Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A Mozart, IOCO Kritik, 17.09.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

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Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang Amadeus Mozart

Aufbegehren des Individuums gegen das Establishment

von Ingrid Freiberg

Für Mozart war sein Librettist Lorenzo da Ponte ein kongenialer Partner: Eigentlich Emmanuele Conegliano war er der Sohn eines jüdischen Vaters, der zum Katholizismus konvertierte, den Namen da Ponte annahm und seinen Sohn zum Priester ausbilden lassen wollte. Er wurde aber wegen Ehebruch aus der Stadt verbannt und gelangte dank der Einladung des sächsischen Hofdichters Mazzolà über Dresden nach Wien, wo ihn Joseph II zum Librettisten der italienischen Oper ernannte. Sein erster großer Erfolg wurde die Bearbeitung von Beaumarchais‘ Le nozze di Figaro für Mozart.

Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A Mozart
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Das Stück präsentiert eine zeitlose Liebesgeschichte, eine verspielte Komödie, eine beißende Gesellschaftssatire – und doch greifen alle diese Umschreibungen zu kurz, wollen sie dem Panoptikum an stilistischen und sinnlichen Erfahrungen gerecht werden, die Mozart in seiner Musik entfesselt. Es ist vor allem eines: ein Werk des Umbruchs, ein Stück des stürmischen Drängens nach persönlicher Anerkennung und damit zugleich ein überzeitlich erfahrbares Sinnbild für das Aufbegehren des Individuums gegen das Establishment. Da Ponte und Mozart begannen, sehr ungewöhnlich, ohne Auftrag mit der Arbeit. Der Librettist, den der Kaiser schätzte, vermochte die Vorbehalte zu zerstreuen, indem er ihm versicherte, jeglichen politischen Zündstoff zu entschärfen. Zeitlich wenige Jahre nach dem Barbier angesiedelt steht Figaro, inzwischen wieder Bediensteter im Schloss des Grafen, kurz vor der Hochzeit mit seiner geliebten Susanna, der ersten Kammerdienerin der Gräfin. Der Graf versucht allerdings seinem Diener die Braut abspenstig zu machen, weil er meint, ein altes Herrenrecht wieder geltend machen zu können. Dass es dieses ius primae noctis in Wirklichkeit nie gegeben hat, ist zwar inzwischen erwiesen, aber es veranschaulicht hier sinnbildlich den Machtmissbrauch des Adels, das eindeutige Fehlverhalten des Grafen. Seine Selbstherrlichkeit, Untreue und die Ausnutzung seiner Machtposition wird unverhohlen thematisiert und kritisiert. Mit Le nozze di Figaro verabschiedet sich Mozart endgültig von den Typisierungen der Buffo-Oper und stellt lebendige, emotionsstarke Menschen auf die Bühne. Nach einer Aufführung in Prag schrieb er: „Ich sah aber mit ganzem Vergnügen zu wie alle diese Leute auf die Musick meines Figaro, in lauter Contretanze und teutsche verwandelt, so innig vergnügt herumsprangen. Denn hier wird von nichts gesprochen als vom Figaro, nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als Figaro, keine Opera besucht als Figaro und ewig Figaro. gewiss große Ehre für mich….“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Benjamin Russel als Graf Almaviva und Anna El-Kashem als quecksilbrige Susanne © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Benjamin Russel als Graf Almaviva und Anna El-Kashem als quecksilbrige Susanne © Karl + Monika Forster

Inszenierung und Ausstattung – eine selten dargebotene Harmonie

In Wiesbaden ist anfänglich ein Zeichentrickfilm zu sehen. Anknüpfend an Il barbiere di Siviglia, der am Vorabend Premiere hatte, singt die Maus Jerry die berühmte Kavatine „Largo al factotum della città…“ und triumphiert über den Kater Tom. Eine Vorhersage über das folgende Machtverhältnis zwischen Graf Almaviva und Figaro? Uwe Eric Laufenberg (Inszenierung) macht neugierig! Seine Personenführung ist vortrefflich. Es gelingt ihm, die psychologische Pointierung und die Handlungen der Figuren, auch die sozialen Beziehungen zu vertiefen. Auch gelingt es ihm, deren Persönlichkeit einleuchtend und überzeugend aufzuzeigen. Schon zu Beginn wirkt Susanna egozentrisch und Figaro in den ersten Minuten etwas unbeholfen im Umgang mit seiner Braut. Sie reden aneinander vorbei, das zeigt das erste Duettino. Figaro misst penibel, fast pedantisch den Raum aus, während Susanna von ihrem Schleier spricht. Dabei fragt sie Figaro mit rhetorischem Unterton: „Sieh doch nur, sieh doch nur, meinen Brautkranz!“ Ohne ihr zuzuhören entgegnet er: „Ich schau, ob dieses Bett, das der Graf uns bestimmte, sich hier wohl ausnimmt.

Als er von Susanna vernimmt, dass das großzügige Geschenk zweckgebunden ist, wird er wütend. Die Position von Almaviva wird zusätzlich geschwächt, als Gräfin und Susanna, dem Grafen eine Lektion erteilen, die ihn zur Reue gegenüber seiner Frau bringen soll, indem sie ihn zum Rendezvous mit der als Susanna verkleideten Gräfin locken. Allerdings belastet diese Intrige auch die Beziehung Figaros zu seiner Braut, da er sich aufgrund seiner Unkenntnis betrogen fühlt. Zuletzt klärt sich die Verwirrung auf und die Eintracht zwischen den Paaren wird wiederhergestellt. Zusätzliche Spannung erhält die Handlung durch den Einsatz zahlreicher weiterer Personen, die oft in den ungünstigsten Augenblicken die Handlung kreuzen. Besonders der junge Page Cherubino taucht immer wieder als unberechenbarer Träumer auf, der in seiner unbändigen Leidenschaft für die Frauenwelt, erst Susanna und dann die Gräfin bedrängt, und somit die Eifersucht Figaros und des Grafen herausfordert. Auch der chronisch betrunkene Gärtner Antonio, seine Tochter Barbarina, sowie Bartolo, der Marcellina unterstützt, und Don Basilio, der sich als Ränkeschmied im Auftrag des Grafen versteht, stiften in ihren Nebenrollen zusätzliche Verwirrung. Es bleibt Figaro, der die Rolle des Barbiers von Sevilla mit der des Kammerdieners des Grafen vertauscht – ein Aufsteiger, der es zweifellos noch weit bringen wird. Er ist der Mann, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, jeder Situation gewachsen ist, gesellschaftliche Schranken ohne weiteres zu überspringen vermag, von keiner Schwäche befallen ist. Klug zeigt Laufenberg alle politischen Facetten des Le nozze di Figaro auf, ohne die Form der Commedia per musica zu vernachlässigen. Seine Inszenierung ist unaufgeregt und lässt Raum. Das ist ein gelungener Wurf! Hinzu kommt, dass es ihm gelungen ist, ein hochkarätiges Ensemble zu engagieren.

