Bielefeld, Theater Bielefeld, Musical LAZARUS : David Bowie & Enda Walsh, 18.05.2019

April 29, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

LAZARUS – David Bowie & Enda Walsh

Premiere Samstag 18.05.19 – 19:30 Uhr

Ein Musical von David Bowie und Enda Walsh // nach dem Roman The Man Who Fell to Earth von Walter Trevis // Deutsch von Peter Torberg // Spartenübergreifende Produktion von Schauspiel und Musiktheater

Als David Bowie am 10. Januar 2016 starb, hinterließ er der Welt eine Menge guter Musik, unzählige fotografische Zeugnisse seines Nebenjobs als Trendsetter und viele weitere Requisiten des Gesamtkunstwerks, zu dem er sein Leben gestaltet hatte – sowie ein so rätselhaftes wie faszinierendes Musical namens Lazarus. Der Titel spielt auf einen Freund Jesu an, der laut dem Johannes-Evangelium an einer Krankheit gestorben war und von diesem aus dem Tod zurückgeholt wurde. Der wichtigere Schlüssel ist die Hauptfigur Thomas Newton: Der war im Film Der Mann, der vom Himmel fiel (1976) als Außerirdischer zur Erde gekommen, um die BewohnerInnen seines versandeten Heimatplaneten langfristig mit Wasser zu versorgen. Zwar hatte dieser Newton aufgrund seiner weiterentwickelten Intelligenz rasch das nötige Kapital zusammen, um diese logistische Herausforderung Realität werden zu lassen, doch die Menschheit zeigte ihm die kalte Schulter – und Newton, gespielt von David Bowie, vereinsamte; seine Mission blieb Utopie.

Das Musical, das Bowie kurz vor seinem Tod mit dem irischen Schriftsteller Enda Walsh verfasste, nimmt den Erzählfaden wieder auf, macht Newton zur ewig jugendlichen Installation Bowies in seiner New Yorker Wohnung, der sich in verschiedenen Wirklichkeiten verfängt und weder sterben noch leben kann. Da ist der unerfüllte Liebesschmerz zu Mary Lou; ein rätselhaftes Mädchen taucht auf und bringt Vorgänge in Erinnerung, die Newton entfallen zu sein scheinen. Seine Assistentin fühlt sich von ihm angezogen, kann und will aber ihr bürgerliches Leben nicht aufgeben. Schließlich kreist Valentine ihn ein, eine Art Teufel, der sich als Drahtzieher entpuppt und der vermeintlich stillstehenden Geschichte plötzlich enorme Zugkraft verleiht.

David Bowies unsterbliche Songs wie Absolute Beginners, Life on Mars?, Where are we now?, This is not America oder Heroes durchziehen den Plot und geben ihm eine ganz eigene Dramaturgie – am Theater Bielefeld sind sie bei William Ward Murta und seiner Band in den besten Händen. Intendant Michael Heicks inszeniert Lazarus als spartenübergreifende Produktion im Bühnenbild von Annette Breuer und den Kostümen von Franziska Gebhardt. Sascha Vredenburg kreiert die Video-Ebene, Giovanni Cuccaro choreografiert das Ensemble.

Thomas Newton wird verkörpert von Nikolaj Alexander Brucker, der derzeit noch als Professor Higgins in My Fair Lady zu erleben ist. Susanne Schieffer als Mädchen, Oliver Baierl als Valentine und Christina Huckle als Elly spielen die weiteren tragenden Rollen, flankiert von Michaela Duhme, Jeannine Michèle Wacker und Theresa Christahl/Ulrike Figgener als Teenage Girls. Cornelius Gebert, Jan Hille Henriette Nagel und Alexander Stürmer vervollständigen das Lazarus-Ensemble, das durch Mitglieder von E-Motion erweitert wird.

Musikalische Leitung William Ward Murta,  Inszenierung Michael Heicks Bühne Annette Breuer Kostüme Franziska Gebhardt Choreografie Giovanni Cuccaro Video Sascha Vredenburg Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Oliver Baierl, Nikolaj Alexander Brucker, Theresa Christahl/Ulrike Figgener, Michaela Duhme, Cornelius Gebert, Jan Hille, Christina Huckle, Henriette Nagel, Susanne Schieffer, Alexander Stürmer, Jeannine Michèle Wacker, Mitgliedern von E-Motion, Lazarus-Band

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q, Frühlings Erwachen (Spring Awakening) und My Fair Lady.

Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül, für das er in fünf Kategorien beim Deutschen Musical-Theaterpreis nominiert und mit dem von New England Biolabs (NEB) ausgelobten »Passion in Science Award 2019« in der Kategorie »Arts & Creativity« ausgezeichnet wurde.

INSZENIERUNG
Michael Heicks ist seit Januar 2005 Intendant des Theaters Bielefeld. Der Regisseur war zuvor von 2000 bis 2004 Schauspieldirektor des Bielefelder Theaters. Hier inszenierte er u. a. W. Shakespeares Was ihr wollt, Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt, R. Goetz‘ Jeff Koons, die Uraufführung von R. Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Effi Briest von T. Fontane, N. LaButes das maß der dinge, die Uraufführung von V. Olmis Meeresrand sowie M. Rinkes Republik Vineta und Café Umberto, die Deutsche Erstaufführung von Z. Fibichs Oper Der Sturm, die Uraufführung von M. Arns’ Heul doch!, Tschechows Der Kirschgarten, die Uraufführung von T. Peuckerts Elende Väter und R. Thomas‘ Kriminalkomödie Acht Frauen sowie M. Svobodas Oper Erwin, das Naturtalent. Zuletzt führte er Regie u. a. bei Ewig jung, Terror, Der Seewolf, Istanbul, Show!, Paare. Liebe ist eine Geisteskrankheit, Die Kommune, Väter und Söhne sowie Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon.

Bevor Michael Heicks nach Bielefeld kam, arbeitete er als freier Regisseur mit Inszenierungen am Staatstheater Braunschweig, Staatstheater Oldenburg, Grips Theater Berlin, Deutschen Theater Göttingen, Theater Salzburg, bei den Freilichtspiele Schwäbisch Hall, am Theater Basel, Theater am Neumarkt in Zürich und am Thalia Theater Hamburg. Er studierte von 1979 bis 1984 Schauspiel und Regie an der Akademie der darstellenden Kunst, Otto-Falckenberg-Schule, München. Nach seinem Studium folgten Regiearbeiten in München und Salzburg sowie einige Arbeiten an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Seit 1997 inszeniert Heicks auch Opern und arbeitete als Dozent an der Musikhochschule Hamburg und der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

BÜHNE
Die in Köln geborene Bühnenbildnerin Annette Breuer arbeitete bereits mehrfach am Theater Bielefeld, so u. a. mit der Regisseurin Isabel Osthues bei Igor Bauersimas norway.today, zusammen mit Michael Heicks bei den Inszenierungen von Rainald Goetz’ Jeff Koons, der Uraufführung von Ror Wolfs Nachrichten aus der bewohnten Welt, Neil LaButes das maß der dinge, Das Fest von Thomas Vinterberg/Mogens Rukow, bei Tschechows Platonow sowie bei Shoppen, Wie im Himmel, Herminie und Der Seewolf, mit Christian Schlüter bei Falscher Hase und mit Dariusch Yazdkhasti bei Peer Gynt. Annette Breuer absolvierte zunächst ein Kunststudium in Köln und arbeitete als freie Künstlerin. 1986 erhielt sie ein DAAD Stipendium in Wien und schloss 1988/89 ihr Bühnenbildstudium ab. Von 1990 bis 1993 arbeitete sie als Bühnenbildassistentin am Thalia Theater in Hamburg. Seit 1994 ist sie als freischaffende Bühnenbildnerin tätig. Ihre Arbeiten führten sie u. a. an Theater in Wien, Hamburg, Heidelberg, Basel, Göttingen, Dresden, Zürich und Weimar.

KOSTÜME
Franziska Gebhardt, geboren in Hannover, studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien Hannover und assistierte bei Raimund Bauer und Jörg Kiefel. Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin arbeitete sie danach unter anderem am Schauspiel Hannover, am Oldenburgischen Staatstheater, am Deutschen Theater in Göttingen, am Schauspiel Essen und am Schauspielhaus Bochum. Am Theater Bielefeld kreierte sie zuletzt die Kostüme u. a. für Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit, den Liederabend Istanbul und das spartenübergreifende Projekt SHOW!. Für den Tanzabend Woher wir kommen gestaltete sie sowohl die Bühne als auch die Kostüme.

