Münster, Theater Münster, Spielzeit 2019/20 – Über 200.000 Besucher, IOCO Aktuell, 31.08.2019

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 Theater Münster – Spielplan 2019/20 – Erste Premiere 14.9.2019

– Verzicht auf den „unverzichtbaren Mozart“ –

von Hanns Butterhof

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Manchmal sind Saisoneröffnungen am Theater mehr als muntere Wiedersehensfeiern der alten und Vorstellung der neuen Mitarbeiter nach der Spielpause. Diesmal überraschte der Generalintendant des Theaters Münster, Dr. Urich Peters, mit zwei Neuigkeiten: Die erwartbare galt der Besucherzahl der vergangenen Saison, die mit 202.000 die Zweihunderttausender-Marke überschritten hat. Die unerwartete betraf seine eigene berufliche Zukunft: die Spielzeit 2021-22 wird seine letzte als Intendant am Theater Münster sein. Ende 2022 gibt Dr. Peters sein Amt in Münster auf.

Ein Maskenball – Erste Premiere am 14. September 2019

Das hatte sich auf der Jahrespressekonferenz noch nicht so abgezeichnet. Da  hatte sich  Dr. Ulrich Peters beim Rückblick auf die vergangene Spielzeit leicht untertrieben „ganz zufrieden“ mit der Auslastung gezeigt. Etwas überraschend hatte er dann eine Lanze für die Operette gebrochen und gefordert, das ernst zu nehmen, was in ihr steckt, statt sie zu verblödeln – leider keine offene Tür, die er damit einrennt. Der nächste Probierstein wird die Eduard Künneke-Operette Der Vetter aus Dingsda sein, die Peters selber inszenieren wird.

 Theater Münster / Begrüßung der neuen KollegInnen am Theater Münster mit Dr Peters © Oliver Berg

Theater Münster / Begrüßung der neuen KollegInnen am Theater Münster mit Dr Peters © Oliver Berg

Ohne besonderes themenbezogenes Motto und auch ohne den in der letzten Spielzeit „unverzichtbaren Mozart“ stützt sich das Musiktheater ganz überwiegend und mutig auf das 20. Jahrhundert. Eine Ausnahme macht der Spielzeitauftakt mit Un Ballo in Maschera von Giuseppe Verdi. Dem folgt die Musikalische Posse Yolimba oder Die Grenzen der Magie von Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer, von Peters angekündigt als „Familienstück, auch wenn darin ca. 80 Leute erschossen werden“. Das Musical im Programm wird Anatevka von Joseph Stein u.a. sein, gefolgt von der Oper des Minimalisten Philip Glass nach der Erzählung von Edgar Allan Poe  Der Untergang des Hauses Usher, die umfänglich Spannung verspricht. Mit dem Zweiakter Death in Venice von Benjamin Britten schließt das Programm des Musiktheaters, das insgesamt großes Vertrauen in die Treue des Publikums verrät.

Das Programm des Schauspiels hat Schauspieldirektor Frank Behnke zusätzlich zur Arbeit mit den Klassikern in Richtung Aktualität mit Uraufführungen und Auftragsarbeiten geöffnet, die einen deutlichen Deutschland-Schwerpunkt aufweisen. Dafür stehen die Uraufführung der Komödie Bonn ist eine Stadt am Meer von Svenja Viola Bungarten oder die „BRD-Trilogie“. In ihr soll anhand dreier Filme von Rainer Werner Fassbinder – Die Ehen der Maria Braun, Die Sehnsucht der Veronika Voss und Lola – in einem mehrstündigen Theatermarathon so etwas wie Archäologie der frühen BRD betrieben werden. Gefragt wird nach Chancen, die es damals gab, und ob sie vielleicht vertan wurden. Später widmet sich dann das Auftrags-Stück 89/90 nach dem Roman von Peter Richter noch den Wende-Jahren, und die Vaterlandsverräter-Uraufführung von  Martin Heckmanns will gleich die  ganze Geschichte der BRD erzählen; es dürfte spannend werden, was sich aus diesen verschiedenen Geschichts-Segmenten und Perspektiven ergibt.

