Frankfurt, Oper Frankfurt, IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart, 31.08.2019

August 27, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

  IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart

Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

Mit Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gab Jan Philipp Gloger, mittlerweile Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt. Nach der Mozart-Premiere am 17. März 2013 konnte man in der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) lesen: „Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.“ Wie Krieg und der Wille zur Macht das Handeln von Menschen beeinflussen, kann man in Glogers Inszenierung besonders an der Titelfigur exemplarisch beobachten.

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meeresgott Poseidon ein Opfer verspricht: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende junge Mann kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Daraufhin hat der Gott ein Einsehen. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet.

Die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2012/13 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Dirigent Rasmus Baumann ist seit 2014 Generalmusikdirektor am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und war hier zuletzt 2017/18 für die Wiederaufnahme von Barbers Vanessa zu Gast. Die Titelpartie des Idomeneo übernimmt der junge deutsche Tenor Attilio Glaser, seit 2016 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. An der Oper Frankfurt debütierte er 2017/18 als Massenets Werther und wird im April 2020 als Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon (konzertant) hierher zurückkehren. Alle weiteren Neubesetzungen stammen aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt:

Idomeneo – Einführung in die Frankfurter Produktion
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Die amerikanische Mezzosopranistin Cecelia Hall (Idamante) verkörperte hier kürzlich Marguerite in Berlioz’ La Damnation de Faust, während die aus Rumänien stammende Sopranistin Florina Ilie (Ilia) u.a. als Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben war. Ambur Braid (Elektra) erstaunte kürzlich mit den halsbrecherischen Koloraturen der Scintilla in Madernas Satyricon im Bockenheimer Depot. (link HIER!) Im März 2020 wird die kanadische Sopranistin Strauss’ Salome im Rahmen einer Frankfurter Neuproduktion verkörpern. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Arbace) gab jüngst seinen ersten Liederabend im Rahmen der hochkarätig besetzen Reihe der Oper Frankfurt. Sein Landsmann Michael McCown (Oberpriester des Neptun) war kürzlich Mastro Trabuco in Verdis La forza del destino. Der südkoreanische Bass Kihwan Sim singt in der ersten Vorstellung der Serie am 31. August 2019 Die Stimme, anschließend übernimmt diese Partie sein österreichisch-neuseeländischer Fachkollege Anthony Robin Schneider.

Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, Inszenierung: Jan Philipp Gloger, Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici, Bühnenbild: Franziska Bornkamm
Kostüme: Karin Jud, Licht: Jan Hartmann, Chor: Tilman Michael, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Idomeneo: Attilio Glaser, Idamante: Cecelia Hall, Ilia: Florina Ilie, Elektra: Ambur Braid
Arbace: Michael Porter, Oberpriester des Neptun: Michael McCown, Die Stimme: Kihwan Sim / Anthony Robin Schneider, Neptun: Volodymyr Mykhatskyi, Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Idomeneo Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

(Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 22. (18.00 Uhr), 27. September 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, HIGHLIGHTS – AUGUST / SEPTEMBER 2019

August 2, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS  IM AUGUST UND SEPTEMBER 2019

Otello –  Premiere, Sonntag, 8. September 2019

OTELLO –  Premiere / Frankfurter Erstaufführung
Dramma per musica in drei Akten von Gioachino Rossini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sesto Quatrini; Regie: Damiano Michieletto

Mitwirkende: Enea Scala (Otello), Karolina Maku?a (Desdemona); Theo Lebow (Jago),
Jack Swanson (Rodrigo), Thomas Faulkner (Elmiro Barberigo), Kelsey Lauritano (Emilia),
Hans-Jürgen Lazar (Doge), Michael Petruccelli (Lucio / Ein Gondoliere)

Weitere Vorstellungen: 12., 21., 29. (18.00 Uhr) September, 3. (18.00 Uhr), 12., 20. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Oktober 2019

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Übernahme einer Produktion des Theater an der Wien, Premiere 19. Februar 2016 Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Otello - Enea Scala Tenor © Simon Pauly

Oper Frankfurt / Otello – Enea Scala Tenor © Simon Pauly

Am 4. Dezember 1816 kam Otello von Gioachino Rossini (1792-1868) im Teatro del Fondo in Neapel zur Uraufführung – und somit weder am ursprünglich vorgesehenen Aufführungsort noch zum eigentlich geplanten Premierentermin. Das Libretto stammt aus der Feder Francesco Maria Berios, dem Bearbeitungen der Shakespeare-Tragödie von Jean François Ducis und Giovanni Carlo Cosenza als Vorlagen dienten. Die erfolgreiche Oper fand bis zum Erscheinen von Verdis gleichnamigem Werk 1887 über Italien hinaus europaweite Verbreitung. Das Haus am Willy-Brandt-Platz beginnt mit Otello seine Reihe von Frankfurter Erstaufführungen dreier Werke Rossinis in der Spielzeit 2019/20.

