Hagen, Theater Hagen, IL TURCO IN ITALIA – Gioacchino Rossini, 02.03.2019

Januar 31, 2019 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen / IL TURCO IN ITALIA © Klaus Lefebvre.

Theater Hagen / IL TURCO IN ITALIA © Klaus Lefebvre

IL TURCO IN ITALIA  – Gioacchino Rossini

Premiere: Samstag, 2. Februar 2019, 19.30 Uhr, Theater Hagen

Die nächste Premiere im Theater Hagen (Großes Haus) findet am 2. Februar 2019 (19.30 Uhr) statt: Auf dem Programm steht die Oper Il turco in Italia (Der Türke in Italien) von Gioacchino Rossini.

Gioacchino Rossini Paris © IOCO

Gioacchino Rossini Paris © IOCO

In dieser komischen Oper dreht sich alles um die exzentrische und temperamentvolle Fiorilla, die sich vor Verehrern nicht retten kann. Das missfällt ihrem Ehemann Geronio selbstverständlich … Als dann auch noch ein reicher Türke nach Italien kommt, der Gefallen an Fiorilla findet (und sie an ihm), hört der Spaß auf. Doch wenigstens einer kommt auf seine Kosten: Der Filmemacher Prosdocimo fühlt sich von diesen amourösen Geschehnissen und weiteren turbulenten Ereignissen inspiriert und will sie in sein neuestes Werk einbauen – das Leben schreibt schließlich die besten Geschichten … Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion werden in Il turco in Italia durch die Figur des Prosdocimo verwischt.

Rossini war zum Zeitpunkt der Uraufführung 1814 der beliebteste Komponist Europas, und mit dieser leichthändigen Parodie auf die Stereotype der Opera buffa gelang es ihm, ein weiteres Werk zu schaffen, das durch seine überschäumende Lebensfreude und komödiantische Explosivität bis heute begeistert.

Der Regisseur Christian von Götz, der Ausstatter Lukas Noll sowie die Choreographin Kerstin Ried stellen sich mit dieser Inszenierung dem Publikum des Theaters Hagen vor: Mit viel Tempo und Mitteln der Commedia dell’arte bringen sie die aktionsgeladene Opera buffa auf die Bühne und beschwören dabei im Italien der 20er Jahre die Ära des Stummfilms herauf. Die Musikalische Leitung übernimmt Steffen Müller-Gabriel, der zusammen mit dem Sänger-Ensemble die rasanten Parlandi und virtuosen Koloraturen aus Rossinis Partitur eindrucksvoll und mitreißend präsentiert.

Es singen und spielen: Marilyn Bennett, Leonardo Ferrando/Juan de Dios Mateos, Kenneth Mattice, Matthew Overmeyer, Francesco Rescio, Marie-Pierre Roy, Dong-Won Seo, Rainer Zaun, Chor des Theaters Hagen, Statisterie des Theaters Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen.

Weitere Vorstellungen: 8.2. (19.30 Uhr); 15.2. (19.30 Uhr); 7.3. (19.30 Uhr); 14.3. (19.30 Uhr); 20.3. (19.30 Uhr); 31.3. (15.00 Uhr); 24.4. (19.30 Uhr); 19.5. (15.00 Uhr); 1.6. (19.30 Uhr); 7.6. (19.30 Uhr); 19.6. (19.30 Uhr); 30.6.2019 (18.00 Uhr)

DIE STUNDE DER KRITIK:

Freitag, 8. Februar 2019, im Anschluss an die Vorstellung um ca. 22.10 Uhr im Theatercafé – Eintritt frei. – Zu Gast: Pedro Obiera (Kulturmagazin O-Ton u.a.)


Besetzung:

Musikalische Leitung Steffen Müller-Gabriel  ?  Inszenierung Christian von Götz ? Bühne und Kostüme Lukas Noll ? Choreographie Kerstin Ried, Christian von Götz ? Licht Ernst Schießl ? Chor Wolfgang Müller-Salow  ? Dramaturgie Rebecca Graitl

Mit  Marilyn Bennett, Leonardo Ferrando/Juan de Dios Mateos, Kenneth Mattice, Matthew Overmeyer, Francesco Rescio, Marie-Pierre Roy, Dong-Won Seo, Rainer Zaun ? Chor des Theaters Hagen ? Statisterie des Theaters Hagen / Philharmonisches Orchester Hagen

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Wien, Theater an der Wien, Il Turco in Italia im Sommer Stagione, IOCO Kritik, 17.7.2009

