Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Ab 7.6.2020 – Konzerte, Jan Liesiecki, Kopfnoten …, IOCO Aktuell, 28.05.2020

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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

 KONZERTHAUS DORTMUND –  nimmt Spielbetrieb auf !

Ab 7. Juni 2020 werden die letzten Konzerte der Saison 2019/20 unter Maßgaben des Wiedereröffnungskonzepts gespielt

»Ein Konzerthaus ohne Besucher ist wie ein Fisch ohne Wasser – es atmet nicht«, so Intendant Dr. Raphael von Hoensbroech. »Das habe ich auch bei unseren Livestreams der letzten Wochen gemerkt: So besonders und schön diese Konzerte auch waren, ihnen fehlte das lebendige Zutun des Publikums, das aktive Zuhören, das die Künstler so spüren. So war es uns ein großes Anliegen, die Chance zu nutzen, wenigstens ein paar Konzerte im Juni zu spielen. Dazu haben wir die letzten Wochen intensiv genutzt, Abstandsregeln und Hygienevorschriften in ein Wiederöffnungskonzept zu überführen, das vom Gesundheitsamt genehmigt wurde und bei dem wir Publikum, Künstler und unser Team vor Ansteckung schützen.«

  • Tonhalle Düsseldorf  (link HIER!) am Pfingstsonntag, 31. Mai  16 Uhr, erklingt hier das erste Konzert vor 100 Besuchern seit der  Schließung; Karten werden geschenkt  

Etwas weniger als 400 Gäste dürfen nun je Konzert ins Konzerthaus Dortmund, es gibt keine Pause, dafür werden manche Konzerte zweimal gespielt. Bei den Karten für die im Juni stattfindenden Konzerte werden die früher eingegangenen Buchungen zuerst berücksichtigt, später eingegangene Buchungen müssen gegebenenfalls storniert werden. In letzterem Fall wird ein Gutschein ausgestellt.

Intendant von Hoensbroech in Corona-Zeiten – das Konzerthaus, Simon Rattle, Spielplan 2020/21 und mehr – auch hier online
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Für die Sicherheit beim Konzertbesuch wird die Besucherzahl pro Konzert auf ein Viertel der Saalkapazität begrenzt und das Publikum großzügig auf alle Bereiche im Saal verteilt. Der Eintritt in den Konzertsaal erfolgt über ein Einlasskonzept mit zwei Gruppen: Besucher mit Plätzen in der Mitte einer Reihe betreten zuerst den Saal, erst danach Besucher mit Randplätzen. Die Wegeführung wird so gestaltet, dass Begegnungen minimiert werden; Markierungen machen den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern sichtbar.

Die Konzertdauer ist auf maximal 90 Minuten begrenzt. Das Betreten des Konzerthauses ist ausschließlich mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt, der nur während des Konzerts im Saal abgenommen werden darf. Garderobe darf mit in den Saal genommen werden.

konzerthaus dortmund orchesterGegebenenfalls ändern sich Anfangszeiten und Termine der Konzerte (siehe Aufstellung unten) sowie das Konzertprogramm, da auf der Bühne nur eine begrenzte Anzahl Musiker erlaubt ist. Besonders hervorzuheben ist, dass Exklusivkünstlerin Mirga Gražinyte-Tyla dafür gewonnen werden konnte das Konzerthausorchester Berlin am 7. Juni zu leiten, da aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise Christoph Eschenbach leider nicht dirigieren kann. Für Angela Hewitt, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht auftreten kann, springt am 17. Juni Starpianist Víkingur Ólafsson ein.

Aktuelle Informationen zu Programmänderungen werden auf der jeweiligen Veranstaltungsseite auf www.konzerthaus-dortmund.de veröffentlicht.

Das Restaurant Stravinski öffnet zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn sowie nach den Konzerten. Reservierungen per E-Mail an kontakt@restaurantstravinski.de unter Angabe von Namen, Anschrift und Telefonnummer.

Auch die anderen der vier großen Konzerthäuser und Philharmonien in Nordrhein-Westfalen, die Tonhalle Düsseldorf, Philharmonie Essen und Kölner Philharmonie, planen den Konzertbetrieb wieder aufzunehmen. Die Intendanten Raphael von Hoensbroech, Michael Becker, Hein Mulders und Louwrens Langevoort sind dazu in enger Abstimmung und freuen sich sehr darauf, Ihre Häuser endlich wieder für Publikum öffnen zu dürfen – selbstverständlich unter strenger Beachtung aller Hygiene- und Abstandsregeln.

Das Wiedereröffnungskonzept gilt unter dem Vorbehalt etwaiger späterer anderslautenden behördlichen Verordnungen. Nach derzeitiger unverbindlicher Aussage der Ministerien soll ein Spielbetrieb ohne Obergrenze nach Pfingsten wieder möglich sein, sofern die Hygieneund Abstandsvorschriften eingehalten werden und die Infektionszahlen nicht erneut wesentlich ansteigen.

Folgende Konzerte finden (zum Teil mit Programmänderung) statt:

So 07.06.2020 – Konzerthausorchester Berlin – Das Konzert findet unter der Leitung von Mirga Gražinyte-Tyla und mit Cellist Kian Soltani statt. Das Programm wird angepasst. Es wird zwei Vorstellungen geben: um 16.00 Uhr und 19.00 Uhr. Die Kinderbetreuung kann leider nicht angeboten werden.

So 07.06.2020 – Federspiel – Das Konzert wird auf Fr 19.06.2020, 20.00 Uhr verschoben. Die Rhino-Kids-Einführung kann leider nicht angeboten werden.

Mo 08.06.2020 – Klavier-Festival Ruhr – Jan Liesiecki & Chamber Orchester of Europe Das Konzert findet als Solorecital mit Jan Lisiecki und angepasstem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben. Weitere Informationen vom Veranstalter.

