München, Staatstheater am Gärtnerplatz, NEUJAHRSKONZERT, 01.01.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

NEUJAHRSKONZERT
»Buon anno a Venezia«
1. Januar 2019 um 18.00 Uhr

Chefdirigent Anthony Bramall lädt am 1. Januar zum diesjährigen NEUJAHRSKONZERT unter dem Titel »Buon anno a Venezia« – »Frohes neues Jahr in Venedig« erneut zu einem heiteren Crossover-Programm ins Gärtnerplatztheater ein. Die Solist/innen Jennifer O’Loughlin, Susanne Seimel, Ilia Staple, Matija Mei?, Gyula Rab, Alexandros Tsilogiannis, Erwin Windegger und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz präsentieren bekannte Melodien und Raritäten aus zweihundert Jahren Musikgeschichte, u. a. von Strawinski, Rossini, Monteverdi, Vivaldi, Strauss, Mahler und Offenbach.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Neujahrskonzert 2018 © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Neujahrskonzert 2018 © Christian POGO Zach

Musikalische Leitung und Moderation   Anthony Bramall
Dirigenten   Anthony Bramall, Kiril Stankow

Jennifer O’Loughlin, Susanne Seimel, Ilia Staple, Matija Mei?, Gyula Rab, Alexandros Tsilogiannis, Erwin Windegger

Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Programm

Igor Strawinski    Prelude zu »Rake’s Progress«
Gioachino Rossini    Ouvertüre zu »Semiramide«
Claudio Monteverdi    Duett »Pur ti miro, pur ti godo« aus »L?Incoronazione di Poppea«
Antonio Vivaldi    Auszug aus »Die vier Jahreszeiten«
Giuseppe Verdi    Arie »Ella mi fu rapita« aus »Rigoletto«
Arthur Sullivan    »From the Sunny Spanish Shore« und »In Enterprise of Martial Kind« aus »The Gondoliers«
Giuseppe Verdi    Ouvertüre und Arie »Sempre libera« aus »La traviata«
Johann Strauss    Ouvertüre zu »Nacht in Venedig«
John Barry    aus dem »James Bond« Soundtrack: Titelsong »From Russia with Love«
Amilcare Ponchielli    »Tanz der Stunden« und »Cielo e mar« aus »La Gioconda«
Igor Strawinski    »No word from« aus »Rake’s Progress«
Gustav Mahler    5. Sinfonie, Adagietto
Jacques Offenbach    Diamanten-Arie und »Barcarole« aus »Hoffmanns Erzählungen«
Giuseppe Verdi    »Libiamo« aus »La traviata«

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, 500. Vorstellung HÄNSEL UND GRETEL, 12.12.2018

November 28, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatstheater am Gärtnerplatz


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

500. Vorstellung HÄNSEL UND GRETEL
12. Dezember um 10.30 Uhr
Märchenoper
Musik von Engelbert Humperdinck
Dichtung von Adelheid Wette
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

am 12. Dezember, fast auf den Tag genau 44 Jahre nach der ersten Vorstellung (Premiere am 14. Dezember 1974), feiert das Gärtnerplatztheater die 500. Vorstellung von Engelbert Humperdincks Märchenoper HÄNSEL UND GRETEL in der beliebten Inszenierung von Peter Kertz. Der Regisseur wird anwesend sein.

Gärtnerplatztheater / Hänsel und Gretel - Valentina Stadler (Hänsel), Sophie Mitterhuber (Gretel) © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater / Hänsel und Gretel – Valentina Stadler (Hänsel), Sophie Mitterhuber (Gretel) © Christian POGO Zach

Generationen von Münchnerinnen und Münchner haben hier ihren ersten Theaterabend erlebt. In einer Inszenierung, die ihren Charme und ihre Faszination über all die Jahre erhalten hat. Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall erleben Sie in den Titelrollen Valentina Stadler als Hänsel und Sophie Mitterhuber in der Rolle der Gretel. Mathias Hausmann verkörpert Peter, Kammersängerin Elaine Ortiz Arandes Gertrud und die Knusperhexe wird von Juan Carlos Falcón dargeboten. Mit dem Orchester und Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Anlässlich des Jubiläums wird im Anschluss an die Vorstellung um ca. 12.40 Uhr eine kleine Überraschung an die Schüler/innen verteilt.
Musikalische Leitung   Anthony Bramall
Regie   nach Peter Kertz
Bühne / Kostüme   Herrmann Soherr
Licht   Jakob Bogensperger

