Hamburg, NDR, Deutscher Radiopreis 2018 – Gala, IOCO Aktuell, 07.09.2018

September 8, 2018 by  
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Deutscher Radiopreis 2018 © radiopreisaward118

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Deutscher Radiopreis

 Deutscher Radiopreis 2018 

Verleihung in Hamburg im „Schuppen 52“ – Stargast Lenny Kravitz 

Patrik Klein berichtet für IOCO von der Gala am 6.9.18

Dr. Peter Tschentscher, erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg eröffnet mit freundlichen Worten die Gala des Deutschen Radiopreises 2018, übergibt die Moderation der Show in die bewährten Hände der Moderatorin Barbara Schöneberger, die mit viel Humor, der manchmal die Grenzen des guten Geschmacks tangiert, durch die gut zweistündige Veranstaltung führt.

Deutscher Radiopreis 2018 / Joachim Knuth, NDR Programmdirektor, links, Dr Peter Tschentscher und Gattin © Patrik Klein

Deutscher Radiopreis 2018 / Joachim Knuth, NDR Programmdirektor, links, Dr Peter Tschentscher und Gattin © Patrik Klein

Ein absoluter Weltstar kam zum Deutschen Radiopreis 2018: Lenny Kravitz war mit dabei, als in Hamburg die besten Radiomacher Deutschlands ausgezeichnet wurden.

Nicht nur für die Nominierten war die Gala-Nacht eine ganze besondere. Sondern auch für Lenny Kravitz. Er kam am Vorabend der Veröffentlichung seines neuen Albums „Raise Vibration“ nach Hamburg. Die erste Single daraus, „Low“, ist seit Wochen im deutschen Radio zu hören. Im Refrain überrascht sie mit dem markanten Schrei von Michael Jackson. Der King of Pop hatte den Part vor seinem Tod extra für Lenny Kravitz aufgenommen. „Es ist eine große Ehre, ihn auf diesem Track zu wissen“, sagt Lenny Kravitz und würdigte den Super-Star damit auf seine Weise. Die Radiopreis-Gala wurde mit diesem Song „Low“ live eröffnet.

Deutscher Radiopreis 2018 / Lenny Kravitz © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 / Lenny Kravitz © Philipp Szyza

Der Deutsche Radiopreis ist eine seit 2010 verliehene Auszeichnung für in Deutschland produzierte Hörfunkprogramme und deren Macher. Laut den Statuten wird sie für Leistungen vergeben, „die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und Möglichkeiten des Mediums vorführen und hervorheben und die damit auch beispielhaft wirken“.

Gestiftet wird der deutsche Radiopreis von den Hörfunkprogrammen der ARD, des Deutschlandradios und den Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut in Marl, die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio GmbH und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk, NDR.

Die elfköpfige Jury, vom Grimme-Institut berufen, besteht aus Journalisten, Programm-chefs und Fachexperten. Sie ist sowohl für die drei Nominierungen in jeder Kategorie als auch für die Ermittlung der Preisträger zuständig. Sie vergibt Preise in zehn bis elf Kategorien (beste Moderatorin, bester Moderator, bester Newcomer, beste Morgensendung, beste Comedy, bestes Nachrichten- und Informationsformat, beste Reportage, bestes Interview, beste Programmaktion, beste Innovation, beste Sendung).

Alle Preise sind nichtdotierte Ehrenpreise. Der ebenfalls elfköpfige Beirat des Deutschen Radiopreises hat von 2010 bis 2014 einen Sonderpreis für das Lebenswerk eines Radiomenschen (z.B. Udo Lindenberg, 2012) und von 2010 bis 2016 einen „Sonderpreis Musik“ (z.B. Sting, 2016) vergeben.

Der Deutsche Radiopreis wird im Rahmen einer Galaveranstaltung verliehen, die live von öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern sowie als Videostream im Internet übertragen wird. Die dritten Fernsehprogramme der ARD senden sie zeitversetzt. Die Gala findet seit 2010 im Schuppen 52 im Hamburger Hafen statt, mit Ausnahme in 2017, wo sie einmalig in der Elbphilharmonie Hamburg durchgeführt wurde. Moderiert wird die Veranstaltung seit 2011 von Barbara Schöneberger.

Beste Comedy

Ausgezeichnet werden können originär für das Radio entwickelte und gestaltete Formate mit Witz und Humor, die alles bieten, was Spaß macht: Das Spektrum reicht von Primetime-Comedy, politischer Satire und Sketches über humoristische Aktionen bis hin zu humoristischen Serien.

Laudator Heikko Deutschmann hat auf jeden Fall eine „Radiostimme“ und präsentierte den Gewinner in dieser Kategorie, Die Radio Hamburg NEWSSHOW. Der in Innsbruck geborene Schauspieler gehört zu den beliebtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Bekannt geworden ist Deutschmann, der selbst auch Drehbücher schreibt, als Bühnenschauspieler im Hamburger Thalia Theater und in Film- und Fernseh-produktionen wie der dreiteiligen Literaturverfilmung Der Laden„, die 1999 mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde.

Mit der Daily Comedy „Die Radio Hamburg NEWSSHOW lassen sich Lokales und Aktualität – die großen Stärken des Radios – perfekt abbilden. Als News Anchor Peter von Rumpold ist Radio Hamburg Comedy-Chef Dietmar Simon zu hören. Fast alle Figuren, darunter News-Assistentin „Jessica Burmeister„, spricht der Hamburger YouTube-Star Buddy Ogün. Die NEWSSHOW nimmt die aktuellen Themen des Tages aus Politik, Sport und Gesellschaft auf die Schippe. Die Top-Themen im vergangenen Jahr: natürlich die Bundestagswahl, G20, den Dieselskandal und die #MeToo-Debatte.

Beste Innovation

Ausgezeichnet werden können Initiativen und Realisierungsformen eines redaktionell gestalteten Radioprogramms, die moderne Möglichkeiten medialer Darstellung innovativ und kreativ nutzen. Hierbei kann es sich um eine besonders gelungene Verknüpfung von Programm und digitaler Technik, um crossmediale Angebote oder die intelligente Nutzung sozialer Netzwerke handeln. Die Angebote zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie digital sozialisierte Zielgruppen in deren Nutzungsgewohnheiten zu erreichen und für das Medium Radio zu begeistern wissen.

Laudatorin ist Jasmin Tabatabai, die den Gewinner in dieser Kategorie vorstellt. Es ist N-JOY vom NDR mit dem „Night Lab“ . In „Letzte Spur Berlin“ spielte Jasmin Tabatabai die erste iranisch-stämmige Kommissarin im deutschen Fernsehen, hat aber auch schon die Kriemhild bei den Wormser Nibelungenfestspielen gegeben. Als Tochter einer Deutschen und eines Iraners verbringt Jasmin Tabatabai ihre Kindheit in Teheran, bevor sie mit zwölf Jahren das von Unruhen erschütterte Land verlässt und mit ihrer Familie nach Deutschland geht. Sie studiert an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart und wird 1997 in Katja von Garniers Musik-Road-Movie „Bandits“ mit einem Schlag als Schauspielerin und Musikerin zugleich berühmt.

