Dresden, Sächsische Staatskapelle, Staatskapelle – Konzertsaison 2021/22, IOCO Aktuell, 08.07.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle  –  Konzertsaison 2021/2022

Aufbruch ins Unbekannte: letzte Werke, neue Aspekte 

Zum Ende einer pandemiebedingt größtenteils unterbrochenen Spielzeit veröffentlicht die Sächsische Staatskapelle Dresden ihre Programme und Vorhaben für die Saison 2021/2022. Nach der Zäsur der vergangenen Monate reflektieren letzte Werke großer Komponisten über Ende und Neuanfang. Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert trotz seines Sabbaticals u. a. die Neunten von Beethoven und Bruckner. Neben Konzerten mit dem Ersten Gastdirigenten Myung-Whun Chung und Ehrendirigent Herbert Blomstedt wird Antoine Tamestit als neuer Capell-Virtuos des 473 Jahre alten Klangkörpers mehrfach in Dresden zu erleben sein. Neuer Capell-Compositeur ist der deutsche Komponist und Dirigent Matthias Pintscher.

Sächsische Staatskapelle Dresden mit Chor unter Daniel Harding in der Semperoper © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden mit Chor unter Daniel Harding in der Semperoper © Matthias Creutziger

Christian Thielemann vollendet Beethoven-Zyklus

Mit Beginn der Saison schließen Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle ihren vor zwei Jahren begonnenen Zyklus sämtlicher Symphonien Ludwig van Beethovens ab. Im 1. Symphoniekonzert erklingen die gegenüber seinen anderen Symphonien oft vernachlässigte Achte und die bisherige Gattungsgrenzen sprengende Neunte des großen Klassikers. »Für mich ist es rückblickend fast ein kleines Wunder, dass wir trotz aller Absagen und Spielplanänderungen unseren Beethoven-Zyklus wie geplant durch die Pandemie gebracht haben«, so Thielemann. »Insbesondere in den beiden letzten Symphonien erkennt man den gereiften Komponisten: Beethovens Achte hat eine gewisse Doppelbödigkeit, die uns als Zuhörer etwas ratlos zurücklässt. Und bei der monumentalen Neunten vergessen wir oft, wie radikal sie dem damaligen Publikum vorgekommen sein muss. Zurecht haben wir uns für die Erarbeitung aller Symphonien fast zwei Jahre Zeit gelassen – so entstand eine Durchdringung und ein wirkliches Verstehen dieser einmaligen Meisterwerke der Konzertliteratur.«

In den Konzerten zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 setzt Christian Thielemann einen Fokus auf Anton Bruckner. Dessen letzte Symphonie, in vielerlei Hinsicht die radikalste des Komponisten, blieb unvollendet. An die Stelle des fehlenden Finalsatzes stellt er Bruckners Te Deum – ein Werk, das den Komponisten mit Stolz erfüllte und mit dem er zu Lebzeiten einen seiner größten Erfolge feierte.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Alexander Zemlinsky im Oktober 2021 dirigiert Thielemann im Mai dessen Lyrische Symphonie für Sopran, Bariton und Orchester.

Erneut zeichnet der Chefdirigent der Staatskapelle musikalisch für das vom ZDF übertragene Silvesterkonzert verantwortlich. Nach der Absage im vergangenen Jahr werden Teile des Programms mit Highlights aus Schlager, Filmmusik und Operette der 1920er-Jahre in diesem Jahr erklingen; als Solisten treten die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, der Tenor Saimir Pirgu und der Pianist Igor Levit auf. Tourneen führen Thielemann mit der Staatskapelle u. a. nach Hamburg, Zürich, Budapest, Graz, Wien und Paris.

Myung-Whun Chung und Herbert Blomstedt

Zweimal in der nächsten Saison ist Myung-Whun Chung, Erster Gastdirigent des Orchesters, am Pult der Staatskapelle zu erleben: im Juni 2022 mit Schumanns Cello­konzert, gemeinsam mit Sol Gabetta, und Tschaikowskys Pathétique sowie zuvor im 2. Symphoniekonzert in der Doppelfunktion als Dirigent und Klaviersolist in Beethovens »Tripelkonzert«, gemeinsam mit den Konzertmeistern der Staatskapelle, Matthias Wollong und Norbert Anger.

