Kiel, Theater Kiel, Spielplan Januar 2020

Dezember 13, 2019 by  
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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT


operkiel*


Oper Kiel / Die Fledermaus © Olaf Struck

Oper Kiel / Die Fledermaus © Olaf Struck

Premiere DIE FLEDERMAUS  –  Operette von Johann Strau

Samstag, 25. Januar 19.30 Uhr Opernhaus

Gabriel von Eisenstein will vor Antritt einer Haftstrafe wegen Beamtenbeleidigung noch einmal richtig auf den Putz hauen: Auf einer Party des Prinzen Orlofsky frischt er seine Verführungskünste auf – und trifft dabei ausgerechnet seine eigene Frau, sein Stubenmädchen und den Gefängnisdirektor! Dass diese erstaunlichen Zufälle kein Zufall waren, klärt sich erst am verkaterten nächsten Morgen im Gefängnis auf … Mit Champagnerlaune, Walzern und dem Patentrezept »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist« kehrt die Operette aller Operetten nach Kiel zurück.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg, Regie Olaf Strieb, Ausstattung Heiko Mönnich, Choreinstudierung Lam Tran Dinh

Mit Agnieszka Hauzer, Hye Jung Lee, Vigdis Bergitte Unsgård, Ks. Heike Wittlieb; Yoonki Baek, Fred Hoffmann, Michael Müller–Kasztelan, Ks. Jörg Sabrowski u.a. sowie dem Opernchor

 LUCIA DI LAMMERMOOR   –  Oper von Gaetano Donizetti

Lucia Ashton liebt Edgardo di Ravenswood, den Erzfeind ihres Bruders Enrico, der seine Schwester in eine Ehe mit dem reichen Arturo Bucklaw zwingt – eine Entscheidung, die blutige Konsequenzen hat … Fast vier Jahrzehnte nach der letzten Kieler Inszenierung kehrt Donizettis schauer-romantisches Belcanto-Meisterwerk in einer visuell ungewöhnlichen Gestaltung des griechischen Designers Paris Mexis und des Lichtkünstlers George Tellos zurück.

DIE TOTE STADT  –  Oper von Erich Wolfgang Korngold

Liebe, Abschied, Tod und Träume: Ein trauernder Witwer begegnet einer Doppelgängerin seiner verstorbenen Frau und glaubt, damit würde sein »Traum der Wiederkehr« wahr werden. Sein Traum nimmt jedoch eine überraschende Wendung! KEIN Traum ist es, dass Korngolds Opernhit der 1920er Jahre mit den schwelgerischen Ohrwürmern »Glück, das mir verblieb« oder »Mein Sehnen, mein Wähnen« wiedergekehrt ist.

EIN AMERIKANER IN PARIS  –  Musical von George Gershwin

Paris 1945: Die bezaubernde Balletttänzerin Lise Dassin muss sich zwischen drei Verehrern entscheiden: den Ex-GIs Jerry Mulligan und Adam Hochberg, die sich als Künstler bzw. Komponist in Paris versuchen, und dem reichen Unternehmersohn Henri Baurel, der lieber ein Jazzsänger wäre. Lises schwere Entscheidung wird durch solche Gershwin-Klassiker wie »I got rhythm«, »Shall we dance« oder »Stairway to Paradise« erleichtert.


Oper EXTRA


Freitag, 3. Januar 23.00 Uhr Foyer Opernhaus Lounge 23:

SCOTTISH POP

Lucia di Lammermoor spielt in Schottland, klingt aber sehr italienisch. Zum Ausgleich gibt’s nach der ersten »Lucia«-Vorstellung des Jahres was richtig Schottisches auf die Ohren, von Annie Lennox und den Simple Minds bis zu Franz Ferdinand – moderiert von Katrin Liebthal und Ulrich Frey.

Montag, 6. Januar 20.00 Uhr 1. Foyer Opernhaus
KLARINETTE?   NA KLAR!

In der vergangenen Spielzeit initiierte der Soloklarinettist Ishay Lantner Konzerte mit Kammermusik für Klarinette. Es begann mit Mozart und Musik aus der Zeit der Romantik, in dieser Spielzeit stehen seine beiden Konzerte unter dem Motto »Tänze«. Am 6. Januar sind europäische Tänze von Franz Schubert, Adolf Busch, Dmitri Schostakowitsch, Johann Strauß, Fritz Kreisler, Béla Bartók u.a. zu erleben. Es spielen u.a. Ishay Lantner, Liz Farrell, John Doig, Sarah Pape, Volker Bohnsack, Daniel Carlberg und John Spencer.

Samstag, 11. Januar 16.00 Uhr, 1. Foyer Opernhaus
Operncafé:  DIE FLEDERMAUS

»O Fledermaus, o Fledermaus, lass endlich jetzt dein Opfer aus.« Dirigent Daniel Carlberg, Regisseur Olaf Strieb und Dramaturgin Cordula Engelbert erläutern ihre Sicht auf Johann Strauß’ »Rache einer Fledermaus«.

Montag, 27. Januar 20.00 Uhr 1. Foyer Opernhaus
Dieter Schnebel zum 90.

Am 14. März 2020 wäre Dieter Schnebel 90 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstages spielt das Ensemble Klangrauschen – Liz Farrell (Flöte), Maria Yamanaka (Viola), Heiko Maschmann (Kontrabass), Ninon Gloger (Klavier) – Werke von Michael Maierhof, John Cage, György Ligeti und Dieter Schnebel.

Eine Kooperation von Klangrauschen und dem Theater Kiel

Gastspiel

Montag, 20. Januar 20.00 Uhr,  1. Foyer Opernhaus
Wir in Schleswig-Holstein: Violine! Klasse!

Die beliebte Gastspielreihe mit Studierenden der Musikhochschule Lübeck beginnt im neuen Jahr mit der Violin-Klasse von Prof. Maria Egelhof, am Klavier begleitet von Yoko Yamada.


orchesterkiel*


Mittwoch, 1. Januar 18.00 Uhr Kieler Schloss
Neujahrskonzert  –  Freude ohne Götterfunken

Neujahr ohne Beethovens neunte Sinfonie – kann das gehen?! Ja, aber da muss ein Experte ran: Karl-Heinz Bloemeke, langjähriger Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Detmold und ausgewiesener Spezialist für humorvoll moderierte Konzerte führt mit Italianità, Champagner-Galopp und einer echten Überraschung ins Jahr 2020 – für einen gelungenen Start ins neue Jahr sollten Sie dieses Konzert keinesfalls verpassen!

Philharmonisches Orchester Kiel
Tatia Jibladze (Mezzosopran), Ks. Tomohiro Takada (Bariton)
Dirigent Karl-Heinz Bloemeke

Dienstag, 7. Januar 19.00 Uhr, St. Nikolaikirche Kiel
3. Mozart-Konzert  –  Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
und Louise Farrenc (1804–1875)
Kieler Kammerorchester
Dirigent Imre Sallay

Sonntag, 12. Januar 11.00 Uhr, Kieler Schloss
Montag, 13. Januar 19.30 Uhr, Kieler Schloss

5. Philharmonisches Konzert

Winterträume von Italien im Januar: Die Kieler Philharmoniker spielen ein italienisch inspiriertes Programm unter der Leitung des jungen französischen Dirigenten Joseph Bastian, der über zehn Jahre Bassposaunist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war, bevor er sich endgültig und mit beeindruckendem Erfolg aufs Dirigieren verlegte.

Ebenfalls zu Gast in Kiel ist Ödön Rácz, Solokontrabassist der Wiener Philharmoniker und international gefragter Solist, mit dem Kontrabass-Konzert h-Moll des italienischen Komponisten Giovanni Bottesini.

Joseph Haydn (1732–1809)?infonie Nr. 42 D-Dur
Giovanni Bottesini (1821–1889) Konzert für Kontrabass h-Moll
Hector Berlioz (1803–1869) Ouvertüre »Béatrice et Bénédict«
Giuseppe Verdi (1813–1901) Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) aus der Oper  Die sizilianische Vesper

Philharmonisches Orchester Kiel
Solist Ödön Rácz (Kontrabass), Dirigent Joseph Bastian

• Auftakt: Konzerteinführung jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Fördefoyer
• PhilharmoNINO: Kinderbetreuung jetzt bei allen philharmonischen Sonntagskonzerten
• Zugabe am Montag: abschließender »Philharmonischer Absacker« im Fördefoyer

Sonntag, 26. Januar 11.30 Uhr, Opernhaus  –  2. Familienkonzert
Dienstag, 28. Januar 11.00 Uhr, Opernhaus  –  1. Schulkonzert

»Wer fuchtelt da vorne rum? – Der neue GMD stellt sich vor«

Wer ist eigentlich der Mann, der vor dem Orchester steht und dem Publikum immer so unhöflich den Rücken zudreht? Genau, der Dirigent! In Kiel begrüßen wir in dieser Spielzeit Benjamin Reiners als neuen Chefdirigenten, auch Generalmusikdirektor (GMD) genannt. Heute stellt er sich euch im Familienkonzert vor und erzählt euch von seinem Job. Mit dabei natürlich auch unsere Kieler Philharmoniker, die für euch die Musik zu dem bekannten Kinderbuch »Das Orchester zieht sich an« spielen.