Oper Frankfurt / Otello - Damiano Michieletto © Fabio Lovino

Oper Frankfurt / Otello – Damiano Michieletto Regie  © Fabio Lovino

Der venezianische Feldherr Otello wird nach seiner siegreichen Rückkehr aus Zypern in Venedig erwartet. Der Afrikaner ist heimlich mit Elmiros Tochter Desdemona verlobt. Auf diese hat jedoch auch Rodrigo, der Sohn des Dogen, ein Auge geworfen. Elmiro, der Otello ebenfalls feindlich gesinnt ist, verspricht Rodrigo die Hand seiner Tochter. Otello erscheint während der Trauung und macht seine Verlobung publik, woraufhin sich Desdemona der Heirat mit Rodrigo verweigert. Jago beschließt, die Hochzeit Desdemonas und Otellos zu verhindern: Durch eine Intrige gelingt es ihm, Otellos Eifersucht zu entfachen. Infolgedessen erdolcht der rachsüchtige Feldherr die Geliebte. Als Jagos Machenschaften ans Licht kommen, bereut Otello seine Tat und setzt auch seinem Leben ein Ende.

Die musikalische Leitung übernimmt Sesto Quatrini, derzeitiger Künstlerischer Leiter des Litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett in Vilnius. Der Italiener ist erstmals in Frankfurt zu Gast und dirigierte unlängst Offenbachs Coscoletto beim Festival della Valle d’Itria. Donizettis L’elisir d’amore wird den Maestro zu den Tiroler Festspielen Erl führen. Die 2016 in Wien entstandene Inszenierung stammt von dem Venezianer Damiano Michieletto und wird nun nach Frankfurt übernommen. Nach der Premiere am Theater an der Wien war im Kurier zu lesen: „Damiano Michieletto gelingt szenisch ein großer, in sich stimmiger Wurf.“ In der vergangenen Spielzeit stellte sich der international gefragte Opernregisseur mit Franz Schrekers Der ferne Klang am Main vor und eröffnete jüngst mit der Händel-Oper Alcina die Salzburger Pfingstfestspiele. Zu seinen Plänen zählt u.a. Donizettis Don Pasquale am Royal Opera House Covent Garden London. In Frankfurt wird seine Inszenierung in vollständig neuer Besetzung dargeboten: In der Titelpartie gibt der italienische Tenor Enea Scala sein Hausdebüt. Pirro in Rossinis Ermione führt den auch im Konzert- und Oratorienrepertoire beheimateten Sänger ans Teatro di San Carlo in Neapel. Ebenso gastiert sein amerikanischer Fachkollege Jack Swanson (Rodrigo) zum ersten Mal im Haus am Willy-Brandt-Platz. Conte Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia an der Santa Fe Opera gehört zu seinen aktuellen Aufgaben. Alle übrigen Partien, angeführt von Karolina Maku?a (Desdemona), Theo Lebow (Jago) und Thomas Faulkner (Elmiro Barberigo), sind mit Mitgliedern des Ensembles sowie des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.


Oper Frankfurt / Radamisto - Zenobia und Radamisto © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Radamisto – Zenobia und Radamisto © Barbara Aumüller

Radamisto –  Sonntag, 25. August 2019  – Erste Wiederaufnahme

Oper in zwei Teilen von Georg Friedrich Händel,  In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln, Musikalische Leitung: Simone Di Felice; Regie: Tilmann Köhler

Mitwirkende: Dmitry Egorov (Radamisto), Zanda Šv?de (Zenobia), Jenny Carlstedt (Polissena), Kihwan Sim (Tiridate), Kateryna Kasper (Tigrane), Vince Yi (Fraarte), Božidar Smiljani? (Farasmane)

Weitere Vorstellungen: 1., 5., 14. September, 29. (18.00 Uhr) Dezember 2019, 4., 12. (15.30 Uhr), 18. Januar 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr, Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Am 3. April 2016 feierte Radamisto von Georg Friedrich Händel (1685-1759) in der Inszenierung von Tilmann Köhler im Bockenheimer Depot seine Frankfurter Erstaufführung. Wie bereits 2012/13 bei Köhlers Sicht auf Händels Teseo im Rahmen seines ebenfalls im Depot erfolgten Opern- und Frankfurt-Debüts zu beobachten war, sprang auch hier der Funke sofort aufs Publikum über. Und so war seinerzeit in der Frankfurter Neuen Presse zu lesen: „Tilmann Köhler heißt der junge Schauspielregisseur, dem jetzt im Bockenheimer Depot mit einfachen Mitteln Großes gelingt: Wache Personenregie, sparsame, aber wirkungsvoll eingeblendete Kriegsvideos und die richtige Prise Galgenhumor – schon wird aus Händels posenanfälliger Oper ein dichtes Kammerspiel erster Güte.“ Die musikalische Leitung lag seinerzeit bei Solorepetitor Simone Di Felice, der dem Haus mittlerweile seit 2017/18 als Kapellmeister verbunden ist. „Das Publikum beschränkt sich nicht aufs Klatschen, sondern feiert Ensemble und Orchester unter Leitung von Simone Di Felice mit heftigem Getrampel“, attestierte der Kritiker des Wiesbadener Kurier. Und auch der Sänger der Titelpartie wurde bejubelt: „Countertenor Dmitry Egorov (…) ist ein beeindruckend virtuoser Interpret der anstrengenden Titelpartie, die Händel dem legendären Kastraten Senesino anvertraut hatte“ (Allgemeine Zeitung Mainz). So trifft es sich gut, dass sowohl der Dirigent als auch der Sänger der Titelpartie bei der ersten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2015/16 wieder mit dabei sind – diesmal jedoch im Opernhaus, in das die Inszenierung übernommen wird.

