Hamburg, Elbphilharmonie, Monumental: Achte Sinfonie von Gustav Mahler, IOCO Kritik, 30.04.2017

April 30, 2017 by  
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Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Gustav Mahlers Achte Sinfonie – Monumental

In der Elbphilharmonie Hamburg

Von Patrik Klein

Eliahu Inbal, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, der Chor der Hamburgischen Staatsoper, die Hamburger Alsterspatzen, der Chor Latvija und namhafte Solisten tauchen die Elbphilharmonie in ein musikalisches Feuerwerk, optisch unterstützt durch die Lichtskulpturen von “rosalie”

Man nennt sie auch die Sinfonie der Tausend, weil sie oft in allergrößter Besetzung des Orchesters und der Chöre mit mehreren hundert Mitwirkenden zu Gehör gebracht wird. Mit ihrer gigantischen Besetzung und einer schier überbordenden Klangfülle nimmt sie geradezu opernhafte Ausmaße an. In der Elbphilharmonie Hamburg  genügt ein großes, berühmtes Staatsorchester, drei Chöre mit beinahe 200 Mitgliedern, 8 Solistinnen und Solisten, die allesamt Erfahrungen auf Hamburgs Staatsopernbühne haben, ein Mahlerdirigent der Weltspitze (der 80-jährige Israeli Eliahu Inbal, berühmt und mehrfach ausgezeichnet für seine Mahlerinterpretationen auch auf Tonträgern, musste kurzfristig für den erkrankten Kent Nagano einspringen) und eine renommierte Bühnenkünstlerin, um ein Maximum an Wirkung zu erzeugen.

Elbphilharmonie Hamburg / Der 80jährige israelische Dirigent Eliahu Inbal © Patrik Klein

Elbphilharmonie Hamburg / Der 80jährige israelische Dirigent Eliahu Inbal © Patrik Klein

 Die Stuttgarter Lichtkünstlerinrosalie“, die schon Wagners Ring bei den Bayreuther Festspielen ins “rechte Licht” setzte und Hamburgs Staatsopernfassade mit einer Lichtinstallation versah, hat nun dem Konzert noch eine weitere, visuelle Ebene hinzufügt. Nach eineinhalbjähriger Beschäftigung mit dem Thema entwickelte sie ihr Konzept. An sieben von der Decke des Großen Saals der Elbphilharmonie Hamburg hängenden beleuchteten Stelen, die Kirchenfenstern gleichen, inszeniert sie die Kunst-Grenzen des Endlich-Unendlichen. Man kann es verstehen als eine Art ästhetische Reflexion von Mahlers Licht-Ton-Welt. Es sollen höhere Koinzidenzen von Licht- und Musikwelten entstehen. Ein utopischer Präsens “tausend, dann abertausendfach”, von dem man sagen kann: Hamburg leuchtet !

Gustav Mahler Ehrung in der Hamburgischen Staatsoper © IOCO

Gustav Mahler Ehrung in der Hamburgischen Staatsoper © IOCO

Der 1860 in Böhmen geborene Komponist Gustav Mahler war von 1891 bis 1897 erster Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg.

Die 8. Sinfonie entstand größtenteils im Sommer des Jahres 1906. Im ersten Halbjahr 1907 wurde sie vollständig orchestriert und ins Reine geschrieben. Bei der Veröffentlichung 1910 versah Mahler das Werk mit einer Widmung an seine Frau Alma. Er spürte bereits im Schaffensprozess die Besonderheit dieser Sinfonie, die er später als sein „wichtigstes Werk“ bezeichnete. “In meiner Sinfonie erscheint das ganze Weltall zu klingen und zu tönen”. Die Niederschrift der enormen Komposition im Sommer 1906 geschah in höchster Arbeitsgeschwindigkeit.  Die Idee, einen mittelalterlichen Hymnus (Das Licht und die Liebe Gottes kommt in die Welt) als Vorlage für die neue Sinfonie zu nehmen, kam Mahler in seinem Feriendomizil am Wörthersee, wo ihm ein katholisches Messbuch in die Hände fiel.

Elbphilharmonie Hamburg / Nahezu 400 Mitwirkende bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Elbphilharmonie Hamburg / Nahezu 400 Mitwirkende bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Der erste und kürzere Teil der Sinfonie vertont einen mittelalterlichen, lateinischen Pfingsthymnus. Beinahe durchgehend wird die musikalische Entwicklung von den Chören und Solisten getragen, weshalb der erste Teil an die Form einer Motette erinnert. Der zweite Teil vertont die über 1000 Jahre jüngere Schlussszene von Goethes Faust Teil 2. Sie stellt wiederum eine Mischform aus Musikdrama, Kantate und Oratorium dar.

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg in riesiger Besetzung mit 10 Kontrabässen, 6 Harfen, doppelten Schlagwerken, verstärkten Streichern und Blech füllt das Orchesterpodium fast zur Gänze. Es bleibt ein wenig Platz für die 7 Solisten hinter dem Orchester und dem Knabenchor, den man hinter die Bässe platziert hat. Die beiden Chöre befinden sich in den Blöcken hinter dem Orchester. Die achte Solistin, Posaunen und Trompeten erklingen später aus dem mittleren Weinbergrang.

