Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Spielzeitbilanz 2013/2014, 05.08.2014

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Spielzeitbilanz Staatstheater Karlsruhe

VON GRENZEN UND WEGEN 

Publikum breiter und vielfältiger geworden
Das Karlsruher Schauspiel gewinnt erneut deutlich dazu!

Badisches Staatstheater Karlsruhe / v.l.n.r. Annalena Schott (stellvertretende Leiterin JUNGES STAATSTHEATER), Axel Schlicksupp (Orchesterdirektor), Joscha Schaback (Operndirektor), Peter Spuhler (Generalintendant), Ariane Rindle (Assistentin der Ballettdirektion), Jan Linders (Schauspieldirektor) © Onuk

Badisches Staatstheater Karlsruhe / v.l.n.r. Annalena Schott (stellvertretende Leiterin JUNGES STAATSTHEATER), Axel Schlicksupp (Orchesterdirektor), Joscha Schaback (Operndirektor), Peter Spuhler (Generalintendant), Ariane Rindle (Assistentin der Ballettdirektion), Jan Linders (Schauspieldirektor) © Onuk

„Wieder haben wir über 300.000 Zuschauer zu verzeichnen und neben dem treuen Stammpublikum ein wirklich neues und sehr gemischtes Publikum dazugewonnen!“ so das Fazit der Spielzeit 2013/14 von Generalintendant Peter Spuhler. Auf einer Pressekonferenz stellte er gemeinsam mit der stellvertretenden Leiterin des JUNGEN STAATSTHEATERS Annalena Schott, Ballettassistentin Ariane Rindle, Schauspieldirektor Jan Linders, Orchesterdirektor Axel Schlicksupp und Operndirektor Joscha Schaback die Bilanz der zu Ende gehenden Saison vor. Insgesamt 335.794
Zuschauer besuchten in der Spielzeit 2013/14 die Vorstellungen, Gastspiele und das Rahmenprogram des STAATSTHEATERS (2012/13: 326.123). „Wir sind besonders stolz, dass wir die sehr guten Zahlen vom Vorjahr nochmals übertreffen konnten, obwohl uns die Fußballweltmeisterschaft zuletzt deutlich zu schaffen gemacht hat. Ob auch die nicht einfache Baustellen-Situation ein Hindernis darstellt, kann derzeit nicht belegt werden.“

In der OPER war es eine Spielzeit der großen und intensiven Werke: Die Meistersinger von Nürnberg, Riccardo Primo, Ein Maskenball, Doctor Atomic! Alle Produktionen erreichten sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik ein großes überregionales Echo und demonstrierten die hohe Leistungsfähigkeit des Hauses. Mit Benjamin Lazar bei Riccardo Primo und Yuval Sharon bei Doctor Atomic arbeiteten zwei junge, bereits sehr gefragte Regisseure zum ersten Mal in Deutschland und in den Meistersingern zeigte das Regieduo Tobias Kratzer und Rainer Sellmaier seinen Einfallsreichtum und ihre intelligent, subtile Interpretationskraft. Werke wie die Passagierin von Mieczys?aw Weinberg als Wiederaufnahme, der Doppelabend Das Kind und die Zauberdinge / Die Nachtigall von Ravel / Strawinsky als Neuproduktion und eine für ihr Regiekonzept sehr kontrovers diskutierte Fledermaus boten im Ganzen einen nicht immer einfachen Spielplan, der sich dennoch mit 104.559 Zuschauern auf Vorjahresniveau bewegt (2012/13: 103.909). Operndirektor Joscha Schaback kann nach seiner dreijährigen Amtszeit das Fazit ziehen, dass die Karlsruher einen Spielplan mit vermehrt zeitgenössischen und unbekannten Werken angenommen haben. Dank der Vermittlungs- und der pädagogischen Arbeit sowie des Kinder- und Jugendprogramms wurde das STAATSTHEATER KARLSRUHE 2014 für den International Opera Award in der Kategorie Accessibility nominiert. Schabacks Nachfolge tritt Michael Fichtenholz an, der auch die Leitung der INTERNATIONALEN HÄNDELFESTSPIELE von Bernd Feuchtner übernehmen wird. Leitender Dramaturg der OPER wird Carsten Jenß. Feuchtner bleibt als neu ernanntes Ehrenmitglied der Händel-Gesellschaft Karlsruhe den FESTSPIELEN weiterhin verbunden. Mit 15.457 Zuschauern wurde der Vorjahresrekord der HÄNDELFESTSPIELE nochmals gebrochen.