Oper Frankfurt / Radamisto - v.l.n.r. Farasmane, Tiridate und Zenobia © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Radamisto – v.l.n.r. Farasmane, Tiridate und Zenobia © Barbara Aumüller

Zum Inhalt: Der armenische König Tiridate ist unsterblich in Zenobia, Gemahlin des thrakischen Prinzen Radamisto, verliebt. Aus diesem Grund hat er seine eigene Frau Polissena, die Schwester Radamistos, verstoßen und Thrakien den Krieg erklärt. In dessen Verlauf gedenkt er nicht nur das Land, sondern auch die Angebetete zu erobern. Doch Zenobia weist ihn zurück – zu groß ist ihre Liebe zu Radamisto. Ähnlich fühlt Polissena: Trotz zahlreicher Demütigungen des Tyrannen steht sie unverbrüchlich zu ihm und rettet ihm sogar mehrfach das Leben. Die Treue der Frauen trotzt also jeder Gewalt. Als Tiridate merken muss, dass ihn sein Kriegsglück verlassen hat, gibt er vor, sowohl auf Thrakien als auch auf Zenobia zu verzichten und zu Polissena zurückkehren zu wollen…

Während auch die Ensemblemitglieder Kihwan Sim (Tiridate) und Kateryna Kasper (Tigrane) sowie Gast-Countertenor Vince Yi (Fraarte) wie in der Premiere besetzt sind, gibt es zudem einige neue Namen zu verkünden: So kehrt Jenny Carlstedt, bis 2015/16 Frankfurter Ensemblemitglied, als Polissena gastweise an ihr ehemaliges Stammhaus zurück. Neu in der Produktion sind zudem die aktuellen Ensemblemitglieder Zanda Svede (Zenobia) und Božidar Smiljani? (Farasmane).


IDOMENEO – Samstag, 31. August 2019 – Zweite Wiederaufnahme
 Dramma per musica in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann; Regie: Jan Philipp Gloger

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun
© Barbara Aumüller

Mitwirkende: Attilio Glaser (Idomeneo), Cecelia Hall (Idamante), Florina Ilie (Ilia),
Ambur Braid (Elektra), Michael Porter (Arbace), Michael McCown (Oberpriester des Neptun), Kihwan Sim / Anthony Robin Schneider (Die Stimme) u.a.

Weitere Vorstellungen: 7., 15. (Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 22. (18.00 Uhr), 27. September 2019, Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr, Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gab Jan Philipp Gloger, mittlerweile Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, 2012/13 sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt, nachdem 2012 seine Sicht auf Wagners Der fliegende Holländer bei den Bayreuther Festspielen herausgekommen war. Nach der Mozart-Premiere am 17. März 2013 konnte man im Darmstädter Echo lesen: „Gloger inszeniert die Geschichte von Idomeneo als packendes Psychodrama, dessen zerstörerische Kraft sich aus den Wunden der Vergangenheit herleitet.“ Und der Kritiker der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) konstatierte: „Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.“ Wie Krieg und der Wille zur Macht das Handeln von Menschen beeinflussen, kann man in Glogers Inszenierung besonders an der Titelfigur exemplarisch beobachten.

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meeresgott Poseidon ein Opfer verspricht: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende junge Mann kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Ilia tritt daraufhin für den Geliebten ein, worauf der Gott ein Einsehen hat. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet.
Die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2012/13 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Dirigent Rasmus Baumann ist seit 2014 Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Orchester des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, und war hier zuletzt 2017/18 für die Wiederaufnahme von Barbers Vanessa zu Gast. Die Titelpartie übernimmt der junge deutsche Tenor Attilio Glaser, seit 2016 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. Dort gehören zu seinen aktuellen Aufgaben Walther von der Vogelweide in Wagners Tannhäuser (auch an der Nationale Opera & Ballett Amsterdam), der Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto (auch an der Wiener Staatsoper) und Cassio in Verdis Otello. Zu seinen Plänen gehören Da-Ud in Strauss’ Die ägyptische Helena und Narraboth in Strauss’ Salome an der Mailänder Scala. An der Oper Frankfurt debütierte er 2017/18 als Massenets Werther und wird im April 2020 als Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon (konzertant) hierher zurückkehren. Alle weiteren Neubesetzungen stammen aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt: Die amerikanische Mezzosopranistin Cecelia Hall (Idamante) verkörperte hier kürzlich Marguerite in Berlioz’ La Damnation de Faust (Fausts Verdammnis), während die aus Rumänien stammende Sopranistin Florina Ilie (Ilia) u.a. als Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben war. Ambur Braid (Elektra) erstaunte kürzlich mit den halsbrecherischen Koloraturen der Scintilla in Madernas Satyricon im Bockenheimer Depot. Im März 2020 wird die kanadische Sopranistin Strauss’ Salome im Rahmen einer Frankfurter Neuproduktion verkörpern. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Arbace) debütierte 2018 als Monostatos in Mozarts Die Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen und gab jüngst seinen ersten Liederabend im Rahmen der hochkarätig besetzen Reihe der Oper Frankfurt. Sein Landsmann Michael McCown (Oberpriester des Neptun) sang kürzlich Mastro Trabuco in Verdis La forza del destino. Der südkoreanische Bass Kihwan Sim singt in der ersten Vorstellung der Serie am 31. August 2019 Die Stimme, anschließend übernimmt diese Partie sein österreichisch-neuseeländischer Fachkollege Anthony Robin Schneider, welcher kürzlich als Wirt des Gasthauses „Zum Schwan“ in Schrekers Der ferne Klang sein Frankfurt-Debüt gab.