Es beginnt kraftvoll mit dem eröffnenden Veni creator spiritus-Chor, in dem die beiden Hauptthemen und Hauptmotive vorgestellt werden. Nach einem vorbereitenden Orgelton, beginnt der Chor feierlich das erste Hauptthema anzustimmen. Es schließt sich im Imple superna gratia der in Rondoform gehaltene Seitensatz an. Die orchestrale Begleitung ist hier völlig zurückgenommen und es entsteht ein kunstvoller Wechselgesang der Solisten. Die sieben Solisten (Sarah Wegener, Sopran; Jacquelyn Wagner, Sopran; Daniela Sindram, Alt; Dorottya Lang, Alt; Burckhard Fritz, Tenor; Kartal Karagedik, Bariton und Wilhelm Schwinghammer, Bass) haben es heute sehr leicht gegen das Orchester anzukommen, denn der überragende Dirigent Eliahu Inbal dirigiert manchmal fast kammermusikalisch sein riesiges Instrument.

Elbphilharmonie Hamburg / Die Choere bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Elbphilharmonie Hamburg / Die Choere bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Es folgen mit dem Infirma nostri die nächsten vier Einzelsätze. Diese münden in eine mächtige Doppelfuge  („Entzünde das Licht in uns, gieß Liebe in die Herzen ein“). Mahler bezeichnete das Motiv als „Brücke zum Faust“. Im „Gerettet ist das edle Glied“ des Faust-Teils kehrt dieses Motiv zurück und schafft damit auch eine inhaltliche Verbindung von Licht und Erlösung aus Liebe. Diese Doppelfuge stellt deshalb ein inhaltliches Zentrum des Werkes dar. Sie ist in höchster Virtuosität und mitreißender Dynamik gestaltet. Das Blech trumpft mächtig auf, die Flöten flirren, die Streicherklänge fließen sanft. Im Block S sitzend empfindet man eine perfekte Klangmischung. Man nimmt Feinheiten wahr, die in üblichen Konzerten in halligen Kirchen zu einem üblen Klangbrei führen, der alles überdeckt. Die Solisten sind deutlich zu hören, die Chöre klingen textverständlich und präzise. Inbal bringt alles Musikalische in eine unerhörte, überragende Balance.

Das Gloria sit patri (Ehre sei dem Vater) stellt den Abschluss des ersten Teils der Sinfonie dar. Darin bedeutet es das triumphale Ende des Pfingsthymnus. Alle bisherigen Themen und Motive werden hier parallel verarbeitet. Der Knabenchor der Hamburger Alsterspatzen (Chorleiter Jürgen Luhn) übernimmt die Rolle des feststehenden Gesangsthemas, während die beiden Chöre (Staatsopernchor Hamburg unter der Leitung von Eberhard Friedrich und der Staatschor Latvija unter der Leitung von Maris Sirmais) eine Art Gegengesang beisteuern. Die letzten Takte führen zu einer enormen Schlusssteigerung und münden in einem achttaktigen Schlussakkord ungekannten Glanzes. Sieben Posaunen und Trompeten erklingen aus dem mittleren Weinbergrang zum fulminanten Ende des ersten Teils. Es liegt eine ungeheure Spannung im Großen Saal.

Elbphilharmonie Hamburg / Probenfoto aus der Sicht der Solisten © Kartal Karagedik

Elbphilharmonie Hamburg / Probenfoto aus der Sicht der Solisten © Kartal Karagedik

Den Beginn des zweiten Teils bildet die längste rein instrumentale Passage der ganzen Sinfonie. Das Adagio beginnt mit einigen bedrohlichen und unsicheren Pizzicati der tiefen Streicher, worauf in den Holzbläsern in geheimnisvoller und mystischer Stimmung ein erstes Thema entsteht. Nachdem es sich entfaltet hat, folgt ein ergreifender und choralähnlicher Gesang der Streicher und Bläser. Es verbinden sich diese beiden thematischen Elemente immer enger miteinander. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist ein dramatischer Ausbruch der Thematik in den Blechbläsern zu erregten Tremoli der Streicher. Dann beruhigt sich das Geschehen, und das Adagio schließt pianissimo.

Der folgende kurze scherzohafte Abschnitt Piu mosso ist der zweite rein instrumentale Abschnitt der Sinfonie. Das bewegte Hauptmotiv bricht jäh aus der Ruhe des verklingenden Adagios hervor. In der Folge erklingen die beiden Hauptthemen, welche im Adagio vorgestellt wurden. Sie erscheinen sowohl in leichterer Scherzoform als auch dramatisch gesteigert. Attacca geht es in den dritten Abschnitt des zweiten Teils der Sinfonie über.

Der Chor zu Waldung schwanket heran stellt, nach der rein instrumentellen Eröffnung, den ersten Abschnitt mit vokaler Begleitung im Faust-Teil der Sinfonie dar. Hier findet eindrücklich dargestellt die lokale Beschreibung von Wald und Fels der letzten Szenen im Faust statt. Die Chöre klingen getragen, rhythmisch präzise und textverständlich.

Es folgen die kurze und ergreifende Bariton-Arie Ewiger Wonnebrand des Pater Ecstaticus und die Arie Wie Felsenabgrund mir zu Füßen des Pater Profundus. Kartal Karagedik mit berührendem, warmherzigen Bariton kann die Töne schön fließen lassen und die Stimme kommt in der klaren Akustik der Elbphilharmonie angenehm zur Geltung. Der aus München stammende Bass des Wilhelm Schwinghammer, mittlerweile von der Hamburger Opernbühne kaum wegzudenken, kommt mit wuchtiger Stimme und ausdrucksvollem sonoren Klang daher. Textverständlich mit schönster Schwärze kommt er mühelos in den höchsten Bereich seines Stimmumfangs.