Auch Ehrendirigent Herbert Blomstedt kehrt nach Dresden zurück: Im Sonderkonzert am 473. Gründungstag der Sächsischen Staatskapelle Dresden stellt der 93-Jährige Schuberts »Unvollendete« Symphonie Bruckners »Romantischer« gegenüber.

Capell-Virtuos: Antoine Tamestit

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Bratscher Antoine Tamesit © Julien Mignot

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Bratscher Antoine Tamestit © Julien Mignot

Der Bratscher Antoine Tamestit gilt als einer der wichtigsten Botschafter seines Instru­ments. Bei der Staatskapelle war er – auf Einladung von Frank Peter Zimmermann, dem damaligen Capell-Virtuosen – vor zwei Jahren erstmals zu Gast. Als neuer Capell-Virtuos wird der weltweit gefeierte Konzertsolist, Kammermusiker und Hochschullehrer in der Saison 2021/2022 mehrfach gemeinsam mit der Staatskapelle auftreten.

Seine Residenz eröffnet der Franzose im November mit Bartóks Violakonzert, dem letz­ten, in Skizzen überlieferten Werk des ungarischen Komponisten – das Konzert wird er unter der Lei­tung von Christian Thielemann im April 2022 auch bei den Osterfestspielen in Salzburg interpretieren. Unter der Leitung von Daniel Harding kehrt Tamestit außerdem im Januar mit William Waltons Bratschenkonzert nach Dresden zurück. Das Programm prä­sentieren beide Künstler gemeinsam mit der Staatskapelle anschließend bei Gastspielen im Concertgebouw Amsterdam und im Wiener Konzerthaus. Zum Finale seiner Dresd­ner Residenz zeigt Tamestit im Mai nochmals alle musikalischen Facetten der Viola im traditionellen Rezital des Capell-Virtuosen, das den Bogen von Bach über Brahms und Fauré bis hin zur britischen Komponistin und Bratschistin Rebecca Clarke schlägt.

Capell-Compositeur: Matthias Pintscher

1998 erregte der im nordrhein-westfälischen Marl geborene Komponist Matthias Pintscher mit der Uraufführung der Oper »Thomas Chatterton« an der Semp­eroper internationales Aufsehen. Nach über 20 Jahren kehrt Pintscher nun als Capell-Compositeur der Saison 2021/2022 wieder nach Dresden zurück. In seinem Sonderkon­zert im Februar wird er in der Doppelrolle als Dirigent und Komponist zu erleben sein; dabei erklingt sein im Frühjahr 2020 entstandenes Orchesterwerk »Neharot« als Deut­sche Erstaufführung. Pintschers Konzert »Chute d’Étoiles« für zwei Trompeten und Orchester, inspiriert von der Ausstellung »Sternenfall« des deutschen Malers und Bild­hauers Anselm Kiefer, steht im 7. Symphoniekonzert unter der Leitung von Vladimir Jurowski auf dem Programm.

Fokus Schostakowitsch

Von Anfang an engagiert sich die Sächsische Staatskapelle Dresden bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch, hier die Besprechung von Thomas Thielemann, seit 2016 veranstaltet sie zudem ein Dresdner Sonderkonzert am Vorabend des beliebten Kammermusikfestivals in der Sächsischen Schweiz. In dieser Saison kombiniert Omer Meir Wellber, Erster Gastdiri­gent der Semperoper, Dmitri Schostakowitschs Symphonien Nr. 1 und Nr. 9 mit Sofia Gubaidulinas Violinkonzert »Offertorium« mit Vadim Gluzman als Solisten.

