München, Residenztheater, Medea – nach Euripides, IOCO Kritik, 26.02.2020

Februar 25, 2020 by  
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Residenztheater München

Residenztheater München © Matthias Horn

Residenztheater München © Matthias Horn

Medea – nach Euripides – aus dem Griechischen von Peter Krumme

„Mutter Medea“  –  Karin Henkels beeindruckende Interpretation eines psychologisch schwer zu verkraftenden Stoffes

von Hans-Günter Melchior

Viel ist schon über Medea geschrieben worden. Viel wurde gedeutet und ideologisch ausgebeutet, was Euripides (480 – 406 v.Chr.), einer der großen drei antiken Dramatiker neben Sophokles und Aischylos, sich wohl gedacht haben könnte, als er die Mörderin der eigenen Kinder zur Heldin seines Dramas erhob.

Ein bis heute faszinierender und zugleich psychologisch schwer zugänglicher Stoff. Christa Wolf hat einen Roman darüber geschrieben (Stimmen). Sie wurde im Westen von der Kritik gescholten. Es hieß, sie wolle den nicht emanzipierten, sich der Männerwelt anpassenden Westfrauen die Überlegenheit der selbständigen DDR-Frauen vorhalten. Ihre Medea, der in Korinth der Prozess gemacht wird, hält ihrer Zeit den Spiegel vor. Sie macht für die Leiden ihrer Zeit den ausbeuterischen Materialismus, das Festhalten an inhaltsleeren Hierarchien und den Fremdenhass  verantwortlich.

Heiner Müller hat in seinem Stück Zement einen Medeakommentar eingebaut. Bei ihm ist die weibliche Hauptfigur Dascha freilich keine Kindsmörderin, sondern im Gegenteil eine Kämpferin gegen die Not und Zustände, denen Kinder durch Hunger und Verelendung zum Opfer fallen.

Residenztheater München / MEDEA - hier :  v.l. Carolin Conrad, Sandra Julia Reils, Nicola Mastroberardino, Aurel Manthei, Thekla Hartmann, Almut Kohnle © Sandra Then

Residenztheater München / MEDEA – hier : v.l. Carolin Conrad, Sandra Julia Reils, Nicola Mastroberardino, Aurel Manthei, Thekla Hartmann, Almut Kohnle © Sandra Then

Nun kann man es sich als Regisseurin oder Regisseur relativ einfach machen, in dem man das Geschehen als Ränkespiel der Götter, die die Menschen nach Belieben wie Schachfiguren hin und her schieben, darstellt. Der Zuschauer „beruhigt“ sich bei der Vorstellung, alles sei nunmal Schicksal, unbeeinflussbar, die auf der Bühne agierenden Figuren seien nur Beispiele für das grundsätzliche menschliche Drama, befänden sich in der Hand überirdischer Mächte: in ebenso undurchschaubare wie abgründige Pläne verstrickt.

Die dem Stück zugrundeliegende Mythologie gäbe für eine solche Interpretation Anlass genug. Reichen doch die Ursprünge des Dramas letztlich bis zu den kosmologischen Absichten Heras, der Gattin des Zeus´, zurück, die sich – so der Mythos – in der Schuld Jasons wähnt und diesen bei Medea zum Erfolg führt, wobei sie eine spontane Liebe zu diesem Mann in Medeas Herz senkte. Man verlässt das Stück, das sich beim Mythos beruhigt, letztlich ohne Folgen. Es geht nicht unter die Haut.

So leicht macht es sich freilich die Regisseurin Karin Henkel weder sich noch den Zuschauern. Sie veranlasst die Zuschauer zu bedenken, wer sie sind: böse, voller Vernichtungswillen und unglücklich. Oder gibt es etwa in der Menschheitsgeschichte krisenfreie, nur glückliche Zeiten?

Henkels Medea ist eine widersprüchliche, tragische Figur, liebende Mutter und Mörderin ihrer Kinder zugleich. Eine Verzweifelte und Unglückliche. „Der Trieb ist stärker doch als meine Einsichten. Der ja die Ursache der größten Übel ist für Sterbliche.“ (Medea in der Übersetzung von Paul Dräger, Reclamausgabe 2011)

Residenztheater München / MEDEA - hier :  v.l. Aurel Manthei, Carolin Conrad, Paul Wressnig, Adam Boushib, Franziska Hackl, Nicola Mastroberardino, Michael Goldberg © Sandra Then

Residenztheater München / MEDEA – hier : v.l. Aurel Manthei, Carolin Conrad, Paul Wressnig, Adam Boushib, Franziska Hackl, Nicola Mastroberardino, Michael Goldberg © Sandra Then

