Essen, Philharmonie Essen, Neue Philharmonie Westfalen – ABBA Forever, 22.10.2016

Oktober 17, 2016 by  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / ABBA Forever © Pedro Malinowski

Philharmonie Essen / ABBA Forever © Pedro Malinowski

„ABBA Forever“ in der Philharmonie Essen:

 Samstag, 22. Oktober 2016, um 20 Uhr

Philharmonie Essen / ABBA Forever © Pedro Malinowski

Philharmonie Essen / ABBA Forever © Pedro Malinowski

Mit ihren eingängigen Hits hat die Gruppe ABBA Pop-Geschichte geschrieben, und nach wie vor erfreuen sich Titel wie „Dancing Queen“ großer Beliebtheit. In der Philharmonie Essen werden die Songs jetzt in einem ganz besonderen Konzert der Reihe „Entertainment“ lebendig:

Unter dem Titel ABBA Forever präsentiert die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Rasmus Baumann am Samstag, 22. Oktober 2016, um 20 Uhr die größten Hits der schwedischen Pop-Legende. Natürlich im Look der wilden Siebziger und den vier ausgezeichneten Sängern Judith Jakob, Anke Sieloff, Nigel Casey und Henrik Wager, die sich an diesem Abend in Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid verwandeln. „Mamma Mia“, seufzen da alte Fans verzückt, während die jungen kreischen: „Gimme, Gimme, Gimme“. Abwechslung ist Trumpf, mit mitreißenden Tanznummern wie „Super Trouper“, einfühlsamem Balladen wie „One Of Us“ oder legendären Evergreens wie „Waterloo“. Mitsingen ist erlaubt, vor allem beim finalen Höhepunkt: „Thank You For The Music“!

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Kassel, Staatstheater Kassel, Spielplan November 2016

Oktober 10, 2016 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Spielplan Staatstheater November 2016


PREMIERE Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren,

empfohlen ab 5 Jahren

Inszenierung: Philipp Rosendahl, Bühne: Daniel Roskamp, Kostüme: Isabell Heinke, Musik: Thorsten Drücker, Dramaturgie: Thomas Hof

Mit Maria Munkert (als Gast), Valeska Weber (als Gast), Christoph Förster (als Gast), Matthias Fuchs, Aljoscha Langel, Uwe Steinbruch, Statisterie des Staatstheaters

In einer Gewitternacht, in der sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausen, erschrocken in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkriechen, wird Ronja als Tochter des Räuberhauptmanns geboren. Von dessen Schar aufgezogen, geht sie eines Tages weiter als erlaubt: Sie schließt Freundschaft mit Birk, dem Sohn des Anführers der verfeindeten Borkasippe. Die beiden Räuberkinder geraten zwischen die verhärteten Fronten ihrer sturen Väter und müssen Entscheidungen treffen, die sie in enger Freundschaft über den gegenseitigen Hass ihrer Familien triumphieren lassen.
„Ronja Räubertochter“ erzählt von der Kraft einer Freundschaft und von der Möglichkeit, die Welt mit den eigenen Augen zu sehen, bevor man sich auf das Urteil anderer verlässt. Astrid Lindgren entführt uns in eine zauberhafte Welt voller Rumpelwichte, Graugnome und Wilddruden und erschafft nebenbei eine Parabel auf unsere hochkomplexe Gesellschaftslage.

Lehrersichtprobe: Mo., 14. November, 19 Uhr, Opernhaus, Anmeldung unter theaterpaedagogik@staatstheater-kassel.de, 0561 1094-400

Premiere: Mittwoch, 16. November, 10 Uhr, Nachmittagsvorstellungen am 11., 18. und 29. Dezember sowie am 29. Januar

Info der IOCO Redaktion:  Bitte beachten Sie zu dieser Produktion die Leser-Zuschrift von Frau Steffy Müller:  Meine Tochter (7 Jahre) war heute mit ihrer Schulklasse zum Theaterstück Ronja die Räubertocher. Das Programm ist meiner Meinung nichts für Kinder unter 10 Jahre. Viele Kinder aus der 1. Klasse waren ängstlich und ein paar haben sogar geweint. Vor den wolfskostümen hatte etliche große Angst. Das Stück ist auch nicht traditionell wie man ronja kennt ( kleines kesses Mädchen,wald, wiesen höhle,..). Es ist neu aufgerollt und spielt auf einem Schrottplatz. Wirklich schrecklich mit das Theaterstück mit FSK 5 einzustufen.