Radio braucht ständig neue Stimmen und Impulse. Um systematisch Talente zu entwickeln hat N-JOY vom NDR das „Night Lab“ geschaffen. Newcomer bekommen die seltene Chance, eigene Sendungen „on air“ zu moderieren. Mitmachen können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NDR. Sie brauchen keine Moderationserfahrung, müssen sich aber mit einer kreativen Idee für ihre Show bewerben. Intensives Coaching inklusive.

Musikalisch wird die Show nun mit Max Giesinger und Michael Schulte weitergeführt. Im ersten Song bringt Max Giesinger „Legenden“ und danach der erfolgreichen Grand Prix Teilnehmer Michael Schulte das Stück „Don´t let me be alone“. Die Stimmung im Publikum, das meist an Tischen zu sechst platziert ist und mit allerlei feinen Getränken und Snacks verwöhnt wird, erscheint gelöst und erwartungsvoll.

Beste Programmaktion

Ausgezeichnet werden können herausragend realisierte Interaktionsinitiativen – von Call-in- Aufrufen bis zu Hörerrunden und Off-Air-Aktionen – sowie besondere Ideen, mit denen Radio die Hörer zu Wort kommen lässt, mit ihnen in Dialog tritt, sie selbst zum Teil der Sendung werden lässt und an das Programm bindet.

Laudatorin Laura Ludwig, Weltmeisterin im Beach Volleyball stellt den Gewinner in dieser Kategorie vor. Es ist Radio Fritz (rbb); Karen Schmied und Momo Faltlhauser mit dem MottoFritz Abbechern – Kampf den Pappbechern“. 420.000 Pappbecher wandern in Berlin täglich in den Müll. Ein riesiges Müll- und Ressourcenproblem. Also hat Fritz etwas unternommen. Zusammen mit den Hörerinnen und Hörern. Das Ziel: den ganzen Oktober lang „Abbechern“ und dabei eine Million Pappbecher einsparen. Spielerisch, ohne Zeigefinger. „Das klappt nie“, hallte es durch die Redaktion. Aber das Fritz-Publikum ist großartig, hat sich die FritzApp aufs Handy geladen und darin jeden gesparten Becher dokumentiert. Im Programm wurden die Zwischenstände dokumentiert. Um das Sparen zu erleichtern, hat Fritz Thermobecher verschenkt. Reportagen, Töne, Interviews verleihen der Aktion Tiefe.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat

Ausgezeichnet werden können alle Informations- und Nachrichtenformate, die das Zeitgeschehen – so in Gesellschaft und Politik, in der Region und in Deutschland, im nationalen und/oder im internationalen Bezug – aufgreifen, plausibel aufbereiten und formatgerecht vermitteln. Dies soll faktengetreu und sachlich, sorgfältig, kompetent und verständlich geschehen, bei klar erkennbarer Grundierung durch eine moderne, zielgruppenorientierte Präsentation.

Laudator Norbert Blüm erzählt zunächst aus alten Zeiten und findet den Bogen in die aktuelle weltpolitische Lage, in der er sich klar gegen das immer stärker aufkeimende nationalistische Denken in der Welt ausspricht.  „Unverzagt und unverblümt“ ist nicht nur der Titel eines seiner Bücher. Norbert Blüm nimmt als Politiker, Philosoph und Gesellschaftskritiker traditionell kein Blatt vor den Mund. Seine eigene Geschichte macht ihn authentisch. Der Gewinner in dieser Kategorie heißt:

Radio Gong 96.3: Johannes Ott „Der Gong 96.3 Erste Hilfe Crash Kurs“. Richtiges Handeln rettet Leben. Zum ersten Mal strahlt ein Sender einen speziell fürs Radio entwickelten 60-minütigen Erste-Hilfe-Kurs aus, der nur durchs Zuhören die wichtigsten Grundlagen vermittelt. Mit einfachen Eselsbrücken und einprägsamen Geschichten werden den Hörerinnen und Hörern Erste-Hilfe-Grundlagen vermittelt. Dass dieses Format funktioniert, zeigt sich auch auf den Social-Media-Kanälen und durch einen Anstieg der Webradio-Zugriffszahlen.

Die Show wird nun wieder aufgelockert durch den Beitrag von Namika mit dem Song „Je ne parle pas francais“

Beste Moderatorin

Ausgezeichnet werden kann die Radiomoderatorin mit besonderen Moderationsqualitäten, die auch Identifikationsfigur des jeweiligen Senders ist. Sie überzeugt durch professionelle Performance: mit Kompetenz, Kreativität, Spontaneität, Witz, Hörernähe, Emotionalität und gewinnender Stimme; sie schafft Aufmerksamkeit für Themen und hilft, diese einzuordnen. Aufgeschlossen für die Stimmung ihrer Hörer trägt sie wesentlich zur Programmbindung bei und begeistert in der Summe ihrer Fähigkeiten für das Medium Radio.

Laudator Ingo Zamperoni stellt den Gewinner in dieser Kategorie vor. Es ist Antenne Niedersachsen mit Mehr Musik bei der Arbeit“. Die Faszination für die USA zieht sich durch seinen Lebenslauf. Ingo Zamperoni studiert Amerikanistik, Jura und Geschichte in Konstanz, Berlin und Boston. Seit 2005 moderiert er aktuelle Sendungen im NDR Fernsehen. Mehrfach vertritt der gebürtige Wiesbadener die ARD-Korrespondenten in Washington und in London. 2012 wird Ingo Zamperoni fester Vertreter für die Tagesthemen-Moderation, im Februar 2014 Fernsehkorrespondent im ARD-Studio Washington.

Die einstige „Chaos-Kaya“ bei Antenne Niedersachsen hat sich entwickelt – zu einer erwachsenen Allrounderin und unverkennbaren Marke in der deutschen Radiolandschaft! Kaya Laß ist Moderatorin, Sängerin, Texterin, Musikjournalistin und Freundin zugleich und spricht von Herz zu Herz, ist immer authentisch. Mit Mehr Musik bei der Arbeit“ ist sie mitreißend und herzlich, ohne aufdringlich zu sein, bodenständig, norddeutsch und nie um einen Schnack verlegen.

Bester Moderator

Ausgezeichnet werden kann der Radiomoderator mit besonderen Moderationsqualitäten, der auch Identifikationsfigur des jeweiligen Senders ist. Er überzeugt durch professionelle Performance: mit Kompetenz, Kreativität, Spontaneität, Witz, Hörernähe, Emotionalität und gewinnender Stimme; er schafft Aufmerksamkeit für Themen und hilft, diese einzuordnen. Aufgeschlossen für die Stimmung seiner Hörer trägt er wesentlich zur Programmbindung bei und begeistert in der Summe seiner Fähigkeiten für das Medium Radio.

