Hamburg, Laieszhalle, Hamburger Symphoniker – Kammerkonzert, IOCO Kritik, 23.05.2019

Hamburg Laeiszhalle / Telemann Festspiele © IOCO

Hamburg Laeiszhalle © IOCO

Laeiszhalle Hamburg

 Hamburger Symphoniker – Kammerkonzert

Mendelssohn Bartholdy, Debussy, Schumann, Reimann

von Michael Stange

Narine Yeghiyan (Sopran) und vier Streicher der Hamburger Symphoniker (Hovhannes Baghdasaryan, Makrouhi Hagel (Violine), Sebastian Marock (Viola) und Mariusz Wysocki (Violoncello)) boten am 16. Mai 2019 im Kleinen Saal der Laeiszhalle ein faszinierendes Kammerkonzert, das Romantik mit der Moderne verschmolz.

Am Beginn stand Mendelssohn Bartholdy:  Streichquartett Nr 2 a-Moll op. 13. Der erste Satz wurde vibratoreich schwingend, mit klangschönen Bögen eröffnet. Insbesondere das innige Spiel im vierten Satz verdeutlichte den tiefromantischen Bezug des Werkes und die große Meisterschaft des Komponisten.

Narine Yeghiyan, Sopranistin © Narine Yeghiyan

Narine Yeghiyan, Sopranistin © Narine Yeghiyan

Ausklang war Claude Debussy: sein einziges Streichquartett g-Moll. Als klassisch viersätziges Streichquartett kombiniert es Abwandlungen seines Kernthemas mit vielfältigen anderen Einflüssen. Das Werk besticht durch seine immense stilistische Bandbreite und Klangschönheit.

Unterschiedliche Elemente, wie gregorianische Kirchentöne, Zigeunermusik, javanesische Gamelanmusik, Einflüsse Massenets und Francks und der russischen Schule verschmelzen zu einem Klangreigen. Melodisch und interpretatorisch gekonnt variierte das Streichquartett diesen Klangteppich. Das Spiel war ungemein lebendig und intensiv. In diesem Stück waren die Musiker besonders in seinem Element. Beseeltes feuriges, Spielen, leuchtenden Farben und innige Töne gingen fließend und virtuos ineinander über.

Zwischen den beiden Kammermusikstücken standen Bearbeitungen von Aribert Reimann der Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann.

Zunächst erklang „..oder soll es Tod bedeuten?“. Die auf acht Mendelssohn Bartholdy-Liedern und einem Fragment fußende Bearbeitung von Aribert Reimann für Streichquartett verbindet Lieder und Auszüge daraus mit sechs hinzukomponierten Intermezzi für Streichquartett.

Sie sind Reimanns Reflexionen über die verklungenen und folgenden Gesänge. Teilweise in die musikalische Struktur eingewoben durchbrechen sie diese aber auch und setzen gegenläufige Momente. Die dem romantischen Klang gegenübergestellten Disharmonien hinterfragen den sinnenden Ton und Wort der Lieder und reichern die melancholischen Momente hinterfragend und eindringlich an.

Die Kompositionen trinken dadurch nicht die Beseeltheit der Romantik und spiegeln nicht nur die seligen Träume der Schlusszeile von „Auf den Flügeln des Gesangs“ wieder, sondern brechen die dunklen Seiten des Seelenlebens in den Liedern durch Disharmonien auf. Die auf Textvorlagen von Heinrich Heine komponierten Liedbearbeitungen Aribert Reimanns fußen auf den Sechs Gesängen Robert Schumanns. Sie kreisen um die Themen Verlust der Liebe und Einsamkeit. Die Lieder enthalten die zarte Lichtblicke von Märchen und Fantasie. Alle Figuren, einige volkstümliche Archetypen, könnten aus alten kolorierten deutschen Bilderbüchern stammen.

Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Schöpfend aus seiner Tätigkeit als wichtiger Klavierbegleiter für Sänger wie Dietrich Fischer-Dieskau fand er auch daraus Inspirationen für seine Neuinstrumentierungen. Seine Bearbeitungen heben so auch Facetten hervor, die in ihrer Zartheit und Subtilität in den ursprünglich vom Klavier begleiteten Lieder nicht in so tiefem Maße zur Geltung kommen.

Durch die Bearbeitung für Streichinstrumente werden die Lieder auf eine noch feinere, sirrendere polyphonere Ebene gehoben. Subtil greift Reimann Schumanns Einschätzung auf, dass die Singstimme allein „nicht alles wiedergeben könne“. Die feinen Züge und die Seelenqualen in den Gedichte werden durch Kompositionen neuer Klangfarben und starker Dissonanzen angereichert.

Die Streicher und der Sopran müssen einen leichten innigen Zugang zu Worten, Weisen und Reimanns Gefühlswelt finden, um sich und das Publikum in die Bearbeitungen einzuschwingen. Den vier Streichern gelang dies durch ihre klangliche Virtuosität und sie präsentierten dem Publikum viele Klangfarben wie auf einer Palette. Dadurch wurden machen die Herausforderungen Reimanns zum einem plastisch packenden Hörerlebnis.

Narine Yeghiyan ist auch gefeierte Opernsängerin an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Ihr großes Repertoire umfasst auch Mozart-Rollen wie Zerlina, Papagena und Vitellia in La Clemenza di Tito. Weitere Rollen ihres Repertoires sind Musetta in Boheme, Adina in L’elisir d‘amore und Marzellina in Fidelio. Darüber hinaus ist sie als Konzert- und Liedersängerin vielbeschäftigt.

Mit großem Stilgefühl und erlesenem Geschmack traf sie den innigen Ton der Lieder von Schumann und Mendelssohn-Bartholdy. Verhalten begann sie Mendelssohns „Leise zieht durch mein Gemüt.„ und gestaltete „Auf den Flügeln des Gesangs..“ mit schwebendem Piano. In den Dissonanzen Reimanns färbte sie die Stimme dramatisch und verdeutliche durch die Veränderung der Stimmfarben die Abgründe zwischen Reimann und den Romantikern.

Ihre stimmliche Beherrschung, Wortdeutlichkeit, Einfühlsamkeit und die Fähigkeit zur plastischen Widergabe der in den Liedern eingefangenen Momente waren berückend. Narine Yeghiyans lyrisch dramatischer Sopran vereinte betörendes südliches Timbre, große Wandlungsfähigkeit und seelenvolle Poesie. Wenn sie in die dramatischen Momente aussang, verlor die Stimme nie an Klangschönheit. Perfekt verband sie Tiefe, Mittellage und Höhe.

Eine leidenschaftliche Ausnahmesängerin mit immenser Ausstrahlung. Begeistert bejubelte das Publikum diesen bemerkenswerten Abend.

 —| IOCO Kritik Laeiszhalle Hamburg |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Otello – Le Nozze di Figaro, Juni 2018

Juni 8, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatsoper Hamburg

staatsoper_logo_rgbneu
Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Aleksandra Kurzak, Olga Peretyatko, Maite Beaumont

Zurück an der Staatsoper Hamburg

An der Dammtorstraße gibt es ein Wiedersehen mit Aleksandra Kurzak, Olga Peretyatko und Maite Beaumont. Alle drei Sängerinnen zählen mittlerweile zu den gefragtesten ihres Faches und waren einmal Mitglieder im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper. Aleksandra Kurzak wird ab 5. Juni 2018 in Giuseppe Verdis Oper Otello als Desdemona an der Seite von Carlo Ventre in der Titelpartie zu erleben sein. Ab 14. Juni steht Mozarts Le Nozze di Figaro wieder auf dem Spielplan. Olga Peretyatko wird die Contessa d’Almaviva und Maite Beaumont den Cherubino singen und spielen.