Musik: »Das Orchester zieht sich an« von Marius Felix Lange
zum Buch von Karla Kuskin

Dirigent Benjamin Reiners, Szenische Leitung Marie Coring und Waltraut Anna Lach

Freitag, 31. Januar 19.00 Uhr, Hotel Birke, Waldesruh
Tafelmusik

Ein kulinarisch-musikalischer Abend mit abwechslungsreicher Kammermusik, moderiert von Selke Harten-Strehk, Kieler Streichquartett
Nora Piske (Violine), Rie Goji (Violine)
Sarah Pape (Viola), Volker Bohnsack (Violoncello)


ballettkiel*


Wiederaufnahme
Mittwoch, 8. Januar 19.30 Uhr, Opernhaus

CREATIONS  –  Tanzabend von Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko

Mal meditativ, mal hochexplosiv und mal traumhaft schön – der Tanzabend »Creations« fesselt mit zwei eigens für diesen Abend geschaffenen Stücken der Choreografen Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko. Beide Stücke erwuchsen aus der Faszination für eine bestimmte Musik: »Following a Bird« von Ivanenko ist durch die Musik und die Biografie des italienischen Ausnahmemusikers Ezio Bosso inspiriert, Reischls »(h)ruof« wurde durch das Ritual des balinesischen Kecak-Tanzes angeregt. Ein kraftvoller Abend mit aufregendem choreografischen Kontrastprogramm!

Choreografie Georg Reischl, Yaroslav Ivanenko
Musik Vincent Glanzmann, Ezio Bosso, Max Richter, Kimmo Pohjonen
Bühne Georg Reischl, Marie Rosenbusch?Kostüme Min Li
Mit den Tänzer*innen des Ballett Kiel

Repertoire

EUGEN ONEGIN  –  Ballett von Yaroslav Ivanenko

Um ehrliche und starke Gefühle, um Treue und die Frage danach, was wir wirklich im Leben brauchen – darum geht es in Alexander Puschkins Versroman »Eugen Onegin«. Yaroslav Ivanenko hat den berühmten Stoff aufgegriffen und die dramatische Liebesgeschichte zwischen dem Dandy Onegin und dem verträumten Mädchen Tatjana, untermalt von sinfonischen und kammermusikalischen Werken Peter Tschaikowskis, in Tanz verwandelt.

CINDERELLA  –  Ballett von Yaroslav Ivanenko zur Musik von Sergej Prokofjew

Die Geschichte von Cinderella, die aus Eifersucht auf ihre Schönheit von Stiefmutter und Stiefschwestern unterdrückt und vom Prinzen mit Hilfe des verlorenen Schuhs befreit wird, ist weltweit in vielen Variationen bekannt. Yaroslav Ivanenko versetzt in seiner Version »Cinderella« in die Welt des Zirkus, sodass auch fliegende Artisten, liebenswerte Clowns und geheimnisvolle Magier auf der Bühne des Kieler Opernhauses zu bestaunen sind.

Gastspiel des Theater Kiel

La Sylphide

Das Ballett Kiel gastiert in dieser Spielzeit mit La Sylphide am Theater Lübeck. Das romantische Ballett über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einem Luftgeist ist dort in Anlehnung an die originale Choreografie von August Bournonville aus dem Jahr 1836 zu erleben.

Eine Kooperation des Ballett Kiel mit dem Theater Lübeck


Ballett EXTRA


Samstag, 11. Januar 10.00 Uhr,  Ballettsaal im Opernhaus
ÖFFENTLICHES TRAINING

Einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und das Ballett Kiel aus nächster Nähe erleben: Diese Möglichkeit bietet das Öffentliche Training wieder im Januar. Nur fünfzig Zuschauer*innen finden im Ballettsaal Platz, daher heißt es: schnell Karten sichern! Der Einlass erfolgt um 9.45 Uhr über die graue Eisentür am Opernparkplatz.

Sonntag, 26. Januar ca. 21.45 Uhr, 1. Foyer Opernhaus
Psychoanalyse und Theater: Eugen Onegin

Nach der Vorstellung von »Eugen Onegin« laden ballettbegeisterte Psychoanalytiker*innen des Kieler John-Rittmeister-Instituts das Publikum ein, den Abend gemeinsam mit Mitgliedern der Produktion zu reflektieren und sich darüber auszutauschen, was sie während der Vorstellung gesehen, erlebt, gedacht, gefühlt oder fantasiert haben.


interkulturellextra*


begegnungen*
Sonntag, 12. Januar?Einführung 16.30 Uhr, 2. Foyer Opernhaus
CREATIONS
Tanzabend von Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko
begegnungen* entstehen zwischen Alt- und Neu-Kieler*innen aus unterschiedlichen Kulturen. Sie können zu einem rabattierten Preis für sich und gleichzeitig eine »Unterstützerkarte« für eine geflüchtete Person kaufen. Dadurch entsteht eine Gruppe aus alten und neuen Kieler*innen. Eine Einführung in das Stück sowie der gemeinsame Ausklang mit Beteiligten der Produktion umrahmen den Abend.

Information und Anmeldung: ruth.seehaber@theater-kiel.de

begegnungen* – unterstützt von der Gesellschaft Freunde des Theaters in Kiel e.V.


schauspielkiel*


Oper Kiel / Vögel © Olaf Struck

Oper Kiel / Vögel © Olaf Struck

Premieren
Freitag, 17. und Samstag, 18. Januar 20.00 Uhr, Schauspielhaus
VÖGEL  –  Wajdi Mouawad

Wahida ist Amerikanerin und arbeitet in New York an ihrer Doktorarbeit. Eitan ist Deutscher und interessiert sich als Biogenetiker für Forschung über das Erbgut. Im Lesesaal einer großen Universitätsbibliothek verlieben sie sich. Als die beiden sich auf eine gemeinsame Reise nach Israel und Jordanien begeben, holt sie die Wirklichkeit ein: Die muslimische Wahida und der jüdische Eitan sind plötzlich mittendrin im Nah-Ost-Konflikt. Als Eitan sich nach einem Anschlag bewusstlos im Krankenhaus in Jerusalem befindet und seine Eltern mit dem Großvater aus Berlin angereist kommen, stößt Wahida auf deren Ablehnung. Doch als Eitans Vater zum ersten Mal seit Jahrzehnten seine israelische Mutter wiedertrifft, bringt ein gut gehütetes Geheimnis alles bis dahin Geltende ins Wanken.

Der gebürtige Libanese Wajdi Mouawad lässt mit großer sprachlicher Wucht und Poesie Generationenkonflikte, Familiengeheimnisse, Fragen der religiösen Identität und moderne Migrationsgeschichten auf die realpolitischen Zustände des israelisch-arabischen Konflikts treffen.

Regie Michael Wallner, Bühne Till Kuhnert, Kostüme Tanja Liebermann
Mit Jennifer Böhm, Ellen Dorn, Rudi Hindenburg, Werner Klockow, Ksch. Claudia Macht, Zacharias Preen, Yvonne Ruprecht, Felix Zimmer

Sonntag, 19. Januar 19.30 Uhr, Studio Schauspielhaus
OLEANNA  –  David Mamet

Ein Sprechzimmer in einer Universität, irgendwo in den USA. In drei sich immer weiter zuspitzenden Begegnungen treffen hier die junge Studentin Carol und ihr Professor John aufeinander. Aus einer scheinbar harmlosen Beratung über ein Seminar, das Carol besucht, entsteht dabei ein Missverständnis, das John nicht nur seine Karriere, sondern auch seine eigentlich glückliche Ehe kosten kann. Ein Missverständnis? Oder vielleicht doch eher eine sexistisch motivierte Grenzüberschreitung?

Der berühmte amerikanische Theater- und Drehbuchautor David Mamet nimmt in seinem 1992 uraufgeführten Dialog die #metoo-Debatte vorweg. Geschickt führt Mamet in den Dialogen die Zuschauer*innen in die Irre und lässt das tatsächlich Geschehene in der Schwebe. Reagiert Carol überempfindlich auf eigentlich normale zwischenmenschliche Kommunikation oder nutzt John das Machtgefälle zwischen ihnen aus?

Regie Jule Gröning, Ausstattung Sandra Bröske
Mit Tiffany Köberich, Oliver E. Schönfeld

Wiederaufnahme
Donnerstag, 23. Januar 20.00 Uhr, Schauspielhaus
HAMLET  –  William Shakespeare

Neuübersetzung: Daniel Karasek und Kerstin Daiber:  Die Erfolgsinszenierung mit Marko Gebbert in der Titelrolle kehrt ins Schauspielhaus zurück: Als Prinz Hamlet nach einem Studienaufenthalt nach Hause an den dänischen Königshof zurückkehrt, hat sich einiges grundlegend verändert: Sein Vater ist tot, sein Onkel Claudius hat seine Mutter Gertrud geheiratet und ist der neue Herrscher. Hamlets düstere Vermutungen werden Gewissheit, als ihm der Geist seines verstorbenen Vaters erscheint und Rache für seine Ermordung durch Claudius’ Hand fordert. Um seinen Onkel als Mörder zu überführen, spielt Hamlet den Wahnsinnigen und wird bald tatsächlich zum manisch Getriebenen.

Macht und Intrige, Liebe und Glauben, Schein und Wirklichkeit, Leben und Tod – nichts Geringeres als die großen Fragen menschlichen Daseins stehen in Shakespeares berühmtester Tragödie im Zentrum. Kaum eine Bühnenfigur erscheint auch heute noch so greifbar wie Hamlet, dieser zweifelnde dänische Prinz.

