Hamburg, Hamburgische Staatsoper, Agrippina – Georg Friedrich Händel, IOCO Kritik, 30.05.2021

Mai 30, 2021 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Agrippina – Georg Friedrich Händel

Eröffnungspremiere der Hamburgischen Staatsoper –  gekonnte Personenregie von Barrie Kosky

von Patrik Klein

Sieben Monate lang war der Vorhang vor Zuhörern geschlossen. Kein Ton und kein Bild gelangten an die Ohren und Augen eines Live Publikums. Einzig ein paar Streams von intimen Produktionen oder gereiften Konserven aus dem Archiv, wie zum Beispiel die Neuinszenierung von Massenets Oper Manon, die im Januar 2021 von David Bösch mit ansprechenden Bildern inszeniert und mit einer guten musikalischen Leistung von Orchester und Sänger*innen  publikumslos über den Äther flimmerte.

Seit Monaten wurde geprobt und auf den fiktiven Termin des 28. Mai 2021 hingearbeitet mit allen Risiken einer im Hintergrund langsam abflauenden Pandemie. Ein überdimensionales Banner mit der Aufschrift „Wir proben für Sie“ flatterte seit Wochen im Wind der Hansestadt unterhalb der Dachkante des Hauses am Dammtor.

So verkündete dann auch Staatsopernintendant George Delnon stolz die nahende Doppelpremiere und den finalen Spielplan der Restsaison 2020/21 im Video auf der Webseite des Hamburger Hauses.  Zuerst mit Georg Friedrich Händels Oper Agrippina mit international aufregender Besetzung, dem Ensemble Resonanz im Graben, dem barockmusikerfahrenen Dirigenten Riccardo Minasi am Pult und unter der Regie des Berliner Regisseurs und Intendant der Komischen Oper Berlin  Barrie Kosky, sowie am darauffolgenden Tag die neue Ballettpremiere von John Neumeier mit Namen Beethoven-Projekt 2 mit dem Philharmonischen Staatsorchester und Kent Nagano am Pult.

Die Hygienemaßnahmen sind ähnlich wie die vor der zweiten Pandemiewelle Ende 2020. Reduzierte Zuschauerzahlen mit Wahrung des Abstands, negative Coronatestvorlage und  Maskenpflicht sogar am Sitzplatz. Eine Barockoper wie Händels Agrippina mit gerade einmal acht beteiligten Personen eignet sich in diesen Zeiten und unter diesen Umständen besonders.

Man griff in Hamburg szenisch und zum Teil auch musikalisch auf eine Produktion der Bayerischen Staatsoper München von den Sommerfestspielen 2019 zurück, wo es mit gleichem Regieteam und Countertenorstar Franco Fagioli gelang, dem Werk voller Intrigen und beißender Satire neues Leben einzuhauchen.

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Ensemble © Hans Joerg Michel

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Ensemble © Hans Joerg Michel

Der 1685 in Halle geborene Georg Friedrich Händel komponierte Agrippina HWV 6 auf ein Libretto von Vincenzo Grimani. Grimani passte die historischen Personen und Gegebenheiten dem „Dramma per musica“ an. Niemand stirbt in seiner Oper. Stattdessen geht es bei ihm um das machtpolitische Ränkespiel. Ende des Jahres 1709 gab es für den jungen Händel ein besonderes Geschenk zu Weihnachten: Mit der Premiere von Agrippina in Venedig am 26. Dezember feierte er mit 24 Jahren seinen bis dahin größten Erfolg. Es war seine zweite italienische Oper. Sie wurde viele Male in Venedig aufgeführt, später sowohl in Neapel als auch in Hamburg ab 1718 über 30mal in den darauffolgenden Jahren. Erstaunlich war jedoch, dass die Agrippina trotz dieses großen Erfolges bis Mitte des 20. Jahrhunderts fast in Vergessenheit geraten war. Fast 300 Jahre später gelangt sie nun an die Staatsoper Hamburg zurück.

