Bern, Konzert Theater Bern, Intendant Stephan Märki zurückgetreten, IOCO Aktuell, 08.08.2018

August 9, 2018 by  
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Konzert Theater Bern © P Zinniker

Konzert Theater Bern © P Zinniker

Konzert Theater Bern

Stephan Märki  als Intendant zurückgetreten

Konzert Theater Bern / Stephan Märki @ Matthias Horn

Konzert Theater Bern / Stephan Märki @ Matthias Horn

Stephan Märki, seit 2012 Intendant von Konzert Theater Bern (KTB), tritt per sofort (NB Juli 2018) zurück. Auch Sophie-Thérèse Krempl, Leiterin Kommunikation und Künstlerische Leitung Kooperations- und Sonderprojekte, verlässt das Haus. Die grossen Verdienste der beiden Führungspersonen bleiben unbestritten. Das Konzert Theater Bern wird interimistisch und mit externer Unterstützung vom kaufmännischen Direktor Anton Stocker geführt. Die künstlerische Kontinuität ist für die nächste Saison garantiert – der Spielplan 2018.2019 ist bereits verabschiedet und veröffentlicht.

Die Stiftungsräte Nadine Borter und Marcel Brülhart sowie Intendant Stephan Märki haben zum Abschluss der Saison eine Analyse vorgenommen. Dabei hat Stephan Märki den bisherigen Stiftungsratspräsidenten Marcel Brülhart und die neue Stiftungsratspräsidentin Nadine Borter informiert, dass sich seit Frühjahr 2017 eine Beziehung zu einer Führungsperson im Theater entwickelt habe. Es handelt sich dabei um Sophie-Thérèse Krempl, Leiterin Kommunikation und Künstlerische Leitung Kooperations- und Sonderprojekte.

Vorbildliche Governance verpflichtend

Für den Stiftungsrat ist klar, dass eine öffentliche Institution wie das KTB einer vorbildlichen Governance verpflichtet ist. Insbesondere bei Entscheidungen auf Führungsebene sind Berufliches und Privates strikte zu trennen, weil das Vertrauen in die Institution als Ganzes Schaden nehmen kann. Deshalb sagt Nadine Borter, Stiftungsratspräsidentin seit 1. Juli 2018: «Wir respektieren die persönliche Entscheidung des Intendanten, seine Tätigkeit zu beenden. Dieser Entscheid zeugt von einer Grösse, die selten anzutreffen ist, zumal er den Umstand selber offengelegt hat. Damit übernimmt Stephan Märki Verantwortung und handelt im Interesse von Konzert Theater Bern. Angesichts der nun transparent gemachten Situation erachtet der Stiftungsrat den Schritt für richtig und unausweichlich

Der Stiftungsrat hält fest, dass Stephan Märki in den letzten sechs Jahren Garant des Erfolges von Konzert Theater Bern war. Das Theater kann seit der Intendanz von Stephan Märki einen Publikumszuwachs ausweisen, hat sich künstlerisch stetig entwickelt, ist wirtschaftlich sehr solide und hat sich

national und international merklich positioniert. Auch der Weggang von Sophie-Thérèse Krempl ist in diesem Zusammenhang ein grosser Verlust für das Theater. Sie hat seit Beginn dem Haus wesentliche Impulse gegeben und in einer schwierigen Situation sehr erfolgreich die interimistische Leitung der Schauspieldramaturgie übernommen.

Suche nach Intendanz vorverschoben – Verhaltenskodex soll erarbeitet werden

Stephan Märki verfügt über einen festen Vertrag bis 30. Juni 2021. Die Parteien haben sich darauf geeinigt, sein Salär bis Ende April 2019 zu zahlen. Da Stephan Märki seine Anstellung frühzeitig beendet, wird die Suche nach einer Nachfolge vorverschoben. Interimistisch wird Konzert Theater Bern von dessen kaufmännischem Direktor Anton Stocker mit externer Unterstützung geleitet. Stephan Märki setzt seinerseits alles daran, dass die Übergabe reibungslos vonstatten geht. Der Stiftungsrat möchte die hohe künstlerische Qualität des Hauses sichern und das Vertrauen festigen. Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, einen Verhaltenskodex zu erstellen. Der Kodex soll festhalten, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter miteinander umgehen und arbeiten.

