Berlin, Staatsoper Unter den Linden, STAATSOPER FÜR ALLE – IOCO Aktuell, 15.-16.6.2019

Staatsoper-für-Alle-Fest auf dem Bebelplatz © DERDEHMEL

Staatsoper-für-Alle-Fest auf dem Bebelplatz © DERDEHMEL

Staatsoper unter den Linden

 15.-16.6.2019 – STAATSOPER FÜR ALLE – Bebelplatz, Berlin

Thomas Gottschalk, Tristan und Isolde, Daniel Barenboim

Thomas Gottschalk moderiert das STAATSOPER FÜR ALLE-Wochenende, das am 15. und 16. Juni 2019 bereits zum 13. Mal auf dem Bebelplatz stattfindet – bei freiem Eintritt.

Das STAATSOPER FÜR ALLE-Wochenende, das am Samstag und Sonntag, dem 15. und 16. Juni dank BMW Berlin bereits zum 13. Mal stattfindet, wird von Thomas Gottschalk moderiert. An beiden Tagen wird Thomas Gottschalk das Publikum auf dem Bebelplatz begrüßen und durch das Programm führen. Am Samstag findet ab 15 Uhr eine Übertragung von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE in der Regie von Dmitri Tcherniakov und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim live aus dem Opernhaus statt. Die Titelrollen singen Andreas Schager und Anja Kampe, als König Marke ist René Pape zu erleben.

Staatsoper Für Alle – 2016 –  Auf dem Bebelplatz
youtube Trailer Staatsoper Unter den Linden
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Am Sonntag, dem 16. Juni spielt die Staatskapelle Berlin um 13 Uhr unter freiem Himmel auf dem Bebelplatz ein Sinfoniekonzert, ebenfalls dirigiert von Daniel Barenboim. Auf dem Programm des Konzerts stehen Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll op. 64 mit Jiyoon Lee, der ersten Konzertmeisterin der Staatskapelle Berlin, als Solistin sowie Johannes Brahms’ Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. Beide Veranstaltungen werden ebenfalls online im Live-Stream auf www.staatsoper-berlin.de mitzuerleben sein!

Gemeinsam mit der Staatsoper Unter den Linden hat BMW Berlin 2007 die Open-Air-Eventreihe STAATSOPER FÜR ALLE im Herzen der Stadt ins Leben gerufen, die seitdem bereits über eine halbe Million Besucherbegeistern konnte und zu den stimmungsvollsten und erfolgreichsten Kulturveranstaltungen der Stadt gehört.

STAATSOPER FÜR ALLE ist seit über einem Jahrzehnt das bedeutende Fundament der langjährigen Partnerschaft zwischen BMW und der Staatsoper Unter den Linden. Seit der Spielzeit 2018/2019 fördert die BMW Group die Staatsoper Unter den Linden als offizieller und globaler Hauptpartner und baut die gemeinsame Kooperation weiter aus. Perspektivwechsel mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu schaffen und so das Opernhaus für neue Zielgruppen zu öffnen, sind hierbei wichtige Schwerpunkte.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat die Schirmherrschaft für STAATSOPER FÜR ALLE übernommen.

—| IOCO Aktuell Staatsoper unter den Linden |—

Brüssel, Theatre Royal de la Monnaie, Tristan und Isolde – Richard Wagner, IOCO Kritik, 09.05.2019

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie

Tristan und Isolde – Richard Wagner

– Ein Augenschmaus für Eingeweihte –

von Ingo Hamacher

Das Kreativteam Ralf Pleger / Alexander Polzin bringen im La Monnaie einen Tristan, absolut reduziert, von höchster Ästhetik auf die Bühne, dessen konzeptionelle Wurzeln wohl im Triadischen Ballett von Schlemmer zu finden sind, was augenfällig wird, wenn Ed Lyon, in der Rolle des Hirten im kantig ärmellosen Kostüm über die Bühne schreitet.