Oper Frankfurt /Julietta - Julietta und Michel © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt /Julietta – Julietta und Michel © Barbara Aumüller

Freitag, 13. September 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
JULIETTA

Lyrische Oper in drei Akten von Bohuslav Martin?
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Alexander Prior; Regie: Florentine Klepper

Mitwirkende: Juanita Lascarro (Julietta), Ian Koziara (Michel), Jonathan Abernethy, Iain MacNeil, Alexander Kiechle, Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson, Judita Nagyová, Julia Moorman,
Kelsey Lauritano, Michael Petruccelli (verschiedene Bewohner des Städtchens)
Weitere Vorstellungen: 20., 28. September, 5. Oktober 2019
Alle diese Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Die vom Surrealismus inspirierte Oper Julietta des tschechischen Komponisten Bohuslav Martin? (1890-1959) feierte in der Regie von Florentine Klepper am 21. Juni 2015 Premiere an der Oper Frankfurt. Presse und Publikum zeigten sich der Produktion gegenüber aufgeschlossen, zumal das Werk relativ selten auf den Spielplänen der internationalen Opernhäuser zu finden ist. So schrieb etwa die Kritikerin des Darmstädter Echos: „Die verwickelte, mit vielen surrealen Episoden angereicherte Opernhandlung zwischen Illusion und Realität in der Schwebe zu halten, ist ein Balanceakt für die Regie. Florentine Klepper gelingt er deshalb so überzeugend, weil sie das Stück zu keinem Moment in neblige Traumwelten entgleiten lässt, sondern die inneren Konflikte mit messerscharfen Konturen herausarbeitet.“
Zum Inhalt: Michel, ein Buchhändler aus Paris, kehrt von Sehnsucht getrieben in eine kleine Stadt am Meer zurück, um ein Mädchen zu suchen, das er dort einst singen hörte. Die Einwohner der Stadt können ihm nicht helfen, da sie auf rätselhafte Weise ihr Gedächtnis verloren haben. Als Michel die Unbekannte namens Julietta schließlich findet, erhofft er sich Erklärungen für die verloren gegangenen Erinnerungen der Bewohner, doch auch sie kann ihm keine Antworten geben. Mehr und mehr wird Michel in die Welt ohne Vergangenheit hineingezogen…

Oper Frankfurt /Julietta - Michel und im Hintergrund Juliettal © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt /Julietta – Michel und im Hintergrund Juliettal © Barbara Aumüller

Der junge britische Dirigent und Komponist Alexander Prior ist Chefdirigent des kanadischen Edmonton Symphony Orchestra. Nun kehrt er für die Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Spielzeit 2014/15 zurück an die Oper Frankfurt, wo er 2017/18 mit der ersten Wiederaufnahme von Verdis Rigoletto zu erleben war. Im Winter 2019 steht Dvo?áks Rusalka bei den Tiroler Festspielen in Erl in seinem Kalender. Die premierenbewährte Juanita Lascarro verkörpert erneut die Titelpartie. Der Kritiker der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) schrieb seinerzeit über das langjährige Ensemblemitglied der Oper Frankfurt: „Inmitten eines exquisiten Ensembles, das in verschiedene, skurril hübsche Rollen schlüpfte, war Juanita Lascarro eine wirklich verführerische Julietta.“ Zu ihren jüngsten Aufgaben 2018/19 gehören die Hanna Glawari in der Frankfurter Wiederaufnahme von Franz Lehárs Die lustige Witwe sowie die Verkörperung der gleichen Partie in einer Neuproduktion am Theater Heidelberg. Zuvor sang sie Giulietta in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen am Theater Freiburg und wird 2019/20 in Frankfurt als Flotows Martha zu erleben sein. In Julietta ist nun der aus Chicago stammende Tenor Ian Koziara (Michel) Juanita Lascarros Partner. Das Mitglied des Lindemann Young Artist Development Program an der Metropolitan Opera erzielte kürzlich einen überragenden Erfolg als Fritz in Schrekers Der ferne Klang. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören Tenor / Bacchus in Strauss’ Ariadne auf Naxos und Torquemada in Ravels L’Heure espagnole an der Wolf Trap Opera in Virginia / USA. Die verschiedenen Bewohner des Städtchens werden überwiegend von Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios verkörpert. Dabei werden die premierenbewährten Sänger*innen Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson und Judita Nagyová ergänzt durch die „Neueinsteiger*innen“ Jonathan Abernethy, Iain MacNeil, Alexander Kiechle, Julia Moorman, Kelsey Lauritano und Michael Petruccelli.


