Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Iphigénie en Tauride – Christoph W. Gluck, IOCO Kritik, 03.05.2019

Oper Stuttgart

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Iphigénie en Tauride – Christoph W. Gluck

– Flash-back in der Seniorenresidenz –

von Peter Schlang

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Angeregt durch das in Richard Wagners Lohengrin,  der ersten Premiere Viktor Schoners als Stuttgarter Operndirektor, ausgesprochene Frageverbot, überschrieben der neue Intendant und sein Dramaturgen-Team alle Neuproduktionen ihrer ersten Stuttgarter Saison  mit einer jeweils passenden und sinnstiftenden Leitfrage. Nach dem „Wem glaubst Du?“, mit dem die letzte Premiere Nixon in China versehen worden war, feierte am 28. April Christoph Willibald Glucks Iphigénie en Tauride unter dem ebenfalls recht existenziellen Interrogativ  „Wem vergibst Du?“ in der Inszenierung des  polnischen Regisseurs Krzysztof Warlikowski im „Haus am Eckensee“ Premiere. Angesichts der Kette von Verrat, Intrige, Mord und darauf folgendem Rachemord, von denen Glucks 1779 in Paris uraufgeführte Reformoper erzählt, ist dieses Motto treffend wie anspruchsvoll gewählt und verheißt notwendigerweise eine Antwort mit zahlreichen Namen.

Iphigénie en Tauride – Christoph Willibald Gluck
youtube Trailer Staatsoper Stuttgart
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Deren Trägerinnen und Träger kommen in dieser packenden Stuttgarter Neu-Inszenierung, welche auf einer 2006 für die Opéra national de Paris geschaffenen Produktion basiert, auch alle tatsächlich vor. Der Regisseur wählt nämlich als Rahmen für die Opernhandlung die Methode des Spiels im Spiel, hier als Traum-Bilder der Titelheldin.

Iphigénie en Tauride  in Stuttgart – Subtiles Traumgebilde

In Stuttgart träumt Iphigenie die Träume wichtiger Stationen ihres Lebens – und damit der Opernhandlung – in einem offenbar ausschließlich Frauen vorbehaltenen Altersheim. Dort sieht man sie in der Eingangsszene nach dem mitreißend vorgetragenen orchestralen Gewittersturm, aber auch in späteren Szenen, wie sie in einer Schachtel mit alten Familienfotos wühlt und sich dabei an ihr Leben prägende Ereignisse erinnert.

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph W. Gluck - hier :  Amanda Majeski als Iphigénie © Martin Sigmund

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph W. Gluck – hier :  Amanda Majeski als Iphigénie © Martin Sigmund

Diese Erinnerungshandlung wird von einem stummen Chor älterer Damen vorbereitet und begleitet, den Warlikowski der Titelheldin anstelle der griechischen Priesterinnen an die Seite stellt. Sie sind wie Iphigenie Bewohnerinnen dieser heruntergekommenen, verblichenen Glanz verbreitenden und die Atmosphäre eines „Nicht-Zuhauses“ ausstrahlenden Seniorinnen-Residenz. (Bühne und Kostüme: Margorzata Szczesniak).Als zusätzliches, tiefenpsychologisch wirkendes Element schaltet die Bühnenbildnerin dem Bühnenraum an ausgewählten Stellen eine verschiebbare Spiegelwand vor, die nicht nur den dann an den Brüstungen der Ränge angestrahlten Zuschauerraum und die am Proszenium agierenden Protagonisten spiegelt, sondern durch eine raffinierte  Technik auch Durchblicke auf die Hinterbühne und die sich dort abspielenden Rückblenden ermöglicht.

Für diese Rückblenden und Kommentare setzt der Regisseur vorwiegend die erwähnten neun alten Damen ein, die von teilweise schon seit Jahrzehnten an der Stuttgarter Oper wirkenden Statistinnen verkörpert werden. Im Verlauf der gut zweistündigen Opernhandlung übernimmt dieses Nonett  nicht nur die Rolle des Chores der antiken Tragödie, sondern spiegelt auch den gleichförmigen Alltag eines Altenheims, was nicht zuletzt durch eine tageszeiten-typische und anlass-gemäße Kleidung der Damen unterstrichen wird.