Die Handlung spielt etwa im Jahr 54 nach Christus. Kaisergattin Agrippina will unbedingt Nerone, einen Sohn aus einer früheren Ehe, als Nachfolger Claudios sehen und nicht den Feldherrn Ottone, den Lebensretter Claudios, dem die Thronnachfolge zusteht. Sie möchte das mit Intrigen durchsetzen und benutzt dafür zwei in sie verliebte Höflinge und später auch die Verliebtheit des Kaisers in die edle Römerin Poppea, Ottones Geliebte, für die sich auch Nerone interessiert. Als Poppea Agrippinas Intrige durchschaut, setzt nun sie zur Rache Claudio und Nerone ein. Am Ende erreicht Agrippina ihr Ziel, weil Ottone der Liebe wegen auf den Thron verzichtet.

Das Regieteam um Barrie Kosky (Mitarbeit Regie: Johannes Stepanek, Bühnenbild: Rebecca Ringst, Kostüme: Klaus Bruns, Licht: Joachim Klein und Benedikt Zehm, Dramaturgie: Nikolaus Stenitzer) legte das Augenmerk vor allem auf die Wechselwirkungen zwischen politischen Machtspielchen und der Heiterkeit des Werks. Kosky lehnte sich dafür bei der US-Erfolgsserie House of Cards mit Schauspielerin Robin Wright Mitte der 2010er Jahre an. Er wies seine Agrippina einer der Hauptfiguren, nämlich Claire Underwood zu, die unterkühlte Zieherin der Fäden, über Leichen gehende Präsidentengattin und spätere US-Präsidentin.

Einführung in Agrippina an der Hamburgischen Staatsoper
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Kosky sieht in der Oper ein Kammerspiel mit acht Figuren: „Ich möchte das Drama auf die psychologischen und emotionalen Beziehungen konzentrieren“. Gerade der Facettenreichtum des Stoffes macht das Stück für ihn interessant „Manchmal ist es ein Familiendrama, manchmal ist es tief emotional, dann wunderbar ironisch. Manchmal hat es eine große Leichtigkeit, manchmal eine große dunkle Seite.“

Ein großer beweglicher metallischer Container, der sich in viele Teile zerlegen ließ, mit mehreren durch Vorhänge verschließbaren Kammern in der Bühnenmitte, bildete bei der Inszenierung in Hamburg den zentralen Blickwinkel und stand für ein Symbol der Gefühlskälte der Figuren. Verstärkt wurde das Spiel durch gezielten Einsatz des Lichtes und mit prägnanten charakterunterstützenden Kostümen. Das waren ideale Voraussetzungen, um die verschiedenen Facetten der Personen in den Fokus zu stellen.

Agrippina hatte die Zügel in der Hand. Alle hörten auf ihr Kommando. Sie ist eine machtbesessene Alphafrau, die unbedingt ihren Sohn Nerone auf den Thron bringen will. Dafür zog sie alle Register der Intrige, setzte aber auch unverhohlen ihre erotischen Reize ein. Der Regisseur formte aus dieser Konstellation ein personenbezogenes Kammerspiel der individuellen Emotionen.

Am Ende schloss sich der Vorhang jedoch nicht im Jubel für den Herrscher und dem Lobpreis der Götter. Das Orchester brachte vielmehr einen melancholisch-musikalischen Epilog. Agrippina verblieb alleine auf der Bühne und verlassen von allen. Ein Rollo nach dem anderen senkte sich. Einsam und perspektivlos hatte sie zwar ihr Ziel erreicht, glücklich wurde sie dabei jedoch nicht.

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Julia Lezhneva als Agrippina, Franco Fagioli als Nerone © Hans Joerg Michel

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Julia Lezhneva als Poppea, Franco Fagioli als Nerone © Hans Joerg Michel

Agrippina (Anna Bonitatibus) wirkte durch die Zurückweisung durch ihren Mann Claudio (Luca Tittoto) wie eine Furie getrieben von Eifersucht und Übersensibilität. Die junge, attraktive Poppea (Julia Lezhneva), die zweite starke Frau in dieser Oper folgte mehr der Empfindung und Liebe zu Ottone (Christophe Dumaux). Dagegen war Kaiser Claudio eher ein notgeiler Angeber, der es überhaupt nicht mitbekam, wie die dominierenden Damen ihn benutzten.

Der Starcountertenor Nerone (Franco Fagioli) wurde mit tätowiertem Klatzkopf als Dummerchen und Schwächling charakterisiert. Er kam wohl nicht klar mit seiner starken Mutter, die zudem noch sexuelle Kontakte zu ihm generierte. Da brodelte einiges im Inneren der Seele.