Mi 10.06.2020 – Junge Wilde – Emmanuel Tjeknavorian Das Konzert findet mit leicht verändertem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben:

Mi 10.06.2020, 19.00 Uhr und Do 11.06.2020, 19.00 Uhr. Die Rhino-Kids-Einführung kann leider nicht angeboten werden.

So 14.06.2020 – Neuland: Force & Freedom – Das Konzert findet mit einem Alternativprogramm unter dem Titel »Force & Freedom. Beethoven-Variationen in Coronazeiten« statt.

Mo 15.06.2020 – Kopfnoten – Die Veranstaltung findet wie geplant statt, wird aber in den Saal des KONZERTHAUS DORTMUND verlegt.

Mi 17.06.2020 – Klavierabend – Angela Hewitt kann aufgrund von Reisebeschränkungen nicht auftreten. Stattdessen präsentiert Shootingstar Víkingur Ólafsson ein alternatives Bach-Programm, bei dem der Pianist Originalwerke des Komponisten mit Transkriptionen virtuos verschmelzen lässt.

Do 18.06.2020 – Klavier-Festival Ruhr – Igor Levit & WDR Sinfonieorchester Das Konzert findet als Solorecital mit Igor Levit und angepasstem Programm statt. Es wird zwei Vorstellungen geben. Weitere Informationen vom Veranstalter.

Sa 20.06.2020 – Beethoven _ Marathon – Streichquartette Die beiden Konzerte finden mit gekürzten Programmen statt. Die Konzerte beginnen um 17.00 Uhr (statt 15.00 Uhr) und 20.00 Uhr.

Di 23.06.2020 – Bodo Wartke – Das Konzert findet statt, das Programm muss den Gegebenheiten angepasst werden. Es wird drei Vorstellungen geben: 23.06.2020, 18.30 Uhr + 21.00 Uhr, 24.06.2020, 20.00 Uhr.

Folgende Konzerte werden in die nächste Saison verschoben:
Sa 06.06.2020 – Klangvokal Musikfestival: Himmelsmusik Das Konzert wird auf den 17.01.2021 verschoben.
Do 11.06.2020 – Klangvokal Musikfestival: Angelique Kidjo Das Konzert wird auf den 23.10.2020 verschoben.
Mo 15. + Di 16.06.2020 – Helge Schneider Die Vorstellungen werden auf den 22. & 23.02.2021 verschoben.
So 21.06.2020: Max Mutzke & WDR Funkhausorchester – Das Konzert wird auf den 28.02.2021, 18.00 Uhr verschoben.

Folgende Konzerte müssen leider entfallen:
Mo 01.06.2020 – Festkonzerte 2020 der Chorakademie
Mi 03.06.2020 – Stummfilmkonzert der Dortmunder Philharmoniker
Fr 05.06.2020 – La Fura dels Baus: Pastoral for the Planet
Mo 22.06.2020 – Joyce DiDonato: Songplay
So 28.06.2020 – Beethoven-Marathon der Dortmunder Philharmoniker

Bei weiteren Fragen – Ticketing_T 0231 – 22 696 200 zur Verfügung. Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 – 18.30 Uhr Sa 11.00 – 15.30 Uhr

—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

Wien, Wiener Staatsoper, online-Programm : 14. – 30. April 2020, IOCO Aktuell, 11.04.2020

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper   –  online-Programm  – 14. – 30. April 2020

Streaming Plattform  –   www.staatsoperlive.com

Mit Bedauern sagt die Wiener Staatsoper aufgrund der bekannt gegebenen Verlängerung der Maßnahmen der Österreichischen Bundesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) alle geplanten Vorstellungen und Veranstaltungen bis 30. Juni 2020 ab.

Wiener Staatsoper / Dominique Meyer verleiht Linda Watson der Titel Kammersängerin © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Dominique Meyer verleiht Linda Watson der Titel Kammersängerin © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Ebenso entfällt die für den 26. April 2020 erwartete Jahrespressekonferenz des ab Herbst 2020 verantwortlichen neuen Staatsoper-Managements um Direktor Bogdan Rošcic und den aus Düsseldorf kommenden Ballettchef Martin Schläpfer. In dieser Jahres-pressekonferenz sollten Rošcic / Schläpfer ihre Konzepte und Spielpläne der Spielzeit 2020/21 der Wiener Staatsoper bekannt geben. Der derzeitige Direktor Dominique Meyer, in zehn Jahren durch extrem hohe Auslastungen an der Wiener Staatsoper wirtschaftlich und künstlerisch ungewöhnlich erfolgreich und richtunggebend, wechselt mit Manuel Legris, Ballettchef der Staatsoper, im Sommer 2020 an das Teatro alla Scala in Mailand. IOCO wird dann auch aus der Mailander Scala  regelmäßig berichten.

Das Haus am Ring hält seine digitalen Archive jedoch geöffnet, um mit dem Publikum während dieser nun verlängerten Periode der Schließung in Verbindung bleiben zu können: Musikfreund/innen können – weltweit und bis auf Weiteres kostenlos – auf der Streaming-Plattform www.staatsoperlive.com  täglich eine Aufzeichnung einer früheren Opern oder Ballettvorstellung zu Hause (wieder) erleben. Das Programm wird in Kürze auf der Streaming Plattform sowie der Website der Wiener Staatsoper  www.wiener-staatsoper.at  veröffentlicht, wo auch das bereits geplante Angebot abrufbar ist (fixierte Streams von 4. bis 30. April 2020 siehe Folgeseiten). Kundinnen und Kunden, die für Vorstellungen bzw. Veranstaltungen bis 30. Juni 2020 Tickets gekauft haben, finden in Kürze alle Kontaktmöglichkeiten und Informationen zur Kartenrückgabe auf der Website des Hauses am Ring unter https://www.wienerstaatsoper.at/diestaatsoper/aktuelles/detail/news/coronavirus-sars-cov-2/