Elbphilharmonie Hamburg / Eliahu Inbal und Solisten © Patrik Klein

Elbphilharmonie Hamburg / Eliahu Inbal und Solisten © Patrik Klein

Aus dem Liebesthema entwickelt sich der inhaltlich zentrale Chor-Abschnitt Gerettet ist das edle Glied. Mahler schafft damit eine inhaltliche Verbindung von Licht und Erlösung aus Liebe. Das Thema taucht hier in Scherzandoform auf und etabliert sich als Liebes-Thema für den Faust-Teil der Sinfonie. Mahler interpretiert Fausts Rettung durch die Engel folglich als Akt der Liebe. Im feierlichen Gesang der Chöre wird der erhebende Textabschnitt unter größter Feierlichkeit musikalisch umgesetzt.

Der Chor Jene Rosen aus den Händen schließt sich attacca an den vorhergehenden Abschnitt an. In schwebender Dynamik unter zurückgenommener und unbeschwerter Orchesterbegleitung erklingt der Gesang der jüngeren Engel. Zum Ende des Textabschnittes bricht unter größtem Jubel das Thema der Liebe wieder hervor. Ein Ritardando führt zum Chor Uns bleibt ein Erdenrest der vollendeten Engel. Zum Gesang der Engel, dargestellt durch einen zurückhaltend agierenden Chor, erklingt das virtuose Spiel der Solovioline. Im Textabschnitt “Kein Engel trennte geeinte Zwienatur” übernimmt die Altstimme von Daniela Sindram. Sie läßt ihre wunderbar warme Stimme mit einem sehr schönen abgedunkelten Timbre erklingen.

Es folgt erneut der Chor der jüngeren Engel mit dem Textabschnitt Ich spür soeben nebelnd um Felsenhöh. Der Gesang beginnt in feierlich gelöster Stimmung. Der Solotenor als Doctor Marianus tritt kurz darauf zum Engelschor hinzu. Der gebürtige Hamburger Burkhard Fritz, der heute zu den gefragtesten jugendlichen Heldentenören zählt, singt sicher in Intonation und Dynamik die schweren Solostellen. Die Musik erfährt hierdurch eine zunehmende Spannung, sowie eine leichte Steigerung des Tempos. Attacca folgt die Soloarie Höchste Herrscherin der Welt. Die Arie wirkt hymnisch verklärt, zu glanzvoller Begleitung der Streicher. Es entwickelt sich ein kunstvoller Wechselgesang zwischen Tenor, Chor und Solovioline von größter Erhabenheit.

Zu famos gespielten zarten Klängen der von den 6 Harfen begleiteten Streicher entwickelt sich der Chorgesang zum Textabschnitt Dir der Unberührbaren. Es folgt nahtlos der Chor der Büßerinnen, welcher mit zartem Gesang die Gnade und somit die Liebe hervorhebt. Die hier entwickelte Melodie der Büßerinnen durchzieht auch die folgenden Abschnitte. Jacquelyn Wagner, die amerikanische, international gefragte Sopranistin, die als Gräfin bereits in Le Nozze di Figaro auf Hamburgs Opernbühne stand, singt mühelos mit wunderschönem Legato und berührendem Ausdruck.

Inhaltlich direkt an den Chor der Büßerinnen anschließend folgt die Sopranarie der Magna Peccatrix (Große Sünderin). Auch hier wartet ein äußerst angenehmer Sopran auf. Sarah Wegener, die britisch-deutsche Sängerin, die bereits an der Deutschen Oper Berlin und dem Royal Opera House London debutiert hat, kommt mit weicher, schön fließender und leicht dunkel gefärbter Stimme daher. Die Arie Bei der Liebe die den Füßen wandelt sich schnell zum durchkomponierten musikdramatischen Abschluß der vorherigen Abschnitte. Erneut taucht das Liebesthema in verarbeiteter Form auf. Zu den beiden Sopranistinnen gesellt sich der Alt von Dorottya Lang. Die aus Ungarn stammende Sängerin ist im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper und hat dort u.a. als Hänsel, Cherubino und Angelina auf der Bühne gestanden. Zusammen stimmen die drei Damen zum Abschluß dieses Kapitels ein herrliches Terzett an.

 Elbphilharmonie Hamburg / Die Solisten bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Elbphilharmonie Hamburg / Die Solisten bei Mahlers Achter © Patrik Klein

Die Arie Neige du Ohnegleiche ist eine unter der zarten Orchesterbegleitung der vorigen Büßerinnen-Abschnitte weiterlaufende Sopranarie des Gretchens, der zentralen weiblichen Figur aus dem ersten Teil des Faust (Jacquelyn Wagner).

Es schließt sich der Chor der seligen Knaben zum Textabschnitt Er überwächst uns schon an. Zu nahezu mediterran klingender Orchesterbegleitung erklingen die ersten Textzeilen zu einer ins Unbeschwerte veränderten Melodie der Büßerinnen. Es schließt sich direkt ein arienartiger Abschnitt Gretchens an. In der Orchesterbegleitung des kunstvollen Sologesangs setzt sich das Liebesthema durch. Nach großartiger Steigerung zur Textzeile „Noch blendet ihn der neue Tag“ setzt ein musikalischer Ruhepunkt ein, welcher den folgenden Auftritt der Mater gloriosa einläutet.

