München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Das Leben des Brian – Komisches Oratorium, IOCO Kritik,

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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

MONTY PYTHON’S   –   Das Leben des Brian

Ein komisches Oratorium

von Daniela Zimmermann

Keine Rezension sollte mit einem Bravo beginnen; aber lassen Sie mich heute eine Ausnahme von dieser Regel machen!  Das Leben des Brian, das „komische Oratorium“,  am Gärtnerplatztheater in München: Welch  packende  Musik, welch  ein schöner Abend.

Alles begann 1979 mit dem Film Das Leben des Brian, um jene mythisch, legendäre Kultband Monty Python und deren Mitbegründer Eric Idle. Die satirische Betrachtung um das Leben Jesus Christus wurde ein Welterfolg.  Ergänzt wurde dieser Erfolg  mit der Uraufführung in Toronto des als „komisches Oratorium“ beschriebenen  Das Leben des Brian; aus der Feder von Eric Idle und dem Komponisten John Du Prez. Die Übertragung des „Oratoriums“ in deutsche Worte meisterte ein Kabarettist, Thomas Pigor. So konnte am 15. Juli 2021 auch die deutschsprachige Erstaufführung in München im Gärtnerplatztheater auf die Bühne kommen.

Das Leben des Brian – Monty Pythons „komisches Oratorium“
youtube Trailer Theater am Gärtnerplatz
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Die schräge Handlung des „Oratoriums“:  Judäa, vor ca. 2.021 Jahren: Im Stall neben dem von Maria und Josef kommt Brian zur Welt. 33 Jahre später hat er Wichtigeres zu tun, als sich einem damaligen Volkshelden namens Jesus Christus anzuschließen. Naiv beginnt Brian eine Karriere als Untergrundkämpfer gegen die Römer, bis er durch einen dummen Zufall für den Messias gehalten wird. Prompt landet er vor Pontius Pilatus, wird als Aufrührer verurteilt und muss sich noch am Kreuz hängend anhören: »Always Look on the Bright Side of Life«!

Bei einem Oratorium gibt es kein Bühnenbild. Das Orchester ist im Hintergrund sichtbar und wird von Howard Arman dirigiert. Dann kommt der Chor und in der vordersten Reihe der Evangelist, Erwin Windegger, der uns diese herrlich skurrile Geschichte des Brian  mit viel Charme und Witz präsentiert, “jeder nur ein Kreuz“. An seiner Seite, die vier Solostimmen. Anna Agathonos, die mit ihrer warmen Altstimme, die alleinerziehende Mutter des Brian darstellt.  Großartig brilliant der Tenor, Maximilian Mayer als Brian und ebenso wunderbar hinreißend Julia Sturzelbaum, Sopran, als Judith, die Geliebte Brians und Mitstreiterin in der Römer feindlichen “Volksfront von Judäa“. Die Partie des   Schwanzus Longus füllt  Alexander Grassauer mit wohl timbriertem Bass.

Theater am Gärtnerplatz / Das leben des Brian - hier: vl. Anna Agathonos, Maximilian Mayer, Julia Sturzlbaum, Alexander Grassauer, Erwin Windegger © Christian POGO Zach

Theater am Gärtnerplatz / Das leben des Brian – hier: vl. Anna Agathonos, Maximilian Mayer, Julia Sturzlbaum, Alexander Grassauer, Erwin Windegger © Christian POGO Zach

Eric Idle ist ein Fan von Händels Messias und daran orientiert sich auch sein „komisches Oratorium„. Nur Brian ist nicht der Messias, nur ein Nachbar, geboren im Stall neben Jesus. Jung erwachsen, kämpft er im Untergrund gegen die Römer, und wird schließlich fälschlicher Weise, allen Beteuerungen zum Trotz, als der Messias erkannt. Das erzählt uns auch die vielschichtige Musik wieder mit ein bisschen Händel für den Messias; aber auch Jazz, Popp, Gospel, Spirituals, Schlager, Flamenco und selbst die bayerische Blasmusik fehlen nicht in dieser deutschen Erstaufführung. Das Oratoium wird von Regisseurin Nicole Claudia Weber szenisch verstärkt: So steppt mal ein Schaf (Peter Neustifter),elegant durch die Bühne, dann schwebt eine Flamenco-Tänzerin durch oder die fränkischen Barbaren zeigen sich mit wilden Hüten recht streitbar. Die Solisten bekräftigen ihren Gesang durch spielfreudige Mimik und Motorik.

