Dortmund, Theater Dortmund, NABUCCO von Giuseppe Verdi, 10.03.2018

Februar 21, 2018 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

 NABUCCO von Giuseppe Verdi
Premiere am Samstag, 10. März 2018

Jens-Daniel Herzogs letzte Premiere als Intendant der Oper Dortmund: Giuseppe Verdis NABUCCO kommt am Samstag, 10. März 2018, um 19.30 Uhr auf die Bühne. Unter der musikalischen Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektor Motonori Kobayashi werden Sangmin Lee als Nabucco, Gabrielle Mouhlen als Abigaille, Almerija Delic als Fenena sowie Thomas Paul als Ismaele und Karl-Heinz Lehner als Zaccaria zu sehen sein.

Theater Dortmund / Jens-Daniel Herzog © Philip Lethen

Theater Dortmund / Jens-Daniel Herzog © Philip Lethen

Israel gegen Babylon, der Gott Jahwe gegen den Götzen Baal, der babylonische König Nabucco gegen den jüdischen Hohepriester. Und inmitten dieser entfesselten Feindschaften ein Dreieck von Liebenden. Fenena und Abigaille, die Töchter Nabuccos, lieben den Israeliten Ismaele. Als er seine Gunst der zarten Fenena schenkt – die im Gegensatz zu Abigaille eine leibliche Tochter des Königs ist –, verwandelt sich ihre Schwester in eine Bestie und wendet sich gegen alle, in denen sie ihre Feinde erkennt: Fenena, Ismaele, ihren Vater und ganz Israel. Um ihre Rachegelüste zu befriedigen, ist sie sogar bereit, ein ganzes Volk auszulöschen. Doch eine höhere Macht fällt ihr in den Arm.

Nabucco war 1842 Verdis erster echter Erfolg. Er traf die Italiener mitten ins Herz, die sich nach der Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft Österreichs und des Vatikans sehnten. Das berühmte Va, pensiero des Gefangenenchores ist bis heute die inoffizielle italienische Nationalhymne. Aber es war nicht nur der politische Kontext, der das Stück zum Klassiker machte. Verdi hat eine atemlose Handlung vertont, ein apokalyptisches Amalgam aus sich überstürzenden Ereignissen, unüberlegten Entscheidungen, wahnsinnigen Politikern, Fake News, religiösem Fanatismus und welterschütternden Liebesgefühlen. Eine Oper, die nie zur Ruhe kommt, eine Geschichte von Menschen, die nur Alles oder Nichts kennen und die mit alttestamentarischer Wucht triumphieren oder untergehen müssen.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, 2017/18 – Spannend, Schön, Kontrovers, IOCO Aktuell, 22.07.2017

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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Der Spielplan 2017/2018 des Staatstheater Nürnberg
Letzte Spielzeit von Peter Theiler

Staatstheater Nürnberg / Intendant Peter Theiler © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Intendant Peter Theiler © Ludwig Olah

Staatsintendant Peter Theiler stellte den Spielplan für die Saison 2017/2018 gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor Christian Ruppert, den Spartenleitern des Staatstheaters, Schauspieldirektor Klaus Kusenberg, Generalmusikdirektor Marcus Bosch und der Leiterin der Theaterpädagogik Anja Sparberg vor. Es wird die letzte Spielzeit von Peter Theiler am Staatstheater Nürnberg sein; 2018 wechselt er als Intendant an die seit Jahren von Managementproblemen geplagte Semperoper in Dresden. Jens Daniel Herzog, *1963, heutiger Intendant der Oper Dortmund, wird 2018 Nachfolger von Peter Theiler.

Das Staatstheater Nürnberg ist eines der großen Vierspartentheater Deutschlands, Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. Pro Saison besuchen 270.000 Besucher die etwa 650 Vorstellungen. Zentraler Spielort des Staatstheaters ist das  architektonisch attraktive Opernhaus. Weitere Spielstätten sind das Schauspielhaus Nürnberg mit den Kammerspielen und der BlueBox und die Meistersingerhalle, in der die Konzertreihen der Staatsphilharmonie Nürnberg stattfinden,

Die Opernsaison 2017/18 eröffnet am Stattstheater Nürnberg mit Hector Berlioz‘ Großwerk Die Trojaner (Les Troyens) in einer Neuinszenierung des spanischen Regisseurs Calixto Bieito unter der Musikalischen Leitung von GMD Marcus Bosch (Premiere: 08.10.2017). Diese Produktion setzt nicht nur die Pflege der französischen Grand Opéra und insbesondere der Werke Berlioz‘ im Nürnberger Repertoire fort, sie schlägt auch einen Bogen zur Eröffnung von Peter Theilers Nürnberger Intendanz im Herbst 2008 mit Berlioz‘ Opernerstling Benvenuto Cellini. Mit der Eröffnungsproduktion setzt Peter Theiler einen inhaltlichen Schwerpunkt, der sich durch den Spielplan 2017/2018 zieht, denn Berlioz‘ Die Trojaner ist nur eine von drei Neuproduktionen, die im Sagenkreis des Trojanischen Krieges angesiedelt ist. Auch Wolfgang Amadeus Mozarts selten gespielter Idomeneo erzählt von einem der Kriegsheimkehrer; inszeniert wird das Drama per musica von David Bösch, der damit zum ersten Mal in Nürnberg arbeitet. Die Musikalische Leitung der Produktion hat Marcus Bosch, die auch eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen in Antwerpen ist (Premiere: 17.02.2018). Die dritte Produktion, die thematisch an den Troja-Mythos anknüpft, ist Claudio Monteverdis Die Rückkehr des Odysseus (Il ritorno d’Ulisse in patria). Die in Nürnberg durch ihre Inszenierungen von Platée und Die Hochzeit des Figaro bestens bekannte Regisseurin Mariame Clément führt Regie, die Musikalische Leitung liegt in den Händen eines Spezialisten für Alte Musik, des Dirigenten und Lautenisten Wolfgang Katschner. Es ist die zweite Koproduktion des Staatstheaters mit dem Théatre des Champs-Èlysées, Paris, und die erste mit der Opéra de Dijon (Premiere: 03.06.2018). Das Symposium „Krieg, Irrfahrten und Heimkehr“ widmet sich am 19. November 2017 von wissenschaftlicher Seite dem Mythos Troja bei Berlioz, Mozart und Monteverdi, steht aber auch interessierte Laien und Opernliebhabern offen (Eintritt frei). Das Symposium setzt die langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen fort.