KONZERTE


1. Sonntagskonzert

Staatstheater Kassel / 1.-Sonntagskonzert-Sagripanti-Giacomo © Henry-Fair

Staatstheater Kassel / 1.-Sonntagskonzert-Sagripanti-Giacomo © Henry-Fair

Gioachino Rossini: Ouvertüre zu Wilhelm Tell, Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 88 G-Dur, Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 4 A-Dur Op. 90 Italienische

Dirigent: Giacomo Sagripanti

Gioachino Rossini vertonte in seinem gewaltigen Werk Guillaume Tell das Freiheitsstreben des Titelhelden sowie Liebe, Hass und schreckliche Verwicklungen mit farbenprächtiger Musik. Joseph Haydn hatte gerade mit seinen Pariser Sinfonien große Erfolge gefeiert, als er sich in Wien und am Hof des Grafen Esterhazy an eine neue Werkgruppe machte: die fünf Sinfonien Nr. 88 bis 92. In der G-Dur-Sinfonie kommen Reife und Humor des Komponisten zusammen, ja bedingen einander geradezu. Felix Mendelssohn Bartholdy hatte seiner 4. Sinfonie den Beinamen Italienische gegeben, als er sich in Rom und Neapel ans Komponieren machte. Und so sind die beiden Ecksätze auch voll „italienisch“ lebenspraller Musik, während die erst später – nicht mehr in Italien! – vollendeten mittleren Sätze mit ihrer gedeckten Stimmung eher zum hiesigen November passen …

Sonntag, 6. November, 11 Uhr, Opernhaus


1. Kinderkonzert: Coole Komponisten – Wolfgang Amadeus Mozart, ab 8 Jahren

Moderation und Konzertpädagogik: Constanze Betzl, W.A. Mozart: Konstantin Marsch, Dirigent: Xin Tan

Wunderkind, Superstar und vielleicht coolster aller „coolen Komponisten“: Das war Wolfgang Amadeus Mozart, der gleichzeitig jede Meisterschaft im Schnellkomponieren und Geldverschwenden gewonnen hätte! Im Konzert werden Kompositionen voll geistreichem Witz und charmantem Humor vom Knabenchor des Wilhelmsgymnasiums gemeinsam mit dem Staatsorchester präsentiert sowie musikalische Leckerbissen wie „Eine kleine Nachtmusik“ und Auszüge aus seinen Klavierkonzerten und großen Sinfonien.

Für Schulklassen:  9. 11., 9.15 und 11 Uhr, 10. 11., 9.15 und 11 Uhr sowie 24.11., 9.15 Uhr,  Schauspielhaus

Für Familien: Sonntag, 13. November, 15 Uhr, Schauspielhaus


2. Sinfoniekonzert / Bußtagskonzert

Staatstheater Kassel / Abschiedskonzert: Vassilis Christopoulos dirigiert die Südwestdeut. Philharmonie © Patrick-Pfeiffe

Staatstheater Kassel / Abschiedskonzert: Vassilis Christopoulos dirigiert die Südwestdeut. Philharmonie © Patrick-Pfeiffer

Olivier Messiaen: Les Offrandes Oubliées (Die Vergessenen Gaben Gottes),

Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 h-Moll Op. 98 Unvollendete, Johannes Brahms Sinfonie Nr. 4 e-Moll Op. 98,   Dirigent: Vassilis Christopoulos