Neben dem eindrucksvollen Äußeren dieser Seniorinnen-Equipe, das auf satt gelebte Leben wie auf diese prägende harte Schicksale schließen lässt, gibt das sehr gut gestaltete Programmheft Aufschluss über Bedeutung und Hintergründe  dieses packenden Inszenierungsdetails: Dort schildern die neun Statistinnen – die älteste  Darstellerin ist 95 (!) Jahre alt – Episoden  ihres Lebens und ziehen dabei Parallelen zur Situation und zum Schicksal Iphigenies und deren Familie.

Und wie Iphigenie wurden auch ihre hier agierenden Geschlechts- und Schicksalsgenossinnen unübersehbar durch familiäre Strukturen, die entsprechenden Rollenbilder, den Umgang mit Verlusten und Abschieden und  das Verhältnis von Erinnern und Vergessen oder auch Verschweigen  gezeichnet. Nicht zuletzt machen diese Frauen aber auch deutlich, wie stark Krieg  und Vertreibung und ihre Folgen für Familienzusammenhänge sich ganz besonders auf weibliche Biographien auswirken und diese nachhaltig prägen.

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck;- hier: Renate Jett als Iphigénie, und Ensemble der Staatsoper Stuttgart © Martin Sigmund

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck;- hier: Renate Jett als Iphigénie, und Ensemble der Staatsoper Stuttgart © Martin Sigmund

Dieses behutsame Aufzeigen von Parallelen ist ein ausgesprochen kluger Zug der Regie, der nicht nur  eine Brücke in unsere Gegenwart schlägt, sondern auch relativ spielerisch Assoziationen zu Formen heutiger Schuld und Vergangenheits-bewältigung ermöglicht. Nicht zuletzt  öffnet dies den Blick auf tagesaktuelle Themen, wie etwa die Flüchtlinge, die bei uns Zuflucht gesucht und gefunden haben. Wenn man in diesem Zusammenhang etwas Kritisches anmerken möchte, wäre es der kleine Makel, dass man sich an anderen Stellen vom Regisseur etwas mehr Mut zu aktuellen Bezügen oder ein stärkeres Bekenntnis zu Christoph Willibald Glucks immer wieder hervorgehobener Rolle als Opernreformer gewünscht hätte. Andererseits zeichnet sich Warlikowskis Regie immer wieder durch kluge, sinnvolle Akzente und Einfälle aus. So setzt er als weiteres Stilmittel und Element zur Vergangenheitsbewältigung Iphigenies und zur traumhaften wie traumatischen Illustration ihrer Rückblicke einen weiteren stummen Chor ein, der sich aus den Mitgliedern von Iphigenies Kernfamilie zusammensetzt.  Diese letzte Generation der Atriden,  ergänzt um Iphigenies Fast-Ehemann Achill, bespielt mehrmals den Hintergrund oder eine Seite der Bühne, dabei stets ordentlich aufgereiht wie auf einem Familienfoto. Wenn sich dann je nach Szene die junge Iphigenie, von der erstmals in Stuttgart auftretenden Amanda Majeski stimmlich wie darstellerisch unnachahmlich wiedergegeben, unter ihre Nächsten mischt, stellt sich wirklich ein Gefühl von Traum und Déjà-Vu ein, welches alle Grenzen verschmelzen lässt und der Opernbühne und –handlung zu deren einzigartiger Wirkung verhilft.

Dass dieses so möglich wird, verdanken die neue Stuttgarter  Iphigenie und das diese atemlos verfolgende Publikum neben der erwähnten fabelhaften Sängerin der Iphigenie der ungeheuer plastisch und detailgenau agierenden Schauspielerin Renate Jett, welche die alte Iphigenie zu einer bemitleidenswerten wie faszinierenden, vom Leben gezeichneten Erscheinung formt.

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck - hier : v.l.n.r.: Jarrett Ott als Oreste, Elmar Gilbertsson als Pylade, Gezim Myshketa als Thoas © Martin Sigmund

Staatsoper Stuttgart / Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck – hier : v.l.n.r.: Jarrett Ott als Oreste, Elmar Gilbertsson als Pylade, Gezim Myshketa als Thoas © Martin Sigmund

