Hamburg, Staatsoper Hamburg, Szenen aus Goethes Faust – Robert Schumann, IOCO Kritik, 28.10.2018

Oktober 30, 2018 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Szenen aus Goethes Faust  –  Robert Schumann

Regie Achim Freyer  – „Wanderer über dem Nebelmeer“

Von Patrik Klein

Dem Hamburger Publikum ist der Berliner Künstler Achim Freyer wohl bekannt u.a. durch eine Inszenierung der Zauberflöte 1982, die erst im vorletzten Jahr abgelöst wurde und einer Produktion des Parsifal im Herbst 2017. Am Sonntag den 28.10.2018 hatte seine Sichtweise zu Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann an der Staatsoper Hamburg Premiere.

Im Zentrum seiner Interpretation steht das Gemälde von Caspar David Friedrich Wanderer über dem Nebelmeer. Dieses Kunstwerk, in der Kunsthalle Hamburg beheimatet, steht mittig auf der Bühne, ohne den Kopf des Wanderers, lässt die Kernpersonen des Stückes wechselnd die Betrachtungsskala ausloten und die Perspektive wechseln. Es verleitet zudem den Betrachter die Schrecklichkeiten und Herausforderungen dieser Welt von einem distanzierten Standpunkt aus mit viel Fantasie zu bewerten. Einen Ausweg sieht Achim Freyer mit visionärer Kraft in mehr Menschlichkeit und einer allumfassenden, heiligen Liebe.

 Szenen aus Goethes Faust  –  Robert Schumann
Youtube Trailer der Staatsoper Hamburg
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Die Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann (8.6.1810 Zwickau – 29.7.1856 Endenich bei Bonn) sind ein umfangreiches, dreiteiliges Werk für Solostimmen, Chor und Orchester mit langwieriger Entstehungsgeschichte, das erst nach dem Tod des Komponisten vollständig zur Uraufführung kam.

Robert Schumanns Faust-Szenen markieren den Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens, gelten aber wegen ihrer enormen Ansprüche an Chor, Orchester und Solistenbesetzung als fast unspielbar – und sind entsprechend selten auf der Bühne zu erleben. Eingeleitet durch eine musikalisch gestenreiche, „faustische“ Ouvertüre verknüpft Schumann hier Szenen aus beiden Teilen der Tragödie zu einem Werkganzen – ein Oeuvre zwischen Oratorium und Oper.

Die Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann haben eine langwierige Entstehungsgeschichte. Gedanklich spätestens seit 1837 mit dem Goetheschen Fauststoff beschäftigt, exzerpierte Schumann im Februar 1844 in Dorpat auf einer Konzertreise mit seiner Frau Clara ihm passend scheinende Teile aus dem zweiten Teil, dessen Schlussszene ihn besonders ansprach, und skizzierte erstes musikalisches Material. 1845 äußerte er brieflich gegenüber Felix Mendelssohn Bartholdy jedoch Unsicherheit, die Komposition zu vollenden und überhaupt je zu veröffentlichen.

Gemälde - Der Wanderer über dem Nebelmeer - Caspar David Friedrich

Gemälde – Der Wanderer über dem Nebelmeer – Caspar David Friedrich

Am 25. Juni 1848 erklang im Dresdener Coselpalais vor geladenen Gästen diese zuerst komponierte, spätere 3. Abteilung mit dem Orchester der Königlichen Hofkapelle und dem Chorgesangsverein unter Schumanns Leitung. Trotz erfolgreicher Aufnahme durch die Zuhörer war er mit dem Schlusschor unzufrieden. Anlässlich Goethes 100. Geburtstag kam die 3. Abteilung mit nunmehr umgearbeitetem Schlusschor am 29. August 1849 in drei parallel veranstalteten Konzerten erneut zur Aufführung: In Dresden unter Leitung Schumanns, in Leipzig mit dem Dirigenten Julius Rietz und in Weimar durch Franz Liszt.

Schumann hatte unterdessen Mitte Juli 1849 mit der Komposition weiterer Szenen der späteren 1. und 2. Abteilung begonnen, noch ohne klare Vorstellungen über den endgültigen Gesamtplan zu haben. Franz Liszt empfahl ihm im September 1849, dem Werk eine Ouvertüre voranzustellen. Schumann arbeitete aber zunächst an den Vokalteilen weiter, so im Frühjahr 1850 noch in Dresden, um dann in Düsseldorf, wohin er mittlerweile übersiedelt war, gemeinsam mit seiner Frau einen Klavierauszug zu erstellen. Im August 1853 erfolgte schließlich auch die Komposition der Ouvertüre, die er seiner Frau zum Geburtstag am 13. September 1853 überreichte.

Wegen Schumanns Rücktritt als Musikdirektor in Düsseldorf Ende 1853 und dem wenige Monate später folgenden Zusammenbruch, der zur Einweisung in die Nervenheilanstalt Endenich führte, kam es zu Schumanns Lebzeiten nicht mehr zu einer Komplettaufführung. Diese erfolgte einschließlich Ouvertüre am 14. Januar 1862 im Kölner Gürzenich-Saal unter dem Dirigat von Ferdinand Hiller. Bereits zuvor gab es allerdings eine Privataufführung im Haus der Sängerin Livia Frege in Leipzig am 30. Januar 1859 mit Johannes Brahms am Klavier.

Schumanns Szenen aus Goethes Faust führten im Konzertbetrieb lange ein Schattendasein, bevor ab den 1970er-Jahren mehrere Einspielungen erfolgten, so unter Benjamin Britten, Pierre Boulez, Bernhard Klee, Claudio Abbado und Philippe Herreweghe. Im Dezember 2017 wurde die für viele Jahre wegen Renovierung geschlossene Berliner Staatsoper Unter den Linden mit diesem Werk wiedereröffnet. Jürgen Flimm führte hier Regie.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Faust mit Maske und Wanderstock, Christian Gerhaher als Faust © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Faust mit Maske und Wanderstock, Christian Gerhaher als Faust © Monika Rittershaus

 Der Orchestergraben ist überbaut, die Solisten, das Orchester und die Chöre stehen hinter einem Gazevorhang bis tief in die Hinterbühne. Die zuletzt fertiggestellte Ouvertüre Schumanns verzichtet auf eine enge thematische Anbindung an die folgenden Vokalteile des Stückes, welches neben dieser in drei Abteilungen mit insgesamt 13 Musiknummern unterteilt ist. Ganz sanft fließt die Musik und der Betrachter kann in Ruhe das Treiben auf der ovalen Vorbühne anschauen. Caspar David Friedrichs Kunstwerk Der Wanderer im Nebelmeer wird zum zentralen Ausstattungselement. Das Bild ohne Kopf steht mittig auf der Bühne und verdeckt den dahinter positionierten Dirigenten. Vor dem Gazevorhang sind große Rechtecke über der Bühne positioniert, die in wechselnden grellen Farben wie im Himmel schwebend beleuchtet werden. Dunkle, gesichtslose Gestalten bewegen sich in Zeitlupe und wie bei einer „Robert Wilson Inszenierung“ von einer Bühnenseite zur anderen, trinken Kaffee, kleben Streifen auf den Boden oder tragen eine kopflose Schaufensterpuppe herein. Faust erscheint mit riesiger, grotesk wirkender Maske zwischen Tod und Fratze. Mit  Wanderstock schlurft er scheinbar gebrechlich über die Bühne und legt seine Maske ab. Dann kann er plötzlich normal gehen, erscheint freudig mit blauer Blume in der Hand, als seine Maske von den dunklen Gestalten weggetragen wird. Hereingebracht werden weitere Gegenstände wie ein Modell einer Kirche, ein Kreisel, ein weißer Zylinderhut und ein Akkordeon. Faust steigt hinter das Bild des Wanderers  und nimmt damit den Gesichtskreis dieses Kunstwerkes ein. Mittlerweile ist das Vorspiel bewegter und farbiger geworden. Die Wette scheint musikalisch zum Greifen nah. Kent Nagano dirigiert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg an diesem Abend mit sicherer Hand und großem Engagement. Es gelingt ihm vorzüglich, eine spannungsgeladene musikalische Ausgewogenheit zwischen Orchester, den vielen Solisten und den beiden Chören herbeizuführen.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Christian Gerhaher, Chor und Orchester der Staatsoper © Foto Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Christian Gerhaher, Chor und Orchester der Staatsoper © Foto Monika Rittershaus

 Die 1. Abteilung ist ganz der Gestalt Gretchens gewidmet, beginnend mit der Szene im Garten als Walzer-artiges Duett, bis Mephistopheles und Marthe dazwischentreten. Gretchen steht an der Rampe mit Blumenkrone im Haar und rosafarbener Handtasche.  „Du kanntest mich, o kleiner Engel“. Faust dreht sich zu Gretchen. Das Mädchen zupft Blütenblätter einer Sternblume ab, um zu erfahren, ob Faust sie wirklich liebt. Mephistopheles erscheint hinter dem Gazevorhang rot angestrahlt mit Blick ins Publikum. Eine Wippe mit zwei Zwergen mit Zipfelmützen wird hereingebracht. Portraits der singenden Figuren sind auf den Gazevorhang projiziert. Faust ist von Gretchens Anmut entzückt, nimmt sie bei der Hand und führt sie zu den höchsten Wonnen der Liebe. Christina Gansch, die in Hamburg bereits viele Rollen verkörpert hat, singt das Gretchen mit feiner Diktion und großer Hingabe. Ihr klarer und leicht dunkel gefärbter Sopran strahlt mit viel Präzision und berührendem Glanz.

Der den Mephistopheles darstellende Bass Franz-Josef Selig ist erst vor einigen Tagen für den erkrankten Liang Li eingesprungen und hat bei den Endproben sofort Fahrt aufgenommen. Mit seinem abgrundtiefen Bass liefert er mit gewohnter bravoröser Stimmführung und nuancenreicher Artikulation einen Teufel, der einem Angst und Bange werden lässt.

Der folgende Teil, Gretchens Gebet vor der Mater dolorosa (schmerzensreiche Mutter), gipfelt im dramatischen Ausbruch auf die Worte „Hilf, rette mich vor Schmach und Tod“. „Ach neige, du Schmerzenreiche“ . Ein riesiger Strahlenkranz leuchtet über der kompletten Bühne. Statt Faust stehen mittlerweile beleuchtete Teufelshörner auf Wanderers Schopfe. Gegenstände werden in Zeitlupe bewegt. Gretchens Portrait wird hundertfach auf den Gazevorhang projiziert. In tiefster Verzweiflung betet Gretchen zur Mutter Gottes und bittet  sie um Vergebung. Sie ist entehrt, der Morgen bringt Schande.

Blutrote Farben auf der Bühne mit giftgrün angestrahltem Mephistopheles läuten die Szene im Dom ein. Der Wanderer ist wieder kopflos. „Wie anders, Gretchen, war dir’s“ . Gretchen steht allein in der Kathedrale unter der Menge, vom bösen Geist umlauert. Mutter und Bruder sind tot, das ungeborene Kind bewegt sich. Faust verzweifelt auf der Bühne. Während das Volk „Dies irae“ singt, schreit die Seelenpein aus dem verzweifelten Mädchen, das der Böse an ihre Sünden erinnert. Gretchen stürzt ohnmächtig zu Boden. Die Musik besitzt hier besonders dramatisch-theatralischen Charakter, unterstrichen durch den das „Dies irae“ intonierenden bestens disponierten Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) und den Ausklang im vollem, orgelartigen Orchestersatz.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Norbert Ernst, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Norbert Ernst, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Monika Rittershaus

 Christian Gerhaher ist eine Klasse für sich an diesem Abend. Alle Facetten seiner Kunst, alle Verläufe, Verzahnungen, Phrasierungen und klugen Pianos sind tatsächlich hör- und fühlbar. Seine besonders ausgeprägte Kunst in den oberen Bereichen seines Stimmumfanges gerät samtig und cremig, wohltuend und berührend. Mit feinster Stimmführung, meisterlicher Textverständlichkeit bis auf die kleinste Silbe und berührenden Crescendos gestaltet er die anspruchsvolle Partie des Faust.  Man genießt förmlich die glückliche Verbindung von stimmlich eingesetztem Handwerk und dessen Wirkung.

