Hamburg, Hamburger Staatsoper, Tosca – Harteros, Kaufmann, Vasallo, IOCO Kritik, 19.04.2018

April 18, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

Italienische Wochen enden –  Tosca von Giacomo Puccini

Weltstars am Dammtor: Harteros, Kaufmann,  Vassallo

Von Patrik Klein

Die Premiere von Verdis Messa da Requiem leitete die Italienischen Wochen an der Staatsoper Hamburg vor rund einem Monat ein (IOCO berichtete ausführlich).  Man gab neben dieser neuen auch altbewährte Produktionen wie Verdis La Traviata, „Rigoletto“, Aida, Puccinis Madame Butterfly und nun zum Finale Puccinis Tosca in spektakulärer Starbesetzung. Mit hochkarätigen Besetzungen in allen Produktionen hat die Staatsoper auffällige musikalische und künstlerische Akzente gesetzt und in diesen Wochen  das große Haus mehrfach ausverkauft und eine Auslastung von gut 90% erreicht. Aufbauend darauf wird es auch in der neuen Saison 2018/19 wieder zur etwa gleichen Zeit eine Fortsetzung der Italienischen Wochen geben.

Staatsoper Hamburg / Tosca - hier Applausfoto mit vl Franco Vassallo, Pier Giorgio Morandi, Anja Harteros, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Tosca – hier Applausfoto mit vl Franco Vassallo, Pier Giorgio Morandi, Anja Harteros, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Die Handlung

Scarpia, Polizeichef in Rom, begehrt Tosca. Da ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, zu den politischen Gegnern der Regierung gehört, kann Scarpia ihn rechtmäßig gefangen nehmen. Er ordnet Cavaradossis Hinrichtung an und hofft, mit dem Versprechen, ihn freizulassen, Tosca zu einer gemeinsamen Nacht zu bewegen. Doch diese durchkreuzt seinen Plan.

Die Inszenierung von Robert Carson

Die Wiederaufnahme der Inszenierung des Kanadiers Robert Carsen aus dem Jahr 2000 hat beinahe etwas Zeitloses und arbeitet mit Bildern von Anthony Ward. Sie ist wenig spektakulär und dient auch gut für kurzfristig eingeflogene Superstars aus der Opernszene, denn es läuft nach dem Motto: „Wer eine Idee hat, darf und kann sie so gestalten“. Ansonsten ist man an der Rampe herzlich willkommen.

Regisseur Robert Carson und Ausstatter Anthony Ward verlegten die bezüglich Zeit und Ort so eindeutig fixierte Handlung auf und hinter die Bühne eines Theatersaals. Hier konnten die Protagonisten in einem Gebilde aus Lügen, übertriebener Selbstdarstellung und mieser Schachzüge vorzüglich agieren. Doch damals wie heute verblassten diese Ideen in der Umgebung eines „Theaters im Theater“.

Das sakrale des ersten Aktes zum Beispiel, in welchem vor den Augen der Madonna geflucht, gehasst und geliebt wurde, vermag seine Wirkung nur in einer kirchlichen Sphäre zu entfalten und nicht in einem nüchternen Zuschauerraum, wo die Theaterbesucher ein TE DEUM anstimmten. Im ersten Akt der Tosca befand man sich im Zuschauerraum eines traditionellen Opernhauses, erblickte zwei in Gold gefasste Proszeniumssäulen, zwischen denen Scarpia als böser Spielverderber auftauchte, und den geschlossenen roten Bühnenvorhang. Zwischen den Stühlen versammelten sich die Balletttänzer und das Einlasspersonal, das die Originalprogrammhefte der Oper verteilten. Nicht nur bei dem von den hereinströmenden Zuschauern angestimmten Te Deum durfte man den Text nicht so genau nehmen; schließlich hob sich der Vorhang und zeigte die Primadonna als illuminierte Madonnenfigur.

Staatsoper Hamburg / Tosca - hier Applausfoto mit Anja Harteros © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Tosca – hier Applausfoto mit Anja Harteros © Patrik Klein

Der zweie Akt in Scarpias „Arbeitszimmer“ (vielleicht ein Probenraum des Theaters) im Palazzo Farnese zeigte das Zentrum der dunklen Macht der römischen Geheimpolizei. „Vietato fumare“ stand groß als Verbot an der Wand geschrieben, davor saß Baron Scarpia rauchend am Schreibtisch. Er stand über dem Gesetz und handelte nach eigenem Gutdünken. Und das Bild im dritten Akt auf der Engelsburg war kalt und leer, von Hirtenidylle weit und breit keine Spur. Hinter der schrägen Bühne im Hintergrund die ganze Zeit eine schwarze Wand. Hier öffnete sich schließlich im Finale der schwarze Abgrund (vielleicht der Orchestergraben), in den Tosca hinabstürzte, als alles zu spät ist. Alle waren tot, gewaltsam gestorben, und die Musik vorbei – was blieb, war ein gleißendes Licht am Abgrund.