„Das war mein erstes vom Orchester gespieltes Werk und mein erster Kontakt mit dem großen Publikum. Ich war damals 22 Jahre alt.“ So Olivier Messiaen über „Les Offrandes oubliées“, das er als eine Art Altar-Triptychon erläutert: „Die Sünde ist die Gottvergessenheit. Das Kreuz und die Eucharistie sind die göttlichen Opfer: ,Siehe da, mein Leib, der für euch hingegeben wird. Siehe da, mein Blut, das für euch vergossen wird. “

Geheimnisse und Legenden umranken Schuberts „Unvollendete“. Nicht einmal in der Zählung ist man sich einig: Manche zählen sie als Schuberts Siebte, andere als Nr. 8. Rätselhaft ist auch, warum Schubert diesen Torso nicht zu Ende komponiert hat. Jedenfalls war die Uraufführung der Sinfonie 1865 – 40 Jahre nach Schuberts Tod – eine Sensation für die Musikwelt.

Die Sinfonien von Brahms zählen mit zum Schönsten, was die Musikgeschichte hervorgebracht hat.  Die Vierte ist dabei wahrscheinlich seine kraftvollste und zugleich anspruchsvollste Sinfonie. Mittwoch, 16. November, 20 Uhr, Martinskirche


3. Kammerkonzert

Werke von Rheinberger, Damase, Koetsier und Martinu

Mit Katrien Schwarz (Flöte), Sabine Nobis, (Oboe), Michael Hintze, (Horn, Wagner-Tuba), Dimitrios Papanikolau, Helmut Simon (Violine), Johanna Alpermann (Viola) Johanna Zur (Violoncello), Hellmuth Vivell (Klavier)

Das kammermusikalische Repertoire für Bläser ist relativ klein, doch birgt es eine große Vielfalt in den Besetzungsmöglichkeiten. Die „Skurrile Elegie auf Richard W.“ von Jan Koetsier verspricht ironische Wagner-Zitate auf der – übrigens äußerst selten solistisch zu hörenden – ?Wagner-Tuba, zusammen mit Streichquartett. In Jean-Michel Damases Trio vermischen sich Horn, Oboe und Klavier raffiniert zu Poulenc-ähnlichen Klängen. Werke von Joseph Rheinberger, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägend für eine ganze Generation von Musikern war, sowie des tschechischen Komponisten Bohuslav Martin? ergänzen das Programm.

Montag, 21. November, 19.30 Uhr, Opernfoyer


Winter Wonderland – A Swingin’ Christmas Show

Staatstheater Kassel / Swingin´Christmas - Nigel-David-Casey © N.-Klinger

Staatstheater Kassel / Swingin´Christmas – Nigel-David-Casey © N.-Klinger

The Pack: Nigel Casey, Henrik Wager, Andreas Wolfram, Ladies: Katja Friedenberg, Tabea Henkelmann, Judith Lefeber, Host: Insa Pijanka, Bandleader: Patrik Ringborg

Wenn sich im Herbst in den Supermärkten die ersten Schokoladenweihnachtsmänner zeigen, liefert das Staatsorchester den passenden Soundtrack: Swing vom Feinsten mit den Rat-Pack-Legenden Frank, Dean und Sammy. Wir zaubern ein musikalisches „Winter Wonderland“ auf die Bühne, welches das Lametta am Christbaum mitswingen lässt! Nach dem großen Erfolg von „Swingin’ Christmas“ in der Spielzeit 2014?/?15 folgt nun ein neues Weihnachtsspecial. Mit vielen neuen Hits wie „Rudolph, The Red Nosed Reindeer“ und natürlich Klassikern wie „White Christmas“, die für eine gelungene Einstimmung auf die Weihnachtszeit nicht fehlen dürfen.