Das Vorspiel ist musikgewordene Sehnsucht, klangerfüllte Liebesleidenschaft. Tristan und Isolde ist die sinnlichste, aufwühlenste von stärkster Erregung durchglühle Liebesmusik, die jemals geschrieben wurde.  Das Vorspiel ist eine in sich geschlossene sinfonische Dichtung, wobei der berühmte Tristan-Akkord häufig als erster Schritt zu einer Neuen, nicht mehr tonal gebundenen Musik interpretiert wird.

Wagner benutzt die Chromatik in erster Linie zur Darstellung der unerfüllten, ewig unerfüllbaren Liebessehnsucht, wobei die Motive Liebe, Nacht und Tod, sowohl thematisch, als auch musikalisch einen einzigen Komplex bilden. Es sind drei Motive der gleichen Idee.

In seiner Musik hat Wagner auf der Suche nach Ausdruck für nie dargestellte seelische Vorgänge, alle Konventionen durchbrochen. Ununterbrochene Modulationen, mehrdeutige Harmonien bis hin zur Polytonalität führen zu einer Auflösung aller früheren musikalischen Regeln.  Aufgetürmter Orchesterklang stellt verschlungenste psychische Zustände dar. Es entsteht ein rauschhafter – auch als opiatisch beschriebener – Charakter der Musik. Die Wirkung der Tristanmusik auf die Zeitgenossen muß ungeheuer, fast unvorstellbar gewesen sein.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : A. Petersen als Isolde und B. Register als Tristan © Van Rompay

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : A. Petersen als Isolde und B. Register als Tristan © Van Rompay

Handlung:

Tristan bringt die Tochter des Königs von Irland, Isolde, nach Cornwall, um sie mit König Marke zu verheiraten, dessen treuester Vasall er ist. Während der Reise versucht Isolde mit Hilfe eines tödlichen Giftes die leidenschaftliche und geheime Liebe zu ersticken, die zwischen ihr und Tristan aufgetaucht war. Doch die Vertraute der jungen Frau, Brangäne, ersetzt dieses Gift durch einen Liebestrank, der die Beiden für immer verbindet. Ihre Liebe wird König Marke jedoch von Melot, dem Eifersüchtigen, der Tristan tödlich verletzt, offenbart.

Tristan will Isolde bevor er stirbt wieder sehen. Als seine Geliebte eintrifft, stirbt er in Isoldes Armen. Isolde folgt ihm in Trance in den Tod

Drei Akte – drei Welten, die uns vor Augen geführt werden

Im ersten Akt sehen wir eine leere, schwarze Bühne, rückwärtig von einer bühnenfüllenden halbdurchlässigen Spiegelwand begrenzt.

Ann Petersen in der Partie der Isolde im weißen Gewand mit einer käfigartigen, mit dreieckigen Stoffsegeln bespannten Gitterstruktur um Hals und Schultern – die subjektive Gefangenschaft auf dem Segelschiff andeutend. Ann Petersen arbeitet freiberuflich und ist auf zahlreichen europäischen Bühnen zu Gast. Dabei hat sie sich auf die Werke von Richard Strauss und Richard Wagner spezialisiert.Ihren internationalen Durchbruch hatte sie 2017 mit der Partie der Isolde in Wagners Tristan und Isolde an der Oper in Lyon. Stimmlich ist sie der Rolle der Isolde vollumfänglich gewachsen, wenn auch die Textverständlichkeit ihres Gesangs noch nicht voll ausgeprägt ist. Sie hat in der Monnaie ihr Hausdebut.

Brangäne gesungen von Nora Gubisch – ebenfalls weiß gewandet mit ellenlangen Manschetten und einer an eine Krankenschwester erinnernden Haube. Nora Gubisch (* 1971 in Paris) ist eine französische Mezzosopranistin. Sie ist mit dem Pianisten und Dirigenten Alain Altinoglu verheiratet, der die musikalische Leitung des Abends hat. Bei allem Verständnis für den Wunsch, möglichst viel Zeit mit dem Partnern verbringen wollen: Für Nora Gubisch kommt die Rolle der Brangäne zu früh.

