Budapest, MüPa – Budapest, Wagner Tage 2019 – Der Ring des Nibelungen, IOCO Kritik, 28.06.2019

Juni 29, 2019 by  
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Müpa Budapest

Müpa Budapest © Müpa Budapest, Janos Posztos

Müpa Budapest © Müpa Budapest, Janos Posztos

Wagner Tage 2019 –  Budapest

Der Ring des Nibelungen – Müvészetek Palotája

von Thomas Thielemann

Die Texte zum Ring des Nibelungen sind zum größten Teil bereits in den 1840-Jahren in Dresden entstanden, nach dem sich Richard Wagner von der deutschen Sagen-Literatur, der griechischen Mythologie und von der Umgebung der Stadt hat anregen lassen. Insbesondere das Elbsandsteingebirge und der Fluss hat den jungen Kapellmeister so beeindruckt, dass ihn die Sachsen, „der Rhein sei eigentlich die Elbe“, für sich reklamieren.

Wagner Tage 2019 – Die Walküre
youtube Trailer Müpa Budapest
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Im Zürcher Hotel Baur au Lac hat Richard Wagner 1853 sein „tetralogisches Gedicht“ vor Freunden und anderen Interessierten mit großem Erfolg gelesen. Auch in Tribschen wurde der Text zum Ring mehrfach vorgelesen. Bereits 2011 hatte Adam Fischer, ob gezielt ist uns nicht bekannt, an diese Lesungen der Wagner-Texte angeschlossen und den Ring des Nibelungen ohne die früheren schwülstigen Theateraufführungen des Beginns des 20. Jahrhunderts sowie gewisser Unsäglichkeiten des Regietheaters aufgeführt.

Müpa Budapest © Gabor Kotschy

Müpa Budapest © Gabor Kotschy

Nun haben wir in der Zwischenzeit Richard Wagners wunderbare Musik und viele Möglichkeiten der Videoinstallationen erhalten. Deshalb hat Adam Fischer die Voraussetzungen des Bartok-Saals im Budapester Müvészetek Palotája (Palast der Künste), kurz MüPa, für halbszenische Aufführungen Wagnerscher Musikdramen erschlossen. Mit dieser Aufführungsform konzentrierte Adam Fischer sich und seine Zuhörer auf das Wesentliche der Wagnerschen Texte und auf die Musik des Meisters und kupierte damit deren Verfremdungen  von zum Beispiel Castorfs Bayreuther oder der des Chemnitzer Feministinnen-Quartetts und anderen.

Müpa Budapest / Béla Bartók National Concert Hall © Müpa Budapest, Janos Posztos

Müpa Budapest / Béla Bartók National Concert Hall © Müpa Budapest / Janos Posztos

Vergleichbar mit einem Restaurator, der unter der Übermalung eines Gemäldes das tatsächliche Bild des Künstlers der Mitwelt erschließt, hat uns Adam Fischer einen neuen und damit eventuell den wahren Richard Wagner nahe gebracht.

Für 2019 hatte man Hartmut Schörghofer mit einer Überarbeitung des Ring des Nibelungen betraut. Aufgeführt wurde diese Neufassung in zwei Zyklen vom 13. – 16. Juni und  20. – 23. Juni. Dazu hatte Adam Fischer hervorragende Sängerinnen und Sänger des Wagnerfachs zur Mitwirkung verpflichtet.

Müpa Budapest / Wagner Tage 2019 - Götterdämmerung © Balint Hirling / Müpa Budapest

Müpa Budapest / Wagner Tage 2019 – Götterdämmerung © Balint Hirling / Müpa Budapest

Für die halbszenische Darbietung traten die Sängerinnen im schwarzen Abendkleid und die Sänger, bis auf Ausnahmen, im Frack auf. Gesungen wurde auf hohem Niveau. Natürlich könnte man den hervorragend Gesang  der Catherine Forster als Brünnhilde, der Camilla Nylund als Sieglinde, des Gerhard Siegel als Mime und des Stefan Vinke als Siegfried herausheben. Aber das wäre ungerecht, weil eigentlich durchweg Spitzenleistungen geboten wurden. Selten hat man so geschlossene Walküren-Gruppen und so wunderbare Trios von Rheintöchtern und Nornen erleben können.

Da die Agierenden nur wenige Aktionen auszuführen hatten, wurde überwiegend direkt zum Publikum mit selten erlebter Textverständlichkeit agiert. Auch fehlte die Ablenkung einer Bühnendarstellung, so dass sich der Wagner-affine Besucher den inneren Zusammenhang des Werkes in einer seltenen Weise erschließen konnte. Soweit erforderlich, standen dem Besucher die Original-Texte sowie in ungarischer Übersetzung zur Verfügung.

