Berlin, Deutsche Oper Berlin, Saimir Pirgu – Tenor, IOCO Interview, 24.05.2018

Deutsche Oper Berlin © IOCO

Deutsche Oper Berlin © IOCO

IM PORTRÄT:  SAIMIR PIRGU – TENOR

Von Kerstin Schweiger

Im Rahmen der Verdi-Wochen an der Deutschen Oper Berlin gestaltet der albanische Tenor Saimir Pirgu am 25. Mai 2018 gemeinsam mit drei Sopranistinnen und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin eine große Verdi-Gala. IOCO-Korrespondentin Kerstin Schweiger sprach mit dem Sänger, dessen Weltkarriere im Jahr 2003 begann, als er mit nur 23 Jahren als Ferrando in Così fan tutte als jüngster Sänger in einer Hauptpartie bei den Salzburger Festspielen debütierte.

Saimir Pirgu © Fadil Berisha

Saimir Pirgu © Fadil Berisha

Saimir Pirgu singt heute an den großen Opernhäusern der Welt, an der Metropolitan Opera New York ebenso wie an der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala oder London’s Royal Opera House Covent Garden, in Paris, Zürich. In Berlin war er an der Staatsoper Unter den Linden und an der Deutschen Oper Berlin zu hören.

1981 in Elbasan, Albanien geboren, erhielt Pirgu bereits sehr früh eine musikalische Ausbildung, studierte zunächst Violine und schloss die Gesangsausbildung am Konservatorium Claudio Monteverdi in Bozen, Italien ab. Durch einen Zufall traf er noch als Student Luciano Pavarotti, der zu seiner Mentoren wurde und mit ihm die wichtigsten Partien seines Repertoires erarbeitete. Nach einem frühen Debüt bei den Salzburger Festspielen wurde die Wiener Staatsoper auf Pirgu aufmerksam, dort debütierte er als Nemorino in Donizettis Liebestrank und ist seither dem Haus besonders verbunden. 2008 wirkte er als Rinuccio in Woody Allens Operninszenierung von Puccinis Gianni Schicchi an der Los Angeles Opera mit. Nach seinem Debüt an der MET titelte die New York Times in einem doppelseitigen ihm gewidmeten Artikel: „Tenor from the Dark Side of the Moon”.    Saimir Pirgu engagiert sich seit 2013 als Botschafter für  die Stiftung Down Syndrome Albania.

Das Verdi-Konzert an der Deutschen Oper wird für Saimir Pirgu eine gute Gelegenheit sein, sich mit Werken zu präsentieren, mit denen ihn Opernkenner und Fans bisher noch nicht in Verbindung gebracht haben. Pirgu hat in den letzten Jahren sein lyrisches Kernrepertoire (Nemorino, Don Ottavio, Traviata, Rigoletto) langsam und vorsichtig um etwas dramatischere Partien. Dazu zählen auch Riccardo in Un ballo in maschera und Gabriele Adorno in Simon Boccanegra, die er in der Verdi-Gala vorstellt.

Die Rolle des Riccardo hat er bereits im Jahr 2015 mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta einem seiner wichtigen Mentoren, gesungen. Als Gabriele Adorno war er 2017 am Teatro San Carlo in Neapel zu hören. Als Macduff in Verdis Macbeth wurde Pirgu am Teatro Liceo in Barcelona und in Florenz gefeiert.

Kerstin Schweiger (KS): Ihre Karriere begann sehr früh in einem Land, das auf der Opern-Landkarte was die Aufführungsdichte betrifft, noch nicht komplett erschlossen ist, jedoch als Talentschmiede für Musiker und Sänger gilt. Albanien ist ein sehr musikalisches Land mit exzellenter Ausbildung und einer besonderen folkloristischen musikalischen Tradition, die Förderung junger Talente wird traditionell groß geschrieben. Was ist das Besondere an der albanischen Gesangstradition?

Saimir Pirgu (SP): Die Geschichte des Musiktheaters in Albanien ist nicht Jahrhunderte alt, sondern beginnt in den ersten Jahren der Nachkriegszeit. In diesen ersten Jahren wuchs eine Generation von Musikern heran, die fast alle vom russischen Stil geprägt waren, denn das ehemals kommunistische Land Albanien war Teil der Sowjetunion war. Albanien hat auch eine große folkloristische Musiktradition, die auch das Musiktheater beeinflusst hat mit den ersten Opern aus der Feder albanischer Komponisten. Die albanische Volksmusik hat die Entwicklung der Oper sehr gefördert, denn die Albaner, ein mediterranes Volk mit schöner Stimmfarbe, lieben es, zu singen. Albanien hat in den letzten Jahren viele exzellente Sänger hervorgebracht, aber auch Musiker, vor allem Streicher.

 KS: War Ihnen klar, was es bedeutet, dem Berufswunsch Tenor/Sänger zu folgen und wer hat Sie unterstützt?

Saimir Pirgu © Paul Scala

Saimir Pirgu © Paul Scala

SP: Das war mir absolut klar, ja. Die Leidenschaft für den Gesang war schon immer in mir. Schon als kleines Kind habe ich es geliebt, Volkslieder für Freunde und Bekannte zum Besten zu geben. Ich bezeichne mich gerne als ein „Produkt der Drei Tenöre“. Als ich ca. 13 oder 14 Jahre alt war, sah ich das berühmte Konzert der Drei Tenöre aus den Caracalla-Thermen im Fernsehen. Ich war fasziniert davon, nahm das Konzert auf und schaute es mir unzählige Male an. Danach fiel meine Entscheidung, dass Gesang mein Lebensinhalt werden sollte. Mit gerade einmal 18 Jahren entschloss ich mich dazu, Albanien zu verlassen und nach Italien, in die Heimat der Oper, zu gehen, um Gesang zu studieren. Ich bestand die Aufnahmeprüfung am Konservatorium von Bozen, wo ich Maestro Vito Brunetti kennenlernte. Er nahm mich in seine Gesangsklasse auf und glaubte an mich. Ihm verdanke ich, dass ich das Konservatorium nach nur 2 Jahren abschließen und sehr früh meine Karriere beginnen konnen. Als ich 20 Jahre alt war, hatte ich bereits zwei wichtige internationale Wettbewerbe gewonnen. Claudio Abbado hörte davon, lud mich zu einem Vorsingen ein, so dass ich erstmals unter seiner musikalischen Leitung singen konnte. Im April 2004 debütierte ich dann an der Wiener Staatsoper und im August desselben Jahres bei den Salzburger Festspielen.