Das STAATSBALLETT unter der Leitung von Direktorin Birgit Keil bot in der Spielzeit 2013/14 mit vier großen Handlungsballetten sein umfangreichstes, klassisches Repertoire seit langem. Hinzu kamen mit Momo vom künftigen hessischen Staatsballettchef Tim Plegge, In den Winden im Nichts von Heinz Spoerli und dem Triptychon Mythos drei Produktionen, die die Vielseitigkeit der Compagnie eindrucksvoll untermauerten. Die Sparte BALLETT bleibt mit gut 90% Auslastungs-Spitzenreiter und kann mit 52.494 Zuschauern den höchsten Zuwachs von über 9% verzeichnen (2012/13: 47.031). Mit 14.491 Besuchern sahen die meisten Menschen die Neuproduktion Dornröschen gefolgt von Mythos und Giselle.

Mit über 7% auf 84.713 Zuschauer, zeigt auch die Sparte SCHAUSPIEL unter der Leitung von Schauspieldirektor Jan Linders eine deutliche Steigerung (2012/13: 78.841). Damit ist es ihm gelungen, in nur drei Spielzeiten eine Gesamtsteigerung von 47 % im Vergleich zum Besuchermittelwert der vorausgehenden Schauspieldirektion (55.261 Besucher zwischen den Spielzeiten 2007/08 und 2010/11) zu erreichen. Neben dem stabil gebliebenen Abonnement haben die spontanen Abendbesuche im Freiverkauf signifikant zugenommen, und die STUDIO-Produktionen ziehen ein sehr heterogenes Publikum aller Generationen an. Die neue Spielstätte OUTER SPACE wurde etabliert, die interkulturelle Kooperation Fremdraumpflege mit dem Theater Pforzheim brachte Menschen in Privatwohnungen, mit 100 Dokumente stand ein großes VOLKSTHEATER Projekt als 24 h Produktion auf der Bühne und die diesjährigen EUROPÄISCHEN KULTURTAGE wurden in sehr viel stärkerem Maße von der Sparte SCHAUSPIEL bespielt als die vergangenen im Jahr 2012.

Das JUNGE STAATSTHEATER hat seine Schulreichweite deutlich erhöht. 46 neue Schulen sind hinzugekommen. Insgesamt besuchten 525 Schulen und Kindergärten das JUNGE STAATSTHEATER in der Spielzeit 2013/14, das sind 72 mehr als in der vergangenen Spielzeit. Dabei ist die Reichweite nördlich: Westerburg (Westerwaldkreis-Rheinland-Pfalz), westlich: Saverne (Frankreich), südlich: Weil am Rhein (bei Basel), östlich: Ellwangen (Ostalbkreis). Die Tandems des Kulturlotsenprojekts (Ehrenamtliche gestalten gemeinsam mit Kindern aus sogenannten theaterfernen Familien Vorstellungsbesuche des STAATSTHEATERS und weiteren Kulturinstitutionen in Karlsruhe) sind um 8 Paare auf nun 60 angewachsen. 32.750 Zuschauer besuchten die jüngste Sparte, was einen leichten Rückgang von knapp 4% bedeutet (Spielzeit 2012/13: 34.171 Zuschauer), jeweils ohne Kinder- und Jugendoper und Konzert. Künstlerisch hat man sich aber beispielsweise mit Produktionen wie Roma Romeo und Sinti Carmen oder Stadt Land Fluss an schwierige Themen herangewagt. Spitzenreiter ist das Märchen mit 22.243 Besuchern.

Das KONZERTwesen der BADISCHEN STAATSKAPELLE bleibt mit 36.064 Besuchern gewohnt stabil. (2012/13 37.333). In den kleineren Formaten z. B. der Kammerkonzerte wurde das sehr viel gemischtere Programm sehr gut angenommen.