Giuseppe Verdi –  Otello

Musikalische Leitung: Paolo Carignani, Inszenierung: Calixto Bieito, Bühnenbild: Susanne Gschwender, Kostüme: Ingo Krügler, Licht: Michael Bauer, Chor: Eberhard Friedrich
Dramaturgie: Ute Vollmar

Otello Carlo Ventre, Jago Franco Vassallo, Cassio Oleksiy Palchykov, Rodrigo Jürgen Sacher, Lodovico Denis Velev, Montano Shin Yeo/Bruno Vargas (5. und 9.06.), Un Araldo Michael Kunze/Michael Reder (9. und 20.06.), Desdemona Aleksandra Kurzak, Emilia Nadezhda Karyazina, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper

Vorstellungen am 5., 9., 15. und 20. Juni 2018 jeweils um 19.00 Uhr


Wolfgang Amadeus Mozart  –  Le Nozze di Figaro

Musikalische Leitung: Nathan Brock/Alexander Joël (21.06.), Inszenierung: Stefan Herheim
Bühnenbild: Christof Hetzer, Kostüme: Gesine Völlm, Licht: Phoenix (Andreas Hofer)
Video: fettFilm, Chor: Eberhard Friedrich, Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach

Il Conte d’Almaviva Alexey Bogdanchikov, La Contessa d’Almaviva Olga Peretyatko, Susanna Hayoung Lee, Figaro Alin Anca, Cherubino Maite Beaumont, Marcellina Katharina Kammerloher, Don Basilio Thomas Ebenstein, Don Curzio Peter Galliard, Don Bartolo Alexander Roslavets, Antonio Roger Smeets, Barbarina Narea Son, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper

Vorstellungen am 14., 19. und 21. Juni 2018 jeweils um 19.00 Uhr sowie am 17. Juni um 18.00 Uhr


Biografien:

Aleksandra Kurzak
Die polnische Sängerin Aleksandra Kurzak studierte zunächst Violine, bevor sie in Breslau und Hamburg ihr Gesangsstudium absolvierte. Die mehrfache Preisträgerin debütierte 1999 an der Staatsoper in Breslau als Susanna in Mozarts „Le Nozze di Figaro“. 2001/02 wurde sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Hamburgischen Staatsoper und sprang in ihrer ersten Spielzeit bereits als Gilda in „Rigoletto“ und als Königin der Nacht in „Die Zauberflöte“ ein. Von 2004 bis 2007 gehörte Aleksandra Kurzak zum Ensemble der Staatsoper und war hier in vielen Rollen zu erleben, darunter Susanna (Le Nozze di Figaro), Blonde (Die Entführung aus dem Serail), Musetta (La Bohème) und Fiorilla (Il Turco in Italia), Servilia, Marzelline (Fidelio), Nanetta (Falstaff), Ännchen (Der Freischütz), Adele, Gretel (Hänsel und Gretel), Maid (Powder her Face). Außerdem sang sie hier in den Neuinszenierungen von Giulio Cesare in Egitto die Cleopatra und von La Fille du Régiment die Marie.

Im Dezember 2004 feierte die Sängerin mit nur 27 Jahren ihren Einstand an der New Yorker Metropolitan Opera als Olympia in Les Contes d’Hoffmann und wurde umgehend für weitere Vorstellungen engagiert (unter anderem „Die Entführung aus dem Serail“, „Rigoletto“, „Die ägyptische Helena“). Im darauf folgenden Jahr debütierte Aleksandra Kurzak als Aspasia in Mozarts „Mitridate, Re di Ponte“ am Royal Opera House Covent Garden in London. Als Susanna, Norina (Don Pasquale), Adina (L’Elisir d’Amore) und Matilde (Matilde di Shabran) war sie dort seitdem zu erleben. 2010 debütierte Kurzak im Teatro alla Scala als Gilda in Verdi’s „Rigoletto“.