Theater am Gärtnerplatz / Das leben des Brian - hier: vl .Julia Sturzlbaum, Peter Neustifter, Alexander Grassauerr © Christian POGO Zach

Theater am Gärtnerplatz / Das leben des Brian – hier: vl .Julia Sturzlbaum, Peter Neustifter, Alexander Grassauerr © Christian POGO Zach

Ausgezeichnet auch der durch die Pandemie reduzierte Chor des Gärtnerplatztheaters. Sie kommentieren köstlich die Solisten. So singen sie im Lämmerkostüm von den scharfen Schafen, oder „was ham die Römer uns schon gebracht“, erfolgt eine Aufzählung. Sie bieten mit ihrem Gesang ein Feuerwerk von musikalischem Witz. Leider kommt es auch hier zur Kreuzigung, aber was tröstliches singt der Chor „Du bist an der frischen Luft, was Besseres kann Dir nicht passieren.“ Und beim letzten Lied, das wohl berühmteste aller Songs von Monty Python  „Always Look on the Bright Side of Life“.

Alle Besucher im Gärtnerplatztheater lächeln, singen schmunzelnd mit: Standing Ovations für Ensemble, Dirigent und Orchester.

Das Leben des Brian am Gärtnerplatztheater in München; die nächsten VGorstellungen am 13.3.; 4.4.; 30.4.2021

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—


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München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Spielzeitpremiere, Hänsel und Gretel, 04.12.2019

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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

»Hänsel und Gretel«
Märchenoper

Musik von Engelbert Humperdinck
Dichtung von Adelheid Wette

am 14. Dezember 1974 feierte die Märchenoper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck in der Inszenierung von Peter Kertz Premiere im Staatstheater am Gärtnerplatz.

Vor 45 Jahren, am 14. Dezember 1974, feierte die Märchenoper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck in der Inszenierung von Peter Kertz Premiere im Staatstheater am Gärtnerplatz.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Hänsel und Gretel -Csilla Csövari (Gretel), Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Kinderchor © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Hänsel und Gretel -Csilla Csövari (Gretel), Anna-Katharina Tonauer (Hänsel), Kinderchor © Christian POGO Zach

Das arme Geschwisterpaar Hänsel und Gretel wird von seiner Mutter zum Beerensuchen in den Wald geschickt. Bald schon finden die Kinder nicht mehr aus dem Wald heraus und müssen unter dem Schutz von 14 Engeln die Nacht in der einsamen Düsternis verbringen, wo sie schließlich auf das Pfefferkuchenhaus der bösen Knusperhexe stoßen.

Die Geschichte von Hänsel und Gretel zählt wohl zu den bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Engelbert Humperdinck und seine Librettistin Adelheid Wette schufen aus dem bekannten Stoff eine der erfolgreichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Seit seiner Weimarer Uraufführung im Jahre 1893 gehört das Werk zum weihnachtlichen Standardrepertoire jedes Musiktheaterhauses und begeistert bis heute Jung und Alt.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Hänsel und Gretel - Frances Lucey (Taumännchen) © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Hänsel und Gretel – Frances Lucey (Taumännchen) © Christian POGO Zach

Märchenoper
Musik von Engelbert Humperdinck
Dichtung von Adelheid Wette

Premiere am 14. Dezember 1974

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Howard Arman / Oleg Ptashnikov
Regie nach Peter Kertz
Bühne / Kostüme: Herrmann Soherr

Besetzung
Peter: Matija Mei? / Mathias Hausmann
Gertrud: Ann-Katrin Naidu / Alexandra Reinprecht / Ildikó Raimondi
Hänsel: Anna-Katharina Tonauer / Valentina Stadler
Gretel: Mária Celeng / Jennifer O’Loughlin / Ilia Staple
Knusperhexe: Juan Carlos Falcón / Anna Agathonos
Sandmännchen: Valentina Stadler / Anna-Katharina Tonauer
Taumännchen: Julia Duscher

Kinderchor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Spielzeitpremiere: 4. Dezember 2019
Weitere Vorstellungen:
5./6./11./18./19./20./23./29. Dezember
3./4. Januar

Altersempfehlung ab 6 Jahren

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—


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Hannover, Staatsoper Hannover, Die Krönung der Poppea – Claudio Monteverdi, 07.06.2019

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Die Krönung der Poppea  – Claudio Monteverdi

Premiere 7. Juni 2019 

Mit der vorletzten Premiere in der Saison 2018/19 kehrt die Staatsoper Hannover zurück zu den Ursprüngen der Operngeschichte: Die Krönung der Poppea von Claudio Monteverdi, 1567  – 1643,  feiern am 7. Juni 2019  Premiere im Opernhaus.

