eltern legten Wert darauf, dass sowohl meine drei älteren Geschwister als auch ich, wenigstens für ein paar Jahre Klavier Unterricht erhalten. Als jüngstes der Kinder habe ich bereits mit fünf Jahren Unterricht erhalten. Als ich mit 6 Jahren zum ersten Mal die berühmte Orgel von Joseph Gabler in der Basilika St. Martin in meiner Heimatstadt Weingarten gehört habe, habe ich mich in dieses Instrument verliebt. Von da an war es mein größter Wunsch dieses Instrument zu erlernen.

Organistin Prof. Ulrike Theresia Wegel @ www.lukasbeck.com

Organistin Prof. Ulrike Theresia Wegel @ www.lukasbeck.com

AS:  Anhand der auf  ihrer Webseite nachzulesenden  Programmzettel: Steht im Zentrum Ihrer Arbeit der Kanon der Orgelliteratur vom Frühbarock, Sweelinck-Prätorius bis zur Spätromantik (Reger)?

UTW: Nein das ist nicht ganz richtig. Mein Repertoire umfasst die gesamte Orgelliteratur insbesondere auch die Orgelmusik des 20igsten und 21igsten Jahrhunderts. Ihr diesbezüglicher Verweis zu meiner Webseite ist korrekt; allerdings werden die Programme der Website demnächst aktualisiert..

AS: Hat die große französische Orgelmusik des 19. Jahrhunderts, wie César Franck – Charles Widor, Bedeutung für Sie? Gehört sie zum Ihrem Repertoire ?

UTW:  César Franck ja, von ihm habe ich fast alles gespielt. Die drei Choräle und das grande piéce symphonique spiele ich regelmäßig. Widor und Boellmann habe ich als Teenager gespielt, das interessiert mich heute nicht mehr. Ich habe für mich in den letzten Jahrzehnten die deutsche Orgelromantik entdeckt. Neben Brahms, Mendelssohn und Schumann die wunderbaren Sonaten von Ritter, Dienel oder Bartmuss.

AS:  Gibt es Sie interessierende zeitgenössische Werke für Orgel?  Welche und inwieweit?  Von Wolfgang Rihm gibt es ein Stück; hat er es speziell für Sie geschrieben?  Interessiert sich die Moderne überhaupt für Ihr Instrument?

UTW:  Oh ja! Das Stück Bann, Nachtschwärmerei von Wolfgang Rihm habe ich oft in Konzerten gespielt, es ist aber nicht mir gewidmet.

Hingegen zahlreiche österreichische, italienische, ungarische und US-amerikanische KomponistInnen haben eigens Stücke für mich geschrieben. Es gibt sehr viel zeitgenössische Literatur für die Orgel und vieles davon ist sehr ansprechend und interessant.

AS:   Nach wie vor sind überwiegend Männer auf den Orgelbänken zu finden. Warum ist das so?

UTW: Ich denke, das ist im geschichtlichen Kontext zu sehen. In früheren Jahrhunderten hatten nur Männer die Möglichkeit dieser Ausbildung. Erst im 19. Jahrhundert war das Orgelspiel auch für Frauen möglich. Ich sehe aber jetzt vermehrt viele junge Frauen die Orgel studieren.

AS:   Haben Sie eine große Schüler/innenzahl und wie steht es um deren Chancen?  Sind es vorwiegend künftige Kirchenmusiker/Innen?

UTW: Ich habe aktuell 11 Studierende, 5 junge Männer und  !!! 6 junge Frauen. Ich unterrichte Konzertfach Orgel und Instrumentalpädagogik Orgel.

In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland nur ganz wenige hauptamtliche KirchenmusikerInnenstellen. Kirchenmusik ist in Österreich nicht wirklich eine Option. Meine Absolventen arbeiten meist in einem Mix aus Unterricht an Musikschulen, Privatlehre, Konzertieren oder Ensemblemitglieder.