Die 2. Abteilung rückt die Gestalt Fausts ins Zentrum. Ariel erscheint im Sonnenaufgang. Ariel alias Norbert Ernst steht direkt hinter dem Gazevorhang mit einem regenbogenfarbenen Fächer, die Bühne ist weitgehend in die Farbe Grün getaucht. Der Wanderer erscheint kopflos und Faust tanzt verklärt mit der Schaufensterpuppe. Ein blaues Cello wird hereingetragen, Sterne glitzern und ein regenbogenfarbener Schirm erscheint. Norbert Ernst ist als Interpret, insbesondere von Opernpartien Richard Wagners und Richard Strauss, weltweit gefragt. Der gebürtige Wiener singt die Partie des Ariel mit prägnanter heldischer Stimme, seine engelsgleiche Handlungsweise stets unterstreichend.

Faust liegt im Halbschlaf auf einer Blumenwiese, Gretchen hat er zum letzten Mal vor einiger Zeit im Gefängnis gesehen. Ariel bittet die Elfen, Fausts schwere Träume von ihm zu nehmen und ein gutes Gewissen zurückzugeben. Es wird Morgen, Elfen und Ariel verschwinden. Faust erwacht als Betrachter hinter der Fassade des Wanderers. Alle Gegenstände werden angehoben und der komplette Gazevorhang erleuchtet in Regenbogenfarben.

Der heiter-lebensbejahende Anfang der nächsten Szene schlägt in der folgenden Mitternacht in düstere Klänge um. Ein Metronom tickt unaufhörlich. Unheimlich ziehen dunkle Wolken auf. „Ich heiße der Mangel“.  Mangel, Schuld und Not sind hinter dem Gazevorhang positioniert während Sorge (Narea Son) als schwarzer Engel mit Totenmaske im Dialog mit Faust auf der Vorderbühne singt. Die im Ensemble der Staatsoper Hamburg singende Südkoreanerin ist beim Publikum besonders beliebt mit Rollen wie u.a. Pamina und Papagena. Als Sorge wird sie mit ihrem fein geführten klaren Sopran den Anforderungen dieser Partie mühelos gerecht.

Faust versucht, der Zauberwelt zu entkommen, ihm wird klar, dass der Mensch nicht nach mystischen Höhen streben soll. Das Bildnis des Wanderers wird dutzendfach auf den Gazevorhang geworfen. Die Sorge lässt sich nicht abschütteln. Höhnisch lässt sie Faust erblinden, in dem er sich eine Augenbinde aufsetzt und mit seinem Wanderstab, der zum Blindenstab mutiert, wild winkt. Aber in seinem Innern erstrahlt das helle Licht der Erkenntnis.

Fausts Tod wird von der Trompete und düsteren Posaunenakkorden eingeleitet, bevor, herbeigerufen von Mephistopheles, die das Grab aushebenden Lemuren einen kindlich-geisterhaften Gesang anstimmen. „Herbei, herein, ihr schlotternden Lemuren“  Ein Kreuz, Dreieck, Spaten, Seil und das tickende Metronom liegen auf der Bühne. Der Chor und der Kinderchor der Hamburger Alsterspatzen  musizieren  wunderbar harmonisch. Fausts Maske wird wieder hereingebracht. „Verweile doch, du bist so schön„. Faust zuckt und stirbt. Das Metronom bleibt stehen. Der Tod steigt auf die Position des Wanderers, der Teufel bleibt alleine zurück und triumphiert. „Es ist vollbracht„.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Franz-Joself Selig und Orchester der Staatsoper © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Franz-Joself Selig und Orchester der Staatsoper © Monika Rittershaus

Die 3. Abteilung und damit Fausts Verklärung ist der Teil, der mit seinem durch Goethes Dichtung vorgegebenen symbolisch-allegorischen Gehalt auch den Ausgangspunkt von Schumanns Komposition bildete. Dunkel gekleidete Bühnenarbeiter montieren in Zeitlupe an der Aufhängung des Kunstwerkes von Caspar David Friedrich.  Das Bild des Wanderers ist nun deutlich überhöht und erscheint schwarz. Die Menschen gehen mit der Teufelsmaske von der Bühne ab. „Waldung, sie schwankt heran“ beginnt der großartig aufgelegte Chor der Staatsoper Hamburg. Faust liegt währenddessen mit kleiner Totenmaske fast unsichtbar regungslos auf dem Bühnenboden.

„Ewiger Wonnebrand, glühendes Liebesband“  singt Pater Ecstaticus (Norbert Ernst) während dem geometrische Figuren auf dem Gazevorhang projiziert sind. Zwischen ihm und dem nebenstehenden Pater Profundus blinkt ein kleines Herz. Die Symbole auf der Vorderbühne bewegen sich.

Pater Ecstaticus, Pater Profundus, Pater Seraphicus und Engelsgruppen lobpreisen den heiligen Ort. Auf der Hinterbühne erscheint in Blau ein riesiger Kopf des Teufels.  Eine zeigerlose Uhr, ein großer weißer Winkel, Lineal und Geodreieck wandert über die Bühne. Faust ist erlöst worden, denn wer strebend sich bemüht, kann frei werden. Er singt liegend auf der Bühne, sein riesiger Kopf ist falsch herum auf dem Gazevorhang abgebildet.

Beim „Gerettet ist das edle Glied“ stehen die vier weiblichen Engel (Katia Pieweck, Renate Springler, Narea Son und Christina Gansch) direkt hinter dem Gazevorhang, rechts von ihnen wie abgespalten die beiden männlichen beflügelten Engel (Norbert Ernst und der aus dem Ensemble der Staatsoper Hamburg kommende weißrussische Bass Alexander Roslavets, der seine recht kurze Rolle mit prägnanter Stimme unterstreicht). Faust hat sich mittlerweile den schwarzen Mantel abgestreift und den darunter befindlichen weißen Frack zum Vorschein gebracht. Die Augenbinde ist einer weißen Büßermaske gewichen. Der Wanderer im Zentrum erstrahlt nun in grellem Weiß. Auch hier erklingen die beiden Chöre, der Chor der Staatsoper Hamburg und die Mädchen und Knaben der Hamburger Alsterspatzen fein abgestimmt, textverständlich und ausdrucksstark.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Solisten und Ensemble © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Solisten und Ensemble © Monika Rittershaus

Christian Gerhaher alias Doctor Marianus singt „Hier ist die Aussicht frei “ mit berührender Stimme. Sein weißer Blindenstock stützt ihn auf seiner angenommenen Position hinter dem Kunstgemälde. Vier geometrische Körper liegen illuminiert auf der Spielbühne, die bis auf eine unbeleuchtete Person mit übergroßem Zylinderhut leergeräumt ist. Beim „Dir, der Unberührbaren „bleibt die Szene bestehen. Es entstehen Kreise auf dem Gazevorhang. Das Bild des Wanderers wird in verschiedenen Farben angestrahlt bis hin zu Regenbogenfarben auf alle vorhandenen Elemente.

Der Zuschauerraum erhellt sich. Nebelartige Verklärung setzt ein. Gretchen steht dem vom Bild des Wanderers herabblickenden Faust gegenüber. Im Bühnenhintergrund entstehen konzentrische Kreise, die sich in Strahlen mit Faust im Zentrum verwandeln. Beim abschließenden „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ fallen dem Chor der Staatsoper Hamburg die wichtigsten Aufgaben zu. Der orchesterbegleitete achtstimmige Doppelchor mit allen Solostimmen bestreitet den archaisierenden, motettenartigen Schluss, bei dem Gretchen nunmehr die Position des Wanderers einnimmt mit dem Blumenkranz im Haar. Sie ist in höhere Sphären entrückt. Faust, der neue Kräfte in sich spürt, wird ihr folgen. „Das Ewig Weibliche“  zieht ihn an.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Ensemble und Solisten zum Schlussapplaus © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Ensemble und Solisten zum Schlussapplaus © Patrik Klein

Das Publikum verfolgt die Premiere an der Staatsoper Hamburg mit großer Aufmerksamkeit und dankt allen Beteiligten mit freundlichem Beifall. Mit großem Jubel werden besonders der Mephistopheles des Franz-Josef Selig und der Faust Christian Gerhahers bedacht. Auch Regisseur Achim Freyer und sein Regieteam werden mit großem Applaus bedacht.

Szenen aus Goethes Faust an der Staatsoper Hamburg: Weitere Vorstellungen: 31.10., 3.11., 6.11., 9.11., 14.11. und 17.11.2018

Besetzung der Premiere an der Staatsoper Hamburg 28.10.18

FAUST (Bariton)                                Christian Gerhaher
GRETCHEN (Sopran)                       Christina Gansch
MEPHISTO (Bass)                            Franz-Josef Selig
ARIEL (Tenor)                                     Norbert Ernst
MARTHE, SORGE (Sopran)             Narea Son
NOT (Alt)                                            Christina Gansch
MANGEL (Sopran)                              Katia Pieweck
SCHULD (Alt)                                      Renate Springler
PATER ECSTATICUS (Tenor)             Norbert Ernst
PATER PROFUNDUS (Bass)             Franz-Josef Selig
PATER SERAPHICUS (Bariton)         Christian Gerhaher
Dr. MARIANUS (Bariton)                     Christian Gerhaher
MAGNA PECCATRIX (Alt)                   Narea Son
MULIER SAMARITANA (Sopran)         Katia Pieweck
MARIA AEGYPTIACA (Alt)                   Renate Springler
MATER GLORIOSA (Sopran)             Renate Springler
ENGEL (Sopran, Alt, Tenor, Bass)      Alexander Roslavets, Norbert Ernst

Inszenierung, Bühne, Kostüm- und Lichtkonzept: Achim Freyer
Kostüme: Amanda Freyer
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr
Chor: Eberhard Friedrich
Video: Jakob Klaffs/Hugo Reis
Licht: Sebastian Alphons
Mitarbeit Regie: Eike Mann
Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche
Mitarbeit Kostüme: Petra Weikert

Chor, Alsterspatzen Hamburg und Orchester der Staatsoper Hamburg

Musikalische Leitung: Kent Nagano

—| IOCO Kritik Staatsoper Hamburg |—

Radebeul, Landesbühne Sachsen, Spielplan Oktober 2018

Landesbühnen Sachsen 

Landesbühne Sachsen / Dantons Tod - Julia Vincze © Martin Reißmann

Landesbühne Sachsen / Dantons Tod – Julia Vincze © Martin Reißmann

Plan Oktober 2018 : Landesbühnen Sachsen , Felsenbühne Rathen und  Unterwegs


6  Premieren im Oktober:


„heimWEH“ , Klassenzimmerstück von Thomas B. Hoffmann (ab 14), Premiere im Lößnitzgymnasium Radebeul am 4.10.2018, 10.00 Uhr

Gewalt und Schläge sind bei Sebastian daheim an der Tagesordnung. Für seine Eltern sind das legitime Erziehungsmethoden. Er müsse stark sein, sich wehren, meint der Vater. Er solle funktionieren und dürfe die Ordnung nicht gefährden, meint seine Mutter. In Unkenntnis anderer Konfliktlösungsstrategien lässt Sebastian auch unter Gleichaltrigen das Gesetz des Stärkeren regieren und wird zunehmend selbst gewalttätig, um sich zu behaupten. Auf schonungslose Weise erzählt Thomas B. Hoffmann von elterlicher Gewalt gegen Kinder und gibt mit seinem Stück die Möglichkeit, genau hinzusehen, um einen Ausweg aus der Gewaltspirale zu finden.