Das Konzert beschließt damit eine Auseinandersetzung mit dem Werk des russischen Komponisten, die die gesamte Spielzeit durchzieht: Mit der »Leningrader« gibt Tugan Sokhiev im Dezember sein Debüt am Pult der Staatskapelle; für das 7. Symphonie­konzert wählt Vladimir Jurowski seine 15. und letzte Symphonie. Auch der Saisonbe­ginn steht im Zeichen Schostakowitschs: Im inzwischen zur guten Tradition gewordenen Auftaktkonzert des Gustav Mahler Jugendorchesters, seit 2012 Partnerorchester der Staatskapelle, dirigiert Manfred Honeck Schostakowitschs Zehnte Symphonie.

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Chefdirigent Christina Thielemann © Thomas Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / hier Chefdirigent Christina Thielemann © Thomas Creutziger

Weitere Konzerte, Tourneen – Osterfestspiele Salzburg

Anlässlich des 175. Geburtstags des langjährigen Generalmusikdirektors Ernst von Schuch, dem Begründer der großen Dresdner Strauss-Tradition, leitet Franz Welser-Möst Richard Strauss’ Tondichtung Don Quixote in einem Sonderkonzert im Kulturpalast. Auch Ton Koopman holt sein im vergangenen Jahr ausgefallenes Barock-Programm mit Werken von Bach, Haydn, Vivaldi und Händel nach. Lorenzo Viotti rahmt im 3. Symphoniekonzert Bartóks Bratschenkonzert mit Musik von Kodály, Poulenc und Ravels zweiter Daphnis et Chloé-Suite. Im Palmsonntagskonzert legt Manfred Honeck mit Werken aus dem Jahr 1791 den Fokus auf das letzte Lebensjahr Wolfgang Amadeus Mozarts. Zum Abschluss der Konzertsaison dirigiert Daniele Gatti Gustav Mahlers letzte vollendete Symphonie, die Neunte.

Das Adventskonzert in der Frauenkirche leitet erstmals Petr Popelka, ehemals stellvertretender Solokontrabassist der Sächsischen Staatskapelle. Mit Kapelle für Kids und Projekten wie Ohne Frack auf Tour führt das Orchester sein Engagement für jüngste Zuhörer und neue Besuchergruppen fort. Die kapelleigene Kammermusik, die aus dem 1854 gegründeten Tonkünstler-Verein hervorging, widmet anlässlich des Festjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, hier eine Produktion aus Köln, den 2. Kammerabend der Saison jüdischen Komponisten, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.

Als weltweit gefragter Klangkörper ist die Staatskapelle – soweit es das Pandemiegeschehen zulässt – wieder in den musikalischen Metropolen Europas zu Gast. Erstmals laden Christian Thielemann und die Staatskapelle in einer Saison zweifach an die Salzach ein: Zu den Osterfestspielen im Herbst (als Ersatz für die ausgefallenen Festivaltage im Frühjahr) und im April 2022 zu den ersten regulären Osterfestspielen Salzburg seit 2019 als krönenden Abschluss einer erfolgreichen Partnerschaft.

Das vollständige Programm der Spielzeit 2021/2022 sowie hochaufgelöste Pressefotos finden Sie unter www.staatskapelle-dresden.de. Die Saisonvorschau der Staatskapelle wird Anfang August 2021 gedruckt vorliegen und ist bereits online auch hier einsehbar

: » zum Konzertplan 2021/2022.

Der Kartenvorverkauf für die Vorstellungen im August & September 2021 beginnt am 13. Juli 2021 um 10 Uhr.

Der Kartenverkauf für den Monat Oktober startet voraussichtlich Mitte September 2021, für die Monate November und Dezember vorrausichtlich Anfang Oktober 2021.

—| IOCO Aktuell Sächsische Staatskapelle Dresden |—


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Düsseldorf, Tonhalle, Igor Levit – Ein frohgesinnter Leserbrief, IOCO Zuschrift, 07.05.2021

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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Igor Levit  – Artist in Residence – Tonhalle Düsseldorf

Ein frohgesinnter Leserbrief

Der hochgeschätzte Pianist  Igor Levit wurde von der Tonhalle Düsseldorf ab  September 2021 zum Artist in Residence bestellt. Hier der link zum ausführlichen IOCO – Bericht zur Bestellung von Igor Levit.