Theatre Royal de la Monnaie - der spektakulaere Besucherraum © Philippe De Gobert

Theatre Royal de la Monnaie – der spektakulaere Besucherraum © Philippe De Gobert

Wir sehen Ed Lyon in der der kleinen, aber gefürchteten (da ohne Musikbegleitung zu singenden) Rolle des jungen Seemanns in Seemannskostüm. Ed Lyon ist ein britischer höhen- und artikulationssicherer Tenor. Lyon ist vor allem für Sänger in Barockopern und Oratorien bekannt. In der Reinheit des Gesangs und der Makellosigkeit der Artikulation ist Lyon fraglos die Stimme des Abends.

An der Decke kaltweiße Stalaktiten, die sich im Verlauf des Aktes teilweise bis zum Bühnenboden herabsenken und die zunehmende Enge und Bedrängnis verdeutlichen.  Ein Bild mit starker Wirkung.

Eine Personenregie gibt es nicht. Die Solisten stehen an der Bühnenrampe und singen frontal ins Publikum.Mit sparsamen, gekünstelten Armbewegungen schreiten die Personen tanzähnlich über die Bühne, meistenteils verharren sie jedoch in manierierten Positionen. Sie nehmen keine Beziehungen zu einander auf, es gibt keinen Blickkontakt. Außer Melots Schwert, das lanzenähnlich wie ein riesengroßer Splitter aussieht, gibt es in der ganzen Aufführung keinerlei Requisiten.

Mit dem Stück vertraute Zuschauer erleben das Mit- und Gegeneinander der bereits genannten Personen mit Tristan, Bryan Register, und Kurwenal, Andrew Foster-Williams. Opernneulinge dürfen kaum eine Chance haben, einen Zugang zu dem Stück zu finden.

Zu statisch – fast konzertant – zeigt die Inszenierung angedeutete avangardistische Tanzelemente, die in keinem Zusammenhang mit der Opernhandlung stehen. Es gibt keinen Liebestrank, es gibt eigentlich gar nichts. Die Aufführung lebt aus der Kraft der lebenden Bilder.

Zum Höhepunkt des ersten Aktes, bei dem nach dem Libretto der Liebestrank gemeinsam getrunken wird, geschieht das Unvorhersehbare: Tristan und Isolde schauen sich in die Augen und ihre Handflächen berühren sich.  Mit so viel hatte man eigentlich schon gar nicht mehr gerechnet!

Bryan Register, geboren in North Carolina, wird als einer der vielversprechendsten Heldentenöre seiner Generation beschrieben und wird für das frische, helle Timbre seiner Stimme und die dramatische Stärke seines Gesangs gerühmt.  In der sehr langen Partie des Tristan haushaltet er gewissenhaft mit seiner Stimmkraft. Wenn er sich dann entschließt, die Partie voll auszusingen, präsentiert er einen makellosen Tristan.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde- hier : A. Foster Williams als Kurwenal, A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay_Segers

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde- hier : A. Foster Williams als Kurwenal, A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay_Segers

Andrew Foster-Williams (* 1973 in Wigan), ist ein englischer Opernsänger (Bassbariton). Er gibt in Brüssel sein Rollendebut als Kurwenal.

Der Chor, der ganz in Schwarz gekleidet hinter der transparenten Spiegelwand positioniert ist, und bei den einzelnen Auftritten durch die Beleuchtung sichtbar wird, wird im Zuschauerraum nur sehr gedämpft erlebbar. Das ändert sich, wenn die Sänger gegen Ende des ersten Aktes in den Proszeniumslogen erscheinen und ihre stimmgewaltige Kraft entfalten. Chorleiter: Martino Faggiani

Der zweite Aufzug ist von Richard Wagner als ein einziges Liebesgedicht über die Nacht, als Gegenpol des äußerlichen Lebens, der Hast und der Lüge, das milde Dunkel der liebenden Seelen, das Vergessen, der Traum und der Tod bis hin zur Bewußtseinsauflösung gestaltet.War der Tag im ersten Akt schwarz, so ist die nun kommende Nacht weiß. Ein großes verästeltes Objekt – Kunst? Wald? – in der Wirkung wie eine riesige weiße Koralle steht im Zentrum der Bühne.