Laudatorin  Mareile Höppner zieht den Gewinner aus dem Briefumschlag. Es ist NDR Kultur mit „Klassisch in den Tag“. Beinahe wird Mareile Höppner Lehrerin für Deutsch und evangelische Religion, dann schlägt sie nach dem Studium doch lieber den Weg Richtung Journalismus ein. Bei Radio NORA und RTL stehen vor allem Wettermoderationen auf dem Plan. Nach nur zwei Jahren gelingt ihr 2002 der Sprung zum ersten eigenen Magazin: „Guten Abend RTL. Seit 2008 moderiert Mareile Höppner für Das Erste „Brisant„.

NDR Kultur „Klassisch in den Tag“. Schnee, Frost, Glatteis: Der Frühlingsanfang 2018 war einer jener Tage, an denen viele lieber den Kopf unter der Decke gelassen hätten. Wer aber das Glück hatte, Philipp Schmid zu hören, dem wurde es von Beginn an etwas leichter ums Herz. Mit Leidenschaft und Humor erinnert er an das, was schön ist im Leben. Er gibt seinem Publikum das Gefühl, dass es persönlich gemeint ist – leise, zärtlich, vergnügt und voller verblüffender Einfälle.

Die Show hat nun mit Dua Lipa sowohl einen optischen als auch musikalischen Hingucker bzw. -hörer. Die hübsche Dame, der über 17 Millionen Instagramm Fans folgen gibt den Song „Thinking about you“ zum Besten.

Deutscher Radiopreis 2018 / Dua Lipa © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 / Dua Lipa © Philipp Szyza

Beste Sendung

Ausgezeichnet werden können Sendestrecken von der Radioshow am Nachmittag, der Sportsendung, dem Wochenendmagazin bis zu den verschiedenen Formen von Musiksendungen, die als moderne Trendsetter und Impulsgeber maßgeblich zum Erfolg des gesamten Programms beitragen. Sie sollen darüber hinaus den Hörer auf inspirierende Weise begleiten und sich durch eine kompetente, hörernahe Moderation auszeichnen.

Laudator Max Giesinger wählt aus dem passenden Umschlag die Gewinnerin in dieser Kategorie, die da heißt: Patrizia Schlosser. Max Giesinger hat immer davon geträumt, seine Hits im Radio zu hören und dieses Ziel hartnäckig verfolgt. Schon als 13-Jähriger spielt er in einer Schulband, nach dem Abitur reist er als Straßenmusiker durch Australien und Neuseeland. 2011 erreicht er den vierten Platz bei der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ und tourt durch Deutschland. Mit dem aktuellen Album „Der Junge, der rennt“ übertrifft er seine eigenen Erwartungen: Seine Songs „80 Millionen“ und „Wenn sie tanzt“ werden von Radiosendern nicht nur gern und oft gespielt, sondern auch mehrfach ausgezeichnet.

Patrizia Schlosser ist dem gesuchten RAF-Trio Staub, Klette und Garweg auf der Spur. Seit mehr als 25 Jahren leben die drei letzten Mitglieder der Roten Armee Fraktion im Untergrund und begehen Raubüberfälle. Zusammen mit ihrem Vater, einem ehemaligen Polizisten, macht sie sich auf die Suche. Je tiefer die Journalistin und ihr Vater in die Geschichte der Radikalisierung eintauchen, desto stärker verändert sich auch ihr eigenes Verhältnis. „Im Untergrund“ ist eine Sendung von FluxFM in Kooperation mit Audible unter redaktioneller Leitung von Tim Kehl.

Beste Reportage

Ausgezeichnet werden können Reportagen aus allen Alltagsbereichen, die ihr Thema lebendig und informativ einfangen und dabei eine hohe Intensität und Präsenz aufbauen. Dazu zählen auch herausragende investigative Recherche-Leistungen von Reportern oder Autorenteams. Zugelassen sind sowohl eigenständige Beiträge bis zu einer halben Stunde als auch in Tagesformate und Magazine eingebettete kürzere Formen, die Sachverhalte und Geschehnisse mit dem klassischen Spektrum der Reportageelemente anschaulich und farbig wiedergeben.

Laudatorin Julia Becker lüftet den Gewinner: Es istParadise Papers von NDR Info, NDR Radiokunst und WDR 3. Seit Beginn dieses Jahres ist Julia Becker Verlegerin und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Funke Mediengruppe. Die Enkelin des Gründers folgt damit auf ihre Mutter, Petra Grotkamp. Zunehmend Frauen in Führungspositionen zu etablieren, ist ihr ein großes Anliegen. Ein weiteres zentrales Thema, für das sie sich energisch einsetzt, ist die Pressefreiheit. Davon zeugte auch die viel beachtete Rede bei der diesjährigen Goldenen Kamera, die seit mehreren Jahren von der Funke Mediengruppe verliehen wird. „Jeder Journalist, der zu Unrecht in Haft ist, weil er seiner Arbeit nachgeht, ist für uns nicht tolerierbar“, erklärte Julia Becker.

Die Radio- und Podcastserie Paradise Papers von NDR Info, NDR Radiokunst und WDR 3 bietet einen ebenso seltenen wie spannenden Einblick in den investigativen Journalismus: Die beiden Radioreporter Benedikt Strunz und Philipp Eckstein nehmen ihr Publikum mit in die Höhen und Tiefen eines beispiellosen Rechercheprojekts, bei dem NDR, WDR und SZ gemeinsam mit Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt die Steuervermeidungs-Strategien von Konzernen und Superreichen aufdecken.

Ein weiterer Showact wird von der Gruppe Glasperlenspiel eingelegt. Mit den beiden Songs „Geiles Leben“ und „Schloss“ sorgen sie für weitere gute Stimmung im prall gefüllten Saal des Schuppen 52 im Hafen Hamburg.

Beste Morgensendung

Ausgezeichnet werden können alle moderierten Sendestrecken in der „Primetime“ des Radios, sofern sie in herausragender Weise beispielhaft sind für eine Kernkompetenz des Mediums: auf kreative und kompetente Art die Hörer zu wecken, zu unterhalten und mit allen wichtigen Informationen für den Tag zu versorgen. Mit der richtigen Mischung aus harten Fakten, guter Laune, Unterhaltung und Comedy, wobei sie das Verhältnis zwischen Distanz und Nähe zum Hörer stets austarieren und damit Glaubwürdigkeit vermitteln.

Laudator Matze Knop beginnt seinen Part mit ein wenig Slapstick, den das Publikum nicht unbedingt aus den Sitzen reißt. Als Gewinner präsentiert er dann „Unser Team für Berlin„. Schon im Alter von fünf Jahren äußert Matze Knop den Berufswunsch, „ich werde Rudi Carrell. Die ersten Schritte in diese Richtung sind eine Ausbildung zum Hörfunkredakteur bei Radio Bielefeld und ein Journalistikstudium an der Universität Dortmund. Der große nationale Durchbruch gelingt Knop 1997 mit der Comedy-Figur „Supa Richie“. Seither liefert Matze Knop reihenweise Parodien – von Sport-Stars wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Cristiano Ronaldo, Jürgen Klopp oder Jogi Löw und Show-Größen wie Dieter Bohlen, Dieter Thomas Heck oder Thomas Gottschalk.