CHOREOGRAFIE
Gianni Cuccaro, gebürtiger Italiener, absolvierte seine Tanzausbildung u. a. an der Urdang Academy, Covent Garden in London. Nach seinem ersten Engagement bei der Expo 2000 in Hannover war er 2001 – 2004 festes Ensemblemitglied an den Städtischen Bühnen Osnabrück unter Gregor Zöllig. 2004 – 2006 arbeitete er freischaffend u. a. mit den Choreografen Ralf Jaroschinski in Hannover, Heike Hennig in Leipzig sowie mit der Compagnie Mafalda im Rahmen des Internationalen Tanzfestivals Steps (Schweiz). 2006 – 2017 war Gianni Cuccaro am Theater Bielefeld engagiert, erst unter der Leitung von Gregor Zöllig dann unter Simone Sandroni. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er am Theater Bielefeld für die Vermittlungsabteilung jungplusX-tätig, außerdem Künstlerischer Leiter der Community-Dance-Projekte Schrittmacher, Leiter von E-Motion und Choreograf/Coach für verschiedene Musiktheater- und Schauspielproduktionen.

VIDEO
Der Filmemacher Sascha Vredenburg wurde 1987 in Verl geboren. Nach Anfängen in der Bildenden Kunst und mehreren Ausstellungen seiner Bilder, drehte er im Alter von 16 Jahren schließlich seinen ersten Kurzfilm. Nach weiteren Film- und Theaterprojekten, die er während der Schulzeit realisierte, hospitierte Sascha Vredenburg sowohl am Hans Otto Theater in Potsdam als auch am Theater Bielefeld und arbeitete bei diversen Kurz- und Langfilmproduktionen in Köln. Von 2010 bis 2017 studierte er szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und absolvierte die Master Class »Hollywood Workshop« an der University of California Los Angeles. Nachdem sein Kurzfilm Der späte Vogel Premiere auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis feierte, gewann er 2015 u. a. auf dem Vaughn Film Festival in Kanada den Preis »Best Director«. Am Theater Bielefeld war er bereits bei der Produktion 1984 sowie bei Kaleidsocope_To the Dark Side of the Moon als Videokünstler beteiligt.

BESETZUNG
Newton Nikolaj Alexander Brucker
Mädchen (Marley) Susanne Schieffer
Valentine Oliver Baierl
Elly Christina Huckle
Michael Cornelius Gebert
Zach Alexander Stürmer
Ben Jan Hille
Japanerin / Maemi Henriette Nagel
Teenage Girl 1 Michaela Duhme
Teenage Girl 2 Jeannine Michèle Wacker
Teenage Girl 3 Theresa Christahl / Ulrike Figgener

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Hagen, Theater Hagen, Wiederaufnahme Von Babelsberg nach Hollywood, 17.02.2018

Februar 13, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, Revue, Theater Hagen

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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Wieder auf dem Spielplan: Die Filmmusik-Schlager-Revue
Von Babelsberg nach Hollywood

  Samstag, 17. Februar 2018, 19.30 Uhr, im Theater Hagen

Theater Hagen / Von Babelsberg nach Hollywood - Carina Sandhaus, Kenneth Mattice © Klaus Lefebvre.

Theater Hagen / Von Babelsberg nach Hollywood – Carina Sandhaus, Kenneth Mattice © Klaus Lefebvre.

Am Samstag, 17. Februar 2018, mit Beginn um 19.30 Uhr, findet die Wiederaufnahme der Filmmusik-Schlager-Revue Von Babelsberg nach Hollywood im Theater Hagen (Großes Haus) statt. Mit dieser beliebten und überaus erfolgreichen Revue widmet sich das Hagener Theater erneut der Präsentation insbesondere von deutschen und amerikanischen Filmmusik-Klassikern sowie Pop-, Rock- und Disco-Hits der letzten neun Jahrzehnte. Gesangssolisten des Hagener Theaters (Marilyn Bennett, Kenneth Mattice, Tillmann Schnieders, Richard van Gemert) sowie Gastsänger (Boris Leisenheimer, Carina Sandhaus, Hannes Staffler), Chor, das Ballett und das Philharmonische Orchester Hagen gestalten diesen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend unter der musikalischen Leitung von Steffen Müller-Gabriel, an welchem Hits wie „Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt“, „Diamonds are a girl’s best friend!“, „Moonriver“, „Stayin‘ alive“ und vieles weitere mehr präsentiert werden.