Organistin Ulrike Theresia Wegele – Orgelschule mit Hand und Fuß Band 3
youtube Video Ulrike Wegele-Kefer
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AS:   Wie haben Sie jetzt diese Coronazeit Verbracht? Ihre umfangreichen Bücher  Orgelschule mit Hand und Fuss , link HIER! wurden bereits 2019 publiziert !

UTW: Meine Bücher,  „Orgelschule mit Hand und Fuß“  ist mit allen drei  Bänden bereits 2019 beim Wiener Musikverlag Doblinger (link HIER!) erschienen. Die Bücherreihe ist abgeschlossen und in sich komplett.

Aber – es wird zu jedem Band der Orgelschule ein eigener ergänzender Literaturband erscheinen. Band 1 ,Lass die Pfeifen tanzen‘ war vor Corona schon fertig und wird im Juli erscheinen. Band 2 ‚Zieh alle Register‘ und Band 3 ‚Pro Organo pleno‘ habe ich jetzt – schneller als gedacht – fertig gestellt.

Aber auch noch andere Dinge, die findet man in ca zwei Monaten auf meiner Homepage

www.wegele.at

Der ‚Unterricht‘ über Videos nimmt meist mehr Zeit in Anspruch als Präsenzunterricht. Ich arbeite meist sieben Tage die Woche. Aber da ich wirklich mit Leib und Seele Pädagogin bin stört mich das nicht.

AS:   Freuen Sie sich auf die Zeiten nach Corona, wenn Sie wieder uneingeschränkt lehren und auftreten können?

UTW: Um ehrlich zu sein verunsichert mich diese Situation sehr. Wir wissen viel zu wenig über diesen Virus.

Meinen Sommerkurs an der Universität werde ich unter sehr strengen Sicherheitsmaßnahmen abhalten. Vermutlich wird das dann auch so ab dem Wintersemester sein. Zur Normalität werden wir noch lange nicht zurückkehren können.

Bislang habe ich nur meine Teilnahme an einem großen deutschen Organistenkongreß im Herbst 2021 zugesagt, da könnte ich zur Not auch mit dem Auto anreisen. Anfragen aus anderen Ländern Europas, Asien oder den USA habe ich bis auf Weiteres vertagt. Ich kann mir unter den derzeitigen Bedingungen keine längere Flugreise vorstellen.

Ich weiß, dass dies viele KollegInnen lockerer sehen, aber für mich ist das noch lange nicht ausgestanden.

AS:  Für dies ausführliche und für die IOCO Community aufschlussreiche Interview, Frau Professorin Wegele,  dürfen wir uns bedanken. Für Ihre Arbeit als Solistin wie Lehrerin wünschen wir Ihnen auch weiterhin allen Erfolg wie viel Zuspruch.

—| IOCO Portrait |—

München, 66. Internationaler ARD – Musikwettbewerb, IOCO Aktuell, 10.08.2017

66. Internationaler ARD Musikwettbewerb © BR / ARD Musikwettbewerb

66. Internationaler ARD Musikwettbewerb © BR / ARD Musikwettbewerb

www.ard.musikwettbewerb.de

ARD sucht Klassik-Stars von Morgen

66. ARD Internationaler Musikwettbewerb

ARD Musikwettbewerb 2017 © ARD

ARD Musikwettbewerb 2017 © ARD

Zum 66. Mal treffen sich vom 28. August bis zum 15. September 2017 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München. In diesem Jahr wird der Internationale Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Violine, Klavier, Gitarre, die erstmals seit 1993 wieder Wettbewerbsfach ist, sowie Oboe ausgetragen. Die Organisatoren rechnen mit ca. 18.000 Besuchern. Damit ist der Wettbewerb traditionell das erste große Event der Klassiksaison in München.