 Theater Münster / Das Leitungsteam_ vl Dr. Ulrich Peters, Intendant, Susanne Ablaß, Hans Henning Paar, Rita Feldmann, Frank Behnke, Golo Berg, Frank Röpke © Hanns Butterhof

Theater Münster / Das Leitungsteam _  Dr. Ulrich Peters, Susanne Ablaß, Hans Henning Paar, Rita Feldmann, Frank Behnke, Golo Berg, Frank Röpke © Hanns Butterhof

Die Klassiker befassen sich dann speziell mit gesellschaftlichen Widersprüchen und Spaltungen, die Der gute Mensch von Sezuan in dem Parabelstück von Bertold Brecht zur Musik von Paul Dessau unmittelbar in sich austrägt. Ein politisches Laboratorium versprechen auch William Shakespeares Drama Maß für Maß, Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg und  Gerhard Hauptmanns  Vor Sonnenaufgang, das in einer von Ewald Palmetshofer überschriebenen Fassung den Schlusspunkt des engagierten Programms setzt.

Im Tanztheater gibt es traditionell pro Spielzeit die Produktion eines Gast-Choreographen. Thomas Noone wird Medea auf die Bühne bringen, den klassischen Mythos einer gescheiterten Integration. Tanz-Chef Hans Henning Paar wird sich in der Uraufführung Der himmlische Spiegel von Hieronymus Boschs Triptychon Der Garten der Lüste inspirieren lassen. Mit Musik von Erik Satie wird er schließlich dafür sorgen, dass auch Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupérie das Tanzen lernt.

Flashmob des Sinfonie-Orchester Münster mit Beethoven
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Das von Generalmusikdirektor  Golo Berg konzipierte Konzert-Programm trägt zwei Jubiläen Rechnung. Zum einen jährt sich zum hundertsten Mal die Gründung von Münsters Sinfonie-Orchester, der Musikschule und Musikhochschule. Wie auch in der laufenden Spielzeit sollen daher Werke von Komponisten aus Münster zum Klingen gebracht werden wie Bernhard Rombergs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 9 h-Moll im 1. oder Moondogs „Suite aus „Stamping Ground, Symphonique 3 und Bird’s Lament“ im 2. von insgesamt 10 Sinfoniekonzerten. Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens kommt der große Bonner fast in jedem Konzert zum Zuge, mit der Sinfonie Nr. 7 A-Dur im 4., dem Konzert für Klavier und Orchester Nr.4 G-Dur im 5.  oder der Ballettmusik Die Geschöpfe den Prometheus, die  heute kaum mehr vertanzt wird, im 7. Sinfoniekonzert. Dazu finden sich Werke, die sich mit Beethoven  auseinandersetzen wie die Fantasia On An Ostinato von John Corigliano, ein anspruchsvolles Programm, das die ganze Aufmerksamkeit des Publikums fordert und verdient.

Frank Röpke vom Jungen Theater stellt 8 Produktionen vor. Von Nass für Kinder ab 2 Jahren spannt sich das Programm bis Effi Briest nach Theodor Fontane für Jugendliche und Erwachsene. Musik spielt eine große Rolle, nicht erst mit Martin Zels‘ Kammeroper Die große Wörterfabrik oder mit Leben ohne Chris. Das Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund ist ein ambitioniertes Kooperationsprojekt von TheaterJugendOrchester, Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, der Westfälischen Schule für Musik und dem Sinfonieorchester Münster. Kinder und alle Junggebliebenen können sich freuen.

Die vielversprechende Spielzeit 2019 am Theater Münster beginnt am 14.September.

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—

Schwerin Schlossfestspiele, Anatevka – Musical von Jerry Bock, 21.06.2019

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater / Schlossfestspiele Schwerin - Anatevka © LANDSIEDEL | MÜLLER | FLAGMEYER, iStock, Shutterstock

Mecklenburgisches Staatstheater / Schlossfestspiele Schwerin – Anatevka © LANDSIEDEL | MÜLLER | FLAGMEYER, iStock, Shutterstock