Gastauftritte führten die Sängerin zudem an die Staatsoper Unter den Linden Berlin (Königin der Nacht), das Teatro Regio in Parma und das Théâtre du Capitole in Toulouse (Gilda), die Bayerische Staatsoper (Cleopatra, Adele, Rosina, Donna Fiorilla, Adina und Rachel), die Wiener Staatsoper, Teatro Regio in Torino (Violetta), den Palau de les Arts in Valencia (Adina), die Wiener Staatsoper (Rosina, Adina, Susanna, Marie, Violetta, Gilda), das Teatro Real in Madrid (Susanna, Marie), das Teatro Massimo in Palermo (Norina), Teatro Massimo di Bellini in Catania, das Lyric Opera House in Chicago (Blonde) und zu den Salzburger Festspielen (Mozart-Matinee, Ännchen und Donna Anna), das Mozart Festival in A Coruña und an die Welsh National Opera in Cardiff (Aspasia), die National Oper in Helsinki (Gilda), National Oper in Warschau (Gilda, Violetta, Lucia), das Teatro La Fenice in Venedig (Donna Anna), das Theater an der Wien (Donna Anna und Amenaide), die Seattle Opera (Lucia), San Francisco Opera (Gilda), Los Angeles Opera (Fiordiligi), die Arena di Verona (Rosina, Juliette, Gilda, Verdi-Gala), das Opernhaus in Zürich (Gilda, Norina, Nedda), die Opera de Paris (Adina, Micaela), das Teatro alla Scala (Susanna, Adele in „Le Comte Ory“), die Staatsoper Berlin (Mimi) und die Deutsche Oper Berlin (Adina). Zudem kehrte sie wiederholt an die Metropolitan Opera (Blondchen, Gilda, Gretel und Adina) und das Royal Opera House (Norina, Adina, Susanna, Matilde, Donna, Fiorilla, Rosina, Gilda, Lucia und Liu) zurück. Im Konzertbereich arbeitete sie mit den Essener Philharmonikern, Hamburger Symphonikern, Hamburger Philharmonikern, mit dem NDR Orchester und der Accademia Nazionale di Santa Cecilia zusammen. Sie hat mit Dirigenten wie Ivor Bolton, Bruno Campanella, James Conlon, Sir Andrew Davis, Christoph von Dohnanyi, Riccardo Frizza, Rafael Frühbeck de Burgos, René Jacobs, Fabio Luisi, Nicola Luisotti, Sir Charles Mackerras, Ingo Metzmacher, Daniel Oren, Antonio Pappano, Carlo Rizzi, Ralf Weikert und Simone Young gearbeitet.

2006 wurde Aleksandra Kurzak mit dem Oberdörffer-Preis der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper ausgezeichnet. Zudem war sie die Preisträgerin zweier Preise beim Francisco-Viñas-Wettbewerb in Barcelona und der Auszeichnung „Young Talent“ bei der Mirjam Helin International Singing Competition.

Olga Peretyatko
In St.Petersburg geboren, ist Olga Peretyatko heute eine der international gefragtesten Koloratur-Sopranistinnen. Nach Abschluss ihres Gesangsstudiums an der Hanns Eisler
Hochschule in Berlin, war sie zunächst Mitglied des Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper und Gast der Staatsoper Wien, Metropolitan Oper in New York, Opéra Bastille in Paris, des Festivals in Aix-en-Provence der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin, Staatsoper Berlin, des Festpielhauses Baden-Baden, des Teatro Real in Madrid, New National Theatre Tokyo und beim Rossini Opera Festivals. Weitere Debüts erwarten sie unter anderem an der Opéra in Montecarlo, beim Festival des Chorégies in Orange sowie am Royal Opera House in London.

Ihr Repertoire umfasst neben vielen Rollen des Rossini-Repertoires, Donna Anna (Don Giovanni), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Gilda (Rigoletto), Violetta (La Traviata), Elvira (I Puritani), Amina (La Sonnambula), Adina (L’Elisir d’amore), Lucia di Lammermoor, Leila in Bizets „Die Perlenfischer“, alle vier weiblichen Rollen in Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“, aber auch Raritäten des russischen Repertoires wie Marfa (Die Zarenbraut) und Stravinsky’s „Le Rossignol“.