Es gibt insgesamt drei Vorstellungen: 17.2., 10.3., 25.5.2018, jeweils 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Berlin, English Theatre, BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS!”, IOCO Kritik, 09.02.2018

ENGLISH THEATRE BERLIN

 BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS! © Barbara Braun/MuTphoto

BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS! © Barbara Braun/MuTphoto

BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS!”

Eine Bühnenreise durch die glorreichen Höhen und die abgründigen Tiefen eines Hollywood-Lebens geschrieben und gespielt von Bettina Lohmeyer

Von Kerstin Schweiger

Im Februar 2018, während in Berlin das internationale Filmfestival BERLINALE läuft, zeigt das English Theatre in Berlin eine Aufführungsserie eines neuen Schauspiels über die amerikanische Hollywood-Legende Bette Davis. Geschrieben und in New York uraufgeführt hat es die Berliner TV- und Bühnenschauspielerin Bettina Lohmeyer. Für eine deutsche Schauspielerin ist das ein ungewöhnliches Abenteuer. Welcher Traum dahinter steht, verrät Bettina Lohmeyer   IOCO im Exklusiv-Interview.

Mit ihrem biografischen Bühnensolo Bette Davis … „Fasten Your Seatbelts“ zeigt Bettina Lohmeyer den Mythos Bette Davis: knallhart, schlagfertig, kompromisslos – aber auch verletzlich und voller Humor. In sechs Szenen wirft dieser Solo-Abend in englischer Sprache Schlaglichter auf ein Leben voller triumphaler Erfolge, Liebe, Tragödien und Auseinandersetzungen. Bettina Lohmeyer nimmt den Zuschauer mit zum Duell in Jack Warners Büro, dann auf den Friedhof in Maine, weiter in ein einsames Zuhause, zurück ans Set zu Dreharbeiten in Los Angeles, zur Oscar-Verleihung bis hin zum letzten Kapitel in Bette Davis´ Leben…

 BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS! © Barbara Braun/MuTphoto

BETTE DAVIS…“FASTEN YOUR SEATBELTS! © Barbara Braun/MuTphoto

Bette Davis (1908-1989) war einer der größten Filmstars in Hollywood: Sie spielte in mehr als 100 Filmen, bekam zwei Mal den Oscar und wurde mit vielen anderen Preisen ausgezeichnet. Bette Davis war kompromisslos, kämpfte für bessere Drehbücher, hatte keine Bedenken, antagonistische Charaktere zu spielen und wollte immer wahrhaftig sein. “Hollywood wanted her to be nice – she wanted it real.” Ihre Karriere währte sechs Jahrzehnte, und sie brannte nur für eines – für ihre Arbeit. Sie war der lebende Beweis dafür, dass man eine Karriere haben und sich treu bleiben kann – wenn man bereit ist, dafür den Preis der Einsamkeit zu bezahlen. Ein filmreifes Leben!

Auf Einladung der berühmten amerikanischen Produzentin und Coachin Susan Batson zog Bettina Lohmeyer nach New York, entwickelte dort ihr Konzept für ein Theaterprojekt über Bette Davis und schrieb schließlich „Bette Davis…“Fasten Your Seatbelts!”. Seit 2013 hat sie die Inszenierung in bislang 4 Vorstellungsserien am New Yorker Studiotheater von Susan Batson gespielt.

Gemeinsam mit der Regisseurin Sabine Carbon und dem Sender Arte entwickelte Bettina Lohmeyer 2016 daraus eine Dokumentation über Bette Davis (Arte: „Bette Davis – Der dunkle Blick“ ausgestrahlt am 18.12.2017 | 6.1.2018). Bettina Lohmeyer wird sich 2018 mit einem weiteren Theaterstück erneut der Schauspiel-Ikone widmen: Liz Fuller, bei der Bette Davis 1985 einen Monat gewohnt hat, möchte sie für das Theaterstück „Me and Jezebel“ als Bette Davis casten.