Isolde in ihrem psychedelisch blau/rot gefärbten Gewand und König Marke mit seiner mit Unmengen von Strass besetzten Fantasieuniform führen uns mit ihren Kleidern (Kostüme: Wojciech Dziedzic) die Falschheit der Tageswelt vor Augen.

König Marke: Franz-Josef Selig  (* 1962 in Mayen), ein deutscher Opernsänger, hat sich international als einer der renommiertesten Interpreten großer Basspartien etabliert. Regelmäßig ist er in den Rollen des Gurnemanz, König Marke, Sarastro, Rocco, Osmin, Daland, Fiesco und Fasolt an allen großen Opernhäusern der Welt und bei internationalen Festivals zu erleben.

Noch stärker als im ersten Akt, gelingt es der großartige Lichtregie von John Torres und Kate Bashore, mit Schattenwürfen, Warmlichtpunkten in einer ansonsten mattweißen Welt der doch sehr statischen Inszenierung eine Dynamik und Lebendigkeit zu verleihen, die fasziniert und staunen macht. Die Preghiera „O sink hernieder, Nacht der Liebe…“ wird von Tristan und Isolde nebeneinander kniend gesungen.  Sie steigern sich in einen Zustand völliger Selbstvergessenheit. Wagner zeichnet ein kosmisches Gleichnis der Todestrunkenheit.

Ein äußerst gelungener Coup der Regie: In die Äste des Korallenobjektes befanden sich unbekleidete, vollständig weiß geschminkte, und dadurch für das Auge des Betrachters nicht vom Zentralobjekt zu unterscheidende Tänzer des Ballettes, die sich von der Struktur lösen und das Objekt und den Bühnenraum mit Leben erfüllen.

Choreografie: Fernando Melo; ein großartiger Effekt! Erneut kommt es zu einem wechselseitigen Blick und einer Berührung der Handflächen der beiden Liebenden. Ein Schrei Brangänes, der Verräter Melot und König Marke treten auf, die Liebenden sind entdeckt.

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay Segers

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : A. Petersen als Isolde, N. Gubisch als Brangaene © Van Rompay Segers

Melot / Ein Steuermann: Wiard Witholt, holländischer Bariton, 40, ist zur Zeit in Augsburg engagiert. Er war 2017 bereits in Madama Butterfly in Brüssel zu erleben.

Die Solisten stehen statuarisch auf der Bühne. Keine Verabschiedung, kein Kuss, keine Verwundung. Melot hält reglos den Schwertsplitter über den Kopf; die eingeweihten Zuschauer verstehen. Im dritten Akt – es ist wieder Tag – schauen wir erneut auf eine schwarze, leere Bühne. In der bühnenfüllenden Hinterwand sind zahllose Löcher eingelassen, die bei der zusätzlich noch mit faszinierenden Reflexionen arbeitenden Lichtregie noch schwärzer erscheinen.  Vereinzelt werden diese Löcher jedoch rückwärtig beleuchtet, wodurch ein wunderbarer sternenhimmelartiger Effekt entsteht.

Tristan, im blutroten Gwand mit vergoldetem Gesicht und Händen, scheint bereits nicht mehr Teil dieser Welt zu sein. Transparente Röhren schieben sich durch die Löcher der Rückwand nach vorne und erzeugen ein lebendiges Schattenspiel von ungeheurer visueller Ästhetik.  Tristan kniet in der Bühnenmitte, während der Hirt in seinem Kunstgewand unentwegt über die Bühne schreitet. Über erneut auftretende Tänzer – gekleidet und geschminkt wie Tristan – entsteht auf der Bühne Bewegung.