Wie für Il barbiere di Siviglia ist auch das Bühnenbild für Le nozze di Figaro von Gisbert Jäkel und wie in der Premiere am Vorabend in der Zeit angesiedelt. Und auch in dieser Oper gibt es überraschende Umbauten. Die Räume in Schlossatmosphäre mit Barockmöbeln und dem großen champagnerfarbenen Bett der Gräfin, eine Spielwiese für Gräfin, Rosina und Cherubino, mit zarten weißen Vorhängen, die im Wind spielen, sich daran anschließende Kabinette und ein großes Fenster lassen ungebremst das verwirrende Spiel zu. Fürstlich ausgestattet mit einem prächtigen schwarz-goldenen Schreibtisch mit zwei roten Plüschsesseln ist das Empfangszimmer des Grafen. Höhepunkt sind die räumlichen Chancen und Widrigkeiten der Gartenszene: Die hohen Erwartungen der rollentauschenden Protagonisten und ihre Suche mit Taschenlampen nach den gewünschten Partnern endet fatal zwischen niedergetretenen grünen Hecken und in einem in ihnen versteckten Bett. Die Kostüme von Jessica Karge unterstützen die Inszenierung: Benjamin Russell (Graf Almaviva) mit blonder Perücke ist kaum wiederzuerkennen. Er ist standesgemäß angezogen, bis er sich in der Gartenszene wollüstig seine Kleider vom Leib reißen will. Die elegante Gräfin trägt ein rosafarbenes Negligé und ein bordeauxfarbenes Nachmittagskleid. Susanna ist zunächst eine moderne junge Frau, danach eine klassisch gekleidete Kammerzofe. Der hemdsärmelige Figaro mausert sich optisch zu  einem eleganten Herrn. Der kleine, die Damenwelt verzaubernde Cherubino, gewinnt mit seinem Aussehen als Page, Soldat und Kammerzofe wie auch die ebenfalls sehr zierliche Barbarina, die unschuldig mit weißem Kleid und Pferdeschwanz zu entzücken weiß. Marcellina und Bartolo heben sich mit ihren Kostümen ein wenig ab und demonstrieren damit schon vorab ihre Zusammengehörigkeit, während der Intrigant Basilio optisch nichtssagend daherkommt. Schlurfend alkoholseelig mit schiefsitzendem Hut ist Antonio sofort als Gärtner zu erkennen. Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme bilden eine selten dargebotene Harmonie…

 Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Heather Engebretson als Cherubino und Konstantin Krimmel als Figaro © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Heather Engebretson als Cherubino und Konstantin Krimmel als Figaro © Karl + Monika Forster

Untreu aus Prinzip, eifersüchtig aus Stolz…

Benjamin Russell, seit 2014 Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, überrascht mit jeder neuen Rolle aufs Neue: Als Graf Almaviva betört er mit seinem warmen beweglichen, kraftvollen Bariton und Zwischentönen auf allerhöchstem stimmlichem Niveau. Eine der schönsten Momente des Abends ist, wenn er vor der Gräfin niederkniet und um Verzeihung bittet, vom ergriffenen Ensemble leise nachempfunden – großartig! Seine Gratwanderung zwischen lächerlichem Schürzenjäger und ernstzunehmendem Graf ist überzeugend, eine differenzierte Charakterzeichnung, in der sich fleischliche Begierde mit kultivierten und galanten Zügen mischt.

Zweifellos gehören die Arien „Porgi, amor, qualche ristoro“ und „Dove Sono i bei momenti“, die verdeutlichen, wie sehr die Gräfin durch die Ablehnung ihres Ehemanns verletzt ist, zum Schönsten und Lyrischsten, was je komponiert wurde. Slávka Zámecníková  ist eine höhensichere Gräfin und findet wunderschöne Farben der Sehnsucht mit nobler Melancholie. Sie gibt der Figur einen großen Reichtum an Emotionen. Sie ist eine Gräfin, die fühlt und mitfühlen lässt. Anna El-Khashem, die quecksilbrige Susanna, die an vielen Ensembles (6 Duette, 2 Terzette) beteiligt ist und über Cherubino zweideutig sagt „Oh, in Wahrheit macht er alles gut, was er macht.“ und zur Gräfin „Frauen wie ich haben solche Leiden nicht!“ ist keck und souverän in dieser Rolle. Letztlich hat sie alle Fäden in der Hand. Ausgestattet mit einer brillanten Stimmtechnik, einer Leichtigkeit auch in der hohen Lage, hat ihr Sopran großen klanglichen Facettenreichtum.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Kosntantin Krimmel als Figaro und Franziska Gottwald als Marcellina © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Kosntantin Krimmel als Figaro und Franziska Gottwald als Marcellina © Karl + Monika Forster

Konstantin Krimmel, ein junger, schlanker, beweglicher Figaro, spricht gleich zu Beginn seiner Kavatine „Se vuol ballare“ vom „Contino“ (Gräfchen), und überspielt damit die soziale Kluft zwischen beiden. Das ist revolutionär, weniger durch die ironische Kampfansage an den Herrn als durch die Siegesgewissheit des überlegenen Dieners. Er verkehrt das Rollenverhältnis, macht sich zum Lehrer und den Grafen zu einer Person, die von ihm lernen kann, prangert auch die Falschheit der Frauen und die Dummheit der Männer an. Und schließlich ist der berühmte Monolog Figaros zu nennen: „Was haben Sie denn getan, um so viele Vorzüge zu verdienen? Sie machten sich die Mühe, auf die Welt zu kommen, weiter nichts; im Übrigen sind Sie ein ganz gewöhnlicher Mensch; während ich, zum Teufel, ein Kind aus der obskuren Menge, nur um zu leben mehr Witz und Verstand aufbringen musste, als man seit hundert Jahren auf das Regieren ganz Spaniens und seiner Länder verwandt hat.“, eine zu dieser Zeit sehr gewagte Aussage. Krimmel gestaltet die Rolle des Figaro derart souverän, dass er, kaum dass seine Stimme ertönt, die Szene beherrscht.