Oper Frankfurt / Liederabend - Jakub Józef Orli?ski -Countertenor © Jiyang Chen

Oper Frankfurt / Liederabend – Jakub Józef Orli?ski -Countertenor © Jiyang Chen

Dienstag, 3. September 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Liederabend
JAKUB JÓZEF ORLI?SKI, Countertenor
MICHAL BIEL, Klavier

Werke von Georg Friedrich Händel, Giuseppe Maria Orlandini, Giovanni Battista Bononcini,
Luca Antonio Predieri und Francesco Bartolomeo Conti sowie Karol Szymanowski, Tadeusz Baird
und Pawel ?ukaszewski
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Er ist mit sicheren Schritten auf dem Weg, einer der großen Countertenöre unserer Zeit zu werden. Mit seiner betörenden Stimme hat der junge polnische Künstler Frankfurt einen unvergesslichen Rinaldo geschenkt. Überaus virtuos und glaubhaft führte er durch die emotionalen Höhen und Tiefen dieses verzweifelt liebenden Kriegers und überraschte mit atemberaubendem Körpereinsatz. Breakdance und Barock sind bei Jakub Józef Orli?ski alles andere als ein Widerspruch – sie sind die Freiheit des Hier und Jetzt. Kein Wunder, dass die Opernwelt auf dieses energiegeladene Talent blickt. Sein erstes Solo-Album Anima sacra stellte er gemeinsam mit dem Ensemble Il pomo d’oro auf einer ausgedehnten Europa-Tournee vor. Seit dem Studium in New York tritt er regelmäßig mit dem polnischen Pianisten Micha? Biel auf. Dass dabei nicht nur barockes Repertoire auf dem Programm steht, sondern auch der ein oder andere Sprung Richtung Gegenwart vollführt wird, lässt einen großartigen Frankfurter Liederabend erwarten.

Oper Frankfurt / Liederabend - Jakub Józef Orli?ski (Countertenor) und Micha? Biel (Pianist) ©Honorata Karapuda

Oper Frankfurt / Liederabend – Jakub Józef Orli?ski (Countertenor) und Micha? Biel (Pianist) ©Honorata Karapuda

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2018, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, IOCO Kritik, 14.09.2018

September 15, 2018 by  
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Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

Der fliegende Holländer – Richard Wagner

„Wer baut auf Wind, baut auf Satans Erbarmen“

Von Thomas Kunzmann

Nach sechs Jahren: Jan Philipp Glogers Holländer findet „zur ewigen Ruh’“

Die sechste und letzte Vorstellung 2018 findet bei moderaten Außentemperaturen statt, sodass das Publikum keineswegs Glogers Idee, Daland ausgerechnet Ventilatoren produzieren zu lassen (Foto), als Verhöhnung der schwitzenden Besucher empfinden muss. Vielmehr steht zu vermuten, dass Dalands Leidklage „Wer baut auf Wind“ einer euphemistischen Bedeutung zugeführt wurde. Nur vereinzelt wedeln Fächer oder Programmhefte in den Reihen. Letzteren ließ sich entnehmen, dass die Regie den ruhelosen Holländer als unermüdlichen Geschäftsmann deutet. Dem Publikum erspart es Seemannsromantik und den Bühnenbildnern zwei voluminöse Schiffe.

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer - hier : vl Daland, Steuermann, Holländer mit Handy und Ventilatoren_Prospekt © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer – hier : vl Daland, Steuermann, Holländer mit Handy und Ventilatoren_Prospekt © Enrico Nawrath

Stattdessen: Bühnenraum füllende, matrix-artig pulsierende Digitalanzeigen. Unwillkürlich denkt man an das Schürfen von Bitcoins, jener digitalen Währung, von der jeder hört, die aber scheinbar niemand besitzt. Und die, die sie besitzen, erscheinen unvorstellbar reich. Sie zu generieren ist aufwändig, energieintensiv. Da passt es, dass sich der Holländer alle 7 Jahre nur, angewidert von seinen Lakaien und gelangweilt von käuflicher Liebe, die Zeit nimmt, in der Realität nach einem alternativen Lebenssinn zu suchen. Sicher nicht einfach, erkennt man an ihm wie auch an seiner Mannschaft schon Auflösungserscheinungen, als würde er Stück für Stück ganz in die Datenwelt überwechseln. Diesmal trifft er auf Daland, den rein wirtschaftlich das digitale Zeitalter nahezu weggefegt hat, und dessen Tochter. Dalands Ruderboot inmitten der Datenbahnen. Sowohl einzige nautische Referenz, als auch symbolträchtige Reduktion eines Handelsschiffes. Kaum extremer ließe sich das den äußeren Gewalten Ausgeliefertsein darstellen. Vorsichtig entsteigt der Steuermann der Nussschale ohne Schaden zu nehmen und beweist damit, dass man in dieser neuen Welt nicht zwangsläufig untergehen muss.