Peter   Mathias Hausmann / Matija Mei?
Gertrud   Ann-Katrin Naidu / Elaine Ortiz Arandes
Hänsel   Anna-Katharina Tonauer / Valentina Stadler
Gretel   Sophie Mitterhuber / Mária Celeng
Knusperhexe   Juan Carlos Falcón / Maximilian Mayer
Sandmännchen   Valentina Stadler / Anna-Katharina Tonauer
Taumännchen   Ilia Staple / Jasmina Sakr / Frances Lucey

Kinderchor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

500. Vorstellung am 12. Dezember um 10.30 Uhr
Weitere Vorstellungen
November 28 / 29
Dezember 6 / 7 / 11 / 23 / 25
Januar 2

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Baden bei Wien, Stadttheater Baden, Der Bettelstudent – Carl Millöcker, IOCO Kritik, 17.06.2018

Juli 18, 2018 by  
Filed under Kritiken, Operette, Stadttheater Baden

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Bühne Baden

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO

Baden bei Wien – Das Stadttheater am Abend © IOCO – Kultur im Netz

DER BETTELSTUDENT  –  Carl Millöcker

– In der Sommerarena von Baden –

von Elisabeth König

Carl Millöcker Denkmal © IOCO

Carl Millöcker Denkmal © IOCO

Von Carl Millöcker in Baden bei Wien komponiert, kehrte der Bettelstudent in einer spritzigen und verjüngten Inszenierung an seinen Ursprungsort zurück und feierte am Samstag im Rahmen der Badener Sommerarena seine fulminante Premiere. Mit der von den Librettisten F. Zell und Richard Genée umgesetzten Geschichte Victorien Sardous (Les Noces de Fernande, dt. Fernandos Hochzeit) gelang dem 40jährigen Millöcker sein Durchbruch.

Die Handlung spielt im Krakau des Jahres 1704: Inmitten des polnischen Befreiungskrieges schmiedet der Gouverneur von Krakau, Oberst Ollendorf, Rachepläne gegen die Gräfinnen Nowalska, deren Tochter Laura ihm ihren Fächer ins Gesicht schlug, nachdem er sie auf die Schulter küsste. Hierzu holt er zwei inhaftierte Polen aus dem Gefängnis: Symon Rymanowicz, den Bettelstudenten, und Jan Janicki. Simon soll Laura als vorgeblicher Fürst Wybicki ehelichen, um sie gesellschaftlich zu blamieren. Simon und Laura verlieben sich unerwartet tatsächlich ineinander und so auch Lauras jüngere Schwester Bronislava in Jan, welcher sich schließlich als der polnische Volksheld Herzog Adam entpuppt. Die Liebe durchkreuzt Ollendorfs Pläne und ermöglicht nicht nur die Befreiung Polens, sondern auch ein Happy End in bester Operettentradition.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Ensemble und Robert R. Herzl als Enterich © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Ensemble und Robert R. Herzl als Enterich © www.christian-husar.com

Der Vorhang der Badener Sommerarena öffnet den Blick auf ein zeitloses Gefängnis, dessen Stacheldrahtzaun inmitten „traditioneller“ Kerkerfenster eine gewisse Tagesaktualität bot. Generell ist das Bühnenbild von Dietmar Solt ein gelungener Brückenschlag aus moderner und klassischer Ästhetik, dessen Zeitlosigkeit durch farbenprächtige Kostüme unterstrichen wird, und den Bogen spannt von der Zeit der Handlung bis in die Gegenwart.

Der moderne Blick auf diesen Operettenklassiker setzt sich auch konsequent in der Regie von Isabella Gregor fort, aus deren Feder auch die vorliegende Textfassung stammt. Frisch, humorvoll und mit einem klaren Bewusstsein für die ernsten Themen hinter dem Augenzwinkern nimmt die Regie Bezug auf die Tagespolitik – #metoo, bedingungslose Grundsicherung und Flüchtlingspolitik inbegriffen. Auch um Trump kam man im Couplet des Ollendorf nicht herum.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Johannes Terne als Onuphrie, Sylvia Rieser als Palmatica, Gräfin Nowalska, Regine Riel als Laura, Ilia Staple als Bronislawa © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Johannes Terne als Onuphrie, Sylvia Rieser als Palmatica, Gräfin Nowalska, Regine Riel als Laura, Ilia Staple als Bronislawa © www.christian-husar.com

Die intensive Auseinandersetzung Isabella Gregors mit dem Werk führte zur Wiederentdeckung einer Arie der Laura aus Millöckers Urfassung des „Bettelstudenten“ in der Österreichischen Nationalbibliothek. Diese Arie erklang gestern erstmals wieder auf einer österreichischen Bühne in einem neuen Orchesterarrangement von Oliver Ostermann, der auch vom Dirigentenpult den Abend sehr harmonisch leitete. Mit frischen, knackigen Tempi und viel Feingefühl behielt er den Witz und Charme der Musik in jeder Minute aufrecht und sorgte gemeinsam mit dem Orchester der Bühne Baden für eine prickelnde Aufführung in dieser lauen Sommernacht.