 Anatevka  –  Musical von Jerry Bock

  nach Geschichten von Sholem Alejchem

 Schlossfestspiele Schwerin 2019 –  21. Juni 2019 –  Alter Garten in Schwerin

Schlossfestspiele Schwerin 2019
youtube Trailer des Mecklenburgischen Staatstheaters
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Anatevka – ein fiktives Dorf zwischen jüdischen Traditionen und einer ungewissen Zukunft. Hier leben seit langer Zeit polnische Juden in unmittelbarer Nachbarschaft zu russisch-orthodoxen Christen und versuchen ihren einfachen Alltag zu meistern. So auch der verschmitzte und lebenskluge Milchmann Tevje, der dann und wann von einem kleinen Vermögen träumt („Wenn ich einmal reich wär‘„). Für seine heiratsfähigen Töchter versucht er einen passenden Ehemann zu finden, jedoch haben diese ihre ganz eigenen Vorstellungen von ihrem Zukünftigen und wirbeln so alles kräftig durcheinander.

 Premiere am 21.06.2019 20 Uhr auf dem Alten Garten

Anatevka   –  Musical in zwei Akten, basierend auf den Geschichten von Sholem Alejchem mit ausdrücklicher Genehmigung von Arnold Perl,  Buch von Joseph Stein, Musik von Jerry Bock, Gesangstexte von Sheldon Harnick, Deutsch von Rolf Merz und Gerhard Hagen

Musikalische Leitung  Michael Ellis Ingram, Inszenierung Toni Burkhardt, Bühnenbild Wolfgang Kurima Rauschning, Kostüme Udo Herbster, Choreinstudierung Friedemann Braun, Choreographie Adriana Mortelliti, Dramaturgie Peter Larsen

Mit:  Tevje, Milchmann Ansgar Schäfer / Gustav Peter Wöhler, Golde, dessen Frau Bettina Weichert, Zeitel, deren Tochter Irene Eggerstorfer / Barbara Felsenstein, Hodel, deren Tochter Katrin Hübner / Rebekka Reister, Chava, deren Tochter Katharina Boschmann / Nedime Ostheimer, Shprintze, deren Tochter Maialen Lesaka Braun / Sophie Schiller /
Stella Helene Thebud, Bielke, deren Tochter Leni Margareta Brauns / Anna Fräßdorf / Letizia, Zoe Löser, Jente, Heiratsvermittlerin Brigitte Peters, Mottel Kamzoil, Schneider Paul Kroeger / Gero Wendorff, Perchik, Student Philipp Lang / Cornelius Lewenberg, Lazar Wolf, Metzger Ansgar Schäfer / Matthias Unruh, Motschach, Gastwirt Olaf Meißner / André Schmidtke, Rabbi Agim Kasumi / Martin Scheil, Mendel, dessen Sohn Daniel Wernecke, Awram, Buchhändler Michael Meiske / Franz Sieveke, Nachum, Bettler Sylvio Kähler / André Schmidtke, Oma Zeitel Anne Ruth Kiefer / Undine Labahn, Schandel Kathrin Voß, Fruma Sara Itziar Lesaka, Wachtmeister Gottfried Richter / Matthias Unruh
Fedja Denis Edelmann / Stef van Gelder, Sascha Denis Edelmann / Christopher Wernecke, Erster Russe Daniel Wernecke, Zweiter Russe Christopher Wernecke, Erster Mann Wieland Beer, Zweiter Mann Reinhard Strey, Der Fiedler auf dem Dach Tommaso Bucciero / Alyosa Forlini

Opernchor / Ballettensemble / Extra-Chor / Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters / Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Spielplan September 2012

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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Spielplan Musik September 2012

07 Fr
Queen Klassical
Konzert Orchester trifft Rock
19.30 Uhr
ausverkauft
Großes Haus

08 Sa
Queen Klassical
Konzert Orchester trifft Rock
20.00 Uhr
Kartentel.: 0381-4917922
Scandlines Arena, Rostock

09 So
Abschlusskonzert des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert
11.30 Uhr
Großes Haus

Das Traumfresserchen
Musiktheater Oper für Kinder von Wilfried Hiller
15.00 Uhr
Wiederaufnahme
E-Werk

12 Mi
Klavierabend mit Justus Frantz
„Mozarts Reise nach Paris – sein Weg in die Unabhängigkeit“
19.30 Uhr
Konzertfoyer

16 So
Madama Butterfly
Musiktheater Oper von Giacomo Puccini
18.00 Uhr
Wiederaufnahme
Großes Haus

25 Di
Eröffnungskonzert im Rahmen des Festivals „Verfemte Musik
Gastspiel mit Werken von Gál, Hartmann und Brahms
20.00 Uhr
Großes Haus