Wenn, wie bei Heather Engebretson, Optik und Stimme zusammenkommen, erblüht der kleine Adonis Cherubino als ein erotischer Schmetterling. Allein wie sie in ihrer ersten Arie ihrer Verwirrung Ausdruck verleiht, was sie vor ständiger Verliebtheit tun soll, war eine stimmliche und charakterisierende Meisterleistung. Ihr jünglinghaftes Liebesbegehren lässt die Gräfin aufstöhnen. Mit ihrer umwerfenden Bühnenpräsenz und Spielfreude ist Engebretson sehr authentisch. Gepaart mit einem unverwechselbaren charakteristischen Timbre ist sie einer der Stars des Abends. Franziska Gottwald als Marcellina zunächst nur eine Buffo-Figur, wird zu einer glücklichen hingebungsvollen Mutter und Braut. Köstlich wie sie Cherubino in der Gartenszene den Wein versagt, selbst aber aus der Flasche trinkt und über die Bühne torkelt. Ihr warmer, in der Tiefe anregender Mezzo, der sowohl Bosheit als auch Glück im fulminanten Trubel zeichnet, ist äußerst variabel. Eine Luxusbesetzung für einen Bartolo ist der herrlich markante Wolf Matthias Friedrich – imposant, sicher im Ton und angenehm im Klang, verbunden mit großer szenischer Ausstrahlung. Wie immer füllt Erik Biegel mit tenoraler Helligkeit eine Rolle mit großer Spielfreude. Sein Basilio ist fies und liebedienerisch. Wolfgang Vater, ist ein grölender Antonio mit ausgeprägter Körpersprache und profunden Baritontönen. Im großen Finale des 2. Aktes – beispiellos in seiner dramatischen Steigerung – ist er in die intrigenreiche Handlung mit einbezogen. Schade, dass Worte nicht ausreichen, optische Wahrnehmungen ausreichend zu beschreiben. Stella An passt mit ihrem frischen Sopran und ihrem lustvollen Spiel als jugendlich-naive Barberina ausgezeichnet zu Cherubino, den sie anhimmelt „Und ich werde dich lieben wie ich mein Kätzchen liebe…“ Der Richter Don Curzio wälzt das Gesetzbuch, bis sich herausstellt, dass Figaro der Sohn von Marcellina und Bartolo ist. Osvaldo Navarro-Turres schwimmen mit gut geführtem Tenor die Fälle davon. Der Chor, unter Leitung von Albert Horne, und die Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden sind als Bäuerinnen, Bauern und Diener stimmlich und szenisch stark gefordert. Alle zusammen finden zu einem organisch atmenden Grundton. Fröhlich eilen sie zum Hochzeitsfest und wollen ein Happy End, das angesichts dessen, was in den vier Akten geschieht, unglaubwürdig wird. Es macht immer wieder Freude diesen Chor zu hören.

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Schon die Ouvertüre weckt Schmetterlinge im Bauch

Das Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, unter der Leitung von Konrad Junghänl, lässt trotz deutlicher Verschlankung mit emotionalen Abgründigkeiten aufhorschen. Schon die Ouvertüre weckt Schmetterlinge im Bauch, rasant, aber nicht hektisch dirigiert. Hervorragend das Finale des 2. Aktes, eine in acht Nummern gegliederte, ständig mit veränderten szenischen Situationen konfrontierte, nach den Gesetzen des klassischen Sonatenhauptsatzes entwickelte Ensembleszene. Leicht werden diese Ensembleszenen unterschätzt, sie sind im Zusammenspiel ungemein anspruchsvoll und erfordern ein sehr genaues Aufeinanderhören und Reagieren. Pointiert die von Mozart so geliebten Holzbläser. Besonderes Augenmerk richtet Junghänl auf das Finale, gefühlvoll der melancholisch eingetrübte Moment von nur vier Takten im Pianissimo vor dem Rausschmeißer, in dem Mozart die scheinbar wiederhergestellte Harmonie Lügen straft. Gerne zitiere ich auch Volker Milch, Wiesbadener Kurier, „die Figaro-Besetzung gehört zum Besten, was man (nicht nur) in diesem Staatstheater in den vergangenen 30 Jahren gehört hat…“

Ein begeistertes – nein, tief beeindrucktes Publikum spendet langen Applaus. Die Besucher gehen aus dem Theater, beglückt und mit leuchtenden Augen.

Die Hochzeit des Figaroam Hessischen Staatstheater Wiesbaden; die weiteren Vorstellungen: 16.9.; 18.9.; 20.9.; 25.9.; 23.10.; 21.11.; 9.12.2020 und mehr …..

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 11.09.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

  Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini

– Rosina, eine Geigerin, umwirbt den eine silberne Klarinette spielenden Grafen Almaviva –

von Ingrid Freiberg

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Das Personal kennen wir! Beaumarchais, Sturmvogel der französischen Revolution, hat zwei Komödien vorgelegt: II barbiere di Siviglia (1775) und Le nozze di Figaro (1784). Mozart vertonte letztere 1786, Rossini erstere 1816. Die Handlung bei Rossini geht der Handlung bei Mozart voraus – verwirrend! Rossinis Vertonung des ersten Teils von Beaumarchais’ Figaro-Trilogie ist Komödie, musikalisches Funkensprühen – und ein Vorgeschmack auf die gesellschaftskritischen Töne, die Mozart in Le nozze di Figaro lauter werden lässt. Der Intendant des Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, entschloss sich trotz der strengen einengenden Corona-bedingten Vorgaben, auf zwei aufeinanderfolgenden Abenden diese beiden Opern auf die Bühne zu bringen. Hierbei handelt es sich um eine ideengeschichtliche Gegenüberstellung, die anhand von Schlüsselszenen versucht, den Barbier als reaktionäres Gegenstück zu Mozarts aufklärerisch geprägtem Le nozze di Figaro zu deuten.

II barbiere di Siviglia

Pierre Augustin Caron de Beaumarchais,© IOCO / GFelix

Pierre Augustin Caron de Beaumarchais,© IOCO / GFelix

Gioacchino Rossini hat Opern geschaffen, die bis heute weltweit die Opernkultur prägen und scheinbar zeitlos überdauern. Der vielseitige französische Literat Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, der ursprünglich Uhrmacher, zeitweise auch Geheimagent im Dienste Ludwigs XVI. und versierter Geschäftsmann war, arbeitete ab 1772 am ersten Teil der Trilogie rund um die Figaro -Figur. Le Barbier de Seville wurde in der Comedie Frangaise uraufgeführt, aber aufgrund seiner Länge enttäuscht aufgenommen. Innerhalb von nur drei Tagen kürzte Beaumarchais die Komödie auf vier Akte und sicherte sich einen grandiosen Erfolg. Es war das Pariser Ereignis schlechthin und der Höhepunkt im Leben von Beaumarchais. Selbst die Einnahmen des Tages stellten einen Rekord in der Theatergeschichte dar: 6511 Livres. Erst dreißig Jahre nach Mozarts Le nozze di Figaro komponierte Rossini seine Oper (Libretto Cesare Sterbini): Figaro, ein stadtbekannter Barbier in Sevilla, unterstützt den Grafen Almaviva bei der hindernisreichen Eheschließung mit Rosina, dem Mündel des mürrischen Don Bartolo. Der verliebte Alte will sie heiraten; ein junger und aufgeweckter Liebhaber kommt ihm zuvor und macht sie am gleichen Tag, vor der Nase und im Haus des Vormunds, zu seiner Frau. Bartolos Wut verraucht schnell, als ihm der Graf Rosinas Mitgift schenkt. Das ist die ganze Geschichte, aus der man nun mit gleichem Erfolg eine Tragödie oder eine Komödie bzw. ein Rührstück machen kann.

Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini
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Musik-Theater, sehr sehr konsequent…

In seiner ersten Opernregie überrascht Tilo Nest das Publikum mit einem hochgefahrenen Orchestergraben, links die Bläser, rechts die reduzierten Streicher, dazwischen die Holzbläser. Wo scheinbar nur Musiker zu sitzen scheinen, entpuppt sich bei näherem Hinsehen, dass Rosina als Geigerin mit dem Grafen Almaviva schöntut, der eine silberne Klarinette spielt. Wegen ihrer Unaufmerksamkeit wird sie vom Dirigenten von der Bühne verwiesen. Kurz darauf ist sie von der Proszeniumsloge aus zu hören. Der Musiklehrer Basilio spielt Bass, Ambrosio Posaune. Der Abend beginnt mit schrecklichen Misstönen, bis Figaro den Maske tragenden Dirigenten darauf aufmerksam macht, dass die Partitur auf dem Kopf steht, und sie für ihn richtig herumlegt! Überhaupt trägt das Faktotum der ganzen Stadt schon zu Beginn zum Gelingen der Oper bei: Er kümmert sich im das marode Licht, kehrt die Bühne, bürstet den Vorhang, versenkt den Orchestergraben, dirigiert parodierend mit und zeigt schon zu Beginn seine vielfältigen Fähigkeiten! Einnehmende Regieeinfälle! Figaros Scherze allerdings sind überflüssig und plump… Das Credo von Tilo Nest, Theater ist für mich das Gegenteil von Stillstand, unterstreichen Wedelbewegungen, jeder zeigt auf jeden, es gibt sich wiederholende Slow Motions – eine äußerst turbulente Fassung. Alle Personen dieser akrobatisch virtuosen Buffa scheinen manchmal nicht ganz dicht zu sein. Dass der Abend stimmig wirkt, verdankt diese sehenswerte Inszenierung auch dem sich enthusiastisch und mit immenser Lust auf das Spiel einlassenden Ensemble. Musik-Theater, sehr sehr konsequent…

 Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : Graf Almaviva und Bartolo © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : Graf Almaviva und Bartolo © Karl + Monika Forster

Das Bühnenbild von Gisbert Jäkel gibt mit seinen klassisch variablen Fassaden, angelehnt an die Entstehungszeit, Raum für ein geschwindes Verwirrspiel. Die Kulissen werden hereingeschoben, herabgesenkt, die Drehbühne eingesetzt, Umbauten werden blitzschnell ausgeführt. Jäkel bezieht sich auf die allgegenwärtigen Corona-Gerüchte und lässt Don Basilio von Figaro Fledermausflügel anziehen. Eine schillernde Echse in Rosinas Zimmer trägt wie sie eine überdimensionale Perlenkette, die von ihr kokett reitend geschwungen wird. Der Flügel im Musikzimmer hat keine Beine und dient auch als Tanzfläche oder gar als Metapher, wenn beim Spiel von Almaviva / Alonzo Schaum aus dem Instrument tritt… Bartolos Haus wird mit einem Violinschlüssel aufgeschlossen. Ein heftiges Gewitter zieht mit Blitz und Donner und mächtigem Rauch auf, Goldflitter führt zum guten Ende. Die farbenfroh akzentuierten Kostüme von Anne Buffetrille und Mirjam Ruschka decken allerlei Theaterstile ab. Dabei trifft stilisierte historische Kostüme am ehesten zu. Sie passen haargenau und sind keiner Mode unterworfen: Thomas de Vries (Bartolo) ist mit seinen gelockten Haaren, seinem dicken Leib, verborgen unter einem eleganten „Cutaway“ kaum wiederzuerkennen. Süß und scheinbar unschuldig sind das rosagepunktete Babydoll-Kleid mit Petticoat und einer großen mehrreihigen Perlenkette, weiße Söckchen, schwarze Lackschuhe und eine rosa Riesenschleife, die Rosina als Mündel im Haar trägt. Nicht mehr so naiv, trägt sie aufregende Kleider im Carmen-Look. Basilio, mit Elvis-Frisur, ist in einen Nadelstreifenanzug gekleidet wie auch der als Musiklehrer verkleidete Graf / Alonzo. Seine Kostüme unterstreichen die Charade: Uniform als Offizier der Prinzengarde (Männerballett 1748), verschiedenfarbige Torero-Anzüge… Mit grauer Jacke, einem Karo-Pullunder, Jeans und Turnschuhen saust Figaro über die Bühne. Schwarz-weiß gekleidet, dicke Lockenwickler tragend beobachtet Berta das Treiben… Bedienstete tragen Corona-Masken.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : IOAN Hotea als Graf Almaviva © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : IOAN Hotea als Graf Almaviva © Karl + Monika Forster

