Wien, Wiener Staatsoper, Otello, Traviata, Aida …. Streaming-Woche 16.-22.3.2021, IOCO Aktuell, 16.03.2021

März 16, 2021 by  
Filed under Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Otello, La Traviata, Falstaff, Aida, Schwanensee und mehr ..

play.wiener-staatsoper.at  –  Verdi-Schwerpunkt

Streaming-Spielplan  16. bis 22. März 2021
Auf Rigoletto aus 2016 unter Evelino Pidò und u. a. mit Carlos Álvarez, Juan Diego Flórez und Olga Peretyatko (16. März) folgen Otello aus 2018 u. a. mit Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Dalibor Jenis und Graeme Jenkins am Dirigentenpult (18. März) und die kürzlich aufgezeichnete Premierenproduktion von La traviata in der Inszenierung von Simon Stone (siehe den folgenden YouTube-Film) u. a. mit Pretty Yende, Juan Diego Flórez und Igor Golovatenko unter Giacomo Sagripanti (20. März).
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Intendant Bogdan Rošcic im Gespräch mit Regisseur Simon Stone zu Traviata
youtube Wiener Staatsoper
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Weiters stehen noch eine Falstaff-Aufführung aus dem Jahr 2016 unter Zubin Mehta (siehe YouTube-Video unten)und u. a. mit Ambrogio Maestri, Ludovic Tézier, Paolo Fanale und Hila Fahima (21. März) sowie Aida unter Marco Armiliato und u. a. mit Elena Guseva, Gregory Kunde und Ekaterina Gubanova (22. März) auf dem Online-Programm.Das Wiener Staatsballett würdigt Rudolf Nurejew – der Ausnahmekünstler hätte am 17. März seinen 83. Geburtstag gefeiert – mit Schwanensee aus 2014 u. a. mit Olga Esina und Vladimir Shishov unter Alexander Ingram (17. März) sowie Raymonda aus 2018 u. a. mit Olga Esina und Jakob Feyferlik, Dirigent: Kevin Rhodes (19. März).Alle angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.Das Programm bis einschließlich 22. März 2021:Dienstag, 16. März 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
RIGOLETTO (Vorstellung vom 28. Jänner 2016)
Musikalische Leitung: Evelino Pidò
Inszenierung: Pierre Audi
Mit u.a.: Carlos Álvarez, Juan Diego Flórez, Olga Peretyatko, Ain Anger, Nadia Krasteva  Mittwoch, 17. März 2021, 19.00 Uhr – BALLETT
Piotr I. Tschaikowski
SCHWANENSEE (Vorstellung vom 16. März 2014)
Musikalische Leitung: Alexander Ingram
Choreografie: Rudolf Nurejew
Mit u.a. Olga Esina, Vladimir Shishov, Eno Peci, SolistInnen und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

Otello von Giuseppe Verdi an der Wiener Staatsoper
youtube Wiener Staatsoper
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Donnerstag, 18. März 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
OTELLO (Vorstellung vom 18. März 2018)
Musikalische Leitung: Graeme Jenkins
Inszenierung: Christine Mielitz
Mit u.a.: Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Dalibor Jenis, Antonio Poli

Freitag, 19. März 2021, 19.00 Uhr – BALLETT
Alexander Glasunow
RAYMONDA (Vorstellung vom 13. März 2018)
Musikalische Leitung: Kevin Rhodes
Choreografie: Rudolf Nurejew
Mit u.a. Olga Esina, Jakob Feyferlik, Vladimir Shishov, SolistInnen und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

Samstag, 20. März 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
LA TRAVIATA (Vorstellung vom 7. März 2021)
Musikalische Leitung: Giacomo Sagripanti
Inszenierung: Simon Stone
Mit u.a.: Pretty Yende, Juan Diego Flórez, Igor Golovatenko, Margaret Plummer

Einführungsmatinee zu Falstaff mit Zubin Metha
youtube Wiener Staatsoper
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Sonntag, 21. März 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
FALSTAFF (Vorstellung vom 12. Dezember 2016)
Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a. Ambrogio Maestri, Ludovic Tézier, Paolo Fanale, Hila Fahima

Montag, 22. März 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
AIDA (Vorstellung vom 29. Juni 2019)
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Nicolas Joel
Mit u.a.: Elena Guseva, Gregory Kunde, Ekaterina Gubanova, Simone Piazzola

Über den weitere Online-Spielplan informieren wir Sie zeitnah, nähere Informationen dazu auch laufend auf wiener-staatsoper.at.

–| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—


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Wien, Wiener Staatsoper, La Traviata – Giuseppe Verdi – Premiere, IOCO Aktuell, 07.03.2021

März 5, 2021 by  
Filed under Hervorheben, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Premiere – La Traviata – Giuseppe Verdi

7. März 2021 18.00 Uhr –  play.wiener-staatsoper.at – Klick HIER!

Giuseppe Verdis La traviata in der Inszenierung von Simon Stone feiert am Sonntag, 7. März 2021 Premiere an der Wiener Staatsoper. Es handelt sich um eine Koproduktion der Wiener Staatsoper mit der Opéra national de Paris, siehe YouTube Trailer unten. Die nach ersten Gesprächen in 2017 gemeinsam mit dem Regisseur entwickelte Arbeit hatte in der vorigen Saison ihre Pariser Premiere und kommt nun in Wien heraus. Die Verfügbarkeit der Inszenierung zwischen den Koproduzenten ist so geregelt, dass sie von beiden Häusern in jeder Spielzeit gezeigt werden kann.

  Premiere 7.3.2021 –  ab 18.00 Uhr –  Live

Gespielt wird, bedingt durch die Fortsetzung des Theater-Lockdowns, weiterhin für Fernseh-, Radio- und Streaming-Publikum. Die Premiere wird ab 18.00 Uhr live auf play.wiener-staatsoper.at sowie ab 20.15 Uhr im ORF III-Hauptabendprogramm im Rahmen von »Wir spielen für Österreich« und auf myfidelio.at ausgestrahlt. ORF III startet bereits um 20.00 Uhr mit den »Kulissengesprächen mit Barbara Rett«. Radio Ö1 sendet die Premierenproduktion von La traviata am 20. März 2021 ab 19.30 Uhr.

ZUR PRODUKTION

Trailer La Traviata – Giuseppe Verdi
youtube Trailer Opera national de Paris
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

»Ich versuche nie, herauszufinden, was dieses Stück einmal war – ich versuche nur herauszufinden, was dieses Stück jetzt für unsere Gesellschaft bedeutet«, so Regisseur Simon Stone zu seiner Inszenierung. In seiner mit riesigen Videowänden und Social Media jonglierenden Produktion zeigt er, wie aktuell und zeitgenössisch große Oper 2021 sein kann:
Violetta ist ein Pariser »It-Girl«, eine sterbenskranke Influencerin, die selbst dann in ihrer Instagram-Blase gefangen bleibt, wenn sie sich mit ihrem Geliebten aufs Land zurückzieht. Ihr Leben ist der virtuellen Präsentations- und Schaulust ausgeliefert. Alles Private ist bei ihr öffentlich, dafür wird der öffentliche urbane Raum zu ihrem einzigen Rückzugsgebiet für Momente der Schwäche.

 Die Violetta des realen Lebens - Alphonsine Duplessis auf Montmartre, Paris © IOCO

Die Violetta des realen Lebens – Alphonsine Duplessis auf Montmartre, Paris © IOCO

 Besetzung: Unter der musikalischen Leitung von Giacomo Sagripanti – der international gefragte italienische Dirigent gibt sein Debüt am Dirigentenpult des Hauses – ist Pretty Yende in der Titelpartie zu erleben. Sie feierte im Herbst als Adina in L’elisir d’amore ihr erfolgreiches Staatsoperndebüt. Dabei stand sie bereits gemeinsam mit Juan Diego Flórez auf der Bühne, der nun – erstmals in Wien – den Alfredo verkörpert. Ein weiteres Rollendebüt am Haus gibt Igor Golovatenko, der sich schon im Oktober als umjubelter Posa in »Don Carlos« dem Wiener Publikum vorstellen konnte, als Giorgio Germont.

In den weiteren Partien sind die Ensemblemitglieder Margaret Plummer als Flora, Donna Ellen als Annina, Robert Bartneck als Gaston, Attila Mokus als Baron Douphol, Erik van Heyningen als Marquis von Obigny und Ilja Kazakov als Doktor Grenvil zu erleben.