Nun ist die Medea des Euripides – zugegeben – selbst bei größtem Pessimismus gegenüber dem Menschengeschlecht eine schwer begreifliche und psychologisch wie moralisch nicht leicht annehmbare Figur. Und eine widersprüchliche zumal. Sie liebt die Kinder, die sie tötet. Weil ihr Ehemann Jason, dem sie in Kolchis, ihrer Heimat, das Goldene Vlies durch eine Raubtat verschafft und den Tod des Bruders dabei in Kauf nimmt, dessen Leichnam sie zerstückelt und die Körperteile ins Meer wirft, weil also eben dieser Jason, für den sie aus ihrer Sicht nahezu übermenschliche Opfer brachte, sie verlässt. Als die Gefahr vorbei ist und Medea ihre Schuldigkeit getan hat.

Dabei hat sie mit Jason zwei Söhne. Auf der Flucht aus Kolchis (das heutige Georgien; „Barbarenland“ für die kultivierten Griechen der Antike) gelangen die beiden zunächst nach Thessalien, der Heimat Jasons, wo Jason, im Besitz des Reichtum verheißenden Goldenen Vlieses (im Widderfell bleiben angeblich die Goldstücke aus dem Meer hängen), den versprochenen Königsthron von Pelias beansprucht. Als dieser sich weigerte, tötet ihn Medea. Sie flieht mit Jason und den beiden Kindern nach Korinth, das von dem König Kreon beherrscht wird. Dort wendet sich Jason, der „für die Ehe überreifen“ Königstocher Kreusa zu –, aus politischem Kalkül, wie er geltend macht, nämlich der Sicherheit und des Wohlergehens der Familie wegen.

König Kreon will Ruhe im Land haben. Er weist die kritische und unbequeme Medea aus seinem Königreich, weil er in ihr eine Gefahr für den inneren Frieden sieht. Medea erbittet einen Tag Aufschub, der ihr von Kreon gewährt wird.

Unterdessen rechnet sie mit ihrem Mann ab. Sie wirft ihm Verrat vor. Als sie jedoch einen Racheplan schmiedet, in den die offene Feindschaft mit Jason nicht passt, ändert sie zum Schein ihre Meinung. Listig spiegelt sie Jason vor, ihre anfänglichen Vorwürfe gegen ihn nehme sie zurück, die Festigung seiner und seiner Familie Stellung in Korinth durch eine Heirat mit Kreusa erscheine ihr im Nachhinein als eine überzeugendes Gebot der Vernunft. Zum Beweis ihres Sinneswandels schickt sie ihre beiden Söhne mit einem Hochzeitsgeschenk zu Kreusa. Es handelt sich dabei um ein prächtiges Gewand. Medea hat es freilich zu einem todbringenden Kleid präpariert. Als Kreusa es begeistert anzieht, verbrennt sie. Auch der König Kreon, der der Tochter zu Hilfe eilt, erleidet den Tod.

Anschließend erdolcht Medea ihre beiden minderjährigen Söhne. Sie begreift die abgründige Tat als Teil ihrer Rache an Jason.  Er soll weder eine neue Frau noch Kinder aus der Verbindung mit Medea haben. Dabei ist für sie offenbar die Erwägung, durch die Tötung der geliebten Kinder sich am meisten selbst zu schädigen, nicht tathemmend.

(An diesen Umstand –, dies nur nebenbei –, schließen sich gewagte Theorien an. Medea erhält nämlich Besuch von dem auf der Durchreise befindlichen Aigeus, der seine Kinderlosigkeit beklagt. An seinem Beispiel soll Medea erst bewusst geworden sein, wie schwer ein Mann an der Kinderlosigkeit zu tragen hat. Jason soll es wie Aigeus ergehen)

Residenztheater München / MEDEA - hier :  Carolin Conrad als Medea © Sandra Then

Residenztheater München / MEDEA – hier : Carolin Conrad als Medea © Sandra Then

Karin Henkel holt den Text von der göttlichen Höhe auf die Erde zurück. Es agieren normale Menschen, weder Halbgötter noch Götter. Ganz großartig gelungen bereits der Anfang. Die Kinder spielen auf der großen Bühne. Danach unterhalten sich die beiden Buben (Niklas Lorenzen und Moritz Reitenbach) im Kinderjargon mit der Amme (großartig komödiantisch Nicola Mastroberardino, der auch den etwas flatterhaften Aigeus schlaksig verkörpert), wie das am Anfang so war mit den Eltern. Die Mutter war total verliebt in den Vater, der Vater dann auch in die Mutter. Dann haben sie das goldene Vlies an sich gebracht und sind geflohen. Wie das eben so ist, bei den Erwachsenen, klauen und schnell abhauen.