Im Jahr 2018 wäre Bernd Alois Zimmermann 100 Jahre alt geworden. Mit einer Neuinszenierung seiner Oper Die Soldaten durch Regiealtmeister Peter Konwitschny feiert das Staatstheater Nürnberg den Geburtstag eines der bedeutendsten Komponisten der Nachkriegszeit. BR-Klassik überträgt die Premiere live, die unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch steht (Premiere: 17.03.2018). Darüber hinaus bietet das Staatstheater zusammen mit der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein öffentliches zweitägiges Symposium am 14. und 15. April 2018 unter dem Titel „Wahrnehmungstheater“ an.

Staatstheater Nürnberg / Norma © Jutta Missbach

Staatstheater Nürnberg / Norma © Jutta Missbach

Sie ist wohl die bekannteste aller Belcanto-Opern und im Schaffen Gioacchino Rossinis der große Wurf schlechthin: Der Barbier von Sevilla (Il barbiere di siviglia), inszeniert wird das muntere Spektakel von Josef E. Köpplinger, Staatsintendant am Münchner Gärtnerplatztheater, unter der Musikalischen Leitung des 2. Kapellmeisters Volker Hiemeyer (Premiere: 13.05.2018). Den hochdramatischen Gegenpol dieser Gattung schafft im Staatstheaterspielplan die Wiederaufnahme von Vincenzo Bellinis Norma, die erst am 13. Mai 2017 in Nürnberg Premiere feiert, in einer Inszenierung von Stéphane Braunschweig, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 22.09.2017).

Für das Fach des gut gemachten Unterhaltungs-Musiktheaters steht schon seit einigen Jahren der Name des österreichischen Regisseurs Thomas Enzinger am Staatstheater Nürnberg. Gemeinsam mit seinem Ausstatter Toto setzt er Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe in Szene, unter der Musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters Guido Johannes Rumstadt (Premiere: 05.11.2017). Zum Jahresausklang und anknüpfend an zahlreiche erfolgreich Musical-Produktionen der zurückliegenden Jahre bringt das Staatstheater eine eigene Musical-Revue heraus: The Lights of Broadway. Für Konzept und Inszenierung zeichnet Gaines Hall verantwortlich, der den Nürnbergern als Sängerdarsteller und Tänzer bestens bekannt ist, vor allem aus den Musical-Klassikern im Opernhaus: „Silk Stockings“ (Steve Canfield) und Singin‘ in the rain (Don Lockwood) (Premiere: 29.12.2017). Die Musikalische Leitung hat der versierte Musicalspezialist Kai Tietje. Die Revue-Produktion ist eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Die Repertoire-Schiene der gutgemachten Unterhaltung vervollständigt die Wiederaufnahmeserie des Dauerbrenners My Fair Lady (ebenfalls: Regie Thomas Enzinger) mit dem ganz speziellen fränkischen Zungenschlag sowie Volker Heißmann als Alfred Doolittle und Martin Rassau als Mrs. Higgins als Local-Star-Guest der Produktion. Die Musikalische Leitung hat Kapellmeister Andreas Paetzold (WA: 01.10.2017).

Den Spielplan runden einige Wiederaufnahmen von Inszenierungen ab, die vom Nürnberger Publikum in vergangenen Spielzeiten besonderes geliebt wurden, wie Alexandra Szeméredys und Magdolna Parditkas Inszenierung von Giacomo Puccinis La Bohème, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 20.10.2017). Ein Wiedersehen gibt es auch mit Laura Scozzis frech-frischer Zauberflöten-Inszenierung unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 24.11.2017). Gleich zwei Opern Giuseppe Verdis kommen zum Abschied noch einmal auf die Nürnberger Opernhausbühne: Die bewegende Othello-Inszenierung von Gabriele Rech, unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 14.01.2018), und Peter Konwitschnys aufsehenerregende La traviata, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 07.04.2018). Eine weitere Reminiszenz an das Genre der französischen Oper ist die Wiederaufnahme von Bizets Carmen (WA: 27.01.2018) in der Inszenierung von Laurent Laffargue unter der Musikalischen Leitung von Volker Hiemeyer. Und schließlich kehrt auch noch einmal – vor der Übernahme der Staatstheaterintendanz ab 2018/19 – Jens Daniel Herzogs Tosca-Inszenierung zurück, die Musikalische Leitung dieser Puccini-Oper hat Volker Hiemeyer (WA: 15.06.2018).

Neben der Fortsetzung der Reihe LiedGut im Gluck-Saal ist auch für die kommende Saison ein besonderes Highlight in Planung: Kammersänger Jochen Kupfer präsentiert im Opernhaus ein ganz besonderes Liederprojekt unter dem Titel „Wanderer“, begleitet am Klavier von Marcelo Amaral (18.01.2018).

