Rudolstadt, Theater Rudolstadt, Comedian Harmonists Konzert der Extraklasse, 20.01.2018

Januar 5, 2018 by  
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Theater Rudolstadt

Theater Rudolstadt / Comedian Harmonist - Andreas Kindschuh (Roman Cycowski), André Riemer (Erich Collin), Tom Bitterlich (Erwin Bootz), Markus Seidensticker (Harry Frommermann), Tobias Hunger (Ari Leschnikoff), Martin Gäbler (Robert Biberti) © Dieter Wuschanski

Theater Rudolstadt / Comedian Harmonist – Andreas Kindschuh (Roman Cycowski), André Riemer (Erich Collin), Tom Bitterlich (Erwin Bootz), Markus Seidensticker (Harry Frommermann), Tobias Hunger (Ari Leschnikoff), Martin Gäbler (Robert Biberti) © Dieter Wuschanski

Markus Seidensticker und die „Comedian Harmonists“

„Konzert der Extraklasse“ am 20. Januar im Theater Rudolstadt

Rudolstadt. Die Sänger der legendären Weimarer „Comedian Harmonists“-Inszenierung kommen erneut für ein Gastspiel ans Theater Rudolstadt. Nicht zum ersten Mal werden sie dort den beliebten Liedern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Ich hab‘ für dich ’nen Blumentopf bestellt“ ihre Stimmen geben. Das „Konzert der Extraklasse“ erklingt am 20. Januar, um 19.30 Uhr im Theater im Stadthaus. Mit von der Partie ist auch Markus Seidensticker, seit vielen Jahren fest im Schauspielensemble in Rudolstadt engagiert.

Die „Comedian Harmonists“ sind wohl die älteste „Boygroup“ der Welt. Ihre Erfolgsgeschichte beginnt, als sich in den Goldenen 20ern sechs junge Männer zu einem Gesangssextett zusammenfinden. Bereits bei ersten umjubelten Auftritten bringen die „Comedian Harmonists“ das Publikum vor Begeisterung zum Toben, und wenig später füllen sie mit eigenen Programmen bereits ganze Konzertsäle. Ohne Reklame sind ihre Konzerte meist nach wenigen Stunden ausverkauft. Der Auftritt im Jahr 1932 in der Berliner Philharmonie gerät zu einem der Höhepunkte ihrer Karriere. Nicht nur ihre Geschichte, sondern vor allem ihre bekannten Lieder machen die Gruppe unsterblich. Ihre Faszination hat sich bis heute erhalten.

Die Musik ihrer Vorbilder erfüllen die Sänger der legendären Weimarer „Comedian Harmonists“-Inszenierung mit neuem Leben. Bei Konzerten in ganz Deutschland ernteten auch sie „wahre Begeisterungsstürme“, wie beispielsweise die Passauer Presse schrieb. Vier Jahre ist es her, dass sie zuletzt in Rudolstadt vor ausverkauftem Saal gastierten. Nun schenken sie hier erneut einem Abend musikalischen Witz und Glanz. Neben Markus Seidensticker singen Oliver Luhn, Marko Kürsten, Frieder Aurich. Am Klavier spielt Leonard Martynek.

—| Pressemeldung Theater Rudolstadt |—

Lübeck, Theater Lübeck, In der Bar Zum Krokodil – Die Comedian Harmonists, 18.02.2017

Januar 23, 2017 by  
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Theater Lübeck

Theater Lübeck / Comedian Harmonists © Thorsten Wulff

Theater Lübeck / Comedian Harmonists © Thorsten Wulff

 »In der Bar ›Zum Krokodil‹ – Die Comedian Harmonists«

Uraufführung 18. Februar Premiere im Großen Haus, weitere Vorstellungen am 22.2.2017, 12.3.2017, 18.3.2017, 31.3.2017, 9.4.2017, 15.4.2017, 29.4.2017

Ein Theaterabend von Pit Holzwarth, unter Verwendung von Szenen von Renato Grünig und Pit Holzwarth

»Denn Theben ist für Memphis das, was Lausanne für Genf ist.«

Die »erste Boygroup der Welt« imitiert – in einer Stimme, in einem Gesangskörper– ein ganzes Orchester! Doch wer hat das Sagen im Kollektiv? Schauspieldirektor Pit Holzwarth, Autor und Regisseur der ersten Theaterfassung vom spektakulären Aufstieg der Comedian Harmonists und ihrer niederschmetternden Auflösung, widmet sich erneut dem legendären Kollektiv und seinen Dissonanzen. Am 18. Februar wird die Uraufführung um 20.00 Uhr in den Kammerspielen des Theater Lübeck gefeiert.

Die Spannungen in der Gruppe verstärken sich durch den politischen Druck von außen: Den Nazis waren die Ironie, das Unheldenhafte und Androgyne der eleganten Herren unerträglich. Für Holzwarth und die Nachwelt bleiben ihre grandiosen Evergreens wie »Der kleine grüne Kaktus« und »Veronika« unerreicht.

Die Goldenen Zwanziger in Berlin: Der Schauspielschüler Harry Frommermann schreibt Partituren für eine noch nicht existierende Gesangsgruppe und annonciert: »Achtung. Selten. Berufsanfänger, nicht über 25, sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble gesucht.«

Aus der Schar arbeitssuchender Künstler engagiert er den Bass Robert Biberti, dieser empfiehlt den bulgarischen Tenor Ari Leschnikoff. Es folgt Bariton Roman Cycowski, Erwin Bootz übernimmt das Piano, dessen Kommilitone Erich A. Collin wird zweiter Tenor.