Die Amme holt zum Beweis das Fell heraus und schüttelt den staubigen Lumpen, dass sie ständig niesen muss. Keine Spur von Mythos und unausweichlichem Schicksal. Vielmehr die Entmythologisierung des Mammons. Nicht mehr haben sie ergattert, die beiden Eltern, als ein stinkiges Fell, das, wie sich herausstellen wird, nur Unglück bringt. Die Buben begeben sich nach dem Gespräch mit der Amme auf eine kleine, in die eigentliche Bühne erhöht integrierte, Bühne und beschäftigen sich vor einem Gemälde oder Fresko mit antiken Darstellungen mit ihrem Spielzeug. Eine größere Kinderschar stellt sich danach auf der Bühne nebeneinander und führt knapp die Einführung in den Stoff weiter. Das alles ist sehr anrührend und lustig, besonders wenn sich das kleinste Mädchen mit einem Piepston einschaltet.

Das Drama entwickelt sich danach wie ein alltäglicher Streitfall. In der Folge postiert sich der Chor, bestehend aus lauter Kindern und Jugendlichen und ausschließlich aus Mädchen (Dominanz des Weiblichen?) im Zuschauerraum zu beiden Seiten auf und spricht zur Bühne hinauf. So erscheint rein von der örtlichen Anordnung her die ruhige, immer wieder die Vernunft und die Bedachtsamkeit anmahnende Rolle des Chors wie ein Zuruf aus dem Volk, hinauf zu den sich in Hass, Eifersucht und Mordlust verrennenden angeblich Großen, die ihr Geschick zum Weltschicksal erhöhen/aufbauschen. Ein sehr einleuchtender Gedanke.

Der Jason Aurel Mantheys agiert mit ruhiger, sich diplomatisch gebender und auf Ausgleich bedachter Argumentation. Insgeheim auf seinen Vorteil bedacht, die Sorge um Medea und die Kinder erscheint als Vorwand. Ein Politiker, der mit allen Wassern gewaschen ist. Der Typ des modernen Profitschacheres. Wobei er, das kommt erschwerend hinzu, der neuen Frau keinerlei Neigung entgegenbringt. Nicht die geringste Lust auf sie verspürt er: die Lust vergeht ihm, sagt er, wenn er sie nur anschaut.

Die Kreusa Fanziska Hackls gibt sich als lebenslustige, eben „zur Ehe überreife“ junge Frau, die sich wenig um die Sorgen und Gefühle Medeas kümmert. Keine Nachdenklichkeit trübt den Heiratswillen. Egoismus pur, Bedenkenlosigkeit. Während Michael Goldberg als Kreon eiskalt die Sorge um sein Königreich und den inneren Frieden im Land im Auge hat. Da ist für Mitleid oder Rücksichtnahme kein Platz.

Residenztheater München / MEDEA - hier :  Carolin Conrad, Aurel Manthei als Jason © Sandra Then

Residenztheater München / MEDEA – hier : Carolin Conrad, Aurel Manthei als Jason © Sandra Then

Carolin Conrad ist indessen als Medea keine rachedurstige Megäre. Zuweilen wirkt sie nachdenklich und zögernd, keineswegs auftrumpfend und geifernd, eine liebende – und liebenswerte – Mutter und mehr dies, nämlich Mutter, als Rächerin. Sie streicht ihren Buben über die Köpfe und ihren Entschluss, die Kinder zu töten, muss sie sich aus dem Herzen reißen. Erst muss ich Rache an Jason üben, sagt sie sinngemäß, getrauert wird morgen. Man merkt ihr den Widerspruch an. Sie schadet sich mehr als dem Verräter Jason. Ein Frau, die jedoch außer sich ist, nicht mehr sie selbst. Vielleicht ist dies der einzige, die Zweifel beschwichtigende Zugang zu einer solchen Person.

Dass die Inszenierung diese Erwägung nahelegt, ist ihr Verdienst. Sollte sie freilich die Darstellung der Dominanz des Weiblichen im Auge gehabt haben, gar einen Protest gegen die Männerwelt, hätte es größeren Nachdrucks bedurft. Doch dies hätte den Eindruck von einer innerlich zerrissenen Frau, die in jeder Hinsicht psychologisch nachvollziehbare Ambivalenz ihrer Haltung beeinträchtigt.

Das elende Leben. Die ihrem Geschick ausgelieferten, ruhelos umherwandernden Personen waten in Gummistiefeln durch eine große Pfütze, die sich fast bis zum Bühnenrand erstreckt.