Neben diesem Iphigenien-Duo, bei dem nochmals die ungeheure stimmliche Präsenz Amanda Majeskis herausgestellt sei, die mit ihrem nur anfangs etwas spröde und in den Höhen leicht scharf klingenden, dann aber wundervoll biegsamen  und expressivem Sopran eine dichte musikalisch-psychologische Wirkung erzielt, überzeugen auch die Darsteller der drei männlichen Rollen. In der Folge ihres Auftretens sei hier zunächst Gezim Myshketa genannt, der mit seinem dunklen, tiefgründig-rauen Bass dem Taurenkönig Thoas genau die angsteinflößende, dämonische Note verleiht, die man von einem als Despoten und Barbaren verschrienen Mannsbild erwartet. (Auch Ausstatter und Maskenbildner leisten hier fast mehr als eigentlich nötig, um dieses Bild herauszustreichen.) Stimmlich wie darstellerisch vom Feinsten präsentiert sich auch das griechische Freundesduo Oreste und Pylade, das nicht nur in seinem Duett am Ende des zweiten Aktes sehr berührt.  Dabei hat Jarett Ott als Iphigenies Mutter-mordender Bruder mit seinem weichen, unangestrengten und sehr beweglich geführten Bariton wegen der Anlage seiner Rolle ganz leichte Vorteile. Aber auch  Elmar Gilbertsson füllt mit seinem ungemein geschmeidigen und klangreinen Tenor die Rolle des Pylade ohne Abstriche stimmig und glaubhaft aus.

Gleiches gilt für die aus dem Bühnen-Off singenden Carina Schmieger als sehr empathisch-ausdrucksstarke Göttin Diana, Ida Ränzlöv als jeweils stimmsichere wie rollen-genaue Griechin und Priesterin und  Elliott Carlton Hines, der die beiden Rollen des Skyten und von Thoas‘ Aufseher mit schönem Timbre artikuliert.

Eine  herausragende Arbeit muss erneut dem stellvertretenden Chordirektor Bernhard Moncado bescheinigt werden, der den Staatsopernchor punktgenau und hervorragend auf seine besondere Rolle in dieser Produktion eingestellt hat. Der Chor agiert unsichtbar aus den Bühnenhintergrund bzw. vom hinteren Orchestergraben, und nicht nur seine schwarze Konzertkleidung, die er beim Schlussapplaus auf der Bühne präsentiert, verleiht seinem gesamten Auftreten etwas Oratorienhaftes, ja Sakrales. Dazu trägt auch die bekanntermaßen höchste Gesangskultur dieses Stimmen-Kollektivs bei, das seine Partien an vielen Stellen wie in eine andere Sphäre entrückt gestaltet.

Wunderbar (Wenn man die anderen Produktionen dieser Spielzeit nicht gesehen hätte, müsste man das Adjektiv erstaunlich oder überraschend verwenden.) und als höchst verlässliches musikalisches Zentrum dieser sich auf allerhöchstem Niveau bewegenden Aufführung agiert erneut das Staatsorchester Stuttgart. Der in der Pressemitteilung zur Premiere zu Recht als Barock-Experte eingeführte Stefano Montanari lässt es  in schillernden Farben, äußerst beweglich, höchst dynamisch, und mit überbordendem Klangsinn und dennoch großer Sängerfreundlichkeit musizieren. Und es spricht für die Qualität dieses früher oft als „Beamtenorchester“ verspotteten Klangkörpers, dass es mit Glucks Musik dem berühmten Stuttgart-Sound des untergegangenen Radiosinfonie-Orchesters des Südwestrundfunks sehr nahe kommt – und dies gerade drei Wochen, nachdem es mit der Minimal-Music von John Adams‘  Nixon in China auf einem ganz anderen musikalischen Terrain seine großen Qualitäten unter Beweis gestellt hat.

So gilt der einhellige, sich bis zum Jubel steigernde Beifall des Premierenpublikums gerechterweise allen Akteuren, den musikalischen wie den die Aufführung vorbereitenden und leitenden. Und auch der kritischste und anspruchsvollste Beobachter muss Viktor Schoner in seiner ja noch jungen Stuttgarter Intendanz eine bisher nahezu makellose Bilanz zugestehen.

 Iphigénie en Tauride an der Staatsoper Stuttgart; weitere Vorstellungen am 02., 05., 10., 12., 14., 19. und 30. Mai 2019

—| IOCO Kritik Oper Stuttgart |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Iphigénie en Tauride – Christoph W. Gluck, 28.04.2019

April 10, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

  Iphigénie en Tauride – Christoph Willibald Gluck

 Premiere Sonntag, 28. April 2019, 18 Uhr,  Weitere Vorstellungen 02. / 05. / 10. / 12. / 14. / 19. / 30. Mai 2019

Wem vergibst Du?    

Christoph Willibald Glucks Reformoper Iphigénie en Tauride feiert in Suttgart Premiere. 