Regie Daniel Karasek, Ausstattung Claudia Spielmann
Video Moritz Boll, Musik Zacharias Preen

Mit Jennifer Böhm, Marko Gebbert, Maximilian Herzogenrath,
Christian Kämpfer, Tony Marossek, Zacharias Preen, Agnes Richter

Repertoire   ROSMERSHOLM  –  Henrik Ibsen

Henrik Ibsens meisterhaftes Kammerspiel um Freiheit und Schuld, moralische Grenzen und die Möglichkeit ihrer Überwindung: Ein einsamer Gutshof in Norwegen. Die psychisch instabile Frau des Gutsbesitzers Johannes Rosmer hat sich ertränkt. Als ein mysteriöser Brief auftaucht, drängen düstere Geheimnisse ans Licht.

FRÜCHTE DES ZORNS  –  John Steinbeck / Bühnenbearbeitung: Frank Galati

Die Bühnenbearbeitung des weltberühmten Romans von John Steinbeck erzählt von der ebenso entbehrungsreichen wie bewegenden Reise der Familie Joad quer durch die USA. Die Romanadaption wird von mehreren Songs begleitet, die auf der Bühne live von Schauspielern gespielt werden.

FAUST  –  Johann Wolfgang von Goethe
Ein großer Egotrip mitten durch die sündige Welt: Goethes großer Klassiker in einer modernen, sinnlichen und bildstarken Neuinszenierung.

AMSTERDAM  –  Maya Arad Yasur

Eine junge israelische Komponistin findet eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit.

HAMMER  –  Franz Wittenbrink
Der neue Liederabend von Franz Wittenbrink führt mitten hinein in die Untiefen des Baumarktes.


Schauspiel EXTRA


Sonntag, 5. Januar 11.00 Uhr, Bistro Entracte Schauspielhaus

VorOrt: VÖGEL  –  Mit Regisseur Michael Wallner, Dramaturgin Lena Carle und Mitgliedern des Ensembles.

Montag, 20. Januar 20.00 Uhr, Reihe 17 Schauspielhaus
Listening In: PRETTY ON THE INSIDE

Die DJ-trifft-Literatur-Veranstaltung in der Reihe 17 beschwört das Ende des Patriarchats. Gitarrenmusik mit politischer Schlagkraft von Blondie über Hole bis Sleater Kinney trifft auf ein Best of der literarisch-feministischen Popkultur. Es lesen Anne Rohde, Godje Hansen und Tristan Steeg. An den Turntables – wie gewohnt – DJ Bulta.

Freitag, 24. Januar 18.00 Uhr, Studio Schauspielhaus
Austs Literarischer Salon: BLANKER HANS UND HEIDEBILDER

Annette von Droste-Hülshoff und Detlev von Liliencron – zwei dichtende Adlige, deren Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch stehen sie beide für landschaftliche Prägung: Westfalen dort und Schleswig-Holstein hier. Lesegast ist wieder einmal Jutta Hagemann.

Montag, 27. Januar 20.00 Uhr Reihe 17 Schauspielhaus
KEIN THEATER, KEIN THEATER  – Erinnerung an Kammerschauspieler Siegfried Kristen

Am 27. Oktober 2019 ist Kammerschauspieler Siegfried Kristen verstorben. Mit Auszügen aus seiner Biografie und aus den Stücken, in denen er in Kiel auf der Bühne stand, und mit einem musikalischen Rahmenprogramm wollen wir an einen großartigen Schauspieler und Kollegen erinnern.

Gastspiele

Sonntag, 12. Januar 19.30 Uhr, Studio Schauspielhaus
DeichArt: STACHELN IM STURM  –  Jens Raschke

Drei abgebrannte Wanderschauspieler tingeln seit Jahren mit selbstgeschriebenen Märchen durch die Provinz. Mitten in ihrer aktuellen Tournee – auf dem Programm steht eine sehr gewöhnungsbedürftige Version von »Bambi« – geschieht jedoch etwas, was das Trio komplett aus der Bahn zu werfen droht …

Samstag, 11. und 25. Januar 20.00 Uhr, Maritim Hotel Bellevue
DeichArt: KUNST
Yasmina Rezas berühmter Komödienklassiker um drei Freunde und ein modernes Kunstwerk ganz in weiß wieder in der Backbord-Bar des Maritim Hotels.


werftparkkiel*


junges theater


Wiederaufnahme
BASKERVILLE – SHERLOCK HOLMES ALLERERSTER FALL – ab 6 Jahren  –  Annika Scheffel

Jetzt kommt Jamie, die Zwillingsschwester von Sherlock Holmes bestem Freund John Watson! Sie sind noch Kinder, da verschwindet Jamies und Johns Mutter. Gemeinsam mit Sherlock verfolgen sie die Spur bis in die nebelverhangenen Sümpfe von Dartmoor. Monsterhunde und Geisterbeschwörer bedrohen sie, aber zu dritt können sie den Fall bestimmt lösen!

Repertoire
THE ISLAND  –  Jugend  –  H. G. Wells / Christoph Busche

Den jungen Weltreisenden und Umweltaktivisten Eddie Prendick verschlägt es auf eine einsame Südseeinsel. Auf den ersten Blick ein exotisches Paradies. Doch der Meeresspiegel steigt und die Strände ersticken im Plastikmüll, den der Ozean unermüdlich heranträgt. Die Insel droht unterzugehen. Und bald erkennt Eddie, dass hier noch etwas anderes vorgeht …

KRABAT – ab 10 Jahren  –  Otfried Preußler

Krabat will, dass ihn sein neuer Meister alles lehrt. Denn dieser ist nicht nur Müller, sondern auch Zauberer, und die Mühle ein Ort voll Magie – schwarzer Magie. Erst als ein Lehrjunge verschwindet, begreift Krabat die Gefahr. Er muss selbst zaubern und so den Meister besiegen. Dafür soll das Mädchen seines Herzens zur Mühle kommen und eine Prüfung bestehen, bei der ihr Leben auf dem Spiel steht.

DIE REISE AUF DEN PLANETEN DER RÖBOTIERLINGE – ab 4 Jahren – Annika Rohde

Lena ärgert sich gerade furchtbar über ihre Freunde, als plötzlich ein seltsamer Außerirdischer vor ihr abstürzt: Erfinder Gnümo, auf der Suche nach geeigneten Beinen für seine neueste Erfindung, einem flauschigen Wesen namens Glümingo. Sie beschließen, einen Ausflug auf Gnümos Planeten Grivolius zu machen. Lena und Gnümo begeben sich auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise über den fremden Planeten

MALALA  –  ab 10 Jahren  –  Flo Staffelmayr

Malala liebt es, sich mit ihren Freunden zu treffen und geht gerne zur Schule. Bis die Taliban in ihrem Tal in Pakistan die Kontrolle übernehmen. Malala lässt sich nicht einschüchtern und tritt für das Recht aller Kinder auf Bildung ein. Bis zu dem Tag, der ihr Leben verändert. Am 9. Oktober 2012 wird Malala auf ihrem Schulweg von Taliban-Kämpfern niedergeschossen. Den Angriff überlebt sie schwer verletzt, doch er ändert nichts an ihrer Überzeugung.

DAS TRAUMFRESSERCHEN  –  ab 3 Jahren  –  Michael Ende

Prinzessin Schlafittchen wird jede Nacht von bösen Albträumen gequält. Immer größer wird ihre Angst vor dem Zubettgehen. Schließlich begibt der König sich auf die Suche nach einem Mittel gegen schlimme Träume.

DER VOGEL FARBENFROH  –  ab 2 Jahren

Was ist denn das für ein schönes Geräusch? Gezwitscher? Da! Der Vogel Farbenfroh. Doch obwohl er so heißt, ist sein Gefieder ganz und gar farblos. Jetzt darf er ein neues Nest beziehen und entdeckt dabei ganz neue Dinge: Farben! Allmählich verwandelt sich seine triste Umgebung in eine Welt voller bunter Tupfen: Gelb, Rot, Blau …

Werftpark EXTRA  –  What the F*ck –  Jugend

In Sebastian Kreuzers Drehscheibe What the F*ck fragen sich ein EU-Bürger, ein wütender Gelehrter, ein besorgter Familienvater und ein Handwerker, was Demokratie als auch Freiheit für sie bedeuten.

TANZ DES LEBENS  –  Jugend

Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus präsentiert Sebastian Kreuzer einen Drehscheiben-Abend über den Widerstandskämpfer Sylvin Rubinstein, der jüdische Kinder versteckte und Attentate auf Nationalsozialisten ausübte – geschminkt und in Frauenkleidern.

ZUM GLÜCK GIBT’S FREUNDE  –  ab 3 Jahren  –  nach Helme Heine

Franz von Hahn, Johnny Mauser und Waldemar heißen die drei Freunde aus dem Mullewapp. Fröhlich ist das Leben auf dem Hof, doch es gibt auch Streitigkeiten und Gefahren zu überstehen …

INTO THE WILD  –  Jugend

Das ehemalige Ensemblemitglied Lasse Wagner steigt in sein Kanu, um zu fahren, wohin der Fluss ihn treibt. Er begibt sich auf eine literarische Spurensuche anhand von Jon Krakauers Bestseller »Into the Wild«.