Tristan und Isolde – ALAIN ALTINOGLU erklärt die Komposition
youtube Trailer Theatre Royal de la Monnaie
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Musikalische Leitung: ALAIN ALTINOGLU (* 1975 in Paris) ist ein französischer Dirigent armenischer Abstammung. Er ist an großen Opernhäusern weltweit zu Gast.  Altinoglu dirigierte erstmals 2011 als Gast am Opernhaus La Monnaie. Seit Januar 2016 ist er Chefdirigent des Hauses. Im Jahr 2015 dirigierte er bei den Bayreuther Festspielen LOHENGRIN. Alain Altinoglu, das Brüsseler Opernhaus La Monnaie und Richard Wagner – eine äußerst geglückte Kombination bei der Inszenierung von Lohengrin 2018. La Monnaie habe „seinen Messias gefunden“, schrieb Christian Merlin daraufhin in Le Figaro über den Dirigenten. Altinoglu, vom Brüsseler Publikum heiß geliebt, wird zu Beginn jeden Aktes bei seinem Erscheinen mit tosendem Applaus und wilden Ovationen gefeiert.  Etwas Derartiges habe ich bisher noch nirgendwo erlebt.

Die musikalische Handlung nimmt ihren Lauf und endet mit einem musikalisch ergreifenden Liebestod Isoldes. Dem Dirigenten gelang in dieser Aufführung die heikle Aufgabe, in der Abmischung zwischen dem groß besetzten romantischen Orchesters und Bühne die optimale Balance herzustellen. Antinoglu atmete mit den Sängern, und war um höchstmögliche Orchestertransparenz bemüht.

Langanhaltender Applaus im ausverkauften Haus; Ovationen für die Solisten und das Produktionsteam; regelrechte Emotionsausbrüche für den Dirigenten und das Orchester

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde - hier : Bryan Register als Tristan © Van Rompay

Theatre Royal de la Monnaie / Tristan und Isolde – hier : Bryan Register als Tristan © Van Rompay

Inszenierung: Ralf Pleger (* 1967 in Rathenow) ist ein deutscher Filmemacher und Regisseur. Er war als Dramaturg bei zahlreichen internationalen Opernproduktionen beteiligt. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit als Filmemacher bilden Musikfilme und Künstlerporträts. In Filmen wie z.B. Wagnerwahn kombiniert Pleger klassische Musikthemen mit unorthodoxen Erzählweisen. Ein Merkmal seiner Werke ist der Einsatz genreübergreifender Stilmittel. Plegers Kino-Dokumentarfilm The Florence Foster Jenkins Story mit Joyce DiDonato in der Titelrolle ist im November 2016 erschienen.

Bühne: Alexander Polzin (* 1973 in Berlin) ist ein Berliner Bildhauer, Maler, Graphiker, Kostüm- und Bühnenbildner. Polzin arbeitet regelmäßig als Bühnenbildner für Oper, Tanz und Schauspiel. So richtete er beispielsweise 2013 Richard Wagners Parsifal bei den Salzburger Osterfestspielen ein (Regie: Michael Schulz – musikalische Leitung: Christian Thielemann).

Lichtregie: John Torres und Kate Bashore.  John Torres, ein in New York ansässiger Lichtdesigner entwickelt Designs für Tanz, Theater, Musik, Mode und Druck. In Zusammenarbeit mit Robert Wilson wurden unter anderem Einstein on the Beach (2013-2015 World Tour) und Cheek to Cheek Live produziert. Mit Tony Bennett und Lady Gaga „La Traviata“ (Landestheater Linz). Kate Bashore ist eine Lichtdesignerin für Theater und Tanz, deren Entwürfe in New York und regional in den USA präsentiert wurden.


Théatre Royal de la Monnaie – Es stellt sich vor
youtube Trailer Théatre Royal de la Monnaie
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Théâtre Royal de la Monnaie De Koninklijke Muntschouwburg

Das Théâtre Royal de la Monnaie oder kurz La Monnaie (im Französischen) bzw. De Koninklijke Muntschouwburg, kurz De Munt (im Niederländischen; deutsch etwa „Königliches Theater an der Münze“), ist das königliche Brüsseler Opernhaus.