Wer mit Simone Panteleit und Ron PerdussUnser Team für Berlin“ aufsteht, der bekommt: Berlin wie es ist, wie es tickt, was es liebt und lieber lässt – und das jeden Morgen direkt, ehrlich und echt. Hier ist die Stadt der Star der Show. Simone, Ron und ihr Team kennen und lieben Berlin mit all seinen Facetten, den Menschen, Meinungen und Marotten. Wer morgens Berliner Rundfunk 91.4 hört, kann mitreden und mitmachen, ist immer auf dem neuesten Stand und einfach besser informiert.

Auflockerung der manchmal doch etwas starr wirkenden Präsentationen der Gewinner und deren artiges „Dankeschön Sagen“ erfolgt nun durch die deutsche Popband Revolverheld feat. Antje Schomaker mit „Liebe auf Distanz

Bester Newcomer

Ausgezeichnet werden können jüngere Radio-Talente in den ersten fünf Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit, die sich als Moderator(inn)en, Reporter(innen) oder „on air“ hörbare Autor(inn)en, allein oder im Team, durch besondere Qualitäten wie Kreativität, Spontaneität, Hörernähe, Emotionalität, Witz bzw. besonders guten Einsatz von Stimme und Sprache auszeichnen und somit als Hoffnungsträger ihrer Sender gelten.

Johannes Strate, Sänger und Frontmann der Band Revolverheld, zieht als Laudator den Gewinner. Es ist Helena Daehler, die als Reporterin nicht nur live und aktuell aus Berlin (Berliner Rundfunk 91.4) berichtet, sie verbringt auch die kälteste Nacht des Jahres draußen zusammen mit den Obdachlosen der Hauptstadt, begleitet den Berliner Senat zu Gesprächen mit der EU-Kommission in Brüssel und lässt das Publikum an der königlichen Hochzeit in Windsor teilhaben. Mit ihrer empathischen Art schafft sie es immer wieder, ihren Interviewpartnerinnen und -partnern die überraschendsten Antworten zu entlocken, auch wenn es um schwierige Themen geht.

Bestes Interview

Ausgezeichnet werden können sämtliche Gesprächsformen im Radio. Die Formen können kurz oder lang sein, vom Entertainment-Talk bis zum hintergründigen Interview reichen, die Themen können alles umfassen – von Pop bis Politik. Der Hörer erfährt nicht nur thematisch Neues, sondern erhält auch Einblicke in das Handeln und Denken des Gesprächspartners.

Laudatorin Esther Schweins spricht über die Unverzichtbarkeit des Radios und präsentiert den Sieger Bremen Zwei mit der Sendung „Zwei nach Eins“. Mehr als zehn Jahre lang hat Dominik Bloh auf Parkbänken und unter Brücken geschlafen; und versucht, trotz Hunger und Einsamkeit ein Mindestmaß an Normalität aufrechtzuerhalten. Im Gespräch mit der Bremen-Zwei-Moderatorin Kristin Hunfeld spricht das ehemalige Hamburger Straßenkind über die ständige Angst vor Nässe, Kälte und Gewalt. Ein Gespräch, das betroffen macht, weil Erfahrungen und Gefühle ohne Wertung bleiben und eben deshalb persönlich nachhallen.

Deutscher Radiopreis 2018 © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 © Philipp Szyza

Zum musikalischen Höhepunkt des Abends tritt noch einmal Lenny Kravitz mit den beiden Songs „Johnny Cash“ und „Fly away“ auf. Das geladene Publikum und die zahlreichen Vertreter aus Kultur und Presse zeigt sich begeistert und hat nach der gut zweistündigen Show noch viel Gelegenheit bei Musik und kulinarischen Genüssen bis tief in die Nacht zu feiern.

—| IOCO Aktuell Deutscher Radiopreis NDR Hamburg |—

Frankfurt, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Konzert – Deutsch-Amerikanische Träume, 20.08.2018

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Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst / Deutsch-Amerikanische Träume -  Ancora String Quartet © Barry Lewis;

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst / Deutsch-Amerikanische Träume – Ancora String Quartet © Barry Lewis;

Konzert : Deutsch-Amerikanische Träume

Ancora String Quartet (Madison, Wisconsin/USA)
Melinda Paulsen Mezzosopran (Mainz/HfMDK Frankfurt)

Am 20. August 2018 um 19:30 Uhr im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse (Neue Mainzer Strasse 49, Frankfurt/Main) führen das renommierte Ancora String Quartet aus Madison, Wisconsin/USA und die ARD-Preisträgerin, Mezzosopranistin Melinda Paulsen ein spätromantisches Programm mit selten gehörten Werken für Streichquartett bzw. –trio und Mezzosopran  von Paul Hindemith, Samuel Barber, Viktor Ullmann und Richard Wagner auf. Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Das Programm vereint Werke von deutschen und amerikanischen Komponisten; alle haben einen starken Bezug zu Träumen und Visionen. Paul Hindemiths Werk „Melancholie“ zu Texten von Christian Morgenstern ist geprägt von benebelten Traumbildern und impressionistischen Streicherklängen; Samuel Barbers „Dover Beach“ ist die Vertonung eines rätselhaften, pessimistischen Gedichts von Matthew Arnold. Viktor Ullmann hat seine „Drei Lieder für Singstimme und Streichtrio“ zum Teil in Theresienstadt komponiert; er ist kurz danach nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet worden. Richard Wagners „Wesendonck Lieder“ erklingen in diesem Konzert in der Fassung für Streichquartett und Gesang vom Kölner Komponisten Stefan Heucke (UA 2017), eine Frankfurter Premiere.

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst / Deutsch-Amerikanische Träume -  Melinda Paulsen © Privat

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst / Deutsch-Amerikanische Träume – Melinda Paulsen © Privat

Die Mezzosopranistin Melinda Paulsen, gebürtige Amerikanerin, kam 1988 nach Deutschland, studierte in München und war Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. 1992 gewann sie den ARD-Wettbewerb. Opernengagements im In-und Ausland folgten, sie baute eine rege Konzerttätigkeit auf mit Auftritten u.a. auch bei internationalen Festivals. Seit 2003 ist Melinda Paulsen Professorin für Gesang an der HFMDK in Frankfurt.

Das  Ancora String Quartet ist in Madison, Wisconsin/USA zu Hause. Seine Mitglieder haben alle viel beachtete Karrieren als Solisten, als Kammermusikpartner und als Orchestermusiker. Das Quartett spielt in Konzertreihen in der Region Wisconsin und wird sowohl für Liveübertragungen im Radio (Wisconsin Public Radio) als auch für Meisterkurse mit Jugendensembles gebucht. Die sehr deutsch-affinen Mitglieder des Quartetts freuen sich außerordentlich über ihre erste Konzertreise nach Deutschland!