Vorleseabenteuer

DER REGENBOGENFISCH  –  ab 4 Jahren
Marcus Pfister  –  mit Gulshan Sheikh

Der schillernde Regenbogenfisch ist der schönste Fisch im ganzen Ozean. Darauf ist er stolz – so stolz, dass alle anderen nichts mit ihm zu tun haben möchten, weil er so eingebildet ist. Als seine Einsamkeit immer schlimmer wird, gelingt es ihm, seinen Stolz zu überwinden: Er verschenkt seine Glitzer-schuppen und gewinnt die anderen Bewohner des Ozeans als Freunde.

ICH LESE DAS, WAS DU SO LIEST  –  ab 5 Jahren
diverse Autor*innen  –  mit Sebastian Kreuzer

Bei diesem Vorleseabenteuer bestimmst du, was gelesen wird! Pack deine Lieblingsbücher ein und mach es dir in der Sternwarte des Jungen Theaters im Werftpark gemütlich, während Sebastian Kreuzer aus euren lustigsten, spannendsten, gruseligsten und schönsten Büchern vorliest.

Gastspiele
DeichArt: SCHWITZENDE MÄNNER IM SCHUHGESCHÄFT
3 Männer, 3 Hocker, 3 Meinungen. Wissenswertes und Erbauliches aus der äußersten Innenwelt dreier aufrecht sitzender männlicher Artgenossen.
TANTE SALZMANNS IMPROSHOW

Wie kann die Welt aussehen, wenn Nein-Sagen nicht erlaubt ist? Das zeigt die Kieler Improvisationstheatergruppe Tante Salzmann. Und das Beste: Die Zuschauer*innen bestimmen, was passiert!


theaterpädagogik*

Premiere
Mittwoch, 8. Januar  20.00 Uhr, Theater im Werftpark  –  Studierendenclub
AMPHITRYON  –  Jugend  –  Heinrich von Kleist

Amphitryon ist entsetzt, als er erfährt, dass seine Frau ihn mit IHM SELBST betrogen haben soll. Er glaubt vor den Trümmern seiner Ehe zu stehen, doch dann sieht er sich tatsächlich seinem Doppelgänger gegenüber. Ist es wirklich Amphitryon, der vor ihm steht? Und wer ist er dann? Als ihm der Zutritt in seinen Palast verweigert wird, da der »wahre« Amphitryon bereits dort sei, rüstet er zum Kampf. Inmitten des Gefechts herrscht erneut Verwirrung und schließlich muss seine Frau entscheiden. – Haben da etwa die Götter ihre Finger im Spiel?

Montag, 13. Januar 16.00 Uhr, Theater im Werftpark
Workshop-Montag für Pädagog*innen
VOM TEXT ZUM STÜCK

Um Stücke selbst zu schreiben, braucht es weder Shakespeares Sprachgewandtheit, noch Brechts theatertheoretischen Scharfsinn, noch Ibsens Tiefgründigkeit. Benötigt werden Mut, ein kreativer Kopf und eine grundlegende Idee. Wir planen und proben den Weg vom Text zum Stück.

—| Pressemeldung Theater Kiel |—

Kiel, Theater Kiel, Spielplan August-September 2019

August 12, 2019 by  
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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT


operkiel*

Premieren


AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

AIDA auf dem Rathausplatz in Kiel © Janina Wilkens

sommertheaterkiel*

Samstag, 24. August | 20.00 Uhr | Rathausplatz
AIDA
Oper von Giuseppe Verdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Das Sommerereignis in Kiel 2019 steht vor der Tür – im doppelten Sinne des Wortes! Ab 24. August geht es auf dem Rathausplatz italienisch-ägyptisch zu, »Aida« kommt, die Oper mit dem Triumphmarsch, die Sommeroper aller Sommeropern!
Die äthiopische Gefangene Aida und der ägyptische Heerführer Radamès lieben einander, obwohl ihre Länder Krieg gegeneinander führen. Wegen Aida weist Radamès nicht nur die ägyptische Prinzessin Amneris zurück, er begeht auch Landesverrat, wofür er zu einem perfi den Tod verurteilt wird. Als er die Gruft betritt, in der er lebendig eingemauert werden soll, wartet Aida dort auf ihn …
Musikalische Leitung Benjamin Reiners Regie Daniel Karasek
Bühne Lars Peter Kostüme Claudia Spielmann
Chöre Lam Tran Dinh Choreografi e Yaroslav Ivanenko
Mit Jule-Katrin Burghardt / Elisabeth Raßbach-Külz, Veronika Dzhioeva / Izabela Matula, Maria Gulik / Cristina Melis; Thorsten Grümbel, Fred Hoffmann, Stefano Meo, Sung Kyu Park / Mergen Sandanov sowie Opern- und Extrachor des Theaters Kiel,
Ballett Kiel, Philharmonisches Orchester Kiel


Sonntag, 8. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE VOLKSBÜHNENGALA
Kaum sind Aida und Radamès auf der Bühne des Rathausplatzes zum letzten Mal gestorben, da geht es drinnen im Opernhaus weiter, denn nicht nur Prinz Orlofsky »lädt gern sich Gäste ein«. In der Volksbühnengala servieren wir »Appetitmacher« aus den Werken, die Sie in der Spielzeit 2019 / 2020 bei uns erleben werden. Also fliegt die Fledermaus über die tote Stadt, besucht Lucia di Lammermoors Hochzeit, tanzt wie Eugen Onegin, dankt Gott mit Elias, feiert mit den Trojanern Karthago und seine ekstatischen Nächte und fi ndet erst mit einem Amerikaner in Paris den richtigen Rhythmus, um sich noch einmal an Aidas Triumphmarsch zu erinnern! Leitung und Moderation Benjamin Reiners
Mit Agnieszka Hauzer, Ks. Heike Wittlieb; Yoonki Baek, Norbert Ernst, Michael Müller-Kasztelan, Ks. Tomohiro Takada u. a. sowie dem Opernchor und dem Extrachor des Theaters Kiel Es dirigieren Benjamin Reiners u. a.


Freitag, 28. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
Deutsche Erstaufführung
EIN AMERIKANER IN PARIS
Musical von George Gershwin
Songs in englischer, Dialoge in deutscher Sprache
Der amerikanische Soldat Jerry Mulligan bleibt nach Ende des zweiten Weltkriegs in Paris, um sich als freier Künstler zu erproben. Als er die junge Französin Lise Dassin kennenlernt, ist es um ihn geschehen – zum Leidwesen seiner Freunde und Konkurrenten Adam Hochberg und Henri Baurel.
Für welchen ihrer drei Verehrer wird sich Lise entscheiden? »I got rhythm«, »They can’t take that away from me«, »Stairway to Paradise« oder »Shall we dance« sind einige der Gershwin-Standards, die Eingang in die spektakuläre Bühnenversion des Filmklassikers von 1951 gefunden haben.
Der West End- und Broadway-Hit ist in Kiel in einer exklusiven Musical- Besetzung erstmals auf einer deutschen Bühne zu erleben, natürlich inklusive des titelgebenden Orchesterhits »An American in Paris«.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Regie / Choreografi e Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne Hans Kudlich Kostüme Gabriele Heimann
Mit Sheila Grant, Evita Komp, Leoni Kristin Oeffi nger, Angelika Ratej, Lynsey Reid, Léonie Thoms, Barbara Wanasek, Alice Wittmer; Hermann Bedke, Adam Cooper, Connor Dowling, Peter Lesiak, Max Meister, Claus Opitz, Robert Schmelcher, Sascha Stead, Andrea Viggiano, Lars Wandres


Wiederaufnahmen


Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Freitag, 6. September | 19.30 Uhr | Opernhaus
DIE REISE NACH REIMS
Oper von Gioachino Rossini
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Absurdes Musiktheater trifft Zeichentrickfi lm, Wechselwirkung inbegriffen, Spaß pur! Auf dem Weg zur Krönung von Karl X. in Reims bleiben Reisende verschiedener Nationen stecken und müssen nun gemeinsam die Zeit totschlagen … Der für und auf die Musik entstandene Film übersetzt die musikalisch großartig ausgeschmückten »Nicht-Ereignisse« in eine Zeichentrickwelt, mit und in der die Sänger spielen!

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Musikalische Leitung Moritz Caffi er / Sergi Roca
Regie und Konzeption Pier Francesco Maestrini
Cartoon und Konzeption Joshua Held Ausstattung Alfredo Troisi
Choreinstudierung Lam Tran Dinh Lichtgestaltung Carsten Lenauer
Mit Julie Caffi er, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Rossella Ragatzu, Vigdis Bergitte Unsgård; Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Anton Rositskiy, Ks. Jörg Sabrowski, Kemal Ya?ar u. a. sowie dem Opernchor des Theaters Kiel
Koproduktion mit dem Theater Lübeck,
Kooperation mit dem Teatro Filarmonico di Verona

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Reise nach Reims © Olaf Struck


Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Samstag, 14. September | 19.00 Uhr | Opernhaus
DIE KRÖNUNG DER POPPEA
Oper von Claudio Monteverdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Mit »Ganz große Oper!« beendete die SHZ ihre Kritik zu Serena Sinigaglias begeistert aufgenommener Inszenierung des hochbarocken Musiktheater- Meisterwerks »Die Krönung der Poppea« über den zielstrebigen Aufstieg der machtgierigen Schönheit Poppea zur neuen Gemahlin Kaiser Neros, der nur durch erzwungenen Selbstmord und Verbannung ihrer Gegner möglich wird. Die bitterböse Satire auf Gewinnstreben und Rücksichtslosigkeit einer selbstverliebt eitlen Wohlstandsgesellschaft berührt durch die
eindringliche Menschlichkeit von Monteverdis Musiksprache.