I: Tine Josch; A: Stefan Wiel


„WE ARE FAMILY ODER WARUM NICHT …“, Komödie von Murray Schisgal

Premiere am Sonnabend, 12. Oktober 2018, 19.30 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

Sam Kogan, ein erfolgreicher Bühnenautor, erklärt nach enttäuschenden Erfahrungen die Mann-Frau-Beziehung für gescheitert und beschließt, schwul zu werden. Er überredet Billy, seinen alten Collegefreund, zu einem homoerotischen Experiment, bis der zurück in die Arme seiner Frau Laura flieht. Sam muss nun auf Mario zurückgreifen, der schon immer für ihn schwärmte. Doch unverhofft trifft Sam auf Laura, mit der er als Teenager eine Affäre hatte. Das Chaos scheint perfekt. Aber Billy hat bereits ein Auge auf Mario geworfen …

Eine turbulente Beziehungskomödie, die pointenreich mit gängigen Klischees jongliert.

I: Marcus Staiger; A: Irina Steiner | 12.10. | 19.10. | 4.11. | 21.11.


„DANTONS TOD“ Drama von Georg Büchner,

Premiere am Sonnabend, 13. Oktober 2018, 19.00 Uhr in den Landesbühnen Sachsen

1794 sind George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Kampfgefährten und Anführer der Französischen Revolution, zu erbitterten Feinden geworden. Sie entzweit die Frage, mit welchen Mitteln der Kampf für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit fortgeführt werden soll. Wie lassen sich die einstigen Ideale mit der Grausamkeit vereinbaren, die der Preis für ihre Durchsetzung zu sein scheint? In seinem kraftvollen Drama untersucht Büchner die Motive politischen Handelns und zeigt, wie politische Morde inszeniert werden.

I: Peter Kube; A: Tom Böhm | 13.10. | 20.10. | 9.11. | 18.11.


HIRSCH HEINRICH,  Figurentheater nach Fred Rodrian und den Illustrationen von Werner Klemke (ab 4)

Premiere am 27. Oktober 2018, 16.00 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

Nach langer Reise aus dem weit entfernten China kommt Hirsch Heinrich in einem Zoo an. Nach seiner Ankunft ist alles ganz anders als zuvor. Heinrich hat viele spannende Begegnungen in seinem neuen Zuhause aber trotzdem Sehnsucht nach seiner Heimat. Als am Weihnachtsabend auch noch die Kinder ausbleiben, beschließt Hirsch Heinrich auszubüxen. Die Inszenierung nimmt sich des Kinderbuchklassikers von Fred Rodrian liebevoll an und lässt die Original-Illustrationen von Werner Klemke mithilfe von Flachfiguren für eine weitere Generation lebendig werden.

I: Steffi Lampe; A: Wolf-Dieter Gööck

27.10. | 28.10. | 25.11. | 27.11. | 28.11. | 2.12.


“ROMEO UND JULIA”, Tanztheater nach William Shakespeare, Musik von Sergej Prokofj ew

Premiere am 27. Oktober 2018, 19.00 Uhr in den Landesbühnen Sachsen

Zu der leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählt das Tanztheater die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur neu. Wie bei Shakespeare hoff en Romeo und Julia, dass ihre Liebe den blutigen Zwist ihrer Familien beenden kann. Doch ihre Liebe scheitert an den gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

CH: Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos; A: Stefan Weil;  27.10. | 31.10. | 24.11. | 29.11.


MIT BILZ IM BAD – UA –, Eine Blitz-Bilz-Kur in 60 Minuten von Esther Undisz

Premiere am Sonnabend, 27. Oktober 2018, 19.30 Uhr im Bilzbad Radebeul

Sie sind eingeladen zu der Blitz-Bilz-Kur «gesund und fit in 60 Minuten», verbunden mit einem kurzen Blick in einen Tag des ehemaligen Tagelöhners, Webers, Naturheilkundlers und Großunternehmers Friedrich Eduard Bilz. Mit Besichtigung der Wellenmaschine!

I: Esther Undisz | 27.10. | 3.11. | 10.11.


Plan Oktober  Landesbühnen Sachsen in Radebeul: Große Bühne, Studiobühne, Glashaus, Goldne Weintraube


Di, 02.10.2018, 19:30      Länderabend «Griechenland» Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

Mi,03.10.2018, 19:00      Tschick,,Road opera von Ludger Vollmer, Libretto von Tiina Hartmann nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf,     Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr.,05.10.2018, 19:30      Liederabend: Ich hab‘ geweint heut Nacht        Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

Sa.,06.10.2018, 19:30     Das Licht auf der Piazza- DSEA-, Buch Craig Lucas / Musik und Gesangstexte Adam Guettel Deutsche Fassung von Roman Hinze                                         Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa.,06.10.2018, 20:00     Willkommen, Komödie von Lutz Hübner und Sarah Nemitz      Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So.,07.10.2018, 11:00     Matinee zu «Dantons Tod» , Drama von Georg Büchner             Landesbühnen Sachsen – Glashaus

So., 07.10.2018, 19:00    1. Philharmonisches Konzert der Elbland Philharmonie Sachsen:          «NEUE WELTEN»

18:30 Uhr, Einführung zum Konzert, Theater Radebeul / Glashaus

Solist: Per Arne Glorvigen, Bandoneon;  Musikalische Leitung: Ekkehard Klemm

Programm: Arturo Márquez – Danzon No. 2; Bernd Franke – «open doors» für Bandoneon und Orchester;

Astor Piazzolla – «Aconcagua», Konzert für Bandoneon, Perkussion und Streichorchester;

Antonín Dvo?ák – 9. Sinfonie e-Moll op. 95 «Aus der Neuen Welt»


     Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne


Fr.,12.10.2018, 19:30      Premiere: we are family oder warum nicht       Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa.,13.10.2018, 19:00     Premiere:  Dantons Tod,  Drama von Georg Büchner     Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So., 14.10.2018, 11:00    Mit Märchen durch die Welt | Abrakadabra-Simsalabim           Landesbühnen Sachsen – Glashaus

So.,14.10.2018, 19:00     Zum letzten Mal in Radebeul! Gräfin Cosel, Tanztheater von Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos

mit Musik von Antonio Vivaldi über Giovanni Paisiello bis hin zu Komponisten der Gegenwart       Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Do.,18.10.2018, 19:30    Der Vorname, Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière           Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Do.,18.10.2018, 19:30    Willi`s Rumpelkammer – Hits                  Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

Fr.,19.10.2018, 19:30      Der Vorname                                                   Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Fr.,19.10.2018, 20:00      Tschick                                                Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa.,20.10.2018, 19:30     Dantons Tod                                                                    Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So.,21.10.2018, 11:00     Matinee zum Tanzabend  «Romeo und Julia» Tanztheater nach William Shakespeare, Musik von Sergej Prokofjew             LandesbühnenSachsen  – Studiobühne

So.,21.10.2018, 16:00     Die goldene Gans oder Was wirklich kleben bleibt       Märchen mit Musik für die ganze Familie von Peter Kube nach den Brüdern Grimm, Musik von Jörg Kandl (ab 6) Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr.,26.10.2018, 9:00        Gastspiel in französischer Sprache        Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran                Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr.,26.10.2018,11:15       Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran            Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr.,26.10.2018,19:30       Die Troerinnen, Nach Jean Paul Sartre                      Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa.,27.10.2018, 16:00     Premiere: Hirsch Heinrich, Figurentheater nach Fred Rodrian und den Illustrationen von Werner Klemke (ab 4)                 Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa.,27.10.2018, 19:00     Premiere: Romeo und Julia, Tanztheater nach William Shakespeare, Musik von Sergej Prokofjew                Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So.,28.10.2018,11:00      Hirsch Heinrich                                                              Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So.,28.10.2018, 15:00     Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda,              von Peter Hacks nach Johann Wolfgang von Goethe – Originaltitel: Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern         Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So.,28.10.2018,  19:00    Willkommen                                   Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Mi.,31.10.2018, 19:00     Romeo und Julia             Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Mi.,31.10.2018, 19:30     Fisch zu viert, Komödie von Wolfgang Kohlhaase, Mitautorin: Rita Zimmer              Landesbühnen Sachsen – Studiobühne


Alle Abstecher im Oktober 2018


Do.,04.10.2018, 10:00    Premiere: heimWeh, Klassenzimmerstück von Thomas B. Hoffmann (ab 14)                        Lößnitzgymnasium Radebeul

Do.,04.10.2018, 15:30    Ladsch und Bommel gehen ins Theater,  Ein clowneskes Puppenspiel von Hepakri van der Mulde (ab 4)     Die MEISOP

Sa.,06.10.2018, 19:30     Gräfin Cosel                      Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg

So.,07.10.2018, 18:00     Willkommen                    Großenhain Schloss

Fr.,12.10.2018, 19:30      Im Weißen Rössl            König Albert Theater Bad Elster

Fr.,12.10.2018,19:30       Gräfin Cosel                      Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Mi.,17.10.2018,10:30      Ladsch und Bommel gehen ins Theater                               Kleinkunstbühne Q24 Pirna

Fr. 19.10.2018, 19:30      we are family oder warum nicht                                            Theater Meißen

Fr.,26.10.2018, 19:00      Das Licht auf der Piazza                                                              Neustadthalle Neustadt

Sa.,27.10.2018, 19:30     Premiere: Mit Bilz im Bad, UA –, Eine Blitz-Bilz-Kur in 60 Minuten von Esther Undisz       Bilz Bad Radebeul

Mo.,29.10.2018, 10:00   Ladsch und Bommel gehen ins Theater

Mi.,31.10.2018, 15:00     Der Vetter aus Dingsda                                                                               König Albert Theater Bad Elster


Spielplan gesamt Oktober 2018


Di            02.10.2018          19:30     V                            Länderabend «Griechenland»  Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

Mi          03.10.2018          19:00     V             W5         Tschick Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Do          04.10.2018          10:00     V             Prem     heimWeh           Lößnitzgymnaasium Radebeul

Do          04.10.2018          15:30     V                            Ladsch und Bommel gehen ins Theater                Die MEISOP

Do          04.10.2018          19:30     K                             1. Philharmonisches Konzert der Elbland Philharmonie Sachsen                Stadtkirche St. Marien Pirna

Fr            05.10.2018          19:30     K                             1. Philharmonisches Konzert der Elbland Philharmonie Sachsen                Theater Meißen

Fr            05.10.2018          19:30     K                             Liederabend «Don’t forget me» mit Julia Böhme Goldne            Weintraube – Die Theaterkneipe

Sa           06.10.2018          17:00     K                             1. Philharmonisches Konzert der Elbland Philharmonie Sachsen                Stadthalle „Stern“ Riesa

Sa           06.10.2018          19:30     V             W1 W4 Das Licht auf der Piazza                Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa           06.10.2018          19:30     V                            Gräfin Cosel       Eduard-von-Winterstein-Theater

Sa           06.10.2018          20:00     V                            Willkommen      Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So           07.10.2018          11:00     Mat                       Matinee zu «Dantons Tod»        Landesbühnen Sachsen – Glashaus

So           07.10.2018          18:00     V                            Willkommen      Großenhain Schloss

So           07.10.2018          19:00     K             K OK      1. Philharmonisches Konzert der Elbland Philharmonie Sachsen


Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne


Fr            12.10.2018          19:30     V             Prem     we are family oder warum nicht              Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Fr            12.10.2018          19:30     V                            Im Weißen Rössl             König Albert Theater Bad Elster

Fr            12.10.2018          19:30     V                            Gräfin Cosel       Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

Sa           13.10.2018          19:00     V             P             Dantons Tod      Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So           14.10.2018          11:00     V                            Mit Märchen durch die Welt | Abrakadabra-Simsalabim                Landesbühnen Sachsen – Glashaus

So           14.10.2018          19:00     V             S             Gräfin Cosel       Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Mi          17.10.2018          10:30     V                            Ladsch und Bommel gehen ins Theater                Kleinkunstbühne Q24

Do          18.10.2018          19:30     V                            Der Vorname    Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Do          18.10.2018          19:30     V                            Willi`s Rumpelkammer – Hits     Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

Fr            19.10.2018          19:30     V                            Der Vorname    Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Fr            19.10.2018          19:30     V                            we are family oder warum nicht              Theater Meißen