Die EUROPÄISCHEN KULTURTAGE, die das STAATSTHEATER alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe durchführt, gedachten der 100jährigen Wiederkehr des Ersten Weltkrieges und waren europaweit das erste spartenübergreifende Festival, das sich in 35 Institutionen der Stadt mit rund 135 Veranstaltungen ganz diesem anspruchsvollen Thema widmete. Zum zweiten Mal wurde das junge Regiefestival PREMIÈRES gemeinsam mit Straßburg durchgeführt.

Festzustellen ist, dass durch den vielfältigen Spielplan, die neuen Sparten JUNGES STAATSTHEATER und VOLKSTHEATER, neue Programmideen sowie die zusätzlichen Spielstätten das Publikum seit 2011 breiter und vielfältiger geworden ist. Die umfangreiche Besucherstudie des STAATSTHEATERS untersucht diesen Aspekt zur Zeit genau und wird im Herbst weitere Informationen dazu liefern. Auch ein migrantisches Publikum für das Theater zu interessieren, ist ein großes Ziel für die kommende Saison. Erste Maßnahmen, wie fremdsprachige Übertitel, wurden bereits ergriffen. Intendant Peter Spuhler: „Hier ist eine große Besucher- und Steuerzahlergruppe, die „ihr“ STAATSTHEATER noch nicht so nutzt, wie es ihrer Bedeutung in der Bevölkerung entspricht.“ Das STAATSTHEATER ist – mit Mitarbeitern aus 38 Ländern – ein Treffpunkt der Nationen und neben dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie) der multikulturellste Arbeitgeber in Karlsruhe.“

—| Pressemeldung Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Ballettpremiere b.17, 26.10.2013

September 23, 2013 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Rhein-Opernhaus © IOCO

Premiere

Ballett am Rhein: b.17

Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Samstag, 26. Oktober 2013, 19.30 Uhr
 
Martin Schläpfer: 7 (Uraufführung)
Manchmal fällt eine Entscheidung spontan, manchmal aber beschäftigt sich ein Choreograph jahrelang mit einer Musik und ihrem Komponisten, lebt mit ihr, hört sie immer wieder neu und anders – und irgendwann ist es soweit: Die Zeit für ein neues Ballett ist gekommen. Schon früh entdeckte Martin Schläpfer den Komponisten Gustav Mahler für sich – nicht nur hörend, sondern auch tanzend und seine Tänzerlaufbahn quasi rahmend: Heinz Spoerli schuf ihm in seinem Ballett „Wendung“ auf Mahlers Rückert- Lieder seine erste Hauptrolle, zum Abschluss seiner Karriere tanzte er in Maurice Béjarts „Lieder eines fahrenden Gesellen“ die Partie Rudolf Nurejews.
 

 VLNR: Ballettchef Martin Schläpfer, Intendant Meyer, Direktor Grote, GMD Kober © HansJoergMichel

VLNR: Ballettchef Martin Schläpfer, Intendant Meyer, Direktor Grote, GMD Kober © HansJoergMichel

Zahlreiche Choreographen wählten Mahlers Werke als musikalische Basis, aber nur wenige seine Sinfonien als Ganzes, gilt es hier doch, sich nicht nur den ebenso groß wie großartig angelegten architektonischen Dimensionen zu stellen, sondern auch dem schier unendlichen und geradezu gestisch sprechenden Reichtum an Imaginationen und Ausdruckscharakteren. Gipfelstürmendes Pathos und überirdische Entrücktheit gehörten für Mahler ebenso dazu wie jene tiefe innere Zerrissenheit, Unruhe und Bangigkeit, die sich auch in der Musik der 7. Sinfonie immer wieder findet.
 