Senta ist dann wohl eher der Albtraum eines ehemals erfolgreichen Industriellen. Früher hatte sie sich mit Hausmeister Erik vergnügt, an der Produktion zeigt sie keinerlei Interesse und ihre Zeit verbringt sie lieber kreativ. Statt ein Bildnis des Fremden anzuhimmeln, bastelt sie sich eine eigene Holländer-Skulptur. Und während die Mädels in der Packstation, dauerlächelnd, wie in einer Ariel-Werbung, als wäre es die höchste Form der Selbstverwirklichung, im Takt eines gemeinschaftlich intonierten Spinnerliedchens Ventilatoren zu verschnüren, um sie in alle Welt zu versenden, erwacht Sentas Kunstgebilde zum Leben, von Daland hereingeführt. Sieht diesem zwar nicht ähnlich, aber das ist nicht ungewöhnlich bei moderner Kunst.

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer - hier : Daland:_Senta, mein Kind, sag, bist auch du bereit__ Holländer trifft Senta ©  Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer – hier : Daland:_Senta, mein Kind, sag, bist auch du bereit__  Holländer trifft Senta ©  Enrico Nawrath

Und er steht am rechten Platz, wo eben noch das Kunstwerk thronte. Könnte klappen, meinen wohl beide und es geht auch gut los, auch wenn alte und neue Welt noch nicht harmonieren, der Wille ist da. Bis der weinerliche Hausmeister im Kampf um seine Angehimmelte den letzten Trumpf aus dem Ärmel zieht: die gemeinsamen Erinnerungsfotos. Senta, nicht gerade geübt im Umgang mit ihren Emotionen, steigt mit kindlicher Freude auf die Bilder ein, der Holländer missversteht als Einziger im Saal Sentas infantilen Ausbruch und plant die Abreise (hier findet sich eine deutliche Parallele zu Wagners Werk). Zwar kann die Kunstfigur „Holländer“ sich selbst nicht aus dem Rennen nehmen, aber Senta, seine Schöpferin kann es. Mit ihrer Selbsttötung beendet sie auch das Leiden des Verdammten. Der Steuermann filmt den Showdown mit dem Handy – wohl für Instagram oder Youtube, womöglich ein Hinweis darauf, dass die Medienmacht die nächste neue Welt darstellt.

Axel Kober nimmt die Zeit-ist-Geld-Devise in der Ouvertüre auf, es beginnt hastig, wirkt etwas abgehackt, als wolle er den Regieansatz auch musikalisch umsetzen und pegelt sich aber gegen Ende auf ein Normalmaß ein.

Ricarda Merbeths Senta ist eine überzeugende, impulsiv-kreative, trotzige Spätpubertierende. Ihre schrillen Höhen lassen sich noch mit diesem Regieansatz erklären, die unsaubere Intonation und eingeschränkte Textverständlichkeit allerdings nicht. Die drei „Buh“’s gingen jedoch im allgemeinen Applaus unter.

Peter Rose, gefangen zwischen Unbeholfenheit und Hoffnung, devoter Schleimerei und einstiger Größe, gibt einen darstellerisch abwechslungsreichen Daland mit sonorem Bass. Marys Rolle wirkt in der Inszenierung etwas an den Rand gedrängt; stimmlich ist Christa Mayer las Mary jedoch ein Genuss. Oft hörte man schon den Steuermann zwischen den Mächtigen untergehen, nicht so Rainer Trost, der sich mit klangschönem weichem Tenor als Steuermann neben Daland mühelos behauptet.

Erik (Tomislav Mužek) leidet unter Geldsorgen, fehlendem Selbstbewusstsein, seinem Job, Sentas Zurückweisung. Das Publikum schien ihm am liebsten einen schicken Mantel als Ersatz für den schäbigen Kittel spendieren zu wollen. Nicht nur der herzzerreißenden Rolle wegen, sondern weil er jede seiner Emotionen in die perfekte Klangfarbe zu übersetzen weiß. Ungewöhnlich und beeindruckend der Holländer von John Lundgren. Als Geschäftsmann kann er metallisch hohl, fast entmenschlicht klingen, um dann wiederum im Duett mit Senta in weiche Fülle zu wechseln.

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer - hier : der wunderbare Chor Frabrikarbeiter und Matrosen © Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2018 / Der fliegende Holländer – hier : der wunderbare Chor Frabrikarbeiter und Matrosen © Enrico Nawrath

Der uneingeschränkte Glanzpunkt des Abends war unbestritten der fulminante Chor, der die schrullige 50er-Jahre-Romantik ebenso überzeugend leichtfüßig bis kitschig zu verkörpern vermochte, wie den überwältigenden Donner, wenn die Besatzung des Holländer-Schiffs auf Dalands Fabrikarbeiter (Foto) prallt.