Der Abschnitt Komm hebe dich zu höheren Sphären stellt den verklärten Auftritt der Mater gloriosa dar. Das dominierende Liebesthema scheint wie ein Licht auf die verklärt wirkende Szene. Hier hat der dritte Sopran der Heather Engebretson seine große Wirkung. Das Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper singt aus dem Weinbergrang, von dort wo zum Ende des ersten Teils die zusätzlichen Bläser postiert waren, ihre kurze Arie. Ihr warmer, hell klingender Sopran entfaltet dabei eine imponierende Wirkung, die durch die Zurücknahme des Orchesters durch den großartigen Dirigenten des Abends nochmals unterstrichen wird.

Der vorletzte Abschnitt der Sinfonie ist die Chor-Arie Blicket auf. Der Tenor Doctor Marianus (wieder sehr schön gesungen von Burkhard Fritz) intoniert den erhabenen Gesang zunächst mit einem feierlichen Dreiklangmotiv, welches später vom Chor übernommen wird. Die Übernahme des Motivs durch die Blechbläser bewirkt eine choralartige Überhöhung. Der musikalische Charakter ist durchweg von verhaltener Feierlichkeit unter größter Erhabenheit gekennzeichnet. Das rein instrumentale Ende des Abschnittes verklingt schließlich pianissimo.

Leisest beginnt der große Abschlusschor Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. “Das Unzulängliche, hier wirds Ereignis; Das Unbeschreibliche, hier wirds getan; Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan.“ Der Chorgesang beginnt höchst verhalten und feierlich-mystisch.  Thematisch greift Mahler hier einige Motive der ganzen Sinfonie auf, der Hauptgedanke ist wiederum aus dem Liebesthema entwickelt. Der Abschnitt stellt eine großartige musikalische Steigerung dar. Dynamisch steigert Mahler das musikalische Geschehen unter immer weiterer Hinzunahme von Solisten und Chören bis zum Tutti. Zu einem feierlichen Orgelakkord beginnt der Chor den Text erneut vorzutragen. Triumphal tritt das Liebesthema in der Begleitung ein letztes Mal direkt in Erscheinung. Die Sinfonie strebt ihrem mitreißenden Ende entgegen. Die Steigerung des variierten Liebes-Themas stellt das jubelnde Ende des “Opus Summum ” Mahlers dar. Die Farbenpracht der sieben von rosalie entwickelten Lichtstelen entwickelt sich zum Maximum.

Ein ganz kurzer Nachhall, andächtige Stille und großer Jubel des Publikums.

Eliahu Inbal hat die Konzerte gerettet. In nur drei Tagen hat er eine Aufgabe übernommen, die nur von einem äußerst erfahrenen Routinier und Weltklassedirigenten geleistet werden kann. Und was das Publikum zu hören bekam war noch viel, viel mehr. Mahlers Achte Sinfonie ist in Konzerthallen und Kirchen so leicht zu einem riesigen, langweiligen Klangbrei anzurühren, von dem am heutigen Abend bei Weitem nicht die Rede sein konnte. Ganz im Gegenteil. Mit wunderschöner Leichtigkeit und Transparenz dirigiert er das monumentale Werk. Gerade die leisen Stellen versteht er meisterhaft darzustellen. Es klingt fast kammermusikalisch bis in die kleinste Faser dieses umwerfenden musikalischen Werkes. Mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, drei hervorragenden Chören aus Hamburg und Lettland und 8 wunderbaren Solisten mit farbenuntermalender Lichtgestaltung durch “rosalie” ist es ein denkwürdiges Ereignis geworden.

Elbphilharmonie Hamburg / Lichtskulptur in der Elphi © Wolf Dieter Gericke

Elbphilharmonie Hamburg / Lichtskulptur in der Elphi © Wolf Dieter Gericke

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Otello von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 11.10.2016

Oktober 12, 2016 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Otello an der Rheinoper Düsseldorf: Ein Sturm, eine brutale Äußerung der Natur, leitet das Drama ein, und es schließt mit einem Kuss, dem innigsten Liebeszeichen des Menschen. Dazwischen richtet Jago, als nahezu mephistophelisches Modell eine Spottgeburt (Goethe) aus Neid und Hass, mittels einer ba­nalen Intrige die von einem Paar als Erfüllung empfundene Verbindung zu­grunde. Der Mann, Otello, von der afrikanischen Abstammung her…….

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

“Frauenmord auf Zypern”

Giuseppe Verdis OTELLO an der DEUTSCHEN OPER AM RHEIN

Von Albrecht Schneider

Ein Sturm, eine brutale Äußerung der Natur, leitet das Drama ein, und es schließt mit einem Kuss, dem innigsten Liebeszeichen des Menschen. Dazwischen richtet Jago, als nahezu mephistophelisches Modell eine Spottgeburt (Goethe) aus Neid und Hass, mittels einer ba­nalen Intrige die von einem Paar als Erfüllung empfundene Verbindung zu­grunde. Der Mann, Otello, von der afrikanischen Abstammung her in der Gesellschaft ein Außenseiter, der er trotz seiner militärischen Erfolge und seines Prestiges geblieben ist, zerbricht an dem Liebesverlust, der in der scheinbaren Untreue seiner ihn geradezu anbetenden Gattin Desdemona gründet. Er tötet die Frau.