Dirigent Giacomo Sagripanti: »Es ist die größte Ehre für mich, mein Hausdebüt mit einer Premierenproduktion eines solchen Meisterwerks wie der Traviata zu geben. Mein Ziel ist es, die Belcanto-Seite dieses Werkes zu beleuchten, die zusammen mit Rigoletto und Trovatore als das >letzte Belcanto-Kapitel< der Operngeschichte angesehen werden kann. Ich bin froh, mit einem erstklassigen Team zu arbeiten, umgeben von großartigen KünstlerInnen und Freunden. Das ist der beste Weg, um Kunst und magische Momente zu schaffen und um die Bedeutung des Theaters und der Oper zu verdeutlichen.«

LA TRAVIATA (Giuseppe Verdi)

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti
Inszenierung Simon Stone
Bühne Robert Cousins
Kostüme Alice Babidge
Licht James Farncombe
Video Zakk Hein

Violetta Valéry Pretty Yende
Flora Bervoix Margaret Plummer
Annina Donna Ellen
Alfredo Germont Juan Diego Flórez
Giorgio Germont Igor Golovatenko
Gaston von Létorières Robert Bartneck
Baron Douphol Attila Mokus
Marquis von Obigny Erik Van Heyningen
Doktor Grenvil Ilja Kazakov

Eine Koproduktion mit der Opéra national de Paris – siehe Trailer oben

—| IOCO Aktuell Wiener Staatsoper|—


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Wien, Wiener Staatsoper, LUCIA DI LAMMERMOOR – Gaetano Donizetti, 09.02.2019

Januar 30, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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LUCIA DI LAMMERMOOR  –  Gaetano Donizetti

Premiere 9. Februar 2019

Zur Premiere und Produktion

Nach sechseinhalb Jahren kehrt Donizettis Lucia di Lammermoor zurück auf die Staatsopernbühne und feiert am 9. Februar 2019 Premiere in einer Inszenierung von Laurent Pelly.

Lucia di Lammermoor – im Frühsommer 1835 in nur sechs Wochen entstanden – gilt als eines der Schlüsselwerke der Musikromantik. Nicht einmal zwei Jahre nach der Uraufführung (26. September 1835 am Teatro San Carlo in Neapel) wurde die Oper am Wiener Kärntnertortheater gezeigt. Es waren dies die ersten Aufführungen des Werks außerhalb des heutigen Italiens, erst danach folgten u. a. Paris, London, New Orleans und New York.

Am neuen Hoftheater, also der heutigen Wiener Staatsoper, wurde das Werk im Jänner 1870 erstmals gezeigt und stand bis 1926 regelmäßig am Spielplan. Hervorzuheben in der weiteren Aufführungsgeschichte des Werkes an der Wiener Staatsoper sind auch zwei Gastspiele der Mailänder Scala im Haus am Ring: 1929 unter Arturo Toscanini mit Toti dal Monte, Benvenuto Franci und Aureliano Pertile sowie die legendären – und einzigen drei an der Wiener Staatsoper – Abende der Maria Callas 1956 mit Herbert von Karajan am Pult und Giuseppe di Stefano als Edgardo. Und mit der bisher letzten Staatsopernpremiere von Lucia di Lammermoor 1978, die bis zuletzt 2012 insgesamt 158 Mal gezeigt wurde, startete KS Edita Gruberova in der Titelpartie damals endgültig ihre Weltkarriere. Musikalisch geleitet wird die nun anstehende Premierenproduktion von Evelino Pidò. Der italienische Dirigent gilt wie wenige andere als Spezialist für das italienische Fach, besonders auch für Belcanto-Werke. Lucia di Lammermoor ist seine dritte Premiere an der Wiener Staatsoper nach Anna Bolena und Adriana Lecouvreur, aber auch eine Vielzahl an Repertoireabenden wurden bisher von ihm im Haus am Ring geleitet – darunter La Fille du régiment, La cenerentola, L’elisir d’amore, I puritani, Don Pasquale, La traviata und zuletzt Tosca.

Für ihn gehören tiefschürfende musikalische Quellenstudien ebenso dazu wie das Studium, die Analyse und Auswertung des gesamten verfügbaren Materials rund um eine Oper. Bei dieser Produktion greift er auf die Kritische Notenausgabe zurück. „Mit dieser Fassung, denke ich, sind wir den Wünschen des Komponisten weit näher als mit bisherigen Ausgaben.“ Für ihn ist, wie er im Interview mit Staatsoperndramaturg Oliver Láng für das Staatsopernmagazin Prolog erzählt, „Lucia di Lammermoor das Meisterwerk in Donizettis Schaffen. Abgesehen von den wunderbaren Melodien, der spannenden Harmonik ist beeindruckend, wie gekonnt er auf die drei Protagonisten der Oper zu fokussieren versteht. Man darf neben Edgardo und Lucia nicht auf Enrico vergessen, der unheimlich wichtig ist.“ Speziell auf die Stimme von Olga Peretyatko, der Premieren-Lucia, zugeschnitten, hat der Dirigent die Kadenz in der Wahnsinnsarie der Lucia zudem neu verfasst. Die Sopranistin wird nun übrigens in dieser Arie– so wie von Donizetti ursprünglich intendiert – von einer Glasharmonika begleitet.