Die Musik

Aber was schert das den Besucher 18 Jahre nach der Premiere dieser Inszenierung. Alle wollen eines der Traumpaare der Opernwelt, Anja Harteros und Jonas Kaufmann, einmal in Hamburg auf der Opernbühne genießen. Die Tickets an der in den vergangenen Spielzeiten  mittelprächtig besuchten Staatsoper Hamburg waren innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.

Jonas Kaufmann, seit 2006 zu den Top-Stars der Klassik zählend, hier nun in Hamburg als revolutionärer Maler Mario Cavaradossi war nach seiner nun bereits einige Monate zurückliegenden Stimmkrise- und krankheit wieder eine Klasse für sich: Trotz ein paar kleinen holprigen Anfangstönen erntete er für seine erste Arie Recondita armonia mit dem hohen B ‚Tosca, sei tu! viele Bravos. Seine Stimme ist insgesamt noch baritonaler im Klang, seine Modulation, Phrasierung und seine Stimmführung besonders bei den leisen Tönen umwerfend und emotional zu Herzen gehend. Auch das in der Vergangenheit manchmal störende „gaumige“ ist kaum hörbar. Interessaqnt: Im kommenden Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg im Januar 2019 wird Kaufmann als Tenor und Bariton angekündigt. Seinen wilden Freudenausbruch über Napoleons Sieg bei Marengo, Vittoria! Vittoria!‘, krönte er mit einem strahlenden Spitzenton, und seine letzte Arie E lucevan le stelle, in der er sich vor seinem Tod seiner Liebe zu Tosca erinnert, sang er mit so eindringlicher Intensität, dass der Zuschauerraum sich kurz in einem Jubelrausch befand.

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Anja Harteros, eine der größten Sopranistinnen unserer Zeit,  gestaltet die Tosca grandios mit intensiver Bühnenpräsenz, perfekter Stimmführung und absolut bewundernswerter musikalischer Sensibilität. Ihre manchmal ein wenig scharf wirkenden Spitzentöne passen hier ganz wunderbar zu der charakterlichen Vielfalt der Rolle Floria Toscas. Im bewegend gesungenen Vissi d’arte im zweiten Akt von Puccinis Oper, erobert sie die Herzen aller Besucher an diesem für Hamburg endlich einmal international höchstklassigen Abend.

Auch Franco Vassallo, einer der führenden italienischen Baritone ist in seinem Heimatland und weit darüber hinaus an allen großen Häusern der Opernwelt bekannt und sehr geschätzt. Scarpia ist einer der übelsten Bösewichte, die die Opernwelt zu bieten hat. Er ist hinterhältig, grausam, abartig und einfach nur bodenlos böse, und Vassallo kostete im zweiten Akt all seine schlechten Eigenschaften musikalisch und spielerisch aus. Mit Ha più forte sapore la conquista violenta che il mellifluo consenso (Stärker ist der Genuss einer gewaltsamen Eroberung, als der süßlicher Hingabe) bestätigte er in seinem Monolog mit gefährlich samtenen Timbre und einem schmierigen Grinsen seine wahre Natur. Mit ein klein wenig mehr Schwärze in seiner Stimme wäre die Gestaltung der Partie noch perfekter geraten.

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Franco Vasallo © Patrik Klein

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Franco Vasallo © Patrik Klein

Die übrige Besetzung erfolgte solide mit den hauseigenen Solisten des Ensembles Alin Anca, Alexander Roslavets (ganz besonders hier zu erwähnen sein überzeugend gesungen- und gespielter Sagrestano; man darf sich auf die Weiterentwicklung seines Repertoires als Ensemblemitglied in Hamburg freuen), Julian Rohde, Shin Yeo, Rainer Böddeker und Ruzana Grigorian sowie  dem präzisen und wunderbar auftrumpfenden Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Christian Günther) und dem fulminant musizierenden Philharmonischen Staatsorchester. Pier Giorgio Morandi, der als regelmäßiger Gastdirigent an allen großen Opernhäusern in Italien, Europa und weltweit zu Hause ist, hält das gesamte Werk gut zusammen und gestaltet die Musik Puccinis mit viel Energie, Einfühlung und italienischem Elan.