Deutsche Oper am Rhein / Otello - Zoran Todorovich als Otello © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Otello – Zoran Todorovich als Otello © Hans Jörg Michel

Otello, der sieghafte General in Diensten Venedigs, bezwingt zwar dessen Feinde, allein die Strategie seines Fähnrichs und Verleumders Jago, eines Fürsten der Lüge, vermag er nicht zu durchschauen. Über die eigene Blindheit erst nach dem Mord aufgeklärt, will und kann er nicht weiterleben und ersticht sich. Sterbend küsst er die Geliebte ein letztes Mal.

Beginnend mit den ff. Tuttischlägen des Orchesters und in einem Ungestüm, das sich im Verlauf der vier Akte verflüchtigt, rauscht die Handlung gleich einem Unwetter vorüber. Mit einem in die Stille des Todes ausklingenden p. F-Dur Akkord kommt sie zu ihrem Ende.

In Michael Thalheimers Inszenierung an der Rheinoper zu Düsseldorf geschieht das alles in einem schwarzen Kubus. Nirgendwo leuchtet ein Farbfleck, nirgendwo haftet ein Zeichen, das Zeit und Ort des Geschehens, den Rang von Mann und Frau verrät. Alle sind schwarz gekleidet. Otellos Gesicht trägt Schwarz als Maske. Vielleicht auch als Stigma. Das anfangs den Vernichter der feindlichen Flotte begrüßende Volk von Zypern suggeriert als ein mächtiger schwarzer Menschenhaufen im Hintergrund eher Drohung denn Jubelgesang. Eingegrenzt von vier hohen, dunklen Wänden agieren die Figuren lediglich in einem schmalen Lichtkegel, und der erlaubt ihnen nicht immer einen Schatten zu werfen. In dem Milieu gedeiht die schwarze Seele des Jago, der die Beziehungen aller Personen um ihn herum erfolgreich zu demolieren unternimmt.

„Was ist das, was in uns hurt, lügt, stiehlt und mordet?“, fragt Danton in Georg Büchners Theaterstück bereits 1835. Eine Frage, die zeitlos ist. Und auf die es unendlich viele Antworten gibt.

Deutsche Oper am Rhein/ Otello - Vorne Statsenko, Todorovich, Purcel, hinten Jaqueline Wagner © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein/ Otello – Vorne Statsenko, Todorovich, Purcel, hinten Jaqueline Wagner © Hans Jörg Michel

Als Kopfgeburten des labilen Otello, als Kreaturen von dessen Wesens dunkler Seite, präsentiert der Regisseur die Akteure. Jago (Boris Statsenko), ein amoralischer Nihilist, Cassio (Ovidiu Purcel) ein ehrpusseliger, blasser Hauptmann, Roderigo (Florian Simson) ein manipulierbarer, triebgesteuerter Edelmann, Emilia (Sarah Ferede), Jagos Gattin, eine gedemütigte und sich zu spät befreiende Frau. Begreiflich werden sie durch die Herkunft des erfolgreichen Generals, dessen zwar hervorgehobenen, gleichwohl allzeit sturzbedrohten Rang in einer intriganten Umgebung, die ihn als exotischen Fremdling und Emporkömmling wie ein körperfremdes Implantat eher abstoßen als würdigen möchte. Von solcher Fraktion affektgesteuerter Dunkelmänner muss sich Desdemona (Jacquelyn Wagner) in einer unbedingten Hingabe an ihren Helden, wenngleich nicht sichtbar, leuchtend abheben. Bar jeder Dekoration und in dem kargen Licht gerät in Michael Thalheimers Exegese die Geschichte absoluter, unerbittlicher. Nichts lenkt ab, niemandem wird ein Moment der Besinnung erlaubt.

Deutsche Oper am Rhein / Otello - Jaqueline Wagner als Desdemona © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Otello – Jaqueline Wagner als Desdemona © Hans Jörg Michel

 

Das Orchester (Dirigent Axel Kober) bleibt der Partitur nichts schuldig. Niemals scheppern die Blechbläser, (was bei Verdi  schnell passiert), das Englischhorn wird wohl sogar weinen können, und auch den Streichern ist die Musik hörbar wie auf die Instrumente geschrieben. Die Gemeinschaft der Musikanten äußert sich gleich stürmisch, heroisch, jubelnd, seufzend, klagend und endlich verklingend wie die stimmlich perfekten Sängerschauspielerinnen und -spieler über ihr.