Schwanensee – Choreopraphie Nurejew an der Staatsoper
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Das Programm vom 14. bis 30. April 2020    –  Änderungen vorbehalten

14. April 2020: Schwanensee (Vorstellung vom 16. März 2014) Dirigent: Alexander Ingram | Choreographie: Rudolf Nurejew u. a. mit Vladimir Shishov (Prinz Siegfried), Olga Esina (Odette/Odile), Dagmar Kronberger (Königin), Eno Peci (Zauberer Rotbart)

15. April 2020: Parsifal (Vorstellung vom 21. April 2019) Dirigent: Valery Gergiev | Inszenierung: Alvis Hermanis u. a. mit Thomas Johannes Mayer (Amfortas), René Pape (Gurnemanz), Simon O’Neill (Parsifal), Boaz Daniel (Klingsor), Elena Zhidkova (Kundry)

16. April 2020: Der Rosenkavalier (Vorstellung vom 27. Oktober 2013) Dirigent: Adam Fischer | Inszenierung: Otto Schenk u. a. mit Renée Fleming (Feldmarschallin), Peter Rose (Ochs), Sophie Koch (Octavian), Adrian Eröd (Herr von Faninal), Ileana Tonca (Sophie)

17. April 2020: L’italiana in Algeri (Vorstellung vom 30. April 2015) Dirigent: Jesús López Cobos | Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle u. a. mit Ildar Abdrazakov (Mustafà), Aida Garifullina (Elvira), Rachel Frenkel (Zulma), Alessio Arduini (Haly), Edgardo Rocha (Lindoro), Anna Bonitatibus (Isabella), Paolo Rumetz (Taddeo)

18. April 2020: Undine (Vorstellung vom 18. April 2015) Dirigent: Johannes Wildner | Inszenierung: Alexander Medem u. a. mit Annika Gerhards (Undine), Lydia Rathkolb (Bertalda), Carlos Osuna (Hugo), James Kryshak (Veit), Il Hong (Hans), Tae-Joong Yang (Kühleborn)

18. April 2020: Der Nussknacker (Vorstellung vom 7. Oktober 2012) Dirigent: Paul Connelly | Choreographie: Rudolf Nurejew u. a. mit Liudmila Konovalova (Clara), Vladimir Shishov (Drosselmeyer / Der Prinz), Emilia Baranowicz (Luisa), Davide Dato (Fritz)

19. April 2020: Capriccio (Vorstellung vom 24. Mai 2018) Dirigent: Michael Boder | Inszenierung: Marco Arturo Marelli u. a. mit Camilla Nylund (Gräfin), Markus Eiche (Graf), Michael Schade (Flamand), Adrian Eröd (Olivier), Wolfgang Bankl (La Roche), Angelika Kirchschlager (Clairon)

20. April 2020: L’italiana in Algeri (Vorstellung vom 8. April 2017) Dirigent: Evelino Pidò | Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle u. a. mit Adam Plachetka (Mustafà), Hila Fahima (Elvira), Rachel Frenkel (Zulma), Rafael Fingerlos (Haly), Maxim Mironov (Lindoro), Margarita Gritskova (Isabella), Paolo Rumetz (Taddeo)

Le Pavillon d’Armide | Le Sacre – Choreopraphie John Neumeier 
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21. April 2020: Le Pavillon d’Armide | Le Sacre (Vorstellung vom 13. März 2017) Dirigent: Michael Boder | Choreographie: John Neumeier u.a. mit Mihail Sosnovschi, Nina Poláková, Roman Lazik, Davide Dato, Maria Yakovleva, Nina Tonoli, Denys Cherevychko, Richard Szabó; Le Sacre u. a. mit Rebecca Horner, Ioanna Avraam, Francesco Costa, Alice Firenze, Eszter Ledán, Eno Peci, Masayu Kimoto

22. April 2020: Fidelio (Vorstellung vom 29. April 2019) Dirigent: Adam Fischer | Inszenierung: Otto Schenk u. a. mit Brandon Jovanovich (Florestan), Anne Schwanewilms (Leonore), Clemens Unterreiner (Don Fernando), Thomas Johannes Mayer (Don Pizarro), Wolfgang Bankl (Rocco), Chen Reiss (Marzelline), Michael Laurenz (Jaquino)

23. April 2020: Anna Bolena (Vorstellung vom 11. April 2011) Dirigent: Evelino Pidò | Inszenierung: Eric Génovèse u.a. mit Ildebrando D’Arcangelo (Enrico VIII), Anna Netrebko (Anna Bolena), Elena Garanca (Giovanna Seymour), Francesco Meli (Lord Riccardo Percy), Elisabeth Kulman (Smeton)

24. April 2020: Madama Butterfly (Vorstellung vom 7. Dezember 2018) Dirigent: Jader Bignamini | Inszenierung: Josef Gielen u. a. mit Ana María Martínez (Cio-Cio-San), Bongiwe Nakani (Suzuki), Andrea Carè (B.F. Pinkerton), Gabriel Bermúdez (Sharpless)

25. April 2020: Fatima oder von den mutigen Kindern (Vorstellung vom 23. Dezember 2015) Dirigent: Benjamin Bay | Inszenierung: Henry Mason u. a. mit Carlos Osuna (Hassan), Andrea Carroll (Fatima), Sorin Coliban (Schlossherr), Monika Bohinec (Mutter), Carole Wilson (Stumme Frau)

25. April 2020: Fidelio (Vorstellung vom 2. Juni 2017) Dirigent: Cornelius Meister | Inszenierung: Otto Schenk u. a. mit Peter Seiffert (Florestan), Camilla Nylund (Leonore), Boaz Daniel (Don Fernando), Albert Dohmen (Don Pizarro), Günther Groissböck (Rocco), Chen Reiss (Marzelline), Jörg Schneider (Jaquino)