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Musikalische Leitung Alessandro Quarta Regie Serena Sinigaglia
Bühne Maria Spazzi Kostüme Daniela Cernigliaro
Mit Francesca Boncompagni, Adriana Di Paola, Caroline Nkwe, Tatia Jibladze, Hye Jung Lee, Lucia Napoli, Vigdis Bergitte Unsgård; Andrés Montilla-Acurero, Luca Cervoni, Matteo Maria Ferretti, Fred Hoffmann, Ivan Scherbatyh, Anton Schmalz,
Robert Manuel Zangari und der Statisterie des Theaters Kiel

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck

Theater Kiel / Die Krönung der Poppea © Olaf Struck


OPER Extra


Samstag, 21. September | 17.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: EIN AMERIKANER IN PARIS
Wie bringt man einen Film auf die Bühne? Und wie choreografi ert man
Gershwins Klassiker? Fragen und Antworten zum »Amerikaner in Paris«
gibt es wie immer beim Operncafé.


Montag, 23. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
GESCHICHTEN AUS DEM TRIOLENGITTER
Mary Bauermeister ist selber Künstlerin und gleichzeitig einzigartige Zeitzeugin der neuesten Musikgeschichte. Ob »Fluxus«, Kunst oder Musik – sie hat alle gekannt: Nam June Paik, Karlheinz Stockhausen, Ben Patterson, David Tudor, John Cage. Hier liest sie aus Ihrem Buch »Ich hänge im Triolengitter
– Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen«. Der Kontrabassist Heiko Maschmann spielt Werke von John Cage und Stockhausen, gemeinsam werden Bauermeister und Maschmann Benjamin Pattersons Duo für Stimme und Streichinstrument darbieten.
In der Konzertreihe KLANGRAUSCHEN


Sonntag, 29. September | 11.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
Operncafé: DIE TOTE STADT
Einen »Traum der Wiederkehr«, wie ihn der Witwer Paul in Korngolds Oper träumt, haben auch etliche Opernliebhaber geträumt. Ihr Traum wird jetzt wahr: Erich Wolfgang Korngolds »Die tote Stadt« kommt zurück nach Kiel! Die Regisseurin Luise Kautz und GMD Benjamin Reiners erläutern ihre Sichtweisen auf den schwelgerischen, spannenden, psychologisch ausgefeilten Opernhit der 1920 er Jahre.


Montag, 30. September | 20.00 Uhr | 1. Foyer Opernhaus
SECHS AUF EINEN STREICH
John Doig, Lukas Mimura (Violine), Marie Yamanaka, Hsinyi Liu (Viola), Frauke Rottler-Viain und Laura Barkauskaite (Violoncello) spielen Erwin Schulhoffs Streichsextett op. 45 und Antonín Dvo?áks Sextett op. 48. Beide Komponisten wurden in Prag geboren und von der Volksmusik ihrer Heimat geprägt. Dvo?ák (1841–1904) machte die böhmische Volksmusik erst »salonfähig «, Schulhoff (1894–1942) baute darauf auf, nachdem Dvo?ák ihn als Siebenjährigen »mit zwei Stück Schokolade zum Musikanten promovierte«.


orchesterkiel*


Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Theater Kiel / Generalmusikdirektor Benjamin Reiners© Gerhard Kühne.

Sonntag, 15. September | ab 14.30 Uhr
Seegartenbrücke und Kieler Schloss
Phil.feiert!
Das philharmonische Antrittskonzert unseres neuen Generalmusikdirektors Benjamin Reiners ist für uns ein Grund zum Feiern – Feiern Sie mit … … und seien Sie bereits dabei, wenn Benjamin Reiners um 14.30 Uhr mit dem Schiff »MS Stadt Kiel« an der Seegartenbrücke ankommt! Nach einer musikalischen Begrüßung gibt’s auf dem Schlossplatz Cake & Coffee, bevor um 15.00 Uhr die Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett« beginnt.
Highlight des Tages ist dann das 1. Philharmonische Konzert um 16.00 Uhr im großen Saal, für dessen Dauer kostenfreie Kinderbetreuung angeboten wird. Im Anschluss daran heißt es: »Phil.feiert!« mit Fischbrötchen, Kieler Bier, Live-Jukebox und weiteren Überraschungen. Alle Einnahmen aus den Tagesveranstaltungen werden dem Förderverein »Konzertsaal am Kieler Schloss« gespendet. Ihre Kieler Philharmoniker und Ihr neuer GMD freuen sich auf Sie!


Mittwoch, 11. September | 18.00 Uhr | musiculum
KOMPONISTENPORTRAIT: SJ HANKE
von den Musikfreunden Kiel

Sonntag, 15. September | 16.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag, 16. September | 19.30 Uhr | Kieler Schloss
(Nach dem Konzert am Montag: Philharmonischer Absacker mit Fischbrötchen
und Kieler Bier auf dem Schlossplatz, bei kühleren Temperaturen im Fördefoyer.)
Gesprächseinführung »Das Musikalische Quartett«
um 15.00 Uhr (Sonntag) bzw. 18.30 Uhr (Montag) im Festsaal
1. Philharmonisches Konzert
Ralph Vaughan Williams Serenade to music
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 6 D-Dur »Le Matin«
SJ Hanke ropes and knots (Kompositionsauftrag der Musikfreunde Kiel
gemeinsam mit dem Theater Kiel)
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Caroline Nkwe (Sopran) Margaret Newcomb (Mezzosopran)
Michael Müller-Kasztelan (Tenor) Ks. Jörg Sabrowski (Bass-Bariton)
Opernchor des Theaters Kiel (Einstudierung Lam Tran Dinh)
Dirigent Benjamin Reiners
Sonntag, 29. September | 17.00 Uhr | musiculum
Kammerkonzert der Orchesterakademie
Sonntag, 29. September | 19.00 Uhr | St. Nikolaikirche Kiel
1. Mozart-Konzert
Werke von Johann Sebastian Bach und
Wolfgang Amadeus Mozart
Gesangssolisten, LandesJugendChor Schleswig-Holstein
Ensemble Schirokko
Dirigent Matthias Janz


Förderverein am Kieler Schloss


MUSIK GEHÖRT ZUM LEBEN,
WIE DER KONZERTSAAL ZU UNSERER STADT
Die Spannung war wochen- und monatelang groß. Am 1. Januar 2019 ist die Entscheidung dann gefallen. Stadt und Land haben den Konzertsaal sowie das Schlossareal gekauft. Das Schloss ist somit wieder in öffentlicher Hand. Der Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V. hat sich das Ziel gesetzt, private Spenden für die Sanierung des Konzertsaales zu sammeln. Ein fulminanter Auftakt der Vereinsarbeit ist in Zusammenarbeit mit den Kieler Musikfreunden im Oktober letzten Jahres gelungen. »Kiel goes Elphi« – Das Benefi zkonzert in der Elbphilharmonie. Mehr solcher großen – und auch kleineren Spenden, sowie viel Einsatzbereitschaft und Tatkraft sind nötig, um unser sportliches Ziel von 4 Millionen Euro zu erreichen. Sie erinnern sich an Ihr schönstes Konzert und möchten, dass sich dieses einmalige Hörerlebnis wiederholt? Dies gelingt nur verbunden mit Ihrer Großzügigkeit!
Bitte spenden Sie für den Erhalt unseres Kieler Konzertsaales.
Vielen Dank. Ihr Förderverein Konzertsaal am Kieler Schloss e. V.


ballettkiel*


Gastspiel des Theater Kiel
Lübeck-Premiere
Samstag, 21. September | 19.30 Uhr | Theater Lübeck (Großes Haus)
LA SYLPHIDE
Ballett von August Bournonville zur Musik von Herman Løvenskiold Das Ballett Kiel gastiert in dieser Spielzeit erneut mit einer Produktion am Theater Lübeck und bringt dort das Ballett »La Sylphide«, das 2017 in Kiel Premiere hatte, zurück auf die Bühne. Das romantische Ballett über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einem Luftgeist ist eines der ältesten bis heute erhaltenen Handlungsballette und prägte das Bild der Ballerina, die rätselhaft, überirdisch und unberührt auf Spitze entschwebt. Die Kieler Inszenierung, die vom Ballettdirektor des Kopenhagener Tivoli Ballet Theatre Peter Bo Bendixen einstudiert wurde, orientiert sich an der originalen Choreografi e von August Bournonville aus dem Jahr 1836, die neben klassischem Ballett auch traditionelle schottische Tänze bietet. Wer »La Sylphide« in Kiel nicht sehen konnte, bekommt somit in Lübeck nun noch einmal die Gelegenheit dazu!
Eine Kooperation des Ballett Kiel mit dem Theater Lübeck Choreografi e August Bournonville Einstudierung Peter Bo Bendixen Musikalische Leitung Jan-Michael Krüger Ausstattung Heiko Mönnich Ballett Kiel
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Statisterie des Theater Lübeck


BALLETT Extra


Samstag, 28. September | 10.00 Uhr | Ballettsaal Opernhaus
ÖFFENTLICHES TRAINING
Einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und das Ballett Kiel aus nächster Nähe erleben: Diese Möglichkeit bietet das Öffentliche Training wieder im September. Nur fünfzig Zuschauer fi nden im Ballettsaal Platz, daher heißt es: schnell Karten sichern! Der Einlass erfolgt um 9.45 Uhr über die graue Eisentür am Opernparkplatz.


schauspielkiel*


Premieren

Freitag, 20. und Samstag, 21. September | 20.00 Uhr | Schauspielhaus
FAUST
Johann Wolfgang von Goethe
Ein großer Klassiker zum Spielzeitauftakt: »Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.« Mit seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnis gilt Faust als Sinnbild des modernen Menschen. Er möchte wissen, »was die Welt im Innersten zusammenhält.« Er hinterfragt und missachtet althergebrachte Regeln, fühlt sich von der Gesellschaft entfremdet und möchte in jeder Beziehung über sie hinauswachsen: Für die Erfüllung all seiner Wünsche ist er bereit, dem Teufel seine Seele zu überlassen. Mephisto, »ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft«, bemüht sich mit allen Mitteln seiner Zauberkunst um Fausts Seele und führt ihn dabei mitten hinein ins pralle irdische Leben, mit all seinen Verführungen und Abgründen, und hin zu Gretchen: Die junge Frau wird zur Projektionsfl äche faustischen Begehrens und schließlich zum Opfer seines Größenwahns.