Mit einer festlichen Abschiedsgala Addio del passato feiert das Staatstheater Nürnberg nach 10 Jahren den Abschied von Staatsintendant Peter Theiler im Opernhaus am 30. Juni 2018. Mit dem 2. Gesangswettbewerb Die Meistersinger von Nürnberg vom 21. bis 26. Juli 2018 endet die Saison 2017/2018. Krönender Abschluss nach dem Finalkonzert am 25. Juli wird das Preisträgerkonzert mit der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Marcus Bosch auf dem Hauptmarkt. (26.07.2018)

Das vom Staatstheater Nürnberg initiierte und in Auftrag gegebene Forschungsprojekt „Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950“ findet nach zwei Symposien einen öffentlichen Abschluss in einer Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Vom 15. Juni 2018 bis 06. Januar 2019 ist dort eine Sonderausstellung in der THW-Halle zu sehen und zu erleben, unter dem Titel „Inszenierung von Macht und Unterhaltung“. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Dokuzentrum und dem Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau.

Die im Vorjahr so erfolgreiche Kooperation mit dem Festival NueJazz wird auch 2017/2018 fortgesetzt, das Mark Guiliana Jazz Quartet und das Avishai Cohen Quartet bestreiten das Starkonzert im Opernhaus (10.11.2017). Eine weitere Kooperation geht das Staatstheater Nürnberg mit den Machern von Nürnberg.POP ein und präsentiert gemeinsam das Auftaktkonzert mit Tom Schilling & The Jazz Kid (22.10.2017). In der neuen Reihe „Bei Egerdörfers unterm Sofa“ mit dem fränkischen Kultkabarettisten und Tatort-Darsteller Matthias Egersdörfer und Claudia Schulz wird es, nach der Auftaktveranstaltung am 29. Mai 2017, drei weitere Talk/Musik/Kabarett-Abende mit neuen Gästen im Opernhaus geben (01.11.2017, 19.01.2018, 16.05.2018).

„Glück gehabt!“ – unter diesem außergewöhnlichen Motto steht die Abschiedsspielzeit 2017/2018 von Schauspieldirektor Klaus Kusenberg: Mal als Rückbesinnung, mal als Zukunftsvision, steht die spielerisch und kunstvoll ausgetragene existenzielle Auseinandersetzung mit heutiger Lebenswirklichkeit im Zentrum des Spielplans, immer wieder auch versehen mit der programmatischen Frage: Glück gehabt? Die Befragung der Stücke und Stoffe werden auch in dieser Spielzeit namhafte Regisseur*innen am Schauspiel übernehmen, von denen manche den Spielplan mit ihren künstlerischen Handschriften über Jahre hinweg geprägt haben: Georg Schmiedleitner und Frank Behnke, Schirin Khodadadian, Sascha Hawemann, Bettina Brunier, Patricia Benecke und Eike Hannemann; auch Anne Bader und Julia Prechsl kehren nach ihren erfolgreichen Inszenierungen der letzten Saison zurück. Gegenwartsdramatik auf Höhe der Zeit wird in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen und Auftragsarbeiten zu erleben sein, u.a. von Jörn Klare, Christoph Nußbaumeder und Alistair Beaton, und nicht zuletzt im vierten Jahr TALKING ABOUT BORDERS. Der 13. internationale Dramenwettbewerb und das Festivalwochenende im Sommer 2017 werden gemeinsam mit den Partnerländern Estland, Lettland und Littauen veranstaltet.

Im Schauspielhaus eröffnet die Saison mit Kasimir und Karoline (Premiere: 06.10.2017), berühmtes Volksstück und „Ballade von stiller Trauer, gemildert durch Humor“ des Autors Ödön von Horvath. Regie führt Georg Schmiedleitner, der damit an Nürnberger Erfolge wie Geschichten aus dem Wiener Wald und Glaube Liebe Hoffnung anschließt. Schauspieldirektor Klaus Kusenberg wird die tiefschwarze Komödie Abgefrackt! (Premiere: 21.10.2017) inszenieren, nach Feelgood bereits die zweite deutschsprachige Erstaufführung des britischen Autors Alistair Beaton, und damit seine Beschäftigung mit dem Autor fortsetzen. In der Premieren-Serie vor Weihnachten wird ebenfalls Klaus Kusenberg Die Wiedervereinigung der beiden Koreas (Premiere: 16.12.2017) des französischen Gegenwartsdramatikers Joël Pommerat zur Aufführung bringen, ein kluger und feinfühliger Theatertext, der in szenischen Miniaturen die Aporien der Liebesbeziehungen unserer Zeit beleuchtet. In seiner fünften Regie im Schauspielhaus übernimmt Sascha Hawemann Wolfgang Borcherts einziges Drama Draußen vor der Tür (Premiere: 24.02.2018), die Geschichte eines Kriegsheimkehrers und ein heute leider allzu aktueller Protestschrei gegen den Fluch des Krieges. Nach dem Erfolg von Terror widmet sich Frank Behnke William Shakespeares großer Komödie Wie es euch gefällt (Premiere: 14.04.2017) und wird Liebende, Verirrte, Narren und Philosophen im Schatten des Waldes aufeinandertreffen lassen. Zum großen Abschied dann wird die Musikalische Leiterin des Schauspiels Bettina Ostermeier mit Raumstation Sehnsucht (Uraufführung: 02.06.2018), gemeinsam mit Friederike Engel und in der Regie von Patricia Benecke, einer vielköpfigen Band, den sangesfreudigen Mitgliedern des Schauspielensembles und vielen unvergesslichen Songs der Musikgeschichte das Schauspielhaus noch einmal zum Beben bringen, bevor der Countdown läuft und es am Ende, ganz am Ende mit Überraschungsgästen und viel Musik dann endgültig heißt: „Glück gehabt“ (14., 15., 22.07.2018).