 KS:  Im Jahr 2013 gaben Sie an der Seite Plácido Domingos ihr Debüt als Alfredo in La Traviata an der MET.  Wie eng ist der Bezug zu einem Mentor wie Domingo oder Pavarotti und wie bedingungslos muss/kann man sich darauf einlassen, wie viel Vertrauen erfordert es?

 SP: Für einen jungen Sänger wie mich war es natürlich ein großes Glück, mit jemandem wie Pavarotti, den ich aus dem Fernsehen kannte und der dann zu meinem Mentor wurde, studieren zu können und mehrmals mit Domingo auftreten zu dürfen, bis hin zur besagten Traviata an der MET. Ich wollte einfach nur von diesen beiden großen Künstlern lernen. Sowohl Pavarotti als auch Domingo haben sich beide ja wie man weiß nie geschont, was die Förderung junger Talente angeht.

KS: Sie singen inzwischen an den großen internationalen Häusern große Partien. Engagieren Sie sich selbst in der Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger in Ihrem Heimatland, können Sie sich vorstellen, später selbst zu unterrichten?

SP: Im Moment fühle ich mich nicht bereit, zu unterrichten. Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich sehr anspruchsvoll bin und junge Sänger eine konstante Zusammenarbeit und viel Zeit mit dem Gesangslehrer brauchen. Zeit, die ich im Moment nicht habe. Ich denke, dass es andere gibt, die gut Unterrichten können und im Moment habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht darüber nachgedacht, zu unterrichten.

KS: Am 25. Mai geben Sie ein Verdi-Konzert an der Deutschen Oper Berlin. Vier Protagonisten, ein Orchester, ein Dirigent und eine Bühne. Wer hat den Hut auf? Wie läuft die Abstimmung von Repertoire, Konzertgarderobe, Medienarbeit und weiteren Rahmenbedingungen zwischen allen Beteiligten ab? 

SP: Das alles muss nicht bis auf die kleinsten Details aufeinander abgestimmt werden. Es ist zum Glück einfacher. Die hauptsächliche Verantwortung liegt beim Theater, das das Konzert organisiert, den Dirigenten verpflichtet und kontaktiert. Auf Basis der Wünsche des Theaters tauscht man mit dem Dirigenten Ratschläge aus bzgl. des Repertoires. Auch was das Marketing und die Pressearbeit angelangt ist das Theater verantwortlich. Und was die Konzertgarderobe anbelangt, gibt es einen typischen Dresscode für diese Konzerte, der aber nicht wirklich von irgendjemandem vorgegeben wird. Wir Männer tragen meist einen Frack oder Smoking, während die Frauen eine größere Bandbreite an Wahlmöglichkeiten haben.

KS: Wie kam die musikalische Auswahl für das Konzert zustande? Was ist das Besondere an diesem Konzert?

SP: Das Konzert kam auf Wunsch der Deutschen Oper zustande, die im Moment verschiedene Verdi-Opern im Programm hat, und passend zum derzeitigen Spielplan dieses Verdikonzert geplant hat. Was das Programm des Abends betrifft, war es uns bei der Planung wichtig, die beiden Teile ausgewogen zu gestalten. Wir haben die besten Arien Verdis ausgewählt und jeder von uns wird die Verdi-Arien aus seinem Repertoire singen, die ihm am besten liegen.

KS: Was ist macht für Sie den Vorteil an der institutionalisierten Musiktheaterdichte in Deutschland und im deutschsprachigen Umfeld aus?

SP: Ich muss sagen, dass die große Musiktheaterdichte, die Liebe zu dieser Kunstform und zur Musik im Allgemeinen die Deutschen und die Menschen in den deutschsprachigen Nachbarländern wie Österreich und der Schweiz sehr ehrt. Das ist wirklich etwas Einzigartiges und ein Modell für andere europäische Länder. Man kann natürlich immer darüber diskutieren, wie man das bestehende Modell noch weiter verbessern kann, aber in den heutigen Zeiten und den der allgemein angespannten finanziellen Situation bin ich glücklich, dass die Theater in Deutschland noch für ein Publikum, welches das auch zu schätzen weiß, geöffnet sind.

KS: Was ist der Vorteil an dem Stagione-System der internationalen Häuser, an denen Sie tätig sind?

Saimir Pirgu © Fadil Berisha

Saimir Pirgu © Fadil Berisha

SP: Das Stagione-System macht es möglich, mehr und vielleicht auch mit höherer Qualität zu proben. Hier kann ich als Beispiel Covent Garden in London oder die Oper von Amsterdam anführen, wo weniger gespielt, aber mehr geprobt wird und die Anzahl der Vorstellungen der jeweiligen Produktionen höher ist. Das deutsche Repertoirehaus legt Wert auf die Vielfalt des Spielplans, aber verfügt in so gut wie allen Fällen auch über ein eigenes Ensemble. Somit kommen dort in vielen Fällen lokale bekannte Interpreten bzw die Sänger des Theaters zum Einsatz.

KS: Was verbinden Sie musikalisch besonders mit Berlin?

SP: An der Berliner Staatsoper habe ich sehr jung debütiert, im Jahr 2006 in Peter Mussbachs Inszenierung von La Traviata, übrigens dirigiert von Maestro Paolo Arrivabeni, der ja auch das Verdi-Konzert am Freitag leiten wird. Dem Debüt an der Staatsoper folgte dann mein Debüt an der Deutschen Oper. Berlin ist eine Stadt, die ich sehr liebe, sehr offen und modern. Man kann hier regelrecht in Kunst versinken. Für mich wäre Berlin eine Alternative zu der Stadt, in der ich im Moment lebe. Ich könnte sicherlich gut hier leben.

KS: Was hat Verdi als Komponist und Melodien-Füllhorn für Sie für eine Bedeutung in der Auswahl ihrer Partien?

SP: Unter den Opernkomponisten nimmt Verdi einen der ersten Plätze ein, sicherlich sowohl aufgrund der brillanten Theatralik seiner Werke, als auch weil seine Opern musikalische Meisterwerke sind. Nur wenige Komponisten haben es verstanden, das Theater gut mit der Musik zu verbinden. Bei Verdi ist die Handlung genauso stark wie in Werken Shakespeares. Meiner Meinung nach hat Verdi im Vergleich zu anderen Komponisten keine Konkurrenten unter seinen Zeitgenossen. Die einzigen Komponisten, die sich in ihrer theatralischen Mentalität Verdi nähern, sind das Genie Mozart mit Da Ponte und natürlich Wagner.

KS: Wie wichtig ist es für Sie in einer durchinszenierten Aufführung aufzutreten bzw. wie gewichten Sie Ihre Auftritte zwischen Konzerttätigkeit und Bühnentätigkeit?