Am Sonntag, 28. April 2019 18 Uhr feiert eine der wichtigsten Reformopern der Musikgeschichte Premiere im Stuttgarter Opernhaus: Christoph Willibald Glucks Iphigénie en Tauride in der Regie von Krzysztof Warlikowski und in der Ausstattung von Malgorzata Szczesniak. Die Produktion avancierte nach ihrer Premiere an der Opéra national de Paris im Jahr 2006 innerhalb kurzer Zeit zum Kult. Nun wird sie vom Regisseur und seinem künstlerischen Team an der Staatsoper Stuttgart neu einstudiert. Am Pult des Staatsorchesters dirigiert der Barockspezialist Stefano Montanari, der in der kommenden Saison an der Staatsoper Stuttgart die Neuproduktion von Antonio Vivaldis Oratorium Juditha triumphans musikalisch leiten wird.

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Christoph Willibald Gluck © IOCO

Mord im Namen der Götter, Mord aus Rache, Rache für den Mord – diese Kette einander unaufhörlich zugefügter Gewalt scheint wie ein Naturgesetz: Die Familiengeschichte der Atriden ist über Generationen mit Blut geschrieben, ihr letztes Kapitel trägt den Namen Iphigénie. In ihrem Exil auf Tauris muss Iphigénie als Priesterin der Artemis alle Fremden opfern, die hier landen. Als ein traumatisierter Fremder auftaucht, der sie an ihren Bruder Oreste erinnert, stürzt sie das in Verzweiflung, schmerzhaftes Heimweh, Gewissensqualen. Gluck setzt diese innersten Konflikte überwältigend in Szene: als Unwetter, als Wüten der Erinnyen. In Krzysztof Warlikowskis Inszenierung liegen die traumatischen Ereignisse für Iphigénie in weiter Ferne. Der Vater, die Mutter, der geliebte Bruder, die eigene vom Krieg durchkreuzte Jugend – sie lösen sich immer wieder aus dem Nebel des Vergessens. Sie lassen nicht los, werden nicht losgelassen. Diese Iphigénie lebt Wand an Wand mit anderen Frauen, die ihre eigenen Geister mit sich herumtragen und sich in Gleichmut üben gegenüber allem, was in ihrem Leben leidvoll war – ein Chor der letzten Zeuginnen ihres eigenen Überdauerns wechselhafter und kriegerischer Zeiten.

Bei der Premiere von Iphigénie en Tauride gibt Amanda Majeski ihr Haus- und Rollendebüt. Sie gastiert regelmäßig an den großen Opernhäusern der Welt, unter anderem an der Metropolitan Opera New York und der Lyric Opera in Chicago. Die Ensemblemitglieder Elmar Gilbertsson (Pylade) und Jarrett Ott (Oreste) debütieren ebenfalls in ihren Partien. Sieben Statistinnen aus Stuttgart im Alter von 76 bis 96 Jahren verkörpern den stummen Chor der Priesterinnen. Dabei sind manche der Frauen schon jahrzehntelang Teil der Statisterie des Hauses, andere wirken erstmals bei einer Produktion der Staatsoper Stuttgart mit.

Iphigénie en Tauride an der Opéra national de Paris war Warlikowskis erste Operninszenierung außerhalb Polens und wurde bereits damals von Viktor Schoner und Dramaturg Miron Hakenbeck, der mittlerweile ebenfalls fest an der Staatsoper Stuttgart engagiert ist, künstlerisch betreut. Sein Deutschland-Debüt gab Warlikowski am Schauspiel Stuttgart Ende der 1990er Jahre mit zwei Shakespeare-Produktionen. In Iphigénie en Tauride wird erstmals eine Opernarbeit des Regisseurs in Stuttgart zu sehen sein.

Musikalische Leitung Stefano Montanari, Regie Krzysztof Warlikowskim, Bühne und Kostüme Malgorzata Szczesniak, Licht Felice Ross, Choreografie Claude Bardouil, Dramaturgie Miron Hakenbeck, Chor Bernhard Moncado

Mit:  Iphigénie Amanda Majeski, Oreste  Jarrett Ott, Pylade Elmar Gilbertsson, Thoas Gezim Myshketa, Diane Carina Schmieger*, Aufseher des Thoas / Skythe Elliott Carlton Hines*  Griechin / Priesterin Ida Ränzlöv*, Iphigénie (Schauspielerin) Renate Jett
*Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Stuttgart
Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart


Begleitveranstaltungen


Öffentliche Probe

Am Samstag, 13. April 2019, lädt das künstlerische Leitungsteam der Produktion interessierte Opernbesucher*innen von 09.45 Uhr bis 11.30 Uhr zu einer öffentlichen Probe ins Opernhaus ein. Die Probe findet mit Klavierbegleitung statt. Um 11.30 Uhr ist der öffentliche Teil der Probe beendet.