Bettina Lohmeyer ist Absolventin der Hochschule der Künste (heute UdK) Berlin, war sechs Jahre im Ensemble des Maxim Gorki Theaters in Berlin und spielte außerdem am Schauspielhaus Hannover, am Staatstheater Mainz und am Schauspielhaus Graz. Sie war in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen wie „Der letzte Zeuge“, „SOKO Leipzig“, „Der Baader Meinhof Komplex“ und mit einer durchgehenden Serienhauptrolle in „Hinter Gittern“ zu sehen. Bettina Lohmeyer ist außerdem als Schauspielcoach für nationale und internationale Film-Produktionen tätig.
www.bettina-lohmeyer.de

 BETTE DAVIS - Bettina Lohmeyer © Jeanne Degraa

BETTE DAVIS – Bettina Lohmeyer © Jeanne Degraa

Bettina Lohmeyer im Interview mit Kerstin Schweiger,  IOCO

IOCO: Warum hat Sie Bette Davis, „der wohlwollende Vulkan“ wie es im Titel eines TV-Porträts aus den 1980er Jahren heißt, inspiriert, ein Theaterstück über die Schauspielerin zu schreiben und selbst zu spielen?

Neujahr 2012, früh um halb fünf, am Ende eines Workshops in Berlin, sagte Susan Batson zu mir: „Bettina, maybe you want to think about coming to New York, and maybe you want to stay a little bit longer, and maybe you want to work on Bette Davis – and maybe we can put you into a show.“ Zwei Stunden später saß ich zuhause am Computer, fing an zu recherchieren und konnte vor Aufregung nicht mehr ins Bett gehen. Ich war begeistert. Ich hatte ein paar ihrer Filme gesehen, aber mich nie mit ihrer Biografie beschäftigt: Ein Leben das genauso dramatisch war, wie ihre Rollen.

IOCO: Es ist eine große Herausforderung in mehrfacher Hinsicht, als deutsche bzw. deutschsprachige Schauspielerin in New York ein Stück in englischer Sprache zu schreiben und aufzuführen. Wie haben Sie das umgesetzt?

Ich habe tagsüber im Lincoln Center in der library of performing arts recherchiert und in Nachtklassen am Studio Momente aus dem Leben von Bette Davis exploriert, das Feedback mitgeschrieben, die Situationen verdichtet, 6 Szenen entworfen, dann eine erste Text-Fassung geschrieben und habe diese dann fortlaufend überarbeitet. In der Endphase bin ich tagsüber kreuz und quer durch NYC von Harlem nach Brooklyn, nach Midtown und zurück gehetzt, um Requisiten zu kaufen, Kleider reparieren zu lassen…

IOCO: Wer waren Ihre Mitstreiter in New York?
Susan Batson
und alle Kolleg/innen am Susan Batson Studio.

IOCO: Warum entstand „Bette Davis“ in New York?

Ich bekam von Susan Batson die Einladung, das Stück an ihrem Studio in New York zu entwickeln. Das war perfekt: Hier hat Bette Davis die Anderson Schauspielschule besucht, hier hatte sie ihr Broadway Debut, wurde von einem Talent-Scout entdeckt und nach L.A. geschickt… Die New Yorker lieben Theater. Diese Stadt ist schnell, kreativ und lebendig; sie hat für mich eine ähnlich hohe Energie wie Bette Davis und atmet zugleich an jeder ihrer wundervoll maroden Ecken unendlich viel Vergangenheit.

IOCO: Wie kam die Auswahl der im Stück gezeigten Lebensstationen zusammen?

Ich habe versucht, die konfliktreichsten, fragilsten und auch komischen Momente, die mich an ihrem Leben berührt und begeistert haben, in einen Szenenbogen zu fassen, um darin Bette Davis von 1936 bis 1985 zu zeigen: als öffentliche Person und auch sehr privat.

IOCO: Welches ist die Schlüsselszene, auf der das Stück beruht?

Die Abwesenheit des Vaters (zunächst emotional, dann physisch) war sicher der Schlüssel zu vielem in Bette Davis Leben: zu ihrer Power und ihrer Einsamkeit. Deshalb: Die zweite Szene, in der Bette Davis das Grab ihres Vaters besucht.

IOCO: Warum spielen Sie auch in Deutschland das Stück auf Englisch? Und wird es eine deutschsprachige Fassung geben?

Schon in New York hat sich gezeigt, dass auch ein deutsches Publikum keine Mühe hatte, dem Stück zu folgen. Die Szenen sind sehr situativ. Zudem hatte Bette Davis eine sehr akzentuierte Aussprache. Ihre Stimme und ihre Art zu sprechen waren sehr markant und sind Teil ihres Charakters; dieser Sprachduktus lässt sich nicht ohne weiteres ins Deutsche übertragen. Trotzdem werde ich mein Stück in diesem Jahr übersetzen. Zwei Theater haben nach der deutschen Version gefragt.