SP: Durchinszenierte Vorstellungen sind für mich die wichtigsten. Ein Sänger kann meiner Meinung nach maximalen Ausdruck in durchinszenierten Aufführungen im Kostüm zeigen. Was Konzerte anbelangt ist es manchmal nicht leicht, diese mit durchinszenierten Produktionen zu verbinden. Ich versuche immer beides in meinem Kalender unterzubringen, aber mit genug Zeit zwischen Konzerten und Opernproduktionen, um immer die bestmögliche Leistung bringen zu können. Es ist klar, dass ein Konzert sehr viel anstrengender ist als eine Oper – man singt insgesamt mehr, man hat mehr Arien zu singen und muss sich noch stärker konzentrieren als in einer Opernvorstellung.

KS: Früher gab es analog zur Trennung von Bühne und Zuschauerraum auch eine separierende Rollenverteilung zwischen Künstlern und Publikum: am Bühneneingang wurde versucht einen Blick auf den Künstler zu erhaschen, oder ein Autogramm zu ergattern. Heute kommuniziert man auf Augenhöhe in den sozialen Netzwerken. Was ist der und ist es ein Vorteil?

SP: Ich finde es toll, nach der Vorstellung Fans zu sehen, mir gefällt das sehr und es ist immer eine große Freude. Was die sozialen Netzwerke anbelangt, muss man sich dem Lauf der Zeit anpassen. Heutzutage haben die Fans sehr viel größere Möglichkeiten, in Kontakt zu den Künstlern zu treten. Bei der Geschwindigkeit, in der sich heutzutage Informationen verbreiten, kommt es sogar vor, dass die Fans früher als die Künstler wissen, wo und wann genau diese auftreten!

KS: Worauf dürfen sich Opern-Besucher in Deutschland in den kommenden Monaten bzw. in der kommenden Spielzeit freuen?

SP: Nach dem Konzert an der Deutschen Oper werde ich im Juni bei den Münchner Opernfestspielen in Rigoletto an der Bayerischen Staatsoper auftreten. Was die kommende Spielzeiten anbelangt, kann ich noch nichts verraten, das wird eine Überraschung sein!

Redaktioneller Hinweis:  Nach Redaktionsschluss meldete die Deutsche Oper Berlin: Im Sonderkonzert: Giuseppe Verdi am 25.5.2018 werden Nicole Car, Irina Churilova und Seyoung Park an Stelle der erkrankten Angela Gheorghiu auftreten.

Hamburg, Elbphilharmonie, Jolanthe von Peter Tschaikowsky, IOCO Kritik, 11.02.2018

Februar 12, 2018 by  
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Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

 Jolanthe von Peter Tschaikowsky

  Sternstunde der konzertanten Oper

Von Patrik Klein

Konzertante Opernaufführungen in der Elbphilharmonie Hamburg erfreuen sich besonders großer Beliebtheit, da sich der interessierte Besucher, wenn er denn ein Ticket ergattern konnte, voll und ganz der Musik in einem der besten Klangkörper des Landes widmen kann. Sofern man keinen Platz hinter dem Orchester und damit im Rücken der Sängerinnen und Sänger hat, kann sich hier das musikalische Paradies frei und klanggewaltig von den feinsten Nuancen bis zu den trommelfellmassierenden Spitzen entfalten.

Valery Gergiev –  Meister der kleinen Gesten

Valery Gergiev ist neben seiner Tätigkeit in Sankt Petersburg der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.  Hier musste er sich zunächst mit seinen Orchestermusikern mit seinem speziellen Stil von Gelassenheit, natürlicher Autorität und ungewöhnlich kurzen Probenarbeiten arrangieren. Auch seine Art und Weise zu dirigieren und den Klang dunkler zu gestalten, musste von den Musikern aus München erst einmal gelesen und verstanden werden.

Die Musiker des Mariinsky-Theater, St. Petersburg, wo vor 125 Jahren die Uraufführung stattfand, waren im Rahmen einer Tournee auch in Hamburg und führten Tschaikowskys einaktige und letzte Oper Jolanthe  konzertant auf.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant- mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant- mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Die Märchenoper Jolanthe stellt einen Höhepunkt in der Spätromantik an der Grenze zum Symbolismus dar. Sie wurde 10 Jahre vor Debussies  Pelleas und Melisande kurz vor Tschaikowskys Tod im Jahr 1892 in St. Petersburg uraufgeführt. Der Erfolg war nur mäßig. Man sagte ihr Trivialität und Banalität nach und warf dem Komponisten ein sentimentales Abrutschen vor. Die Person Tschaikowsky galt als  umstritten und sein Tod 1893 war mysteriös und tragisch. Am damaligen Stadttheater in Hamburg wurde die Oper 1893 unter der Leitung von Gustav Mahler uraufgeführt.

Wie in Peter Weirs Film The Truman Show geht es um die anrührende Naivität des Helden, der eben hier in einer Show steckt und es nicht weiß. Bei Jolanthe ist es ähnlich, da sie blind ist, davon nichts weiß und in einer abgeschiedenen Welt lebt.

Liebe macht blind, wie es so schön heißt. Doch in Jolanthe kehren sich die Verhältnisse um: Prinzessin Jolanthe ist bereits blind und wird durch Liebe geheilt. Der Weg dahin ist steinig, denn die Königstochter weiß nicht um ihr Schicksal und daher auch nicht, was ihr fehlt. Um geheilt zu werden, muss Jolanthe den Wunsch, sehen zu können, aber überhaupt einmal verspüren. Erst ein fremder Ritter schafft es, die nötigen Gefühle in ihr zu erwecken.

Prinzessin Jolanthe (die Sopranistin Irina Churilova macht den Konzertabend in Hamburg zu einem Erlebnis; mit dunklem Timbre und einer Riesenstimme wird sie fein intonierend vom zarten Hauch bis zum großen Ausbruch mit viel Gefühl den Anforderungen dieser Rolle mehr als gerecht und erhält auch den größten Applaus) lebt abgeschieden auf einem Schloss in der hügligen Provence. Sie ist von Geburt an blind. Ihr Vater, König René, (der nicht nur in St. Petersburg bekannte Bass Stanislav Trofimov, der auch an großen Häusern in Europa zu hören ist, trumpft mit einer respekteinflößenden, wuchtigen, prachtvollen abgrundtiefen schwarzen Stimme auf) hat unter Androhung von Strafe verboten, sie davon ins Bild zu setzen, was ihr fehle. Auch dass sie eine Königstochter ist, weiß Jolanthe nicht.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant - mit Valery Gergiev, Mitte, und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant – mit Valery Gergiev, Mitte, und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Im Schlossgarten gibt sich Jolanthe, umgeben von Martha (Natalia Yevstafieva mit wunderschöner Altstimme) und ihren Freundinnen Brigitta (Kira Loginovas mit feinem Sopran) und Laura (Ekaterina Sergeeva mit schön gefärbtem Mezzosopran), ihrer Traurigkeit hin. Sie spürt, dass man etwas vor ihr verborgen hält. Um sie aufzuheitern, bestellen die Frauen fröhliche Musik. Jolanthe will davon nichts wissen. Sie schickt ihre Freundinnen nach Blumen.