Kein Werk nach der Luther-Bibel hat so viele Spuren in der deutschen Sprache und Geschichte hinterlassen wie Goethes »Faust«. Es gilt als das deutsche literarische Werk, als die Thematisierung des menschlichen Urkonfl ikts schlechthin: der Mensch als zugleich kreativstes und destruktivstes Wesen in der unüberbrückbaren Spannung zwischen gesellschaftlich und moralisch gesetzten Grenzen und deren permanenter Überschreitung.
Regie Annette Pullen Bühne Iris Kraft
Kostüme Barbara Aigner
Mit Maximilian Herzogenrath, Imanuel Humm, Tiffany Köberich,
Anne Rohde, Yvonne Ruprecht, Tristan Steeg


Sonntag, 22. September | 19.30 Uhr | Studio Schauspielhaus
AMSTERDAM
Maya Arad Yasur
Amsterdam: liberal, kosmopolitisch, angesagt. Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten treffen hier aufeinander und mittendrin lebt eine israelische Komponistin, die eines Morgens eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür fi ndet. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Was hat es damit auf sich? Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit, die sich während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wohnhaus zugetragen haben. Gleichzeitig wird sie selbst in ihrer vermeintlich so weltoffenen Umgebung immer stärker mit ihrem Selbstbild als Jüdin, mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert. Leichtfüßig und tiefgründig lässt die junge israelische Autorin die Zuschauer*innen in eine packende Geschichte eintauchen, in der die Schatten der Vergangenheit immer weiter in die Gegenwart hineinwachsen.

Das 2018 mit dem Ersten Preis beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgezeichnete Stück ist auf der einen Seite ein faszinierender Krimi und stellt auf der anderen Seite Fragen nach der Aufarbeitung von Geschichte, nach Erinnerungskultur heute und nach deren Auswirkung auf die eigene Identität.
Regie Josua Rösing Ausstattung Michael Lindner
Musik Thies Mynther
Mit Jennifer Böhm, Rudi Hindenburg, Ksch. Almuth Schmidt


SCHAUSPIEL Extra


Sonntag, 8. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FAUST
Mit Regisseurin Annette Pullen, Dramaturg Jens Paulsen und Mitgliedern
des Ensembles.

Sonntag, 22. September | 11.00 Uhr | Bistro Entracte Schauspielhaus
VorOrt: FRÜCHTE DES ZORNS
Mit Regisseur Malte Kreutzfeldt,


werftparkkiel*


junges theater
Premiere
Samstag 21. September | 18.00 Uhr | Junges Theater im Werftpark
DAS GESPENST VON CANTERVILLE
ab 6 Jahren
Sir Simon de Canterville ist ein Schlossgespenst, wie es sich gehört. Seit Jahrhunderten spukt er durch das Anwesen von Canterville, jagt den Bewohnern Angst und Schrecken ein und hegt und pfl egt den traditionellen Blutfleck in der Bibliothek. Doch als Familie Otis in das Schloss zieht, wird alles anders. Die glauben nicht an Gespenster! Eine Unverschämtheit! Unaufhörlich versucht Sir Simon de Canterville, ihnen das Gruseln beizubringen. Mit »Das Gespenst von Canterville« bringt das Junge Theater im Werftpark den 1887 erschienenen Klassiker des irischen Schriftstellers Oscar Wilde als unterhaltsames Stück für die ganze Familie auf die Bühne.


—| Pressemeldung Theater Kiel |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, FAUST-SINFONIE, 19.07.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

»FAUST-SINFONIE«
Sinfonische Lyrik am 19. Juli um 19.30 Uhr

Sinfonie von Franz Liszt
Musikalische Leitung   Anthony Bramall
Rezitation   Michael Dangl

Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Staatstheater am Gärtnerplatz / Symphonie fantastique -, Sinfonische Lyrik - Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Chefdirigent Anthony Bramall Rezitation: Judith Rosmair © Christian POGO ZACH

Staatstheater am Gärtnerplatz / Symphonie fantastique -, Sinfonische Lyrik – Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Chefdirigent Anthony Bramall
Rezitation: Judith Rosmair © Christian POGO ZACH

In der Reihe »Sinfonische Lyrik« steht am 19. Juli die FAUST-SINFONIE von Franz Liszt auf dem Programm des Gärtnerplatztheaters. Ergänzt durch Texte von Christopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe und Nikolaus Lenau – rezitiert von Michael Dangl – präsentiert das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall diesen viel zu wenig beachteten musikalischen Beitrag zur Faustrezeption. Faust, Gretchen und Mephistopheles werden dabei zu klingenden Gestalten. Ernst, romantisch und rauschhaft beleben sie den alten Mythos mit neuer Kraft.

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Szenen aus Goethes Faust – Robert Schumann, IOCO Kritik, 28.10.2018

Oktober 30, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Oper, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Szenen aus Goethes Faust  –  Robert Schumann

Regie Achim Freyer  – „Wanderer über dem Nebelmeer“

Von Patrik Klein

Dem Hamburger Publikum ist der Berliner Künstler Achim Freyer wohl bekannt u.a. durch eine Inszenierung der Zauberflöte 1982, die erst im vorletzten Jahr abgelöst wurde und einer Produktion des Parsifal im Herbst 2017. Am Sonntag den 28.10.2018 hatte seine Sichtweise zu Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann an der Staatsoper Hamburg Premiere.

Im Zentrum seiner Interpretation steht das Gemälde von Caspar David Friedrich Wanderer über dem Nebelmeer. Dieses Kunstwerk, in der Kunsthalle Hamburg beheimatet, steht mittig auf der Bühne, ohne den Kopf des Wanderers, lässt die Kernpersonen des Stückes wechselnd die Betrachtungsskala ausloten und die Perspektive wechseln. Es verleitet zudem den Betrachter die Schrecklichkeiten und Herausforderungen dieser Welt von einem distanzierten Standpunkt aus mit viel Fantasie zu bewerten. Einen Ausweg sieht Achim Freyer mit visionärer Kraft in mehr Menschlichkeit und einer allumfassenden, heiligen Liebe.

 Szenen aus Goethes Faust  –  Robert Schumann
Youtube Trailer der Staatsoper Hamburg
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Die Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann (8.6.1810 Zwickau – 29.7.1856 Endenich bei Bonn) sind ein umfangreiches, dreiteiliges Werk für Solostimmen, Chor und Orchester mit langwieriger Entstehungsgeschichte, das erst nach dem Tod des Komponisten vollständig zur Uraufführung kam.

Robert Schumanns Faust-Szenen markieren den Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens, gelten aber wegen ihrer enormen Ansprüche an Chor, Orchester und Solistenbesetzung als fast unspielbar – und sind entsprechend selten auf der Bühne zu erleben. Eingeleitet durch eine musikalisch gestenreiche, „faustische“ Ouvertüre verknüpft Schumann hier Szenen aus beiden Teilen der Tragödie zu einem Werkganzen – ein Oeuvre zwischen Oratorium und Oper.

Die Szenen aus Goethes Faust von Robert Schumann haben eine langwierige Entstehungsgeschichte. Gedanklich spätestens seit 1837 mit dem Goetheschen Fauststoff beschäftigt, exzerpierte Schumann im Februar 1844 in Dorpat auf einer Konzertreise mit seiner Frau Clara ihm passend scheinende Teile aus dem zweiten Teil, dessen Schlussszene ihn besonders ansprach, und skizzierte erstes musikalisches Material. 1845 äußerte er brieflich gegenüber Felix Mendelssohn Bartholdy jedoch Unsicherheit, die Komposition zu vollenden und überhaupt je zu veröffentlichen.

Gemälde - Der Wanderer über dem Nebelmeer - Caspar David Friedrich

Gemälde – Der Wanderer über dem Nebelmeer – Caspar David Friedrich

Am 25. Juni 1848 erklang im Dresdener Coselpalais vor geladenen Gästen diese zuerst komponierte, spätere 3. Abteilung mit dem Orchester der Königlichen Hofkapelle und dem Chorgesangsverein unter Schumanns Leitung. Trotz erfolgreicher Aufnahme durch die Zuhörer war er mit dem Schlusschor unzufrieden. Anlässlich Goethes 100. Geburtstag kam die 3. Abteilung mit nunmehr umgearbeitetem Schlusschor am 29. August 1849 in drei parallel veranstalteten Konzerten erneut zur Aufführung: In Dresden unter Leitung Schumanns, in Leipzig mit dem Dirigenten Julius Rietz und in Weimar durch Franz Liszt.