Seit 1976 besteht eine Partnerschaft zwischen Hessen und dem amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Der Freundschaftsverein Hessen-Wisconsin unter der Leitung vom Michael Boddenberg (MdL) unterstützt diese Konzertreise. Im Anschluss an den fünf Konzerten in Deutschland (in Mainz, Frankfurt, Vellmar, Schlitz und im Mittelrheintal) werden in der ersten Septemberwoche eine Reihe von Konzerten in Wisconsin folgen.

Beim Konzert am 20. August um 19:30 im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse ist der Eintritt frei, Spenden werden erbeten.

—| Pressemeldung Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme DER SPIELER von Sergej Prokofjew, 27.01.2017

Januar 26, 2017 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / Der Spieler - Frank van Aken (Alexej) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Der Spieler – Frank van Aken (Alexej) © Barbara Aumüller

DER  SPIELER  von Sergej Prokofjew

 Text vom Komponisten nach dem Roman Igrok von Fjodor M. Dostojewski

Der Spieler in der Oper Frankfurt:  Freitag, 27. Januar 2017, um 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 5., 11., 17. Februar 2017

 

Oper Frankfurt / Der Spieler - Frank van Aken (Alexej) und Sara Jakubiak (Polina) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Der Spieler – Frank van Aken (Alexej) und Sara Jakubiak (Polina) © Barbara Aumüller

Der Spieler von Sergej S. Prokofjew (1891-1953) gelangte am 13. Januar 2013 im Opernhaus zu seiner Frankfurter Erstaufführung. Damit kehrte der Stoff der literarischen Vorlage Fjodor M. Dostojewskis sozusagen zu seinen geografischen Ursprüngen zurück:

Oper Frankfurt / Der Spieler - v.l.n.r. Dietrich Volle (Potapitsch), Hedwig Fassbender (Babuschka; im Rollstuhl sitzend), Paula Murrihy (Blanche), Theo Lebow (Der Marquis) und Andreas Bauer (General a.D.; kniend) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Der Spieler – v.l.n.r. Dietrich Volle (Potapitsch), Hedwig Fassbender (Babuschka; im Rollstuhl sitzend), Paula Murrihy (Blanche), Theo Lebow (Der Marquis) und Andreas Bauer (General a.D.; kniend) © Barbara Aumüller

Der russische Schriftsteller, selbst ein begeisterter Glücksspieler, hatte seinerzeit im nahen Wiesbadener Casino hohe Beträge verloren. Daher wurde schon oft bemerkt, dass mit dem fiktiven Ort Roulettenburg, in dem die Handlung spielt, die Kurstädte des Rhein-Main-Gebietes – neben Wiesbaden auch Bad Homburg – gemeint sind. Die eigentliche Attraktion war jedoch der Regisseur der Produktion. Hierzu konnte man in einer der nach der Premiere erschienenen Kritiken lesen: „Er hat es wieder einmal allen gezeigt, der Regiealtmeister Harry Kupfer, mittlerweile 77-jährig. An der Oper Frankfurt hat er aus Prokofjews eher selten aufgeführter Oper Der Spieler einen witzigen und vielschichtigen Opernabend gemacht, der zeigt, dass im Casino auf verschiedenen Ebenen gespielt wird, nicht nur mit Jetons um Geld, sondern auch um Leben und Tod (…).

Zur Handlung: Der General ist bankrott, umwirbt aber dennoch die junge Blanche, die jedoch – in Unkenntnis der Tatsachen – nur hinter dem Geld des Alten her ist. Wie der General hat auch dessen Stieftochter Polina Schulden beim Marquis, der sich als Konkurrent des Hauslehrers Alexej um die Liebe Polinas entpuppt. Die gesamte Gesellschaft wartet auf das Ableben der reichen Babuschka, deren Geld alle Probleme, nicht nur der Erben, lösen würde. Als die alte Dame im Hotel erscheint, um – anstatt es ihren Erben zu überlassen – ihr Vermögen lieber selbst im Spiel einzusetzen, fallen die Masken der Protagonisten: Blanche verlässt den General, und am Ende bricht auch Polina mit Alexej, den ein unerwarteter Gewinn am Roulettetisch immer tiefer in die Spielleidenschaft treibt.

Oper Frankfurt / Der Spieler - von vorne nach hinten Frank van Aken (Alexej; mit dem Rücken zum Betrachter), Hedwig Fassbender (Babuschka; im Rollstuhl sitzend) und Dietrich Volle (Potapitsch) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Der Spieler – von vorne nach hinten Frank van Aken (Alexej; mit dem Rücken zum Betrachter), Hedwig Fassbender (Babuschka; im Rollstuhl sitzend) und Dietrich Volle (Potapitsch) © Barbara Aumüller

Anlässlich der ersten Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Saison 2012/13 kehrt Generalmusikdirektor Sebastian Weigle an das Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters zurück. Auch die Partie des Hauslehrers Alexej ist wieder mit dem premierenbewährten Frank van Aken besetzt. Der holländische Tenor war bis 2013 Frankfurter Ensemblemitglied. Zu seinen Plänen gehört u.a. der Tambourmajor in Bergs Wozzeck an De Nationale Opera in Amsterdam. Von den beiden eingangs genannten Künstlern abgesehen, weist die Besetzungsliste jedoch ausschließlich neue Namen auf: Von Anja Silja übernimmt nun Hedwig Fassbender die Partie der Babuschka. Die deutsche Mezzosopranistin hat sich seit 1999 einen außerordentlichen Ruf als Gesangspädagogin erworben. Viele junge Nachwuchskräfte im Ensemble der Oper Frankfurt stammen aus ihrer Klasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Alle weiteren Neubesetzungen kommen aus dem Opernstudio und Ensemble der Oper Frankfurt, angeführt von Andreas Bauer (General) und Sara Jakubiak (Polina). Der deutsche Bass war 2016/17 in seinem Stammhaus als König Heinrich in Wagners Lohengrin zu erleben, gefolgt von Sarastro (Die Zauberflöte), Komtur (Don Giovanni) und Daland (Der fliegende Holländer). Die amerikanische Sopranistin, unvergessen als Marta in Weinbergs Die Passagierin, zählt in dieser Saison Tatiana in Tschaikowskis Eugen Onegin zu ihren Frankfurter Aufgaben. Im Sommer dieses Jahres gastierte sie als Eva in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg an der Bayerischen Staatsoper in München.