Die Wagnersche Musik wurde durch Videoprojektionen von Hochgebirgspanoramen und Gegenwartsbezügen ergänzt wie von Tänzern mit zum Teil hochkreativen Szenen.

An jedem Abend wurden die Agierenden und die Budapester Wagner Tage 2019 frenetisch gefeiert. Nach der Götterdämmerung wollte das Stakkato-Klatschen und die stehenden Ovationen insbesondere für Dirigent Adam Fischer kein Ende nehmen

—| IOCO Kritik Müpa Budapest |—

 

Rostock, Volkstheater Rostock, FIDELIO – Ludwig van Beethoven, 07.12.2018

Dezember 6, 2018 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 FIDELIO – Ludwig van Beethoven

Text Josef Sonnleithner, Stephan von Breuning, Georg Friedrich Treitschke – frei nach Jean Nicolas Bouilly

PREMIERE Freitag, 07. Dezember 2018, 19:30 Uhr

Die Geschichte ist ein Polit-Thriller: Der Gouverneur Don Pizarro fürchtet sich vor kompromittierenden Enthüllungen des Freiheitskämpfers Florestan und hat diesen daher widerrechtlich einkerkern lassen. Florestans Frau Leonore lässt sich, als Mann verkleidet, unter dem Deckmantel Fidelio als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco in dem Staatsgefängnis, in dem sie ihren Mann vermutet, einstellen. Sie ahnt, dass Don Pizarro Florestan heimlich ermorden will und setzt daher alles daran, zu ihrem Mann vorzudringen und ihn zu befreien. Für ihr Ziel nimmt sie selbst Todesgefahren auf sich…

Volkstheater Rostock / Fidelio - Oliver Weidinger, Opernchor© Dorit Gätjen.

Volkstheater Rostock / Fidelio – Oliver Weidinger, Opernchor© Dorit Gätjen.

Wenn am Ende des Stücks die menschenverachtenden Machenschaften Don Pizarros ans Licht kommen und ein rechtsstaatlich gesinnter Minister in Florestan seinen tot geglaubten Freund erkennt, werden alle politisch Gefangenen aus dem Kerker befreit – Traum oder Wirklichkeit?

Beethovens einzige, 1805 uraufgeführte Oper ist eines der spannendsten, aufwühlendsten Werke des Musiktheaters – und bis heute ein Fanal, sich gegen politischen Machtmissbrauch zu erheben, wo auch immer Menschen zu Unrecht inhaftiert sind, gefoltert oder ermordet werden.

Volkstheater Rostock / Fidelio - Judith Oesterreicher, Peter-Lobert, Maria-Hilmes © Dorit Gätjen.

Volkstheater Rostock / Fidelio – Judith Oesterreicher, Peter-Lobert, Maria-Hilmes © Dorit Gätjen.

Musikalische Leitung: Martin Hannus / Inszenierung: John Dew / Bühne und Kostüme: Hartmut Schörghofer / Choreinstudierung: Frank Flade

Mit: Grzegorz Sobczak, Oliver Weidinger, James J. Kee, Maria Hilmes, Peter Lobert, Katharina Kühn/Judith Österreicher, Václav Vallon, Geunjin Song, Olaf Lemme, Opernchor des Volkstheaters Rostock, Singakademie Rostock, Norddeutsche Philharmonie Rostock

Volkstheater Rostock / Fidelio - Ensemble © Dorit Gätjen.

Volkstheater Rostock / Fidelio – Ensemble © Dorit Gätjen.

PREMIERE
Freitag, 07. Dezember 2018, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

WEITERE TERMINE im Dezember
Sonntag, 09. Dezember 2018, 15:00 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Samstag, 15. Dezember 2018, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Freitag, 21. Dezember 2018, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere DER FREISCHÜTZ, 30.03.2018

Februar 19, 2018 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

DER FREISCHÜTZ von Carl Maria von Weber

Premiere Karfreitag, 30.3.2018, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen Ostersonntag,  01.4.2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07.4. 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15.4. 2018, 15:00 Uhr

Die Geschichte spielt 1650 in einem böhmischen Dorf, zwei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs. Auf den Menschen lasten die Schatten der Vergangenheit. Der Jägerbursche Max, eigentlich der beste Schütze des Dorfes, wird verspottet, weil er beim Sternschießen versagt. Nach altem Brauch muss er in Kürze seinen Probeschuss bestehen, um Agathe, die Tochter des Erbförsters, heiraten und die Försterei übernehmen zu dürfen. Max gerät in Panik, die Geliebte durch ein Scheitern beim Probeschuss zu verlieren.