Die Saison in den Kammerspielen eröffnet mit einem Abschluss: In ihrer zweiten Nürnberger Regie inszeniert Anne Bader Wir sind glücklich, dem nach Man muss dankbar sein und Ihr könnt froh sein dritten Teil von Volker Schmidts Trilogie (Uraufführung: 13.10.2017), ein bestechender, kunstvoller Blick auf Globalisierung und Arbeitsmigration. Schirin Khodadadian wird die Uraufführung des Auftragswerks Im Schatten kalter Sterne von Christoph Nußbaumeder (Premiere: 15.12.2017) übernehmen, dessen Arbeit nach Fleischwerk damit zum zweiten Mal in Nürnberg zu sehen sein wird. Und als dritte und letzte Produktion in den Kammerspielen wird Bettina Brunier Robert Redfords Hände selig (Premiere: 07.04.2018) der vielfach ausgezeichneten Autorin Rebekka Kricheldorf (Premiere: 07.04.2018) inszenieren, die mit bitterbösem Humor von einem deutschen Paar erzählt, das in der Ferne nach der Bestimmung seines Lebens sucht, dabei jedoch die politischen Realitäten des fremden Landes verkennt.

Auch in der letzten Spielzeit offenbart sich der experimentierfreudige Charakter der kleinsten Spielstätte des Schauspiels, der BlueBox, in Gestalt einer ganzen Reihe von Uraufführungen: Als Auftakt kommt erneut ein Stück des Dramatikers, Sachbuchautors und Journalisten Jörn Klare zur Uraufführung. Mit dem Auftragswerk Höhenrausch (Uraufführung: 07.10.2017) entwirft er, selbst leidenschaftlicher Bergsteiger, das faszinierende Porträt eines Grenzgängers. Nach der längst zum Kult avancierten Inszenierung „Winnetou“ installiert Eike Hannemann dieses Format gemeinsam mit Anita Augustin neu für Nürnberg: Nekropolis – Die Stadt gehört uns! ist ein Live-Hörspiel mit viralem Charakter, Subjekt: die Ausrottung der Menschheit durch eine globale Seuche in Gestalt von Zombies (Uraufführung: 14.12.2017). Nach Letzte Stunde(n). Ein Abend für Marilyn Monroe wird die Nürnberger Kammerschauspielerin Adeline Schebesch wieder einen Text für Theater schreiben und wirft mit „Körper“ (Arbeitstitel) einen nachdenklichen Blick auf den Körperwahn und das Milliardengeschäft mit Fitness und Leistung (Uraufführung: 09.02.2017). Eine leidenschaftliche, moralische und politische Anklage und ein zeitlos aktuelles Werk ist der Roman „Auferstehung“ von Leo Tolstoi. Eine neue und eigene Lesart stellt Akin Isletme in seiner gemeinsam mit Dramaturgin Friederike Engel erarbeiteten Fassung vor (Premiere: 10.05.2018). Nach den Uraufführungen aus Georgien, Armenien und Polen in den vergangenen Spielzeiten wird das Siegerstück TALKING ABOUT BORDERS 2016 (Uraufführung: 27.06.2018) die Saison beschließen, das aus den Partnerländern Tschechien und Slowenien kommen und noch im Juni 2017 von der internationalen Jury ausgewählt wird.

Staatstheater Nürnberg / Ballettchef Goyo Montero © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Ballettchef Goyo Montero © Ludwig Olah

In seiner zehnten Spielzeit als Ballettdirektor in Nürnberg blickt Goyo Montero mit Stolz und Dankbarkeit auf das Erreichte und mit Vorfreude auf das Kommende. Die Compagnie ist in knapp einem Jahrzehnt auf 22 Tänzerstellen angewachsen, daneben ist eine Young Company zur Förderung des tänzerischen Nachwuchses etabliert. 15 Uraufführungen hat er als Chefchoreograph für sein Nürnberger Ensemble geschaffen, zuletzt Monade und Don Quijote. Neben seinen eigenen Werken konnte der Nürnberger Ballettdirektor auch namhafte und international höchst renommierte Choreographen für eine Zusammenarbeit mit der Nürnberger Compagnie gewinnen, wie u.a. Jirí Kylián, Mats Ek, Nacho Duato, Johan Inger, Crystal Pite, Mauro Bigonzetti, William Forsythe und Christian Spuck. In der Saison 2017/2018 wird dieser erfolgreiche und vom Nürnberger Publikum begeistert mitgetragene Weg fortgesetzt.

Staatstheater Nürnberg / Tänzerin Nuria Fau  ©  Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Tänzerin Nuria Fau  ©  Ludwig Olah

Den Tanzabenden, die Goyo Montero bisher großen Künstlerpersönlichkeiten und literarischen Helden gewidmet hat (Goya, Beethoven, Faust, Don Juan u.a.) fügt der Spanier nun eine Hommage an den Nürnberger Renaissance-Künstler Albrecht Dürer hinzu. Dürers Dog ist der Titel der Uraufführung am 09. Dezember 2017, ein Tanzstück, das sich mit der komplexen Persönlichkeit und der kreativen Vielschichtigkeit des genialen Künstlers auseinandersetzt. Die Musik von Owen Belton (eine erneute Auftragskomposition des Kanadischen Klangkünstlers), Philip Glass, Krzysztof Penderecki, Max Richter u.a., wird gespielt von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt.