Diese Bestellung hat in der IOCO Community und der Leserschaft eine außerordentliche Resonanz erzielt. So publizieren wir gerne, mit Genehmigung der Autorin Monique Wiethoff, ihren  Leserbrief, der unsere IOCO – Redaktion erreicht hat.

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Liebe IOCO Kultur Gemeinde,

wer schon das Buch Hauskonzert von Igor Levit und Florian Zinnecker  (Hanser Literaturverlage) zu Ende gelesen hat, wird gespürt haben, wie der Künstler zunehmend unter den Einschränkungen und Belastungen der Corona-Zeit gelitten hat. Umso mehr freuen wir uns, dass ihn nun die Tonhalle Düsseldorf zu ihrem Artist in Residence erwählt hat. Für uns Düsseldorfer ist das ein besonderes Geschenk.

Ich gehöre zu jenen, die Igor und seinem Spiel schon nach den ersten zwei Takten verfallen sind. Dass ich in den Genuss dieser zwei Takte kam und vieler (aber nie zu vieler) mehr, verdanke ich Wolfram Goertz. Ich denke, dass über Goertz eine besondere Beziehung von Igor Levit zu Düsseldorf entstanden ist.

Und diese Beziehung ist wohl so gelaufen: Wolfram Goertz ist nicht nur Musikkritiker und -Redakteur (u.a. DIE ZEIT, Rheinische Post), nicht nur Mediziner, Hochschullehrer und vieles andere. Goertz betreut auch kranke und bedürftige Musiker in Düsseldorf. Interdisziplinarische Ambulanz für Musiker-Medizin nennt sich das Projekt. Für seine Unterstützung organisierte er 2014 hier im Robert-Schumann-Saal ein Benefiz-Konzert, ausschließlich mit lieben Laien-Künstlern aus dem Düsseldorfer Umfeld. Etwas boshaft habe ich dies Konzert damals heimlich als „das rheinische Gartenlaubenkonzert“ bezeichnet. Aber, es gab eine Überraschung. Als letzten Programmpunkt kündigte uns Wolfram Goertz einen jungen Pianisten an, den er unlängst im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival  interviewt hatte.

Anstelle so vieler Worte, zu denen Igor, wie wir nun wissen, inzwischen ebenso gut fähig ist, setzte er sich damals mit einem Lächeln an den Flügel und spielte auswendig eine Bach-Partita, faszinierend und lang – sie sind alle lang. Typisch für Igor („A Mensch“), dass er sich dann von Wolfram Goertz zu diesem Benefiz-Auftritt einladen ließ. Vermutlich war dies seine Ouvertüre in Düsseldorf.  Wieder Bach. Und was für ein Bach.

Während sich für mich als Kind das Wohltemperierte Klavier meines Vaters, wenn er aufs Mittagessen wartete, wie das Tackern einer emsigen Nähmaschine anhörte, gab es hier Stille und Heiterkeit. Und unmittelbar den Wunsch, viel mehr davon zu genießen. Tatsächlich gab es bald viel mehr im Rahmen der Ruhrfestspiele in Duisburg. Alle sechs Bach-Partiten, drei Stunden, auswendig, an einem warmen Sommer-Nachmittag und -Abend im rostig-kantigen Stahlmuseum. Der Kontrast zwischen den Relikten menschlicher Mühsal und einem geahnten Ewigkeitsklang konnte größer nicht sein. Da wusste ich bereits, dass Igor im folgenden Jahr wieder in Düsseldorf zu hören sein würde mit allen Beethoven-Sonaten, kostbaren acht Konzerten.

Und nun, nach langer Abwesenheit ist er zurück – als Artist in Residence an der Tonhalle Düsseldorf. Ich heiße Igor Levit zutiefst  willkommen!   Wenn ich dies auch nur von den hinteren Rängen aus rufen werde – Willkommen!  Auch die große IOCO Kultur Community schließt  sich diesem Willkommensgruß gern an.