Der Regisseur lockerte gekonnt diese seriöse Personenpsychologisierung durch eine Reihe von eingefügten Witzen auf, die die Grenze zum Trash zwar streiften, aber nie überschritten. Und genau dadurch geriet der lange, fast vier Stunden währende Abend nahezu ohne Langeweile.

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel baut die Oper musikalisch auf mit vielen Rezitativen, kürzeren Arien und Duetten  sowie mit einigen wenigen Quartetten bzw. kurzen Oktetten. Das Giftpfeilewerfen, das verliebt Hinterherstellen, das Ausnutzen der Liebe anderer, das Täuschen, das Heucheln, die Wutausbrüche, aber auch die wahre, innige Liebe sind in den vielen musikalischen Nummern durchgehend äußerst kurzweilig komponiert, so dass die  Zeit rasend verrinnen kann. Das lag jedoch auch an den spielenden und singenden Protagonist*innen des Abends aus dem Graben und von der Bühne des Hamburger Opernhauses.

Ricardo Minasi dirigierte nicht nur, sondern spielte auch die erste Geige an diesem Abend. Und das in unnachahmlicher Manier zusammen mit dem im Graben hoch positionierten und dadurch klanggewaltigem Ensemble Resonanz. Fasziniert schweifte der Blick häufig vom Geschehen auf der Bühne auf die Virtuosität im Graben. Mit diesem Orchester, mit dem er gemeinsame CDs herausbrachte und seit 2018 auch deren Artist in Residence an der Hamburger Elbphilharmonie ist, gelang ein frischer, luftiger, präziser und dynamisch barocker Marathonlauf. Die facettenreichen Charakterzüge und Handlungen der Personen wurden pathologisch seziert und an geeigneten Stellen fulminant wieder zusammengefügt. Nicht oft hörte man derart feinste Klänge, Nuancen und Wirbelstürme so präzise aus dem Operngraben hier am Dammtor.

Die acht Protagonist*innen dieses Kammerspiels spielten, gestalteten und sangen an diesem Premierenabend auf absolut ausgeglichenem und hohem Niveau. Wann durfte man das zuletzt in Hamburg erleben?

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Schlussapplaus © Patrik KleinPatrik

Staatsoper Hamburg / Agrippina hier Schlussapplaus © Patrik Klein

Die italienische Mezzosopranistin Anna Bonitatibus, erfahren auf allen großen Bühnen in Europa auch zum Beispiel als Carmen zeigte in der Titelpartie, dass sie nicht nur schauspielerisch, sondern auch musikalisch über großen Gestaltungsspielraum verfügt. Bis auf einige wenige kleine Schärfen in den höheren Registern lieferte sie ein überzeugendes Rollenportrait der Titelfigur ab. Besonders eindrucksvoll geriet ihr die gewaltige Selbstentblößung bei „Pensieri, voi mi tormentate“ im ersten Akt, unterstrich mit ihrer persönlichkeitscharakterisierende Arie „L’alma mia fra le tempeste“ ihre musikalische Güte und sang am Ende bei ihrer letzten Arie im dritten Akt „Se vuoi pace, o volto amato“ ein leises Besänftigungslied zu ihrem gnadenlosen Verhalten.

Die in Russland geborene junge Sopranistin Julia Lezhneva, die bereits den OPUS Klassik und den ECHO Klassik Preis gewann und mit Partien wie Susanna (Le nozze di Figaro) oder Alcina (Il barbiere di Siviglia) an großen Häusern brillierte, gestaltet die Partie der Poppea mit größtem Variantenreichtum. Die ersten Töne wurden von ihr, liegend auf einer Treppe fast lautlos gehaucht begonnen und mündeten in einem Crescendo der absoluten Spitzenklasse, so dass man geneigt war an beste Gruberova Tage zu denken. Wie ein Maler die verschiedensten Farben von zart bis kräftig auf eine Leinwand tupft, so sang sie mit sowohl tiefster Traurigkeit, tröstlicher Wärme und auch großen Emotionen die Arien „Vaghe perle, eletti fiori“,  „È un foco quel d’amore“ sowie „Se giunge un dispetto“ im ersten Akt. Aber auch die feinen und hochkomplexen Koloraturen gerieten, für den Zuhörer, mit scheinbar atemberaubender Mühelosigkeit.