IOCO: 2017 haben Sie als Co-Autorin für Arte eine TV-Dokumentation über Bette Davis produziert, die erste deutschsprachige überhaupt. Was waren die Herausforderungen?

Das waren einige… An Interviewpartner in Hollywood heranzukommen, wie Gena Rowlands, Greg Gorman, Larry Cohen. Außerdem Zugang zum Privatmaterial zu bekommen, zum Bette Davis Archiv in Boston inklusive der Genehmigung zur Veröffentlichung.

 IOCO: Es scheint, als sei  Bette Davis auch Jahre nach ihrem Tod in den USA eine nationale Ikone, nicht zuletzt wegen Ihrer Rolle als Vorreiterin einer fairen Bezahlung von Schauspielerinnen und sonstiger sozialer Errungenschaften für die Beschäftigten im Filmbusiness. Wie ist das Bild der Darstellerin im deutschsprachigen Raum?

Gena Rowlands sagt im Interview über Bette Davis: „My heroine“; Bette Davis ist in Amerika für viele immer noch ein großer Star, eine Heldin, Vorbild. In Deutschland ist Bette Davis als eine große Schauspielerin bekannt, die Filmgeschichte geschrieben hat. Weniger bekannt ist, was Bette Davis politisch bewegt hat, z.B. dass sie im Alter von 29 Jahren gegen das gesamte Warner Brothers Studio vor Gericht gezogen ist, um für einen gerechten Vertrag zu kämpfen – nicht nur finanziell, sondern auch künstlerisch. Es ging ihr immer um die Arbeit, nicht um den Glamour, den Ruhm. Für mich ist sie eine Schauspielerin mit enormer Integrität.

IOCO: Sind aus der Arbeit mit und um Bette Davis neue persönliche Kontakte entstanden?

Greg Gorman, der Bette Davis in den 80er Jahren fotografiert hat, ist so etwas wie ein Freund geworden. Letztes Jahr zur Oscar-Verleihung hat er mich zu einer privaten Dinnerparty in sein Haus in L.A. eingeladen, wir haben uns im Mai 2017 in Zingst wiedergesehen, wo er einen Fotografenworkshop gegeben hat, und die Flasche Rum, die nicht mehr in sein Gepäck passte, bringe ich ihm im Frühjahr in die USA mit. Ken Waissman, der in den 70er Jahren „Grease“ am Broadway produziert hat, war zweimal in meiner Vorstellung und ist darüber hinaus mit mir in Verbindung geblieben, Joe Franklin, der erste amerikanische TV Host, der auch Bette Davis in seiner Talkshow hatte, schneite ebenfalls in meine Vorstellung und bat mich dann um regelmäßige Berichterstattung, wie die Vorstellungen laufen. Er ist leider inzwischen verstorben.

IOCO: Wie begleitet Sie Bette Davis künftig in Ihrer Arbeit?

Sie ist und bleibt für mich eine Inspiration als Künstlerin und Mensch. Und es bahnen sich schon neue Projekte an: Liz Fuller, die ein Theaterstück über die Zeit, in der Bette Davis bei ihr 1985 zu Gast war, geschrieben hat, fragte mich kurz vor Weihnachten, ob ich mir vorstellen könnte, auch in ihrem Stück Bette Davis zu spielen. Wir treffen uns jetzt im März zur Vorbesprechung in eben dem Haus in Connecticut, wo Bette Davis einen Monat lang bei Liz Fuller gelebt hat. Ich kann sagen: Bette Davis öffnet mir auf wundersame Weise immer wieder neue Türen.

Stimmen zu den New Yorker Aufführungsserien:

“I am pleased that she (my mother) has inspired and touched you.”, Michael Merrill, Bette Davis‘ Sohn, in einem Brief an Bettina Lohmeyer

“Bettina Lohmeyer as Bette Davis in `Fasten Your Seatbelts´ ignites into originality and pure entertainment. An evening of blazing theatrical fireworks. Brilliant – it soars!”, Joe Franklin, Bloomberg Radio, New York City, 2014

“Insightful and compelling! In the film, ‚Whatever Happened to Baby Jane‘, Bette Davis‘ character sings ‚I’m Writing a Letter to Daddy.‘ FASTEN YOUR SEATBELTS is that letter!”, Ken Waissman, Tony Award Winning Broadway Producer, 2015