Mit immenser Spiellust

II barbiere di Siviglia ist die Oper, die ich bisher am häufigsten gesungen habe, und trotzdem höre ich nie auf, neue Details in der Partitur und an der Figur des Conte Almaviva zu entdecken. Die Komposition ist höchst ausdrucksstark, voller Virtuosität und ausgearbeitetem Humor, immer fesselnd!, so Ioan Hotea. Es ist ihm anzumerken, dass er die Rolle liebt: Keine Drücker, kein Forcieren, seine Stimme strömt kraftvoll und überaus differenziert. „Ah, che d’amore la fiamma io sento“…,welch eine wunderbar timbrierte, sauber intonierende Tenorstimme ist da zu erleben! Überaus komisch und nervend sein „Pace e gioia sia con voi!“ Thomas de Vries als Bartolo, ein glaubwürdig alter Zausel, kämpft unglaublich leichtfüßig mit seiner Leibesfülle. Höchst komödiantisch gibt er den von sich überzeugten Einfallspinsel: „A un dottor della mia sorte“… In Rosinas Musikunterricht setzt er geziert mit einer schönen Arie aus der guten alten Zeit dagegen Quando mi seivicina… und merkt nicht, dass alle über ihn lachen. Mit seinem Nuancenreichtum und seiner leidenschaftlichen Hingabe glänzt er mit allem, was einem Bartolo ein unverwechselbares Profil gibt. Seine sängerisch–darstellerische Ausdrucksskala ist wohltönend und prächtig, verfügt über eine großartige Diktion. Ein Glücksfall ist Silvia Hauer als Rosina. Schon rein optisch weiß sie zu gefallen – jeder Ausdruck gelingt ihr. Sie besitzt eine anregende Tiefe, ist koloraturgewandt und hat neben dem nötigen Stimmumfang einen spritzigen, charmanten, flüssigen Mezzosopran, der es ihr ermöglicht, als selbstbewusste, willensstarke Femme fatale, aber auch als kitschiges Liebesnaivchen zu kokettieren. Die berühmten Arien „Una voce poco fa…, Contro un cor che accende amore di verace invitto ardore“… und „A mezzanotte in punto“… gehen zu Herzen. Ungebremste extrovertierte Energie hat Hauer überdies. Auch Christopher Bolduc überzeugt als schlitzohriger Figaro, sieht blendend aus und zeigt ein übers Komödiantische hinausgehendes Profil. „Largo al factotum della città“, das ist er wirklich! Er wirbelt über die Bühne, ist Tausendsassa, Kuppler, Ideengeber und Schlaumeier. Die Welt, in der der immer einen Ausweg wissende Figaro die Fäden zieht, ist klein und groß zugleich. Großartig das Duett mit Almaviva: „All‘idea di quell metallo“… Bolduc fehlt es weder an Stimmkraft noch an Raffinesse im Ausdruck.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : Silvia Hauer als Rosina © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : Silvia Hauer als Rosina © Karl + Monika Forster

Young Doo Park singt einen stimmgewaltigen prachtvollen Basilio. Er hat eine ungeheure stimmliche und szenische Ausstrahlung! „La calunnia“, die Angst vor Verleumdung ergreift nicht nur Bartolo, sie geht auch auf das Publikum über… Diesen Bass hören zu dürfen, ist ein großes Vergnügen! Mit der Berta-Arie „Il vecchiotto cerca moglie“… ersingt sich Michelle Ryan einen besonders verdienten Applaus. Julian Habermann als Fiorillo ist ein ungeschickt anhänglicher Diener des Grafen, der ihm sogar vom Bühnenhimmel schwebend zur Hilfe kommt, und Thomas Braun der leicht vertrottelte, dennoch nützliche Notar Ambrosio. Erstklassig die letzten Strophen des Vaudeville-Finales – erschlagend durch Turbodrive und Turbulenzen: „Mi par d’esser con la testa in un’orrida fucina“... Die Rezitative begleitet zeitgemäß und sensibel Levi Hammer auf einem Hammerflügel, der auf der Bühne steht.

Ungewöhnlich, geschmeidig mit berauschender Lebenslust

Der Chor des Hessischen Staatstheater Wiesbaden unter der Leitung von Albert Horne zeigt wieder einmal, wie mühelos spielerisch und mit großer Präzision er in der Lage ist, eine Oper mitzutragen. Mit der Orchester-Reduktion des Hessischen Staatsorchester Wiesbaden geht der Musikalische Leiter, Konrad Junghänel, in der für ihn bekannten Art und Weise souverän und einfühlsam um. Musiker, die Abstand halten müssen, durch Trennwände voneinander getrennt und anders positioniert sind, werden leicht zu Solisten. Die Instrumentalisten sind sehr exponiert… So ist es äußerst schwierig, zu einem Gesamtklang zu finden. Junghänel gelingt es dennoch, den tänzerischen Elan aufleben zu lassen. Rossinis Partitur lebt von den aberwitzigen und völlig sinnfreien, aber artistischen Tempo-Steigerungen. Alles bedingt eine geschmeidige Leitung und berauschende Lebenslust. Das ist gelungen!

Das sichtlich amüsierte Publikum spendet viel Applaus – Nach langer kultureller Abstinenz ist es besonders glücklich!

 

Der Barbier von Sevilla am Hessischen Staatstheater Wiesbaden; die weiteren Vorstellungen am 11.9.; 13.9.; 17.9.; 18.9.; 19.9.; 26..9.; 21.10.; 1.11.2020 und mehr

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Das Lied von der Erde – Gustav Mahler, IOCO Kritik, 07.07.2020

 Kurhaus Wiesbaden / Friedrich von Thiersch Saal © Ingrid Freiberg

Kurhaus Wiesbaden / Friedrich von Thiersch Saal © Ingrid Freiberg

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Das Lied von der Erde – Gustav Mahler

Symphonischer Liederzyklus für Soli und Kammerorchester

bearbeitet von Arnold Schönberg, vollendet von Rainer Riehn 1983 –  aus dem Chinesischen übertragen  von Hans Bethge

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1. Das Trinklied vom Jammer der Erde – nach Li-Tai-Po (Tenor)

2. Der Einsame im Herbst – nach Chang Tsi (Bariton)

3. Von der Jugend – nach Li-Tai-Po (Tenor)

4. Von der Schönheit – nach Li-Tai-Po (Bariton)

5. Der Trunkene im Frühling – nach Li-Tai-Po (Tenor)

6. Der Abschied – Textneuschöpfung von Gustav Mahler  (Bariton)

von  Ingrid Freiberg

Wehmütige Gedanken im schönsten Kurhaus der Welt

In dem Corona-bedingt schon mit nur wenigen Zuhörer*innen ausverkauften Saal sitzend, das prächtige Ambiente bewundernd und sinnend, dass Kaiser Wilhelm II. im Mai 1907 der Einweihung des Kurhauses Wiesbaden beiwohnte, welches als Nachfolger des 1810 fertiggestellten kleineren Cursaals von Friedrich von Thiersch erbaut wurde, enden in wehmütigen Gedanken. Wenig hilfreich ist dabei, dass der Kaiser das Haus überschwänglich als das „schönste Kurhaus der Welt“ würdigte.

Yin und Yang in Gustav Mahlers Musik

Gustav Mahler Grabstätte in Wien © IOCO

Gustav Mahler Grabmal Wien © IOCO

1907 gelang das Insel-Bändchen Die chinesische Flöte in Gustav Mahlers Hände. Alma Mahler erinnert sich: Die Gedichte entzückten mich so sehr, dass ich sie meinem Ehemann vorlas. Hans Bethge, ein Orientalist, hatte die altchinesische Lyrik – knapp 70 Gedichte – ins Deutsche übertragen. Mahler war emotional sehr berührt und entdeckte sich in ihr wieder. Die Lyrik ist gezeichnet von Yin und Yang: vom Tag, der Nacht, dem Frühling, dem Herbst, von hell und dunkel. Jedes Stück wechselt sich im Charakter ab. Der Tenor singt das Lebensbejahende, das Exzessive, die Freude am Leben, der Bariton den Herbst, die Ruhe, den Frieden und zum Schluss den Abschied.