—| Pressemeldung Konzert Theater Bern |—

Wien, Burgtheater, Martin Kusej Intendant ab 2019, IOCO Aktuell, 04.07.2017

Juli 6, 2017 by  
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Burgtheater Wien

Burgtheater Wien © IOCO

Burgtheater Wien © IOCO

Intendanz:  Martin Kusej folgt 2019 Karin Bergmann

 „Wir haben mit Martin Kušej, (*1961 in Wolfsberg, Kärnten)  einen gefeierten Regisseur und erfahrenen Intendanten als Direktor gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass er das Haus mit Intellekt, Lust und Weitblick führen wird. Ich freue mich, dass der wichtigste Regisseur des Landes endlich das bedeutendste Theater des Landes übernehmen wird und sich seiner Lebensliebe – dem Burgtheater – widmen kann. Er hat es sich wahrlich verdient“, so Österreichs Bundesminister Thomas Drozda Freitag,  30.6.2017, anlässlich der Besetzung der Direktion des Burgtheaters für 2019 bis 2024.

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, M, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Burgtheater Wien / Bundesminister Thomas Drozda, m, und Martin Kusej ,r, © Andy Wenzel

Bei der Ausschreibung um die zweite Spitzenposition im Burgtheater habe sich der derzeitige kaufmännische Geschäftsführer Thomas Königstorfer unter sechs Kandidaten – darunter fünf Männer und eine Frau – als bestgeeignetster Kandidat durchgesetzt. „Für seinen Beitrag zur finanziellen Stabilität sage ich herzlich Danke. Ich wünsche ihm für die kommenden Jahre auch die notwendige Fortune“, so Bundesminister Drozda. Königstorfer wird die kaufmännischen Agenden ab September für weitere fünf Jahre leiten. Bundesminister Drozda dankte auch Karin Bergmann, die das Haus seit 2014 als künstlerische Direktorin leitet. Sie habe das Haus in einer Zeit übernommen, zu der mehr über Finanzielles als über Künstlerisches diskutiert wurde. „Als eine herausragende Theatermacherin hat sie das Burgtheater in den vergangenen drei Jahren hervorragend und mit professioneller Hand geführt“, so der Minister. Bergmann habe dem Haus überdies Stabilität und dem Ensemble Sicherheit gegeben und werde 2019 ein finanziell wie künstlerisch sehr gut aufgestelltes Haus übergeben. „Dafür gebührt ihr Respekt und herzlicher Dank“, sagte Drozda.

„Sehr gerne nehme ich die neue Aufgabe als Direktor des Burgtheaters an und freue mich darauf, ein neues, spannendes Kapitel in der Geschichte des Burgtheaters schreiben zu können. Es wird meine Aufgabe sein, ein gutes Theater noch besser zu machen“, so Martin Kušej. Kulturelle Toleranz, gesellschaftliche Öffnung, die Bewahrung von politischen Tabus müssten ebenso wie die Realität einer multikulturellen Gesellschaft ernst genommen werden – gerade in einem modernen Wien voller verschiedener Kulturen und Sprachen, so Kušej. „Meine Aufgabe wird es auch sein, die nächsten Jahrzehnte vorauszudenken, damit sich das Burgtheater den Anforderungen der Zukunft – etwa die Herausforderungen durch das digitale Zeitalter – martin kusej, stellen kann“, so Kušej.

Martin Kusej ist anerkannter Intendant und Regisseur. Er inszenierte erfolgreich im gesamten deutschen Sprachraum: Von 2004 bis 2006 leitete er das  Schauspiel der Salzburger Festspiele. Seit 2011, bis 2019 ist Martin Kusej Intendant eines der größten deutschen Sprechtheater, des Bayerischen Staatsschauspiel München, allgemein   Residenztheater, 877 Plätze genannt.  PMBKAÖ/IOCO

Dortmund, Oper Dortmund, Trauer um Generalintendant Horst Fechner, IOCO Aktuell, 23.04.2017

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Trauer um ex –  Generalintendanten Horst Fechner

Das Theater Dortmund und der Kulturdezernent der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann, trauern um den langjährigen Generalintendanten Horst Fechner. Fechner, der in der Zeit von 1985 bis 1995 eine Theaterära in Dortmund prägte, verstarb am  17.April 2017  im Alter von 89 Jahren.

Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund nicht nur einen seiner prägenden Generalintendanten und ein verdienstvolles Ehrenmitglied, sondern auch einen hervorragenden Manager-Intendanten, der zehn Jahre die Geschicke des damaligen Drei-Sparten-Hauses leitete. Als Fechner 1985 die Leitung des Theater Dortmund übernahm, ging ihm bereits der Ruf eines erfolgreichen Theatersanierers voraus, was er an den Theatern Coburg und Kiel bewiesen hatte. In den Jahren 1992 bis 1994 verzeichnete das Theater Dortmund die höchste Auslastung in ganz Deutschland.

Aber auch künstlerisch profilierte Fechner das Dortmunder Theater überregional. So überzeugte sein Spielplan mit den drei Schwerpunkten eines Mozart-Zyklus, den Musikdramen von Richard Wagner und den Opern von Richard Strauss. Daneben pflege er die großen italienischen Opern von Verdi, Puccini, Bellini und Rossini, aber auch Werke des 20. Jahrhunderts. So bewies Fechner künstlerischen Mut, indem er 13 Ur- oder Erstaufführungen auf den Opernspielplan setzte. Neben BROT UND SPIELE von Günther Wiesemann, DIE LETZTE REISE DES EDGAR ALLEN POE von Dominick Argento, Udo Zimmermanns DIE WEISSE ROSE war auch SEKUNDEN UND JAHRE DES CASPER HAUSER von Reinard Febel im Dortmunder Opernhaus zu sehen. Die klassische Moderne war mit KÖNIG ROGER von Karol Szymanowski, WOZZECK von Alban Berg, DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew sowie AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Bertolt Brecht und Kurt Weill vertreten.

Fechner, der selbst als Sänger ausgebildet wurde, legte großen Wert auf die Verpflichtung eines Ensembles, mit dem er seinen Spielplan weitgehend eigenständig bewältigen konnte. So verstand er es, jungen Sängern das Umfeld und die Sicherheit zu geben, in dem diese sich behutsam entwickeln konnten. Gleichzeitig gab Fechner seinen Sängern die Möglichkeit, andernorts zu gastieren und eröffnete somit einigen Sängerinnen und Sängern aus Dortmund den Start in bedeutende Karrieren, wie z.B. Waltraud Meier, Jane Henschel, Franz-Josef Kapellmann, Oskar Hillebrandt, Petra Lang, Jukka Rasilainen, Johannes Martin Kränzle oder Alexander Marco-Buhrmester. Zum Tode von Horst Fechner sagt Bettina Pesch, Geschäftsführende Direktorin des Theater Dortmund: Horst Fechner prägte mit seinem Oberspielleiter Heinz Lukas-Kindermann eine Theaterära in Dortmund. Mit seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten Art ermöglichte er nach unruhigen Interimszeiten eine glückliche und erfolgreiche Zeit des Neuaufbaus am Theater Dortmund. Mit Horst Fechner verliert das Theater Dortmund einen ausgezeichneten Theatermann, der sich als Ermöglicher sowie als Kultur- und Künstlerförderer auszeichnete.“

Opernintendant Jens-Daniel Herzog erinnert an seinen Vorgänger: „Horst Fechner war einer, der sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern unaufgeregt der großen Sache diente: modernes Theater von hoher musikalischer und szenischer Qualität zu machen. Ich danke Horst Fechner für viele spannende Gespräche, in denen er mir wichtige Ratschläge gab und bis zuletzt ein großes Interesse an ‚seinem‘ Dortmunder Theater zeigte.“

 

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Weimar, Deutsches Nationaltheater, Stefan Lano neuer 1. Kapellmeister, IOCO Aktuell, 20.03.2017

Deutsches Nationaltheater Weimar

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

  Stefan Lano – 1. Kapellmeister – Herbst 2017

 Stefan Lano © Adriano Biondo

Stefan Lano © Adriano Biondo

Der aus den USA stammende Dirigent und Komponist Stefan Lano (65) wird 1. Kapellmeister des Deutschen Nationaltheaters (DNT) und der Staatskapelle Weimar. Er übernimmt die Position, die seit dem unerwarteten Tod von Martin Hoff Ende August 2016 vakant war, zum Beginn der Spielzeit 2017/18 für zunächst 3 Jahre.