Schumann hatte unterdessen Mitte Juli 1849 mit der Komposition weiterer Szenen der späteren 1. und 2. Abteilung begonnen, noch ohne klare Vorstellungen über den endgültigen Gesamtplan zu haben. Franz Liszt empfahl ihm im September 1849, dem Werk eine Ouvertüre voranzustellen. Schumann arbeitete aber zunächst an den Vokalteilen weiter, so im Frühjahr 1850 noch in Dresden, um dann in Düsseldorf, wohin er mittlerweile übersiedelt war, gemeinsam mit seiner Frau einen Klavierauszug zu erstellen. Im August 1853 erfolgte schließlich auch die Komposition der Ouvertüre, die er seiner Frau zum Geburtstag am 13. September 1853 überreichte.

Wegen Schumanns Rücktritt als Musikdirektor in Düsseldorf Ende 1853 und dem wenige Monate später folgenden Zusammenbruch, der zur Einweisung in die Nervenheilanstalt Endenich führte, kam es zu Schumanns Lebzeiten nicht mehr zu einer Komplettaufführung. Diese erfolgte einschließlich Ouvertüre am 14. Januar 1862 im Kölner Gürzenich-Saal unter dem Dirigat von Ferdinand Hiller. Bereits zuvor gab es allerdings eine Privataufführung im Haus der Sängerin Livia Frege in Leipzig am 30. Januar 1859 mit Johannes Brahms am Klavier.

Schumanns Szenen aus Goethes Faust führten im Konzertbetrieb lange ein Schattendasein, bevor ab den 1970er-Jahren mehrere Einspielungen erfolgten, so unter Benjamin Britten, Pierre Boulez, Bernhard Klee, Claudio Abbado und Philippe Herreweghe. Im Dezember 2017 wurde die für viele Jahre wegen Renovierung geschlossene Berliner Staatsoper Unter den Linden mit diesem Werk wiedereröffnet. Jürgen Flimm führte hier Regie.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Faust mit Maske und Wanderstock, Christian Gerhaher als Faust © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Faust mit Maske und Wanderstock, Christian Gerhaher als Faust © Monika Rittershaus

 Der Orchestergraben ist überbaut, die Solisten, das Orchester und die Chöre stehen hinter einem Gazevorhang bis tief in die Hinterbühne. Die zuletzt fertiggestellte Ouvertüre Schumanns verzichtet auf eine enge thematische Anbindung an die folgenden Vokalteile des Stückes, welches neben dieser in drei Abteilungen mit insgesamt 13 Musiknummern unterteilt ist. Ganz sanft fließt die Musik und der Betrachter kann in Ruhe das Treiben auf der ovalen Vorbühne anschauen. Caspar David Friedrichs Kunstwerk Der Wanderer im Nebelmeer wird zum zentralen Ausstattungselement. Das Bild ohne Kopf steht mittig auf der Bühne und verdeckt den dahinter positionierten Dirigenten. Vor dem Gazevorhang sind große Rechtecke über der Bühne positioniert, die in wechselnden grellen Farben wie im Himmel schwebend beleuchtet werden. Dunkle, gesichtslose Gestalten bewegen sich in Zeitlupe und wie bei einer „Robert Wilson Inszenierung“ von einer Bühnenseite zur anderen, trinken Kaffee, kleben Streifen auf den Boden oder tragen eine kopflose Schaufensterpuppe herein. Faust erscheint mit riesiger, grotesk wirkender Maske zwischen Tod und Fratze. Mit  Wanderstock schlurft er scheinbar gebrechlich über die Bühne und legt seine Maske ab. Dann kann er plötzlich normal gehen, erscheint freudig mit blauer Blume in der Hand, als seine Maske von den dunklen Gestalten weggetragen wird. Hereingebracht werden weitere Gegenstände wie ein Modell einer Kirche, ein Kreisel, ein weißer Zylinderhut und ein Akkordeon. Faust steigt hinter das Bild des Wanderers  und nimmt damit den Gesichtskreis dieses Kunstwerkes ein. Mittlerweile ist das Vorspiel bewegter und farbiger geworden. Die Wette scheint musikalisch zum Greifen nah. Kent Nagano dirigiert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg an diesem Abend mit sicherer Hand und großem Engagement. Es gelingt ihm vorzüglich, eine spannungsgeladene musikalische Ausgewogenheit zwischen Orchester, den vielen Solisten und den beiden Chören herbeizuführen.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Christian Gerhaher, Chor und Orchester der Staatsoper © Foto Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Christian Gerhaher, Chor und Orchester der Staatsoper © Foto Monika Rittershaus

 Die 1. Abteilung ist ganz der Gestalt Gretchens gewidmet, beginnend mit der Szene im Garten als Walzer-artiges Duett, bis Mephistopheles und Marthe dazwischentreten. Gretchen steht an der Rampe mit Blumenkrone im Haar und rosafarbener Handtasche.  „Du kanntest mich, o kleiner Engel“. Faust dreht sich zu Gretchen. Das Mädchen zupft Blütenblätter einer Sternblume ab, um zu erfahren, ob Faust sie wirklich liebt. Mephistopheles erscheint hinter dem Gazevorhang rot angestrahlt mit Blick ins Publikum. Eine Wippe mit zwei Zwergen mit Zipfelmützen wird hereingebracht. Portraits der singenden Figuren sind auf den Gazevorhang projiziert. Faust ist von Gretchens Anmut entzückt, nimmt sie bei der Hand und führt sie zu den höchsten Wonnen der Liebe. Christina Gansch, die in Hamburg bereits viele Rollen verkörpert hat, singt das Gretchen mit feiner Diktion und großer Hingabe. Ihr klarer und leicht dunkel gefärbter Sopran strahlt mit viel Präzision und berührendem Glanz.

Der den Mephistopheles darstellende Bass Franz-Josef Selig ist erst vor einigen Tagen für den erkrankten Liang Li eingesprungen und hat bei den Endproben sofort Fahrt aufgenommen. Mit seinem abgrundtiefen Bass liefert er mit gewohnter bravoröser Stimmführung und nuancenreicher Artikulation einen Teufel, der einem Angst und Bange werden lässt.

Der folgende Teil, Gretchens Gebet vor der Mater dolorosa (schmerzensreiche Mutter), gipfelt im dramatischen Ausbruch auf die Worte „Hilf, rette mich vor Schmach und Tod“. „Ach neige, du Schmerzenreiche“ . Ein riesiger Strahlenkranz leuchtet über der kompletten Bühne. Statt Faust stehen mittlerweile beleuchtete Teufelshörner auf Wanderers Schopfe. Gegenstände werden in Zeitlupe bewegt. Gretchens Portrait wird hundertfach auf den Gazevorhang projiziert. In tiefster Verzweiflung betet Gretchen zur Mutter Gottes und bittet  sie um Vergebung. Sie ist entehrt, der Morgen bringt Schande.

Blutrote Farben auf der Bühne mit giftgrün angestrahltem Mephistopheles läuten die Szene im Dom ein. Der Wanderer ist wieder kopflos. „Wie anders, Gretchen, war dir’s“ . Gretchen steht allein in der Kathedrale unter der Menge, vom bösen Geist umlauert. Mutter und Bruder sind tot, das ungeborene Kind bewegt sich. Faust verzweifelt auf der Bühne. Während das Volk „Dies irae“ singt, schreit die Seelenpein aus dem verzweifelten Mädchen, das der Böse an ihre Sünden erinnert. Gretchen stürzt ohnmächtig zu Boden. Die Musik besitzt hier besonders dramatisch-theatralischen Charakter, unterstrichen durch den das „Dies irae“ intonierenden bestens disponierten Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) und den Ausklang im vollem, orgelartigen Orchestersatz.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Norbert Ernst, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Norbert Ernst, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Monika Rittershaus

 Christian Gerhaher ist eine Klasse für sich an diesem Abend. Alle Facetten seiner Kunst, alle Verläufe, Verzahnungen, Phrasierungen und klugen Pianos sind tatsächlich hör- und fühlbar. Seine besonders ausgeprägte Kunst in den oberen Bereichen seines Stimmumfanges gerät samtig und cremig, wohltuend und berührend. Mit feinster Stimmführung, meisterlicher Textverständlichkeit bis auf die kleinste Silbe und berührenden Crescendos gestaltet er die anspruchsvolle Partie des Faust.  Man genießt förmlich die glückliche Verbindung von stimmlich eingesetztem Handwerk und dessen Wirkung.

Die 2. Abteilung rückt die Gestalt Fausts ins Zentrum. Ariel erscheint im Sonnenaufgang. Ariel alias Norbert Ernst steht direkt hinter dem Gazevorhang mit einem regenbogenfarbenen Fächer, die Bühne ist weitgehend in die Farbe Grün getaucht. Der Wanderer erscheint kopflos und Faust tanzt verklärt mit der Schaufensterpuppe. Ein blaues Cello wird hereingetragen, Sterne glitzern und ein regenbogenfarbener Schirm erscheint. Norbert Ernst ist als Interpret, insbesondere von Opernpartien Richard Wagners und Richard Strauss, weltweit gefragt. Der gebürtige Wiener singt die Partie des Ariel mit prägnanter heldischer Stimme, seine engelsgleiche Handlungsweise stets unterstreichend.