Premiere: Samstag, 26. November, 19.30 Uhr, Opernhaus


GASTSPIELE UND EXTRAS


HR-Sinfonieorchester Abschlusskonzert Kasseler Musiktage

Mit hr-Sinfonieorchester, Maurice Steger (Blockflöte und Leitung)

Der international umjubelte Schweizer Flötist und Dirigent Maurice Steger legt in Kassel den Schwerpunkt auf spätbarocke Suiten und Konzerte italienischer und deutscher Provenienz: Gerahmt von zwei Händel-Werken präsentiert er zwei kontrastierende Vivaldi-Konzerte, außerdem eine Suite aus Henry Purcells berühmter Oper King Arthur sowie das Blockflötenkonzert F-Dur, das wohl bekannteste Werk aus der Feder des einst hochgerühmten Oboenvirtuosen und Komponisten Giuseppe Sammartini. Das Abschlusskonzert der Kasseler Musiktage gibt damit Gelegenheit, die Blockflöte auf staunenswerte Weise neu zu entdecken.

Sonntag, 6. November, 17 Uhr, Opernhaus, Karten erhältlich bei den Kasseler Musiktagen,


24. Jazzfest Kassel, präsentiert vom Förderverein Kasseler Jazzmusik

Staatstheater Kassel / Jazzfest-Ambrosini_Matinier-NVENTIO © Thomas Radlwimme

Staatstheater Kassel / Jazzfest-Ambrosini_Matinier-NVENTIO © Thomas Radlwimme

Marco Ambrosini & Jean-Louis Matinier:   „Inventio“

Marco Ambrosini ist einer der wenigen Musiker, die die Nyckelharpa außerhalb der schwedischen Folktradition einsetzen. Mit Jean-Louis Matinier am Akkordeon erklingt eine verblüffende Mischung aus Barockkonzert, Soundtrack und transeuropäischer Ethnomusik.

Mittwoch, 9. November, 20.15 Uhr, tif  – Theater im Fridericianum


24. Jazzfest Kassel, präsentiert vom Förderverein Kasseler Jazzmusik

Staatstheater Kassel / Jazzfest-Vensa-Pisarovic © Petit-Standard-Press

Staatstheater Kassel / Jazzfest-Vensa-Pisarovic © Petit-Standard-Press

Maria Baptist Jazz Orchestra  Here & NowVesna Pisarovic „Petit Standard“

Maria Baptist Orchestra: Maria Baptist (Piano), Ralph Grässler (Bass), Roland Schneider (Schlagzeug), David Beecroft, Jan von Klewitz, Max Hacker, Patrick Hamacher, Nik Leistle (Holzblasinstrumente), Gred Bowen, Philip Sindy, Ruben Giannotti, Eddie Hayes (Trompete), Jörg Bücheler, Nils Marquardt, Musashi Baba, Christopher Sauloff (Posaune)

Petit Standard: Vesna Pisarovic (Gesang), Chris Dahlgren (Bass), John Betsch (Schlagzeug)

Die Pianistin und Komponistin Maria Baptist zeigt, wie fließend die Grenzen zwischen Jazz und klassischer Musik sein können; welch ein kraftvolles und zugleich fragiles Instrument ein 16-köpfiges Jazz Orchester sein kann.

Im Fokus des Trios „Petit Standard“ liegt das Arbeiten mit und Bearbeiten von Jazz-Standards wie dem Great American Songbook – mit rudimentären Mitteln der Stimme, des Bass’ und des Schlagzeugs.

Freitag, 11. November, ab 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Axel Hacke: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

Ob Dresden oder Berlin, München oder Köln, kleine Städte oder große, Axel Hackes Lesungen sind legendär. Als Vorleser ist er schwer zu übertreffen. In „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“ erzählt er von einer seltsamen Begegnung mit einem alten Herrn in einem grauen Mantel, von Schönheit und Scheitern, von einer stehengebliebenen Uhr, von der Evolution und dem großen Egal. Um Glauben geht es nicht, sondern ganz einfach um das Leben.

Donnerstag, 10. November, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Klamms Krieg,    Klassenzimmerstück von Kai Hensel – Mit Matthias Fuchs

Inszenierung: Thomas Hof, Bühne und Kostüme: Brigitte Schima

Die Klasse wirft ihrem Lehrer Herrn Klamm vor: Er soll Schuld am Tod seines Schülers Sascha sein, weil er einen einzigen Punkt, der zum Bestehen des Schulabschlusses notwendig gewesen wäre, nicht gegeben hat. Aus der Anschuldigung wird eine Kriegserklärung.