Der Eintritt zur öffentlichen Probe ist frei. Kostenlose Platzkarten sind ab sofort an der Theaterkasse (Theaterpassage) oder unmittelbar vor der öffentlichen Probe an der Veranstaltungskasse im Opernhaus erhältlich.

Einführungsmatinee
Sonntag, 14. April 2019, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.

Einführungen
Eine Einführung vor jeder Vorstellung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

—| Pressemeldung Oper Stuttgart |—

Genf, Opera des Nations, Premiere Falstaff von Giuseppe Verdi, 18.06.2016

Juni 7, 2016 by  
Filed under Grand Teatre Geneve, Premieren, Pressemeldung

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www.geneveopera.ch

Premiere Falstaff von Giuseppe Verdi
Inszenierung Lukas Hemleb

Premiere: 18. Juni 2016, 19.30 Uhr,  Weitere Aufführungen: 20., 22., 24., 26., 28. und 30. Juni 2016

 Genf / GTG Regisseur  Lukas Hemleb ©  GTG Carole Parodi

Genf / GTG Regisseur Lukas Hemleb © GTG Carole Parodi

Mit einer Neuproduktion von Verdis letzter Oper Falstaff, mit der er gegen Ende seines Lebens zum Humor und zur Leichtigkeit zurückgefunden hat, beschließt das Grand Théâtre de Genève im Juni seine aktuelle Opernsaison. Das Werk, das auf Shakespeares Lustige Weiber von Windsor zurückgeht, passt bestens ins Ambiente der Opéra des Nations, die das Grand Théatre de Genève im Februar als Ausweichspielstätte während der Renovierungsarbeiten im angestammten Haus an der Place de Neuve bezogen hat. Dieser Theaterraum ist den Holztheatern des 16. und 17. Jahrhunderts nachempfunden und bietet damit den perfekten Rahmen für Verdis Shakespeare-Adaption.

Genf / GTG Franco Vassallo als Falstaff  © GTG Carole Parodi

Genf / GTG Franco Vassallo als Falstaff © GTG Carole Parodi

Es inszeniert der deutsche Regisseur Lukas Hemleb, der heute vor allem in Frankreich tätig ist, und der in der vergangenen Saison in Genf bereits mit seiner Inszenierung von Glucks Iphigénie en Tauride für Aufsehen gesorgt hat. Er arbeitet nun erneut mit seinem bewährten Team, bestehend aus dem Bühnenbildner Alexander Polzin und der Kostümbildnerin Andrea Schmidt-Futterer, zusammen.

In der Titelrolle gibt der italienische Bariton Franco Vassallo sein Rollendebüt. An seiner Seite singen Maija Kovalevska die Alice Ford und Marie-Ange Todorovitch die Mistress Quickly. Des weiteren sind Konstantin Shushakov als Ford, Medet Chotabaev als Fenton, Amelia Scicolone als Nannetta, Ahlima Mhamdi als Meg Page sowie Raúl Giménez als Dr. Cajus zu erleben.

Mit John Fiore steht ein äußerst vielseitiger Dirigent am Pult des Orchestre de la Suisse Romande. Er bringt ein besonderes Gespür für Verdi mit und für den musikalischen Witz und den hintersinnigen Humor in dessen letztem Bühnenwerk, das mit den altersweisen Worten endet: „Tutto nel mondo è burla.“- „Alles ist Spaß auf Erden.“

Premiere: 18. Juni 2016, 19.30 Uhr,  Weitere Aufführungen: 20., 22., 24., 26., 28. und 30. Juni 2016

Pressemeldung Media Relations

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: NORMA, 03.10.2015

September 28, 2015 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Staatstheater Kassel

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Premiere: NORMA

Tragische Oper in zwei Aufzügen von Vincenzo Bellini, Text von Felice Romani
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: Samstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 10.10. (19.30 Uhr), 18.10. (16 Uhr), 25.10. (18 Uhr, musikalische Leitung: Anja Bihlmaier, mit Oksana Kramareva als Gast in der Titelpartie)

Am 3. Oktober eröffnet das Staatstheater Kassel mit „Norma“ seine Opernsaison. „Mit Gesang zum Weinen bringen“ – so lautete das Credo von Vincenzo Bellini, dessen melodischer Erfindungsreichtum einzigartig und wegweisend war. Seine Opern gehören zu den herausragenden Werken des Belcanto, sie weisen voraus auf Verdi, Donizetti, teilweise schon auf Wagner, und rücken immer die Sänger und den dramatischen Ausdruck in den Mittelpunkt.
In „Norma“ hat Bellini seinen Bühnengestalten Musik von berückender Innigkeit, tiefer Traurigkeit und vor allem voller Schönheit mitgegeben.