Was für eine Verarmung des Erdendaseins im Königshaus. Nässe. Nirgends ein Platz zum Ausruhen und zur freudigen Begegnung. Zuweilen gähnt im Hintergrund der Bühne eine Art unendlich langer, schwarzer Tunnel, an dessen Ende ein schwaches Licht flimmert. Ein eindrucksvoller fototechnischer Trick. In so einer Welt kann man sich nur verlieren: sich selbst und die anderen.

Getränkt mit Pessimismus ist dieses Stück. Die Inszenierung verheimlicht es nicht. Aber sie macht die wahren Schuldigen aus: die Menschen selbst. Die Frage nach der Heilung bleibt freilich offen. Wen wundert es?    –    Anhaltender und einhelliger Beifall

—| IOCO Kritik Residenztheater München |—

Münster, Theater Münster, MEDEA – TanzTheater – Thomas Noone, IOCO Kritik, 28.11.2019

November 28, 2019 by  
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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

MEDEA  –  Getanzter Schrecken

 Thomas Noone bleibt dem Thema Fremdheit treu

von Hanns Butterhof

Mehrfach hat sich das TanzTheater Münster mit der Fremdheit befasst und etwa in Unknown Territorries oder der Winterreise intensive Studien dazu gezeigt. Jetzt hat Tanztheater-Chef Hans Henning Paar sein Ensemble zum zweiten Mal Thomas Noone anvertraut. Der britische Choreograph hat mit seiner eigenen, in Barcelona beheimateten ThomasNooneCompany bereits 2014 eine Medea aufgeführt. In einer für Münster überarbeiteten Fassung greift er mit dem Tanzabend Medea einen europäischen Grund-Mythos der Fremdheit und missglückten Integration tänzerisch beeindruckend wieder auf.

Medea TanzTheater in Münster
youtube Trailer des Theater Münster
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Die Bühne des Kleinen Hauses ist leer bis auf eine leicht gebogene Wand, die die Tanzfläche nach hinten abgrenzt. Ihre Beleuchtung, einmal warmes Rotgelb, dann grellkaltes Weiß (Bühne: Hubertus Reuters, Lichtdesign: Peter Lundin), unterstützt die emotionale Färbung der einzelnen Szenen. Wenn die Wand die Mauern der Stadt Theben bedeutet, dann findet die Handlung sinnigerweise vor ihr statt: Medea bleibt eine nie in der europäischen Stadt integrierte Fremde.

Das Stück beginnt nach Medeas Flucht aus ihrer „barbarischen“ Heimat Kolchis mit dem griechischen Abenteurer Jason. Ihm hatte sie aus Liebe geholfen, das ihr als Priesterin anvertraute Stammes-Heiligtum zu rauben, das Goldene Vlies. Es geht Noone mehr um Atmosphäre und Spannung aus den unaufgelösten Gegensätzen vor Theben als darum, die Handlung vollständig zu vertanzen.

Medea (Elizabeth Towles) tritt, wie alle in düsteres Blaugrau gekleidet (Kostüme: Marc Udina Duran), mit entschlossenem Schritt auf. Mit eckigen, exotischen Bewegungen und fliegenden Händen vergegenwärtigt sie sich ihre Situation; die wellenförmig wiederkehrende elektronische Musik Jim Pinchens erzählt von ihrer Erinnerung an die lange Fahrt auf dem Schiff und von Jasons verflossener Liebe.

 Theater Münster / Medea TanzTheater - hier : Elizabeth Towlles als Medea  kämpft um ihre Kinder © Oliver Berg

Theater Münster / Medea TanzTheater – hier : Elizabeth Towlles als Medea  kämpft um ihre Kinder © Oliver Berg

In krassem Gegensatz zu Medea zeigen der König von Theben, Kreon (Keelan Whitmore), und seine Tochter Glauke (Tarah Malaika Pfeiffer) geschmeidige Eleganz und fließende, kulturell gebändigte Bewegungen.Kreon will den weichen Jason (Leander Veizi) als Mann für Glauke. In einer Art Schattenboxen misst Kreon dessen Fähigkeit, seine königlichen Herrschergesten zu imitierten, für Jason eine erfolgreiche Initiation, einst König in Theben zu werden. Glauke gibt mit schwächelndem Einknicken ihr Einverständnis zum Plan der Männer. Vor den Augen des hilflosen, sich unisono bewegenden Chors der Korinther (Fátima López García, Kana Mabuchi, Matteo Mersi, Adrián Plá Cerdán, Charla Tuncdoruk) beginnt dann der verzweifelte, zu Herzen gehende Kampf Medeas um ihren Mann. Jason greift nicht mehr nach ihr, sie muss seine Hände mit letztlich vergeblicher Kraft selber an ihren Körper drücken. Ihr folgendes Ringen mit Jason um die beiden gemeinsamen, in unschuldiges Weiß gekleideten Kinder (Maria Bayarri Pérez und Raffaele Scicchitano) ist atemberaubend, ein Höhepunkt des Tanzabends. Die Glieder aller Vier verschlingen sich in großer Dynamik und Präzision. Als rotiere ein endloses Band mit nicht nachlassender Kraft, werden die Kinder zwischen den Eltern hin- und hergerissen.