Fr            19.10.2018          20:00     V             WF         Tschick Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa           20.10.2018          19:30     V             W23 Pir                Dantons Tod      Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So           21.10.2018          11:00     Mat                       Matinee zu «Romeo und Julia»                Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So           21.10.2018          16:00     V             FK           Die goldene Gans oder Was wirklich kleben bleibt          Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So           21.10.2018          16:00     K                                            Börse Coswig

So           21.10.2018          17:00     K

Fr            26.10.2018          09:00 – 10:45      V             SCH        Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr            26.10.2018          11:15 – 13:00      V             SCH        Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Fr            26.10.2018          19:00     V                            Das Licht auf der Piazza                Neustadthalle

Fr            26.10.2018          19:30     V                            Die Troerinnen Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa           27.10.2018          15:00     K                                            Kulturhaus Freital

Sa           27.10.2018          16:00     V             Prem     Hirsch Heinrich Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa           27.10.2018          18:00     K                                            Kulturhaus Freital

Sa           27.10.2018          19:00     V             P             Romeo und Julia              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa           27.10.2018          19:30     V             Prem     Mit Bilz im Bad

So           28.10.2018          11:00     V                            Hirsch Heinrich Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So           28.10.2018          15:00     V             SR           Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda                Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So           28.10.2018          19:00     V                            Willkommen      Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Mo         29.10.2018          10:00     V                            Ladsch und Bommel gehen ins Theater

Mi          31.10.2018          15:00     V                            Der Vetter aus Dingsda                König Albert Theater Bad Elster

Mi          31.10.2018          16:00     K                             J. Haydn: „Die Schöpfung“          Lutherkirche Radebeul

Mi          31.10.2018          16:00     K                                            Probensaal Neue Elblandphilharmonie Sachsen

Mi          31.10.2018          19:00     V             W4         Romeo und Julia              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Mi          31.10.2018          19:30     V                            Fisch zu viert     Landesbühnen Sachsen – Studiobühne


Felsenbühne Rathen, Felsenbühne Rathen, Amselgrund 17, 01824 Kurort Rathen,  Tel. 035024/ 777-0 www.felsenbuehne-rathen.de


Plan September


Sa           01.09.2018          15:00                     Winnetou I, Von Olaf Hörbe nach Karl May                       Felsenbühne Rathen

So           02.09.2018          17:00                     Carmina Burana, Carl Orff                                                          Felsenbühne Rathen


Stammhaus Radebeul


So           09.09.2018          15:00                     Die goldene Gans oder Was wirklich kleben bleibt, Märchen mit Musik für die ganze Familie von Peter Kube nach den Brüdern               Grimm, Musik von Jörg Kandl (ab 6)


Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne


Mi          12.09.2018          10:00                     Pandora, Schauspiel von Christopher Weiss (ab 14)       Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Do          13.09.2018          10:00                     Pandora                                                                                             Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa           15.09.2018          17:00                     Anrechtler willkommen                                                             Landesbühnen Sachsen – Glashaus

Sa           15.09.2018          18:30                     Soiree zu «Das Licht auf der Piazza»      und „Pariser Leben“                    Landesbühnen Sachsen – Glashaus

Sa           15.09.2018          20:00                     Vom Nutzen des Weins oder Genuss passiert im Kopf                Goldne Weintraube – Die Theaterkneipe

So           16.09.2018          11:00                     Gute Fee, böse Fee (ab 4); Mit Märchen durch die Welt – Lesung                Landesbühnen Sachsen – Glashaus

Mo         17.09.2018          19:00                     Vernissage zur Ausstellung  «Voll der Osten  – Leben in der DDR»                Landesbühnen Sachsen – Glashaus

Di            18.09.2018          10:00                     Pandora                     Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Sa           22.09.2018          19:00                     Premiere            Das Licht auf der Piazza                                              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

So           23.09.2018          19:00                     Willkommen, Komödie von Lutz Hübner und Sarah Nemitz      Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Di            25.09.2018          19:30                     Elternabend zu „Pandora“                                                                                         Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

Fr            28.09.2018          19:30                     Gräfin Cosel, Tanztheater von Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos mit Musik

von Antonio Vivaldi über Giovanni Paisiello bis hin zu Komponisten der Gegenwart                                      Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa           29.09.2018          19:30                     Das Licht auf der Piazza                                                              Landesbühnen Sachsen – Hauptbühne

Sa           29.09.2018          20:00                     Willkommen                                                                                   Landesbühnen Sachsen – Studiobühne

So           30.09.2018          16:00                     Ladsch und Bommel gehen ins Theater                               Landesbühnen Sachsen – Studiobühne


Alle Abstecherorte:


So           02.09.2018          19:00                     Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes         NaturTheater Bad Elster

Do          06.09.2018          19:30                     Zorro – Das Musical                                                                                     Freizeitoase Mortka

Fr            07.09.2018          19:30                     Zorro – Das Musical                                                                                     Freizeitoase Mortka

Sa           08.09.2018          19:30                     Zorro – Das Musical                                                                                     Freizeitoase Mortka

Sa           15.09.2018          18:00                     Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda                                                               Theater Meißen

Sa           15.09.2018          19:30                     Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt                              Karl May Museum Radebeul

Di            18.09.2018          10:00 + 14:00     Die Kuh Rosmarie, Schauspiel von Andri Beyeler (ab 6)               Theater Meißen

Do          20.09.2018          10:30                     Das Schwanensee-Märchen, Tanztheater von Wencke Kriemer de Matos mit Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski (ab 5),


                                                                                                                                             Theater Döbeln


Fr            28.09.2018          19:30                     Eine Nacht in Venedig                                                                 König Albert Theater Bad Elster

Sa           29.09.2018          15:00                     Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda                                               Radebeul Alt Kötzschenbroda, Hoftheater zum Herbst- und Weinfest

Sa           29.09.2018          19:00                     Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda                                               Radebeul Alt Kötzschenbroda, Hoftheater

So           30.09.2018          15:00                     Das Jahrmarktsfest zu Kötzschenbroda                                               Radebeul Alt Kötzschenbroda, Hoftheater


STÜCKINDEX


MUSIKTHEATER TANZ SCHAUSPIEL FIGURENTHEATER JUNGES.STUDIO SPARTENÜBERGREIFEND

A: AUSSTATTUNG, B: BÜHNE, CH: CHOREOGRAFIE, FB: FIGURENBAU, I: INSZENIERUNG, K: KOSTÜME, KGL: KÜNSTLERISCHE GESAMTLEITUNG KL: KÜNSTLERISCHE LEITUNG, M: MUSIK, ML: MUSIKALISCHE LEITUNG, O: ORCHESTER, PL: PROJEKTLEITUNG, SZE: SZENISCHE EINRICHTUNG,

UA: URAUFFÜHRUNG, V: VIDEO

S P I E L P L A N 9 | 10 | 11

Bühnenball DER LANDESBÜHNEN SACHSEN: PARISER LEBEN

16.2.2019, Theater Radebeul

AB Deutschsprachige Erstaufführung:

„DAS LICHT AUF DER PIAZZA“  Premiere am 22.9.2018, 19.00 Uhr in  den Landesbühnen Sachsen

Buch: Craig Lucas, Musik und Gesangstexte: Adam Guettel, Deutsche Fassung: Roman Hinze, Produziert mit freundlicher Genehmigung der Turner Entertainment Company, Inhaber des Originalfilms «Light in the Piazza» nach dem Roman von Elizabeth Spencer

Jede Mutter kennt sie: Die Sorge um ihr Kind, wenn es erwachsen zu werden beginnt und die erste Liebe seines Lebens womöglich sofort heiraten will. Und wie alle Mütter dieser Welt möchte auch die Amerikanerin Margaret Johnson ihre Tochter Clara vor Unglück bewahren und zugleich glücklich wissen. Allerdings handelt es sich bei Clara um einen Sonderfall.

Wegen eines Unfalls geistig zurückgeblieben, scheint Clara mit ihren 26 Jahren noch ein Kind zu sein und entsprechend fürsorglich ist Margaret um ihre Tochter bemüht.

Gemeinsam mit Clara auf Reisen in Italien, verliebt sich nun plötzlich ein junger Florentiner namens Fabrizio in ihre hübsche Tochter und diese sich in ihn. Vergeblich versucht Margaret, Fabrizios Familie das Problem ihres Kindes zu erklären und das Paar zu trennen, bis sie schließlich erkennt: Die Liebe, die ihre Tochter aufblühen lässt und in eine Frau verwandelt, ist wichtiger für Clara, als ihr mütterlicher Behütungsanspruch.

Im Vertrauen auf Fabrizio gibt Margaret ihr Kind endlich frei …

Das psychologisch feinfühlige Musical, produziert 2003 in Seattle, 2005 erfolgreich am Broadway aufgeführt und ausgezeichnet mit sechs Tony Awards u. a. für die beste Originalmusik (Musik und Gesangstexte), basiert auf der Erzählung von Elizabeth Spencer THE LIGHT IN THE PIAZZA aus dem Jahr 1960 und dem gleichnamigen US-amerikanischen Film von 1962.

An den Landesbühnen Sachsen wird das Werk 2018 seine deutschsprachige Erstaufführung erleben.

Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen

MUSIKALISCHE LEITUNG: Hans-Peter Preu; INSZENIERUNG, AUSSTATTUNG, LICHT: Sebastian Ritschel


DAS LICHT AUF DER PIAZZA – DSEA –; Buch Craig Lucas / Musik und Gesangstexte Adam Guettel Deutsche Fassung von Roman Hinze

In dem romantischen Musical gerät die Amerikanerin Margaret Johnson – gemeinsam mit ihrer volljährigen, aber geistig leicht behinderten Tochter Clara auf Reisen in Italien – in einen Gewissenskonflikt: Darf sie zulassen, dass sich ein nichtsahnender junger Italiener ernsthaft um die Hand der hübschen Clara bemüht? Wäre es nicht ihre Pflicht, das Paar zu trennen? Oder sollte sie ihre Tochter doch endlich loslassen?

ML: Hans-Peter Preu; I/A/L: Sebastian Ritschel; Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen | 22.9. | 29.9. | 6.10. | 26.10. | 4.11.


heimWEH , Klassenzimmerstück von Thomas B. Hoffmann (ab 14)

Gewalt und Schläge sind bei Sebastian daheim an der Tagesordnung. Für seine Eltern sind das legitime Erziehungsmethoden. Er müsse stark sein, sich wehren, meint der Vater. Er solle funktionieren und dürfe die Ordnung nicht gefährden, meint seine Mutter. In Unkenntnis anderer Konfliktlösungsstrategien lässt Sebastian auch unter Gleichaltrigen das Gesetz des Stärkeren regieren und wird zunehmend selbst gewalttätig, um sich zu behaupten. Auf schonungslose Weise erzählt Thomas B. Hoffmann von elterlicher Gewalt gegen Kinder und gibt mit seinem Stück die Möglichkeit, genau hinzusehen, um einen Ausweg aus der Gewaltspirale zu finden.

I: Tine Josch; A: Stefan Wiel | 4.10.


WE ARE FAMILY ODER WARUM NICHT …, Komödie von Murray Schisgal

Sam Kogan, ein erfolgreicher Bühnenautor, erklärt nach enttäuschenden Erfahrungen die Mann-Frau-Beziehung für gescheitert und beschließt, schwul zu werden. Er überredet Billy, seinen alten Collegefreund, zu einem homoerotischen Experiment, bis der zurück in die Arme seiner Frau Laura flieht. Sam muss nun auf Mario zurückgreifen, der schon immer für ihn schwärmte. Doch unverhofft trifft Sam auf Laura, mit der er als Teenager eine Affäre hatte. Das Chaos scheint perfekt. Aber Billy hat bereits ein Auge auf Mario geworfen … Eine turbulente Beziehungskomödie, die pointenreich mit gängigen Klischees jongliert.

I: Marcus Staiger; A: Irina Steiner | 12.10. | 19.10. | 4.11. | 21.11.