Martin Schläpfer ließen die Werke Mahlers erst einmal nicht mehr los: Als frisch gekürter Direktor des Berner Balletts schuf er 1994 mit seiner ersten eigenen Choreographie ein Ballett auf die Rückert-Lieder, wurde von der Presse dafür verrissen – und hörte nie mehr Mahler. Vor zwei Jahren überraschte ihn dann jedoch in einer Radiosendung die in Konzertsälen eher selten zu erlebende 7. Sinfonie: „Ich war total berührt von der Vielschichtigkeit und schillernden Großartigkeit dieser Musik“, gesteht der Choreograph, dessen konsequente Auseinandersetzung mit sinfonischen Werken inzwischen seinen Stil mitgeprägt hat: „Ein echter Mahler und doch ein anderer als in seinen übrigen Sinfonien. Die Partitur hat etwas Fantastisches – scheint mir zugleich aber auch strenger und spröder als seine anderen Werke.“ Noch am gleichen Abend entschied er sich, mit der „Siebten“ die Spielzeit 2013/14 zu eröffnen – wissend, mit dem Bühnenund Kostümbildner Florian Etti in gestalterischer und Axel Kober in musikalischer Hinsicht zwei wunderbare Partner an seiner Seite zu haben.
 
Elf Tänzerpersönlichkeiten stellen sich zu Beginn der Spielzeit als neue Mitglieder der Compagnie vor – mit ihnen hat Martin Schläpfer bewusst die Probenarbeit an „7“ begonnen: „Man war sich noch fremd, der Ballettsaal kein vertrauter Ort.“ Die daraus entstandene Dynamik, ein vorsichtiges Sich-Annähern, Probieren und Finden macht einen Teil von „7“ aus. Suche, Abschied und das Ringen nach Erneuerung waren auch für Gustav Mahler existenzielle Themen, die er in seinen Kompositionen intensiv bearbeitete. 
 
Musik Sinfonie Nr. 7 e-Moll von Gustav Mahler Choreographie Martin Schläpfer 
 
Musikalische Leitung Axel Kober Bühne und Kostüme Florian Etti Licht Volker Weinhart Orchester Düsseldorfer Symphoniker
 
Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf:
Sa 26.10. 19.30 Uhr | Fr 01.11. 18.30 Uhr | So 03.11. 15.00 Uhr | Do 07.11. 19.30 Uhr
Sa 09.11. 19.30 Uhr | Sa 23.11. 19.30 Uhr | Sa 30.11. 19.30 Uhr | Fr 06.12. 19.30 Uhr
Sa 21.12. 19.30 Uhr | Sa 25.01. 19.30 Uhr
Ballettwerkstatt am Montag, 21. Oktober um 18.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf.
 
—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Schweizer Tanzpreis für Martin Schläpfer, 20.09.2013

September 11, 2013 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Operngala Deutsche Oper am Rhein Schmidt Hirschhausen © Hans Jörg Michel

Operngala Deutsche Oper am Rhein Schmidt Hirschhausen © Hans Jörg Michel

Das Bundesamt für Kultur verleiht Ende September erstmals die Schweizer Tanzpreise an den Ballettdirektor und Chefchoreograph, Martin Schläpfer

 
In Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset verleiht das Bundesamt für Kultur BAK erstmals die Schweizer Tanzpreise. Die Preisverleihung findet am 20. September 2013 im Theater Equilibre in Fribourg statt. Auf Empfehlung der Eidgenössischen Jury für Tanz wird Martin Schläpfer, Ballettdirektor an der Deutschen Oper am Rhein, mit dem «Schweizer Tanzpreis» geehrt. Eine weitere Auszeichnung geht an das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne. Mit dem «Spezialpreis Tanz» wird es für einen herausragenden Beitrag für den Tanz geehrt.
 
Mit dem «Schweizer Tanzpreis» an Martin Schläpfer ehrt das Bundesamt für Kultur eine künstlerische Karriere, eine Persönlichkeit, die sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene massgeblich zum Ansehen des Schweizer Tanzschaffens beigetragen hat. Der «Spezialpreis Tanz» wird an das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne verliehen. Diese Auszeichnung ehrt einen herausragenden Beitrag für den Tanz, beispielsweise im Bereich der Vermittlung, Dokumentation oder Kulturpolitik. Beide Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von je CHF 40’000 dotiert.
 