Für die anstehende Premiere, eine Koproduktion mit der Opera Philadelphia, konnte mit Laurent Pelly ein, wie ihn Andreas Láng im Staatsopernmagazin Prolog bezeichnet, „Regie-Magier“ gewonnen werden. Seine Inszenierung von La Fille du régiment (er zeichnete hierfür, ebenso wie für Lucia di Lammermoor, auch für die Kostüme verantwortlich) zählt seit Jahren zu den beliebtesten im Haus am Ring und auf anderen internationalen Bühnen. Mit Lucia di Lammermoor präsentiert der französische Regisseur und Kostümbildner seine zweite Arbeit an der Wiener Staatsoper.

Gemeinsam mit Bühnenbildnerin Chantal Thomas (für die er u. a. auch für La Fille du régiment zusammenarbeitete) schuf er für die aktuelle Lucia-Produktion eine zwischen Realem und Visionshaftem changierende Welt, inspiriert von Jean Epsteins 1928 herausgekommenem Horror-Stummfilm Fall of the House of Usher. In dieser nebelverhangenen, aus der Atmosphäre und Emotionalität der Donizetti-Partitur abgeleiteten traumhaft-mysteriösen Umgebung, in der sich Sein und Schein stets in einem fließenden Übergang befinden und in der von der Blutfarbe Rot in der Wahnsinnsszene ausgenommen, lediglich Schwarz-Weiß-Töne das Hell-Dunkel der Szenerie beherrschen, positioniert Laurent Pelly die unglückliche Protagonistin.

Die der umgebenden patriarchalen Gesellschaftsordnung hilflos ausgesetzte, von Kindheit an psychisch labile Lucia, versteht der Regisseur als unschuldiges Instrument einer in Machtkämpfen verstrickten Männerwelt. Weggesperrt von der Öffentlichkeit, wird sie von ihrem ebenfalls verhaltensauffälligen Bruder Enrico immer nur hervorgeholt, um strategisch eingesetzt zu werden. Aber auch Edgardos Handlungsimpulse entspringen für Laurent Pelly nicht ausschließlich der großen Liebe zu Lucia. Aus der Hektik, seiner Kurzangebundenheit beim einzigen alleinigen Zusammensein mit Lucia, an seinem in diesem Moment aus der Musik abzulauschenden Wunsch, endlich davoneilen zu können, liest Pelly, dass die Liebe zu Lucia durchaus eine Rolle in Edgardos Seelenleben spielen mag, doch für ihn im Vordergrund ganz andere Absichten stehen, die er über die Verbindung zu Lucia zu erreichen gedenkt – insofern treiben Edgardo am Ende der Oper diesbezügliche Schuldgefühle in den Tod. Die letztendlich notorisch
einsame Lucia (eine Art Schneelandschaft symbolisiert gleich zu Beginn ihre Reinheit) verlangt somit geradezu nach einem Anwalt – und ebendieser möchte Laurent Pelly mit dieser Produktion sein, wie Staatsoperndramaturg Andreas Láng nach seiner Einführung in Pellys Herangehensweise an Lucia di Lammermoor im Staatsopernmagazin „Prolog“ abschließend bemerkt.

Das Lichtdesign stammt von Duane Schuler (Debüt an der Wiener Staatsoper).

Die Besetzung

Hochkarätig präsentiert sich auch die Sängerbesetzung – bis auf George Petean (Enrico) geben alle Solistinnen und Solisten ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper.