Der Abschied ist eine Textneuschöpfung Mahlers, der zwei Gedichte verschiedener Autoren mit eigenen Verszeilen kombinierte – in der Verbindung von rezitativischen und ariosen Elementen und der gattungsübergreifenden Formanlage eine Mittelposition einräumte. Die Musik gehört zum Berührendsten was Gustav Mahler geschrieben hat: Es ist ein Abschiednehmen von der Erde, ein Wandern in die Berge, wo das einsame Herz Ruhe findet… Damit hat er seinen Abschied vorbereitet. Der Komponist mag in den von ihm ausgewählten Gedichten des 8. und 9. Jahrhunderts, die die Entfaltung und Neige des menschlichen Lebens durch die Abfolge der Jahreszeiten symbolisieren, manches von der Ursprünglichkeit der Wunderhorn-Lyrik wiedergefunden haben.

Kurhaus Wiesbaden / Friedrich von Thiersch Saal © Ingrid Freiberg

Kurhaus Wiesbaden / Friedrich von Thiersch Saal © Ingrid Freiberg

Schicksalhafte Einbrüche

Das Jahr 1907 brachte dem Komponisten schicksalhafte Einbrüche: beruflich die Aufgabe der Wiener Direktorenposition und der Weggang nach New York, privat der plötzliche Tod seiner Tochter Maria Anna und die Diagnose des eigenen schweren Herzleidens. Alma hielt fest: …jetzt überfielen ihn diese maßlos traurigen Gedichte! Er skizzierte auf weiten einsamen Spaziergängen die Orchesterlieder, aus denen ein Jahr später Das Lied von der Erde werden sollte. Mahler war ein sogenannter Sommerkomponist, der sich in jedem Jahr ein Sommerhaus mietete, ein Klavier hineinstellte, um dort seine Symphonien zu schreiben. Das war ihm in seinem Schicksalsjahr 1907 nicht möglich… Während seiner Hauptarbeitsphase im darauffolgenden Sommer 1908 wandelte sich das ursprüngliche Lied-Konzept. Die Arbeit vergrößerte sich. Mahler verband die einzelnen Texte, komponierte Zwischenspiele. Die Lieder trugen der im Jugendstil verbreiteten Asiatica-Mode Rechnung.

Das außerordentliche Werk ließe sich doppelt definieren: als eine zum Symphonischen hin verdichtete Liederfolge oder als eine großangelegte Symphonie mit Singstimmen. Nach Abschluss der ins Oratorische sich öffnenden Achten und vor dem Entschluss zu weiteren, nun wieder rein instrumentalen Symphonie-Projekten, sah Mahler in der Mischgattung Lied von der Erde eine reizvolle Möglichkeit. Die nachfolgende Neunte konnte er vollenden, während es ihm bei der Zehnten nicht mehr möglich war.

 Kurhaus Wiesbaden / vl Klaus Florian Vogt, GMD Patrick Lange, Michael Volle © Ingrid Freiberg,

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Es gelangen mehrere Fassungen des Liedes von der Erde zur Aufführung: neben der großen Orchesterfassung, eine von Mahler selbst stammende Klavierfassung (statt Orchester), die über den Rang eines Klavierauszugs zu Studienzwecken hinausgehend für konzertmäßige Aufführungen gedacht ist, oder die später von Arnold Schönberg und Rainer Riehn erarbeitete kammermusikalische Fassung für 14 Instrumentalisten. Die Idee, in Wiesbaden eine kammermusikalische Fassung zur Aufführung zu bringen, kam von Klaus Florian Vogt. (Juraj Cizmarovic 1. Violine, Maryna Veremeeva, 2. Violine Irene Baiter Viola, Christoph Lambrecht Violoncello, Nicolà von Goetze Kontrabass, Mátyás Bicsák Flöte, André van Daalen Oboe, Franz-Josef Wahle Englischhorn, der sich mit diesem Konzert nach 37 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet, Adrian Krämer Klarinette, Dörte Sehrer Es-Klarinette, Charlotte Gombert Bassklarinette, Peter Brechtel Fagott, Jens Hentschel Horn, Edzard Locher, Martin Lorenz, Ferdinand Reitberger Schlagwerk, Joachim Enders Klavier, Tim Hawken Harmonium / Celesta).

 Kurhaus Wiesbaden / Klaus Florian Vogt © Ingrid Freiberg,

Kurhaus Wiesbaden / Klaus Florian Vogt © Ingrid Freiberg

Arnold Schönberg und der Verein für musikalische Privataufführungen

Diese Fassung ist hochinteressant und hat eine Vorgeschichte: In Wien gab es in den Jahren 1918 – 1923 einen Verein für musikalische Privataufführungen, den Arnold Schönberg gegründet hat. Ziel des Vereins war es, Musik der Zeit aufzuführen. Damals gab es noch keine Tonträger und damit auch keine Möglichkeit, Musik außerhalb eines Konzertsaales zu hören. So haben Schönberg und Kollegen für Freunde große Stücke klein arrangiert. Leider ist der Verein 1923 Pleite gegangen. Das ist auch der Grund, warum Schönberg Das Lied von der Erde nicht fertig arrangiert hat. Für ein Toblacher Mahler-Festival  im Jahre 1983 führte Riehn Schönbergs Arbeit am Lied von der Erde fort. An der vorgegebenen Besetzung änderte Riehn mit Ausnahme der fakultativen Hinzufügung einer Celesta für den Schluss des Abschieds, die das Ewig… begleitet und deren Kaskaden den Übergang zum Göttlichen herzergreifend beschreiben, nur den Verzicht auf eine 3. Violine. Schönberg hatte bereits die Fülle eines ganzen Orchesters in diese zwei Instrumente mit aufgeteilt und damit einen erstaunlich vollen Klang erreicht. Das ist insofern zu erwähnen, da Mahlers Musik meist als bombastisch gilt. Eine kammermusikalische Fassung kann eigentlich nur eine Essenz von diesem Riesenwerk sein und wird doch durch den höchst virtuosen Klavierpart, ein Harmonium vom Ende des 19. Jahrhunderts, die Celesta und das über die Maßen präzise und mit glühendem Engagement aufspielende Hessische Staatsorchester Wiesbaden zu einem Klangrausch.

Eine bedrückende Zeit wird für Wiesbaden zum Glücksfall

Es ist eine bedrückende Zeit, Corona hat die Kulturszene stark verändert: Die beiden Weltstars Klaus Florian Vogt und Michael Volle wären längst zu Proben in Bayreuth, wo sie als Stolzing und Sachs in der Wiederaufnahme der Meistersinger engagiert waren. Vogt wäre zudem der Siegmund im neuen Ring gewesen. Für Wiesbaden wird dieser für die beiden Künstler schmerzhafte Umstand allerdings zum Glücksfall.