Uns allen bald eine „open house“ – Tonhalle und „full house“ mit Igor Levit  wünscht,

Monique Wiethof

P.S. Igor Levit  hat in seinem oben erwähnten Hauskonzert auch geschrieben, dass er das Buch Radetzkymarsch von Joseph Roth gelesen hat. Also hab ich dies ihm nachgetan und liebe nun beide.

—| IOCO Aktuell Tonhalle Düsseldorf |—


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Düsseldorf, Tonhalle, Igor Levit – Artist in Residence, IOCO Aktuell, 05.05.2021

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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Igor Levit – Artist in Residence in der Tonhalle

Pianist Igor Levit ist in der Saison 2021/2022 Artist in Residence in der Tonhalle Düsseldorf. In acht Konzerten verteilt über acht Monate beweist Levit seine enge Bindung an das Konzerthaus. Als Vorgeschmack präsentiert die Tonhalle am 6. Mai 2021 um 20 Uhr den Star-Pianisten in einem exklusiven Livestream-Konzert. Der Soloabend mit Werken von Brahms und Beethoven wird Levits letzter Stream im öffentlichen Raum sein und kostenlos auf www.tonhalle.de und dem YouTube-Kanal der Tonhalle übertragen. Das Konzert bleibt anschließend einen Monat lang abrufbar.

Bei einer digitalen Pressekonferenz am heutigen Dienstag stellten Igor Levit, Intendant Michael Becker und Burkhard Glashoff, Geschäftsführer Konzert Theater Kontor Heinersdorff, die Motive und Pläne für die Residence vor, die die Tonhalle und KTK Heinersdorff gemeinsam präsentieren.

Igor Levit und die Tonhalle verbindet bereits eine jahrelange gemeinsame Geschichte, seit 2010 tritt der Pianist regelmäßig in dem Konzerthaus in Düsseldorf auf. Unvergessen bleibt u. a. Levits erster Beethoven-Zyklus überhaupt, als er in der Saison 2015/16 an acht Abenden sämtliche 32 Beethoven-Klaviersonaten in der Tonhalle spielte.

Für Igor Levit ist die Residence eine echte Herzensangelegenheit und »family affair«: »Mit wenigen Konzertsälen und Orten verbinde ich so viel Schönes wie mit der Tonhalle Düsseldorf. Hier durfte ich zum ersten Mal meinen Beethovenzyklus spielen, der extrem wichtig für mich war und enorm viel in meiner musikalischen Laufbahn ausgelöst hat. Hier verbindet mich eine enge Freundschaft zu Michael Becker und Burkhard Glashoff. Nun Artist in Residence in Düsseldorf zu werden, erfüllt mich mit allergrößter Freude, und ich kann es kaum erwarten, das Publikum in der Tonhalle wiederzusehen!«

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Igor Levit war unter den ersten Künstlern, die auf die Coronakrise musikalisch reagiert haben. Bereits ab Mitte März 2020 streamte er regelmäßig live auf Twitter und Instagram über 50 »Hauskonzerte« aus seiner Berliner Wohnung. Levit umschreibt sich selbst als »Bürger, Europäer, Pianist« und ist für seinen Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit genauso bekannt wie für seine musikalische Meisterschaft. So widmete er seinen Beethoven-Zyklus 2015 in der Tonhalle den Menschen, »die unverschuldet ohne Hab und Gut gezwungen wurden, ihre Freiheit aufzugeben, ihr Leben aufzugeben, ihr Haus aufzugeben, ihre Heimat aufzugeben«. Levit appellierte an das Publikum, Neuankömmlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen und sich gegen »die gefährlichen, unmenschlichen, faschistoiden, radikalen Rattenfänger und deren Mitläufer« zu wehren. Als Levit den Opus Klassik als »Instrumentalist des Jahres 2019« gewann, widmete er seinen Preis den Opfern des Terroranschlags von Halle. In einem Interview mit der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ gab er zu Protokoll, er wolle »nicht nur der Mann sein, der die Tasten drückt«. Durch sein politisches Engagement findet Levit Gehör weit über die Konzertbühnen hinaus.