Der Spieler in der Oper Frankfurt:  Freitag, 27. Januar 2017, um 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 5., 11., 17. Februar 2017

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Highlights im Oktober 2016

August 9, 2016 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS  IM  SPIELPLAN  DER  OPER  FRANKFURT  IM  OKTOBER  2016

Sonntag, 9. Oktober 2016, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
PAUL  BUNYAN

Operette in zwei Akten und einem Prolog op. 17 von Benjamin Britten
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Nikolai Petersen; Regie: Brigitte Fassbaender

Mitwirkende: Biber Herrmann (Erzähler), Nathaniel Webster (Paul Bunyans Stimme),
Michael McCown (Johnny Inkslinger), Elizabeth Sutphen (Tiny), Michael Porter (Hot Biscuit Slim), Ingyu Hwang (Sam Sharkey), Jeremy Bowes (Ben Benny), Sebastian Geyer (Hel Helson), Sydney Manascola (Fido), Julia Dawson (Moppet), Cecelia Hall (Poppet) u.a. Mitglieder der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim sowie Gäste

Weitere Vorstellungen: 11., 12., 14., 16., 19., 21., 22. Oktober 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 20 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Fassbaender Brigitte © Rupert Larl

Oper Frankfurt / Fassbaender Brigitte © Rupert Larl

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges verließen der Komponist Benjamin Britten (1913-1976) und sein Lebensgefährte Peter Pears ihre englische Heimat in Richtung Amerika. Dort trafen sie auf einen ihnen bereits aus der Heimat bekannten Landsmann, den Dichter W.H. Auden, späterer Librettist von Brittens erstem Werk für die Opernbühne. Die Uraufführung am 5. Mai 1941 an der New Yorker Columbia University war relativ erfolglos; erst als Britten kurz vor seinem Tod 1976 die Partitur des längst vergessenen Werkes wieder in die Hände fiel, animierte ihn der Erfolg einiger beim Aldeburgh Festival gegebenen Passagen zu einer Überarbeitung. Schnell wurde klar, dass in diesem Frühwerk mit seiner unbeschwerten, an Copland, Gershwin und Weill erinnernden Partitur und eines sich im Countrystil auf der Gitarre selbst begleitenden und das Geschehen in Zwischenspielen kommentierenden Erzählers bereits musikalische Stilmittel des Komponisten angelegt waren, die den Erfolg seiner späteren  Werke ausmachen sollten.

Die Handlung dieser „Choroperette“ geht auf die amerikanische Legende um den riesenhaften Holzfäller Paul Bunyan zurück, der zusammen mit seinem blauen Ochsen Babe durch die Lande zog und durch seine Fußspuren die Seen Minnesotas sowie mit der Axt, welche er hinter sich herzog, quasi im Vorübergehen den Grand Canyon schuf. Die sich um Paul Bunyan in einem Holzfällercamp scharenden Personen der Opernhandlung folgen der „uramerikanischen“ Einstellung, dass jedes einzelne Mitglied der Gemeinschaft – selbst wenn es diese später wieder verlässt – ihr etwas zurückgibt, frei nach der Librettozeile „Amerika ist, was ihr tut. Amerika ist ich und du.“

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung im Bockenheimer Depot hat Nikolai Petersen, ab 2016/17 Kapellmeister der Oper Frankfurt. Für die Inszenierung kehrt nach dem großen Erfolg ihrer Sicht auf Strauss? Ariadne auf Naxos 2013/14 im Opernhaus Brigitte Fassbaender zurück an die Oper Frankfurt. Die Besetzung besteht aus neuen und bereits bekannten Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt, angeführt von Michael McCown (Johnny Inkslinger). Zurück an sein altes Stammhaus, dem er bis 2008 angehörte, kehrt der amerikanische Bariton Nathaniel Webster und leiht damit seine Stimme dem Titelhelden, ohne selbst auf der Bühne zu erscheinen. Der aus dem Rheingau stammende Folk- und Bluesgitarrist Biber Herrmann übernimmt die Rolle des Erzählers, der amerikanische Bass Jeremy Bowes gibt mit der Partie des Ben Benny sein Debüt an der Oper Frankfurt.


Sonntag, 16. Oktober 2016, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere
MARTHA  ODER  DER  MARKT  ZU  RICHMOND

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Barbara Aumüller

Romantische Oper in vier Akten von Friedrich von Flotow Mit Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Katharina Thoma

Mitwirkende: Maria Bengtsson (Lady Harriet Durham), Katharina Magiera (Nancy),
Barnaby Rea (Lord Tristan Mickleford), AJ Glueckert (Lyonel), Björn Bürger (Plumkett),
Carlos Krause (Der Richter von Richmond)  u.a.

Weitere Vorstellungen: 22., 26., 30. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Oktober, 5., 12., 18. (20.00 Uhr), 25. November 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Ohne seinen Welterfolg Martha würde sich heute wohl kaum jemand mehr an den mecklenburgischen Komponisten Friedrich von Flotow (1812-1883) erinnern. Ausgebildet am Pariser Konservatorium war er mit dem Stil der damals vorherrschenden Opéra-comique bestens vertraut, was man seinem Werk auch anmerkt. Dennoch sieht man Martha heutzutage eher als deutsche Spieloper. Die Uraufführung am Wiener Kärtnertortheater am 25. November 1847 war kein übermäßiger Erfolg, was jedoch bereits durch die zweite Einstudierung durch Franz Liszt 1848 in Weimar revidiert wurde. So kam es, dass die Oper ihren internationalen Siegeszug antreten konnte. Eingängige Melodien wie Marthas Lied von der „Letzten Rose“ taten das Ihrige hinzu, und vor allem Lyonels Klage „Ach so fromm, ach so traut“ zog – immerhin befördert von Enrico Caruso – in das internationale Tenorrepertoire ein. Die letzte Frankfurter Inszenierung von Flotows Oper stammt aus dem Jahre 1949.

England 1710: Lady Harriet Durham fühlt sich von ihrem High Society-Leben nicht ausgefüllt. Ihre Vertraute Nancy rät, sie müsse sich verlieben. Die beiden verkleiden sich und mischen sich unter die Mägde, die beim Markt zu Richmond Arbeit und vielleicht auch einen Mann suchen. Die Pächter Plumkett und Lyonel sind angetan. Zu Hause angelangt, wird schnell klar, dass die Herren ernsthaftere Absichten hegen. Da flüchten die beiden „Mägde“, die sich als „Martha“ und „Julia“ vorgestellt haben. Erst nach einigen Verwicklungen finden sich die Paare. Die Suche nach dem „Richtigen“ ist im Internetzeitalter nicht einfacher geworden, und so kann uns diese Verkleidungskomödie als Geschichte mit emotionalem Tiefgang auch heute noch angehen.

Die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der sich dafür stark gemacht hat, das Werk wieder einmal auf den Spielplan zu setzen. Katharina Thoma, ehemals als Regieassistentin in Frankfurt tätig, kehrt nach ihrem Erfolg mit Barbers Vanessa 2012/13 im Haus am Willy-Brandt-Platz sowie Inszenierungen am Theater Dortmund, beim Glyndebourne Festival und am Royal Opera House Covent Garden in London (Un ballo in maschera 2014/15) zurück an den Main. Maria Bengtsson (Martha), in Frankfurt umjubelt als Feldmarschallin, Daphne und Donna Elvira, gehört zu den renommiertesten und international erfolgreichsten Sopranistinnen unserer Zeit. Alle weiteren Partien sind aus dem Ensemble der Oper Frankfurt besetzt, darunter die „Neuzugänge“ Tenor AJ Glueckert (Lyonel) aus den USA und Bass Barnaby Rea (Lord Tristan) aus England sowie Katharina Magiera (Nancy) und Björn Bürger (Plumkett). Ein Wiedersehen gibt es auch mit „Ensemble-Urgestein“ Carlos Krause als Richter.