DANTONS TOD , Drama von Georg Büchner

1794 sind George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Kampfgefährten und Anführer der Französischen Revolution, zu erbitterten Feinden geworden. Sie entzweit die Frage, mit welchen Mitteln der Kampf für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit fortgeführt werden soll. Wie lassen sich die einstigen Ideale mit der Grausamkeit vereinbaren, die der Preis für ihre Durchsetzung zu sein scheint? In seinem kraftvollen Drama untersucht Büchner die Motive politischen Handelns und zeigt, wie politische Morde inszeniert werden.

I: Peter Kube; A: Tom Böhm | 13.10. | 20.10. | 9.11. | 18.11.


HIRSCH HEINRICH Figurentheater nach Fred Rodrian und den Illustrationen von Werner Klemke (ab 4)

Nach langer Reise aus dem weit entfernten China kommt Hirsch Heinrich in einem Zoo an. Nach seiner Ankunft ist alles ganz anders als zuvor. Heinrich hat viele spannende Begegnungen in seinem neuen Zuhause aber trotzdem Sehnsucht nach seiner Heimat. Als am Weihnachtsabend auch noch die Kinder ausbleiben, beschließt Hirsch Heinrich auszubüxen. Die Inszenierung nimmt sich des Kinderbuchklassikers von Fred Rodrian liebevoll an und lässt die Original-Illustrationen von Werner Klemke mithilfe von Flachfi guren für eine weitere Generation lebendig werden.

I: Steffi Lampe; A: Wolf-Dieter Gööck 27.10. | 28.10. | 25.11. | 27.11. | 28.11. | 2.12.


ROMEO UND JULIA, Tanztheater nach William Shakespeare Musik von Sergej Prokofj ew

Zu der leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählt das Tanztheater die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur neu. Wie bei Shakespeare hoff en Romeo und Julia, dass ihre Liebe den blutigen Zwist ihrer Familien beenden kann. Doch ihre Liebe scheitert an den gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage. CH: Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos; A: Stefan Wiel

27.10. | 31.10. | 24.11. | 29.11.


DER FROSCH MUSS WEG, Kinderoperette nach dem Märchen DER FROSCHKÖNIG von Peter Lund (Buch) und Winfried Radeke (Musik)

In dem Märchen – musikalisch auf ein heutiges Kinderpublikum zugeschnitten mit Melodien, die sofort ins Ohr gehen – erscheint einer einsamen Prinzessin plötzlich ein hilfsbereiter Frosch, der mit Gastfreundschaft belohnt werden möchte. Die Mutter der Prinzessin ist entsetzt: Der ungebetene Gast, der nun im Kinderzimmer mit ihrer Tochter die verrücktesten Spiele erfi ndet, macht Krach: Der Frosch muss weg! ML: Thomas Tuscheerer, Uwe Zimmermann; I: Rebekah Rota;

A: Irina Steiner | 11.11. | 13.11. | 17.11. | 22.11. | 24.11. | 29.11.


FIDELIO Oper von Ludwig van Beethoven

Mit FIDELIO schrieb Beethoven eine politische Oper, in der der Bastillesturm musikalisch nachhallt. Verkleidet als Mann sucht Leonore, die sich Fidelio nennt, in dem Kerker des Gefängnisdespoten Don Pizarro nach Florestan, ihrem freiheitsliebenden Gatten, der seit zwei Jahren verschwunden ist. In letzter Minute kann sie den Mord Pizarros  an einem streng abgeschirmten Staatsgefangenen verhindern, in dem sie schließlich ihren Florestan erkennt.

ML: Hans-Peter Preu I: Manuel Schöbel; A: Marlit Mosler;    Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen | 17.11. | 21.11. | 25.11.


MIT BILZ IM BAD – UA –, Eine Blitz-Bilz-Kur in 60 Minuten von Esther Undisz

Sie sind eingeladen zu der Blitz-Bilz-Kur «gesund und fit in 60 Minuten», verbunden mit einem kurzen Blick in einen Tag des ehemaligen Tagelöhners, Webers, Naturheilkundlers und Großunternehmers Friedrich Eduard Bilz. Mit Besichtigung der Wellenmaschine!

I: Esther Undisz | 27.10. | 3.11. | 10.11.


DORNRÖSCHEN, Märchen nach den Brüdern Grimm von Peter Ensikat (ab 6)

Von Neugier durch das Schloss getrieben, triff t Dornröschen auf eine alte Frau an einem Spinnrad. Die Prinzessin sticht sich mit der Spindel in den Finger und schläft ein. Mit ihr versinkt das ganze Schloss in einen tiefen Schlaf, bis auf den Küchenjungen, der aus Angst vor einer Ohrfeige davon gelaufen ist. Der Angsthase nun wird es sein, der dem mutigen Prinzen hilft, die Dornenhecke zu überwinden.

I: Steffen Pietsch; A: Katharina Lorenz; M: Sebastian Undisz

24.11. | 26.11. | 27.11. | 28.11. | 30.11. | 1.12. | 2.12.


DAS JAHRMARKTSFEST ZU KÖTZSCHENBRODA; von Peter Hacks nach Johann Wolfgang von Goethe, Originaltitel: Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern

In Kötzschenbroda ist Jahrmarkt und eine fahrende Schauspieltruppe will für Vergnügen sorgen. Doch bevor das Spektakel, auf das alle warten, losgehen kann, wird der Markt selbst zur Bühne: kuriose Typen treten auf, deftige Zoten werden gesungen, Moralpredigten erteilt, mannstolle Madames hinters Licht geführt und Gendarmen ausgetrickst. Doch dann ist es endlich soweit: Der Vorhang hebt sich, das Intrigenspiel am Hof des persischen Königs Ahasveros kann beginnen: Haman, der Berater des Königs, will seinen Konkurrenten Mardochai aus dem Weg schaff en. Doch da greift Esther, die kluge Königin, zu den Waffen einer Frau …

I/A: Peter Dehler; K: Marlit Mosler | 15.09. | 29.09. | 30.09. | 28.10.


DAS SCHWANENSEE-MÄRCHEN Tanztheater von Wencke Kriemer de Matos mit Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski (ab 5)

Zauberer Rotbart hat die schöne Prinzessin Odette fest in seiner Hand. Von ihm in einen Schwan verwandelt, kann der Fluch einzig durch eine große Liebe gebannt werden. Choreografin Wencke Kriemer de Matos erzählt in der modernen Tanzproduktion die märchenhafte Geschichte des berühmten Tschaikowski-Balletts für junges Publikum – mit mutiger Erzählerin und ohne Tutu.

CH: Wencke Kriemer de Matos; A: Tom Böhm | 20.9. | 25.11. | 2.12.


DER VETTER AUS DINGSDA Operette von Eduard Künneke

Die Berliner Erfolgsoperette von 1921 empfiehlt sich durch ihre Ohrwürmer und den musikalischen Einfallsreichtum ihrer Partitur. Der Valse Boston «Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront» soll Julias Küsse zu ihrem Roderich nach Dingsda in Indien tragen, doch da erscheint August, verkündet «Ich bin nur ein armer Wandergesell‘» und verdreht Julia seinerseits den Kopf.

ML: Jan Michael Horstmann; I: Manuel Schöbel; A: Katharina Lorenz

Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen | 31.10. | 3.11. | 23.11.


DER VORNAME, Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

Ein gemütlicher Abend bei Pierre Garaud und seiner Frau Elisabeth entwickelt sich zu einer wahren Familienschlacht, als Elisabeths Bruder Vincent der Runde den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes enthüllt: Adolphe.

I: Dietrich Kunze; A: Stefan Wiel | 18.10. | 19.10.


DIE GOLDENE GANS ODER WAS WIRKLICH KLEBEN BLEIBT Märchen mit Musik für die ganze Familie von Peter Kube nach den Brüdern Grimm, Musik von Jörg Kandl (ab 6)

Zum Golde drängt doch alles, selbst wenn es nur ein goldiges Federvieh ist. Frei nach den Brüdern Grimm erleben wir die Geschichte vom gutherzigen «Dummling» Klaus, der mit Hilfe der magischen Anziehungskraft einer goldenen Gans am Ende doch den Sieg über seine Brüder davonträgt und die traurige Prinzessin zum Lachen bringt.

I: Peter Kube; A: Ulrike Kunze | 9.9. | 21.10.


DIE KUH ROSMARIE Schauspiel von Andri Beyeler (ab 6)

Alles könnte so schön sein auf dem Bauernhof, wenn die Kuh Rosmarie mit ihrer penetranten Besserwisserei nicht alle Tiere und sogar den Bauern nerven würde. Der schickt Rosmarie kurzerhand nach Afrika. Kurz darauf tauchen auf dem Bauernhof verzweifelte Tiere aus Afrika auf … Eine turbulente Geschichte über Respekt und Toleranz im Umgang miteinander und mit fremden Kulturen.

I: Klaus-Peter Fischer; A: Irina Steiner | 18.9.


DIE TROERINNEN  Nach Jean Paul Sartre

Zehn Jahre tobte der Trojanische Krieg, bis Troja fi el.  Die «Beute», die überlebenden trojanischen Frauen, werden als Sklavinnen von den Griechen in die Fremde verschleppt. Nach SALOME – EIN ELECTRODRAMA stellt Sandra Maria Huimann in DIE TROERINNEN erneut einen antiken Stoff ins Zentrum. Der Einbezug journalistischer Kriegsberichte und investigativer  Hintergrundberichterstattung über heutige Kriegsführung setzt die antike Geschichte in einen aktuellen Zusammenhang. Was für eine Rolle spielen Frauen in Kriegssituationen? Wann werden sie zu Akteurinnen?

I: Sandra Maria Huimann; ML: Jörg Schittkowski, Sandra Maria Huimann (Machine de Beauvoir); A: Irina Steiner | 26.10. | 3.11.


DIE VERMESSUNG DER WELT, Schauspiel nach dem Roman von Daniel Kehlmann,  Bühnenfassung von Dirk Engler

Zum Deutschen Naturforscherkongress 1828 in Berlin treffen sich zwei sehr unterschiedliche Genies: Alexander von Humboldt, Forscher und «zweiter Entdecker Amerikas», und Carl Friedrich Gauß, der große Mathematiker und Astronom. Und doch haben beide das gleiche Ziel: die Vermessung der Welt. Was sie zu einer Einheit werden lässt, ist die spannende Frage nach dem Verhältnis von Geist und Raum, das sie auf jeweils eigene Art definieren und leben. Ein höchst vergnügliches und spannendes Abenteuer, das die große Welt in poetischer Verdichtung auf die Bühne bringt!

I: Lutz Hillmann; A: Miroslaw Nowotny | 2.11. | 10.11.


EINE NACHT IN VENEDIG   Operette von Johann Strauß

In Venedig ist Karneval – die Zeit der Masken, der heimlichen Rendezvous und der großen Verwechslungen: «Komm in die Gondel», lockt Caramello die Senatorengattin Barbara, um sie zum Herzog zu entführen. Doch ebenso wie Caramello kein wahrer Gondoliere ist, ist auch die verkleidete Schöne in seinem Boot nicht die Senatorengattin …

ML: GMD Florian Merz (Bad Elster) / Hans-Peter Preu; I: Wolfgang Dosch; A: Stefan Wiel; MI: Ralf Herzog; Es spielt die Elbland Philharmonie; Sachsen | 9.11. | 10.11.


ERZÄHLE NICHT DIE WAHRHEIT, SOLANGE DIR ETWAS INTERESSANTERES EINFÄLLT – UA –, Phantastenführung durch Karl May

Karl May schuf mit Winnetou und Old Shatterhand unsterbliche Helden, edel, weise, großzügig, kraftvoll – und irreal. Wer die gelegten Fährten Karl Mays verfolgt, tappt in Fallen, verläuft sich im historischen Nebel und bleibt in Sümpfen von Widersprüchen stecken. Abenteuerlich!

I: Olaf Hörbe, A: Marlit Mosler | 15.9.