Das Publikum ist nachdem der Vorhang fällt erwartungsgemäß entzückt und dankt allen Beteiligten mit warmem bis stürmischem Applaus und Ovationen. Im Vorfeld vernahm man Töne, die sagten, „das Haus steht zur Zeit auf dem Kopf“. So ist der Staatsoper Hamburg zu wünschen, dass sie zukünftig öfter „auf solchem Kopf stünde“!

 

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Tosca von Giacomo Puccini, IOCO Kritik, 26.3.2018

März 28, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

 TOSCA – Giacomo Puccini

  Italienische Wochen  – An der Staatsoper Hamburg

  Von   Rolf Brunckhorst

Mit der Wiederaufnahme der Tosca an der Staatsoper Hamburg begannen dort auch die bis zum 17.4.2018 dauernden „Italienischen Wochen“, mit Madame Butterfly, La Traviata, Messa da Requiem und Aida. Bisherige Tendenz: Ausgelastete, wunderbare  Vorstellungen mit einer Reihe prominenter Namen auf den Besetzungslisten. Zum Abschliss der Italienischen Wochen am 17.4.2018, in der bereits ausverkauften Tosca, werden  Anja Harteros und Jonas Kaufmann zu sehen / hören sein. IOCO, Patrik Klein, werden dann ebenfalls dabei sein und berichten.

Diese Tosca der Staatsoper Hamburg am 21.3.2018 hatte ihre Premiere am 15.10.2000; Inszenierung: Robert Carsen, Bühnenbild Anthony Ward, Licht Davy Cunningham. Das Hauptinteresse  in der Wiederaufnahme am galt vor allem dem Haus-Debüt von Riccardo Massi als Cavaradossi, dem ein großartiger Ruf vorauseilte; den am 17.3.2018 Rolf Brunckhorst für IOCO interviewt hatte. Ein lang überfälliges Debüt von Riccardo Massi an der Hamburger Staatsoper, der – ungeplant – vor diesem offiziellen Debüt ein vorzeitiges Debüt  an der Staatsoper Hamburg gab, als er kurzfristig und erfolgreich den Tenor-Part in der szenischen Produktion von Verdis  Messa da Requiem  übernahm.

Staatsoper Hamburg / Tosca - hier Tosca und Cavaradossi © Angela Gheorghiu / Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg / Tosca – hier Tosca und Cavaradossi © Angela Gheorghiu / Staatsoper Hamburg

Diesen großen Ruf bestätigte Riccardo Massi in der Tosca Wiederaufnahme. Er wartete mit einer großen, sehr wohlklingenden, angenehm dunkel timbrierten und äußerst höhensicheren Tenorstimme auf. Auch in den ruhigeren Momenten der Oper konnte Massi seine gefühlvolle Seite in Kombination mit lyrischem Tenorschmelz präsentieren. In den nach typisch veristischem Muster gestalteten „Action-Szenen“ überzeugte er ebenso sehr. Hierbei half sicherlich, daß Massi in jungen Jahren als Stuntman gearbeitet und damit sein Gesangsstudium finanziert hat. Mit seinem blendenden Aussehen und seiner enormen Bühnenpräsenz, gepaart mit seinem virilen Stimmtimbre wurden Erinnerungen an Franco Bonisolli wach. Alles in allem ein äußerst gelungenes Hamburg-Debüt.

An seiner Seite gestaltete Angela Gheorghiu die Partie der Floria Tosca. Bei aller Objektivität muß man leider feststellen, daß sie stimmlich nicht mehr aus dem Vollen schöpfen kann. Zu oft geraten Töne zu kurz oder die Kraft reicht nicht, sich gegen das ganz prächtig aufspielende Orchester durchzusetzen. Für die strategisch wichtigen Spitzentöne fand sie zwar genügend Kraft, aber diese fielen arg grell aus. Darstellerisch verhielt sie sich eher reserviert, bewegte sich oftmals vornüber gebeugt, was aber möglicherweise auch an der angeschrägten Bühne liegen konnte. Als Dritter im Bunde konnte sich Franco Vassallo als Scarpia mühelos in die Reihe der bisherigen Scarpia-Bösewichter dieser Hamburger Inszenierung einfügen. Sein Bariton ist angenehm timbriert, groß und volltönend, was ihm besonders im „Te deum“ zugute kommt. Dankenswerterweise zeigt er in der Szene mit Tosca im zweiten Akt, daß er den Scarpia auch sehr differenziert singen und darzustellen vermag. In den weiteren Partien fielen Alexander Roslavets als Sagrestano und Alin Anca als Angelotti positiv auf, während man sich für Spoletta und für den Hirten wohlklingendere Stimmen gewünscht hätte.