Freitag, 21. Oktober 2016, um 17.00 Uhr im Opernhaus
Zweite Wiederaufnahme
LOHENGRIN

Oper Frankfurt / Lohengrin © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Lohengrin © Wolfgang Runkel

Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner Mit Übertiteln
Musikalische Leitung: Stefan Blunier; Inszenierung: Jens-Daniel Herzog

Mitwirkende: Andreas Bauer (Heinrich der Vogler), Vincent Wolfsteiner (Lohengrin),
Annette Dasch (Elsa von Brabant), Robert Hayward (Friedrich von Telramund),
Sabine Hogrefe (Ortrud, seine Gemahlin), James Rutherford (Der Heerrufer) u.a.

Weitere Vorstellungen: 28. Oktober, 3., 6. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 11. November 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 17.00 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Die Inszenierung des Lohengrin aus der Saison 2008/09 stammt von Jens-Daniel Herzog, der seit 2011 als Intendant der Oper Dortmund wirkt und ab 2018 als Staatsintendant an das Nürnberger Staatstheater wechseln wird. In seiner Sicht geht es in Wagners Werk um Sehnsuchtsprojektionen und -räume, in denen sich insbesondere die weibliche Hauptpartie der Oper, Elsa von Brabant, bewegt. Herzog hat dies mit der Welt des Kinos übersetzt, und er fand damit eine für Publikum und Presse stimmige Deutung der romantischen Oper. Hier einige Auszüge aus den Presseveröffentlichungen: „So gelingt Jens-Daniel Herzog in Frankfurt ein beeindruckendes Opern-Debüt, das in vielerlei Hinsicht mit den Sehnsüchten der Menschen spielt – und das ganz ohne Schwan.“ – „Virtuos balanciert Herzog in seiner bisher vielleicht besten Opernarbeit zwischen Ernst und Scherz und unterläuft plausibel auch die parareligiös-patriotischen Züge, die zu den weniger bekömmlichen Ingredienzien des Werkes gehören.“ – „Mächtiger Applaus für eine klug erdachte und hochspannende Inszenierung und eine packende musikalische Umsetzung in einem großen Opernabend, der Bayreuth zur Ehre gereichen würde.“

Zum Inhalt: Eine heimtückische Intrige des machtgierigen Grafen von Telramund und seiner Gattin Ortrud gegen Elsa von Brabant – die Schwester des verschollenen, angeblich ermordeten Herzogs Gottfried – und ihre Rettung durch den ihr unbekannten Ritter Lohengrin sind die zentralen Handlungsstränge von Wagners Oper. Nach diversen Provokationen der Intriganten kulminiert das Geschehen im Brautgemach nach der Hochzeit von Elsa und Lohengrin: Elsa bricht das Tabu, ihn niemals nach seinem Namen zu fragen, und wird am folgenden Tag von Lohengrin verlassen. Die Verschwörer scheinen gesiegt zu haben, doch da kehrt Gottfried auf wundersame Weise zurück.

Die musikalische Leitung dieser zweiten Wiederaufnahme liegt bei Stefan Blunier, der bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 als Generalmusikdirektor der Beethovenstadt Bonn wirkte. Neben seiner internationalen Gastiertätigkeit erfolgte sein Debüt an der Oper Frankfurt mit Strauss? Daphne in der Spielzeit 2013/14. Zu den Plänen des Schweizers gehören u.a. Bergs Wozzeck am Grand Théâtre de Genève. Die Titelpartie im Frankfurter Lohengrin übernimmt erstmals in dieser Inszenierung Ensemblemitglied Vincent Wolfsteiner, der an seinem Stammhaus kürzlich u.a. als Siegfried in Wagners Der Ring des Nibelungen und als Tambourmajor im Wozzeck zu erleben war. An seiner Seite singt die Partie der Elsa „Wahl-Frankfurterin“ Annette Dasch – eine Partie, die die Sopranistin bald auch an die Deutsche Oper Berlin und das Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel führen wird. Zu Hause auf den großen Opernbühnen der Welt, verkörperte sie kürzlich Cordelia in Aribert Reimanns Lear an der Opéra national de Paris. Robert Hayward (Telramund) war 2015/16 als Wotan in Wagners Die Walküre in Leeds und London zu erleben und ist mit dem Frankfurter Lohengrin bereits seit der Premiere vertraut. Telramund singt er kurz vor seinen Auftritten in Frankfurt auch an den Opernhäusern von Angers und Nantes. Sabine Hogrefe (Ortrud) steigt neu in die Inszenierung ein und wird die Partie im Anschluss auch am Brüsseler Opernhaus La Monnaie verkörpern. Ihr Hausdebüt an der Oper Frankfurt gab sie 2013/14 als Färberin in Strauss? Die Frau ohne Schatten. Die Sopranistin ist seit vielen Jahren den Bayreuther Festspielen verbunden, wo sie 2010 z.B. die Brünnhilde im Siegfried sang. Aus dem Ensemble sind Andreas Bauer (Heinrich der Vogler) und James Rutherford (Der Heerrufer) erstmals in dieser Inszenierung vertreten. Während der deutsche Bass in Frankfurt jüngst als Escamillo in Bizets Carmen und Daland in Wagners Der fliegende Holländer sowie an der Opéra national de Paris als Nachtwächter in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg erfolgreich war, gab der britische Bassbariton in der dritten Wiederaufnahme des aktuellen Frankfurter Ring die Partien des Wotan und des Wanderers. Zuvor sang er hier die Titelpartie in Wagners Der fliegende Holländer, welche ihn bald auch an die Staatsoper Stuttgart führen wird. Wolfram in Wagners Tannhäuser steht für Anfang 2017 an der Deutschen Oper Berlin in seinem Terminkalender.