“Lohmeyer does an excellent job mixing fiction with facts of the time (…). Lohmeyer’s acting is quite impressive, proven by her ability to switch from a rambunctious Davis, to an elderly, fragile version of Davis in the last scene. (…) She is able to create a dialogue with absolutely no one but the audience in attendance (…)”, Courtney Michelle, Theaterkritikerin offoffonline.com, New York City, 2014

Aufführungen im English Theatre Berlin, Fidicinstrasse 40, 10965 Berlin, Das ETB | IPAC wird unterstützt durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

„Bette Davis… “Fasten Your Seatbelts!” wird im Mai und im Herbst 2018 erneut in Berlin zu sehen sein.

Trailer: http://www.bettina-lohmeyer.de/de/bette-davis-trailer.html

—| Pressemeldung English Theatre Berlin |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere SUNSET BOULEVARD, 14.10.2017

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

SUNSET BOULEVARD von Andrew Lloyd Webber

Premiere:  14. Oktober 2017, weitere Termine: 18.10.2017, 3.11.2017, 24.11.2017, 26.11.2017, 5.12.2017, 13.12.2017, 21.12.2017, 2.2.2018

Handlung: Im Swimmingpool einer Villa am berühmten Sunset Boulevard treibt die Leiche eines jungen Mannes. Es ist der Hollywood-Autor Joe Gillis, der in dem luxeriösen Anwesen längere Zeit gelebt und für die frühere Stummfilmdiva Norma Desmond gearbeitet hatte. Rückblickend berichtet Joe, wie es zu seinem tragischen Tod kam. Und damit beginnt vor dem Hintergrund der glitzernden Traumfabriken Hollywoods ein spannender Thriller.

Einst war Norma Desmond ein schillernder Star. Doch dass der Stummfilm längst dem Tonfilm gewichen ist und damit auch ihre Ära unterging, will sie einfach nicht wahrhaben…….

Am 14. Oktober 2017 ist Musicaldarstellerin Isabel Dörfler erstmals auf der Bühne des Staatstheaters Cottbus zu erleben. Sie debütiert in der Rolle der Diva Norma Desmond in Andrew Lloyd Webbers Musical. Nach seinem Publikumshit „Sugar“ inszeniert Klaus Seiffert erneut an der Cottbuser Bühne. Wieder widmet er sich der Theateradaption eines großen Filmklassikers und hat dabei mit Isabel Dörfler eine auf der nationalen und internationalen Musicalbühne erfolgreiche Darstellerin, sowie den Großteil des vielseitigen Cottbuser Opernensembles an seiner Seite. Die musikalische Leitung übernimmt Alexander Merzyn, neuer 1. Kapellmeister am Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus / Isabel Dörfler © Bernd Brundert

Staatstheater Cottbus / Isabel Dörfler
© Bernd Brundert

 

Musik von Andrew Lloyd Webber, Buch und Liedertexte von Don Black & Christopher Hampton, nach dem Film von Billy Wilder, Deutsch von Michael Kunze, Musikalische Leitung: Alexander Merzyn, Regie: Klaus Seiffert, Bühne & Kostüme: Barbara Krott, Choreografie: Mario Mariano, Choreinstudierung: Christian Möbius

Kurzbiographie Isabel Dörfler:  Isabel Dörfler blickt auf eine lange Bühnenkarriere mit vielen Höhepunkten zurück: Zuletzt war sie als Mama Morton in „Chicago“, der legendären Broadway Revival Produktion in Berlin, München und Stuttgart zu sehen. TV-Auftritte als Gaststar von „Wetten, dass ..?“ bis „Best of Musical Gala“ (ARD) machten sie deutschlandweit bekannt. Solo-Konzerte mit Chanson / Musical führten sie durch den gesamten deutschsprachigen Raum und bis nach Paris. Isabel Dörfler war u.a. die Sally Bowles in „Cabaret“ und Solistin der Grandshow am Friedrichstadt-Palast Berlin. Sie gab die Diva in „42nd Street“ und „Rebecca“, spielte sowohl die Sängerin Chaja in Joshua Sobols „Ghetto“ als auch die Titelrollen Piaf und Evita.

Premiere Sunset Boulevard:  14. Oktober 2017, weitere Termine: 18.10.2017, 3.11.2017, 24.11.2017, 26.11.2017, 5.12.2017, 13.12.2017, 21.12.2017, 2.2.2018

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

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