Das erste Theatergebäude an diesem Ort wurde um 1700 an Stelle einer vormaligen Münzprägestätte errichtet, die wie große Teile Brüssels dem französischen Bombardement zum Opfer gefallen war.  Das Théâtre de la Monnaie hatte im 18. Jahrhundert den Ruf, einer der schönsten Theaterbauten Europas zu sein. Achtzig Jahre später wurden mehrere Pläne erstellt, das Opernhaus zu erweitern und zu renovieren. Doch erst 1818 ließ die Stadt Brüssel ein vollkommen neues Theater hinter dem alten Gebäude errichten. Das heutige Opernhaus stammt aus den Jahren 1855/56, das den 1819 eingeweihten Vorgängerbau ersetzte, der im Januar 1855 einem Theaterbrand zum Opfer gefallen war. Das Monnaie-Theater ist heute eines der renommiertesten Opernhäuser Europas. Musikalischer Leiter der Monnaie ist der japanische Dirigent Kazushi Ono.

Belgische Geschichte wurde in der Monnaie geschrieben, als am 25. August 1830, anlässlich des 59. Geburtstages von König Wilhelm I. der Niederlande die Oper La muette de Portici von Auber gegeben wurde.

Bereits durch das Duett „Amour sacré de la patrie“ („Heilige Liebe zum Vaterland“) angeheizt, geriet nach der Arie des Masaniello, der im dritten Akt mit einer Axt in der Hand sang: Laufet zur Rache! Die Waffen, das Feuer! Auf daß unsere Wachsamkeit unserem Leid ein Ende bereite! das Publikum außer Kontrolle. Es erhob sich und rief „Aux armes! Aux armes!“ („Zu den Waffen!“).  Dies gilt als der Auslöser zur Belgischen Revolution, die zur Unabhängigkeit des Landes von den Niederlanden führte.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Monnaie zudem zu einem Zentrum des Wagnérisme, nachdem die Aufführung der Werke Richard Wagners in Paris auf größere Probleme gestoßen waren. Eine umfangreiche Renovierung und Modernisierung fand 1985 statt. Die ursprünglichen Originalfarben kommen jetzt wieder zur Geltung.

Tristan und Isolde am Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel, weitere Termine: 02.05., 04.05., 07.05., 08.05., 10.05., 12.05 (15:00), 14.05., 16.05., 17.05., 19.05.2019 (15:00)

—| IOCO Kritik Théâtre Royal de la Monnaie |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Tristan und Isolde – Zum letzten Mal, 22.12.2018

Dezember 19, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, StaatsOper Hannover

Staastoper Hannover.jpg

Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Tristan und Isolde

Letztes Mal an der Staatsoper  Hannover

Am Samstag, 22. Dezember 2018, bietet sich letztmalig die Gelegenheit, Wagners Musikdrama über die tragische Liebe zwischen der irischen Prinzessin Isolde (Kelly God) und Cornwalls edlem Ritter Tristan (Bryan Register) an der Staatsoper Hannover zu erleben. Neben Musik und Handlung verleiht Regisseur Stephen Langridge der Oper durch zwei Butoh-Tänzer eine dritte Ebene. Die beiden Tänzer, Tadashi Endo und Nora Otte, drücken die Träume und Emotionen von Tristan und Isolde aus und verstärken diese noch einmal.

Unter der Musikalischen Leitung von Dirk Kaftan sind in weiteren Partien Tobias Schabel als König Marke, Khatuna Mikaberidze als Brangäne, Stefan Adam als Kurwenal und weitere Ensemblemitglieder zu hören.