Einmalig im tif – Theater im Fridericianum am Freitag, 11. November, 20.15 Uhr, tif


Hannes Wader Live 2016

Staatstheater Kassel / HANNES-WADER-Live © M.-Petersohn

Staatstheater Kassel / HANNES-WADER-Live © M.-Petersohn – Mit Hannes Wader (Gesang und Gitarre)

Er ist eine lebende Legende. Viele seiner Lieder sind Allgemeingut geworden und werden immer wieder neu gesungen. Er ist Volkssänger und politischer Mensch, der sich mit seinen Liedern einmischt und zu wichtigen Bewegungen der letzten Jahrzehnte den »Soundtrack« geliefert hat. Zum Abschlusskonzert seiner diesjährigen Tournee werden neben den neuen Liedern auch vertraute ältere zu hören sein.

Donnerstag, 24. November, 19.30 Uhr, Opernhaus,

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

 

 

Hagen, Theater Hagen, Rocky Horror Show: Das Theater bebte, IOCO Kritik, 14.01.2012

Januar 17, 2012 by  
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Kritik

Theater Hagen

  Funky  Rocky Horror Show  in Hagen

Spät aber unheimlich stark kommt das Theater Hagen mit seiner ersten Produktion der Rocky Horror Show.

 Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Marilyn Bennett (Magenta) © Kühle

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Marilyn Bennett (Magenta) © Kühle

 Theater Hagen / Rocky Horror Show, Tillmann Schnieders (Rocky), Tanja Schun (Janet Weiss) © Kühle

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Tillmann Schnieders (Rocky), Tanja Schun (Janet Weiss) © Kühle

Herren aller Jahrgänge schossen aus Wasserpistolen, gesetzte Damen warfen mit Reis und Klopapapier um sich, andere Besucher rotierten wie wirr Leuchtdioden oder kommentierten ritusgerecht die Darsteller auf der Bühne. Der Grund: Die Besucher im völlig ausverkauften Haus zelebrierten mit großer Leidenschaft die erste Premiere dieses Mitmach–Kultmusicals in Hagen. Seit dem 14. Januar 2012 ist Hagen im Rocky-Fieber und wird es wohl für Jahre bleiben, resümiert stolz Intendant Nobert Hilchenbach nach der Premiere das bergische Theater-Beben.  Doch der Reihe nach:

 Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Henrik Wager (Frank’n’ Furter), Susanna Mucha (Columbia), Marilyn Bennett (Magenta) © Kühle

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Henrik Wager (Frank’n’ Furter), Susanna Mucha (Columbia), Marilyn Bennett (Magenta) © Kühle

1973 schuf Richard O´Brien  The Rocky Horror Show. Zunächst als experimentelles Rockmusical gedacht parodiert  Richard O´Brien in seinem Musical  den bizarren Humor schrottiger Science Fiction Filmstreifen der 40 er und 50er Jahren, ergänzt ihn mit glorreich-schrägem Schauspiel, trashigen „Spezialeffekten“ und sexueller Entfaltung. O´Brien selbst zu seinem Stück: „Immer wohnt auch das Animalische in uns. Und das, mit Anspielungen auf Horror- und Sagengestalten, ironischer Kritik am Spießertum bietet die Rocky  Horror Show“. Und formte ein rund um den Globus erfolgreiches, knallbuntes Kultmusical mit enthusiastischster Fangemeinde aller Altersgruppen. Welche seither die unzähligen Vorstellungen, oft wild gestylt, mit Reis, Wasserpistolen, Gummihandschuhen, Klopapier, Strapsen zu einem Mitmach-Event machen Große Theater scheuen die verschrobene Unbedingtheit des Stückes. Kleinere Theater,  auch das Theater Hagen, sind deutlich couragierter.