Faust liegt im Halbschlaf auf einer Blumenwiese, Gretchen hat er zum letzten Mal vor einiger Zeit im Gefängnis gesehen. Ariel bittet die Elfen, Fausts schwere Träume von ihm zu nehmen und ein gutes Gewissen zurückzugeben. Es wird Morgen, Elfen und Ariel verschwinden. Faust erwacht als Betrachter hinter der Fassade des Wanderers. Alle Gegenstände werden angehoben und der komplette Gazevorhang erleuchtet in Regenbogenfarben.

Der heiter-lebensbejahende Anfang der nächsten Szene schlägt in der folgenden Mitternacht in düstere Klänge um. Ein Metronom tickt unaufhörlich. Unheimlich ziehen dunkle Wolken auf. „Ich heiße der Mangel“.  Mangel, Schuld und Not sind hinter dem Gazevorhang positioniert während Sorge (Narea Son) als schwarzer Engel mit Totenmaske im Dialog mit Faust auf der Vorderbühne singt. Die im Ensemble der Staatsoper Hamburg singende Südkoreanerin ist beim Publikum besonders beliebt mit Rollen wie u.a. Pamina und Papagena. Als Sorge wird sie mit ihrem fein geführten klaren Sopran den Anforderungen dieser Partie mühelos gerecht.

Faust versucht, der Zauberwelt zu entkommen, ihm wird klar, dass der Mensch nicht nach mystischen Höhen streben soll. Das Bildnis des Wanderers wird dutzendfach auf den Gazevorhang geworfen. Die Sorge lässt sich nicht abschütteln. Höhnisch lässt sie Faust erblinden, in dem er sich eine Augenbinde aufsetzt und mit seinem Wanderstab, der zum Blindenstab mutiert, wild winkt. Aber in seinem Innern erstrahlt das helle Licht der Erkenntnis.

Fausts Tod wird von der Trompete und düsteren Posaunenakkorden eingeleitet, bevor, herbeigerufen von Mephistopheles, die das Grab aushebenden Lemuren einen kindlich-geisterhaften Gesang anstimmen. „Herbei, herein, ihr schlotternden Lemuren“  Ein Kreuz, Dreieck, Spaten, Seil und das tickende Metronom liegen auf der Bühne. Der Chor und der Kinderchor der Hamburger Alsterspatzen  musizieren  wunderbar harmonisch. Fausts Maske wird wieder hereingebracht. „Verweile doch, du bist so schön„. Faust zuckt und stirbt. Das Metronom bleibt stehen. Der Tod steigt auf die Position des Wanderers, der Teufel bleibt alleine zurück und triumphiert. „Es ist vollbracht„.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Franz-Joself Selig und Orchester der Staatsoper © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Franz-Joself Selig und Orchester der Staatsoper © Monika Rittershaus

Die 3. Abteilung und damit Fausts Verklärung ist der Teil, der mit seinem durch Goethes Dichtung vorgegebenen symbolisch-allegorischen Gehalt auch den Ausgangspunkt von Schumanns Komposition bildete. Dunkel gekleidete Bühnenarbeiter montieren in Zeitlupe an der Aufhängung des Kunstwerkes von Caspar David Friedrich.  Das Bild des Wanderers ist nun deutlich überhöht und erscheint schwarz. Die Menschen gehen mit der Teufelsmaske von der Bühne ab. „Waldung, sie schwankt heran“ beginnt der großartig aufgelegte Chor der Staatsoper Hamburg. Faust liegt währenddessen mit kleiner Totenmaske fast unsichtbar regungslos auf dem Bühnenboden.

„Ewiger Wonnebrand, glühendes Liebesband“  singt Pater Ecstaticus (Norbert Ernst) während dem geometrische Figuren auf dem Gazevorhang projiziert sind. Zwischen ihm und dem nebenstehenden Pater Profundus blinkt ein kleines Herz. Die Symbole auf der Vorderbühne bewegen sich.

Pater Ecstaticus, Pater Profundus, Pater Seraphicus und Engelsgruppen lobpreisen den heiligen Ort. Auf der Hinterbühne erscheint in Blau ein riesiger Kopf des Teufels.  Eine zeigerlose Uhr, ein großer weißer Winkel, Lineal und Geodreieck wandert über die Bühne. Faust ist erlöst worden, denn wer strebend sich bemüht, kann frei werden. Er singt liegend auf der Bühne, sein riesiger Kopf ist falsch herum auf dem Gazevorhang abgebildet.

Beim „Gerettet ist das edle Glied“ stehen die vier weiblichen Engel (Katia Pieweck, Renate Springler, Narea Son und Christina Gansch) direkt hinter dem Gazevorhang, rechts von ihnen wie abgespalten die beiden männlichen beflügelten Engel (Norbert Ernst und der aus dem Ensemble der Staatsoper Hamburg kommende weißrussische Bass Alexander Roslavets, der seine recht kurze Rolle mit prägnanter Stimme unterstreicht). Faust hat sich mittlerweile den schwarzen Mantel abgestreift und den darunter befindlichen weißen Frack zum Vorschein gebracht. Die Augenbinde ist einer weißen Büßermaske gewichen. Der Wanderer im Zentrum erstrahlt nun in grellem Weiß. Auch hier erklingen die beiden Chöre, der Chor der Staatsoper Hamburg und die Mädchen und Knaben der Hamburger Alsterspatzen fein abgestimmt, textverständlich und ausdrucksstark.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Solisten und Ensemble © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Solisten und Ensemble © Monika Rittershaus

Christian Gerhaher alias Doctor Marianus singt „Hier ist die Aussicht frei “ mit berührender Stimme. Sein weißer Blindenstock stützt ihn auf seiner angenommenen Position hinter dem Kunstgemälde. Vier geometrische Körper liegen illuminiert auf der Spielbühne, die bis auf eine unbeleuchtete Person mit übergroßem Zylinderhut leergeräumt ist. Beim „Dir, der Unberührbaren „bleibt die Szene bestehen. Es entstehen Kreise auf dem Gazevorhang. Das Bild des Wanderers wird in verschiedenen Farben angestrahlt bis hin zu Regenbogenfarben auf alle vorhandenen Elemente.

Der Zuschauerraum erhellt sich. Nebelartige Verklärung setzt ein. Gretchen steht dem vom Bild des Wanderers herabblickenden Faust gegenüber. Im Bühnenhintergrund entstehen konzentrische Kreise, die sich in Strahlen mit Faust im Zentrum verwandeln. Beim abschließenden „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ fallen dem Chor der Staatsoper Hamburg die wichtigsten Aufgaben zu. Der orchesterbegleitete achtstimmige Doppelchor mit allen Solostimmen bestreitet den archaisierenden, motettenartigen Schluss, bei dem Gretchen nunmehr die Position des Wanderers einnimmt mit dem Blumenkranz im Haar. Sie ist in höhere Sphären entrückt. Faust, der neue Kräfte in sich spürt, wird ihr folgen. „Das Ewig Weibliche“  zieht ihn an.

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust - hier : Ensemble und Solisten zum Schlussapplaus © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Szenen aus Goethes Faust – hier : Ensemble und Solisten zum Schlussapplaus © Patrik Klein

Das Publikum verfolgt die Premiere an der Staatsoper Hamburg mit großer Aufmerksamkeit und dankt allen Beteiligten mit freundlichem Beifall. Mit großem Jubel werden besonders der Mephistopheles des Franz-Josef Selig und der Faust Christian Gerhahers bedacht. Auch Regisseur Achim Freyer und sein Regieteam werden mit großem Applaus bedacht.

Szenen aus Goethes Faust an der Staatsoper Hamburg: Weitere Vorstellungen: 31.10., 3.11., 6.11., 9.11., 14.11. und 17.11.2018

Besetzung der Premiere an der Staatsoper Hamburg 28.10.18

FAUST (Bariton)                                Christian Gerhaher
GRETCHEN (Sopran)                       Christina Gansch
MEPHISTO (Bass)                            Franz-Josef Selig
ARIEL (Tenor)                                     Norbert Ernst
MARTHE, SORGE (Sopran)             Narea Son
NOT (Alt)                                            Christina Gansch
MANGEL (Sopran)                              Katia Pieweck
SCHULD (Alt)                                      Renate Springler
PATER ECSTATICUS (Tenor)             Norbert Ernst
PATER PROFUNDUS (Bass)             Franz-Josef Selig
PATER SERAPHICUS (Bariton)         Christian Gerhaher
Dr. MARIANUS (Bariton)                     Christian Gerhaher
MAGNA PECCATRIX (Alt)                   Narea Son
MULIER SAMARITANA (Sopran)         Katia Pieweck
MARIA AEGYPTIACA (Alt)                   Renate Springler
MATER GLORIOSA (Sopran)             Renate Springler
ENGEL (Sopran, Alt, Tenor, Bass)      Alexander Roslavets, Norbert Ernst

Inszenierung, Bühne, Kostüm- und Lichtkonzept: Achim Freyer
Kostüme: Amanda Freyer
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr
Chor: Eberhard Friedrich
Video: Jakob Klaffs/Hugo Reis
Licht: Sebastian Alphons
Mitarbeit Regie: Eike Mann
Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche
Mitarbeit Kostüme: Petra Weikert

Chor, Alsterspatzen Hamburg und Orchester der Staatsoper Hamburg

Musikalische Leitung: Kent Nagano

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