Staatsoper Hamburg / Tosca © Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg / Tosca © Staatsoper Hamburg

Der Dirigent Pier Giorgio Morandi hatte bereits drei Tage zuvor kurzfristig eine La Traviata -Vorstellung übernommen. Auch an diesem Abend lief das Philharmonische Staatsorchester unter seiner Führung zu Hochform auf. Besonders im zweiten Akt zeigte sich, was man mit viel eigenem Gestaltungsvermögen und der richtigen Vorstellung von Dynamik jederzeit aus diesem Orchester herausholen kann. Das Publikum war begeistert, und so wünscht man sich eine ähnlich gelagerte Themenwoche,  z.B. reine Verdi-Wochen mit einem neuen Don Carlos  an der Spitze, sicherlich wäre Riccardo Massi ein idealer Vertreter in deren Titelpartie.

Tosca an der Staatsoper Hamburg; weitere Vorstellungen am 29.3.2018, 4.4.2018, 7.4.2018, 17.4.2018 (diese Vorstellung mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann, ausverkauft), 28.11.2018, 30.11.2018 und mehr


Hamburg, Staatsoper Hamburg, Tenor RICCARDO MASSI im IOCO Interview, IOCO Aktuell, 17.03.2018

März 20, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

„Gemeinsam in die Oper“

  Tenor RICCARDO MASSI im IOCO – Interview

 Debut an Staatsoper Hamburg – Zu den Italienischen Wochen

Von Rolf Brunkhorst

In diesen Tagen findet ein lang überfälliges Debüt an der Hamburger Staatsoper statt:  RICCARDO MASSI, der seit Jahren überall auf der Welt umjubelte italienische Tenor singt zum ersten Mal in Hamburg; den Cavaradossi in der Wiederaufnahme der Tosca.

Schon vor diesem seinen offiziellen Debüt gab er überraschend, am vergangenen Samstag, sein vorzeitiges Debüt  an der Staatsoper Hamburg, als er kurzfristig den Tenor-Part in der szenischen Produktion von Verdis  Messa da Requiem sehr erfolgreich übernahm.

Mit der ebenfalls ungeplanten wie kurzfristigen Übernahme einer Tenorpartie begann seine Karriere in 2009: An der Mailänder Scala übernahm er den Don José der dortigen Carmen-Produktion; für den erkrankten Jonas Kaufmann übernahm. Der außergewöhnliche Erfolg dieser Debüt-Vorstellung öffnete Riccardo Massi fortan alle bedeutenden Bühnentüren, so tauchen nun in seiner Vita die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper Berlin, Dresden, Rom, Triest, Turin, Brüssel, die Metropolitan Opera New York, Houston, Stockholm, Oslo, das Bolshoi-Theater Moskau, Covent Garden London, Zürich, das Théatre des Champs Elysées Paris, Avignon, Toronto und viele andere große Häuser auf.

 Riccardo Massi © Wolfgang Schmitt

Riccardo Massi © Wolfgang Schmitt

Und nun also das Cavaradossi-Debüt hier an der Hamburger Staatsoper. Riccardo Massi stellt den Cavaradossi als Multi-Talent (Maler, Dichter, Revolutionär) dar, der am Ende er Oper weiß, daß er in den Tod gehen wird und nur seiner geliebten Tosca bis zur letzten Minute die Illusion eines gemeinsamen Überlebens vermittelt. Überhaupt scheinen die Verismo-Opern ein Schwerpunkt in Riccardo Massis Repertoire zu bilden. „Keiner hat wie Puccini so sehr die Herzen erreichen können.“ In nächster Zeit möchte er sich wieder mehr Giuseppe Verdi annähern, für dessen frühe Werke er lobende Worte findet. „Ich liebe besonders La Battaglia di Legnano, I due Foscari und auch I Lombardi. Vom späteren Verdi reizt mich besonders der Don Carlo, aber für diese lange und komplizierte Oper würde ich eine ausreichende Probenzeit beanspruchen. Der Otello kann in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren kommen, da höre ich nur auf meine Stimme“.