Sängerisch bot der Abend viele schöne Momente. Regina Riel sang die Laura mit zarten Zwischentönen und einer wunderschönen Klarheit, die, wie vom künstlerischen Leiter Michael Lakner sehr treffend bezeichnet, an Gundula Janowitz erinnert und vermochte es, aus einem oftmals sperrigen Charakter eine charmesprühende Vollblutfrau zu machen. Als ihre Schwester Bronislawa bezauberte die Linzerin Ilia Staple mit glockenheller Stimme und unbändiger Lebhaftigkeit – und Hunger – das Publikum und ihren Jan Janicki. Sylvia Rieser spielte die herrische Mutter mit so viel Liebe für ihre Töchter, dass neben vielen Lachern auch das Mitgefühl des Publikums auf ihrer Seite blieben. Matjaž Stopinšek erlebte man im Hauptpart des Symon Rymanowicz mit großer Verve und schmelzigem Tenor. Sein Feuer wurde ausgeglichen durch Ricardo Frenzel Baudisch, der mit Eleganz und jugendlichem Charme den Jan Janicki gab. Jochen Schmeckenbecher verlieh dem Abend Staatsopernniveau. Sein Oberst Ollendorf erhob sich über dessen übliche Charakterisierung als komischer Aufschneider und verlieh ihm eine gefährliche Schärfe, deren genussvolle Bosheit in seinem Triumph des zweiten Aktes ihren Höhepunkt erreicht und ihn als Bösewicht des Stückes glaubhaft macht. Als kongeniales Offizierskleeblatt agierten Anton Graner (Major Wangenheim), Sebastian Huppmann (Rittmeister Henrici), Michael Fischer (Leutnant Schweinitz) und Thomas Malik (Kornett Richthofen). Aus der von der Regie perfekt durchgezogenen individualisierten Personenführung erwuchsen auch abseits der textuellen Witze viele humoristische Momente, die im Hintergrund der Handlung der Hauptfiguren den perfekten Rahmen gab.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Ensemble,  erhöht, Regina Riel als Laura, Jochen Schmeckenbecher als Ollendorf © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Ensemble,  erhöht, Regina Riel als Laura, Jochen Schmeckenbecher als Ollendorf © www.christian-husar.com

Johannes Terne als Onuphrie zeigte in Baden, warum das Wiener Burgtheater zu den größten deutschsprachigen Theaterhäusern zählt und gab ein herzzerreißendes Faktotum – oder AIO (All-in-one), wie er es so schön formulierte. Robert R. Herzl als Enterich gab einen piratischen Gefängniswärter dessen Beweglichkeit und irrwitzigen Ticks das komische Charakterfach in seiner vollen Bandbreite ausschöpfte und damit für laute Lacher und frenetischen Beifall sorgte. Ihm zur Seite Justus Seeger (Puffke) und Mahdi Niakan (Piffke), als quicklebendiges Duo. Abwechselnd komisch-dümmlich und bauernschlau sorgten auch sie für viele Lacher.

Generell ist die Führung des Chors und des Ensembles durch die Regie lobend hervorzuheben. Auch die Choreografie von Michael Kropf trug ein wesentliches Teil zum Gelingen des Gesamtkonzepts bei. So tanzten nicht nur im Hintergrund Ballett und Chor, auch die Solisten schwangen fröhlich das Tanzbein.

Alles in allem bot die Sommerarena Baden einen vergnüglichen Operettenabend auf höchstem Niveau, und beweist, dass Operette immer noch sehr lebendig ist. Das Publikum zeigte sich gut unterhalten und dankte für den fantastischen Abend mit tosendem Applaus. Und sollten auch Kleinigkeiten dem Premierenfieber zum Opfer gefallen sein: Schwamm drüber, Schwamm drüber.

Der Bettelstududent in der Sommerarena von Baden bei Wien; weitere Vorstellungen 21.7.; 22.7.; 27.7; 2.8.; 3.8.; 9.8.; 10.8.2018 un mehr

—| IOCO Kritik Bühne Baden |—