»Verehrt mich, betet mich an und nennt mich euren Herrscher« – so weist im Prolog von Claudio Monteverdis letzter Oper der kindliche Gott Amor selbstbewusst die beiden Göttinnen des Schicksals und der Tugend zurecht, die kurz vorher in einen Streit darüber geraten waren, welche von ihnen die Mächtigere sei, und die dabei den Verfall ihrer Macht eingestehen mussten. Um seinen Anspruch auf den Chefsessel im Olymp zu unterstreichen, führt Amor sogleich ein menschliches Experiment durch, das beweisen soll, dass die Welt nach der Pfeife seiner Launen tanzt. In einer Welt, in der moralische Grundsätze ihre Bedeutung verloren haben, findet Amor einen Gleichgesinnten – wie er selbst ein herrschsüchtiges Kind, das verehrt und angebetet werden möchte, das sich gegen ältere Autoritäten auflehnt und seine Launen frei und skrupellos auszuleben sucht: der römische Kaiser Nero.

Claudio Monteverdi, Venedig © IOCO

Claudio Monteverdi, Venedig © IOCO

Obwohl mit Ottavia verheiratet, hat er sich unsterblich in die wunderschöne Poppea verliebt, die nun ihrerseits ihre alte Liebe Ottone zurückweist, weil sie nicht nur scharf auf Nero, sondern auch auf die kaiserliche Macht ist. Und weil sich auch die eifersüchtige Ottavia nicht gerade zimperlich im Umgang mit Menschenleben erweist und sich mit Ottone gegen Poppea verschwört, findet man schnell einen Grund, sie und alle Widersacher loszuwerden. Nur Neros Lehrer Seneca, der Philosoph und Vertreter einer stoischen, leidenschaftslosen und rationalen Weltsicht, versucht als einzige moralische Instanz in das Geschehen einzugreifen und seinen Zögling auf die rechte Bahn zurückzuführen. Doch seine hehren Grundsätze von einem vernunftbestimmten und gerechten Herrschertum verhallen als leere Worthülsen in einem Raum entfesselter Leidenschaften.

Als eine der bedeutendsten Opernschöpfungen des 17. Jahrhunderts ist Die Krönung der Poppea die Apotheose einer skrupellosen Liebe jenseits von Gut und Böse, einer Liebe, für die moralische Prinzipien keine Gültigkeit mehr haben. In ihrer Ambivalenz, in der der Konflikt zwischen Moral, Vernunft und einer Leidenschaft, die auf ihrem Recht beharrt, letztlich ungelöst bleibt, erweist sich die bis heute nicht verblasste Modernität dieser Oper, die erstmals in der Musikgeschichte nicht mythologische Gestalten auf die Bühne bringt, sondern leibhaftige Menschen. Die Abkehr von allegorischen Bedeutungen und moralischen Belehrungen und die Hinwendung zum Einzelschicksal und zum individuellen Handeln in seiner Triebhaftigkeit findet seine Entsprechung in der ausdifferenzierten musikalischen Gestaltung, die das Innenleben der Personen in seinen feinsten Schwankungen nachvollzieht. Dadurch wird das Spannungsverhältnis zwischen Machtstrukturen und der Utopie einer grenzenlosen Freiheit betont, die letztlich doch ungreifbar bleibt, weil der Weg dorthin über Leichen führt.

In seinem letzten Bühnenwerk stellt Monteverdi nicht mehr mythologische Wesen in den Mittelpunkt der Handlung, sondern ganz „normale“ Menschen und thema-tisiert die allzu menschlichen Züge gerade der obersten Gesellschaftsschichten. So geht es in Die Krönung der Poppea unter anderem um eine machtgierige verheiratete Frau, die mit dem römischen Kaiser Nero anbändelt, um selbst Kaiserin zu werden, einen Herrscher, der seine Frau loswerden will, um ungestört seine neue Liebschaft genießen zu können und um zwei eifersüchtige verlassene Ehepartner, die auch vor einem Mordkomplott nicht zurückschrecken.Bei diesem Ensemblestück über Leidenschaft und Moral sind insgesamt elf Sän-gerinnen und Sänger der Staatsoper zu erleben, unter anderem Stella Motina und Monika Walerowicz als skrupelloses Liebespaar Poppea und Kaiser Nero sowie Julie-Marie Sundal und Josy Santos als verlassene Ehepartner Ottone und Ottavia. Regie führt Ingo Kerkhof, der seine Regiearbeit in Hannover bereits mit Monteverdis erster Oper L’Orfeo in der Spielzeit 2006/07 begann. Am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters, durch eine Continuo-Gruppe ergänzt, steht Howard Arman.

 

Karten für die Premiere am 7. Juni und alle weiteren Vorstellungen sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—


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