In der Titelpartie ist Olga Peretyatko zu erleben: Die aus Russland stammende international gefragte Sängerin sang die Lucia u. a. bereits an der New Yorker Met und Tokio und singt nun ihre erste Premiere an der Wiener Staatsoper, wo sie 2013 als Gilda (Rigoletto) debütierte und außerdem noch als Elvira (I puritani), Adina (L’elisir d’amore), Violetta (La traviata) sowie bei der künstlerischen Eröffnung des Wiener Opernballs 2016 zu erleben war. Im Interview mit Staatsoperndramaturg Oliver Láng charakterisiert sie die Lucia in der anstehenden Premierenproduktion: „Es ist wirklich eine arme, arme Lucia. Keiner kümmert sich um sie, es gibt keine Zärtlichkeit, keine Liebe, nichts. Ich habe eine verwandte Figur als Vorlage für diese Inszenierung gefunden, die Jane Eyre, ebenso von Anfang an traumatisiert. Man darf nicht vergessen, in dieser Zeit war der Wert einer Frau noch weniger als von diesem Sessel da. Ich habe mich bisher also immer ein wenig bemüht, einen feministischen, etwas kämpferischen Charakter in die Rolle der Lucia zu bringen – zum Beispiel in das Duett mit ihrem Bruder. Diese Konfrontation ist extrem wichtig! Aber diesmal darf ich als Lucia nicht ausbrechen – erst am Ende! Das ist aber sehr gut und spannend, weil es tatsächlich ein emotionaler Käfig ist, in dem Lucia sitzt, auch was die Körpersprache betrifft. Es ist anstrengend, aber extrem interessant! Zu dieser Einsamkeit kommt auch noch, dass sie ihre Visionen hat … Die Wahnsinnsszene hat Laurent Pelly übrigens genial inszeniert! Ganz besonders den Anfang!“

Den Edgardo verkörpert KS Juan Diego Flórez. Der Tenor gehört weltweit zu den gefragtesten Sängern seines Fachs und ist der Wiener Staatsoper seit seinem Debüt als Conte d’Almaviva (Il barbiere di Siviglia) 1999 eng verbunden. Hier sang er weiters u. a. Lord Arturo Talbo (I puritani), Nemorino (L’elisir d’amore), Lindoro (L’italiana in Algeri), Herzog von Mantua (Rigoletto), Roméo (Roméo et Juliette). Nach Rinuccio (Gianni Schicchi), Elvino (La sonnambula), Tonio (La Fille du régiment) und Ernesto (Don Pasquale) ist der Edgardo in Lucia di Lammermoor nun seine fünfte Staatsopernpremiere. Bisher war er u. a. in Barcelona sowie in einer Neuproduktion in München in dieser Partie zu erleben und sagt nun zu ihrer Charakteristik in Laurent Pellys Inszenierung: „Edgardo ist, zumindest in dieser Produktion, kein sehr sympathischer Mensch. Er benutzt Lucia für seine Zwecke. Daran ändert auch die schöne Musik nichts, die er singt. Er ist egoistisch und es geht ihm um seine Familie, seinen Einfluss. Am Ende freilich hat er alles verloren – da ähnelt er jenen Menschen, die bei einem Börsenkrach alles verlieren. So ist er im Finale auch alleine.“

Lucias Bruder Enrico wird von George Petean gesungen. Nach der Titelpartie von Macbeth (2015) ist Lucia di Lammermoor die zweite Staatsopernpremiere des rumänischen Baritons, der 2001 als Figaro (Il barbiere di Siviglia) sein Hausdebüt gab und hier in der Folge als Posa (franz. und ital. Don Carlo), Ankarström (Un ballo in maschera) und Rigoletto zu erleben war. Den Enrico in Lucia di Lammermoor sang er bereits 2009 im Haus am Ring. In der Premierenproduktion ist dieser aber nicht nur der „übliche Bösewicht“, sondern zusätzlich noch psychisch auffällig: „Enrico ist sicherlich für jeden, der später Jago oder Scarpia singen will, eine perfekte charakterliche Vorstudie: Ein mehrfacher Verbrecher zwar, der aber zum Schluss doch noch Gewissensbisse verspürt. Man kann sich also belcantesk im Bösen üben, ohne gleich kopfüber ins veristische schwarze Grundschlechte eines Jago zu springen. Dass Enrico in dieser Inszenierung auch noch Verhaltensauffälligkeiten aufweist, finde ich eine originelle Idee – sie erlaubt einen ganz eigenen Blick auf diese ganze Ashton-Familie, in der offenbar entweder ein genetisches Problem vorherrscht oder ein gravierender Erziehungsfehler die geschwisterliche Psyche aus der Bahn geworfen hat.“

In den weiteren Partien sind die Staatsopern-Ensemblemitglieder Lukhanyo Moyake als Arturo, Jongmin Park als Raimondo, Virginie Verrez als Alisa und Leonardo Navarro als Normanno zu erleben.

Es spielen das Orchester der Wiener Staatsoper sowie das Bühnenorchester der Wiener Staatoper, es singt der Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Martin Schebesta.