Als Medea die Aussichtslosigkeit ihrer Hoffnungen erkennt, tötet sie in getanztem Schrecken alle außer Jason. Hier hätte durchaus deutlicher werden können, dass seine Strafe ist, den Tod der Kinder zu überleben, die er Medea hatte entziehen wollen.
Medea ist ein eindringlicher Beitrag zum Thema Fremdheit und eine tänzerisch beeindruckende Leistung des Ensembles zur anspruchsvollen, viel Dynamik und Athletik fordernden Choreographie von Thomas Noone.

Medea – TanzTheater am Theater Münster; die nächsten Termine: 5., 13., 20.12.2019, jeweils um 19.30 Uhr, am 25.12. um 18.00 Uhr

 

—| Pressemeldung Theater Münster |—

Mainz, Staatstheater Mainz, Uraufführung ARGO – Jose M. Sanchez-Verdu, 20.05.2018

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

ARGO  –  José M. Sánchez-Verdú

Premiere – 20. Mai 18 Uhr – Kleines Haus

Das sagenumwobene Schiff Argo ist vor allem durch den Raub des Goldenen Vlieses bekannt. Jason fuhr gemeinsam mit fünfzig Helden, darunter Orpheus und der weniger bekannte Butes, nach Kolchis. Als die Sirenen die Argonauten mit ihrem Gesang bezwingen wollten, schützte Orpheus die Männer durch seinen eigenen Gesang. Nur Butes stürzte sich ins Meer. „Die Antike und die Geschichte des Mittelmeers als zeitlicher und geographischer Raum (Pelagos) sind kontinuierlich Referenzpunkte meiner Arbeit als Komponist. Geboren im äußersten Süden von Spanien (Al-Andaluz), faszinieren mich Geschichte, Literatur, Mystik und Musik dieses Territoriums. Das Mittelmeer (Mare nostrum) als Raum der Begegnungen, der Bewegungen, der Suche, des Austauschs, der Kulturen und Religionen, aber auch der Katastrophen, des Krieges und des Todes.“ (José M. Sánchez-Verdú)

Der Komponist bezieht in seinen musikalischen Projekten oft Licht und Raum gedanklich mit ein. Auch für sein neues Musiktheater ARGO wird die Bühne zum „Metainstrument“. Das Libretto schrieb der Autor Gerhard Falkner, der mit seinem ersten Roman 2016 für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde.

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer, Inszenierung: Mirella Weingarten, Licht: Ulrich Schneider, Video: Christoph Schödel, Chor: Sebastian Hernandez-Laverny, Ausstattung: Etienne Pluss, Dramaturgie: Ina Karr

Butes: Jonathan de la Paz Zaens, Orpheus: Alin Deleanu, Odysseus: Brett Carter,
Jason: Martin Busen, Aphrodite: Maren Schwier

Chor des Staatstheater Mainz, Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Live-Elektronische Realisation: SWR Experimentalstudio, Klangregie: Joachim Haas, Sven Kestel, Constantin Popp

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Medea von Luigi Cherubini, IOCO Kritik, 09.12.2017

Dezember 10, 2017 by  
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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Medea von Luigi Cherubini

Vom vergeblichen -?-  Kampf der Frauen gegen eine „patriarchalisch verkommene Gesellschaft“

Von Peter Schlang

Grabstätte von Luigi Cherubini in Paris © IOCO

Grabstätte von Luigi Cherubini in Paris © IOCO

Da sitzt sie, Medea, eindrucksvoll verkörpert von Cornelia Ptassek, bedächtig und in sich gekehrt, einen Apfel (!) kauend, am Strand von Korinth, begleitet vom Vorspiel zum dritten Akt  von Luigi Cherubinis nach ihr benannten Oper. In dieser zweiten Zwischenaktmusik  kracht, rumpelt, brodelt und donnert es gewittrig und genauso vehement, wie sich gleich die inneren Kämpfe, ja Konflikte Medeas offenbaren werden. Diese haben sich dem Zuschauer schon im zweiten Akt gezeigt und werden im dramatischen Finale des dritten Aktes ihrer blutigen Lösung zustreben.