Unter dem Titel Powerhouse präsentiert das Staatstheater Nürnberg Ballett einen weiteren dreiteiligen Tanzabend, für den Nürnbergs Ballettdirektor erneut zwei der international gefragtesten Choreographen unserer Zeit gewinnen konnte: Der Schwede Alexander Ekman, u.a. 2016 mit dem Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet, studiert in Nürnberg seine temporeiche und pulsierende Choreographie Tuplet zur elektronischen Musik von Mikael Karlsson ein. Der Israeli Hofesh Shechter, der u.a. für das Staatsballett Berlin, das Cedar Lake Contemporary Ballet, das Nederlands Dans Theater und das Royal Ballet London choreographiert, vertraut dem Nürnberger Ensemble sein preisgekröntes Stück Disappearing Act an. Goyo Montero selbst wird für dieses Programm ein neues Stück kreieren. (Premiere: 21.04.2018)

Die zurückliegenden 10 Jahre und ihre Höhepunkte lässt Goyo Montero Revue passieren in einem ganz speziellen Gala-Programm: Dekade: Zehn Jahre Staatstheater Nürnberg Ballett präsentiert eine Werkschau der besonderen Art, mit tänzerischen und choreographischen Höhepunkten aus den Produktionen der letzten 10 Jahre, ein Programm aus Soli und Ensemble-Nummern, die nicht nur von der aktuellen Nürnberger Compagnie getanzt werden, sondern zu denen auch international renommierte Künstlerkolleg*innen eingeladen sind. Goyo Montero wird die ausgewählte Choreographien neu inszenieren und jeder der insgesamt fünf Galaabende wird eine Variation und für das Publikum jeweils mit einer neuen Überraschung aufwarten (Premiere: 23.06.2018).

Staatstheater Nürnberg / Erfolgsballett Don Quijote_ Sayaka Kado und Ensemble © Jesus Vallinas

Staatstheater Nürnberg / Erfolgsballett Don Quijote_ Sayaka Kado und Ensemble © Jesus Vallinas

Zwei Erfolgsproduktionen der Ballettdirektion Goyo Montero werden 2017/2018 erneut in den Spielplan aufgenommen: Das Tanzstück Don Quijote, das erst am 22. April 2017 seine begeistert gefeierte Uraufführung erlebte, wird bereits ab dem 14. Oktober 2017 wieder im Opernhaus zu sehen sein. Und Goyo Monteros Ballett Der Nussknacker, live von der Staatsphilharmonie Nürnberg mit Peter Tschaikowskis weltberühmter Musik begleitet, ist wieder ab 03. März 2018 zu erleben, als die abenteuerliche Entwicklungsreise eines jungen, verzogenen Mädchens, das mit Hilfe des Nussknackers zur liebesfähigen, erwachsenen Frau reift.

Generalmusikdirektor Marcus Bosch präsentierte die Konzertsaison 2017/2018, deren Programm unter das Motto Leuchttürme gestellt ist und damit einen konzeptionellen Bogen zur ersten Konzertspielzeit Wegweiser (2011/2012) unter Leitung des Generalmusikdirektors schließt: Denn wie Wegweiser bieten Leuchttürme Orientierung, strahlen aber auch in die Ferne. So erwartet die Besucher*innen ein vielgestaltiges Konzertprogramm, das die erfolgreich etablierte Formate fortführt, ambitionierte Vorhaben zum Abschluss bringt, aber auch neue musikalische Perspektiven eröffnet: Von Biber bis Zimmermann, vom Frühbarock bis zur Neuen Musik reicht die Spanne der Musik, wobei ein Schwerpunkt auf den Arbeiten von zwei Komponisten liegt, deren 100. Geburtstage im Jahr 2018 zu begehen sind: Bernd Alois Zimmermann und Leonard Bernstein. Die Philharmonischen Konzerte warten erneut mit renommierten Solist*innen auf: Mit Dirigenten wie Leonid Grin, Charles Olivieri-Munroe und Paul Goodwin, den Pianist*innen Martina Filjak, Szymon Nehring und Matthias Kirschnereit, Streichersolistin Christina Brabetz oder Klarinettist Reto Bieri sind international gefragte Künstler*innen in der Meistersingerhalle zu Gast.