Das Scheitern an den eigenen Ichs: Das Drama des Untergangs eines Menschen zwingend in Szene zu setzen, das ist auf der Bühne der Rheinoper überzeugend gelungen. William Shakespeare, der Otello 1622 in das Theater brachte, Arrigi Boito, der nach ihm das Textbuch verfasste, und Giuseppe Verdi wären vermutlich mit dieser Aufführung ebenso einverstanden gewesen   wie das Düsseldorfer Publikum, welches mit großem Beifall nicht geizte. IOCO / Albrecht Schneider / 11.10.2016

Otello in der Deutschen Oper am Rhein:  Weitere Termine 13.10.2016, 16.10.2016, 19.10.2016, 22.10.2016, 29.10.2016, 1.11.2016, 4.11.2016, 10.11.2016, 12.11.2016.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, DOR Spielplan Oktober 2016

September 13, 2016 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Oper und Ballett am Rhein im Oktober 2016

Im Opernhaus Düsseldorf …
… steht Giuseppe Verdis „Otello“ am 8. Oktober 2016 als erste Opernpremiere der Spielzeit 2016/17 auf dem Programm. Für die Neuinszenierung in Koproduktion mit der Opera Vlaanderen ist der bedeutende und vielfach ausgezeichnete Theaterregisseur Michael Thalheimer zum ersten Mal an der Deutschen Oper am Rhein zu Gast. In einer hochkonzentrierten, abstrakten Bildsprache setzt Thalheimer ganz auf die Psychologie, Emotionalität und Körperlichkeit der Figuren: Verdis Musik treibt die Figuren Otello, Jago und Desdemona wahnsinnig schnell vor sich her, und man begreift durch ihr Tempo, dass sie alle Gejagte sind, die wie verwundete Tiere in die Katastrophe getrieben werden.“ Generalmusikdirektor Axel Kober, der gerade von seinem vierten Gastspiel bei den Bayreuther Festspielen zurückgekehrt ist, arbeitet mit den Düsseldorfer Symphonikern und hochkarätigen Solisten zusammen: In der Titelrolle alternieren die an den führenden Opernhäusern Europas gefragten Tenöre Zoran Todorovich und Ian Storey. Boris Statsenko, der viele große Verdi­Partien zu seinem Repertoire zählt, ist Otellos Gegenspieler Jago. Die amerikanische Sopranistin Jacquelyn Wagner, die Kritiker und Publikum vor einem Jahr als Arabella in Tatjana Gürbacas Strauss’­Inszenierung in Düsseldorf feierten, gibt ihr Debüt als Desdemona. Bis 13. November stehen insgesamt zehn Vorstellungen auf dem Spielplan.

In der Kult­Inszenierung von Barrie Kosky und der britischen Theatergruppe „1927“ kehrt Mozarts populärste Oper Die Zauberflöte am 3. Oktober ins Opernhaus Düsseldorf zurück: Auf der Bühne agieren die Sängerinnen und Sänger als Protagonisten eines handgezeichneten Stummfilms, der jeden Abend live zu Mozarts Musik animiert wird. Ihre Fans hat diese Zauberflöte nicht nur in vielfach ausverkauften Vorstellungen in Berlin, Düsseldorf und Duisburg, sondern auch auf Gastspielen in aller Welt gefunden. Ganz anders geht Regie­Altmeister Michael Hampe mit Mozarts Oper Le nozze di Figaro um: Mit seinem Ausstatter Germán Droghetti hat er einen Bilderbuch­„Figaro“ geschaffen, der Mozarts vielschichtige musikalische Erzählweise aufnimmt und in spielerischer Perfektion umsetzt. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober steht Figaros Hochzeit ab 5. Oktober wieder auf dem Düsseldorfer Spielplan. Ab 15. Oktober ist Dietrich W. Hilsdorfs humorvoll­tiefgründige, von der Presse als „Sternstunde aktueller Opernregie“ (Markus Schwering) gefeierte Inszenierung von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos in herausragender Besetzung wieder im Opernhaus Düsseldorf zu erleben. Auch diesmal steht Axel Kober am Pult der Düsseldorfer Symphoniker. Am 20. Oktober kehrt Donizettis L’elisir d’amore ins Opernhaus zurück. In der Inszenierung von Joan Anton Rechi entfaltet sich der Zauber von Donizettis Liebestrank unter einem romantischen Himmel von 3.432 Weingläsern. Zur großen Opernvielfalt trägt ab 23. Oktober auch Giuseppe Verdis Rigoletto bei. Die Oper zeigt, wie Menschen in einer maroden Gesellschaft nicht nur aneinander vorbei leben, sondern skrupellos mit den Gefühlen anderer spielen. Wahre Emotionen gibt es nur in Verdis wundervoller Musik. Interpretiert wird sie von Kapellmeister Aziz Shokhakimov, der im August mit dem Young Conductors Award der Salzburger Festspiele 2016 ausgezeichnet wurde.

Mit Musik aus Ungarn starten die Symphoniker im Foyer in die neue Saison. Am 23. Oktober stellt Sylvia Hamvasi Lieder von Bartók und Kodály aus ihrer ungarischen Heimat vor und findet Gesellschaft in einer hochkarätigen Symphoniker­Besetzung. Die Kammermusik­Matinee beginnt um 11.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf.

Die sieben neu engagierten Solisten des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein absolvieren im Oktober ihren ersten Meisterkurs bei Helen Donath. Unter dem Titel „Meisterklasse“ präsentieren sie am 30. Oktober in der DZ­Bank Düsseldorf (Ludwig­Erhard­Allee 20, 40227 Düsseldorf) die gemeinsam erarbeiteten Arien.

Mit b.26 führt das Ballett am Rhein die Zuschauer im Düsseldorfer Opernhaus im Oktober durch 175 Jahre Ballettgeschichte: Auf ein virtuoses Tanzfest August Bournonvilles lässt Martin Schläpfers preisgekrönte Compagnie mit Antony Tudors „Dark Elegies“ ein Ritual tief berührender Trauer folgen, um das Programm mit kräftigen, energiegeladenen Szenen aus Terence Kohlers „One“ zu Brahms’ Sinfonie Nr. 1 zu beenden.