Glogers Inszenierung folgt einer nachvollziehbaren Idee und punktet mit augenzwinkernder Kapitalismuskritik. Nicht immer ist die Abfolge schlüssig. Der große Skandal blieb damals wie heute aus, der überwältigende Erfolg allerdings auch. Einige Bilder werden lange im Gedächtnis haften. Dennoch bleibt der Abend hinter den Erwartungen, die man an die mit Abstand wichtigste Wagner-Bühne stellt, ein wenig zurück.

—| IOCO Kritik Bayreuther Festspiele |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, Die 107. Bayreuther Festspiele beginnen, IOCO Aktuell, 25.07.2018

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele 2018

Lohengrin, Parsifal, Tristan, Meistersinger, Holländer, Walküre

Von Patrik Klein

Am 25. Juli eines jeden Jahres beginnen auf dem Grünen Hügel in Bayreuth die Bayreuther Festspiele; den Hauptwerken Richard Wagners gewidmet. In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. (Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen 1797 – 1888) wurde am 13.8.1876 die erste Festspielsaison in Bayreuth mit Rheingold und höchst prominenten Gästen wie König Karl von Württemberg, Friedrich Nietzsche, Anton Bruckner, Franz Liszt, Leo Tolstoi, Camille Saint-Saents eröffnet. Der menschenscheue König Ludwig II. (1845 – 1886), Finanzier und Wagnerverehrer, fehlte zur Eröffnung; doch hatte er Tage zuvor den Generalproben und später einem Ring-Zyklus beigewohnt. 58.000 Besucher, verschworene Wagnerianer,  „pilgern“ seither jedes Jahr zu den Bayreuther Festspielen. Die Festspiele zählen zu den bekanntesten wie meist besprochenen Festspielen der Welt. IOCO wird mit sechs Korrespondenten alle Bayreuther Produktionen besuchen und für IOCO – Besucher besprechen.

Spielplan 2018  –  Hintergründe

Richard Wagner Büste © IOCO

Richard Wagner Büste © IOCO

Am 25. Juli 2018 beginnen die 107. Bayreuther Festspiele mit einer Neuinszenierung des Lohengrin. Die Regie liegt in den Händen von Yuval Sharon (der mit israelischen Wurzeln versehene Regisseur arbeitete unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, bei den Bregenzer Festspielen und an der Oper von San Franzisco. Zu seinen neueren Arbeiten zählt Péter Eötvös’ Tri Sestri an der Wiener Staatsoper. Seine Inszenierung der Oper Doctor Atomic von John Adams 2014 am Staatstheater Karlsruhe erhielt den Götz-Friedrich-Preis). Für die Ausstattung zeichnen Neo Rauch und Rosa Loy verantwortlich. Beachtenswert dürfte Piotr Bezcala als Lohengrin nach der höchst unwürdigen Absage von Roberto Alagna und die Rückkehr von Waltraud Meier als Ortrud auf den Grünen Hügel sein. Die musikalische Leitung zum Lohengrin hat Christian Thielemann. Der Musikdirektor der Festspiele wird dann jedes der Hauptwerke Wagners auf dem Grünen Hügel dirigiert haben. Daneben stehen Der fliegende Holländer, Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde und Parsifal auf dem Spielplan. Um im ersten ringfreien Jahr eine möglichst große Zahl unterschiedlicher Produktionen zeigen zu können, wird zudem Die Walküre aus dem abgespielten Castorf-Ring noch einmal in drei Einzelvorstellungen präsentiert. Am Pult steht hier kein geringerer als Plácido Domingo.

IOCO Kultur im Netz berichtete 2017 ausführlich über Produktionen in Bayreuth, wie den Rings des Nibelungen, den sogenannten Castorf-Ring, Parsifal oder Die Meistersinger von Nürnberg. 2018 wird IOCO erneut mit mehreren Korrespondenten leidenschaftlich, mit offenen Augen und „gespitzten“ Ohren den Aufführungen im Festspielhaus beiwohnen und darüber berichten.

Die Bestätigung der im Herbst bestellten Tickets sind mittlerweile erfolgt. Ein weiteres Kontingent an Karten kommt demnächst in den Onlineverkauf. Voraussichtlich am 18. März 2018 um 14 Uhr wird der Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2018 im Online-Soforterwerbs-Verfahren beginnen, das heißt, ohne oftmals langjährige und lästige Wartezeiten.

Für sämtliche Aufführungen der Bayreuther Festspiele 2018 sind Eintrittskarten für Online-Bestellungen und schriftliche Bestellungen und für Online-Sofortkauf-Tickets abrufbar unter: http://www.bayreuther-festspiele.de/tickets-service/agb/

Kartenbestellungen werden nur im Internet (http://ticket.btfs.de) oder in schriftlicher Form (Bestellschein an: Bayreuther Festspiele GmbH · Kartenbüro · Postfach 100 262 · 95402 Bayreuth) angenommen.