Weitere Preise
Im Rahmen der Preisverleihung werden zudem zwei Auszeichnungen in der Kategorie «Herausragende Tänzerin/Herausragender Tänzer» vergeben. Im Eidgenössischen Wettbewerb «Aktuelles Tanzschaffen» werden vier Stücke gewürdigt. Der «June Johnson Dance Prize», der in Zusammenarbeit mit der Stanley Thomas Johnson Stiftung verliehen wird, ehrt eine Person oder ein Ensemble für junges und innovatives Schaffen. Alle Preise sind mit je CHF 25’000 dotiert.
 
Martin Schläpfer
Martin Schläpfer, Jahrgang 1959, wuchs im Appenzell auf. Über den Eiskunstlauf kam er als 15-Jähriger zum Ballett. Schon zwei Jahre später gewann er als bester Schweizer den Prix de Lausanne und ging mit diesem Stipendium für ein Jahr an die Royal Ballet School in London. Anschliessend en-gagierte ihn Heinz Spoerli ans Basler Ballett, wo er zehn Jahre als charismatischer Solist brillierte. Nach Stationen ab 1994 als Ballettdirektor am Stadttheater Bern und ab 1999 beim ballettmainz ist er seit 2009 an der Deutschen Oper am Rhein tätig.
Die ausschlaggebenden Kriterien für die Auswahl von Martin Schläpfer begründete die Eidgenössi-sche Jury für Tanz im Engagement und dem bemerkenswerten OEuvre des Auslandsschweizers. Er leitet eines der grössten Ballettensembles in Deutschland, wo er in über 70 Vorstellungen pro Spielzeit bei einer Publikumsauslastung von 90 Prozent eine neue Repertoirepolitik pflegt. Seine eigenen Cho-reographien zeugen von einer hohen Musikalität und stehen für eine Erneuerung des zeitgenössi-schen klassischen Tanzes.
Esther Sutter Straub, Jurypräsidentin: «Martin Schläpfer hat mit seinem Ballett am Rhein in Düsseldorf die Spitze der internationalen choreographischen Entwicklung erreicht. Seine Spitze hat Bodenhaf-tung. Sie weist hin auf Schläpfers Wahrnehmung und Bewusstheit für all das, was ihn umgibt. Auch auf sein Engagement für seine Tänzerinnen und Tänzer, deren Individualität Schläpfer immer die Bühnenmitte einräumt. Martin Schläpfer schafft als Choreograph den Spagat zwischen hohem künst-lerischen Anspruch und einer tief gefühlten Menschlichkeit mit jener Leichtigkeit, die ihn schon als Tänzer auszeichnete.»
 
Théâtre Sévelin 36
Das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne wurde 1996 von Philippe Saire ursprünglich als Residenz für sei-ne Compagnie eingerichtet. Saire galt damit als einer der Pioniere des freischaffenden Tanzes in der Schweiz. Geboren 1957 in Algerien, wuchs er in Lausanne auf und erhielt seine Tanzausbildung unter anderem bei Noemi Lapzeson in Genf. Die Arbeit des Théâtre Sévelin 36 basiert auf drei Schwer-punkten: nationalen und internationalen Gastspielen, Unterstützung der lokalen Szene sowie Vermitt-lungsaktivitäten.
Das Théâtre Sévelin 36 wird von der Eidgenössischen Jury für Tanz als eine der wichtigsten Orte für die Entwicklung, Anerkennung und Vermittlung des zeitgenössischen Tanzes in der Schweiz gewür-digt.
Caroline Minjolle, Jurymitglied: «Der Choreograph Philippe Saire hat mit seinen Werken nicht nur die Geschichte der zeitgenössischen Choreographie in der Schweiz geprägt, sondern setzte seinem En-gagement für den Tanz auch in Form eines einzigartigen Ortes in der Schweiz ein Denkmal: mit dem Théâtre Sévelin 36 in Lausanne. Er und sein Team verbinden dort erfolgreich Kreation, Vermittlung und Inszenierung von nationalen und internationalen Werken, in einem immer wieder neu gestalteten Dialog mit zahlreichen Kulturschaffenden aus anderen Kunstsparten.»
 