Anfang 1928 beginnen sie zu proben: Der Klang der Leichtigkeit ist harte, lange Arbeit! Im Herbst treten sie zum ersten Mal auf, weitere Engagements in Berlin und anderen deutschen Städten folgen. Rundfunk und Schallplatten verhelfen den jungen, gut aussehenden Männer rasch zu Erfolg – sie sind Popstars!

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 werden Konzerte abgesagt, drei der Mitglieder sind jüdisch, anders: Nichtarisch. Frommermann, Cycowski und Collin werden 1935 nicht in die Reichsmusikkammer aufgenommen und verlieren somit das Recht auf Berufsausübung. Am 1. März 1935 kommen die Comedian Harmonists trotz des Verbots für eine letzte Aufnahme zusammen, danach spaltet sich die Gruppe. PMThLü

Die Comedian Harmonists: Uraufführung 18. Februar Premiere im Großen Haus, weitere Vorstellungen am 22.2.2017, 12.3.2017, 18.3.2017, 31.3.2017, 9.4.2017, 15.4.2017, 29.4.2017

—| Pressemeldung Theater Lübeck |—

Wien, Volkstheater, Comedian Harmonists: Singen bis die Nazis kommen, IOCO Kritik, 26.06.2013

Juni 27, 2013 by  
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Volkstheater Wien

Volkstheater Wien © Christoph Sebastian

Volkstheater Wien © Christoph Sebastian

Volkstheater Wien: Großes Sprechtheater im Wiener Kulturreigen

Volkstheater Wien © Christoph Sebastian

Volkstheater Wien © Christoph Sebastian

Das Volkstheater entwickelte sich als Spielstätte mit eigener künstlerischer und stilistischer Kraft im unendlich reichhaltigen Wiener Kulturreigen. Gegründet 1889 von Wiener Bürgern, darunter Ludwig Anzengruber und  Möbelfabrikant Thonet, verkörpert das im Stil des Historismus erbaute Volkstheater ein wenig das bürgerliche Gegenstück zum gelegentlich als  elitär angesehenen Wiener Burgtheater. Das Volkstheater will mit seinem Spielplan breite Bevölkerungsschichten erreichen und bietet mit seinen 970 Sitzplätzen die zweitgrößte Sprechbühne Wiens. Der attraktive Zuschauerraum ist im Originalzustand erhalten und war ehemals der größte des deutschen Sprachraumes, sogar größer als der des Burgtheaters. Über 200.000 Besucher finden heute jährlich Spannung, Begeisterung aber auch Entspannung im Volkstheater.

Die „Comedian Harmonists“ am Wiener Volkstheater

Volkstheater Wien / Comedian Harmonists © Lalo Jodlbauer

Volkstheater Wien / Comedian Harmonists © Lalo Jodlbauer

Das Volkstheater ließ die beliebten, wenn auch viel strapazierten Comedian Harmonists wieder aufleben. Warum diesmal hier? Weil Intendant Michael Schottenberg nicht nur über ein ausgezeichnetes Schauspieler-Ensemble verfügt, sondern auch, weil er mit den Comedian Harmonists ein zeitpolitisches Stück auf die Bühne bringen wollte: „Der Bedrohung durch ewig Gestrige widerstehen„, war Schottenbergs Petitum, als er das Stück auf den Spielplan 2012/13 des Volkstheaters setzte. Wirken wie Schicksal der sechs Comedian Harmonists soll nach Schottenberg dauerhaft präsent bleiben: Nach zunächst riesigen Erfolgen wurden 1935 den Comedian-„Ariern“ Biberti, Bootz und Leschnikoff verboten „weiterhin mit diesen Nichtariern zu musizieren„. Die Gruppe löste sich in der Folge auf. Die „Nicht-arischen“ Comedians Collin, Cycowski und Frommermann wanderten 1941 aus.

Volkstheater, Comedian Harmonists Plakat © Volkstheater

Volkstheater, Comedian Harmonists Plakat © Volkstheater

Das Volkstheater-Ensemble bringt das Schicksal der Comedian Harmonists im Dritten Reich,  die unglaubliche Geschichte dieses einst berühmtesten Gesangsensembles der Welt, schauspielerisch und stimmlich mit  einfühlsamer Sensibilität aber auch einnehmendem Charme auf die Bühne, allen voran Marcello de Nardo als Harry Frommermann (er hat mit Schottenberg auch Regie geführt), und der ehemalige Mozart-Sängerknabe Patrick Lammer in der Rolle des Ari Leschnikoff. Nach einem Buch von Gottfried Greiffenhagen wurden die „CH“ von Franz Wittenbrink musikalisch für das Volkstheater eingerichtet. Dem Publikum gefiel es; Ohrwürmer haben immer Saison. „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „In der Bar zum Krokodil“ – Lieder wie diese sind dank der „CH“ bis heute wahre Evergreens geblieben.

Die Aufführung der Comedian Harmonists im Wiener Volkstheater endete mit dem erhörten Wunsch nach Zugaben nach drei mitreißenden Stunden mit „standing ovations“.  Intendant Schottenberg gelingt mit dieser Produktion ein Volkstheater-Saisonende  nach Maß: Künstlerisch anspruchsvoll, volles Haus und begeisterte Besucher.

IOCO / Angela Thierry / 24. Juni 2013