Gleich mit dem 1. Philharmonischen Konzert (13.10.2017) wird ein großes Projekt zur Vollendung kommen: Seit 2011 haben GMD Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie Nürnberg alle Sinfonien und die Sinfonischen Dichtungen von Antonin Dvo?ák aufgeführt und als CD eingespielt. Die 1865 entstandene Zweite Sinfonie des böhmischen Komponisten ist das letzte Werk, das noch fehlt, damit die Gesamtaufnahme, die auch international für Aufsehen gesorgt hat, „Im Kasten“ ist. Als Solistin wird die kroatische Pianistin Martina Filjak für Sergej Projkofjews Konzert für Klavier und Orchester zu Gast sein. Im 2. Philharmonischen Konzert (10.11.2017) nehmen Marcus Bosch und sein Orchester musikalischen Bezug zum Reformationsjahr und verhandeln mit einem anspruchsvollen Programm, Felix Mendelssohn Bartholdys „Reformationssinfonie“ und Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 3 „Kaddish“, „Glaubensfragen“. Für den großen Chorpart in „Kaddish“ wird erneut der Tschechische Philharmonische Chor Brünn zu Gast sein, für die Aufführung konnten darüber hinaus die Intendantin und Regisseurin Brigitte Fassbaender als Sprecherin und die Sopranistin Stefania Dovhan gewonnen werden. Vom „Lärm der Zeit“ und den gesellschaftlich-politischen Ereignissen einer Epoche legt das 3. Philharmonische Konzert (19.01.2017) mit Werken von Dimitri Schostakowitsch beredtes Zeugnis ab. Mit dem ukrainischen Dirigenten Leonid Grin kommt ein Musiker als Gast nach Nürnberg, der noch zu Lebzeiten Schostakowitsch in Moskau studiert hat und eng mit dessen Musik verbunden ist. Das 1955 entstandene Violinkonzert wird die Solistin Christina Brabetz spielen. Mit dem Dvorák-Projekt entstand über die Jahre eine ideelle Brücke zur Partnerstadt Prag; mit dem 4. Philharmonischen Konzerts (23.03.2017) folgt eine partnerschaftliche Einladung der „Krakauer Gäste“, den Krakauer Philharmonikern, die unter Musikalischer Leitung ihres Chefdirigenten Charles Olivieri-Munroe Werke polnischer Komponisten präsentieren werden. Im Mai 2018 wird die Staatsphilharmonie Nürnberg den kulturellen Austausch dann mit einem Gegenbesuch in Polen begehen. Das 5. Philharmonische Konzert unter dem Dirigat von Marcus Bosch (20.04.2018) stellt „Jewish Guys“ mit zwei sehr unterschiedlichen künstlerischen Handschriften vor, Gustav Mahlers Sechste Sinfonie, die von den Krisen und Verwerfungen der Moderne erzählt, und Felix Mendelssohn Bartholdys Konzert für Klavier und Orchester. Als Solist kommt der deutsche Pianist Matthias Kirschnereit, der 2009 die Rekonstruktion des verlorenen Dritten Klavierkonzerts von Mendelssohn aufnahm und dafür den ECHO Klassik erhielt. „Himmel und Erd‘“ verbinden sich dann im 6. Philharmonischen Konzert (18.05.2018) mit den Werken von Bernd Alois Zimmermann und Gustav Mahler, für das neben der Sopranistin Michaela Maria Mayer der Dirigent Günter Neuhold und mit dem jungen Trompeter Simon Höfele ein Ausnahmetalent und Preisträger des ARD-Wettbewerbs zu Gast sein werden. „Endlich Schubert!“ heißt es im 7. Philharmonischen Konzert (22.06.2018) mit Franz Schuberts Dritter und Fünfter Sinfonie unter Musikalischer Leitung von Josep Caballé Domenech. Die beiden Sinfonien umrahmen das Konzert für Klarinette und Orchester des türkischen Pianisten Fazil Say, ein Werk, das gerade durch die aktuellen Ereignisse zu einem der politischsten Musikstücke unserer Zeit geworden ist und das der Schweizer Klarinettist Reto Bieri spielen wird. Zum Abschluss der Konzertspielzeit kommen auf der Bühne der Meistersingerhalle unter dem Dirigat von GMD Marcus Bosch für das 8. Philharmonische Konzert (07.07.2018) „Letzte Dinge“ noch einmal die Staatsphilharmonie Nürnberg, der Opernchor sowie Ida Aldrian und Leah Gordon aus dem Ensemble des Staatstheaters zusammen, um Bernd Alois Zimmermanns witzige „Musique pour les soupers de Roi Ubu“ und Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ zur Aufführung zu bringen. Der Kabarettist Matthias Egersdörfer wird den Part des Conférenciers in Zimmermanns „König Ubu“ übernehmen.

Ihre Fortsetzung finden die in den vergangenen Spielzeiten überaus erfolgreich etablierten Konzertformate, wie etwa „Stummfilm Philharmonisch“ mit einem Höhepunkt der Reihe, „Der Rosenkavalier“, einer Adaption der gleichnamigen Oper, deren Partitur Richard Strauss selbst eingerichtet hat (Musikalische Leitung: Frank Strobel, 16.11. und 22.12.2017), die Reihe der Rathauskonzerte (30.06.2017), „Phil & Lunch“ im Germanischen Nationalmuseum sowie die vier Kinderkonzerte der Reihe „Phil & Young“, welche aufgrund der großen Nachfrage an den Sonntagsterminen zweimal gespielt werden (22.10. und 13.11.2017, 17. und 21.12., 04.02., 04., 08. und 20.07.2018) und das Jugendkonzert (13.12.2017). „Phil & Chill“ knüpft an die erfolgreichen Konzerte im Festsaal im Künstlerhaus KunstKulturQuartier an und präsentiert zwei musikalische Programme im ungewöhnlichen Zusammenklang von Staatsphilharmonie und den DJs Thommy Yamaha und Ekki Eletrico (15.09.2017; 13.04.2018).

Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Eine Reihe von außergewöhnlichen Sonderkonzerten vervollständigt das facettenreiche Konzertprogramm der kommenden Saison: Zur Verleihung des Menschrechtspreises 2017 der Stadt Nürnberg spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg Werke syrischer Komponisten (24.09.2017). Die „Einkehr mit Beethoven“ führt nach dem großartigen Deutschen Requiem in der vergangenen Saison erneut in die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (30.04.2018), diesmal mit Ludwig van Beethovens anspruchsvoller Missa solemnis, dem Chor der vocapella und dem Vokalwerk Nürnberg. Die beliebten Neujahrskonzerte präsentieren zum Jahreswechsel diesmal klassisch „Wiener Blut“ u.a. mit Werken von Johann, Josef und Eduard Strauß – alles Walzer beim Neujahrskonzert 2018, es dirigiert Mikhel Kütson. Auch das Konzert zur Blauen Nacht steht wieder mit auf dem Programm ebenso wie der fulminante Spielzeitabschluss mit dem Klassik-Open-Air unter dem Motto „Summertime“ (22.07.2017) inklusive Familienkonzert am Vormittag.