Im Theater Duisburg…
… präsentiert das Ballett am Rhein am 28. Oktober die Premiere des neuen Ballettprogramms b.29. Zwei Meister­werke der amerikanischen Neoklassik bilden den Rahmen des dreiteiligen Abends: George Balanchines Ballett „Mozartiana“ ist vielleicht das zarteste und verklärteste Werk seines Schöpfers, der im Laufe seiner Karriere den akademischen Tanz bis an seine Grenzen führte, ohne jedoch den Glauben an das Potenzial und die überwältigende Schönheit des klassischen Balletts zu verlieren. Jerome Robbins schuf dagegen mit „The Concert“ eines der witzigsten Stücke der Tanzgeschichte – eine mitreißende und hochvirtuose Parodie auf die Besucher eines Konzerts. Darin eingebettet die Uraufführung von Martin Schläpfer zu Witold Lutos?awskis „Konzert für Orchester“. Er spürt der Wucht, Tiefe und nuancenreichen Farbvielfalt in Lutos?awskis energiegeladener Musik nach und schafft zusammen mit dem Kostüm­und Bühnenbildner Florian Etti ein neues Werk für seine preisgekrönte Compagnie. Schon eine Woche vor der Premiere, am 20. Oktober, gibt die Ballettwerkstatt mit Gesprächen und Probenausschnitten bei freiem Eintritt Einblick in die Choreographien.

Bereits am 2. Oktober kehrt Gaetano Donizettis komische Oper L’elisir d’amore auf die Duisburger Bühne zurück. In Joan Anton Rechis Inszenierung treffen tiefgründige und überschäumend komische Momente aufeinander, bevor die sich wirklich Liebenden unter einem glänzenden Himmel aus 3.432 Weingläsern zueinander finden.
Nach vielen ausverkauften Vorstellungen steht Mozarts Oper Die Zauberflöte ab 9. Oktober wieder auf dem Duisburger Spielplan. Es hat sich herumgesprochen, dass die Mischung aus animiertem Stummfilm und Live­Performance der Sängerinnen und Sänger zusammen mit Mozarts Musik zu einer kongenialen Symbiose verschmelzen. „Die Zauberflöte“ in der Inszenierung von Barrie Kosky und Suzanne Andrade von der britischen Theatergruppe „1927“ ist zum Kult­Stück in Berlin, Düsseldorf, Duisburg und vielen Metropolen in aller Welt avanciert.

Nach der stürmisch gefeierten Uraufführung im Frühling 2016 kehrt Marius Felix Langes Familienoper Die Schneekönigin auf die Duisburger Bühne zurück. Phantasievolle Bilder entführen Zuschauer ab sechs Jahren mit Gerda und Kay, den jungen Helden aus Andersens Märchen, in die eisige Welt der Schneekönigin. Der Familienvorstellung am Sonntag, 16. Oktober, um 15.00 Uhr folgt eine Schulvorstellung am 10. November um 11.00 Uhr. Einen spannenden Einblick in die Produktion gibt die Familienopernwerkstatt am 15. Oktober, um 10.00 Uhr im Theater Duisburg.

Montag  03.10.2016  – 18.30 Uhr
Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf: Die Zauberflöte von W. A. Mozart in
der Kult­Inszenierung von Barrie Kosky und „1927“


Sonntag 02.10. – 18.30 Uhr
Wiederaufnahme im Theater Duisburg: „L’elisir d’amore“


Mittwoch 05.10. – 19.30 Uhr
Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf: „Le nozze di Figaro“


Samstag 08.10. – 19.30 Uhr
Erste Opernpremiere der Spielzeit im Opernhaus Düsseldorf: Verdis Otello in der
Inszenierung von Michael Thalheimer. Am Pult: Generalmusikdirektor Axel Kober


Sonntag 09.10. – 18.30 Uhr
Wiederaufnahme im Theater Duisburg: Die Zauberflöte


Sa 15.10. – 10.00 Uhr
Familienopernwerkstatt zur „Schneekönigin“ im Theater Duisburg: Einführung und
Aktionen zur Familienoper „Die Schneekönigin“ – Eintritt frei


Sa 15.10. – 19.30 Uhr
Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf: Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“


So 16.10. – 15.00 Uhr
Wiederaufnahme im Theater Duisburg: „Die Schneekönigin“ von Marius Felix Lange
(empfohlen für Zuschauer ab 6 Jahren)


Do 20.10. – 19.00 Uhr
Ballettwerkstatt im Theater Duisburg: Gespräche und Probenbesuch zur Ballett­
produktion b.29


Do 20.10. – 19.30 Uhr
Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf: „L’elisir d’amore“


So 23.10. – 11.00 Uhr
„Symphoniker im Foyer“ – Musik aus Ungarn: Sopranistin Sylvia Hamvasi und
Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker präsentieren ungarische Lieder und
Kammermusik im Opernhaus Düsseldorf


So 23.10. – 15.00 Uhr
Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf: Giuseppe Verdis  Rigoletto


Fr 28.10. – 19.30 Uhr
Ballett am Rhein – b.29: Erste Ballettpremiere im Theater Duisburg mit Balletten von
George Balanchine und Jerome Robbins und einer Uraufführung von Martin Schläpfer


So 30.10. – 19.30 Uhr
„Meisterklasse“: Konzert des neuen Opernstudios zum Abschluss des Meisterkurses mit Ks. Helen Donath und Klaus Donath in der DZ Bank Düsseldorf