Im Trinklied vom Jammer der Erde begeistert Klaus Florian Vogt mit seinem lyrischen Tenor, indem er wunderbar den Bogen zwischen …einem vollen Becher Weins zur rechten Zeit… und  …dunkel ist das Leben, ist der Tod… spannt. Der Textdichter Li-Tai-Po war, wie sein Übersetzer Hans Bethge schreibt, ein Abenteurer und Trinker. Der Trunkene im Frühling ist auch eine Verbindung mit Mahlers Zeitgenossen Friedrich Nietzsche: Welterkenntnis durch Rauschzustand und Einflüsterungen der Natur. Der Scherzocharakter wird durch die burleske Instrumentation mit Trillern, Pizzicati und lustigen Vorschlägen unterstrichen. Mit Leidenschaft, Seele und Zärtlichkeit verzaubert Vogt mit seiner prachtvollen Stimme das Publikum.

Kurhaus Wiesbaden / Michael Volle © Ingrid Freiberg

Kurhaus Wiesbaden / Michael Volle © Ingrid Freiberg

Mit hingebungsvoller Virtuosität berührt Michael Volle – bis zu Tränen – im Bekenntniswerk über Leben und Tod, über Jugend und Schönheit, über Sehnsucht und Vergänglichkeit. Der Einsame im Herbst ist ein Gleichnis für den Seelenzustand: Der Herbst in meinem Herzen währt zu lange. Der Tod wird als Stätte von Frieden und Heimat herbeigesehnt. Der leidenschaftliche Ausbruch: Sonne der Liebe, willst du nie mehr scheinen ergreift. Einfühlsam gelingt Volle die Interpretation Von der Schönheit der anmutigen jungen Mädchen. Sie wird nur durch einen atemlosen, marschartigen Mittelteil unterbrochen. Der Abschied ist das weitaus längste Lied – ein überwältigender Abgesang, ein zeit- und raumloser Abschied von der Liebe und dem Leben. Ist das überhaupt zum Aushalten? Werden sich die Menschen nicht danach umbringen?, fragte sich Mahler. Alle vorhergehenden Distanzierungen durch Burleske, Ironie oder Exotismus werden aufgehoben. Es ist eine musikalische Erzählung vom Sterben, die sich viel Zeit nimmt. Immer wieder gerät sie ins Stocken, unterbrochen von dem Tam-Tam-Schlägen des Todes: Die Welt schläft ein. Der Komponist fügte Zeilen aus einem eigenen Jugendgedicht ein: Die müden Menschen gehn heimwärts, um im Schlaf vergess‘nes Glück und Jugend neu zu lernen. Die kaum zu ertragende Sehnsucht nach dem Gefährten mündet in einen Trauermarsch. Danach antwortet der Freund sehr weich und ausdrucksvoll. Die erstarrte Trauer weicht einem warm strömenden Gesang, der die Gewissheit des Todes ruhig akzeptiert. Die Farben des Harmoniums und der Celesta kommen hinzu, für Mahler Klangsymbole der Weltentrücktheit. Das mehrfach wiederholte Wort Ewig… steht am Schluss, sich ins Unhörbare auflösend, gänzlich ersterbend. Volle gelingen sensible, privat anmutende Empfindungen.

Gustav Mahler HH © IOCO

Gustav Mahler HH © IOCO

Haben Sie eine Ahnung wie man das dirigieren soll? Ich nicht!, fragte der Dirigent und Mahler-Vertraute Bruno Walter den Komponisten, nachdem er die soeben fertiggestellte Partitur von dem mit Der Abschied betitelten letzten Satz studiert hatte. Mahlers Antwort darauf ist nicht überliefert – Walters Reaktion jedoch ist im Hinblick auf die emotionale Tiefe des Werkes nachvollziehbar. GMD Patrick Lange gelingt der enorme Kraftaufwand. Klangzauberisch entlockt er fein ausdifferenziert und nuanciert dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden innigste Soli – zwischen intimen Liebesschmerz und explodierenden Gefühlsausbrüchen verbindend. Die Grenze zwischen Klang und Stille verwischt sich. Leben geht in Tod auf.

Äußerst berührend ist die minutenlange Stille am Schluss – bis sich das Publikum, teilweise mit Tränen in den Augen, spontan zu Standing Ovations erhebt, die fast dreißig Minuten andauern.

—| IOCO Kritik Hessisches Staatsorchester Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Maifestspiele 2020 – Tristan und Isolde, IOCO Kritik, 03.06.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

 Hessisches Staatstheater  –  Internationale Maifestspiele 2020

Tristan und Isolde  –  Richard Wagner

von Ingrid Freiberg

O sink hernieder, Nacht der Liebe…

ist das Motto der diesjährigen Internationalen Maifestspiele 2020. Wie kein anderes Werk der Opernliteratur führt Richard Wagners Tristan und Isolde die Liebe zwischen zwei Menschen in ihrer ekstatischsten Form vor. Der Komponist bemächtigt sich Schopenhauers Philosophie mit ihrer Verneinung des Willens zum Leben und beschwört volle Bewusstlosigkeit, gänzliches Nichtsein, Verschwinden aller Träume. Wagner schrieb an Liszt: Da ich nun aber im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller Träume noch ein Denkmal setzen, in dem vom Anfang bis zum Ende diese Liebe sich so recht sättigen soll. Und sättigen wollten sich auch die Festspielbesucher. Insgesamt drei Opernabende waren geplant. Dann kam Corona… und die Hoffnung schwand, sich dem Liebesrausch hingeben zu können. Zuweilen fordert Hoffnung, aber auch die Bereitschaft, im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Die Verantwortlichen, und hier im Besonderen der Intendant Uwe Erich Laufenberg, fanden unter strengen Vorgaben eine Möglichkeit, das Hessische Staatstheater Wiesbaden ab dem 18. Mai 2020 wieder zu öffnen, was sogar in einem Artikel der New York Times Erwähnung fand.

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier: Andreas Schager als Trsitan und Catherine Foster als Isolde @ Andreas Etter

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier: Andreas Schager als Trsitan und Catherine Foster als Isolde @ Andreas Etter

Als Richard Wagner zum ersten Mal eine Fidelio-Aufführung besuchte, stand für ihn fest, Musiker zu werden. Zeit seines Lebens bewunderte er die Werke seines Komponistenkollegen… Da war es nur folgerichtig, dass anlässlich des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven der Kopfsatz der Kreutzer-Sonate auf dem Programm stand, vorgetragen von Lidia Baich und Alexandra Goloubitskaia.