Die Titelheldin ist als Oberpriesterin und Seherin in einem von Römern besetzten Dorf in Gallien hoch angesehen und lenkt die Geschicke ihres Volkes. Als die Bevölkerung sich gegen die Besatzer auflehnen will und Krieg fordert, zögert Norma, denn sie hütet ein großes Geheimnis: Sie liebt Pollione, den römischen Prokonsul und damit den Besatzer; und vor allem liebt sie die beiden Kinder, die sie mit ihm hat.

Doch Pollione hat sich von ihr abgewandt und sich in die Priesterin Adalgisa verliebt. Eine fatale Dreiecksgeschichte wird damit in Gang gesetzt, die für Norma tragisch endet: Wie Medea glaubt sie, mit dem Tod der Kinder deren Vater strafen zu können. Mit einem Dolch in der Hand nachts über die kleinen Köpfe gebeugt, ringt Norma mit sich, doch sie lässt ihre Kinder am Leben. Schließlich offenbart sie dem Volk ihre Verfehlungen und überantwortet sich selbst dem Scheiterhaufen.

Die Titelpartie singt die usbekische Sopranistin Hulkar Sabirova, Ensemblemitglied an der Deutschen Oper Berlin und seit 2013 auch am Staatstheater Kassel. Hier war sie zuletzt u.a. als Königin der Nacht in der „Zauberflöte“, als Rosalinde in der „Fledermaus“, in der Titelpartie von Glucks „Iphigénie en Tauride“ und als Vitellia in Mozarts „La clemenza di Tito“ zu erleben. Hector Sandoval, am Staatstheater Kassel in der vergangenen Spielzeit bereits als Calaf in „Turandot“ zu erleben, wird als Gast den Pollione singen. Weitere Solisten sind Ulrike Schneider, Inna Kalinina, Hee Saup Yoon und Paulo Paolillo.

Die musikalische Leitung hat als Gast der schwedische Dirigent und Komponist Joakim Unander, bevor ab Ende Oktober die neue Erste Kapellmeisterin und Stellvertreterin des GMD Anja Bihlmaier, die bis dahin noch Verpflichtungen an der Staatsoper Hannover hat, das Dirigat der Bellini-Oper übernimmt.

Joakim Unander gab 2001 sein Debüt an der Folkoperan in Stockholm und 2002 an der Königlichen Oper Stockholm und wurde anschließend von beiden Häusern jährlich wieder eingeladen. Von 2008 bis 2013 war Unander Musikdirektor und Chefdirigent an der Folkoperan.

Regie führt Yona Kim. Die gebürtige Südkoreanerin studierte Geisteswissenschaften in Wien, promovierte über Ingeborg Bachmann und absolvierte daneben eine Tanzausbildung. Heute arbeitet sie sowohl als Librettistin, etwa für Adriana Hölszky, als auch als Regisseurin. Zu ihren Inszenierungen zählen u. a. Chaya Czernowins Oper „Pnima“ an der Staatsoper Stuttgart (nominiert für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2011) und Eunyoung Kims „Mama Dolorosa“ im Rahmen der 13. Münchner Biennale, wofür sie auch das Libretto schrieb. In der vergangenen Spielzeit inszenierte sie u.a. Walter Braunfels‘ „Die Vögel“ in Osnabrück.

Musikalische Leitung: Joakim Unander (als Gast) / Anja Bihlmaier (erstmals 25.10.), Inszenierung: Yona Kim, Bühne: Etienne Pluss, Kostüme: Hugo Holger Schneider, Dramaturgie: Ursula Benzing, Chor: Marco Zeiser Celesti

Mit Hulkar Sabirova (Norma), Hector Sandoval (als Gast, Pollione), Ulrike Schneider (Adalgisa), Inna Kalinina (Clothilde), Hee Saup Yoon (Oroveso), Paulo Paolillo (Flavio), Staatsorchester Kassel, Opernchor und Statisterie des Staatstheaters Kassel

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

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