26. April 2020: Hänsel und Gretel (Vorstellung vom 5. Jänner 2017) Dirigent: Axel Kober | Inszenierung: Adrian Noble u. a. mit Sebastian Holecek (Peter Besenbinder), Donna Ellen (Gertrud), Margaret Plummer (Hänsel), Chen Reiss (Gretel), Michaela Schuster (Knusperhexe), Maria Nazarova (Sandmännchen / Taumännchen)

27. April 2020: Madama Butterfly (Vorstellung vom 14. September 2016) Dirigent: Philippe Auguin | Inszenierung: Josef Gielen u. a. mit Kristine Opolais (Cio-Cio-San), Bongiwe Nakani (Suzuki), Piero Pretti (B.F. Pinkerton), Boaz Daniel (Sharpless)

Fidelio – hier Otto Schenk erklärt seine Inszenierung
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28. April 2020: Fidelio (Vorstellung vom 14. Jänner 2016) Dirigent: Peter Schneider | Inszenierung: Otto Schenk u. a. mit Klaus Florian Vogt (Florestan), Anja Kampe (Leonore), Boaz Daniel (Don Fernando), Evgeny Nikitin (Don Pizarro), Stephen Milling (Rocco), Valentina Nafornita (Marzelline), Jörg Schneider (Jaquino)

29. April 2020: Le Corsaire (Vorstellung vom 2. April 2016) Dirigent: Valery Ovsyanikov | Choreographie: Manuel Legris, nach Marius Petipa, u.a. u. a. mit Robert Gabdullin (Conrad), Maria Yakovleva (Médora), Liudmila Konovalova (Gulnare), Kirill Kourlaev (Lanquedem), Davide Dato (Birbanto), Alice Firenze (Zulméa), Mihail Sosnovschi (Seyd Pascha) NB: Aus rechtlichen Gründen kann dieser Stream in Japan nicht empfangen werden.

30. April 2020: Les Troyens (Vorstellung vom 4. November 2018) Dirigent: Alain Altinoglu | Inszenierung: David McVicar u. a. mit Anna Caterina Antonacci (Cassandre), Brandon Jovanovich (Enée), Rachel Frenkel (Ascagne), Joyce DiDonato (Didon), Szilvia Vörös (Anna), Paolo Fanale (Iopas)

Bei allen Ausstrahlungen handelt es sich um Aufzeichnungen früherer Vorstellungen aus der Wiener Staatsoper. Aus technischen Gründen stehen in seltenen Fällen nicht alle Untertitel Sprachen zur Verfügung.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Metropolitan Opera Orchestra – Europatournee 2021, Baden-Baden im Juli 2021

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Das Met Orchestra bereist Europa

Im Juni 2021 erste internationale Tournee seit beinahe 20 Jahren

Met-Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin dirigiert das Orchester in London, Paris und Baden-Baden – Der Vorverkauf beginnt am 16. März 2020

Wie die Metropolitan Opera heute (23. Februar 2020) bekannt gibt, geht das Met Orchestra im Sommer 2021 direkt im Anschluss an seine jährliche Residenz in der New Yorker Carnegie Hall auf Europatournee.

Met-Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin wird sämtliche Konzerte der Gastspielreise dirigieren, mit Stationen im Londoner Barbican Centre (29. Juni 2021), in der Philharmonie Paris (30. Juni und 1. Juli 2021) und im Festspielhaus Baden-Baden (3. und 4. Juli 2021).

Festspielhaus Baden-Baden / Yannick Nézet-Séguin © Jan Regan

Festspielhaus Baden-Baden / Yannick Nézet-Séguin
© Jan Regan

Vier Weltstars der Oper sind mit dem Orchester unterwegs: Joyce DiDonato singt Arien aus Hector Berlioz´ Oper „Les Troyens“, in konzertanten Aufführungen des ersten Aufzugs von Richard Wagners „Die Walküre“ präsentiert das Orchester die Sopranistin Christine Goerke als Sieglinde, den Tenor Brandon Jovanovich als Siegmund und den Bass Günther Groissböck als Hunding.

Auf dem Tourneeprogramm stehen darüber hinaus Aufführungen der „Sinfonia (for Orbiting Spheres)“ von Missy Mazzoli. Schon im Sommer 2020 werden Yannick Nézet-Séguin und das Met Orchestra an der Brooklyn Academy of Music die Kammeroper „Breaking the Waves“ der amerikanischen Komponistin aufführen. Sie erhielt den Auftrag, für eine der kommenden Spielzeiten eine große Oper für die Met zu komponieren.

„Diese Konzerte werden das Met Orchestra auf der Höhe seiner Möglichkeiten unter Yannick zeigen und seine doppelte Stärke sowohl im sinfonischen als auch im Opern-Repertoire demonstrieren“, sagt Met-Intendant Peter Gelb und fährt fort: „Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Met. Ich bin sehr dankbar für das, was wir musikalisch während der ganzen Saison an der Met leisten, und ich kann es kaum abwarten, bis ein europäisches Publikum die brillanten künstlerischen Fähigkeiten des Met Orchestra persönlich im Konzert erleben kann.“

„Wie könnten wir die Exzellenz dieses Orchesters besser feiern als in der Zusammenarbeit mit unseren guten Freunden Joyce, Christine, Brandon und Günther?“, fragt Yannick Nézet-Séguin und ergänzt: „Ich bin stolz darauf, dass die Met auch in Zukunft Zuhörerinnen und Zuhörer jenseits des Lincoln Center erreicht. Diese Tournee ist der krönende Abschluss der kommenden Saison.“

Zuletzt war das Met Orchestra im Jahr 2002 auf Tournee, mit Konzerten in Salzburg, Luzern, Baden-Baden und Wiesbaden.