    Peter Konwitschny inszeniert an der Staatsoper Stuttgart Luigi Cherubinis  Oper Medea als aktuelle Anklage gegen männlichen Herrscherwahn und als Warnung vor tödlichem Konsum.

Dies ist nur ein Höhepunkt der an eindrücklichen Bildern und Momenten wirklich nicht armen Neuinszenierung von Luigi Cherubinis am 13. März 1797 in Paris uraufgeführten Oper Medea, die am Abend des 1. Adventssonntags in der Stuttgarter Staatsoper ihre umjubelte Premiere feierte. Für diese zeichnete mit Peter Konwitschny einer der ganz Großen der aktiven Opernregisseure verantwortlich, und der Berichterstatter erlaubt sich bereits an dieser Stelle das Urteil, dass die dadurch geweckten Erwartungen zu keiner Minute dieses fesselnden  Opernabends enttäuscht wurden.

Nicht unwesentlich trug dazu die von der Dramaturgin Bettina Bartz und Werner Hintze speziell für diese Stuttgarter Neuproduktion angefertigte deutsche Fassung des ursprünglich von Francois-Benoît Haller stammenden französischen Original-Librettos bei. Auch die Entscheidung Konwitschnys  und seiner Dramaturgin, die zwischenzeitlich bei Medea-Aufführungen gebräuchlichen Rezitative wieder durch die von Cherubini ursprünglich vorgesehenen gesprochenen Dialoge, allerdings in einer modernen, vom Regisseur stammenden Einrichtung, zu ersetzen, erwies sich als absolut schlüssig und dramaturgisch wie theatralisch hilfreich.

Euripides gestaltet in seiner 431 v. Chr. uraufgeführten Tragödie Medea eine Episode aus dem Argonauten-Mythos: Medea, Tochter des Königs von Kolchis, hatte sich in den Griechen Iason verliebt. Um ihm zu helfen, das Goldene Vlies zu rauben, hinterging sie ihren Vater und zerstückelte ihren kleinen Bruder. Nach ihrer Flucht zogen Medea und Iason heimatlos mit ihren beiden Kindern durch Griechenland. Zu Beginn der Oper hat Iason Medea verlassen, denn Kreon, König von Korinth, ist bereit, ihm und den Kindern unter der Bedingung Asyl zu gewähren, dass Iason Kreons Tochter Kreusa heiratet und ihm das Goldene Vlies – quasi als Brautpreis – überlässt. Doch die geplante Hochzeitsfeier und die erträumte harmonische Zukunft der neuen Patchwork-Familie wird durch das Auftreten Medeas und ihrer Zofe Neris nachhaltig gestört, denn die verlassene und verratene Ehefrau will ihren untreuen Mann für seinen ungeheuren Verrat auf ebenso ungeheure Weise bestrafen…..

Staatsoper Stuttgart / Medea - hier Cornelia Ptassek als Medea © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Medea – hier Cornelia Ptassek als Medea © Thomas Aurin

Konwitschny liest Medea als Fabel der weiblichen Befreiung, des Aufbegehrens gegen männliche Bevormundung und Entmündigung, das ihrem betrügerischen Mann Iason genauso gilt wie dessen designiertem Schwiegervater Kreon. Der Regisseur billigt Medea und damit auch anderen Frauen in ihrem Befreiungskampf gegen die sie bevormundenden und entwürdigenden Männer und ihre Machismen  das Recht auf jedes Mittel zu, auch das der schlimmsten Gewalt, was  in Medeas Fall bedeutet, die eigenen Söhne zu töten.

Als zweite und ebenso aktuelle Ebene zeigt die Stuttgarter Interpretation  des antiken, aber noch immer aktuellen Stoffes den Kampf gegen die Verdrängung von Gewalt und Unterdrückung  durch Konsum und  gegen die Beschränkung auf Privates, Unpolitisches, also den Rückzug aus der gesellschaftlichen Verantwortung.