Samstag, 29. Oktober 2016, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
STIFFELIO

Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Giuliano Carella; Regie: Benedict Andrews
Mitwirkende: Cooper Nolan (Stiffelio), Jessica Strong (Lina), Dimitri Platanias (Stankar),
AJ Glueckert (Raffaele), Alfred Reiter (Jorg), Ingyu Hwang (Federico di Frengel), Julia Dawson (Dorotea)

Weitere Vorstellungen: 4., 13., 19. November 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Stiffelio © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Stiffelio © Monika Rittershaus

Mit Stiffelio von Giuseppe Verdi (1813-1901) präsentierte die Oper Frankfurt in der Saison 2015/16 eine unbekannte Oper des italienischen Komponisten, die jedoch die spätere Meisterschaft bereits erahnen lässt. Der australische Regisseur Benedict Andrews gab mit dieser Inszenierung sein erfolgreiches Debüt an der Oper Frankfurt, indem er die Handlung in das Umfeld einer Sekte fundamentaler Christen verlegte, mit Stiffelio als deren charismatischen Führer. Publikum und Presse zeigten sich nach der Premiere am 31. Januar 2016 begeistert. In einer der Kritiken konnte man lesen: „Die Inszenierung von Benedict Andrews beweist: Das vergessene Werk ist packendes Musiktheater mit zum Teil fiebrig aufgeladener Verdi-Musik.“ Ein weiterer Rezensent schrieb: „Benedict Andrews’ konsequente Regie und Johannes Schütz’ karge Bühne garantieren 150 Minuten atemlose Spannung. Das Publikum reagierte bei der Premiere am Sonntag einhellig begeistert.“ Ein weiterer Berichterstatter fasste seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: „Starke Bilder sind das, getragen von einer souveränen Personenführung.“ Nun darf man gespannt sein, ob sich diese Eindrücke bei der ersten Wiederaufnahme der Produktion erneut einstellen.

Die Handlung: Der protestantische Geistliche Stiffelio muss feststellen, dass seine Frau Lina ihm untreu geworden ist. Deren Vater Stankar unternimmt zunächst alles, um die Ehe seiner Tochter und damit auch die Familienehre zu retten. Als er Lina bei einem nächtlichen Treffen mit ihrem Verführer Raffaele überrascht, fordert er diesen zum Duell. Plötzlich erscheint Stiffelio, um die beiden Streithähne zu versöhnen. Außer sich vor Zorn verrät Stankar den Ehebrecher. Daraufhin greift Stiffelio beinahe selbst zu den Waffen, besinnt sich jedoch auf sein Priestertum und schlägt seiner Frau die Scheidung vor. Nicht dem Ehemann, sondern dem Priester Stiffelio gegenüber beichtet Lina, dass sie ihn noch immer liebe und lediglich in einem Augenblick der Schwäche gefehlt habe. Unterdessen hat Stankar Raffaele ermordet. Ein Bibelwort, auf das Stiffelio zufällig beim Gottesdienst stößt, beendet die Oper: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.

Die erste Wiederaufnahme der Produktion wird musikalisch geleitet von dem italienischen Dirigenten Giuliano Carella, der in Frankfurt bereits 2009/10 mit Donizettis Anna Bolena (konzertant) und Verdis La Traviata zu erleben war. 2013/14 kehrte er für Verdis Die sizilianische Vesper zurück. Jüngste Engagements führten ihn u.a. an die Königliche Oper Kopenhagen (Puccinis Il trittico) sowie die Staatsopern von Stuttgart (Verdis Rigoletto und Bellinis I puritani) und Dresden (Bizets Carmen). Besonders verbunden ist er der Opéra de Toulon, wo er zuletzt Puccinis Tosca dirigierte. Der amerikanische Tenor Cooper Nolan (Stiffelio) wurde an der Manhatten School of Music ausgebildet und war u.a. Resident Artist an der Minnesota Opera. 2015/16 gab er als Don José in Bizets Carmen sein Europadebüt am Theater Kiel. Bis 2015/16 war die kanadische Sopranistin Jessica Strong (Lina) Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt. Hier war sie u.a 2014/15 als Amelia Grimaldi in Verdis Simon Boccanegra zu erleben. Danach debütierte sie als Rosa in Fioravantis Le cantatrici villane im Bockenheimer Depot und sang Suor Dolcina (Puccinis Il trittico) sowie erstmals Woglinde in Wagners Der Ring des Nibelungen. Zu ihren Frankfurter Plänen gehört zudem Donna Anna in Mozarts Don Giovanni. Dimitri Platanias (Stankar) war in Frankfurt 2013/14 als Scarpia in Pucinis Tosca und 2014/15 als Jago in Verdis Otello besetzt. Seine internationale Karriere führte den griechischen Bariton u.a. an das Royal Opera House Covent Garden in London (Alfio in Mascagnis Cavalleria rusticana und Tonio in Leoncavallos I Pagliacci sowie die Titelpartie in Verdis Nabucco), zudem sind Auftritte an den Staatsopern von München und Hamburg geplant (Verdis Macbeth und Nabucco). Die weiteren Partien sind aus dem Ensemble der Oper Frankfurt besetzt, darunter erstmals mit dem amerikanischen Tenor und „Neuzugang“ AJ Glueckert (Raffaele), der kurz zuvor auch den Lyonel in Flotows Martha oder der Markt zu Richmond singen wird, sowie dem premierenbewährten deutschen Bass Alfred Reiter (Jorg), der zuletzt als Doktor in Bergs Wozzeck erfolgreich war. In weiteren Partien sind Mitglieder des Opernstudios der Oper Frankfurt zu erleben: der koreanische Tenor Ingyu Hwang (Federico di Frengel) und die kanadische Mezzosopranistin Julia Dawson (Dorotea).


Dienstag, 11. Oktober 2016, um 20.00 Uhr im Opernhaus
Liederabend
ANDREAS  SCHAGER, Tenor
MATTHIAS  FLETZBERGER, Klavier

Oper Frankfurt / Andreas Schager © David Jerusalem

Oper Frankfurt / Andreas Schager © David Jerusalem

Lieder von Robert Schumann, Richard Wagner, Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Richard Strauss
Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

„Ihm gehört die Zukunft als Heldentenor!“, hieß es in einem der enthusiastischen Presseartikel, die Andreas Schagers ersten Auftritt an der Oper Frankfurt mit seinem Rollendebüt als Strauss’ Menelas (Die ägyptische Helena) in der Spielzeit 2014/15 Revue passieren ließen. Die tiefe Verbindung von klanglichem Volumen und feinem Timbre, mit der dieser kompromisslose Ausnahmesänger Stürme der Begeisterung auslöst, stellte er bei der Frankfurter Operngala 2015 erneut unter Beweis. Doch wozu in zeitliche Fernen schweifen? Bereits die Gegenwart des gebürtigen Österreichers, der für seinen Tamino (Die Zauberflöte) in Toronto vom Kanadischen Rundfunk als „Künstler des Monats“ ausgezeichnet wurde, kann sich sehen lassen – mit Engagements in großen Mozart-, Wagner- und Strauss-Partien seines Fachs, u.a. an den Opernhäusern von Köln, Leipzig, Hamburg, Berlin, Rom, Mailand, Madrid, Antwerpen/Gent, Toronto oder St. Petersburg, bei den BBC Proms in London und ab 2016 als Parsifal bei den Bayreuther Festspielen. Nach jüngeren Konzertauftritten wie in Mahlers Das Lied von der Erde mit dem NDR Sinfonieorchester in Hamburg, in Beethovens 9. Sinfonie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und mit Schönbergs Gurre-Liedern in Warschau und Paris wird nun der erste Frankfurter Liederabend von Andreas Schager erwartet.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

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