 Palast am Canale Grande in Venedig - Richard Wagner wohnte und starb hier © IOCO

Palast am Canale Grande in Venedig – Richard Wagner wohnte und starb hier © IOCO

Bayreuther Festspiele – Spielplan 2018

Besetzungen – Änderungen vorbehalten

LOHENGRIN –  25.7.; 29.7.; 2.8.; 6.8.; 10.8.2018

Musikalische Leitung Christian Thielemann
Regie Yuval Sharon
Bühne Neo Rauch, Rosa Loy
Kostüm Rosa Loy, Neo Rauch
Chorleitung Eberhard Friedrich
Licht Reinhard Traub

Heinrich der Vogler Georg Zeppenfeld
Lohengrin Piotr Bezcala  (Roberto Alagna hat kurzfristig abgesagt)
Elsa von Brabant Anja Harteros
Friedrich von Telramund Tomasz Konieczny
Ortrud Waltraud Meier
Der Heerrufer des Königs Egils Silins

  1. Edler Michael Gniffke
  2. Edler Eric Laporte
  3. Edler Raimund Nolte
  4. Edler Timo Riihonen

Termine: Mittwoch, 25. Juli 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 29. Juli 2018, 16:00 Uhr; Donnerstag, 02. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 06. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 10. August 2018, 16:00 Uhr


PARSIFAL: 26.7.; 1.8.; 14.8.; 19.8.; 25.8.2018

Musikalische Leitung Semyon Bychkov
Regie Uwe Eric Laufenberg
Bühne Gisbert Jäkel
Kostüm Jessica Karfe
Licht Reinhard Traub
Video Gérard Naziri
Dramaturgie Richard Lorber
Chorleitung Eberhard Friedrich

Amfortas Thomas J. Mayer
Titurel Tobias Kehrer
Gurnemanz Günther Groissböck
Parsifal Andreas Schager
Kundry Elena Pankratova
Klingsor Derek Welton

Termine: Donnerstag, 26. Juli 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 01. August 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 08. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 14. August 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 19. August 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 25. August 2018, 16:00 Uhr


 Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten © Rainer Maass

Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten © Rainer Maass

TRISTAN UND ISOLDE: 27.7.; 13.8.; 16.8.; 20.8.; 24.8.; 28.8.2018

Musikalische Leitung Christian Thielemann
Regie Katharina Wagner
Bühne Schlößmann; Lippert
Kostüm Thomas Kaiser
Dramaturgie Daniel Weber
Licht Reinhard Traub
Chorleitung Eberhard Friedrich

Tristan Stephen Gould
Marke René Pape, Georg Zeppenfeld
Isolde Petra Lang
Kurwenal Iain Paterson
Brangäne Christa Meyer

Termine: Freitag, 27. Juli 2018, 16:00 Uhr; Montag, 13. August 2018, 16:00 Uhr; Donnerstag, 16. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 20. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 24. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 28. August 2018, 16:00 Uhr


DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG –  28.7.; 5.8.; 11.8.; 17.8.; 21.8.; 27.8.2018

Musikalische Leitung Philippe Jordan
Regie Barrie Kosky
Bühne Rebecca Ringst
Kostüm Klaus Bruns
Chorleitung Eberhard Friedrich
Dramaturgie Ulrich Lenz
Licht Franck Evin

Hans Sachs Michael Volle
Veit Pogner Günther Groissböck
Sixtus Beckmesser Johannes Martin Kränzle
Fritz Kothner Daniel Schmutzhard
Walther von Stolzing Klaus Florian Voigt
David Daniel Behle
Eva Emily Magee

Termine: Samstag, 28. Juli 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 05. August 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 11. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 17. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 21. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 27. August 2018, 16:00 Uhr


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER:  30.7.; 3.8.; 7.8.; 12.8.; 22.8.; 26.8.2018

Musikalische Leitung Axel Kober
Regie Jan Philipp Gloger
Bühne Christof Hetzer
Kostüm Karin Jud
Chorleitung Eberhard Friedrich
Dramaturgie Sophie Becker
Licht Urs Schönebaum

Daland Peter Rose
Senta Ricarda Merbeth
Erik Tomislav Muzek
Mary Christa Mayer
Der Steuermann Rainer Trost
Holländer Greer Grimsley, John Lundgren

Termine: Montag, 30. Juli 2018, 18:00 Uhr; Freitag, 03. August 2018, 18:00 Uhr; Dienstag, 07. August 2018, 18:00 Uhr; Sonntag, 12. August 2018, 18:00 Uhr; Mittwoch, 22. August 2018, 18:00 Uhr; Sonntag, 26. August 2018, 18:00 Uhr


DIE WALKÜRE – 31.7.; 18.8.; 29.8.2018

Musikalische Leitung Plácido Domingo
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denic
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert, Jens Crull
Technische Einrichtung Karl-Heinz Matitschka

Siegmund Stephen Gould
Hunding Tobias Kehrer
Wotan Greer Grimsley, John Lundgren
Sieglinde Anja Kampe
Brünnhilde Catherine Foster
Fricka Marina Prudenskaya

Termine: Dienstag, 31. Juli 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 18. August 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 29. August 2018, 16:00 Uhr


Alle Informationen und weitere Details können auf der Internetseite www.bayreuther-festspiele.de eingesehen werden.

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