„Stefan Lano ist ein international anerkannter und erfahrener Künstler. Seine integrative Arbeitsweise und seine musikalische Versiertheit empfinde ich als großen Gewinn für unsere Staatskapelle, unser Opernensemble und unsere Arbeit in Weimar insgesamt.“ unterstreicht Generalintendant Hasko Weber diese personelle Entscheidung. „Mit GMD Kirill Karabits, Stefan Lano als 1. und Dominik Beykirch als 2. Kapellmeister verfügen wir damit über ein hervorragendes musikalisches Leitungsteam mit breit gefächerten Kompetenzen.“
 
Seit fast 30 Jahren überzeugt Stefan Lano weltweit sowohl im Konzertbereich als auch in der Oper mit ausdrucksstarken, leidenschaftlichen Interpretationen, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Dabei hat er sich insbesondere als viel gefragter Dirigent von Werken des Fin-de-Siecle und zeitgenössischer Musik, darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, etabliert. Von 2005 bis 2008 war Lano Generalmusikdirektor des Teatro Colón in Buenos Aires, dem er seit der ersten Zusammenarbeit 1993 bis heute eng verbunden ist. Von 2012 bis 2015 leitete er als Chefdirigent das National Symphony Orchestra von Urugay. Gastengagements führten ihn an renommierte Opernhäuser wie die Metropolitan Opera New York, die San Francisco Opera, die Dresdner Semperoper, die Hamburger Staatsoper, die Göteborger Oper und die Litauische Nationaloper. Zudem arbeitete er mit zahlreichen Orchestern in Europa, den USA und Südamerika zusammen. Seit 1995 lebt er in Basel und hat seit 2010 die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Anfang des Jahres war Stefan Lano drei Wochen vor der Premiere am DNT als Musikalischer Leiter der Neuproduktion von Alban Bergs Oper „Lulu“ eingesprungen. Nach dieser erstmaligen Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar und dem Ensemble des DNT hatte auch er sich als einer von insgesamt 160 Dirigenten, von denen 15 zum Vordirigat eingeladen wurden, auf die ausgeschriebene Stelle des 1. Kapellmeisters beworben:

 Goethe Schiller Denkmal vor dem DNT © Hartmut Gallée

Goethe Schiller Denkmal vor dem DNT © Hartmut Gallée

„Ausgerechnet ‚Lulu‘ zu dirigieren als erste Arbeit mit einem noch unvertrauten Orchester, ist keine leichte Unternehmung. Doch bereits während der ersten Probe wurde mir klar, vor was für einem außerordentlichen, hochkarätigen Orchester ich stand“, erinnert sich Stefan Lano an seine erste Begegnung mit der Staatskapelle Weimar. „Dazu spürte ich eine kollegiale Sympathie und Sinn für Humor, und mir kam der Gedanke, dass ich sehr gern mit diesem Orchester weiter arbeiten möchte. Gleichzeitig begegnete ich einem hervorragenden Sänger-Ensemble, unterstützt von sympathischen und begabten Repetitoren, und einem Theater-Team, von dem ich nur denken konnte: es lebe die gute deutsche Theater-Tradition! Daher freue ich mich sehr über meine Anstellung und die damit verbundenen Aufgaben der kommenden Jahre in Weimar.“

In der Spielzeit 2017/18 wird Stefan Lano am DNT Weimar die Uraufführung des Auftragswerks Das versunkene Schiff des Zauberers von Lin Wang (Premiere: 21.10.2017) und die Neuproduktion von Verdis Oper Ein Maskenball (Premiere: 2.6.2018) musikalisch leiten. Zudem übernimmt er aus dem laufenden Repertoire die Dirigate des Fidelio und der Zauberflöte. Bereits am 8./9. Oktober 2017 stellt er sich dem Publikum mit Werken von Maurice Ravel, Edouard Lalo und Arnold Schönberg auch im Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar vor.

In der aktuellen Saison gibt es unter seiner Leitung noch vier weitere Vorstellungen der „Lulu“, die nächste bereits diesen Sonntag,  19. März, danach wieder am 6.4., 21.4. und zum letzten Mal am 12.5.2017. Und auch im Familienkonzert Ali Baba und die 40 Streicher am 2. April, 16 Uhr im Großen Haus kann man Stefan Lano am Pult der Staatskapelle Weimar erleben. PMDNT

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