IGOR LEVIT – HIER – Live-Stream Konzert am 6.5.2021 – 20.00 Uhr
Tonhalle Düsseldorf
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»Igor Levit passt wie angegossen zur Tonhalle«

Intendant Michael Becker kennt Igor Levit noch aus dessen Jugendzeit in Hannover und begleitet seinen künstlerischen Weg bereits seit vielen Jahren. »Igor Levit passt wie angegossen zur Tonhalle: Er ist ein Mensch, der auch jenseits seiner Kunst unablässig kommuniziert und so auch außerhalb der Musikwelt viel bewegt. Die Tonhalle ist ein kommunizierendes Konzerthaus, das sich nicht nur seinem Publikum, sondern der Gesellschaft eng verbunden fühlt. Sie verleiht einen Menschenrechtspreis, bietet eine Plattform für die Freie Szene, unterstützt gewaltfreie Erziehung und erreicht auch während des Lockdowns Hunderttausende mit gestreamten Live-Konzerten«, so Becker.

Auch Burkhard Glashoff unterstreicht Levits Ausnahmestellung: »Ich kenne wenige Künstler, die so neugierig und vielseitig interessiert sind wie Igor Levit. Daher freut es mich besonders, dass Igor im Rahmen seiner Residence in der Tonhalle ein breites Spektrum seines künstlerischen Wirkens präsentieren wird

Tonhalle Düsseldorf / Igor Levit hier Hauskonzerte © Felix Broede

Tonhalle Düsseldorf / Igor Levit hier Hauskonzerte © Felix Broede

1987 in Nizhni Nowgorod, Russland, ehemals auch Gorki genannt, an der Wolga gelegen, geboren, siedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland um. Sein Klavierstudium in Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Für sein politisches Engagement wurde Igor Levit 2019 der 5. Internationale Beethovenpreis verliehen. Im Januar 2020 folgte die Auszeichnung mit der »Statue B« des Internationalen Auschwitz Komitees anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz. Im Oktober 2020 verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz.

Igor Levit ist »Artist of the Year 2020« der Gramophone Classical Music Awards, Musical America’s »Recording Artist of the Year 2020« und Preisträger des »2018 Gilmore Artist Award«. Im November 2020 erfolgte die Nominierung für einen Grammy in der Kategorie »Best Classical Instrumental Solo«. Die New York Times beschrieb Igor Levit als einen der »bedeutendsten Künstler seiner Generation«, die ›Süddeutsche Zeitung‹ als »Glücksfall« für das heutige Konzertgeschehen. Seit 2019 ist er Professor für Klavier an seiner Alma Mater, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Levit gastiert mit den weltweit führenden Orchestern, unter anderen mit den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra oder dem New York Philharmonic. Er spielte Europa-Tourneen mit den Wiener Philharmonikern, dem Tonhalleorchester Zürich und dem Pittsburgh Symphony Orchestra. Rezitals führen ihn regelmäßig zur Carnegie Hall, zum Concertgebouw Amsterdam und dem Wiener Musikverein. Levit macht immer wieder auch mit Musikprojekten abseits der klassischen Konzertbühnen von sich reden, zum Beispiel mit der aufsehenerregenden Inszenierung von Bachs Goldberg-Variationen gemeinsam mit der Performance-Künstlerin Marina Abramovi? 2015 in New York.

IGOR LEVIT – Die Mondscheinsonate – Beethoven: Sonata No. 14, Op. 27 No. 2,
Sony Classical
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Im Laufe von Levits Residence 2021/22 an der Tonhalle Düsseldorf darf sich das Publikum auf Symphoniekonzerte, Kammermusik und Soloabende mit ihm freuen, auf Kollaborationen mit den Düsseldorfer Symphonikern unter Adam Fischer, dem Orchestre de Paris unter Manfred Honeck und dem Mahler Chamber Orchestra unter Elim Chan, auf Werke von Beethoven, Brahms, Bartók, Reger, Gershwin, Schostakowitsch, Stevenson und Bolcom.