—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Spielzeitbilanz 2012/2013

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

– Charakteristische Spielplanprofile bewährt

– Mehr als 300.000 Besucher

 
Badisches Staatstheater Karlsruhe / v.l.n.r. Jan Linders (Schauspieldirektor), Ulrike Stöck (Leiterin JUNGES STAATSTHEATER), Axel Schlicksupp (Orchesterdirketor), Birgit Keil (Ballettdirektorin), Peter Spuhler (Generalintendant), Joscha Schaback (Operndirektor) © Felix Grünschloß

Badisches Staatstheater Karlsruhe / v.l.n.r. Jan Linders (Schauspieldirektor), Ulrike Stöck (Leiterin JUNGES STAATSTHEATER), Axel Schlicksupp (Orchesterdirketor), Birgit Keil (Ballettdirektorin), Peter Spuhler (Generalintendant), Joscha Schaback (Operndirektor) © Felix Grünschloß

 
„Wir fühlen uns jetzt richtig in Karlsruhe angekommen!“, freute sich Peter Spuhler in der heutigen Pressekonferenz, in der er zusammen mit Ballettdirektorin Birgit Keil, der Leiterin des JUNGEN STAATSTHEATERS Ulrike Stöck, Orchesterdirektor Axel Schlicksupp, Schauspieldirektor Jan Linders und Operndirektor Joscha Schaback die Bilanz seiner zweiten Spielzeit 2012/13 am STAATSTHEATER KARLSRUHE zog. 
 
Der enorme Publikumszuspruch – zum ersten Mal seit 13 Jahren kann das STAATSTHEATER über 300.000 Zuschauer verzeichnen –  sowie die Auszeichnungen der Theater- und Musikverlage mit dem Preis für das beste Konzertprogramm und den besten Opernspielplan sind Zeichen dafür, dass das künstlerische Profil des STAATSTHEATERS KALRSLRUHE überregional wahr- und vom Publikum angenommen wird. In der OPER wurde die Reihe der „Politischen Oper“ mit der deutschen Erstaufführung von Weinbergs Passagierin erfolgreich fortgesetzt. Mit Peter Grimes in der Regie von Christopher Alden setzte die Oper im Britten Jahr die Reihe „Meisterwerke des 20. Jahrhunderts“ fort. Der 200. Geburtstag Richard Wagners wurde mit Tannhäuser in der Ausstattung der Künstlerin rosalie, der Wiederaufnahme des Ring-Zyklus von Denis Krief sowie mit einem anregenden Rahmenprogramm aus Vorträgen, einer Ausstellung von Jonathan Meese und der Austragung des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Wagnerstimmen ausgiebig gefeiert. 
 
Den Höhepunkt des Konzertprogramms bildete die Aufführung von Arnold Schönbergs Gurreliedern mit über 300 Beteiligten, die auch gleichzeitig der Abschluss des Jubiläumsjahres zum 350. Geburtstag der BADISCHEN STAATSKAPELLE war. Sehr bewährt haben sich die neuen und neu gestalteten Konzertformate, die mit kurzen Moderationen in den Sonderkonzerten, den Jugend- und Kinderkonzerten sowie den Jugend- und Kinderkammerkonzerten auf Vermittlung setzen. Wie gut die Form dieser Konzerte ankommt, zeigt sich auch in den vielen erwachsenen Besuchern bei den Jugendkonzerten. 
 
Der neue Titel STAATSBALLETT wurde der Compagnie zum 10-jährigen Jubiläum der Direktion von Birgit Keil und Vladimir Klos verliehen, und die Verlängerung des Vertrages der beiden Direktoren bis zur Spielzeit 2015/16 garantiert, dass die künstlerisch erfolgreiche Zusammenarbeit und der Karlsruher Weg fortgesetzt werden. Das BALLETT bleibt weiterhin die Sparte mit der höchsten Auslastung von 94 %. Mit 12.500 Besuchern ist die Produktion In den Winden im Nichts des berühmten Schweizer Choreografen Heinz Spoerli die Produktion, die die meisten Besucher der Ballettsparte gesehen haben. 
 