Nachdem Jolanthe im Garten des Schlosses unter dem Gesang eines Wiegenlieds eingeschlafen ist, vernimmt man den Schall von Jagdhörnern. Almerik (Andrei Zorins Tenorstimme klingt spielerisch wie der Schuiski in Mussorgskis Boris Godunow; mit leicht dunkel gefärbter und etwas eng geführter Stimme), der neue Waffenträger des Königs, kündigt die Ankunft des Monarchen an. Bertrand (Yuri Vorobiev mit ebenso prachtvoller Bassstimme), der Türhüter des Schlosses, warnt davor, in Jolanthes Gegenwart vom Licht zu reden oder sie merken zu lassen, dass ihr Vater König ist.

König René trifft ein in Begleitung eines maurischen Arztes, Ibn-Hakia (Roman Burdenkos wartet auf mit feinster Baritonstimme, die mit leicht dunkler Färbung mit atemberaubender Kraft besonders die musikalisch höher gelegenen Tonlagen mühelos meistert), der Jolanthe heilen soll. Der Arzt untersucht die schlafende Prinzessin. Er hält eine Heilung für möglich, besteht aber darauf, dass Jolanthe zuerst um ihre Blindheit wissen und eine Heilung innig herbeisehnen müsse, vorher verspreche eine Behandlung keinen Erfolg. Der König lehnt entschieden ab, Jolanthe das sorgsam gehütete Geheimnis zu offenbaren.

Bei Anbruch der Nacht dringen trotz deutlicher Verbotstafel zwei verirrte Ritter in den Garten ein. Es sind Robert (Alexei Markov mit sehr schöner lyrischen Spielbaritonstimme), Herzog von Burgund, dem Jolanthe versprochen ist, und sein Waffengefährte, Graf Vaudémont (Nazhmiddin Mavlyanov, der auch in Deutschland bekannte Tenor aus Usbekistan macht seine Sache großartig mit hohem Einsatz, leicht nasaler Färbung und feiner Stimmführung ganz besonders im Duett mit Robert). Robert, der nicht weiß, dass Jolanthe blind ist, liebt eine andere Frau, Mathilde, und wünscht sich nichts dringlicher, als von seinem Heiratsversprechen entbunden zu werden. Vaudémont jedoch verliebt sich beim Anblick der schlafenden Prinzessin auf der Stelle in sie. Robert ist das nicht geheuer, er möchte Vaudémont mit Gewalt wegbringen. Dabei erwacht Jolanthe. Sie empfängt die Ritter freundlich und bewirtet sie. Robert fürchtet eine Falle und macht sich davon, seine Scharen zu holen.

Vaudémont bleibt allein zurück mit Jolanthe. Er bittet sie darum, ihm eine rote Rose zu pflücken, die ihn an die liebliche Röte ihrer Wangen erinnern soll. Sie gibt ihm stattdessen eine weiße und ist auch nicht in der Lage, die Anzahl der Rosen im Strauß zu nennen, ohne sie mit den Händen zu greifen. Vaudémont wird gewahr, dass sie blind ist. Voller Mitleid erzählt er ihr von der Schönheit des Lichts, dieses „wunderbaren Erstlingswerks der Schöpfung“.

Der König, Ibn-Hakia, Almerik und Bertrand erscheinen. Es wird deutlich, dass Jolanthe das Geheimnis ihrer Blindheit nicht mehr verborgen ist. Der König dringt in seiner Verzweiflung darauf, dass sich Jolanthe nun einer Behandlung unterzieht. Sie ist bereit, ihrem Vater zu gehorchen, kann sich aber nicht sehnlichst herbeiwünschen, was sie gar nicht kennt, wie es für eine erfolgversprechende Behandlung nötig wäre. Der König droht Vaudémont mit der Todesstrafe, falls die Heilung seiner Tochter misslingt. Angesichts dieser Gefahr verkündet Jolanthe ihre Bereitschaft, alles zu ertragen, um Vaudémont, dessen Liebe sie erwidert, zu retten. Sie geht mit dem Arzt ab.

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant - mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Jolanthe konzertant – mit Valery Gergiev und Musiker des Mariinsky Theater © Claudia Hoehne

König René eröffnet Vaudémont, dass er seine Todesdrohung nicht wahrmachen will, sondern diese einzig dem Zweck diente, in Jolanthe den Wunsch nach Heilung inniger werden zu lassen. Vaudémont gibt ihm gegenüber seine adlige Identität preis und bittet um die Hand Jolanthes. Aber sie ist bereits einem andern versprochen.

Robert kehrt mit seinen Truppen zurück. Er erkennt König René und verneigt sich vor ihm. Nun erst wird es Vaudémont bewusst, wen er die ganze Zeit vor sich hatte. Robert ist trotz seiner Liebe zu Mathilde bereit, die ihm seit seiner Kindheit zugedachte Jolanthe zu heiraten, wenn der König darauf beharrt. König René entbindet ihn von seinem Versprechen und ist nun seinerseits frei, Jolanthe Vaudémont zur Frau zu geben. Ibn-Hakia und Jolanthe kehren zurück. Jolantha kann sehen. Sie besingt die zauberhafte Welt, die für sie sichtbar geworden ist. Alle freuen sich und loben Gott.

Der mit rund 30 Sängerinnen und Sängern recht kleine, aber feine Chor und das wunderbare Orchester aus Hamburgs Partnerstadt füllten das Podium der Elbphilharmonie nicht ganz aus, so dass hinter den beiden wunderbar spielenden Harfenistinnen Raum genug war für die Solisten des Abends. Hier und an der Rampe konnten sie ein wenig die konzertante Atmosphäre mit halbszenischen Einlagen anreichern.

Valery Gergiev dirigierte taktstocklos mit kleinsten Gesten. Seine rechte Hand meist mit wellenförmigen Fingerbewegungen den Takt angebend und mit der linken lautstärkebeeinflussend und partiturumblätternd das große Instrument beherrschend. Seine Musiker verstanden ihn scheinbar blind und folgten seinem Dirigat auf der Stuhlkante sitzend mit Leidenschaft und Präzision.