Zu den charakteristischen Stärken des ARD-Musikwettbewerbs gehört seine Vielfalt. Mit insgesamt 21 Fächern, die jährlich wechseln, ist er der weltweit größte Musikwettbewerb.
Als Besonderheit sticht dieses Jahr das Fach Gitarre hervor. In dieser Kategorie wurden erst vier Mal Ausscheidungen abgehalten: 1976, 1982, 1989 und zuletzt 1993. Diese können wie bei dem letzten Preisträger Pablo Márquez, der in diesem Jahr auch der Jury angehört, der Anfang einer internationalen Karriere sein. Weltweit bekannt ist auch Sharon Isbin. Die Amerikanerin war die erste Gitarristin, die 1976 Preisträgerin beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD war. Neben millionenfach verkauften CDs, Grammy Awards und anderen Auszeichnungen gründete sie zudem die Fakultät für Gitarre an der Juilliard School, dem berühmten Musikkonservatorium in New York.

66. ARD Musikwettbewerb / Tweets einiger Teilnehmer des 66. ARD MW - We are very excited about the 4 works avnerdorman Vito Žuraj - Pascal Dusapin and Thierry Escaich - that will premiere in the semifinals

66. ARD Musikwettbewerb / Tweets einiger Teilnehmer des 66. ARD MW – We are very excited about the 4 works avnerdorman Vito Žuraj – Pascal Dusapin and Thierry Escaich – that will premiere in the semifinals

Bewerberrekord

Noch nie in der Geschichte des 1952 erstmals ausgetragenen Wettbewerbs gab es mehr Bewerbungen als in diesem Jahr. Insgesamt haben sich 640 Musikerinnen und Musiker aus 53 Ländern und vier Kontinenten beworben. 198 von ihnen wurden nach der anonymen Wertung eingesandter Tonaufnahmen nach München eingeladen. Es gibt vier Wettbewerbsrunden in jedem Fach, die öffentlich sind und in verschiedenen Konzertsälen Münchens stattfinden. Den Auftakt macht am 28. August 2017 die Kategorie Violine im Großen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater München. Ab dem 29. August findet die erste Runde im Fach Klavier im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks statt, gefolgt vom Gitarrenwettbewerb ab dem 31. August im Studio 2. Am 2. September beginnt schließlich der Wettbewerb in der Kategorie Oboe im Carl-Orff-Saal des Gasteigs.

In den Semifinal- und Finalrunden werden die Kandidaten vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchener Kammerorchester und dem Münchner Rundfunkorchester begleitet. Das Novus String Quartet, Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2012, begleitet die Semifinalisten im Fach Gitarre.
Zum Abschluss des Wettbewerbs präsentieren sich die Preisträger noch einmal in drei Konzerten am 13., 14. und 15. September im Prinzregententheater und in der Philharmonie im Gasteig.

Der Wettbewerb in den Medien

Die ARD-Landesrundfunkanstalten berichten umfassend in Hörfunk, Fernsehen und online. BR-KLASSIK informiert mehrfach täglich mit aktuellen Informationen und mit Sondersendungen. Die drei Preisträgerkonzerte am 13., 14. und 15. September werden von BR-KLASSIK live im Radio und auf br-klassik.de und ard-musikwettbewerb.de als Video-Livestream übertragen. Das Preisträgerkonzert vom 15. September wird auch von den ARD-Kulturwellen live im Hörfunk übertragen.

Das BR Fernsehen zeichnet das Konzert auf und strahlt es zeitnah aus. 3sat und das Erste widmen dem größten Musikwettbewerb der Welt Reportagen.

—| Pressemeldung Bayerischer Rundfunk |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Brahms Requiem, IOCO Kritik, 23.11.2014

November 26, 2014 by  
Filed under Konzerthaus Dortmund, Kritiken

Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund / Herbert Blomstedt Martin © U. K. Lengemann

Konzerthaus Dortmund / Herbert Blomstedt Martin © U. K. Lengemann

 Ein Deutsches Requiem von Johannes Brahms
Chor und Bamberger Symphoniker unter Herbert Blomstedt
Ruth Ziesak, Sopran – Detlef Roth, Bariton

Nach 2004 mit der Frankfurter Singakademie und 2009 mit dem WDR-Chor war das “Deutsche Requiem“ von Brahms nun zum dritten Mal im Konzerthaus zu hören. Diesmal war es mit den Bamberger Symphonikern und deren großartigem Chor zu erleben. Am Pult stand der Doyen der alten Dirigenten-Garde, Herbert Blomstedt.