Dem SCHAUSPIEL ist es gelungen, ein charakteristisches Profil zu etablieren, das sich vor allem mit der Linie des „Philosophischen Theaters“ und dem VOLKSTHEATER deutlich von den Nachbarn Stuttgart und Mannheim unterscheidet. Die überregional beachtete Uraufführung von Müdigkeitsgesellschaft / Versuch über die Müdigkeit von Byung-Chul Han und Peter Handke sowie die deutschsprachige Erstaufführung Eine (mikro)ökonomische Weltgeschichte, getanzt, in der 45 Bürger aus Karlsruhe zusammen mit dem Philosophen Emmanuel Alloa auf der Bühne zu erleben waren, sind zwei dieser beispielhaften Projekte. Besonderes Ziel des SCHAUSPIELS ist die internationale Vernetzung. So gelang es, zum ersten Mal Premières, das wichtigste Festival junger europäischer Regisseure, in die Stadt zu holen. Freuen kann sich das SCHAUSPIEL über den höchsten Publikumszuwachs im Spartenvergleich – obwohl es Stellen zur Gründung des JUNGEN STAATSTHEATERS an dieses abgetreten hat. Die Besucherzahlen wuchsen um ca. 14.000 (22%) auf über 75.000 Besucher.
 
Das JUNGE STAATSTHEATER hat nach seiner zweiten Spielzeit bewiesen, dass es sich nun voll zu den etablierten Sparten des Hauses zählen darf. Nachdem es in der letzten Spielzeit Oper für Kinder ab 6 und 8 Jahren zu sehen gab, betrat Karlsruhe mit der Jugendoper Border für Jugendliche ab 14 Neuland. Die gute Auslastung dieser Produktion mit 82% ermutigt, dieses Experiment  weiterzuführen. Besonders die fast 70 Jugendlichen, die den Chor bildeten, stellten eindrücklich unter Beweis, auf welch hohem Niveau mit den jungen Akteuren gearbeitet werden kann. Mit dem Tanzstück Frierschlotterschwitz für Kinder ab 3 wurden die allerkleinsten Zuschauer für Bewegung und Tanz interessiert. Die Verstärkung des Ensembles durch einen dritten Schauspieler, Sebastian Reich, ermöglichte es, den Vorstellungsbetrieb weiter auszubauen und im Vergleich zum Vorjahr die Besucherzahl um 10 % auf 34.000 zu steigern. Ungebrochen hoch ist nach wie vor das Interesse der Schulen. Mit 453 Schulen, die das Theater besuchten, konnten 170 mehr als im Vorjahr erreicht werden.
 
Am Ende dieser Spielzeit zählt das STAATSTHEATER über 300.000 Besucher und damit 9% mehr als in der vergangenen Spielzeit. Zum letzten Mal lag die Besucherzahl in der Spielzeit 1999/2000 über der 300.000er-Marke. Addiert man noch die Besucher des Opernballs, der externen Gastspiele und des theaternahen Rahmenprogramms dazu, kommt man auf über 315.000 Besucher. Die Gesamtauslastung lag bei 85%. Es fanden 883 Veranstaltungen statt (2011/12: 786).
In fast allen Sparten ist ein Zuwachs der Besucherzahlen zu verzeichnen: SCHAUSPIEL +22 %, OPER + 10%, JUNGES STAATSTHEATER +10 %. In der Ballett- und Konzertsparte blieben die Zahlen auf ihrem gewohnt hohen Niveau.
 
Die Öffnung des STAATSTHEATERS wurde weiter vorangetrieben: In Kooperation mit dem House of Competence des KIT und der Studierendengruppe ENACTUS kann seit Februar in einem deutschlandweit einzigartigen Modell das FOYER des STAATSTHEATERS tagsüber als Lernraum, der sogenannten TheaBib & Bar, für Studierende genutzt werden. Studierende der Pädagogischen Hochschule sowie der Hochschule für Musik erhalten über ein Finanzierungsmodell zwischen Hochschule, Studierendenvertretung und STAATSTHEATER Restkarten. Bereits 1.300 Studierende haben seit Einführung im Februar 2013 hiervon Gebrauch gemacht. 
 
—| Pressemeldung Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

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