In den nächsten Spielzeiten stehen weitere Debüts als Contessa (Le Nozze di Figaro), Rosina (Il Barbiere di Siviglia), Norina (Don Pasquale), Mathilde (Guillaume Tell) sowie die Titelrolle in Donizettis „Anna Bolena“ und die Hauptrolle in Massenets „Manon“ auf dem Programm. Im Rahmen ihres Vertrags mit Sony Classical hat Olga Peretyatko bisher vier Solo-CDs veröffentlicht, von denen das dritte Album „Rossini!“ mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde.

Maite Beaumont
Mit ihrem unverwechselbaren, warmen Timbre und ihrer großen Ausdrucksfähigkeit gehört die spanische Mezzosopranistin Maite Beaumont zu den wichtigen Sängerinnen ihres Fachs. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf Partien des Barockrepertoires und der Wiener Klassik und reicht hin bis zu Rollen des französischen Repertoires und der Opern von Richard Strauss. Dazu gehören unter anderem Partien wie Ruggiero (Alcina), Sesto (Giulio Cesare in Egitto), Irene (Tamerlano) und Flavius (Flavius Bertardidus, König der Langobarden), Angelina (La Cenerentola), Dorabella (Così fan tutte) , Cherubino (Le Nozze di Figaro) und Oktavian (Der Rosenkavalier). Mit großem Erfolg interpretiert sie auch Partien wie Donna Elvira (Don Giovanni), Romeo (I Capuleti e I Montecchi), Siebel (Faust), Elisabetta (Maria Stuarda), Iphigénie (Iphigénie en Tauride), Margarethe (La Damnation de Faust), Didon (Les Troyens), Medée (Medée), Tancredi (Tancredi) und Komponist (Ariadne auf Naxos). Kommende Engagements umfassen Partien wie Isabella (L’Italina in Algeri) und Ariodante.

Jüngste Erfolge gelangen Maite Beaumont unter anderem als Ruggiero in der Neuproduktion von Alcina am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, als Romeo (I Capuleti e I Montecchi) und als Dorabella in einer Neuproduktion von „Così fan tutte“ am Gran Teatre del Liceu in Barcelona sowie in Tokio. Am Theater an der Wien sang sie Lisetta in Haydns „Il Mondo della Luna“, außerdem war sie als Melibea in „Il Viaggio a Reims“ an der Mailänder Scala und in der Titelpartie von Rossinis „La Cenerentola“ in einer Neuproduktion an der Hamburgischen Staatsoper zu erleben, eine Rolle, die sie auch an der Semperoper Dresden und an der Opéra National du Rhin interpretierte.

Hervorragende Kritiken erhielt sie auch für ihre gesangliche Leistung in der Titelpartie von Georg Philipp Telemanns „Flavius Bertaridus, König der Langobarden“ unter der Leitung von Alessandro De Marchi bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. 2005 debütierte Maite Beaumont bei den Salzburger Festspielen als Dorabella in „Così fan tutte“, später folgte eine Serie mit Mozart- Partien als Cherubino und Dorabella an der Nederlandse Opera in Amsterdam. Ihr Amerika-Debüt gab die Mezzosopranistin als Sesto (Giulio Cesare in Egitto) an der Lyric Opera of Chicago 2007.

Auch als Konzertsängerin ist Maite Beaumont international gefragt. Ihr Konzertrepertoire reicht von der Barockmusik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Sie arbeitete unter anderem mit der Academy of Ancient Music, den Bamberger Symphonikern, der Camerata Salzburg, Il Complesso Barocco, dem Mozarteum Orchester, dem Ensemble Intercontemporain und mit Dirigenten wie Ivor Bolton, Christoph Eschenbach, Adam Fischer, Alessandro de Marchi, Michael Hofstetter, Christopher Hogwood, Ingo Metzmacher, Sir Roger Norrington, Christophe Rousset, Emmanuelle Haim und Nikolaus Harnoncourt zusammen.