Seine Opernkarriere bezeichnet Riccardo Massi als sein drittes Leben. Sein erstes Leben war das eines Sportlers, seine Leidenschaft war Karate und Thai-Boxen, und er verdiente sich seinen Lebensunterhalt und sein Gesangsstudium als Security-Agent, was ihm quasi sein zweites Leben bescherte, nämlich die Arbeit als Stuntman, so wirkte er u.a. in Hollywood-Filmen von Martin Scorcese als Stunt u.a. in  Gangs of New York , oder Die Passion Christi und die Fernsehserie Rom mit. „Meine sportliche Ausbildung macht es mir oftmals auf der Bühne leicht, bestimmte vom Regisseur erwartete und verlangte Bewegungsabläufe auszuführen“.  Für Regisseure gilt im allgemeinen: „Ein Regisseur sollte erst einmal die Oper kennen, und zwar genauestens kennen. Er muss sich auch darüber im Klaren sein, welche Bewegungen oder Aktionen ein Sänger oder eine Sängerin nachvollziehen kann. Und ein Regisseur muss ein glaubwürdiges Regiekonzept vorlegen, um seine Produktion zum Erfolg zu führen, und er darf den ursprünglichen Gehalt der Oper nicht verwischen und missinterpretieren. Wenn dem Regisseur der roten Faden aus der Hand gleitet und er plötzlich die Idee hat, dass der dritte oder vierte Akt als Traum des Tenors oder der Sopranistin dargestellt werden soll, dann ist das schon mal Unsinn. Ein Regiekonzept muss glaubwürdig und nachvollziehbar sein, andernfalls verlieren die Protagonisten die Lust und das Interesse an der Arbeit und das Publikum ist enttäuscht und gelangweilt. Das Publikum muss die Emotionen spüren, das Geschehen auf der Bühne muss sie in seinen Bann ziehen“.

 Riccardo Massi © Wolfgang Schmitt

Riccardo Massi © Wolfgang Schmitt

Nachdem Riccardo Massi den Cavaradossi in diesem Jahr bereits am Londoner Opernhaus Covent Garden und in Palm Beach gesungen hat, freut er sich nach seinen Hamburger Auftritten auf sein Debüt am Teatro Colón Buenos Aires, wo er den Radames singen wird, anschließend wird er an die Oper in Sydney zurückkehren – ebenfalls als Radames. In Sydney sang er bereits La Forza del Destino, Luisa Miller, Tosca und Turandot. Weitere Zukunftspläne sind sein Debüt an der Washington Opera als Cavaradossi, und Auftritte an der Münchner Staatsoper als Pinkerton und als Pollione in Norma während der Münchner Opernfestspiele 2019.

Bleibt zu hoffen, dass Riccardo Massi zukünftig ein häufiger Gast an der Hamburger Staatsoper sein wird. Als Cavaradossi in Tosca ist Riccardo Massi dort am 21.3., 24.3. und 29.3.2018 zu erleben.

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Messa da Requiem von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 10.03.2018

März 12, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

  Messa da Requiem  von Giuseppe Verdi

 – Bilanz des Lebens in fesselnden Bildern –

Von Patrik Klein

Am Ende steht das Nichts und absolute Dunkelheit

Der trauernden Mutter (grandios gesungen und gespielt von der schwedischen Sopranistin Maria Bengtsson) bleibt nur die Hoffnung. Im erschütternden Finale verweilt sie ganz allein im Lichtkegel des letzten, einsamen Scheinwerfers. Die Hände der Chormitglieder lugen am Boden aus den Grabkammern, bevor das Licht gänzlich erlöscht. Der faszinierte, berührte, betroffene Zuhörer und Zuschauer durchlebte bis dahin ein intimes, fesselndes,  atemberaubendes Psychogramm vier trauernder Menschen.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

 Die Premiere von Verdis Messa da Requiem leitet die Italienischen Wochen an der Staatsoper Hamburg ein. In den kommenden Wochen gibt man neben dieser neuen auch altbewährte Produktionen wie Verdis La Traviata, Rigoletto, Aida, Puccinis Tosca und Madame Butterfly. Mit besonders hochkarätigen Besetzungen möchte man lokal wie international musikalische und künstlerische Akzente setzen.