IOCO Kritik hierLINK

Karten für „Tristan und Isolde“ am 22. Dezember 2018 sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

 

Brenda Roberts – Diskographie – Teil 2, 08.11.2018

CD Brenda Roberts in Frao ohne Schatten Brenda Roberts in Elektra 1975 HH © Sebastian Sierke

CD Brenda Roberts in Frau ohne Schatten Brenda Roberts in Elektra 1975 HH © Sebastian Sierke

 BRENDA ROBERTS  – DISKOGRAPHIE – Teil 2

Von Rolf Brunckhorst

In diesem zweiten Teil der Diskographie geht es um die drei großen Wagner-Rollen von Brenda Roberts: Kundry, Ortrud und Isolde. Während die Lohengrin-Aufnahme aus Hamburg gerade wiederveröffentlicht wird, bleiben die beiden anderen Aufnahmen besondere Raritäten, die nur mit etwas Spürsinn aufzutreiben sind.

Die Tristan – Aufnahme stammt vom 2. Oktober 1983, am Staatstheater Mainz sang Brenda Roberts ihre erste Isolde und war schlichtweg brillant. Scheinbar mühelos, mit sicherer Höhe, und überaus verständlicher Diktion stellte sie sich gleich in der Premierenserie an die vorderste Front der Isolde-Interpretinnen. Über den ganzen Abend gab es keinerlei Ermüdungserscheinungen, und gekrönt wurde das Ganze mit einem begeisternden Liebestod. Schade daß diese Aufnahme nicht auch auf DVD festgehalten werden konnte. Das Publikum jubelte jedenfalls seiner neuen Isolde begeistert zu. Ihr Bühnenpartner Herbert Becker hat später durchblicken lassen, daß er die Abteilung „Bravo, Beifall und Blumen“ für bestellt gehalten habe, womit er genauso schief liegt wie mit vielen seiner Töne. Genau seinetwegen wäre eine DVD-Version dieses Abends eher unerfreulich, war er doch in einen weißen Dandy-Anzug gewandet, während er dann später auf der Premierenfeier in seiner Oberförster-Kluft erschien. Stimmlich gab es viele kritische Stellen, und das Liebesduett war eine Meisterleistung von Brenda Roberts. Weniger Freude bereitete auch die Brangäne des Abends, Verena Keller, die so nervös war, daß sie die gesamten Wach-Rufe zu leise und zu zittrig sang. Laslo Anderko gab einen stimmlich taufrischen, sehr energischen und nachhaltigen Kurwenal, der mit seiner großen Stimme erfreulicherweise sehr differenziert umgehen konnte. Mit großem wohlklingenden Bass zelebrierte Karl Schreiber seine Auftritte als König Marke. Am Pult waltete Mladen Basic, dessen Verdienst es war, ein Ensemble, welches unterschiedliche Wagner-Kenntnisse mit in die Proben brachte, zu einem funktionierenden Wagner-Ensemble zu formen. Das Orchester klang selbst bei den heiklen Bläser-Einsätzen äußerst souverän, und das Publikum bejubelte diese Premiere rückhaltlos.