Das Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg geriet zu einem fulminanten Erfolg der wundervollen Musik Tschaikowskys. Das lag zum einen an den sehnsuchtsvollen, süchtig machenden Motivgeflechten, mit denen Tschaikowsky in seiner letzten Oper musikalische Folgen innerer Emotionen entstehen lässt, gespielt von einem russischen Spitzenorchester unter dem passionierten russischen Star-Dirigenten Valery Gergiev, der das Werk selbst als die “beste Partitur Tschaikowskys” bezeichnet und faszinierende, atmosphärisch dichte und zum Teil sehr dunkle Klangfarben entstehen ließ. Vor allem aber lag es an den Hauptfiguren der Oper und des Abends, dem Weltklasse-Ensemble des Mariinsky Theaters Sankt Petersburg.

Das Hamburger Publikum dankt mit großem Applaus allen Beteiligten an diesem bemerkenswerten Abend in der Elbphilharmonie.

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—

Wien, Belvedere Gesangswettbewerb 2015 unterwegs, IOCO Aktuell, 06.02.2015

Februar 8, 2015 by  
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Belvedère Operaconcours  2015

  Finals from 27 June to 4 July 2015 in Amsterdam

International Hans Gabor Belvedere Singing Competition / Belvedere Operaconcours Amstardam 2015 / Ingrid Labadie, Isabella Gabor, Jan Meulendijks, Osca Hammerstein, Bart Schuil, Holger Bleck ©Belvedere Singing Competition

International Hans Gabor Belvedere Singing Competition / Belvedere Operaconcours Amstardam 2015 / Ingrid Labadie, Isabella Gabor, Jan Meulendijks, Osca Hammerstein, Bart Schuil, Holger Bleck ©Belvedere Singing Competition

Online registration started in December 2014

Well known as the world’s best networked singing competition, qualifying rounds of the International Hans Gabor Belvedere Singing Competition are organized in about 55 cities with more than 1,300 participants each year. The best 150-160 singers are judged in the Final Rounds by an opera jury of renowned opera houses including Metropolitan Opera New York, Royal Opera House Covent Garden London, Deutsche Oper Berlin and the Dutch National Opera & Ballet in Amsterdam among others.

Belvedere 2015 Participants In The Spotlight

Past prize winners include Angela Gheorghiu, Angelika Kirchschlager, Elina Garanca as well as Italian tenor Antonio Poli, US soprano Rachel Willis-Sørensen or South African soprano Pretty Yende in the recent years.

Isabella Gabor and Holger Bleck, general managers of the Belvedere Singing Competition, are thrilled about the upcoming perspectives: „Amsterdam is a fantastic city, we love the hospitality, the openness of the people and the commitment of our Dutch partners. We look forward to being guests again in the Netherlands with the 34th edition of the Final Rounds in 2015.“

Oscar Hammerstein and Jan Meulendijks, both board members of the Netherlands Foundation Belvedère Opera Concours Amsterdam, are happy about this collaboration: „The Belvedère Operaconcours is an important springboard for young opera singers into a career and well known as „Wall Street of Voices“. We are proud to host for the second time this renowned international singing competition in Amsterdam.“

The online registration for all qualifying rounds from February to June 2015 already starts in December this year. The Amsterdam qualifying rounds are held on 20 April and 26 June 2015.

Medienberichte über den Wettbewerb 2014

Voralberg Online: „Die russische Sopranistin Irina Churilova hat mit einem Doppelschlag das Finale des Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerbs 2014 für sich entschieden.“

OÖNachrichten:Irina Churilova …. Die 31-Jährige setzte sich in Düsseldorf gegen 16 Kollegen beim Kampf um die mit 7000 Euro dotierte Auszeichnung durch und konnte zugleich den Publikumspreis für sich verbuchen.“

NEWSDUMP: „Irina Churilova gewann Belvedere-Gesangswettbewerb.“

Tiroler Tageszeitung Online: „So hat sich der Sängerwettstreit … zu einer Fixgröße im klassischen Musikgeschäft und zugleich als Marktplatz für junge Sänger entwickelt.“
Vienna.at: „Ausweitung des Wettbewerbskonzepts.“

Kleine Zeitung (Print 7.7.2014): „Um der internationalen Entwicklung Rechnung zu tragen, wird der Belvedere-Wettbewerb sich 2016 gen Süden aufmachen und mit Kapstadt am 9. Juli erstmals ein Finale außerhalb Europas austragen. Zuvor kehrt man allerdings 2015 nach Amsterdam zurück, wo wie im Vorjahr die finale Ausscheidung für den 4. Juli angesetzt ist.“

Het Muziektheater Amsterdam © Michielverbeek

Het Muziektheater Amsterdam © Michielverbeek

Online Merker: „Alle waren sie Sieger, die siebzehn im Finale angetretenen Sängerinnen und Sänger und mit ihnen Isabella Gabor und Holger Bleck mit ihrem Team. Auf noch viele Jahre!“
Australia, Sunraysia Daily:  Siobhan Stagg talks about her experience in the Belvedere Singing Competition: “Competitions such as this provide great international exposure for singers; many of the judging panels are made up of casting directors from across the world, so it’s almost like doing 15 separate auditions” … „It’s a privilege in itself to be in the finals, performing in a huge, beautiful opera house, with a huge symphony orchestra.”

Classic Melbourne – Music views & news: „Siobhan Stagg home from Europe … She also reached the finals of both the Mozart and Belvedere Singing Competitions gaining second prize in the former and winning the Media-Jury Prize and the Engagement Prizes in the second. Securing the Engagement Prize means future appearances at the Salzburg Easter Festival and the Deutsche Opera am Rhein in Duesseldorf.“

The Divas Diaries:Soprano Siobhan Stagg… These opportunities, she says, have provided a ´steep but enriching´ learning curve.“
France

forumopera.com: „La finale de la 33e édition du Belvedere, l’un des concours de chant internationaux les plus prestigieux, a vu hier à Düsseldorf Irina Churilova décrocher le 1er prix ainsi que le prix du public.“

Music & Opera: „Découvrez les gagnants du 33e Concours International de Chant Hans Gabor Belvedere 2014 à la Deutsche Oper am Rhein à Düsseldorf.“ Germany

musik-heute.de: „Die russische Sopranistin Irina Churilova hat beim Internationalen Belvedere Gesangswettbewerb den Preis der Opernjury und den Publikumspreis gewonnen.“

www.ioco.de: „Irina Churilova, russische Sopranistin aus Novosibirsk, wurde Siegerin BELVEDERE 2014. Ihre stimmsicher und kraftvoll vorgetragene Arie ´Tacea la notte´ der Leonore aus Giuseppe Verdis Troubadour begeisterte Publikum und Jury gleichermaßen.“
klassik.com: „In diesem Jahr vermeldete der Belvedere Gesangswettbewerb Rekordteilnehmerzahlen.“

wotans-opernwelt: „Der Sängernachwuchs gehört sicher zu den wichtigen Beobachtungsstellen im Operngeschäft.