Nachdem Calixto Bieito, der eng verbunden ist mit dem Intendanten der Staatsoper Hamburg Georges Delnon, vor etwa einem Jahr eine sehr umstrittene Inszenierung von Verdis Otello von Basel nach Hamburg adaptierte, macht er nun den ungewöhnlichen Versuch, den italienischen Meister mit seinem finalen Werk musikalisch und szenisch darzustellen. Damit führt man die Reihe ungewöhnlicher Interpretationen nahtlos fort, nachdem John Neumeier Bachs Matthäuspassion‘ (Staatsoper und St. Michaeliskirche Hamburg), Romeo Castellucci Bachs Johannispassion (Deichtorhallen Hamburg) und Calixto Bieito Benjamin Brittens War Requiem (in Basel) bereits szenisch umsetzten.

Unter der musikalischen Leitung von Kevin John Edusei, in dem Bühnenbild von Susanne Gschwender, den Kostümen von Anja Rabes, dem Licht von Franck Evin, mit namhaften Solisten und dem Chor(Einstudierung Eberhard Friedrich) und Orchester der Staatsoper Hamburg gelingt dies sehr eindringlich, mit großen Emotionen, wundervoller Musik und nachdenklich stimmenden, großartigen Bildern.

Die Uraufführung des Requiem von Giuseppe Verdi fand am 22. Mai 1874 in der Kirche San Marco zu Mailand statt. Mit dem originalen Titelzusatz „Per l’anniversario della morte di Alessandro Manzoni XXII Maggio MDCCCLXXIV“ bezieht sich Verdi auf den von ihm zutiefst verehrten 1873 verstorbenen Dichter Alessandro Manzoni, der eine hochangesehene Identifikationsfigur des Risorgimento war, der italienischen Nationalbewegung, deren Vertreter auch Verdi selbst gewesen ist.

Schon im gleichen Jahr führte Verdi das Werk in Paris auf und brachte es 1875 auch nach London und Wien. Die Erstaufführungen in Deutschland fanden im Dezember 1875 in Köln und in München statt, kurz darauf folgte die Erstaufführung in der Dresdner Semperoper.

Wegen des Widmungsträgers bezeichnete man einst Verdis Messa da Requiem als Manzoni-Requiem. Der Begriff war vor allem im deutschen Raum in den Jahren nach den ersten Aufführungen geläufig, wurde jedoch bereits im 20. Jh. nicht mehr verwendet. Umgangssprachlich bedient man sich heute der Bezeichnung Verdi-Requiem, während für Konzertankündigungen häufig der Originaltitel Messa da Requiem eingesetzt wird.

Verdis Messa da Requiem ist, wie Berlioz’ Grande Messe des Morts und Brahms’ Ein deutsches Requiem, ein Requiem, das nicht mehr für den liturgischen Gebrauch, sondern allein für konzertante Aufführungen geschrieben wurde; daher wird es oft ironisch als Verdis beste Oper bezeichnet.

Der Text und der Ablaufplan des Werkes entsprechen fast durchgehend der römisch-katholischen Liturgie des Totengottesdienstes. Es gibt nur wenige Abweichungen davon. Verdi verzichtete nur auf die Vertonung von Graduale und Tractus, fügte jedoch das Responsorium Libera me hinzu. Die Besetzung entspricht einem Opernorchester (ähnlich groß besetzt wie bei seiner Oper Don Carlos) mit vier Solisten (Sopran Maria Bengtsson, Mezzosopran Nadezhda Karyazina, Tenor Dmytro Popov, Bass Gábor Bretz) und dem vierstimmigen oft mehrfach geteilten Chor.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Man bereitete sich intensiv vor an der Staatsoper. Der Chor der Staatsoper Hamburg studierte seit beinahe einem Jahr die 80minütige Totenmesse in lateinischer Sprache auswendig, um zu einem wesentlichen Element der Inszenierung zu reifen. Wochenlang erarbeitete man zusammen mit dem Regieteam um Calixto Bieito die szenische und musikalische Umsetzung. Bei den Proben ging man an den körperlichen Einsatz im Grenzbereich und entwickelte gemeinsam die Umsetzung der extremen musikalischen Emotionen in plausible Bilder und Handlungsweisen. In dieser Auseinandersetzung mit der Musik und dem Tod wurden der Chor und die Figuren in den Mittelpunkt gerückt. Die Auseinandersetzung mit dem Tod in unserer modernen Welt wurde sehr persönlich in den langen Proben individuell entwickelt und zu einem farben- und kontrastreichen Kaleidoskop zusammengesetzt. Dabei fühlt sich der Betrachter mitgenommen auf eine Fahrt über einen südeuropäischen Friedhof, der durch markante Grabformen und -kammern charakterisiert ist. Unwillkürlich befragt man sich selbst: „Was würde ich mit auf den Friedhof bringen?“ „Wie stelle ich mir den Tod vor?“