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Otello von Giuseppe Verdi, 08.10.2016

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Otello von Giuseppe Verdi
Libretto Arrigo Boito nach Shakespeares The Tragedy of Othello, the Moor of Venice

Premiere: Samstag, 8. Oktober 2016, 19.30 Uhr – Opernhaus Düsseldorf, weitere Termine  Sa 08.10. – 19.30 Uhr (Premiere) / Do 13.10. – 19.30 Uhr / So 16.10. – 15.00 Uhr / Mi 19.10. – 19.30 Uhr / Sa 22.10. – 19.30 Uhr / Sa 29.10. – 19.30 Uhr / Di 01.11. – 18.30 Uhr / Fr 04.11. – 19.30 Uhr / Do 10.11. – 19.30 Uhr / So 13.11. – 15.00 Uhr

 

Deutsche Oper am Rhein / Otello © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Otello © Hans Joerg Michel

Shakespeares Othello und mehr noch Giuseppe Verdis (1813–1901) nach diesem Schauspiel geschriebene Oper sind ein Drama der Eifersucht. Otello, der General der Republik von Venedig, ist auf dem Höhepunkt seines Ruhms, als der Neid in Gestalt des Fähnrichs Jago sein vernichtendes Werk beginnt.

Dass Jago mit einer Beförderung gerechnet hatte, die dem Leutnant Cassio zuteil wird, spielt dabei nur eine nebensächliche Rolle. Jago beneidet Otello um alles, was er nicht besitzt: seine Macht, sein Charisma, seine Beliebtheit beim Volk und seine Liebe zu Desdemona. „Eines anderen Tagesschönheit macht mich hässlich“, heißt es bei Shakespeare, und Verdi und sein Textdichter Boito steigern diese Missgunst zu einem „Credo“, das alle Werte infrage stellt. Jagos infames Intrigenspiel spekuliert nicht auf Otellos Leidenschaftlichkeit.

Er hat den Denker, den Rationalisten, den Selbstbewussten im Visier und verabreicht ihm das schleichende Gift der Sinnestäuschung und des Zweifels. Otello verkennt die Schuldlosigkeit Cassios, er lässt sich dessen Beziehung zu Desdemona einreden und verliert sich in seiner Eifersucht, die ihm den Boden unter den Füßen entzieht und zum Mörder an der geliebten Gattin werden lässt. Je mehr er nachdenkt und beobachtet, um so mehr verliert er an Gewissheit. Was bleibt, sind Zweifel und Paranoia, die Sorge um die eigene Existenz, die Willensfreiheit und das souveräne Ich.

„Otello ist wie ein Mann, der um sich selbst kreist und unter der tödlichen Vorherrschaft eines Incubus denkt, handelt und stirbt“, schreibt Boito. Dieser Incubus ist ein Dämon in menschlicher Gestalt, der dafür sorgt, dass aus Otellos Zweifel und Verzweiflung eine Krankheit zum Tode wird. In keiner anderen Oper ist Verdi so tief in die Intimsphäre des Todes eingedrungen. Ihr hat Verdi ein Requiem in Form einer Oper gewidmet – ein Requiem für einen kranken Geist.

Mit der Neuinszenierung von Verdis Otello ist Michael Thalheimer erstmals an der Deutschen Oper am Rhein zu Gast. Thalheimer genießt den Ruf eines exzellenten Theaterregisseurs, der auch schwierigste Stoffe auf ihren Grundgehalt reduziert und dementsprechend veranschaulicht. Seit seinem Operndebüt mit Leoš Janáceks Katja
Kabanova 2005 an der Berliner Staatsoper begeistert sich der vielgefragte Regisseur auch für die Oper und hat bislang in Berlin, am Theater Basel, an der Hamburgischen Staatsoper, der Semperoper in Dresden und zuletzt in Antwerpen inszeniert.

Eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen, Musikalische Leitung: Axel Kober, Licht: Stefan Bolliger, Inszenierung: Michael Thalheimer Chorleitung: Gerhard Michalski
Bühne: Henrik Ahr Dramaturgie: Luc Joosten, Kostüme: Michaela Barth

Otello: Zoran Todorovich, Montano: David Jerusalem, Jago: Boris Statsenko Desdemona: Jacquelyn Wagner, Cassio: Ovidiu Purcel Emilia: Sarah Ferede, Roderigo: Florian Simson Chor der Deutschen Oper am Rhein, Lodovico: Bogdan Talos, Düsseldorfer Symphoniker


Am Freitag, 30. September, um 18.00 Uhr gibt die Opernwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf Einblick in die Produktion. Nach einem Gespräch mit dem Regieteam sind die Besucher zur Bühnenorchesterprobe eingeladen – der Eintritt ist frei.

Otello im Opernhaus Düsseldorf,  Premiere: Samstag, 8. Oktober 2016, 19.30 Uhr, weitere Termine Do 13.10. – 19.30 Uhr / So 16.10. – 15.00 Uhr / Mi 19.10. – 19.30 Uhr / Sa 22.10. – 19.30 Uhr / Sa 29.10. – 19.30 Uhr / Di 01.11. – 18.30 Uhr / Fr 04.11. – 19.30 Uhr / Do 10.11. – 19.30 Uhr / So 13.11. – 15.00 Uhr

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