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ - Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ – Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Kaspar, ein anderer Jägerbursche, der mit finsteren Mächten im Bund steht, nutzt diese Notlage für seine eigenen Zwecke. Er lässt Max die Zauberkraft von Freikugeln spüren, mit deren Hilfe der Schütze jedes Ziel trifft. Auf diese Weise wird Max den dunklen Plänen Kaspars zugänglich und erklärt sich bereit, um Mitternacht in die Wolfsschlucht zu ziehen, um dort Freikugeln zu gießen…

Als Der Freischütz 1826, rund zwölf Jahre nach den Befreiungskriegen, in Berlin uraufgeführt wurde, traf die Oper mit ihrer Verlebendigung der Sehnsüchte und Ängste mitten in die unbewältigten Erinnerungen der Menschen. Die suggestive Musik von Carl Maria von Weber lässt ahnen, wie brüchig eine scheinbar heile Welt ist und berührt dadurch genau den Kern der Angst.

Musikalische Leitung: Manfred Hermann Lehner / Inszenierung: Hans-Joachim Frey / Bühne + Kostüme: Hartmut Schörghofer

Mit:  James J. Kee, Katharina Kühn, Artem Kuznetcov, Titus Paspirgilis, Kosma Ranuer, Grzegorz Sobczak, Claudia Sorokina, Oliver Weidinger u.a., Opernchor des Volkstheaters / Singakademie Rostock e.V. / Norddeutsche Philharmonie Rostock

Der Freischütz;  Karfreitag, 30. März 2018, 19:30 Uhr, Ostersonntag, 01. April 2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07. April 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15. April 2018, 15:00 Uhr;

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Krefeld, Theater Krefeld-Mönchengladbach, Premiere STIFFELIO, 13.12.2014

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © IOCO

Theater Krefeld © IOCO

Premiere: Stiffelio

Oper von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave nach É. Souvestre und E. Bourgeois
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neue, kühne Stoffe, kühn bis zum äußersten, das forderte Giuseppe Verdi für die Opernbühne. Und kühn war tatsächlich, was Verdi 1850 dem Publikum mit seiner Oper Stiffelio präsentierte: Die Handlung deckt den Ehebruch einer protestantischen Pfarrersfrau auf, doch statt moralischer Verwerfung steht am Ende ein großherziges Verzeihen.

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Ohne historische Verkleidung legte Verdi seine Oper als ein aktuelles Zeitstück an und rief damit die Zensur auf den Plan, die zahlreiche Änderungen am Libretto erzwang. Aber auch das Publikum im katholischen Italien war über das Sujet höchst irritiert und reagierte mit Unverständnis. Verdi zog die Oper schließlich für Aufführungen zurück und erstellte sieben Jahre später eine weniger überzeugende Neufassung unter dem Titel Aroldo, die die Handlung in das Milieu der Kreuzfahrer verlegte.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts (!) wurde Stiffelio in seiner ursprünglichen Gestalt für die Opernbühne wiederentdeckt – nicht nur als ein musikalisch reifes Werk, das zeitgleich mit Verdis Rigoletto entstand. Auch in seiner Dramaturgie mutet Stiffelio heutzutage wieder modern an. Die Charaktere wirken wie von Henrik Ibsen oder August Strindberg erdacht und werden durch Verdis Musik als vielschichtige Figuren gezeichnet: zerrissen in ihrem moralischen Anspruchsdenken und verloren in ihren Beziehungen zueinander.

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Erstmals am Theater Krefeld und Mönchengladbach

Musikalische Leitung: Mihkel Kütson
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühne: Hartmut Schörghofer
Kostüme: Susanne Hubrich
Choreinstudierung: Ursula Stigloher
Dramaturgie: Andreas Wendholz
Nachdirigat: Andreas Fellner

BESETZUNG:
Stiffelio: Michael Wade Lee, Kairschan Scholdybajew
Lina: Janet Bartolova, Izabela Matula
Stankar: Johannes Schwärsky
Raffaele: Michael Siemon
Jorg: Hayk Dèinyan
Federico von Frengel: Andrey Nevyantsev, James Park
Dorotea: Eva Maria Günschmann

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Theater Krefeld-Mönchengladbach / Stiffelio © Matthias Stutte

Premiere: Sa, 13. 12. 2014, 19:30 Uhr, Theater Krefeld

Weitere Vortellungen:
So 28. 12. 2014, 16:00 Uhr
Fr 23. 01. 2015, 19:30 Uhr
Mi 28. 01. 2015, 19:30 Uhr
So 01. 03. 2015, 19:30 Uhr
Di 10. 03. 2015, 19:30 Uhr
Fr 03. 04. 2015, 19:30 Uhr
Sa 18. 04. 2015, 18:00 Uhr
Theater Krefeld

Frühstücks-Matinee: So 07. 12. 2014, 11:15 Uhr, Theater Krefeld, Glasfoyer

—| Pressemeldung Theater Krefeld Mönchengladbach |—

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