Der US-Schwede Blomstedt ist kein Unbekannter mehr im Dortmund. Er war hier schon einige Male zu erleben mit verschiedenen Ensembles.

Blomstedt studierte in Stockholm und Uppsala, danach – mit Schwerpunkt Dirigieren – an der New Yorker Juilliard School. Außerdem hatte er Assistenzen bei Igor Markevitch in Salzburg und Leonard Bernstein in Tanglewood. Von 1975 bis 1985 war er Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Sieben Jahre stand er am Pult des Gewandhauses in Leipzig. Es gibt kaum ein Spitzenorchester auf dem Globus, mit dem er nicht gearbeitet hätte.

1985 wurde er Music Director des renommierten San Francisco Symphony Orchestra, dem er 10 Jahre bis 1995 vorstand.

Seit 2006 ist Blomstedt Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker, mit denen ihn eine längere Zusammenarbeit verbindet und mit denen er nun in Dortmund das Brahms-Requiem aufführte.

Brahms arbeitete einige Jahre an seinem Requiem. Er verwendete nicht die lateinischen Texte der traditionellen Totenmesse, sondern vertonte selbst zusammengestellte Texte aus der Lutherbibel.  Nach Aufführungen einzelner Sätze wurde es in seiner vollständigen, siebensätzigen Form, am 18. Februar 1869 im Gewandhaus Leipzig unter Carl Reinicke uraufgeführt.

Heute ist es auf den Spielplänen der Konzertstätten weltweit nicht mehr wegzudenken. Jetzt erfuhr es am Totensonntag eine ergreifende Aufführung im Dortmunder Konzerthaus.

Der Chor der Bamberger Symphoniker ist einfach großartig, hervorragend in Klang, Singkultur und Flexibilität. Außerdem lies das ungefähr hundertköpfige Ensemble, einstudiert von Rolf Beck, sprachlich nichts zu wünschen übrig.

Das Orchester spielte unter Blomstedts souveräner Leitung dort, wo es in den Vordergrund treten darf, berückend schön, so im ungemein expressiv und intensiv ausgesungenen vierten Satz, der auch chorisch zu einem Höhepunkt des Konzerts wurde. Ein glänzendes Detail war auch das wichtige Pauken – Ostinato am Schluss des zweiten Satzes, das unheimlich prägnant heraus kam, wie auch der wichtige Harfenpart.

Die Sopranistin Ruth Ziesak war, zumindest was die Makellosigkeit der Ansätze und der Phrasierung angeht, wie auch in der klangvollen Höhenlage der Stimme, eine gute Wahl. Wenngleich ihr nicht immer verinnerlichter Ausdruck zu Gebote stand.

Die beiden Bariton-Soli sang Detlef Roth mit kräftiger höhensicherer Stimme, bei exzellenter musikalischer und textlicher Gestaltung.

Die wunderbare Wiedergabe wurde vom Publikum herzlich gefeiert.

IOCO / UGK / 23.11.2014

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme: COSÌ FAN TUTTE von W.A. Mozart, 07.03.2014

Februar 28, 2014 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Wiederaufnahme:

COSÌ FAN TUTTE von Wolfgang Amadeus Mozart, 

Text Lorenzo Da Ponte

 
Wiederaufnahme: Freitag, 7. März 2014, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Oper Frankfurt / Cosi fan tutte ©Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Cosi fan tutte ©Wolfgang Runkel

 
Musikalische Leitung: Hartmut Keil / Sebastian Zierer (ab 23. März 2014)
Inszenierung: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Corinna Tetzel
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer,  Licht: Olaf Winter
Dramaturgie: Malte Krasting,  Chor: Markus Ehmann
 
BESETZUNG:
Fiordiligi: Brenda Rae,  Dorabella: Paula Murrihy
Guglielmo: Joshua Hopkins / Sebastian Geyer (ab 29. März 2014)
Ferrando: Paul Appleby / Martin Mitterrutzner (ab 29. März 2014)
Despina: Barbara Zechmeister,  Don Alfonso: Simon Bailey
Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
 
Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in der Inszenierung von Christof Loy gehört seit der Saison 2007/08 unbestritten zu den Dauerbrennern im Repertoire der Oper Frankfurt. Aber nicht nur die Zuschauer zeigen sich angetan von Loys reduzierter Inszenierung, die das Innenleben ihrer Protagonisten in den Mittelpunkt stellt – auch die Presse jubelte: „Ovationen für ein Frankfurter Mozart-Glück“. Nun wird die Produktion, für die Loy u.a. in der Umfrage des Fachmagazins Opernwelt – neben Hans Neuenfels – zum „Regisseur des Jahres“ 2008 gekürt wurde, zum vierten Mal wiederaufgenommen.
 
Oper Frankfurt / Cosi fan tutte © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Cosi fan tutte © Wolfgang Runkel

Zu den neu besetzten Ensemblemitgliedern zählen Brenda Rae (Fiordiligi) und Paula Murrihy (Dorabella). Die zuerst Genannte gehört seit der Spielzeit 2008/09 zum festen Sängerstamm der Oper Frankfurt, wo sie zuletzt als Zerbinetta in der Neuinszenierung von Strauss‘ Ariadne auf Naxos einen überragenden Erfolg feiern konnte. Die Irin Paula Murrihy ist seit 2009 Ensemblemitglied und begeisterte kürzlich Publikum und Presse als Fulvia in der Frankfurter Erstaufführung von Glucks Ezio. Als Guglielmo gibt der Kanadier Joshua Hopkins sein Hausdebüt. Zu seinen jüngsten Erfolgen gehören Auftritte als Marcello in Puccinis La Bohème an der Canadian Opera Company in Toronto sowie als Schaunard im gleichen Werk an der New Yorker Metropolitan Opera. 2011/12 gab der an der New Yorker Juilliard School ausgebildete Tenor Paul Appleby (Ferrando) in der Titelpartie von Strawinskys The Rake‘s Progress an der Oper Frankfurt sein Rollen- und Europadebüt. Nachdem er nun kürzlich in Nico Muhlys Two Boys – einer zeitgenössischen Oper über zwischenmenschliche Beziehungen im Internet – an der New Yorker Met aufgetreten ist, kehrt er nach Frankfurt zurück. Mit der Produktion vertraut sind seit der Premiere bzw. den vorigen Wiederaufnahmen die Ensemblemitglieder Barbara Zechmeister (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) sowie die Alternativbesetzungen von Guglielmo und Ferrando, Sebastian Geyer und Martin Mitterrutzner. Auch Kapellmeister Hartmut Keil stand bei dieser Inszenierung bereits am Pult, während sein sich mit ihm abwechselnder Kollege Sebastian Zierer das Werk noch nicht in Frankfurt dirigiert hat.

 
Così fan tutte – So machen’s alle, ist das nüchterne Fazit einer Wette, welche die Offiziere Guglielmo und Ferrando mit dem Philosophen Don Alfonso abschließen. Um den von diesem propagierten Wankelmut aller Frauen, dem die Freunde die unverbrüchliche Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella entgegenhalten, auf die Probe zu stellen, fassen die Herren einen Plan: Als Türken verkleidet erscheinen die Offiziere – kurz zuvor noch tränenreich in einen fiktiven Krieg verabschiedet – bei den Geliebten und bieten alle Verführungskünste auf, um die Damen zu erobern. Nicht zuletzt durch den Einfluss der in Liebesdingen versierten Zofe Despina kann anfänglicher Widerstand der Umworbenen gebrochen werden. Als das Verwirrspiel schließlich aufgedeckt wird, sind damit aber noch längst nicht alle Fragen geklärt…
 
Wiederaufnahme: Freitag, 7. März 2014, um 19.00 Uhr im Opernhaus, Weitere Vorstellungen: 16. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 21., 23., 29. März, 10. April 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
 
—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

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