Maite Beaumont wurde in Pamplona (Spanien) geboren, wo sie ein Gesangs- und Geigenstudium an der Musikhochschule Pablo Sarastre und parallel dazu ein Soziologiestudium an der Universität Navarra absolvierte. Im Anschluss studierte sie bei Hanna Schwarz und war von 2000 bis 2003 Mitglied im Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper. Internationales Aufsehen erregte sie 2002 mit einem Einspringer als Ruggiero in der Hamburger Neuproduktion von Händels „Alcina“ unter der Leitung von Ivor Bolton. Bei der Premiere hörte die Krimiautorin Donna Leon die junge Sängerin und empfahl sie kurz darauf für zwei CD-Einspielungen. Bis heute unterstützt und fördert Donna Leon, die eine große Verehrerin von Händels Musik ist, Maite Beaumont. Von 2003 bis 2006 war die Mezzosopranistin Mitglied im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper, seither ist sie freischaffend tätig.

Von Maite Beaumont liegt eine umfangreiche Diskografie vor: 2003 erschien ihre erste CD mit Arien von Georg Friedrich Händel, „ La Maga Abbandonata“ (BMG). Außerdem liegen Einspielungen von Händels „Radamisto“ (Virgin Classics) und „Alcina“ (Deutsche
Grammophon), die Solo-CD „Dolce mio ben“ mit italienischen Kantaten und Opernarien um 1700, Vivaldis „Montezuma“ (deutsche harmonia mundi), Georg Philipp Telemanns „Flavius Bertaridus, König der Langboraden“ (deutsche harmonia mundi) und Jörn Arneckes „Das Fest im Meer“ (NCA) vor. Auf DVD sind mit ihr „L’Incoronazione di Poppea“ und „Giulio Cesare in Egitto“ aus dem Gran Teatro del Liceu Barcelona, „Il Mondo della Luna“ aus dem Theater an der Wien, Mozarts „Così fan tutte“, „Le Nozze di Figaro“ aus der Nederlandse Opera Amsterdam und „Alcina“ aus dem Théâtre de la
Monnaie in Brüssel erschienen.

 

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Frankfurt, Alte Oper Frankfurt, SALUT SALON. Die Nacht des Schicksals, 08.03.2014

März 7, 2014 by  
Filed under Alte Oper Frankfurt, Pressemeldung

aof_logo.gif
Alte Oper Frankfurt
Frankfurt / Alte Oper © IOCO

Frankfurt / Alte Oper © IOCO

Semmel Concerts präsentiert: SALUT SALON. „Die Nacht des Schicksals“

 
Samstag, 08. März 2014, Großer Saal, 20.00 Uhr
 
Wer würde nicht gern mal Schicksal spielen? Die vier Musikerinnen von Salut Salon haben sich den Spaß gegönnt und einen kurzweiligen Konzertabend unter dem Motto „Die Nacht des Schicksals“ kreiert. Das spritzige Kammermusikensemble aus Hamburg mit Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Geige und Gesang), Sonja Lena Schmid (Cello) und Anne-Monika von Twardowski (Klavier) ist mit seinem brandneuen Programm nun auf Tour. Die Damen im kleinen Schwarzen und High-Heels besitzen die seltene Fähigkeit, den wichtigen Dingen wie den Nebensächlichkeiten des Lebens nicht nur Sinn, sondern auch Unsinn abzugewinnen. In ihrer selbstironischen Show sorgen sie technisch virtuos für neue Verbindungen und musikalisch für überraschende Begegnungen. Am Samstag, dem 8. März 2014, um 20.00 Uhr bereitet Salut Salon dem Publikum im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt eine „Nacht des Schicksals“.
 