27 Do
„Continental Britains“
Klavierabend und Gespräch
Gastspiel im Rahmen des Festivals Verfemte Musik
20.00 Uhr
Konzertfoyer

28 Fr
Anatevka
Musiktheater Musical von Joseph Stein, Jerry Bock, Sheldon Harnick
19.30 Uhr
Wiederaufnahme
Großes Haus

29 Sa
Operngala
Zum Spielzeitbeginn
unter der Leitung von GMD Daniel Huppert
19.30 Uhr
Großes Haus

30 So
Chormatinée: 25 Jahre Städtepartnerschaft
Gastspiel im Rahmen des Festivals Verfemte Musik
Konzerteinführung um 10 Uhr im Flotowzimmer
11.00 Uhr
Konzertfoyer

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere ANATEVKA, 17.03.2012

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Staatstheater Cottbus

Musical “Anatevka” hat als Mehrspartenprojekt Premiere

Staatstheater Cottbus / Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Kai Börner (Fedja), Heidrun Bartholomäus (Golde), Debra Stanley (Zeitel), Laura Maria Hänsel (Chava), KS Jürgen Trekel (Tevje) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Kai Börner (Fedja), Heidrun Bartholomäus (Golde), Debra Stanley (Zeitel), Laura Maria Hänsel (Chava), KS Jürgen Trekel (Tevje) © Marlies Kross

Am Samstag, 17. März 2012, 19.30 Uhr, hat im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus das Musical „Anatevka“ (Fiddler On The Roof) Premiere. Giorgio Madia, den Cottbusern  bekannt durch seine erfolgreichen Tanzstücke „Chopin imaginaire“ und „Harlekin“, inszeniert und choreographiert das Stück nach dem Buch von Joseph Stein mit der Musik von Jerry Bock und den Gesangstexten von Sheldon Harnick. Die musikalische Leitung hat Marc Niemann. Die Bühne gestaltete Cordelia Matthes, die Kostüme entwarf Nicole Lorenz.

Staatstheater Cottbus / Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Lisa Grunwald (Sprintze), Marlene Lichtenberg (Hodel), Heidrun Bartholomäus (Golde) und Debra Stanley (Zeitel) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Lisa Grunwald (Sprintze), Marlene Lichtenberg (Hodel), Heidrun Bartholomäus (Golde) und Debra Stanley (Zeitel) © Marlies Kross

Mitwirkende des Mehrsparten-projektes sind u. a. KS Jürgen Trekel (Tevje), Heidrun Bartholomäus (Golde), Debra Stanley (Zeitel), Marlene Lichtenberg (Hodel), Laura Maria Hänsel (Chava), Carola Fischer (Jente), Hardy Brachmann (Mottel), Roland Schroll (Perchik),  Michael Becker (Lazar Wolf), Kai Börner (Fedja) und Florian Mayer (Fiedler) sowie Damen und Herren des Opernchores, des Extrachores, des Balletts und Mitglieder des Kinder- und Jugendchores. Es spielt das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus.

Im jüdischen Viertel (Schtetl) des russischen Ortes Anatevka leben unter der Herrschaft des Zaren Anfang des 20. Jahrhunderts der Milchmann Tevje, seine Frau Golde und fünf Töchter, von denen drei im heiratsfähigen Alter sind. Entgegen der Tradition möchten die drei ältesten ihren Ehemann selbst suchen. Tevje fällt es nicht leicht, das zu akzeptieren, doch willigt er letztlich in zwei der Hochzeiten ein. Als die jüngste Tochter jedoch einen Russen heiraten möchte, verweigert er seine Zustimmung. So bricht die Familie bereits auseinander, ehe die Juden insgesamt von russischen Soldaten aus Anatevka vertrieben und in alle Winde zerstreut werden.

Die spannende Mischung aus Tradition und Neuanfang, Existenzkampf und Lebenslust, jiddischem Humor und anrührender Tragik hat diesem Klassiker des Repertoires zu einem Kultstatus verholfen.

Die Inszenierung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Sparkasse Spree-Neiße, langjähriger Freund und Förderer des Staatstheaters Cottbus.

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—