Metropolitan Opera Orchestra – Europatournee 2021


Dienstag, 29. Juni 2021, 19.30 Uhr
Barbican Centre, London
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Hector Berlioz (1803-1869)
„Chers Tyriens” aus der Oper „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Königliche Jagd und Sturm aus „Les Troyens“
„Adieu, fière cité“ aus „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Symphonie fantastique op. 14


Mittwoch, 30. Juni 2021, 20.30 Uhr
Philharmonie, Paris
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Richard Strauss (1864-1949)
Don Juan op. 20
Missy Mazzoli (*1980)
Sinfonia (for Orbiting Spheres)
Richard Wagner (1813-1883)
I. Aufzug aus „Die Walküre“. Solisten: Christine Goerke, Brandon Jovanovich und Günther Groissböck


Dienstag, 1. Juli 2021, 20.30 Uhr
Philharmonie, Paris
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Hector Berlioz (1803-1869)
„Chers Tyriens” aus der Oper „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Königliche Jagd und Sturm aus „Les Troyens“
„Adieu, fière cité“ aus „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Symphonie fantastique op. 14


Samstag, 3. Juli 2021, 18 Uhr
Festspielhaus, Baden-Baden
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Hector Berlioz (1803-1869)
„Chers Tyriens” aus der Oper „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Königliche Jagd und Sturm aus „Les Troyens“
„Adieu, fière cité“ aus „Les Troyens“. Solistin: Joyce DiDonato
Symphonie fantastique op. 14


Sonntag, 4. Juli 2021, 17 Uhr
Festspielhaus, Baden-Baden
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Richard Strauss (1864-1949)
Don Juan op. 20
Missy Mazzoli (*1980)
Sinfonia (for Orbiting Spheres)
Richard Wagner (1813-1883)
I. Aufzug aus „Die Walküre“. Solisten: Christine Goerke, Brandon Jovanovich und Günther Groissböck


Met-Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin

Mit Beginn der Saison 2018/19 wurde Yannick Nézet-Séguin Musikdirektor der Met. Sein Debüt an der Met hatte er in der Saison 2009/10 mit Bizets „Carmen“ gegeben. Seitdem ist der kanadische Dirigent in jeder Saison an die Met zurückgekehrt, er dirigierte dort Vorstellungen von Wagners „Parsifal“ und „Der fliegende Holländer“, von Strauss´ „Elektra“, Verdis „Don Carlo“, Gounods „Faust“, Verdis „La traviata“ und Dvo?áks „Rusalka“. Zur Eröffnung der Met-Saison 2015/16 leitete er die Premiere einer Neuninszenierung von Verdis „Otello“. In der vergangenen Saison hatte er die musikalische Leitung über eine Neuinszenierung von Verdis „La traviata“, er dirigierte Vorstellungen von Debussys „Pelléas et Mélisande“ und Poulencs „Dialogues des Carmelites“. Mit einem weitgefächerten Repertoire war er auf vielen der weltweit bedeutendsten Opernbühnen zu Gast, darunter die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala, die Nederlandse Opera, die Salzburger Festspiele und das Königliche Opernhaus Covent Garden in London. Regelmäßig dirigiert er die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, London Philharmonic und das Chamber Orchestra of Europe. Seit 2012 ist er Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, darüber hinaus ist er Musikdirektor des Orchestre Métropolitain de Montréal.

In der laufenden Spielzeit dirigiert er an der Met Puccinis „Turandot“, Bergs „Wozzeck“ und Massenets „Werther“. Er war Dirigent der Met Silvestergala mit Anna Netrebko, auf dem Programm standen Auszüge aus Puccinis „La Bohème“, „Tosca“ und „Turandot“. In zwei Konzerten dirigiert er das Met Orchestra in der Carnegie Hall, New York.

In der Saison 2020/21 wird er an der Met die Neuninszenierungen von Verdis „Aida“, Mozarts „Don Giovanni“ und Jake Heggies „Dead Man Walking“ dirigieren, neben Wiederaufnahmen von Beethovens „Fidelio“, Gounods „Roméo et Juliette“ und Strauss´ „Die Frau ohne Schatten“. Alle sechs Opern werden in der Reihe „The Met: Live in HD“ in Filmtheatern rund um den Globus zu sehen sein. Zweimal wird er das Met Orchestra in der Carnegie Hall dirigieren, im Juni 2021 führt er das Orchester auf eine Drei-Städte-Tournee nach Europa.

Tickets ab 16. März 2020 unter www.festspielhaus.de oder 07221 / 30 13 101

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Brüssel, Theatre Royal de la Monnaie, Tristan und Isolde – Richard Wagner, IOCO Kritik, 09.05.2019

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie

Tristan und Isolde – Richard Wagner

– Ein Augenschmaus für Eingeweihte –

von Ingo Hamacher

Das Kreativteam Ralf Pleger / Alexander Polzin bringen im La Monnaie einen Tristan, absolut reduziert, von höchster Ästhetik auf die Bühne, dessen konzeptionelle Wurzeln wohl im Triadischen Ballett von Schlemmer zu finden sind, was augenfällig wird, wenn Ed Lyon, in der Rolle des Hirten im kantig ärmellosen Kostüm über die Bühne schreitet.

Das Vorspiel ist musikgewordene Sehnsucht, klangerfüllte Liebesleidenschaft. Tristan und Isolde ist die sinnlichste, aufwühlenste von stärkster Erregung durchglühle Liebesmusik, die jemals geschrieben wurde.  Das Vorspiel ist eine in sich geschlossene sinfonische Dichtung, wobei der berühmte Tristan-Akkord häufig als erster Schritt zu einer Neuen, nicht mehr tonal gebundenen Musik interpretiert wird.