Juli 17, 2009 by  
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Kritik

Theater an der Wien

Theater an der Wien © IOCO

Theater an der Wien © IOCO

 Il Turco in Italia im Stagione

Von Angela Thierry

Gioacchino Rossinis Oper Il Turco in Italia, 1814 an der Mailander Scala uraufgeführt, ist in diesem Sommer im Theater an der Wien   ein  Mittelpunkt der Sommer Stagione. Diese Oper – immer ein wenig im Schatten von Rossinis Italienerin in Algier – besitzt jedoch alles, was eine gute Komödie braucht. Abweichend von den seinerzeit geltenden Konventionen der Opernlibretti ließ der Textdichter Felice Romani in diesem Stück die Handlung stets von einem Außenstehenden kommentieren und erzeugte damit zugleich ungewohnte Distanz und Komik. Starke Charaktere, viele Verwicklungen, Liebe, Leid und Leidenschaft. Wenn das alles szenisch so umgesetzt, wird wie von Regisseur Christof Loy, dessen Produktion aus dem Jahr 2005 Benedikt von Peter brillant und mit Liebe zum Detail neu einstudiert hat, ist das Opernglück perfekt.

Worum es geht?

Die Handlung der Oper (…der Dichter Prosdocimo soll eine neue Oper schreiben….) wurde ins Neapel der 1970er Jahre verlegt, zumindest in dieser Inszenierung. Hier verdreht die junge, kecke, sehr polygame Fiorilla nicht nur ihrem Ehemann Don Geronio den Kopf. Mit Don Narciso hält sie sich einen schneidigen Liebhaber; auch ein Türke namens Selim weckt Fiorillas erotisches Interesse.

Dass dies nicht lange gut gehen kann, versteht sich. Denn auch des Türken verstoßene Frau Zaida, und ein nach einem guten Opernstoff suchender Dichter mischen kräftig mit. Bis zu Fiorillas Läuterung – hier wird dann auch die Einsamkeit und Tragik aller Beteiligten sichtbar – ist also viel Chaos programmiert.

Christof Loy, Benedikt von Peter, und Ausstatter Herbert Murauer setzen dieses Chaos federleicht und mit höchster Präzision in Szene. Ein toller Regie-Einfall jagt den nächsten, Gag folgt auf Gag. So schwebt Selim auf einem fliegenden Teppich in Neapel ein, der Dichter ist stets zur falschen Zeit am falschen Ort und bekommt Schläge ab, Eifersuchtsszenen werden in Boxkampf-Manier ausgetragen.

Die Sänger sind mit Freude bei der Sache: Allen voran die erst 26-jährige Nino Machaidze als darstellerisch herrlich kokette, vokal vor allem bei den Koloraturen exzellente Fiorilla. Sie war DIE Neuentdeckung der Salzburger Festspiele 2008. Nino Machaidze sprang für die damals wegen der Babypause verhinderten Anna Netrebko an der Seite von Rolando Villazón in „Roméo et Juliette“ ein. Nino Machaidze ist – wenn sie auf ihre schön geführte Stimme aufpasst – ein ganz großes Versprechen für die Zukunft. Wegen ihres attraktiven Aussehens wird sie bereits „Angelina Jolie der Oper“ genannt.

Nicht minder gut: Ildebrando d´Arcangelo als hinreißend komischer, stimmlich hervorragender Selim, der einen Macho aus dem Bilderbuch gibt. Als sein Konkurrent in Liebesdingen beweist Renato Girolami, dass man die Partie des Don Geronio sehr fein singen kann. Eine ausgezeichnete, auch spielerisch fabelhafte Leistung des Baritons.

Dazu kommen David Alegret als wackerer Don Narciso, Enrico Marabelli als präsenter Dichter, und die intensive Paola Gardina. Ein sicheres und starkes Ensemble, unterstützt vom Arnold Schönberg Chor.

Fabio Luisi als souveräner Dirigent mit den bestens disponierten Wiener Symphonikern ­ernten sehr verdienten und großen Jubel beim Publikum. Leider wird in diesem Sommer  diese Oper   im  Theater an der Wien  nicht mehr aufgeführt. Enttäuschten  Opernfreunden  empfehlen wir  dann  am  1., 4.,  6.,  8., 11. und  14.  August ebenfalls im Theater an der Wien  den  Besuch von  Mozarts  Don Giovanni  mit  Erwin Schrott in der Partie des Don Giovanni.

 

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