Opernnetz.de: „Irina Churilova überzeugt Jury und Publikum.“

Westdeutsche Zeitung newsline:Das Düsseldorfer Publikum war hin und weg vom gesamten Abend. Und nach fast allen Darbietungen wurde gejubelt, was das Zeug hält. Leider war es ein einmaliges Gastspiel des Gesangswettbewerbs. Aber gewiss werden ein paar der Finalisten wieder in Düsseldorf zu hören sein – dafür sorgt dann Intendant Christoph Meyer, der schon seit Jahren zur Jury gehört.“

xity.de: „Als großes Fest der jungen Stimmen begeisterte im Opernhaus Düsseldorf das Finalkonzert des 33. Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs.“
opernmagazin.de: „Mit 1.321 Vorrunden-Teilnehmern aus 56 Städten weltweit war dies der bislang teilnehmerstärkste Belvedere Gesangswettbewerb.“

kulturrundum.com: „Irina Churilova gewinnt beim Belvedere Gesangswettbewerb Preis der Opernjury und Publikumspreis.“

WDR Tonart: „Zum ersten Mal in Deutschland: Internationaler Belvedere Gesangswettbewerb.“

fernsehen-duesseldorf.tv: „´You are already winners´, begrüßte Generalintendant Christoph Meyer die Anwesenden, die sich in den 60 weltweiten Vorrunden mit über 1300 Teilnehmern für die Endausscheidung in Düsseldorf qualifiziert haben.“

WAZ der westen: „Philharmoniker begleiten Finalisten.“

Rheinische Post – Düsseldorf Kultur (Print 8.7.2014): „Die Suche nach Talenten ist verheißungsvoll, gerade in der Opernwelt… Der ´Internationale Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb´ sucht genau danach.“

Neue Rhein Zeitung – Duisburg, Kultur & Freizeit (Print 8.7.2014): „In der Szene als Talentbörse oder ´Sänger-Wallstreet´ berühmt, lockte der 33. ´Belvedere-Wettbewerb´ 140 junge Damen und Herren aus vier Kontinenten in die Landeshauptstadt.“

Netherlands,  Place de l´Opera: „Staande ovatie voor 17 Belvedere-finalisten.“

Russia,  newsib.net: „The 1st Prize, the Prize of the Audience and three special prizes from the German music press and from leading opera houses in Europe won a soloist of the Novosibirsk Opera Irina Churilova. In the competition the exeptional soprano singer left 1317 singers from 73 countries far behind.“

South Africa,  Herald live:HITTING THE RIGHT NOTES: Baritone singer Siyabulela Ntlale at the International Hans Gabor Belvedere Singing Competition finals in Germany.“
Die Burger: „Die Suid-Afrikaanse bariton Siyabulela Ntlale is die ­naaswenner van die 33ste Hans Gabor Belvedere-sang­kompetisie.“

Volksblad: „SA sanger weer tweede in oorsese competitie.“

Spain,  ibermusica.es: „El Concurso Internacional de Canto Hans Gabor Belvedere, que se ha celebrado del 29 de junio al 6 de julio, ha otorgado el primer premio, de 7.000 euros, a la soprano Irina Churilova. El segundo premio, dotado de 3.500 euros ha sido para el barítono sudafricano Siyabulela Ntalale. Por último, el tercer premio se le entregó al cantante coreano Il Do Song.“

Switzerland, Codex Flores: „Heuer waren bei den Vorausscheidungen des internationalen Bewerbs 1321 junge Sänger in 56 Städten weltweit zum Casting angetreten.“

United Kingdom, Slipped Disc – Norman Lebrecht: „Siberian beats South African to the Belvedere.“

BELVEDERE Finale © Susanne Diesner

BELVEDERE Finale © Susanne Diesner

Belvedere-Gesangswettbewerb 2014: Irina Churilova mit Doppeltriumph

Die 31-jährige Russin gewann in Düsseldorf Preis der Opernjury und des Publikums – Preis der Medienjury an Siobhan Stagg – Wettbewerb 2015 wieder in Amsterdam und 2016 in Südafrika von Martin Fichter-Wöß

Düsseldorf/Wien (APA) – Die russische Sopranistin Irina Churilova hat mit einem Doppelschlag das Finale des Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerbs 2014 für sich entschieden. Die 31-Jährige setzte sich am Sonntagabend in Düsseldorf gegen 16 Kollegen beim Kampf um die mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung der internationalen Opernjury durch und konnte zugleich den Publikumspreis für sich verbuchen.

Die in Nowosibirsk ausgebildete Sängerin überzeugte im Teilnehmerfeld mit einem elegant-geschmeidigen und dunkel gefärbten Sopran, den sie bei ihrer Wettbewerbsarie „Tacea la notte placida“ aus VerdisTrovatore“ sehr gut ausbalanciert einsetzte, ohne dabei je zu überziehen. Dieses runde Gesamtpaket überzeugte dabei auch die Zuschauer in der gut besetzten Deutschen Oper am Rhein, in der die Duisburger Philharmoniker unter Leitung von Axel Kober, der heuer wieder in Bayreuth den „Tannhäuser“ dirigieren wird, als Begleitung gleichsam ein Heimspiel feierten.

Auf Platz zwei landete Siyabulela Ntlale aus Südafrika mit seiner humoristischen Interpretation von Verdis „Falstaff“, während der südkoreanische Bass Il Do Song mit schelmischem Charme Rang drei für sich reklamieren konnte. Die internationale Medienjury zeichnete hingegen die Sopranistin Siobhan Stagg aus. Die 26-jährige Australierin versammelte mit ihrer zarten, fein nuancierten Interpretation der Arie „Depuis le jour“ des selten gespielten Franzosen Gustave Charpentier die Mehrheit der Medienvertreter hinter sich. Sie erhält darüber hinaus unter anderem auch ein Engagement bei den Salzburger Osterfestspielen.