Lucia di Lammermoor – Im Radio und Fernsehen

Die Premiere am 9. Februar 2019 wird live auf Radio Ö1 (+ EBU) ausgestrahlt; ORF 2 überträgt die Vorstellung am 15. Februar 2019 ab 21.05 Uhr   live-zeitversetzt.

Ab 20.15 Uhr zeigt ORF 2 am 15. Februar vor der live-zeitversetzten Übertragung von Lucia di Lammermoor eine neue Dokumentation: „Wunderwelt Staatsoper“. In dieser führt Rolando Villazón durch das Haus am Ring und seine wechselvolle Geschichte und begegnet dabei vielen Kollegen – Sängern, Orchestermitgliedern, Direktoren und Bühnenarbeitern, die zum 150. Geburtstag des Hauses originelle wie berührende Geschichten zum Besten geben. Während ein Architektenteam die Baupläne der Oper auseinandernimmt, erweist sich Konrad Paul Liessmann einmal mehr als musikalischer Opernkenner mit philosophischem Hintergrund. Aber, worum es in der Oper wirklich geht, entscheidet letztlich ein vergnüglicher Sängerwettstreit mit den schönsten Arien. Regie: Felix Breisach; Buch: Christoph Wagner-Trenkwitz.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—


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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Operngala – Camilla Nylund und Andreas Schager, 07.07.2018

April 13, 2018 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Konzert, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

DOR Operngala – Camilla Nylund und Andreas Schager

Götz Alsmann – Moderation

Zwei der derzeit angesagtesten Opernstars sind am Samstag, 7. Juli 2018, um 19.00 Uhr bei der vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein präsentierten Gala im Opernhaus Düsseldorf zu Gast: Die finnische Sopranistin Camilla Nylund gestaltet gemeinsam mit Tenor Andreas Schager den traditionsreichen Abend. Unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober begleiten die Duisburger Philharmoniker die beiden Solisten – Götz Alsmann führt durch das Programm.

Deutsche Oper am Rhein / Camilla Nylund © AnnaS

Deutsche Oper am Rhein / Camilla Nylund © AnnaS

Camilla Nylund zählt zu den weltweit führenden lyrisch-dramatischen Sopranen. Regelmäßig singt sie auf den wichtigen Konzertpodien mit führenden Orchestern und Dirigenten und ist Gast an den großen Opernhäusern von Zürich, Wien, Paris, Berlin, Dresden, Köln, Hamburg, Tokio, Helsinki, Barcelona, San Diego, Amsterdam, Bayreuth, San Francisco, London und Mailand.

Im Opernhaus Düsseldorf begeisterte Camilla Nylund zuletzt in ihrer Rolle der Marie in Alban Bergs Wozzeck, zuvor war sie dort bereits als Feldmarschallin in Strauss‘ Der Rosenkavalier und als Gräfin Madeleine in dessen Capriccio zu erleben.

 

Deutsche Oper am Rhein / Andreas Schager © David Jerusalem

Deutsche Oper am Rhein / Andreas Schager © David Jerusalem

Auch Andreas Schager ist auf den großen Bühnen der Welt unterwegs: Zunächst im lyrischen Fach zu Hause, machte er Station in Bologna, Frankfurt, Wien, Gent und an der Royal Opera Canada. Inzwischen ist Schager primär in Wagner-Partien zu hören, zuletzt unter Daniel Barenboim als Tristan in der Berliner Staatsoper Unter den Linden. In Düsseldorf gab Andreas Schager bei der AIDS-Gala 2014 seinen umjubelten Einstand.

Durch das Programm führt der Musiker und Entertainer Götz Alsmann. Der Deutschen Oper am Rhein ist Alsmann als Konzertmoderator bereits seit dem vom WDR übertragenen NRW-Sommerkonzert 2012 auf dem Düsseldorfer Burgplatz verbunden, wo er 2014 auch Oper am Rhein für alle begleitete. Bei den Haniel Klassik Open Air-Konzerten 2013, 2015 und 2017 begeisterte Alsmann tausende Gäste auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg.

Die vom Freundeskreis präsentierte Operngala ist seit vielen Jahren ein musikalischer und gesellschaftlicher Höhepunkt zum Ende der Opernsaison. Mit Unterstützung der Opernfreunde konnten in den vergangenen Jahren großartige Interpreten für dieses besondere Konzertereignis gewonnen werden. So waren Stars wie Edita Gruberová, Anja Harteros, Emily Magee, Juan Diego Flórez, Marcello Giordani, Thomas Hampson, José Cura, Ramón Vargas und Elena Garanca zu erleben.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—


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