Wagner benutzt die Chromatik in erster Linie zur Darstellung der unerfüllten, ewig unerfüllbaren Liebessehnsucht, wobei die Motive Liebe, Nacht und Tod, sowohl thematisch, als auch musikalisch einen einzigen Komplex bilden. Es sind drei Motive der gleichen Idee.

In seiner Musik hat Wagner auf der Suche nach Ausdruck für nie dargestellte seelische Vorgänge, alle Konventionen durchbrochen. Ununterbrochene Modulationen, mehrdeutige Harmonien bis hin zur Polytonalität führen zu einer Auflösung aller früheren musikalischen Regeln.  Aufgetürmter Orchesterklang stellt verschlungenste psychische Zustände dar. Es entsteht ein rauschhafter – auch als opiatisch beschriebener – Charakter der Musik. Die Wirkung der Tristanmusik auf die Zeitgenossen muß ungeheuer, fast unvorstellbar gewesen sein.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : A. Petersen als Isolde und B. Register als Tristan © Van Rompay

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : A. Petersen als Isolde und B. Register als Tristan © Van Rompay

Handlung:

Tristan bringt die Tochter des Königs von Irland, Isolde, nach Cornwall, um sie mit König Marke zu verheiraten, dessen treuester Vasall er ist. Während der Reise versucht Isolde mit Hilfe eines tödlichen Giftes die leidenschaftliche und geheime Liebe zu ersticken, die zwischen ihr und Tristan aufgetaucht war. Doch die Vertraute der jungen Frau, Brangäne, ersetzt dieses Gift durch einen Liebestrank, der die Beiden für immer verbindet. Ihre Liebe wird König Marke jedoch von Melot, dem Eifersüchtigen, der Tristan tödlich verletzt, offenbart.

Tristan will Isolde bevor er stirbt wieder sehen. Als seine Geliebte eintrifft, stirbt er in Isoldes Armen. Isolde folgt ihm in Trance in den Tod

Drei Akte – drei Welten, die uns vor Augen geführt werden

Im ersten Akt sehen wir eine leere, schwarze Bühne, rückwärtig von einer bühnenfüllenden halbdurchlässigen Spiegelwand begrenzt.

Ann Petersen in der Partie der Isolde im weißen Gewand mit einer käfigartigen, mit dreieckigen Stoffsegeln bespannten Gitterstruktur um Hals und Schultern – die subjektive Gefangenschaft auf dem Segelschiff andeutend. Ann Petersen arbeitet freiberuflich und ist auf zahlreichen europäischen Bühnen zu Gast. Dabei hat sie sich auf die Werke von Richard Strauss und Richard Wagner spezialisiert.Ihren internationalen Durchbruch hatte sie 2017 mit der Partie der Isolde in Wagners Tristan und Isolde an der Oper in Lyon. Stimmlich ist sie der Rolle der Isolde vollumfänglich gewachsen, wenn auch die Textverständlichkeit ihres Gesangs noch nicht voll ausgeprägt ist. Sie hat in der Monnaie ihr Hausdebut.

Brangäne gesungen von Nora Gubisch – ebenfalls weiß gewandet mit ellenlangen Manschetten und einer an eine Krankenschwester erinnernden Haube. Nora Gubisch (* 1971 in Paris) ist eine französische Mezzosopranistin. Sie ist mit dem Pianisten und Dirigenten Alain Altinoglu verheiratet, der die musikalische Leitung des Abends hat. Bei allem Verständnis für den Wunsch, möglichst viel Zeit mit dem Partnern verbringen wollen: Für Nora Gubisch kommt die Rolle der Brangäne zu früh.

Theatre Royal de la Monnaie - der spektakulaere Besucherraum © Philippe De Gobert

Theatre Royal de la Monnaie – der spektakulaere Besucherraum © Philippe De Gobert

Wir sehen Ed Lyon in der der kleinen, aber gefürchteten (da ohne Musikbegleitung zu singenden) Rolle des jungen Seemanns in Seemannskostüm. Ed Lyon ist ein britischer höhen- und artikulationssicherer Tenor. Lyon ist vor allem für Sänger in Barockopern und Oratorien bekannt. In der Reinheit des Gesangs und der Makellosigkeit der Artikulation ist Lyon fraglos die Stimme des Abends.

An der Decke kaltweiße Stalaktiten, die sich im Verlauf des Aktes teilweise bis zum Bühnenboden herabsenken und die zunehmende Enge und Bedrängnis verdeutlichen.  Ein Bild mit starker Wirkung.

Eine Personenregie gibt es nicht. Die Solisten stehen an der Bühnenrampe und singen frontal ins Publikum.Mit sparsamen, gekünstelten Armbewegungen schreiten die Personen tanzähnlich über die Bühne, meistenteils verharren sie jedoch in manierierten Positionen. Sie nehmen keine Beziehungen zu einander auf, es gibt keinen Blickkontakt. Außer Melots Schwert, das lanzenähnlich wie ein riesengroßer Splitter aussieht, gibt es in der ganzen Aufführung keinerlei Requisiten.

Mit dem Stück vertraute Zuschauer erleben das Mit- und Gegeneinander der bereits genannten Personen mit Tristan, Bryan Register, und Kurwenal, Andrew Foster-Williams. Opernneulinge dürfen kaum eine Chance haben, einen Zugang zu dem Stück zu finden.

Zu statisch – fast konzertant – zeigt die Inszenierung angedeutete avangardistische Tanzelemente, die in keinem Zusammenhang mit der Opernhandlung stehen. Es gibt keinen Liebestrank, es gibt eigentlich gar nichts. Die Aufführung lebt aus der Kraft der lebenden Bilder.

Zum Höhepunkt des ersten Aktes, bei dem nach dem Libretto der Liebestrank gemeinsam getrunken wird, geschieht das Unvorhersehbare: Tristan und Isolde schauen sich in die Augen und ihre Handflächen berühren sich.  Mit so viel hatte man eigentlich schon gar nicht mehr gerechnet!