FISCH ZU VIERT, Komödie von Wolfgang Kohlhaase, Mitautorin: Rita Zimmer Kooperation mit dem Theaterkahn Dresden

Seit 30 Jahren ist Diener Rudolf den gut betuchten Brauerei-Erbinnen Charlotte, Cäcilie und Clementine in buchstäblich jeder Lage zu Diensten. Dafür hat jede von ihnen versprochen, ihn im Testament zu bedenken. Als Rudolf jedoch um vorzeitige Auszahlung seines Anspruchs bittet, will keine der Schwestern mehr von ihrem Versprechen wissen. Stattdessen bringen sie Arsen und manipulierte Blitzableiter ins Spiel. Tempo, Sprachwitz und Komik in einer der erfolgreichsten Kriminalkomödien!

I: Peter Kube; A: Tom Böhm; M: Wolfgang Torkler, Christian Schöbel;   31.10. | 9.11. | 27.11.


FLY SEIN – UA –, Tanzabend junger ChoreografInnen (ab 13)

Ein Song kann fly sein, ein Gefühl, aber auch materielle Dinge … Fly ist, was angesagt ist! Wenn eine Person fl y ist, gilt sie als cool, hebt sich von anderen – der Masse – ab. Fly heißt fliegen, Grenzen überwinden, andere Horizonte sehen. Junge Tänzerinnen und Tänzer unserer Compagnie choreografi eren und tanzen in FLY SEIN für junge Menschen und erzählen so im drive der Bewegungen von ihren Ängsten, Frustrationen, Verletzungen aber auch von ihren Träumen und Sehnsüchten auf der schwierigen Suche nach sich selbst.

CH: Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory, Brian Scalini;

A: Tom Böhm | 16.11. | 20.11.


GRÄFIN COSEL – UA –, Tanztheater von Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos mit Musik von Antonio Vivaldi über Giovanni Paisiello bis hin zu Komponisten der Gegenwart

In ihrem Tanzabend lassen uns Wencke Kriemer de Matos und Carlos Matos teilhaben an dem außergewöhnlichen Schicksal der Gräfin Cosel. Einst heiß geliebte Mätresse August des Starken, musste sie schließlich fast 50 Jahre lang eingesperrt auf Burg Stolpen leben. Nichts als ihre Erinnerungen sind ihr geblieben von ihrer glanzvollen Vergangenheit. Doch war die Gräfin tatsächlich nur «ein Opfer von Intrigen»?

CH: Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos; A: Annett Hunger; 28.9. | 12.10. | 14.10. | 15.11. | 18.11.


HEUTE ABEND: LOLA BLAU, Musical für eine Darstellerin von Georg Kreisler

Die berührende Geschichte einer Künstlerin spiegelt in melancholischen, bissigen und komischen Chansons das Schicksal Kreislers, der Wien als Jude 1938 verlassen musste: Auch Lola Blau wird aus Europa vertrieben. Die Sängerin, in den USA gnadenlos vermarktet, hofft nach dem Krieg auf einen beruflichen Neubeginn in Wien, doch die restaurativen Verhältnisse machen es ihr dort nicht leicht.

ML: Uwe Zimmermann; I: Ute Raab; A: Irina Steiner | 20.11.


LADSCH UND BOMMEL GEHEN INS THEATER, Ein clowneskes Puppenspiel von Hepakri van der Mulde (ab 4)

Ladsch und Bommel sind die dicksten Freunde. Doch als Bommel unbedingt ins Theater gehen will, stößt er bei Ladsch auf taube Ohren. Denn Ladsch will nur eines: Schlafen. Aber Bommel ist nicht dumm. Geschickt verwickelt er Ladsch in ein Spiel, bei dem die beiden immer tiefer in die Theaterwelt mit Kartenverkäufern, Garderobieren, Platzanweisern, Ritterprinzen und  Bergmonstern eintauchen.

I: Maik Evers; A: Jens Hellwig | 30.9.| 17.10.


PANDORA – UA – Schauspiel von Christopher Weiß (ab 14)

Paul lebt allein mit seinem Vater – eher aneinander vorbei als miteinander. Warum will sein Vater auch nicht kapieren, dass er eigene Vorstellungen von seinem Leben hat? Doch Paul meidet die Konfrontation und flüchtet sich in virtuelle Sphären. Kommunikation findet online statt und die digitale Welt scheint mit der realen zu verschwimmen. Eines Tages ist Paul plötzlich spurlos verschwunden … Ohne moralischen Zeigefi nger stellt das Stück Fragen nach Internetkonsum und Medienkompetenz.

I: Alexandra Wilke | 12.9. | 13.9. | 18.9. | 25.9.


PHILEMON UND BAUCIS Marionettenoper von Joseph Haydn / Kooperation mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen

Jupiter verhängt, um die Menschen zu prüfen und zu strafen, ein Unwetter über die Welt. Ein Blitz tötet an ihrem Hochzeitstag die Braut Narcissa und Aret, den geliebten Sohn des alten Ehepaares Philemon und Baucis. Jupiter will an den Reaktionen der Menschen auf dieses Unwetter erkennen, wer ihm sein Vertrauen schenkt und treu ist. Er reist mit Merkur zur Erde und kehrt – als Pilger verkleidet – in die karge Hütte von Philemon und Baucis ein.

ML: Jan Michael Horstmann; I: Therese Thomaschke; A: Eberhard Keienburg; Es spielt das «Ensemble Charpentier» der Elbland Philharmonie Sachsen; 2.11.| 16.11.


TSCHICK, Road opera von Ludger Vollmer, Libretto von Tiina Hartmann nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

TSCHICK ist – vom Bestsellerroman über das Schauspiel und den Film bis hin zur Oper – eine Erfolgsgeschichte. Zwei 14jährige Außenseiter, unterwegs in einem gestohlenen Auto, sehen die Welt mit völlig neuen Augen: Diesem gesteigerten Erleben von Realität musikalischen Ausdruck zu verleihen, ist Ludger Vollmer in seiner jüngsten Gegenwartsoper auf beeindruckende Weise gelungen.

ML: Hans-Peter Preu; I/A: Sebastian Ritschel; Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen. | 3.10.| 19.10.


VOM NUTZEN DES WEINS ODER GENUSS PASSIERT IM KOPF – UA –, Monolog einer zugereisten Winzerin von Fabian Wast

Die aus der Wachau zugereiste Winzerin Manja Sacher plaudert über die Geheimisse des Weins, des Winzerlebens, besonders in Sachsen, und lädt zur Premiere ihrer speziellen Erfindung ein: einer seltenen Siebener Weinverkostung ohne Wein!

I: Manuel Schöbel; A: Marlit Mosler | 15.9.


VON EINEM, DER AUSZOG, DAS GRUSELN ZU LERNEN – UA –, Märchen von Manuel Schöbel nach den Brüdern Grimm (ab 6)

Karl, der jüngere Sohn des Korbmachers, ist so ganz anders als sein Bruder. «Wenn‘s mir nur gruselte! Wenn‘s mir nur gruselte!», wünscht er aus tiefster Seele und versucht es um Mitternacht auf dem unheimlichen Kirchturm, bei den Gehenkten auf dem Ziegenberg und schließlich in einem verwunschenen Schloss. Schaff t er es, die Gespenster zu besiegen, wird er das halbe Königreich und die Prinzessin zum Lohn bekommen. Ihm zur Seite steht das Mädchen Suse …

I: Steffen Pietsch; B: Tilo Staudte; K: Katharina Lorenz; M: Sebastian Undisz; | 24.11. | 25.11. | 26.11. | 28.11.


WILLKOMMEN, Komödie von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Anglistikdozent Benny, der sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, wird für ein Jahr in die USA gehen. Er schlägt seinen WG-Mitbewohnern vor, sein Zimmer während dieser Zeit Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen. Die Idee stößt auf sehr geteilte Ansichten. Als dann auch noch Achmed, der Freund des jüngsten WG-Mitgliedes Anna auftaucht, spitzt sich die Lage zu: denn Achmed ist Türke und hat seine ganz eigene Meinung über Araber, soziales Engagement und Helfersyndrome …

I: Tom Quaas; B: Tom Böhm; K: Irina Steiner; V: Daniel Rentzsch;   | 23.9. | 29.9. | 6.10. | 7.10. | 28.10.


WILLI´S RUMPELKAMMER – HITS, 

In der Rumpelkammer haben sich illustre Gäste angesagt: Einstige Filmstars, die vor allem sich selbst und ihre größten Erfolge präsentieren wollen. Musikalische Comedy für Liebhaber des Tonfilm-Schlagers.

ML: Thomas Tuchscheerer / Hans-Peter Preu; KL: Michael König; A: Irina Steiner | 18.10.


25.9. | ELTERNABEND zu PANDORA

Alle Eltern wollen gern mal kiebitzen, um zu wissen, was ihre Kinder nach der Schule oder am Abend machen, wenn sie ohne Mama und Papa unterwegs sind. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, indem wir Ihnen die Theater- und Klassenzimmerstücke zeigen, die Ihre Kinder sonst ohne Sie sehen. Außerdem stellen wir Ihnen unsere weiteren Pläne vor und Sie können mit den Künstlern ins Gespräch kommen.


5.10. | DON’T FORGET ME

Julia Böhme singt, begleitet von Thomas Tuchscheerer am Klavier und Tino Scholz am Bass, Songs und Tangos über das Leben.


23.11. | EINE KLEINE SEHNSUCHT. Chansons und Lieder von Friedrich Hollaender

Sylke Guhr singt, begleitet von Uwe Zimmermann am Klavier, Bekanntes und Unbekanntes des berühmten Revue- und Filmkomponisten.


30.11. | HEUSERS BÜCHERTHEKE – THEA DORN: «RINGKAMPF»

Michael Heuser präsentiert auch in dieser Spielzeit sein persönliches Best Of der Gegenwartsliteratur und beginnt mit einer Lesung aus Thea Dorns Roman «Ringkampf» – einer urkomischen und zugleich spannenden Satire über kriminelle Machenschaften und Liebesaffären rund um eine Inszenierung von Wagners «Ring» an der Frankfurter Oper.

Die mit mehreren Krimi-Preisen ausgezeichnete Autorin ist seit März 2017 auch festes Ensemblemitglied in der ZDF-Sendung «Das Literarische Quartett».


1.12. – 2.12. | LICHTERFEST AUF SCHLOSS WACKERBARTH

Lichterfest in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth

Erleben Sie mit Ihrer Familie einen gemütlichen Adventsauftakt auf Schloss Wackerbarth. Wir laden Sie in der barocken Schloss- und Gartenanlage in eine Welt voll Lichterglanz und Märchenspaß ein.

Gehen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern auf Abenteuerreise.


1.12. | WEIHNACHTSKONZERT «NUSSKNACKER, ZINNSOLDAT UND ZUCKERFEE» der Elbland Philharmonie Sachsen

Solistin: Jana Hruby, Sopran

Musikalische Leitung: Ekkehard Klemm

Programm: Werke von Johann Sebastian Bach, Engelbert Humperdinck, Peter Cornelius, Leon Jessel und Peter I. Tschaikowski sowie gemeinsames Weihnachtsliedersingen


16.9. | 14.10 | MIT MÄRCHEN DURCH DIE WELT,

Gute Fee, böse Fee (16.9.) & Abrakadabra-Simsalabim (14.10.)

Wie schön es wäre, wenn wir uns wirklich etwas von einer Fee wünschen oder uns etwas herbeizaubern könnten! Doch wie unsere Märchen im September und Oktober erzählen, ist

es nicht immer ganz einfach, sich das Richtige zu wünschen. Es kann viel passieren … Einmal monatlich, jeweils montags, gibt es außerdem die Reihe


KOCHEN KUNTERBUNT, eine Begegnung von Mitarbeitern der Landesbühnen Sachsen, Radebeuler Bürgern und geflüchteten Menschen, wo geplaudert, gesungen, gespielt und gekocht wird.