In Sachen Höhe und Stimmführung agierte der argentinische Starcountertenor Franco Fagioli in einer eigenen Liga. Bereits in der ersten Arie im ersten Akt „Con saggio tuo consiglio“, als er noch ganz der innig dankbare Sohn Nerone war, ließ er seine Technik und seine Gestaltungsmöglichkeiten aufblitzen. Dann beispielsweise im zweiten Akt bei der Arie „Quando invita la donna l’amante“ und später in „Come Nube Che Fugge Dal Vento“ im letzten Akt gelangen ihm Töne, die subjektiv die Grenze des für Herrenstimmbänder physikalisch möglichen sprengten.

Auch die weiteren Partien waren am Premierenabend bestens besetzt: Der italienische Bass Luca Tittoto gab den Claudio mit gut sitzender, prachtvoller, dunkler Stimme und in überzeugender schauspielerischer Manier.

Der aus Frankreich stammende zweite Countertenor in der Agrippinabesetzung, Christophe Dumaux, der bereits einige CDs in seinem Fach aufnahm und auch schon an der New Yorker MET als Tolomeo auftrat, spielte und sang den Ottone mit Eleganz,  prachtvoller Stimmführung, makellosen Koloraturen und seiden klingenden Obertönen. Der italienische Bariton Renato Dolcini, der u.a. bereits Figaro oder Leporello im Repertoire trägt, gab den Pallante intonationssicher und spielerisch-feinsinnig mit großer Spielfreude.

Der dritte Countertenor des Abends war der Russe Vasily Khoroshev als Narciso. Auch ihm gelang eine sehr gute musikalische Leistung mit einem cremig seiden timbrierten schön abgedunkelten Klang. Abgerundet wurde das vortreffliche Sänger*innenensemble durch den Lesbo des chinesischen Bass-Baritons Chao Deng, der erst kürzlich in das Ensemble der Staatsoper Hamburg übernommen wurde.

Als sich nach vier Stunden großartigem Musiktheater auf allerhöchstem musikalischem sowie szenischem Niveau der Vorhang senkte, dankten die etwa 400 zugelassenen Zuhörer*innen allen Beteiligten mit großem Jubel und herzlichem Beifall

Agrippina an der Hamburgische Staatsoper; hier die nächsten Termine:  3.6.; 6.6.; 10.6.2021

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Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme XERXES, 23.10.2020

Oktober 13, 2020 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Wiederaufnahme
XERXES

Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel (gekürzte Fassung)
Text nach einem Libretto von Silvio Stampiglia
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Roland Böer
Regie: Tilmann Köhler
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Hans Walter Richter
Bühnenbild: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Joachim Klein
Video: Marlene Blumert
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Xerxes: Cecelia Hall / Bianca Andrew
Arsamene: Eric Jurenas
Romilda: Kateryna Kasper
Atalanta: Elizabeth Sutphen
Amastre: Katharina Magiera
Ariodate: Bozidar Smiljani?
Elviro: Thomas Faulkner
Vokalensemble
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Oper Frankfurt / Xerxes © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Xerxes © Barbara Aumüller

Xerxes von Georg Friedrich Händel (1685-1759) feierte in der Sicht von Tilmann Köhler am 8. Januar 2017 Premiere an der Oper Frankfurt und war bei Publikum und Presse gleichermaßen erfolgreich. So konnte man im Main-Echo Aschaffenburg lesen: „Ein furioser Zauber, von dem man auch nach gut drei Stunden reiner Spieldauer nicht genug bekommen konnte. Es hätte einfach so weiter gehen können mit all den Arien, mit der traumhaften Musik. (…) Regisseur Tilmann Köhler hat aus den gut drei Stunden Musiktheater ein kurzweiliges Vergnügen gemacht.“ Und trotzdem zeigt die Oper Frankfurt Corona-bedingt eine gekürzte Fassung.