Die Sparte u18plus junges publikum unter der Leitung von Anja Sparberg setzt ihre erfolgreiche Vermittlungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen spartenübergreifend fort – und der Theaterjugendclub wird in der neuen Saison volljährig! Gegründet im Jahr 2000, als Anja Sparberg die neu geschaffene Sparte entwickelte, wurde er ins Leben gerufen; seither konnten eine Vielzahl von Jugendlichen dort erste Theatererfahrungen sammeln, von denen einige mittlerweile selbst den beruflichen Weg ans Theater gefunden haben. Zum Abschluss der Schauspieldirektorenzeit von Klaus Kusenberg wird der Theaterjugendclub auf diese Zeit zurückblicken und sich im Juli 2018 mit einer Jugendclub18performance von Team verabschieden.

Um das erfolgreiche Konzept der Sparte u18plus junges publikum weiter umsetzen und neuen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen zu können, wurde zur letzten Spielzeit eine dritte Stelle mit einer Theaterpädagogin für Performance und Integration von Flüchtlingen geschaffen. Viele Projekte und neue Angebote konnten bereits initiiert werden und haben überaus positive Resonanz erfahren, etwa durch die Einladung des Samstagsclubs „Freunde & Feste“ zu einem von der Bundeskulturstiftung ausgerichteten Festival am Theater Bautzen. Ihre Fortführung finden daher u.a. die Formate „Land & Leute“ und „Theater vor Ort“ in Zusammenarbeit mit Nürnberger Bildungs- und Kulturinstitutionen.

Auch für die Saison 2017/2018 sind gemeinsam mit der Leiterin Anja Sparberg und der Konzert- und Musiktheaterpädagogin Marina Pilhofer neben den zahlreichen Angeboten wie Workshops, Führungen, Vor- und Nachbereitungen etc. wieder vielfältige Projekte in Planung. Gleich zu Beginn der Spielzeit steht ein großes Projekt im Schauspielhaus an: Ein eigens von der Theaterpädagogik geschriebenes Stück zum Thema Zukunft und Beruf für und mit Mittelschüler*innen aus der Metropolregion wird am 16.11.2017 Premiere feiern; Initiator des Projekts ist Erich Schuster, der vor zehn Jahren mit der DEFACTO X-Stiftung das Projekt „Schüler-Power“ gründete.

—| IOCO Aktuell Staatstheater Nürnberg |—

Dortmund, Oper Dortmund, Premiere ARABELLA, 24.09.2017

Juli 14, 2017 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Oper Dortmund eröffnet Spielzeit 2017/18 mit ARABELLA von Richard Strauss
Sonntag, 24. September 2017

Opernintendant Jens-Daniel Herzog eröffnet seine letzte Spielzeit als Chef der Dortmunder Oper mit der Oper ARABELLA von Richard Strauss. Die Premiere findet am Sonntag, 24. September 2017, um 18 Uhr im Dortmunder Opernhaus statt. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz werden Eleonore Marguerre als Arabella, Morgan Moody als Graf Waldner und Sangmin Lee Mandryka zu sehen sein.

TheaterDortmund / Jens-Daniel Herzog © Philip Lethen

TheaterDortmund / Jens-Daniel Herzog © Philip Lethen

Das begehrteste Mädchen Wiens soll verheiratet werden. Doch die Sache wird weder einfach noch billig. Arabella ist das letzte Kapital ihres Vaters Waldner, der spielsüchtig ist und die bürgerliche Fassade der Familie nur noch mühsam aufrechterhalten kann. Arabella selbst ist unzufrieden mit den Angebern und Waschlappen, die sich um ihre Gunst bewerben. Sie träumt von einem Mann, dessen Auftauchen für sie mit einem Schlag alles klar macht. Er lässt nicht lange auf sich warten. Mandryka kommt aus den Wäldern, ein reicher Bauer, unsicher auf dem großstädtischen Parkett und doch unerschütterlich in seiner Gewissheit, ein richtiges Leben zu führen. Diesem Naturmenschen kann niemand widerstehen: Waldner nicht seinem Geld, die High Society nicht seiner Siegesgewissheit und Arabella nicht seinem Versprechen, dass ihr kompliziertes Leben auf dem gesellschaftlichen Parkett sich in die unhinterfragbare Existenz einer Großbäuerin verwandeln könnte, mit einem starken Mann, vielen Kindern und klaren Aufgaben. Doch der Weg, den sie bis dahin zurücklegen muss, ist weiter, als sie denkt, und nicht nur eine Liebesintrige schiebt sich zwischen sie und ihre Sehnsucht nach Ursprünglichkeit.