STÜCKINDEX
A: AUSSTATTUNG, B: BÜHNE, CH: CHOREOGRAFIE, FB: FIGURENBAU, I: INSZENIERUNG,
K: KOSTÜME, KGL: KÜNSTLERISCHE GESAMTLEITUNG, KL: KÜNSTLERISCHE LEITUNG,
L: LICHT, M: MUSIK, MI: MIMOGRAFIE, ML: MUSIKALISCHE LEITUNG, O: ORCHESTER, PL:
PROJEKTLEITUNG, SZE: SZENISCHE EINRICHTUNG, UA: URAUFFÜHRUNG, V: VIDEO
MUSIKTHEATER TANZ SCHAUSPIEL FIGURENTHEATER
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—| Pressemeldung Landesbühne Sachsen |—

München, Münchner Opernfestspiele 2018, Liederabend: Günther Groissböck – Gerold Huber, IOCO Kritik, 25.07.2018

 

Prinzregententheater München © Felix_Loechner

Prinzregententheater München © Felix Loechner

Prinzregententheater

Münchner Opernfestspiele 2018

 Liederabend – Günther Groissböck – Gerold Huber

Von Karin Hasenstein

Die Münchner Opernfestspiele stellen neben den Richard-Wagner- Festspielen Bayreuth und den Salzburger Festspielen ein besonderes Highlight im Festspielsommer dar. Große Oper, eine internationale hochkarätige Besetzung, berühmte Dirigenten und namhafte Regisseure locken jedes Jahr zehntausende, gar hunderttausende Besucher in die bayerische Landeshauptstadt. Die am meisten gestellte Frage war nun folgerichtig „Welche Oper schaust Du Dir denn an?” Umso größer das Erstaunen bei der Antwort: gar keine Oper. Es gibt einen Liederabend!

Diese Darbietungsform hebt sich durch mehrere Merkmale signifikant von allen anderen Angeboten im Festspielprogramm ab. Ein Liederabend ist etwas Kleines, Intimes. Keine große Besetzung, nur ein Sänger und sein Begleiter. Und das im Prinzregententheater, einem Haus mit 1.043 Plätzen. Kann das ein angemessener Rahmen sein für einen Liederabend? Es kann und es war, sogar ein ganz besonders schöner.

Ein Blick ins Festspielprogramm offenbarte außerdem zeitgleich nicht unerhebliche „Konkurrenzveranstaltungen” wie das große Klassik Open Air des Bayerischen Rundfunks auf dem Odeonsplatz mit Diana Damrau und anderen sowie eine Aufführung von Il trittico in der Staatsoper (2.100 Plätze) unter der Leitung von Kirill Petrenko mit Eva-Maria Westbroek, Wolfgang Koch, Ermonela Jaho und Pavol Breslik, um nur einige zu nennen.

Prinzregententheater / Liederabend Günther Groissböck und Gerold Huber © W. Hösl

Prinzregententheater / Liederabend Günther Groissböck und Gerold Huber © W. Hösl

Gegen diese beiden „Großveranstaltungen” traten Günther Groissböck und sein Klavierbegleiter Gerold Huber an, was an sich schon bemerkenswert ist. Und sie schafften es, dass das kleinere, aber mit 1.043 Plätzen immer noch stattliche Haus nahezu ausverkauft war. Das Prinzregententheater in München wurde 1900/1901 vom Architekten Prof. Max Liebermann erbaut und hat einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Architektur der Jahrhundertwende und leitete, neben dem Festspielhaus in Bayreuth, dem es in Details nachempfunden ist, den modernen Theaterbau des 20. Jahrhunderts ein. Es beherbergt seit 1993 die Theaterakademie August Everding, die seit September 2014 von Hans-Jürgen Drescher geleitet wird. Sie ist mit acht Studiengängen und drei Theatern die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe in Deutschland.

Den ersten Teil eröffnete Groissböck mit den „Vier ernsten Gesängen op. 121” von Johannes Brahms (1833 – 1897).  Brahms komponierte den Zyklus Vier ernste Gesänge” für Bass und Klavier in Wien am Ende seines Lebens, im Jahre 1896,  und widmete ihn Max Klinger. Er verwendete dazu Worte aus der Lutherbibel und bediente sich dazu auch Skizzen für eine nicht mehr aufgeführte Sinfonie. Brahms vollendete seinen letzten Liederzyklus an seinem Geburtstag, dem 7. Mai 1896 in Vorahnung des Todes seiner Freundin Clara Schumann. Die  Uraufführung fand am 9. November 1896 in Wien im Beisein des Komponisten statt. Die Texte der ersten drei Lieder sind dem Alten Testament entnommen (Prediger Salomo, Kap. 3 und 4, Jesus Sirach, Kap. 41) und thematisieren Tod und Vergänglichkeit des Lebens. Der Text des vierten Liedes, „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete”, entstammt dem Neuen Testament (1. Brief des Paulus an die Korinther 13, 1-3 und 12-13) und stellt Glaube, Hoffnung und Liebe in den Mittelpunkt. Die Anspannung war dem österreichischen Bass noch anzumerken, als er mit Gerold Huber die Bühne betrat, doch ab dem ersten Lied war Groissböck hochkonzentriert an der Musik.

  1. Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh – Andante

Was sofort auffällt, ist die ausgeprägte Textverständlichkeit, wodurch sich jeder Blick ins Textheft erübrigt. Jedes Wort, jede Silbe, gar jeder Buchstabe wird von Groissböck zelebriert ohne je manieriert zu wirken.

Bereits am Ende der ersten Strophe bei den Worten „denn es ist alles eitel” hat er den Zuhörer in seinen Bann gezogen. Der nächste Höhepunkt folgt in der zweiten Strophe auf „Wer weiß, ob der Geist des Menschen aufwärts fahre…” in kraftvollem Forte.

  1. Ich wandte mich und sahe an – Andante

Auch im zweiten Lied besticht Groissböck durch exquisite Diktion. „Und siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und hatten keinen Tröster” lässt den Zuhörer an das Deutsche Requiem denken.

Molto espressivo auch die zweite Strophe „Da lobte ich die Toten… mehr als die Lebendigen”. Hier kann der Bass souverän seine tiefe Lage zur Geltung bringen. Im Ausdruck sehr verinnerlicht ist es nicht nur ein Genuss, ihm zuzuhören, sondern auch eindrücklich, seine Mimik und Gestik zu verfolgen. Der Inhalt wird absolut glaubhaft übermittelt. Bereits nach diesen beiden Stücken sind die Zuhörer spürbar ergriffen.

  1. O Tod, wie bitter bist du – Grave

Voll, warm und bestimmt erklingen hier die ersten Worte „O Tod, wie bitter bist du”, während bei „wie wohl tust du dem Dürftigen” eine große Zartheit in den Legato-Bögen der Phrasen liegt. Man merkt dem Interpreten an, dass er weiß, was er da singt. Hinzu kommt, dass Groissböck in Gerold Huber einen kongenialen Begleiter gefunden hat, der stets mit jeder Note aufmerksam am Sänger ist und sich wenn nötig zurücknimmt. Es ist eine Freude, die große Harmonie in diesem eingespielten Team zu spüren.

  1. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete – Andante con moto et anima
Prinzregententheater / Liederabend Günther Groissböck und Gerold Huber © W. Hösl

Prinzregententheater / Liederabend Günther Groissböck und Gerold Huber © W. Hösl

Diesen Text aus dem 1. Korintherbrief kennt wohl jeder. Mit großem Ausdruck erzählt Groissböck eine Geschichte. Bei „und hätte der Liebe nicht” geht ein Lächeln über sein Gesicht. Sein Vortrag besticht durch differenzierte Dynamik und große Bandbreite im Ausdruck. „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte” gestaltet er so intensiv, dass man gar nicht anders kann, als tief ergriffen zu sein.

Der Atem geht ruhig fließend und bei „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen” überträgt sich diese Gewissheit auch auf den Zuhörer. Die Anspannung löst sich in einem ersten Jubel und begeistertem Applaus des Publikums nach diesem ersten von vier Liederzyklen.

Der Liederkreis op. 39 von Robert Schumann (1810 – 1856) ist ein Zyklus aus zwölf Vertonungen von Gedichten Joseph von Eichendorffs (1788 – 1857). Er entstand im Jahr 1840 und wurde 1842 erstmals veröffentlicht. Heute stellt der Liederkreis einen bedeutenden Teil des romantischen Kunstliedrepertoires dar. Die zwölf Lieder des op. 39 gliedern sich in zwei Teile. Die Nummern 1 bis 6 enthalten vorwiegend die positiven, die Nummern 7 bis 12 eher die dunkleren Inhalte. Am Ende der jeweiligen Teile positionierte Schumann die optimistischen Lieder „Schöne Fremde” und „Frühlingsnacht”. Die letzte Zeile des Liederkreises „Sie ist Deine, sie ist dein!” verdeutlicht den autobiografischen Zusammenhang, war doch kurz zuvor die Ehe Schumanns mit Clara Wieck per Gerichtsentscheid für rechtens erklärt worden.

  1. In der Fremde – Nicht schnell

In diesem Lied bringt Groissböck die Verzweiflung dem Zuhörer spürbar nahe. „Es kennt mich dort keiner mehr“ oder „Da ruhe ich auch” sind im Ausdruck extrem berührend, man spürt förmlich die Waldeinsamkeit, die der Dichter beschreibt.

  1. Intermezzo – Langsam

Auch in dieses kurze Lied – acht Zeilen, in der Liebestonart A-Dur  – legt Groissböck so viel Gefühl, dass man gebannt an seinen Lippen hängt. Jede Silbe, jeder Buchstabe wird zelebriert. Hier fallen besonders die aspirierten Abschluss-t auf, fast eine Art Markenzeichen des Sängers. Einmal mehr wird deutlich, welch hohe Kunst der Liedgesang ist und wie meisterlich Groissböck diese Disziplin beherrscht.

  1. Waldesgespräch – Ziemlich rasch

Im Waldesgespräch entspinnt sich ein Dialog zwischen dem Reiter und der Hexe Lorelei, Groissböck deklamiert, man hört förmlich die gesungenen Anführungszeichen zur wörtlichen Rede und den Akzent auf „Hexe”. Das ff auf „kommst nimmermehr aus diesem Wald” jagt dem Zuhörer einen leichten Schauer über den Rücken.

Im 4. Lied – Die Stille – Nicht schnell

verdeutlicht der Sänger wunderschön den geheimnisvollen Charakter an der Stelle „kein Mensch es sonst wissen soll”.

Robert Schumann Büste © IOCO

Robert Schumann Büste © IOCO

Einen besonderen Höhepunkt innerhalb des op. 39 stellte das 5. Stück Mondnacht (Zart, heimlich) dar. Es ist wohl das bekannteste Lied aus dem Liederkreis und eine der populärsten Kompositionen Schumanns überhaupt. Hier wird durch das kurze Klaviervorspiel bereits eine Spannung und geheimnisvolle Stimmung erzeugt. Musik und Dichtung ergänzen sich auf einzigartige Weise. Huber erzeugt bereits mit den ersten Takten eine zarte mystische Atmosphäre, die Groissböck fortführt. „…die Erde still geküsst” gerät so wunderbar zart und innerlich, dass man unwillkürlich den Atem anhält und sich im Sitz aufrichtet, um noch näher dran zu sein und ja nichts zu verpassen. Bei „dass sie im Blütenschimmer” – lässt Groissböck förmlich das Licht des Mondes auf die Blüten fallen. An der Stelle „so sternklar war die Nacht” kann man buchstäblich eine Stecknadel im Saal fallen hören, so spürbar breitet sich die Konzentration im Raum aus. Bei „müsst” an der Textstelle „von ihm nur träumen müsst” ist wieder jeder einzelne Buchstabe vernehmbar, so deutlich und weit vorne spricht der Bass. Mit minimalen Seitenblicken verständigt sich Groissböck mit seinem Begleiter, der wie durch ein unsichtbares Band mit dem Sänger verbunden scheint. Die letzten Zeilen „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus” erscheinen so zart und innig wie ein Gebet.

Einen Moment ist es ganz still und nicht nur die Zuhörer sind ergriffen, auch Groissböck ist die Rührung anzumerken.

  1. Schöne Fremde – Innig, bewegt

Kraftvoll interpretiert der Sänger hier die Verheißung „wie von künftigem großen Glück”. Auch in diesem sehr kurzen Lied fällt wieder die außergewöhnlich gute Artikulation auf, z.B. an Stellen wie „In heimlich dämmernder Pracht” oder „Zu mir, phantastische Nacht!”