Die dreiaktige Handlung um die Unlenkbarkeit der Herzen, die mit dem berühmten Largo Xerxes’ („Ombra mai fu“) beginnt, spielt in Persien: Der junge König Xerxes hat Prinzessin Amastre verlassen und sehnt sich nach einer neuen Liebe: Romilda, die Tochter des Fürsten und Feldhauptmanns. Diese liebt aber seinen Bruder Arsamene. Ausgerechnet von ihm verlangt Xerxes, der Brautwerber zu sein. Arsamene weigert sich, warnt Romilda und wird zur Strafe vom König verbannt. Der möchte Romilda zur Hochzeit zwingen und Arsamene töten lassen. Seine Verlobte Amastre will ihn unterdessen nicht aufgeben und zieht in ihrer Liebesnot als Soldat verkleidet in den Krieg. Am Ende der komplexen Handlung um Missverständnisse und die Wirrungen der Liebe bereut Xerxes und bittet um Verzeihung. Romilda und Arsamene sowie Amastre und Xerxes finden wieder zueinander.

Oper Frankfurt / Xerxes - Xerxes (stehend) und Romilda (sitzend) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Xerxes – Xerxes (stehend) und Romilda (sitzend) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser zweiten, den Corona-Bedingungen angepassten Wiederaufnahme hat mit Roland Böer kein Unbekannter an der Oper Frankfurt inne. Ihr war er anfangs als Solorepetitor und von 2002 bis 2008 als Kapellmeister verbunden. 2009 übernahm der Dirigent die musikalische Leitung des Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano, dessen Künstlerischer Direktor er von 2015 bis 2020 war. Bis 2019 wirkte er zudem als Erster Gastdirigent am Mikhailovsky-Theater in Sankt Petersburg. Zu den Neubesetzungen aus dem Ensemble zählen Cecelia Hall und Bianca Andrew, welche die Titelpartie zum Jahreswechsel übernimmt, sowie Kateryna Kasper als Romilda. Als Gast steigt der Countertenor Eric Jurenas (Arsamene) neu in die Produktion ein. 2018/19 debütierte er als Natascha in Peter Eötvös’ Tri sestry (Drei Schwestern) an der Oper Frankfurt und gastiert daneben an zahlreichen internationalen Opernhäusern. Mit der Produktion bereits vertraut sind das ehemalige Opernstudio-Mitglied Elizabeth Sutphen (Atalanta) sowie aus dem Ensemble Katharina Magiera (Amastre), Bozidar Smiljanic (Ariodate) und Thomas Faulkner (Elviro).

Wiederaufnahme: Freitag, 23. Oktober 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
(Oper für Familien; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und
Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren)

Weitere Vorstellungen: 25. (18.00 Uhr), 29. Oktober, 5., 14. November 2020 sowie im Juli 2021

Falls nicht anders angegeben, beginnen die Vorstellungen in 2020 um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Ab dem 7. eines Monats sind Karten für den Folgemonat bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

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Frankfurt, Oper Frankfurt, WERTHER – Jules Massenet, 27.09.2020

September 25, 2020 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

WERTHER  –  Jules Massenet

Libretto von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann
nach dem Roman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi, nach der Inszenierung von Willy Decker
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes, Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann, Licht: Joachim Klein

Oper Frankfurt / Werther - Gerard Schneider (Werther) und Gaëlle Arquez (Charlotte) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Gerard Schneider (Werther) und Gaëlle Arquez (Charlotte) © Barbara Aumüller

Auch Goethe hätte sicherlich applaudiert, diese Premiere in der Frankfurter Oper dürfte ihm gefallen haben. (…) Unglaublich stimmig und intensiv wurde hier Massenets Werk in Szene gesetzt. (…) So aufgeführt wie in Frankfurt, beweist sich Massenets Werther als wahrer Publikumsmagnet und zeigt wieder einmal, dass große Gefühle auch heute noch sehr en vogue sind.“ So urteilte das Internetportal Klassik.com nach der Premiere der nach Goethes Briefroman entstandenen Oper von Jules Massenet (1842-1912). Das Werk in der Inszenierung von Willy Decker feierte als Originalproduktion der Nederlandse Opera Amsterdam am 11. Dezember 2005 seine Frankfurter Premiere.

Zum Inhalt: Werther liebt Charlotte, doch diese ist mit Albert verlobt und weist den schwärmerischen jungen Mann zurück. Am Sterbebett ihrer Mutter hat sie versprochen, Albert zum Mann zu nehmen. Nach der Hochzeit treffen sich Charlotte und Werther erneut, und sie muss feststellen, dass er ihr nicht gleichgültig ist. Auch Werthers Zuneigung ist nicht geringer geworden. Von der Ausweglosigkeit der Situation überzeugt, bittet Werther Albert um dessen Pistolen, er will sich auf eine längere Reise begeben. Der inzwischen misstrauisch gewordene Ehemann zwingt seine entsetzte Frau, die Waffen herauszugeben. Voll dunkler Vorahnungen eilt Charlotte dem Unglücklichen nach, doch sie kommt zu spät – tödlich verwundet stirbt er in ihren Armen.

Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Iain MacNeil (Johann), Brian Michael Moore (Schmidt) und Gerard Schneider (Werther) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Iain MacNeil (Johann), Brian Michael Moore (Schmidt) und Gerard Schneider (Werther) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser fünften, den Corona-Bedingungen angepassten Wiederaufnahme einer Produktion aus der Spielzeit 2004/05 hat Studienleiter Takeshi Moriuchi. Der japanische Pianist und Dirigent unternahm kürzlich zusammen mit seiner Kollegin In Sun Suh eine Reise auf zwei Klavieren durch drei Jahrhunderte in Form eines Kammermusik-Programms.

Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Rollendebüt als Werther), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, standen 2019/20 u.a. mit dem Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto und Narraboth in Strauss’ Salome weitere wichtige Rollendebüts an. Gaëlle Arquez (Charlotte) gehört zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt. Eines der jüngsten Engagements der französischen Mezzosopranistin im Haus am Willy-Brandt-Platz war Adalgisa in Bellinis Norma, kürzlich gefolgt von einem umjubelten Liederabend im Opernhaus. Die Partie der Charlotte führt sie bald auch an die Wiener Staatsoper. Die amerikanische Sopranistin Heather Engebretson gibt als Sophie ihr Frankfurter Hausdebüt, dem später Aufführungen von Mozarts Le nozze di Figaro mit ihr in der Partie der Susanna folgen werden. 2021 gastiert sie als Verdis Violetta (La traviata) am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seit Beginn der Saison 2020/21 verstärkt der slowenische Bariton Domen Krizaj (Albert) das Ensemble der Oper Frankfurt. Ende 2019/20 gab er einen vielversprechenden Liederabend im Opernhaus. Demnächst wird er in der Wiederaufnahme von Puccinis Manon Lescaut den Bruder der Titelheldin verkörpern. „Ensemble-Neuzugang“ Brian Michael Moore (Schmidt) und Iain MacNeil (Johann) singen erstmals in der Produktion, während Franz Mayer (Le Bailli) bereits mit ihr vertraut ist.

Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Heather Engebretson (Sophie) und Franz Mayer (Le Bailli) sowie Mitglieder des Kinderchores der Oper Frankfurt © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Heather Engebretson (Sophie) und Franz Mayer (Le Bailli) sowie Mitglieder des Kinderchores der Oper Frankfurt © Barbara Aumüller

MIT: Werther: Gerard Schneider, Charlotte: Gaëlle Arquez, Sophie: Heather Engebretson, Albert: Domen Krizaj, Johann: Iain MacNeil, Le Bailli: Franz Mayer
Schmidt: Brian Michael Moore, Kinderchor: Csaba GrünfelderKinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Museumsorchester

Wiederaufnahme: Sonntag, 27. September 2020, um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 3. (18.00 Uhr), 11. (18.00 Uhr), 15., 24. Oktober 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Ab dem 7. eines Monats sind Karten für den Folgemonat bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

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Frankfurt, Oper Frankfurt, SALOME – Richard Strauss, 01.03.2020

Februar 3, 2020 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

 SALOME –  Richard Strauss – Oscar Wilde

Barrie Kosky inszeniert, Joana Mallwitz dirigiert

Premiere: Sonntag, 1. März 2020 18.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 5., 8., 13., 20. März 2020 und mehr

Salome – Richard Strauss_ Oscar Wilde
youtube Trailer der Oper Frankfurt
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Mit der am 9. Dezember 1905 im Königlichen Opernhaus Dresden uraufgeführten Salome gelang Richard Strauss (1864-1949) der internationale Durchbruch als Opernkomponist. In diesem auf einem skandalösen Sujet basierenden Musikdrama entwickelte er eine Klangsprache, die weit über diejenige seiner Zeitgenossen hinausreicht. Bereits vier Jahre im Anschluss an die Uraufführung seiner dritten Oper konnte Strauss mit der ebenfalls in Dresden erstaufgeführten Elektra an seinen Erfolg anknüpfen. Der Text des Komponisten geht auf Hedwig Lachmanns deutsche Übersetzung des gleichnamigen Dramas Salome von Oscar Wilde (1891) zurück. An der Oper Frankfurt erfolgte die letzte Neuinszenierung des Einakters 1999 durch Christof Nel.