Rund um das Thema „Schicksal“ interessieren sich die vier Hamburgerinnen für die Bruchstellen, im Leben und in der Musik. Es geht um Werden und Vergehen, Finden und Verlieren, Verliebtheiten und große Liebe. Teils für Orchester, teils für  Solo-Instrumente geschriebene Klassiker wurden ganz neu für Klavier, Cello und zwei Geigen arrangiert. Mal ertönt ein Tango mit all seiner Melancholie, und dann reißt die Leichtigkeit eines slawischen Tanzes von Dvo?ák die Musikerinnen und das Publikum mit. Damit nicht genug: Auch Filmmusik, brasilianische Rhythmen, Zigeunermusik. Folk, Pop und eigene Chansons können die Kammermusik bereichern. Darüber hinaus darf Handpuppe Oskar nicht fehlen. Das Salut-Salon-Maskottchen hat eine schicksalhafte Begegnung, mit dem Mond… Das Quartett mischt alles sehr gekonnt und versteht es, sein Publikum immer wieder mit witzigen Einfällen zu überraschen. Die vier Hamburgerinnen sind nun schon seit mehr als zehn Jahren auf den Bühnen der Welt zuhause. Zuletzt waren sie 2012 mit ihrem Jubiläumsprogramm „Dichtung & Wahrheit“ zu Gast in der Alten Oper Frankfurt.
 
Salut Salon wurde 2002 von Angelika Bachmann und Iris Siegfried gegründet. Die beiden spielten schon im Schulorchester zusammen, gründeten während des Studiums eine WG und gingen zu zweit auf Weltreise, die sie mit Straßenmusik finanzierten. Angelika Bachmann (Geige) trat schon im Alter von sieben Jahren als Solistin mit Orchestern wie den Hamburger Symphonikern auf, sammelte Erfahrung bei TV-Auftritten und gewann zahlreiche erste Bundespreise bei „Jugend musiziert“. Auch Iris Siegfried (Geige und Gesang) erntete schon früh als Preisträgerin von „Jugend musiziert“ musikalische Lorbeeren. Ihr Gesangstalent bewies sie später bei Auftritten in verschiedenen Chören und A-Cappella-Gruppen. 2011 erhielten Angelika Bachmann und Iris Siegfried das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für ihre ehrenamtliche musikalische Arbeit mit Kindern. Das Quartett wird komplett durch die Cellistin Sonja Lena Schmid und Anne-Monika von Twardowski am Klavier.
 
Semmel Concerts in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt
 
—| Pressemeldung Alte Oper Frankfurt |—

Kassel, Staatstheater Kassel, 5. SINFONIEKONZERT, 10.03.2014

Februar 28, 2014 by  
Filed under Pressemeldung, Staatstheater Kassel

staatstheater_kassel.jpg

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel

5. SINFONIEKONZERT

Elmar Lampson: Konzert für Violine und Orchester Uraufführung
Gustav Mahler: Sinfonie Nr.7 e-Moll
 
Solist: Afonso Fesch (Violine),  Dirigent: Yoel Gamzou
 
 10. März 20 Uhr, Kongress Palais Stadthalle, Holger-Börner-Platz 1,  Kassel
Die Uraufführung eines Violinkonzerts von Elmar Lampson und Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 7 e-Moll stehen auf dem Programm des 5. Sinfoniekonzerts am Montag, 10. März, in der Stadthalle Kassel. Das Staatsorchester Kassel spielt unter der Leitung von Yoel Gamzou, Solist ist der Geiger Afonso Fesch.
 
„Das Entscheidende bleibt aber die Musik als Musik. Sie ist da, weil sie eben etwas ist und nicht, weil sie etwas bedeutet oder gar auf etwas anderes verweist … sie öffnet im Schweigen und Hören einen inneren Bereich, der von der besprechbaren, kommunizierbaren Wirklichkeit so weit entfernt ist, wie das Schlafen vom Wachen.“ – So lautet ein Zitat des Komponisten Elmar Lampson. Im Mai 2013 hat Yoel Gamzou mit dem Staatsorchester Kassel Lampsons dritte Sinfonie mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht. Jetzt folgt die Uraufführung eines Violinkonzertes des in Koblenz geborenen Komponisten mit dem jungen portugiesischen Geiger Afonso Fesch als Solisten.
 