 Tristan & Isolde Aufnahme in Mainz mit Brenda Roberts als Isolde

Tristan & Isolde Aufnahme in Mainz mit Brenda Roberts als Isolde

Die Vorgeschichte zu diesem Oldenburger Parsifal vom 1. Juni 1985 ist relativ bekannt: Ohne die Partie der Kundry jemals vorher auf der Bühne gesungen zu haben, sprang Brenda Roberts in letzter Minute als Kundry ein und rettete die Vorstellung. Glücklicherweise konnte der geneigte Hörer schon in den kurzen Passagen des ersten Aktes ahnen, daß es für diese Kundry keine großen stimmlichen Probleme geben würde. Und tatsächlich schon in den ersten Aufschreien in der Klingsor-Szene zeigte Brenda Roberts, wie man eine Kundry auf die Bühne zu stellen hat. Sie klang weich und verführerisch bei den ersten Parsifal-Rufen, bewältigte in den Monologen ohne Mühe die gefürchteten Intervallsprünge und Spitzentöne, um schließlich in einem nahezu hysterischen Ausbruch Parsifal zu verfluchen und in die Irre zu schicken. Das Publikum dankte der glücklichen Debütantin mit lang anhaltendem Applaus. Da der dritte Akt dieser Aufführung unweigerlich verloren ist und auch die anderen „Nicht-Roberts-Szenen“ fehlen, kann über die restliche Besetzung nicht weiter geurteilt werden. In Erinnerung geblieben ist dem Rezensenten jedoch ein prächtig auftrumpfender Bernard Lyon als Amfortas, ein von der Stimme und Gestaltung her eher blasser Mario Brell in der Titelpartie, und ein belastbarer Heinz Klaus Ecker als Gurnemanz, der seine langen Monologe souverän bewältigte. Der Dirigent des Abends, Wolfgang Schmid, kümmerte sich intensiv um seine Kundry-Debütantin und hielt das Orchester erstaunlich klangschön beisammen.

Parsifal Aufnahme aus dem Jahr 1985 mit Brenda Roberts als Kundry

Parsifal Aufnahme aus dem Jahr 1985 mit Brenda Roberts als Kundry

Die Ortrud in Richard Wagners Lohengrin hat Brenda Roberts an der Hamburgischen Staatsoper in zahlreichen Vorstellungen verkörpert. So hat sie z.B. in der Premierenserie 1977 alle Vorstellungen gesungen, und ist auch später in den Wiederaufnahmen als Ortrud zu hören gewesen.  Im ersten Akt  hat die Ortrud kaum dankbare Aufgaben, mancher Zuschauer, der mit dem Werk nicht sonderlich vertraut ist, wird sie vielleicht gar nicht auf der Bühne entdecken; anders Brenda Roberts: Schon mit den ersten Tönen im Schlußensemble blüht die Stimme voll auf und man erkennt die Vorteile, die die Besetzung der Ortrud mit einem hochdramatischen Sopran bietet. Für die düsteren Passagen des zweiten Aktes wird die Stimme abgedunkelt und Ortrud träufelt der verängstigten Elsa leise zischelnd ihr Gift ins Ohr. Danach ist die Stimme von Brenda Roberts wie ausgewechselt: die „Entweihten Götter“ ertönen, und das jetzt wieder mit der vollen Wucht einer hochdramatischen Sopranistin. Mit beißendem Hohn schleudert Ortrud in ihrer finalen Szene am Ende des dritten Aktes ihr „Fahr‘ heim, fahr‘ heim“, dem fassungslosen Lohengrin und der gesamten brabantischen Bevölkerung entgegen  –  eine Glanzrolle für Brenda Roberts. Ihr zur Seite fügte sich Caterina Ligendza nahtlos in dieses Konzeption ein, sie wirkte überängstlich, geradezu verhuscht, und bot mit ihrem lyrischen Klang, dem silbrigen Timbre und einer gut gespielten Hilflosigkeit den hellen Gegenpol zur Ortrud.

Diese Aufnahme zeigt außerdem René Kollo als Lohengrin auf dem Höhepunkt seiner Kunst. Einfach wunderbar gelangen ihm die Schwanen-Lieder und die Brautgemach-Szene. An der faszinierenden Gralserzählung führte Kollo noch einmal sein ganzes Können vor. Auch Siegmund Nimsgern als Telramund zeigt sich als stimmschöner Heldenbariton, der allerdings immer zu kuschen hat, wenn seine Ortrud das Wort führt. Kurt Moll als König Heinrich demonstrierte nachhaltig, warum er Jahrzehnte lang als einer der weltbesten Bässe galt. Bedenkt man, daß der Heerrufer Franz Grundheber hieß, und Horst Stein am Pult des Philharmonischen Orchesters wahre Wagner-Wonnen initiierte, muß man einmal mehr daran erinnern, auf welch hohem Niveau sich die Hamburgische Staatsoper in den Sechziger und Siebziger Jahren befand.

—| IOCO CD-Rezension |—

Nächste Seite »