Dabei mussten sich die Gewinner gegen die bis dato größte Konkurrenz durchsetzen, waren heuer doch bei den Vorausscheidungen des internationalen Bewerbs 1.321 junge Sänger in 56 Städten weltweit zum Casting angetreten. Von diesen qualifizierten sich dann 164 als Halbfinalisten für die Endrunden in Düsseldorf. Besonders stark mit vier Teilnehmern war unter den schlussendlich 17 Finalisten des gestrigen Abends dann Südafrika vertreten.
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So hat sich der Sängerwettstreit, der bis zu seiner 31. Ausgabe vor zwei Jahren stets in Wien beheimatet war, zu einer Fixgröße im klassischen Musikgeschäft und zugleich als Marktplatz für junge Sänger entwickelt. Angelika Kirchschlager, Ildiko Raimondi oder Elina Garanca gehören ebenso zum einstigen Teilnehmerfeld wie zuletzt Pretty Yende, die mit ihrem Sieg 2009 den Grundstein für ihre internationale Karriere legte.

Rückblickend sei der Fortgang aus Wien, von wo man sich 2012 nach Querelen unter anderem um die Finanzierung verabschiedet hat, die richtige Entscheidung gewesen, unterstrich auch die zweite Wettbewerbsorganisatorin Isabella Gabor: „Das war eine Auffrischung.“ So plant man für Südafrika 2016 eine Ausweitung des Wettbewerbskonzepts etwa durch internationale Workshops, um das Event enger mit der jeweils lokalen Szene vor Ort zu vernetzen.

33.  Belvedere Gesangswettbewerb 2014 – Irina Churilova gewinnt Preis der Opernjury und Publikumspreis

BELVEDERE Finale © Susanne Diesner

BELVEDERE Finale © Susanne Diesner

Pressemitteilung, Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf Duisburg

Als großes Fest der jungen Stimmen begeisterte am Sonntag, 6. Juli 2014, im Opernhaus Düsseldorf das Finalkonzert des 33. Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs. 17 Sängerinnen und Sänger aus elf Ländern hatten sich in den Endrunden der letzten Tage für das Finale qualifiziert und stellten vor ebenfalls international vertretenem Publikum im öffentlichen Konzert ihr Können noch einmal unter Beweis. Begleitet wurden sie von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober. Opernjury, Medienjury und Publikum entschieden mit großer Übereinstimmung über die Vergabe der verschiedenen Preise.

Gleich zweifach gepunktet hat beim Finalkonzert des Belvedere Gesangswettbewerbs die russische Sopranistin Irina Churilova. Ausgebildet am Staatlichen Konservatorium Novosibirsk gelang es ihr mit ihrer Interpretation der Arie der Leonora „Tacea la notte placida“ aus Verdis „Il trovatore“ die Mehrheit der Opernjury und des Publikums für sich zu gewinnen. Den zweiten Platz vergab die Opernjury an den aus Südafrika stammenden Bariton Siyabulela Ntalale, der mit seiner Interpretation der Arie „L’onore! Ladri!“ aus Verdis „Falstaff“ überzeugte. Platz drei gewann der gerade 25-jährige südkoreanische Bass Il Do Song mit dem Vortrag der Arie des Basilio „La calunnia è un venticello“ aus Rossinis „Il barbiere di Siviglia“. Die Auszeichnung der internationalen Medienjury ging an die Australierin Siobhan Stagg, die die Arie „Depuis le jour“ aus Gustave Charpentiers „Louise“ interpretierte. An Siobhan Stagg gingen darüber hinaus Angebote für Engagements an der Deutschen Oper am Rhein und bei den Salzburger Osterfestspielen. Auch an Siyabulela Ntalale und Il Do Song gingen Angebote für Gastengagements an der Deutschen Oper am Rhein.

Die Gewinnerin Irina Churilova freute sich über den mit 7.000 Euro dotierten 1. Preis, gestiftet von Dr. Vera Gregor in memoriam KS Teresa Stich-Randall. Der mit 3.500 Euro dotierte 2. Preis wurde beigesteuert von Jan Meulendijks und Bart Schuil, der ihn Siyabulela Ntalale übergab. Der 3. Preis, den Dr. Walburga Litschauer an Il Do Song überreichte, wurde von der Valentin und Anni Leitgeb Stiftung mit 2.500 Euro ausgelobt. Den Preis der Internationalen Medien-Jury von 1.500 Euro an Siobhan Stagg stiftete RBT Reisen- und Business Tours GmbH München – überreicht wurde er von dem Moderator Bo van der Meulen. Den mit 2.000 Euro dotierte Publikumspreis von den Soroptimist International – Clubs im Raum Düsseldorf und Soroptimist Düsseldorf 2000 e.V. übergab Dr. Diede Landsberg der Sängerin Irina Churilova.

Mit 1.321 Vorrunden-Teilnehmern aus 56 Städten weltweit war dies der bislang teilnehmerstärkste Belvedere Gesangswettbewerb. 164 Sängerinnen und Sänger hatten sich für die Finalrunden in Düsseldorf qualifiziert, 17 von ihnen standen im Abschlusskonzert auf der Bühne des Opernhauses. Als Austragungsorte für die kommenden Jahre wurden Amsterdam (2015) und Kapstadt (2016) bekannt gegeben.

The Prize Winners 2014 – Congratulations!

1st Prize: IRINA CHURILOVA, Soprana, Russia
donated in memoriam KS Teresa Stich-Randall

2nd Prize: SIYABULELA NTLALE, Baritone, South Africa
donated by Jan Meulendijks und Bart Schuil

3rd Prize: IL DO SONG, Bass, South Corea
donated by Valentin and Anni Leitgeb Foundation

Prize of the International Media-Jury: SIOBHAN STAGG, Soprano, Australia
donated by RBT Reisen- und Business Tours GmbH München – Jörg A. Bachmann

Prize of the Audience: IRINA CHURILOVA, Soprano, Russia
donated by Soroptimist International – Clubs in the Düsseldorf area and Soroptimist Düsseldorf 2000 e.V.