  1. Auf einer Burg – Adagio

In diesem Lied gelingt es Groissböck großartig, dem Zuhörer eine Geschichte zu erzählen, man sieht den alten Ritter mit dem eingewachsenen Bart geradezu vor sich! „Oben in der stillen Klause” gestaltet Groissböck behutsam im Piano und die letzte Zeile „und die schöne Braut, sie weinet” gerät so mitfühlend-liebevoll, dass man beinahe mitweinen möchte.

  1. In der Fremde – Zart, heimlich

Diesen Titel hat Schumann zweimal vergeben. Es ist jedoch kein Bezug zum ersten Lied, sondern eng mit dem vorangehenden Stück verbunden.

Auch hier nimmt Groissböck den Zuhörer wieder mit auf eine Reise, deklamiert, ist molto espressivo in der letzten Strophe „Als müsste in dem Garten, voll Rosen weiß und rot, meine Liebste auf mich warten, und ist doch so lange tot.”

  1. Wehmut – Sehr langsam

Rezeption ist ja immer subjektiv, aber bei diesem Lied hat sich Groissböck selbst übertroffen. Es ist für die Rezensentin neben der Mondnacht das stärkste Stück aus dem ganzen Liederkreis. Seine Interpretation ist dermaßen intensiv und transportiert den Text und die Empfindung des lyrischen Ichs so packend, dass erst einmal tief durchatmen angesagt ist. „Da lauschen alle Herzen, und alles ist erfreut, doch keiner fühlt die Schmerzen, im Lied das tiefe Leid”. Die bisher homophon mitgelaufene Klavierstimme wird hier erst am Schluss etwas selbständiger und betont das „tiefe Leid” durch einen chromatischen Abgang im Bass.

  1. Zwielicht – Langsam

Zu Beginn eine kurze stumme Verständigung zischen Sänger und Begleiter, wie so oft kaum wahrnehmbar und doch vorhanden.

Das „Zwielicht” ist eine der dunkleren Dichtungen Eichendorffs. Die Gefahr, die hier aus jeder Richtung, sogar vom besten Freund droht, ist spürbar. „Hast du einen Freund hienieden, trau ihm nicht zu dieser Stunde” gestaltet Groissböck denn auch sehr intensiv, der „tückische Friede” wird förmlich ausgespien und der Rat „hüte dich!” verhallt nicht ungehört!

  1. Im Walde – Ziemlich lebendig

Hier nimmt der Sänger von den ersten Takten an wieder Kontakt zum Publikum auf, er gestaltet mit großem Ausdruck „Und eh ich’s gedacht, war alles verhallt”, auch hier wieder das Schluss-t leicht aspiriert. Lautmalerisch ist auch die letzte Zeile „Und mich schauert’s im Herzensgrunde”, so dass es den Hörer wirklich fast schauert, endet die Phrase der Singstimme doch auf dem tiefsten Ton des ganzen Liederzyklus.

Der Schauer währt jedoch nicht lange, denn das letzte Lied

  1. Frühlingsnacht – Ziemlich rasch

wendet sich von fis-Moll im ersten Lied zu Fis-Dur.  Die Musik erzeugt eine freudig-erregte Stimmung. „Jauchzen möchte’ ich, möchte weinen” gestaltet Groissböck wiederum sehr ausdrucksvoll, und auf „Mondesglanze” sieht man denselben förmlich in seinen Augen aufleuchten. Der letzte Satz vermittelt Zuversicht und die Gewissheit „Sie ist deine, sie ist dein!” und seine Mine unterstreicht den Text ohne Zweifel.

Nach diesem Lied, das neben dem Ende des Liederzyklus auch das Ende des ersten Teils an diesem Liederabend markiert, bricht das Publikum erneut in begeisterten Beifall aus und entlässt einen sichtlich erleichterten Sänger in die wohlverdiente Pause.

Den zweiten Teil des Abends eröffnet Groissböck mit 5 ausgewählten Liedern von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893)

Johann Wolfgang von Goethe © IOCO

Johann Wolfgang von Goethe © IOCO

Aus den 6 Romanzen, op. 6 (komponiert in Moskau, November 1869) singt er die Nr. 6 „Net, tolko tot, kto znal” (Nur, wer die Sehnsucht kennt, Text Johann Wolfgang  von Goethe) und Nr. 4 „Slesa drashit” (Die Träne bebt, von Alexej Konstantinowitsch Tolstoi), op. 25 Nr. 1 „Primirenje” (Versöhnung, Nikolai Fjodorowitsch Schtscherbina) sowie zwei Lieder aus op. 38, die Nr. 3 „Sred schumnogo bala” (Inmitten des lärmenden Balls, Alexej Konstantinowitsch Tolstoi) und Nr. 1 „Serenada dona Juana” (Ständchen des Don Juan, ebenfalls von A. K. Tolstoi).

Auch wer des Russischen nicht mächtig ist, dem vermittelt sich dennoch die „russische Seele” dieser Lieder. Groissböcks farbenreicher, voluminöser Bass passt auch hervorragend zu dieser Art von Lied, die im Charakter so ganz anders sind, als die Werke des ersten Teils.  Er kostet sowohl die tiefen Stellen aus, beeindruckt aber auch in höheren Lagen mit wohltimbrierter baritonaler Färbung.

Mit intensiven Gesten unterstreicht Groissböck den Text, wirkt dennoch verinnerlicht, fast als hätte er das Publikum um sich herum vergessen und überzeugt durch seine enorme Bühnenpräsenz auch in dieser kleinen Kunstform Lied. Auch hier ist er stets fast unmerklich im Kontakt mit Huber, die Harmonie zwischen beiden ist beeindruckend. Die Artikulation ist überdeutlich, und auch wenn die Rezensentin nicht Russisch spricht, es wird deutlich, dass Groissböck weiß, was er da singt. Insbesondere im „Ständchen des Don Juan” erzählt er wieder eine Geschichte, nimmt das Publikum mit, wirkt hochkonzentriert und doch gelöst. Die Freude an der Musik ist ihm anzusehen und sie überträgt sich auf das Publikum.

Den Abschluss des Liederabends bilden sechs Lieder von Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow (1873 – 1943).

Aus den Romanzen op. 4 erklingen die Nr. 3 „W malatschnji notschi tajnoj“ (In der Stille einer heimlichen Nacht), Nr. 4 „Ne poj, krassawiza” (Singe nicht, du Schöne) und Nr. 1 „O, net, molju, ni uchadi” (O nein, ich bitte dich, geh nicht). Ergänzt werden sie durch op. 26 Nr. 2 „Wso otnjal u menja” (Alles hat mir genommen), op. 8 Nr. 5 „Son” (Ein Traum) und op. 21 Nr. 6 „Schto tak usilenna” (Warum schlägt mein krankes Herz so wild).

Auch in diesem letzten Teil ist Groissböck hochkonzentriert, vermittelt jedoch stets den Eindruck großer Leichtigkeit und Freude am Vortrag. Mit größtem Ausdruck unterstreicht er die dramatischen Texte, die mitzulesen sich fast erübrigt, so sehr zieht er die Zuhörer in seinen Bann.

Groissböck bedankt sich beim begeisterten Publikum mit zwei Zugaben.

Beim „Erlkönig” von Franz Schubert kann er noch einmal sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen, fast gehen die Pferde mit ihm durch, er ist Verführer bei „Du liebes Kind, komm geh mit mir”, diabolisch bei „Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn” und ohne Illusion am Schluss bei „In seinen Armen das Kind war tot.”

Ganz anders die zweite Zugabe, “Core ‘ngrato” (Undankbares Herz), ein neapolitanisches Lied von Salvatore Cardillo auf den Text von Allessandro Sisca. Bekannt wurde dieses Lied aus dem Film „The Ungrateful Heart” durch Enrico Caruso, Mario Lanza und andere berühmte Tenöre.

Nach fast zwei Stunden absoluter Konzentration gab Groissböck auch hier noch einmal alles, zeigte, dass er nicht nur in den großen Wagner-Rollen zuhause ist, sondern ganz besonders auch in dieser Königsdisziplin Lied. Die „sportliche” Leistung an diesem Abend kann nicht hoch genug bewertet werden, aber dessen war sich das kundige Publikum auch bewusst. Das Publikum dankte den Künstlern mit lang anhaltendem Beifall und stehenden Ovationen.

Zum Nachhören und Vertiefen der gewonnenen Eindrücke sei dem geneigten Hörer die kürzlich bei DECCA erschienene CD „Herz-Tod” von Günther Groissböck und Gerold Huber ans Herz gelegt, die neben den „Vier ernsten Gesängen“ u.a. auch die erstmals von einem Bass eingesungenen Wesendonck-Lieder enthält.

—| IOCO Kritik Prinzregententheater München |—

Dortmund, Theater Dortmund, WA Ballett FAUST II – ERLÖSUNG, 26.05.2018

Mai 8, 2018 by  
Filed under Ballett, Pressemeldung, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Wiederaufnahme von Xin Peng Wangs Ballett FAUST II – ERLÖSUNG mit Lucia Lacarra und Marlon Dino
Samstag, 26. Mai 2018, im Opernhaus Dortmund

Am Samstag, 26. Mai 2018, wird um 19.30 Uhr Xin Peng Wangs Ballett FAUST II – ERLÖSUNG im Dortmunder Opernhaus wiederaufgenommen. Wang hatte als erster Choreograf weltweit  sich „Der Tragödie zweiter Teil“ angenommen. Wie in der Uraufführung werden die weltberühmten Tänzer Lucia Lacarra und Marlon Dino wieder in Dortmund zu sehen sein.

Theater Dortmund / Ballett FAUST-I -Lucia-Lacarra_Marlon-Dino © Bettina Stöß

Theater Dortmund / Ballett FAUST-I -Lucia-Lacarra_Marlon-Dino © Bettina Stöß

Vom skrupellosen Spiel mit den Mechanismen der Geldwirtschaft bis zur Inflation, der Erschaffung künstlichen Lebens und der Liaison mit Helena, Sinnbild antiker Schönheit – an Attraktionen und tiefsinnigen Bezügen ist Fausts Leben nicht arm. Hundert Jahre muss er werden, um seinen kühnsten Plan zu verwirklichen: Er möchte einen Deich errichten und so dem Meer Land abgewinnen für die Besitzlosen. Als ihm dies gelingt, er seinen Egoismus überwindet und sich selbstbewusst selbstlos für andere einsetzt, spricht er jenen verhängnisvollen Satz, auf den Mephisto die ganze Zeit gewartet hat.

Zusammen mit dem chinesischen Licht-Künstler Li Hui wagte sich Xin Peng Wang an Goethes „Faust II“. Li Hui wurde 1977 in Peking geboren und lebt dort als Konzept-Künstler. Seine Lichtinstallationen wurden bei Ausstellungen der Stiftung Moderner Kunst Ludwig in Wien, am National Art Museum of China und am National Museum of Contemporary Art in Seoul gezeigt. In seinen Arbeiten reflektiert er neben ästhetischen Fragen auch immer wieder die politische und soziale Situation seines Heimatlandes.

Theater Dortmund / Ballett FAUST-I -Lucia-Lacarra_Marlon-Dino © Bettina Stöß

Theater Dortmund / Ballett FAUST-I -Lucia-Lacarra_Marlon-Dino © Bettina Stöß

Die Musik zu dieser Neuproduktion stammt von Hans Abrahamsen, Louis Andriessen, Luciano Berio, Michael Gordon, David Lang und Peteris Vasks, zeitgenössische Komponisten, die sich in ihrem stilistisch höchst unterschiedlichen Schaffen sowohl mit der musikgeschichtlichen Vergangenheit Europas, speziell der Epoche von Johann Wolfgang von Goethe, als auch mit dem gesellschaftlichen Stellenwert und der Notwendigkeit der Kunst in unserer Zeit auseinandersetzen.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

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