Geprägt durch Hoffnung, Wut, Reue, Aggression und Angst lenkt Bieito verschiedene situative Blicke auf die sieben großen Werkteile des Verdi Requiems. Verdi machte keine Vorgabe über die Relationen der Solisten zueinander. Aus den Rollen als Kommentatoren, Beobachtern, Erzählern und Paaren entstehen Menschen mit persönlichen Geschichten, die sogar eine Handlung daraus entwickeln. Es geht dabei um die Trauer zweier Paare (Bass und Sopran; Mezzosopran und Tenor), die den Verlust eines lieben Menschen erfahren; zum Beispiel eine Mutter, die ihr Kind durch einen Autounfall verliert. Sie gibt sich selbst die Schuld an dem Unfall, weil sie das Kind losgeschickt hat. Ihr Mann sagt sie nicht gänzlich von der Schuld frei. Auf jeden Fall schaffen sie es beide nicht mehr, normal miteinander zu leben und gehen daran auf verschiedene Weise zu Grunde. In der wunderbaren Musik Verdis findet man leicht für sich ganz individuelle Berührungspunkte, die mit Hoffnung und einem Ausblick auf die Ewigkeit eng verbunden sind.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Anfangsszene; Nadezhda Karyazina, Dmytro Popov, Maria Bengtsson, Gábor Bretz, Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Anfangsszene; Nadezhda Karyazina, Dmytro Popov, Maria Bengtsson, Gábor Bretz, Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Calixto Bieito kommt mit sechs großen hölzernen, beweglichen, bühnenausfüllenden Gestellen, Grabkammern eines südeuropäischen Friedhofes aus, die sich nach Belieben verschieben und sogar kippen lassen. Der Chor, die Statisten und die vier Solisten sind moderne Menschen in bunter Kleidung, die in einer beweglichen Choreografie die sieben Teile des Verdi Requiems darstellen. Sie erzählen ihre Geschichte von Tod, Trauer und Verzweiflung. Die Betrauerten sind ihre Kinder, die im Hintergrund in Erinnerung mit Bällen spielen, die alte Mutter, die als Geist zwischen den Gestellen über die Bühne schleicht. Der Chor wirkt als eine Art emotionale Verstärkung oder auch als eine Art Antwort aus dem Jenseits. Hoffnung gebend, Bedrohung darstellend, beim Dies Irae den Zorn eingebend; dann sich in den großen Grabfächern versteckend, Leichen herausziehend und zum Ende hin nur noch die Hände aus dem mittlerweile abgesenkten Grabgestell reckend.

Der Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) soll an dieser Stelle ganz besondere lobende Erwähnung finden, denn diese ungewöhnliche szenische Darstellung des ansonsten konzertant mit Notenblättern vor Augen aufgeführten Werkes fordert die Mitglieder ganz besonders. Wenn sich zum Beispiel der Chor schützend oder ein andermal bedrohend und bestrafend um die Sopranistin schart, auf den Knien rutscht oder gar gänzlich in den Grabkammern verschwindet und dabei noch sauber und präzise, formschön und ausdrucksstark die Emotionen in Verdis Musik auslotet und verständlich über die Rampe bringt. Vorzüglich gelingt das auch im vierten Teil im doppelchörigen Sanctus, wo die Chormitglieder aus dem flach liegenden Grabgestell aus ihren Kammern steigen, die vier Solisten verzweifelt an den Aufhängungsseilen des Gestells ziehen, die Sopranistin herzzerreisend in ihr Solo übergeht und schließlich alle um Erlösung flehen. Bevor das Licht ausgeht und die Sopranistin verbleibt, ziehen sie sich bis auf die aus den Gräbern herausragenden Hände zurück. Lang anhaltende Stille in der Staatsoper, bis der junge Dirigent Kevin John Edusei den Taktstock niederlegt.