Fast 20 Jahre nach ihrer Arbeit an der ersten gemeinsamen Oper DER ROSENKAVALIER schreiben Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal an ARABELLA, die ihre letzte sein wird. Wieder ist es ein Mann vom Land, der die Wiener Gesellschaft und ihre eingefahrenen Traditionen durcheinanderwirbelt. Aber während Ochs im ROSENKAVALIER ein Elefant im Porzellanladen ist, dem mühsam ein bisschen Benehmen beigebracht werden muss, wird Mandryka, der ans Leben keine Fragen hat, für die ausgelaugten, dekadenten Großstädter zum Hoffnungsträger und zur Bedrohung zugleich. Im schwarzen Jahr 1933, vier Jahre nach Hofmannsthals Tod, wird das Stück uraufgeführt und passt scheinbar allzu gut in eine Zeit, die es sich leicht
machen will. Doch wie Arabella muss Deutschland erfahren, dass die vermeintliche Einfachheit einen zu hohen Preis kostet.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Theater Dortmund, Germeshausen folgt Herzog als Intendant, IOCO Aktuell, 17.02.2017

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

 Heribert Germeshausen folgt Jens-Daniel Herzog 

Intendantenkarussell Dresden – Nürnberg -Dortmund

Dortmund / Heribert Germeshausen © Heribert Germeshausen

Dortmund / Heribert Germeshausen © Heribert Germeshausen

Die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Dortmunder Opern-Intendanten Jens-Daniel Herzog war erfolgreich: Heribert Germeshausen wird zur Spielzeit 2018/19 nach Dortmund wechseln, wenn der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 6. April 2017 seine Zustimmung gibt. Germeshausen ist seit der Spielzeit 2011/12 Operndirektor am Theater und Orchester Heidelberg und künstlerischer Leiter des Barockfestivals Winter in Schwetzingen. Jens-Daniel Herzog wechselt zur Spielzeit 2018/19 von Dortmund als Staatsintendant zum Nürnberger Staatstheater. Dort folgt er auf Peter Theiler, der 2018 an der Semperoper in Dresden die seit 2012 dauernde, hochteure wie peinliche Posse um die  Besetzung der Intendanz beenden soll.

Heribert Germeshausen (Jahrgang 1971) begann seine Theaterlaufbahn als Musiktheaterdramaturg 2004 am Theater Koblenz und bei den Salzburger Festspielen unter der Intendanz von Peter Ruzicka. Nach einem Intermezzo bei einer internationalen Sängeragentur wechselte er im Januar 2008 als Musiktheaterdramaturg an die Oper Bonn.

2009 bis 2011 wirkte er als Operndirektor und Leitender Musiktheaterdramaturg am Anhaltischen Theater Dessau, dessen Opernsparte ein Jahr später wegen ihres gesanglich-musikalisch wie inszenatorisch hohen Niveaus für Spitzenplätze in mehreren bundesweit bedeutsamen Rankings nominiert wurde. Die Eröffnungspremiere Lohengrin (Regie Andrea Moses) erhielt eine Nominierung für den Theaterpreis „Der Faust“.

Theater Dortmund / Die gefeierte ZAUBERFLÖTE an der Oper Dortmund ©  Bjoern Hickmann

Theater Dortmund / Die gefeierte ZAUBERFLÖTE an der Oper Dortmund ©  Bjoern Hickmann

In Heidelberg erfolgte unter seiner Leitung eine erfolgreiche Neuausrichtung des Winter in Schwetzingen auf in Deutschland bisher nicht aufgeführte Werke der Opera napoletana wie Nicolò A. Porporas Polifemo oder Alessandro Scarlattis Marco Attilio Regolo. Im Jahr 2013 geriet die erste Neuinszenierung von Wolfgang Rihms Dionysos seit der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen zu einem weithin beachteten Erfolg bei Publikum und Presse. Ebenfalls 2013 gewann das Heidelberger Theater zusammen mit dem Theater Freiburg in der Rubrik „Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren“ die Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „die deutsche bühne“.

In der Spielzeit 2014/15 wurde die Opernsparte des Heidelberger Theaters mit dem „Preis der Deutschen Theater- und Medienverlage 2014“ ausgezeichnet. Der Preis wird für den „spannendsten und innovativsten Spielplan der Saison“ verliehen. In der Begründung hieß es: „Unter der Leitung des Operndirektors Heribert Germeshausen, der auch für die Barock-Produktionen im Rokokotheater Schwetzingen verantwortlich zeichnet, hat die Sparte Oper des Heidelberger Theaters ein unverwechselbares Profil gewonnen, das durch große Entdeckerfreude, durch überlegten Umgang mit dem Repertoire und eine vorbildliche Ensemblepflege überzeugt.“

Zu den Höhepunkten der jüngeren Vergangenheit zählten neben einer sängerisch glanzvollen Neuinszenierung von Die Zauberflöte insbesondere die Wiederentdeckung von Vincis/Händels Didone abbandonata und die Uraufführung von Johannes Harneits Opern Abends am Fluss / Hochwasser in der Regie von Peter Konwitschny – ein Opernprojekt, das mit einem hochkarätigen Symposion zum zeitgenössischen politischen Musiktheater verbunden war.

Heribert Germeshausen ist Jury-Mitglied bei wichtigen Gesangswettbewerben, u.a. beim „Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti“ der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Oper Dortmund © Theater Dortmund

Oper Dortmund © Theater Dortmund

Germeshausen studierte Rechtswissenschaften in Passau, Heidelberg und Lausanne sowie BWL an der European Business School in Oestrich-Winkel und Master of Business Administration an der Katz Graduate School of Business in Pittsburgh. „Die Stadt Dortmund ist attraktiv für Kulturschaffende – auch aufgrund der guten Arbeit jener, die hier waren“, sagt Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Es ist ein gutes, professionelles kulturelles Milieu entstanden. Die Menschen kommen gerne zu uns.“ 

Germeshausen: „Voller Hochachtung vor Jens-Daniel Herzogs Verdiensten um die Oper Dortmund freue ich mich sehr, als sein Nachfolger in Zusammenarbeit mit dem von mir sehr geschätzten GMD Gabriel Feltz die Zukunft der Oper Dortmund gestalten zu dürfen.“

 

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

 

 

 

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