Special Prizes donated by the Opera Jury – Engagements for the young opera singers
Cape Town Opera (South Africa): AKIHO TSUJII, Soprano, Japan

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (Germany): SIYABULELA NTLALE, Baritone, South Africa // IL DO SONG, Bass, South Korea // SIOBHAN STAGG, Soprano, Australia

Deutsche Oper Berlin (Germany): AKIHO TSUJII, Soprano, Japan
Festliche Operngala der Deutschen AIDS-Stiftung (Germany): KIRI DEONARINE, Soprano, USA

Helikon Opera Moscow (Russia): IRINA CHURILOVA, Soprano, Russia
Osterfestspiele Salzburg (Austria): SIOBHAN STAGG, Soprano, Australia
Sächsische Staatsoper Dresden – Semperoper (Germany): AKIHO TSUJII, Soprano, Japan

Teatro Real Madrid (Spain): CAROLINA GARCIA, Soprano, Spain

The Kirsten Flagstad Festival (Norway): IRINA CHURILOVA, Soprano, Russia // SIYABULELA NTLALE, Baritone, South Africa

Theater Erfurt (Germany): MARINA COSTA-JACKSON, Soprano, USA // SIYABULELA NTLALE, Baritone, South Africa

Prize awarded by Jury Member Dmitrij Bertman for an engagement for the Estonian National Opera: KHANYISO GWENXANE, Tenor, South Africa

Final Rounds & Finals 2015 and 2016 – Amsterdam & Cape Town

Amsterdam 2015:  We are happy to let you know that the Final Rounds 2015 will again take place in Amsterdam, the Finals on 4 July 2015 at Het Muziektheater.

Cape Town 2016:  In 2016 the Final Rounds of the International Hans Gabor Belvedere Singing Competition will take place for the first time in the Competition’s history outside of Europe: 2016 in Cape Town, South Africa.

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, BELVEDERE Finale 2014, IOCO Aktuell, 06.07.2014

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

BELVEDERE Siegerin 2014
Irina Churilova, Sopranistin aus Russland

6. Juli 2014: Begeisterung in der Deutschen Oper am Rhein. Aus 1.321 Teilnehmern hatten es im 33. BELVEDERE Gesangswettbewerb 17 Sänger/innen ins Finale nach Düsseldorf geschafft. Vor Fach- und Medienjuroren, Agenten und ausverkauftem Haus sangen sie dort um die ersten Plätze des renommierten Wettbewerbs. Axel Kober und die Duisburger Philharmoniker begleiteten sie. Durch den Abend führte der Bo van der Meulen. Mit sympathisch kurzweiliger Moderation gab van der Meulen dem breiten Publikum zu Sänger/innen und Arien Richtung wie Anregung.

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Durch 60 Qualifikationsrunden in 56 Städten hatten sich 157 Sänger/innen für das Semi-Finale vom 1. bis 4. Juli   Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf qualifiziert. Die Rheinoper war am 6. Juli 2014 Schauplatz des BELVEDERE Finales. Christoph Meyer, Chef der Rheinoper in Düsseldorf, bot den Kandidaten in Düsseldorf eine starke Präsentationsebene; im Herzen Europas, inmitten der Region mit der weltweit größten Dichte von Musiktheatern.

Entspannte Finalisten des 33. BELVEDERE © IOCO

Entspannte Finalisten des 33. BELVEDERE © IOCO

Der BELVEDERE gilt unter Sängern  als herausragende Karriereplattform.  Viele Gesangskarrieren, wie jene von Angela Kirchschlager, begannen mit dem BELVEDERE Gesangswettbewerb. Geldpreise, internationale Wahrnehmung und konkrete Einstiegsengagements locken junge Sänger/innen aus aller Welt. Die Fachjury des Wettbewerbs besteht aus Intendanten, Opern- und Castingdirektoren bedeutender Musiktheater sowie einer Medienjury, der auch IOCO – Kultur im Netz angehört. 243 der 1.321 Teilnehmer/innen des Jahres 2014 stammen aus Südkorea, 184 aus Russland, 100 aus den USA, 91 aus Deutschland; aber auch 17 aus Australien, 6 aus Israel.

Belvedere Finale 2014 Stimmungsbild © IOCO

Belvedere Finale 2014 Stimmungsbild © IOCO

17 Teilnehmer (7 Herren, 10 Damen) bestritten die Finalrunde. Mit einer Arie kämpften sie um die ersten Plätze im Gesamtwettbewerb: 4 aus Süd-Afrika (Owen Metsileng, Linda Nteleza, Siyabulela Ntlale, Khanyiso Gwenxane), 3 aus den USA (Kiri Deonarine, Lori Guilbeau, Marina Costa-Jackson), 2 aus Russland (Maria Nazarowa, Irina Churilova) sowie Carolina Garcia aus Spain, Oddur Jonsson aus Island, Ben MCateer aus Irland, Siobhan Stagg aus Australien, Akiho Tsujii aus Japan, Stephen Chambers aus Neuseeland, Norma Nahoun aus Frankreich und Il do Song aus Südkorea.

BELVEDERE 2014 Siegerin Irina Churilova © Susanne Diesner

BELVEDERE 2014 Siegerin Irina Churilova © Susanne Diesner

Irina Churilova, russische Sopranistin aus Novosibirsk, wurde Siegerin BELVEDERE 2014.  Ihre stimmsicher und kraftvoll vorgetragene Arie „Tacea la notte“  der Leonore aus Giuseppe Verdis Troubadour begeisterte Publikum und Jury gleichermaßen. Der erste Preis des BELVEDERE Wettbewerbs 2014 verbunden mit einem Preisgeld von € 7.000 waren ein prächtiger Lohn. Den zweiten Preis und ein Preisgeld von € 3.500, erzielte der Bariton Siyabulela Ntlale aus Südafrika, welcher mit der Arie Lónore! Ladri! aus Verdis Falstaff  stimmlich wie darstellerisch Jury und Publikum für sich einnahm. Der letzte der 17 Sänger, der Bassist Il do Song aus Südkorea, schaffte es auf Platz drei der der Gunst der Juroren: Mit der wohltimbrierten, bruchlos vorgetragenen Arie „La calunnia..“ aus Gioacchino Rossinis Barbier von Sevilla. Den Preis der Medienjury erhielt die Sopranistin Siobhan Stagg aus Australien für ihre sensibel und mit höhensicheren Piani vorgetragene Arie „Depuis le jour“ aus Gustave Charpentiers „Louise“. Doch auch die nicht prämierten Sänger/innen des Finale beeindruckten durch frische mitreißende Arien. Die Prämierung der Besten des Abends waren so die Höhepunkte auf einer überaus gelungenen Galavorstellung von Nachwuchssängern aus aller Welt. 

BELVEDERE Wettbewerb 2015:

BELVEDERE Finale 2014 © Susanne Diesner

BELVEDERE Finale 2014 © Susanne Diesner

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:  Amsterdam und das Het Muziektheater  werden   Mittelpunkt von Semifinale und Finale des BELVEDERE 2015 sein. 1.300 Sänger/innen aus 60 Ländern werden zuvor in Ausscheidungskämpfen um Preise und Einstieg in die Welt der klassischen Musik singen. Irina Churilova, die BELVEDERE Siegerin 2014,  wird dann bereits große Partien in bedeutenden Musiktheatern singen.

IOCO / Viktor Jarosch / 07.07.2014

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