Den Auftakt zur Residence bildet bereits am Donnerstag, 6.6.2021, ein besonderer Livestream aus der Tonhalle. Igor Levit spielt einen Soloabend mit Stücken, die er sehr mit dem vergangenen Jahr verbindet: »Brahms’6 Choralvorspiele‹ und ›Vier ernste Gesänge‹, arrangiert von Max Reger, sind fast nie auf den Konzertbühnen zu hören. Ich habe sie während des Corona-Lockdowns in einem meiner ›Hauskonzerte‹ gespielt, und zu kaum einem Programm habe ich mehr positive Zuschriften erhalten. Es sind Selbst-Begegnungen und Stücke, die eigentlich keinen Applaus brauchen. « Außerdem wird Beethovens Klaviersonate Nr. 31 As-Dur zu hören sein.

Streams brauche ich nicht mehr, ich bin ihrer müde

Levit kündigte während der Pressekonferenz vom 4.5.2021 an, dass der Livestream in der Tonhalle Düsseldorf sein letzter im öffentlichen Raum sein werde: »Streams brauche ich nicht mehr, ich bin ihrer müde. Sicherlich werde ich noch Konzerte aus dem privaten Rahmen meines Zuhauses live übertragen, aber nicht mehr von einer Konzertbühne. Dieses Solo-Programm in der Tonhalle bildet den perfekten Abschluss und es kommt von Herzen – ein anderes Programm hätte ich nicht mehr im Livestream gespielt.«

—| IOCO Aktuell Tonhalle Düsseldorf |—


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München, Bayerische Staatsoper, kostenlose Livestream Angebote ab 23.03.2020

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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Live und kostenlos: Weitere Montagskonzerte ab 23. März

Jeweils ab 20.15 Uhr auf STAATSOPER.TV, live und kostenlos: Das Programm der Montagskonzerte wird sich aus Liedgesang, Solo-Instrumentalisten sowie kammermusikalischen und tänzerischen Darbietungen zusammensetzen.

Mit dabei sind über die kommenden Montage verteilt Musikerinnen und Musiker des Bayerischen Staatsorchesters, Tänzerinnen und Tänzer des Bayerischen Staatsballetts sowie der Staatsoper eng verbundene Künstlerinnen und Künstler wie Geigerin Julia Fischer, Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, Bariton Christian Gerhaher, Pianist Gerold Huber, Tenor Jonas Kaufmann, Bariton Michael Nagy und Bass Tareq Nazmi. Das detaillierte Programm sowie die Verfügbarkeit eine on demand werden zu einem späteren Zeitpunkt auf unserer Homepage bekannt gegeben.


Die nächsten Video-on-Demand-Angebote


George Balanchines JEWELS

Ab dem kommenden Samstag, 21. März, präsentiert das Bayerische Staatsballett George Balanchines Jewels (2019).

28 Stunden Video-on-Demand
Vom Sa, 21. März 2020, 19.30 Uhr bis 22. März 2020, 23.59 Uhr kostenlos verfügbar


LUCIA DI LAMMERMOOR

Am 25. März folgt Donizettis Lucia di Lammermoor mit Diana Damrau in der Titelpartie und Pavol Breslik als Edgardo, in einer Inszenierung von Barbara Wysocka aus dem Jahr 2015. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Generalmusikdirektor Kirill Petrenko.

14 Tage Video-on-Demand
Vom 25. März 2020, 12.00 Uhr bis 8. April 2020, 11.59 Uhr kostenlos verfügbar


Weitere kostenlose Online-Angebote bis zum 19. April


Verlängert bis 26.3. | Video-on-Demand: JUDITH 

https://operlive.de/judith/


14.3. bis 28.3. | Video-on-Demand: IL TROVATORE 

mit Jonas Kaufmann und Anja Harteros

https://operlive.de/trovatore/


17.3. bis 31.3. | Video-on-Demand: 1. Montagskonzert

u. a. mit Igor Levit und Christian Gerhaher

https://operlive.de/akademiekonzert19-20/

 

—| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |—


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