Oper Frankfurt / Salome - Ambur Braid © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Salome – Ambur Braid © Barbara Aumüller

Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung der DZ Bank AG und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

König Herodes hält den Propheten Jochanaan gefangen, doch seine Stieftochter Prinzessin Salome, Tochter der Herodias, verlangt, diesen zu sehen. Der Prinzessin verfallen, gibt der Hauptmann Narraboth deren Verlangen trotz des ausdrücklichen Verbotes des Herrschers nach. Als Salome auf Jochanaan trifft, weist dieser sie zurück, woraufhin der von Eifersucht geplagte Narraboth Selbstmord begeht. Ihr lüsterner Stiefvater verlangt, dass die vom Propheten Verfluchte für die feiernde Gesellschaft tanzt. Sie lehnt zunächst ab, leistet der Aufforderung schließlich unter der Prämisse, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen, mit dem „Tanz der sieben Schleier“ Folge und fordert im Gegenzug Jochanaans Kopf. Jegliche Umstimmungsversuche des entsetzten Tetrarchen bleiben erfolglos. Salome küsst den Mund des auf dem Silbertablett liegenden Hauptes und wird auf Herodes’ Befehl hin ebenfalls getötet.

Oper Frankfurt / Salome - Maltman Christopher© Pia Clodi

Oper Frankfurt / Salome – Maltman Christopher © Pia Clodi

Die musikalische Leitung liegt bei der deutschen Dirigentin Joana Mallwitz. Sie ist seit 2018/19 Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg und wurde jüngst vom Fachmagazin Opernwelt als „Dirigentin des Jahres“ 2019 sowie als „Beste Dirigentin“ mit dem Oper! Award ausgezeichnet. An der Oper Frankfurt debütierte sie 2016/17 mit Debussys Pelléas et Mélisande und kehrte u.a. in dieser Saison mit Faurés Pénélope zurück. Die Inszenierungen von Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, werden international gezeigt: Carmen wurde nach der Frankfurter Premiere 2016 vom Royal Opera House Covent Garden in London sowie der Königlichen Oper in Kopenhagen leihweise übernommen und kehrt nun an den Premierenort zurück. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehört Alexander Borodins Fürst Igor an der Pariser Opéra Bastille. In der Titelpartie debütiert die kanadische Sopranistin Ambur Braid. Seit 2018/19 im Ensemble, überzeugte die Sängerin bereits u.a. als Königin der Nacht (Die Zauberflöte) und Elektra (Idomeneo).

Der weltweit gefragte Bariton Christopher Maltman (Jochanaan) ist hier derzeit auch in der Titelpartie von Rigoletto zu erleben. Regelmäßig gastiert der Brite bei den Salzburger Festspielen und an der Metropolitan Opera in New York. Nahezu alle übrigen Partien sind mit Mitgliedern des Frankfurter Ensembles und Opernstudios besetzt, darunter auch der Tenor AJ Glueckert (Herodes) und die Mezzosopranistin Claudia Mahnke (Herodias).

Musikalische Leitung: Joana Mallwitz, Regie: Barrie Kosky, Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag, Licht: Joachim Klein, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy,

Mit: Salome: Ambur Braid, 3. Jude: Jaeil Kim, Jochanaan: Christopher Maltman 4. Jude: Jonathan Abernethy, Herodes: AJ Glueckert 5. Jude: Alfred Reiter, Herodias: Claudia Mahnke 1. Nazarener: Thomas Faulkner, Narraboth: Gerard Schneider 2. Nazarener / Cappadozier: Danylo Matviienko, Ein Page der Herodias: Katharina Magiera 1. Soldat: Dietrich Volle, 1. Jude: Theo Lebow 2. Soldat: Pilgoo Kang, 2. Jude: Michael McCown Sklavin: Chiara Bäuml

Premiere: Sonntag, 1. März 2020 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 5., 8., 13., 20., 26., 29. (15.30 Uhr; kostenlose Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 ) März, 4., 10. (18.00 Uhr), 13. (18.00 Uhr) April 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

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