 

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hierMaria Bengtsson umringt von Statisten und Chormitgliedern der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hierMaria Bengtsson umringt von Statisten und Chormitgliedern der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

 Ganz wunderbar spielen und singen die Solisten: Allen voran die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson,  international bekannt und erfolgreich an den großen Bühnen in Berlin, Dresden, Wien , Frankfurt, Salzburg und London. Ihre Interpretation ist Weltklasse, wenn sie ihren feinen und samtigen Sopran mit ganz leicht dunkler Färbung für ihre berührenden Emotionen erklingen lässt. Sie überzeugt in allen Facetten ihrer Gesangs- und Schauspielkunst. Die russische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina ist seit 2015 Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg und hat hier bereits einiges Aufsehen erregt in Partien wie Mercédès (Carmen), Maddalena (Rigoletto), Emilia (Otello), Suzuki (Madama Butterfly), Kontschakowna (Fürst Igor), Pauline (Pique Dame), Rosina (Il Barbiere di Siviglia) und Hänsel (Hänsel und Gretel). Mit schön dunkel gefärbtem Mezzo gestaltet sie ihre Rolle souverän und ausdrucksstark, wird dem mörderischen Tonumfang der Partie eindrucksvoll gerecht, lediglich ein paar winzige flackernde Momente in den oberen Registern sind gelegentlich zu hören. Oft liegt sie wunderbar wie ein dunkler Schatten musikalisch unter dem Sopran. Der ukrainische Tenor Dmytro Popov,  der an der Hamburgischen Staatsoper bereits den Don José in Carmen und Alfredo in La Traviata sang, ist gefragter Gast an renommierten Opernhäusern wie dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Metropolitan Opera New York, der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper in München, der Oper Stuttgart, der Semperoper in Dresden, der Wiener Staatsoper und dem Opernhaus Zürich. Er singt seine Partie mit klanglich schöner lyrischer Stimme, etwas eng geführt, aber mit schön gebundenen Phrasierungen eindrucksvoll und selbstbewusst. Der in Budapest geborene und international bekannte Bass Gábor Bretz, der dem Hamburger Publikum noch in Erinnerung sein dürfte mit  der Interpretation des Phillipe II in Don Carlos unter der musikalischen Leitung von Renato Palumbo in der überregional beachteten Produktion von Peter Konwitschny, gibt den leidenden und nicht vorwurfsfreien Ehemann der Sopranistin. Sein sicher geführter, gut fokussierter Bass leuchtet dunkel umhüllt mit strahlendem Kern und strömenden Legato. Es gelingt ihm besonders gut, seine vorhandene Schwärze in der Stimme zurückzunehmen und Verdis gewünschten Farbreduzierungen gerecht zu werden. Mühelos meistert er die Anforderungen seiner Partie.

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter dem fabelhaften Dirigenten Kevin John Edusei, der zu den herausragenden Dirigenten der jungen Generation zählt, spielt Verdis Musik mit großer Leidenschaft. Als viel beachteter Chefdirigent der Münchner Symphoniker und seit Beginn der Spielzeit 2015/16 als Chefdirigent am Konzert Theater Bern folgen die Musiker bereitwillig und äußerst aufmerksam  seiner berührenden Interpretation von Verdis letztem Werk. Anders als in Verdis Opern muss man die musikalischen Färbungen zurückhalten, was Kevin John Edusei in ganz hervorragender Weise gelingt. Schnörkellos und geradlinig erscheinen seine Tempi, raumfüllend und satt mit wunderbarer Dynamik die bekannten Stellen des Dies Irae, den Chor und die Solisten nie abdeckend. Die drei Stellen des Dies Irea sind aus der Musik des Otellos entwickelt und musikalisch wie ein Michelangelo gemalt. Mit wunderbar trockenen Schlägen setzt das Orchester dies beinahe so, wie in der berühmten Aufnahme mit Toscanini von 1951 um. Die seufzenden Klarinetten im Rex tremendea ähneln ganz wunderbar der Musik aus Verdis Don Carlos. Die leisen Stellen geraten ganz besonders feinfühlig und stimmungsvoll. Auch beim Recordare gelingt ihm die klangliche und musikalische Feinabstimmung zwischen den Solisten ganz besonders erfüllend. Berührend beim Lux aeterna, wo alle Todesszenen aus Verdis verschiedenen Opern in einer Szene zusammengefasst werden und das niederschmetternde Finale im Responsorium eingeleitet wird. Selten hat man das Orchester in der nicht unkomplizierten Akustik des Opernhauses so inspiriert wahrgenommen.

Das Premierenpublikum reagierte anfänglich mit Stille und Betroffenheit dem frenetischer Applaus und Bravorufen für alle Mitwirkenden folgte, besonders für den Chor der Staatsoper Hamburg. Wenige Buh-Rufe für Regisseur Calixto Bieito lächelt dieser angemessen höflich weg.  Messa da Requiem: Ein großartiger Abend in der Staatsoper Hamburg.

Messa da Requiem an der Staatsoper Hamburg: Weitere Vorstellungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte sind am 14.3., 17.3., 20.3., 23.3., 27.3., 31.3.2018

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