Dafür finden Konwitschny und der ihm seit vielen Jahren verbundene Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker, der erstmals in Stuttgart tätig war, äußerst aktuelle und aus unserem Alltag vertraute Bilder, sei es, dass die Hochzeitsfeier Iasons und Kreusas  und die dazu erklingende Musik durch die Zustellung zahlreicher Hochzeitsgeschenke mehrfach unterbrochen wird, ehe dann beim fünften Läuten der Hausglocke die auf Rache bedachte Medea vor der Tür steht und damit die Hochzeitsvorbereitungen endgültig (zer-)stört. Auch die mit allerhand Wohlstandsmüll umgebene, völlig heruntergekommene Wohnküche im Palast (?) Kreons, welche in allen drei Akten eine recht beengte, aber dramaturgisch äußerst sinnvolle und handlungsdienliche Einheitsspielfläche abgibt, spielt auf die gesellschaftlichen und politischen Entgleisungen in diesem Staatswesen an. Dadurch drängt sich der Vergleich mit der aktuellen Situation in einigen Staaten geradezu auf. Dies gilt auch für die zu erlebenden Figuren, seien es die in bunter, billig in Fernost gefertigter Massenkonfektion  steckenden Untertanen oder deren Führungspersonal, das sich wie die zur Hochzeit Geladenen  in Konsum- wie in Gewaltexzessen ergeht. Letztere richten sich ausnahmelos gegen die als Eindringlinge und Störenfriede betrachteten fremden Frauen, also Medea und Neris, die von Kreon zum Oralsex gezwungen bzw. vom auf die Ausführung der Trauzeremonie wartenden katholischen Priester hinter der Bühne vergewaltigt werden.  Hier und in  vielen  anderen  Szenen und bedrückenden Bildern der gut zwei Stunden dauernden, durch keine Pause  unterbrochenen Handlung zeigt der Regisseur nicht nur seinen klaren Blick auf menschliche Egoismen und gesellschaftliche Verwerfungen, die er, zusammen mit seinem kongenialen Ausstatter Johannes Leiacker, durch klare Anspielungen auf das gegenwärtige Flüchtlingselend und aktuelle Zeitgeschehen nochmals mitten in unserer Zeit verortet. Er  lässt den aufmerksamen Betrachter aber auch an seiner immer wieder durchscheinenden und in vielen Arbeiten und Gesprächen bekräftigten Hoffnung teilhaben, dass man durch Kunst und entsprechende Darstellungen die Welt tatsächlich verändern, mindestens aber die Menschen zum  Nachdenken bringen könne und diese als Folge ihrer Reflexion vielleicht zu“ klügeren, sensibleren, vor allem aber menschlicheren Wesen“ werden mögen.

Staatsoper Stuttgart / Medea - hier Cornelia Ptassek als Medea, Aoife Gibney als 1. Brautjungfer, Josefin Feiler als Kreusa, Fiorella Hincapie als 2. Brautjungfer © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Medea – hier Cornelia Ptassek als Medea, Aoife Gibney als 1. Brautjungfer, Josefin Feiler als Kreusa, Fiorella Hincapie als 2. Brautjungfer © Thomas Aurin

Inwieweit Konwitschny dies mit seiner ausdrucksstarken, aufrüttelnden Stuttgarter Medea gelungen ist, kann man natürlich nur schwer nachprüfen oder gar beweisen. Dass er die Stuttgarter Premierengäste aber angesprochen, gefesselt und begeistert hat, war am Sonntagabend während der gesamten Aufführung und nicht nur beim begeisterten Schlussapplaus mit Händen zu greifen.

Dieser galt natürlich zunächst den Darstellern der fünf Hauptpersonen des Dramas. Hier ist nicht nur wegen des Bezugs zum Operntitel  und des Umfangs und Gewichts ihrer Rolle an erster Stelle die fabelhafte Sopranistin Cornelia Ptassek zu nennen, die ihrer Medea über zwei Stunden hinweg eine atemberaubende, unter die Haut gehende darstellerische und sängerische Präsenz verlieh, die von großer Wandlungsfähigkeit,  höchster stimmlicher Flexibilität und Präzision und überragenden schauspielerischen Fähigkeiten gespeist  wird. Sie wurde somit dieser anspruchsvollen und an vielen Stellen an die Grenzen des stimmlich und darstellerisch Möglichen gehenden Rolle zu jeder Zeit gerecht und begeisterte nach ihren Rollenportraits der Ariadne in Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos und der Sängerin in Philippe Boesmans‘ Reigen erneut das Stuttgarter Publikum.

Nicht nur inhaltlich-dramaturgisch zur Seite stand ihr die famose Helene Schneiderman als Neris, die genau wie die anderen – noch zu lobenden – Darsteller  nicht nur  dem Stuttgarter Ensemble angehört, sondern an diesem Abend auch ihr Rollendebüt gab. Sie, seit 1984 in Stuttgart wirkend und somit eines der Urgesteine der hiesigen Sänger/innen-Garde, überzeugte einmal mehr stimmlich wie darstellerisch und bewies, welch großartige Künstlerpersönlichkeit sie noch immer ist und wie eine solche auch eine Nebenrolle zum Bühnenereignis machen kann.

In der Rolle von Iasons verhinderter, unglücklicher wie missbrauchter zweiter Ehefrau Kreusa demonstrierte die junge, aber schon immens ausdrucksstarke Josefin Feiler ihre enormen stimmlichen Qualitäten, von denen hier explizit die große Beweglichkeit und der jederzeit hörbare Schmelz hervorgehoben seien.