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Ballett © Foto Kühle

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Ballett © Foto Kühle

„Menschen“ sind oft pärchenweise anzutreffen und streben aus unerklärlichen Gründen häufig eine monogame Lebensform an. Diese Verirrung macht vielen von ihnen das Leben nicht leichter, verkündet die extraterrestrische Zeitung „The Transylvanian Observer“ treffend zur Rocky-Premiere in Hagen.

Regisseur Holger Hauer kennt Rocky gut, hat selbst den Frank`N´Furter gespielt. Gemeinsam mit Sandra Fox (Austattung) und Ricardo Fernando (Choreographie) produzierte Hauer einen genüsslich suhlenden Hagener Rocky:  Grelle Kulissen und Kostüme, schwebender Riesenkussmund, Raumfahreroutfit, knatternde Motorräder begleiten einfallsreich und szene-typisch das starke Hagen-eigene Ensemble. Die Orthopädischen Strümpfe des Guildo Horn liefern den austarierten fetzigen musikalischen Rahmen.  Opernchor und Ballett des Theater Hagen ziehen frivoles Arrangement, Tanzfreude und Gesang, beginnend mit dem Rock-Klassiker Time Warp, die Besucher in ihren Bann. Kurze Ausflüge in die Klassik mit  Richard Wagner– und Tschaikowsky-Referenzen  mischen die obskure Rocky-Welt zusätzlich auf. Der musicalerfahrene  Henrik Wager als sexgieriger  Frank`N`Furter  und Guildo Horn als Riff-Raff  geniessen das Verzerrte, Skurrile ihrer dominanten Rocky-Partien. Henrik Wager verbindet eine in allen Tonlagen perfekte, textverständliche Rockstimme mit vitaler Schamlosigkeit. In „I’m just a sweet Transvestite“ reisst er Dominanz an sich. Guildo Horn als verschlagener, letztendlich siegender Diener Riff-Raff  überzeugt optisch und schauspielerisch. Stark die zum Theater Hagen gehörenden Ensemblemitglieder: Tanja Schun singt wunderbar lyrisch zart als Janet Weiss, Jeffery Krueger als Brad Majors stellt den optisch wie stimmlich kongenialen Partner. Auffällig besetzt auch der Erzähler mit dem übergroßen  Orlando Mason, welcher mit prägnanter Diktion die notorischen „boring“-Rufe unbeeindruckt hinnimmt. Auch der in Hagen lange etablierte Werner Hahn gibt dem  Dr. Everett Scott eigenständigen Charakter. Magenta, die hinterhältige Komplizin von Riff-Raff, wird von Marilyn Bennett gesanglich und schauspielerisch wunderbar abgebildet.. Ensemblemitglied Tillmann Schnieders ein passender Rocky, Richard van Gemert als  Motorradrocker Eddie und Susanna Mucha als etwas verwirrte Columbia runden das gefeierte Ensemble ab.

 Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Marilyn Bennett (Magenta) © Foto Kühle

Theater Hagen / Rocky Horror Show, Guildo Horn (Riff Raff), Marilyn Bennett (Magenta) © Foto Kühle

The Transylvanian Oberserver meldete vor dieser Hagener Premiere vom 14.1.2012: „Den verführerischen Mitteln eines Transylvanians haben die leicht beeinflussbaren Menschen meist nichts entgegenzusetzen“. Recht hat er. Nach Ende der Hagener Rocky Horror Show ergingen sich dessen sehr irdischen Besucher über 60 Minuten in exzessiv zügelloser Begeisterung. Es ist keine überraschende Weissagung, dass die folgenden Rocky-Vorstellungen in Hagen (15.2., 24.2., 2.3., 20.3…)  restlos ausverkauft sein werden.   IOCO / Viktor Jarosch / Januar 2012

Theater Hagen, Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels ©IOCO

Theater Hagen, Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels ©IOCO

Theater Hagen, Zustand des Besucherraumes zur Pause der Rocky Horror Show Premiere © IOCO

Theater Hagen, Zustand des Besucherraumes zur Pause der Rocky Horror Show Premiere © IOCO

 

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