Bryan Register, geboren in North Carolina, wird als einer der vielversprechendsten Heldentenöre seiner Generation beschrieben und wird für das frische, helle Timbre seiner Stimme und die dramatische Stärke seines Gesangs gerühmt.  In der sehr langen Partie des Tristan haushaltet er gewissenhaft mit seiner Stimmkraft. Wenn er sich dann entschließt, die Partie voll auszusingen, präsentiert er einen makellosen Tristan.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde- hier : A. Foster Williams als Kurwenal, A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay_Segers

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde- hier : A. Foster Williams als Kurwenal, A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay_Segers

Andrew Foster-Williams (* 1973 in Wigan), ist ein englischer Opernsänger (Bassbariton). Er gibt in Brüssel sein Rollendebut als Kurwenal.

Der Chor, der ganz in Schwarz gekleidet hinter der transparenten Spiegelwand positioniert ist, und bei den einzelnen Auftritten durch die Beleuchtung sichtbar wird, wird im Zuschauerraum nur sehr gedämpft erlebbar. Das ändert sich, wenn die Sänger gegen Ende des ersten Aktes in den Proszeniumslogen erscheinen und ihre stimmgewaltige Kraft entfalten. Chorleiter: Martino Faggiani

Der zweite Aufzug ist von Richard Wagner als ein einziges Liebesgedicht über die Nacht, als Gegenpol des äußerlichen Lebens, der Hast und der Lüge, das milde Dunkel der liebenden Seelen, das Vergessen, der Traum und der Tod bis hin zur Bewußtseinsauflösung gestaltet.War der Tag im ersten Akt schwarz, so ist die nun kommende Nacht weiß. Ein großes verästeltes Objekt – Kunst? Wald? – in der Wirkung wie eine riesige weiße Koralle steht im Zentrum der Bühne.

Isolde in ihrem psychedelisch blau/rot gefärbten Gewand und König Marke mit seiner mit Unmengen von Strass besetzten Fantasieuniform führen uns mit ihren Kleidern (Kostüme: Wojciech Dziedzic) die Falschheit der Tageswelt vor Augen.

König Marke: Franz-Josef Selig  (* 1962 in Mayen), ein deutscher Opernsänger, hat sich international als einer der renommiertesten Interpreten großer Basspartien etabliert. Regelmäßig ist er in den Rollen des Gurnemanz, König Marke, Sarastro, Rocco, Osmin, Daland, Fiesco und Fasolt an allen großen Opernhäusern der Welt und bei internationalen Festivals zu erleben.

Noch stärker als im ersten Akt, gelingt es der großartige Lichtregie von John Torres und Kate Bashore, mit Schattenwürfen, Warmlichtpunkten in einer ansonsten mattweißen Welt der doch sehr statischen Inszenierung eine Dynamik und Lebendigkeit zu verleihen, die fasziniert und staunen macht. Die Preghiera „O sink hernieder, Nacht der Liebe…“ wird von Tristan und Isolde nebeneinander kniend gesungen.  Sie steigern sich in einen Zustand völliger Selbstvergessenheit. Wagner zeichnet ein kosmisches Gleichnis der Todestrunkenheit.

Ein äußerst gelungener Coup der Regie: In die Äste des Korallenobjektes befanden sich unbekleidete, vollständig weiß geschminkte, und dadurch für das Auge des Betrachters nicht vom Zentralobjekt zu unterscheidende Tänzer des Ballettes, die sich von der Struktur lösen und das Objekt und den Bühnenraum mit Leben erfüllen.

Choreografie: Fernando Melo; ein großartiger Effekt! Erneut kommt es zu einem wechselseitigen Blick und einer Berührung der Handflächen der beiden Liebenden. Ein Schrei Brangänes, der Verräter Melot und König Marke treten auf, die Liebenden sind entdeckt.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay Segers

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay Segers

Melot / Ein Steuermann: Wiard Witholt, holländischer Bariton, 40, ist zur Zeit in Augsburg engagiert. Er war 2017 bereits in Madama Butterfly in Brüssel zu erleben.

Die Solisten stehen statuarisch auf der Bühne. Keine Verabschiedung, kein Kuss, keine Verwundung. Melot hält reglos den Schwertsplitter über den Kopf; die eingeweihten Zuschauer verstehen. Im dritten Akt – es ist wieder Tag – schauen wir erneut auf eine schwarze, leere Bühne. In der bühnenfüllenden Hinterwand sind zahllose Löcher eingelassen, die bei der zusätzlich noch mit faszinierenden Reflexionen arbeitenden Lichtregie noch schwärzer erscheinen.  Vereinzelt werden diese Löcher jedoch rückwärtig beleuchtet, wodurch ein wunderbarer sternenhimmelartiger Effekt entsteht.

Tristan, im blutroten Gwand mit vergoldetem Gesicht und Händen, scheint bereits nicht mehr Teil dieser Welt zu sein. Transparente Röhren schieben sich durch die Löcher der Rückwand nach vorne und erzeugen ein lebendiges Schattenspiel von ungeheurer visueller Ästhetik.  Tristan kniet in der Bühnenmitte, während der Hirt in seinem Kunstgewand unentwegt über die Bühne schreitet. Über erneut auftretende Tänzer – gekleidet und geschminkt wie Tristan – entsteht auf der Bühne Bewegung.