In dieses famoses Frauentrio reihten sich die beiden männlichen Darsteller ohne Abstriche eindrucksvoll ein: Sebastian Kohlhepp ist ein in allen Lagen äußerst sicherer, den Facettenreichtum seiner schönen Stimme gekonnt wie passend einsetzender Iason, der auch gestalterisch jederzeit präsent ist und dem man seine Verletzbarkeit und Zerrissenheit  ebenso abnimmt wie seine immer wieder aufblitzende Kaltschnäuzigkeit.

Staatsoper Stuttgart / Medea - hier Johannes Rempp und Justus Laukemann als Söhne von Medea und Iason; Helene Schneidermann als Neris, Cornelia Ptassek als Medea © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Medea – hier Johannes Rempp und Justus Laukemann als Söhne von Medea und Iason; Helene Schneidermann als Neris, Cornelia Ptassek als Medea © Thomas Aurin

Als Iasons „Fast-Schwiegervater“ Kreon lässt einen der japanische Bariton Shigeo Ishino immer wieder frösteln. Dies rührt weniger von seiner schön geführten, deutlich artikulierenden Stimme her als vielmehr von der Unverfrorenheit und kalten Herrschsucht, mit der er beim Beobachter immer wieder Assoziationen an leibhaftige Figuren der aktuellen Weltpolitik heraufbeschwört.

Von den Gesangssolisten sind abschließend neben den zum Stuttgarter Opernstudio gehörenden beiden Sängerinnen Aoife Gibney und Fiorella Hincapié als  hippe wie schrille Brautjungfern unbedingt die beiden Chorknaben Johannes Rempp und Justus Laukemann vom Knabenchor Collegium Iuvenum Stuttgart zu erwähnen. Sie heben die beiden Söhne Medeas und Iasons weit über den Status von Randfiguren hinaus und machen sie vor allem darstellerisch und dramaturgisch zu treibenden Kräften der Handlung, nicht zuletzt weil sie als Angehörige der jungen Generation zu mehrfachen Opfern der egoistischen verwerflichen Handlungsweise ihrer Eltern(-generation)  werden.

Staatsoper Stuttgart / Medea - (von Luigi Cherubini) hier Ensemble © Thomas Aurin

Staatsoper Stuttgart / Medea – (von Luigi Cherubini) hier Ensemble © Thomas Aurin

Zu guter Letzt fehlt noch eine Würdigung der beiden unverzichtbaren wie meist unangreifbaren Kollektive der Stuttgarter Oper, die auch an diesem Abend einen hohen Anteil am Gelingen dieser absolut sehens- und hörenswerten Neuproduktion haben. Obgleich vom Komponisten mit vergleichsweise leicht zu meisternden und eher schlichten,  das einfache Volk präsentierenden Chorsätzen betraut, ist der von Christoph Heil mustergültig vorbereitete Staatsopernchor Stuttgart wieder ein Garant für musikalische Güte wie für darstellerische Vielseitigkeit und Begeisterung. Egal ob als saufende und dumpf feiernde Hochzeitsgesellschaft oder als gewalttätiger, blind dreinschlagender  und mordender Mob: Dieses Ensemble begeistert und überzeugt so sehr, dass man gleichzeitig zutiefst wünscht, solchen Typen nicht in der Realität begegnen zu müssen.

Das vom argentinischen Dirigenten Alejo Pérez mit großer Umsicht und dennoch packender Musikalität geleitete Staatsorchester ist nicht nur dem Chor und den Solistinnen sowie Solisten ein zuverlässiger, sehr sängerfreundlicher Begleiter und Fundamentgeber, es überzeugt auch bei den instrumentalen Vor- und Zwischenspielen durch eine beachtliche Dynamik.  So erlebt man eine  luzide Transparenz, die etwa den Holzbläsern und Solostreichern enormen Raum lässt, wie dramatische Wucht und mitreißende Klangfluten, wie etwa in der bereits erwähnten Gewitterszene.

Insgesamt wird der Abend um die fremde, überall unerwünschte, ja verstoßene Medea zu einem in jeder Hinsicht nachhaltigen, aufrüttelnden und erschütternden Erlebnis, das jede und jeden im Publikum zu einem veränderten Verhältnis zu Verursachern wie  Opfern männlicher Gewalt führen sollte, egal ob es sich um Flüchtlinge an südlichen europäischen Küsten oder um  in Frauenhäusern Zuflucht suchende Frauen handelt.

Medea von Luigi Cherubini:  Weitere Vorstellungen am 08. und 27. Dezember 2017, am 08., 15. und 31. Januar sowie 03. Februar 2018

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