„Ich habe den Solopart für Afonso Fesch geschrieben, für seinen silbernen Ton, für seine atemberaubenden, schier unbegrenzten technischen Möglichkeiten und für die Tiefe seiner musikalischen Empfindungen“, so Elmar Lampson. Und weiter: „Und ich schreibe dieses Stück für Yoel Gamzou, dem ich als Komponist unendlich viel zu verdanken habe. Yoel Gamzou ist ein Musiker, der mich inspiriert wie kaum ein anderer.“
 
Über die Musik des Violinkonzerts äußert er: „Sie atmet und singt, die Bögen der Form spannen sich über lange Zeiträume. Es gibt dramatische Steigerungen und zarte Lichteinfälle … Alles entwickelt sich aus einer unscheinbaren kleinen Wendung die in fast jedem Stück der Musikgeschichte vorkommt. Normalerweise ist diese Wendung eine Verzierung, hier bildet sie eine große Form.“
 
Gustav Mahlers Siebte wird – verglichen mit seinen anderen Sinfonien – verhältnismäßig selten aufgeführt. Und dies, obwohl Mahler selbst sagte: „Es ist mein bestes Werk und vorwiegend heiteren Charakters“. Aber inwieweit man dieser „Heiterkeit“ trauen darf, bleibt trotz des strahlenden C-Dur-Finales zu hinterfragen. Immerhin scheint die Siebte von innen nach außen komponiert, der dritte der fünf Sätze also zentral zu sein. Und dieses Scherzo trägt die vielsagende Vortragsbezeichnung „schattenhaft“. Auch die beiden „Nachtmusiken“ (wie Mahler den zweiten und vierten Satz nannte) offenbaren sehr wohl jene für Mahler so typische Zerrissenheit.
 
Elmar Lampson, geb. 1952 in Koblenz, studierte an den Musikhochschulen in Hannover und Würzburg. Seit 2004 ist er Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und lehrt dort als Professor für Komposition und Theorie.
 
Als Komponist und Dirigent trat er bei internationalen Festivals auf und unternahm Konzertreisen durch fast alle europäischen Länder und weite Teile der ehemaligen Sowjetunion. 2011 wurde er mit dem Dr. Günther Buch-Preis für Kulturwissenschaften ausgezeichnet.
 
Beim Label col legno erschien 2011 eine Einspielung von Elmar Lampsons Werk „Mysterienszenen“ unter Leitung von Yoel Gamzou mit Afonso Fesch und weiteren Solisten des International Mahler Orchestra.
 
Afonso Fesch, geb. 1988, studierte bei Lehrern wie Yossif Grinman, Zofia Wóycicka, Raphaël Oleg, Pavel Vernikov, Dora Schwarzberg und, dank eines Stipendiums der Calouste Gulbenkian Stiftung, bei dem legendären Geiger Ivry Gitlis in Paris. Neben dem ersten Preis des internationalen Musikwettbewerbs „Júlio Cardona“ gewann er auch den ersten Preis des „Helena Sá e Costa“-Wettbewerbs.
 
Seit 2009 ist Afonso Fesch Erster Konzertmeister des International Mahler Orchestra. Als Solist spielte er mit Orchestern wie den Hamburger Symphonikern, dem Staatsorchester Kassel, der Neuen Philharmonie München, dem Basler Sinfonieorchester und trat in Sälen wie der Philharmonie Berlin, dem Konzerthaus Wien, der Philharmonie Köln, dem Herkulessaal München und der Stuttgarter Liederhalle auf.
 
Yoel Gamzou, geboren 1987 in Tel Aviv, ist seit der Spielzeit 2012/13 Erster Kapellmeister am Staatstheater Kassel. Der junge israelisch-amerikanische Dirigent ist der letzte Schüler von Carlo Maria Giulini, mit dem er bis kurz vor dessen Tode intensiv zusammenarbeitete und der sein wichtigster Mentor war.
 

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Nächste Seite »