Tristan und Isolde – ALAIN ALTINOGLU erklärt die Komposition
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Musikalische Leitung: ALAIN ALTINOGLU (* 1975 in Paris) ist ein französischer Dirigent armenischer Abstammung. Er ist an großen Opernhäusern weltweit zu Gast.  Altinoglu dirigierte erstmals 2011 als Gast am Opernhaus La Monnaie. Seit Januar 2016 ist er Chefdirigent des Hauses. Im Jahr 2015 dirigierte er bei den Bayreuther Festspielen LOHENGRIN. Alain Altinoglu, das Brüsseler Opernhaus La Monnaie und Richard Wagner – eine äußerst geglückte Kombination bei der Inszenierung von Lohengrin 2018. La Monnaie habe „seinen Messias gefunden“, schrieb Christian Merlin daraufhin in Le Figaro über den Dirigenten. Altinoglu, vom Brüsseler Publikum heiß geliebt, wird zu Beginn jeden Aktes bei seinem Erscheinen mit tosendem Applaus und wilden Ovationen gefeiert.  Etwas Derartiges habe ich bisher noch nirgendwo erlebt.

Die musikalische Handlung nimmt ihren Lauf und endet mit einem musikalisch ergreifenden Liebestod Isoldes. Dem Dirigenten gelang in dieser Aufführung die heikle Aufgabe, in der Abmischung zwischen dem groß besetzten romantischen Orchesters und Bühne die optimale Balance herzustellen. Antinoglu atmete mit den Sängern, und war um höchstmögliche Orchestertransparenz bemüht.

Langanhaltender Applaus im ausverkauften Haus; Ovationen für die Solisten und das Produktionsteam; regelrechte Emotionsausbrüche für den Dirigenten und das Orchester

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : Bryan Register als Tristan © Van Rompay

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : Bryan Register als Tristan © Van Rompay

Inszenierung: Ralf Pleger (* 1967 in Rathenow) ist ein deutscher Filmemacher und Regisseur. Er war als Dramaturg bei zahlreichen internationalen Opernproduktionen beteiligt. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit als Filmemacher bilden Musikfilme und Künstlerporträts. In Filmen wie z.B. Wagnerwahn kombiniert Pleger klassische Musikthemen mit unorthodoxen Erzählweisen. Ein Merkmal seiner Werke ist der Einsatz genreübergreifender Stilmittel. Plegers Kino-Dokumentarfilm The Florence Foster Jenkins Story mit Joyce DiDonato in der Titelrolle ist im November 2016 erschienen.

Bühne: Alexander Polzin (* 1973 in Berlin) ist ein Berliner Bildhauer, Maler, Graphiker, Kostüm- und Bühnenbildner. Polzin arbeitet regelmäßig als Bühnenbildner für Oper, Tanz und Schauspiel. So richtete er beispielsweise 2013 Richard Wagners Parsifal bei den Salzburger Osterfestspielen ein (Regie: Michael Schulz – musikalische Leitung: Christian Thielemann).

Lichtregie: John Torres und Kate Bashore.  John Torres, ein in New York ansässiger Lichtdesigner entwickelt Designs für Tanz, Theater, Musik, Mode und Druck. In Zusammenarbeit mit Robert Wilson wurden unter anderem Einstein on the Beach (2013-2015 World Tour) und Cheek to Cheek Live produziert. Mit Tony Bennett und Lady Gaga „La Traviata“ (Landestheater Linz). Kate Bashore ist eine Lichtdesignerin für Theater und Tanz, deren Entwürfe in New York und regional in den USA präsentiert wurden.


Théatre Royal de la Monnaie – Es stellt sich vor
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Théâtre Royal de la Monnaie De Koninklijke Muntschouwburg

Das Théâtre Royal de la Monnaie oder kurz La Monnaie (im Französischen) bzw. De Koninklijke Muntschouwburg, kurz De Munt (im Niederländischen; deutsch etwa „Königliches Theater an der Münze“), ist das königliche Brüsseler Opernhaus.

Das erste Theatergebäude an diesem Ort wurde um 1700 an Stelle einer vormaligen Münzprägestätte errichtet, die wie große Teile Brüssels dem französischen Bombardement zum Opfer gefallen war.  Das Théâtre de la Monnaie hatte im 18. Jahrhundert den Ruf, einer der schönsten Theaterbauten Europas zu sein. Achtzig Jahre später wurden mehrere Pläne erstellt, das Opernhaus zu erweitern und zu renovieren. Doch erst 1818 ließ die Stadt Brüssel ein vollkommen neues Theater hinter dem alten Gebäude errichten. Das heutige Opernhaus stammt aus den Jahren 1855/56, das den 1819 eingeweihten Vorgängerbau ersetzte, der im Januar 1855 einem Theaterbrand zum Opfer gefallen war. Das Monnaie-Theater ist heute eines der renommiertesten Opernhäuser Europas. Musikalischer Leiter der Monnaie ist der japanische Dirigent Kazushi Ono.

Belgische Geschichte wurde in der Monnaie geschrieben, als am 25. August 1830, anlässlich des 59. Geburtstages von König Wilhelm I. der Niederlande die Oper La muette de Portici von Auber gegeben wurde.

Bereits durch das Duett „Amour sacré de la patrie“ („Heilige Liebe zum Vaterland“) angeheizt, geriet nach der Arie des Masaniello, der im dritten Akt mit einer Axt in der Hand sang: Laufet zur Rache! Die Waffen, das Feuer! Auf daß unsere Wachsamkeit unserem Leid ein Ende bereite! das Publikum außer Kontrolle. Es erhob sich und rief „Aux armes! Aux armes!“ („Zu den Waffen!“).  Dies gilt als der Auslöser zur Belgischen Revolution, die zur Unabhängigkeit des Landes von den Niederlanden führte.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Monnaie zudem zu einem Zentrum des Wagnérisme, nachdem die Aufführung der Werke Richard Wagners in Paris auf größere Probleme gestoßen waren. Eine umfangreiche Renovierung und Modernisierung fand 1985 statt. Die ursprünglichen Originalfarben kommen jetzt wieder zur Geltung.

Tristan und Isolde am Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel, weitere Termine: 02.05., 04.05., 07.05., 08.05., 10.05., 12.05 (15:00), 14.05., 16.05., 17.05., 19.05.2019 (15:00)

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