Betörendes, einfühlsames Spiel

Bewundernswert sind der unbändige Ausdruckswillen beider Künstlerinnen, ihre technische Meisterschaft, die sich gerade in einem ausgesprochen leichtfüßigen und gelenkigen Phrasieren offenbart, ihr absolut präzises Miteinander und die Kunst des gegenseitigen Einfühlens. Für den Konzertsaal hat Wagner viele Albumblätter komponiert. Daneben gibt es einige Bearbeitungen durch andere Komponisten, gespielt wird die von August Wilhelmj. Er galt als einer der größten Violinen-Virtuosen seiner Zeit, erlangte als gefeierter Geigerkönig und Konzertmeister Weltruhm und sah sich Zeit seines Lebens aufs engste mit Wiesbaden verbunden. Die Romanze von Richard Wagner betört durch den zarten Klang der Guarneri von Lidia Baisch und das einfühlsame Spiel von Alexandra Goloubitskaia.

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier :  Rene Pape @ Katzer Media Group

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier : Rene Pape @ Katzer Media Group

Das Vorspiel zu Tristan und Isolde erklingt – bei geschlossenem Vorhang – überraschenderweise vom Tonband in einer Aufnahme der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Marek Janowski. Es ist magisch, an den Tristan-Akkord zu rühren, seine unbeugsame Kraft zu entfachen, aus der das Drama keimt, es am Leben erhält, bis Isolde das ihre aushaucht. Die Musik des Tristan nimmt vom Gesang her ihren Ausgang, erfüllt sich aber im Orchester, das symphonische Ausmaße hat. Die Sprache der Instrumente ist wie ein zusätzliches Organ der Personen auf der Bühne. Was eine Figur fühlt, denkt und tut, findet in Melodien, Harmonien und Rhythmen seinen Ausdruck. Das ließ befürchten, dass die Reduzierung auf Klavierbegleitung die Wirkung der Oper entzaubern könnte. Doch weit gefehlt! Alexandra Goloubitskaia versteht es mit Bravour, das Fehlen des Orchesters vergessen zu lassen und begleitet mit unbeschreiblicher Verve:

  1. Aufzug, 3. Szene Weh, ach wehe! Dies zu dulden!  –  Isolde, Brangäne
  1. Aufzug, 2. Szene O sink‘ hernieder, Nacht der Liebe  –  Tristan, Isolde
  1. Aufzug, 3. Szene Rette dich, Tristan – Tatest du’s wirklich  –  Kurwenal, Tristan, Melot, König Marke, Isolde
  1. Aufzug, 1.  Szene Wo ich erwacht  –  Tristan, Kurwenal

     3. Aufzug, 3.  Szene Mild und leise wie er lächelt  –  Isolde

Stimmen mit außerordentlicher Strahlkraft

Andreas Schager kehrt nach Wiesbaden zurück, wo ihm Fans – mit seinem Konterfei – einen tonnenschweren Findling platziert haben, in dem Nothung das Schwert der Hoffnung steckt. Freude und Erwartungen waren dementsprechend groß. Trotz vorgegebener Einschränkungen präsentiert sich einer der besten Heldentenöre im Liebesduett und in den Fieberträumen mit seiner alles überstrahlenden Stimme, in der Dramatik berührend, in der Lyrik überzeugend, mit leiser, attraktiv zurückgenommener Mittellage, sorgfältig und sinnvoll phrasiert. Schager versteht sich wie kaum ein anderer auf die Schmerzens- und Verrücktheits-Akzente mit wunderbarer Textverständlichkeit. Dabei ist ihm anzumerken, dass er das Bühnenspiel vermisst…

Der Filme (Pocahontas-Film The New World von Terrence Malick, Endzeitparabel Children of Men von Alfonso Cuarón, Die letzte Frau von Marco Ferreri), die Gérard Naziri während des Liebestraums auf eine Leinwand brachte, bedarf es bei diesen Weltklassesängern nicht; sie sind eher störend, schon deshalb, weil ein enger Bezug nicht erkennbar ist.

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier: Margarete Joswig, als Brangäne und Catherine Foster als Isolde @ Andreas Etter

Hessisches Staatstheater / Tristan und Isolde hier: Margarete Joswig, als Brangäne und Catherine Foster als Isolde @ Andreas Etter

Klar artikulierend, mit Strahlkraft weiß Catherine Foster Isolde mit Weh, ach wehe! Dies zu dulden! zu überzeugen, sie steigert sich kraftvoll glühend im Liebesduett O sink‘ hernieder, Nacht der Liebe… und mit dicht gestalteten Gesangsbögen und mühelosem Abschwellen der Spitzentöne zum Innigsten bei Mild und leise wie er lächelt… spontan, berührend, aufrichtig, mit viel Farbe, in ihr brennt ein heftige lyrische Flamme. …in des Welt-Atems wehendem All – ertrinken, versinken, unbewusst – höchste Lust! sind Isoldes letzte Worte.

René Pape gehört zu den besten lyrischen Bässen und ist einer der größten König Marke-Interpreten aller Zeiten. Mit eleganter Ausdrucksweise gelingt es seiner unverwechselbaren Stimme, Gänsehaut zu erzeugen… Er lebt König Marke, ist die Verkörperung eines stimmlich hochsouveränen und darstellerisch vergeistigten Königs, zeigt die Erschütterung über den Verrat Tristans. Die Stimme hat enormes Gewicht und elementare Kraft. Immer wieder überraschend: die tiefsinnige Phrasierung, die plastische Textdeutung. Mit opulentem Klang und Würde, samtiger Pracht entfaltet er den schmerzenden Monolog des Königs.

Der Dialog Wo ich erwacht zwischen Tristan und Kurwenal wird auch dank Thomas de Vries zu einem sängerischen Höhepunkt. Völlig unangestrengt, wunderbar leicht und sauber, doch voller Ausdrucksstärke ist er Tristans Getreuer, kein Untergebener, er ist ein Partner auf Augenhöhe. Brangäne Margarete Joswig, Isoldes Freundin, ist von der wild trotzenden Isolde mehr als einmal genervt. Sie vermag, zu explodieren… Die Mezzosopranistin singt dramatisch aufbrausend in ihrer fürsorglichen Liebe zu Isolde. Ihre Stimme hat ein unverwechselbares Timbre.  Die Violinistin Lidia Baich überzeugt bei Brangänes Warnrufen mit sehr sinnlichem und intensivem Spiel.  Aaron Cawley Melot verrät die Liebenden und gestaltet den Intriganten mit kräftigem Tenor.

Nicht enden wollende Standing Ovations! Noch nie haben sich Publikum und Künstler so verbunden gefühlt – es war eine Befreiung von einem langen Leiden…

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

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