Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere AscheMOND oder The Fairy Queen, 29.01.2017

Januar 3, 2017 by  
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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

 AscheMOND oder The Fairy Queen von Helmut Oehring

Oper unter Verwendung von Musiken Henry Purcells, Konzeption und Libretto von Stefanie Wördemann, mit Texten von William Shakespeare, Heinrich Heine, Adalbert Stifter und Helmut Oehring

Premiere   29. Januar, weitere Vorstellungen 2. Februar, 5. und 18. März 2017

In AscheMOND oder The Fairy Queen umkreisen sich die audiovisuelle Neukomposition Helmut Oehrings und die von ihm neu arrangierte Barockmusik Henry Purcells. Die gehörlose Gebärdensolis-tin als ›Fairy Queen/MOND‹, Sänger_innen, ein Schauspieler und zwei Instrumentalvokalsolisten berichten von jenen Kräften, welche die Erde zum Drehen bringen, erzählen Geschichten in Musik, zeichnen Bilder von Grundkonflikten und Loyalitäten, von ungeheuren Möglichkeiten und Fähigkeiten wie auch ihren entsetzlichen Entwertungen. Alle stehen miteinander in existenzieller Verbindung, und doch bleibt jeder allein, fremd und gefangen in den Gravitationskräften der eigenen Welt. Zentrales Motiv des Werkes ist die Sonnenfinsternis. Als Naturphänomen wie poetisch-politische Metapher steht sie für Dimensionen menschlicher Ohnmacht und Zerbrechlichkeit gegenüber Natur- und Menschen-gewalten, doch auch als Möglichkeit von Veränderungen, Revolutionen angesichts gesellschaftlicher Realitäten.

Regie führt der vielfach ausgezeichnete türkisch-deutsche Regisseur Immo Karaman (Nominierung für den deutschen Theaterpreis FAUST, Förderpreis NRW für junge Künstler, „Stern des Jahres“ der Münchner Abendzeitung für die Produktion von Brittens „Death in Venice“), der sich als Regisseur an zahlreichen großen Bühnen in Deutschland und im Ausland mit verschiedenen Musik-theaterproduktionen profilieren konnte, darunter mit einem vielbeachteten Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein. Die musikalische Einstudierung und Leitung der Vorstellungen übernimmt der Gastdirigent Jonathan Stockhammer, der sich dem Wuppertaler Publikum bereits mit Steve Reichs Minimal-Music-Oper THREE TALES vorgestellt hat.

Die zentrale Rolle der Fairy Queen/MOND ist mit Alexandra Wedel prominent besetzt. Die 32-jährige Tänzerin und Schauspielerin, die seit ihrem 4. Lebensjahr gehörlos ist, siegte Ende November in der Pro7-Show „Deutschland tanzt“ für das Bundesland Bayern.

Helmut Oehring, 1961 in Ost-Berlin als Sohn gehörloser Eltern geboren, gilt heute als herausragender Komponist seiner Generation. Als Gitarrist und Komponist Autodidakt, war er zwischen 1992 und 1994 Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin. 1994/95 Stipendiat an der Villa Massimo in Rom, erhielt er seitdem zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Hindemith-Preis (1997) und den Arnold-Schönberg- Preis (2008) für sein gesamtes Schaffen von heute ca. 350 Werke nahezu aller Genres. Im September 2011 veröffentlichte btb/Randomhouse seine Autobiografie Mit anderen Augen. Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten, die 2015 in seiner Regie als Hörstück vom SWR produziert wurde. Er ist ständiges Jury-Mitglied des Karl-Sczuka-Preises für internationale Hör-spielkunst des SWR sowie Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste. 2015 erhielt Helmut Oehring den Deutschen Musikautorenpreis 2015 in der Kategorie Mu-siktheater. Aktuelle Werke gemeinsam mit der Librettistin und Dramaturgin Stefanie Wördemann
sind u.a. das Melodram Massaker, hört ihr, MASSAKER! (an: Recep Tayyip Erdogan) für das Aghet-Konzert von Marc Sinan und die Dresdener Sinfoniker zum 100. Jahrestag des Genozids an den Ar-meniern (UA 2015/16 Berlin / Dresden / Jerewan / Budapest), die Vokalise eines untröstlichen Engels für Marisol Montalvo und die Düsseldorfer Symphoniker (UA 2016 Tonhalle Düsseldorf) und die Kam-meroper AGOTA? Die Analphabetin (Gestern/Irgendwo) für Dagmar Manzel und das Ensemble Mo-dern (UA 2016 Staatstheater Wiesbaden). Aktuell arbeiten Helmut Oehring und Stefanie Wördemann an einem Musiktheaterwerk zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls als Auftragswerk der Musikfabrik, der Stadt Köln und der Oper Köln, das in der Spielzeit 2017/18 an der Oper Köln in beider Inszenierung uraufgeführt wird.

Besetzung:  Gebärdensolistin Fairy Queen/MOND Kassandra Wedel, Erzähler Manfred Böll, Sopran 1 Ralitsa Ralinova, Sopran 2 Nina Koufochristou/Leonor Amaral
Mezzosopran Catriona Morison, Countertenor Hagen Matzeit, Tenor Christian Sturm, Bariton 1 Simon Stricker, Bariton 2 Hak-Young Lee, Solo Kontrabass und Stimme Aleksander Gabrys, Solo E-Gitarre Daniel Göritz, Opernchor der Wuppertaler Bühnen, Sinfonieorchester Wuppertal

Musikalische Leitung Jonathan Stockhammer, Sounddesign und Klangregie Torsten Ottersberg, Inszenierung Immo Karaman, Bühnenbild Aida Guardia, Immo Karaman
Kostüme Fabian Posca, Choreinstudierung Markus Baisch, Dramaturgie Jana Beckmann, Berthold Schneider

Premiere ist am 29. Januar. Weitere Vorstellungen am 2. Februar sowie am 5. und 18. März 2017

 

Graz, Oper Graz, Premiere XERXES, 29.11.2014

November 27, 2014 by  
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Oper Graz

Opernhaus Graz © Robert Illemann

Opernhaus Graz © Robert Illemann

Premiere: XERXES

Premiere am 29. November 2014

Freunde der Barockoper erwartet ab dem 29. November 2014 eine hinreißende Inszenierung von Georg Friedrich HändelsXERXES“ an der Oper Graz. Regisseur Stefan Herheim verbindet in der Produktion der Komischen Oper Berlin und der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg die Opera seria aus dem Jahr 1738 mit einer parallelen Theaterwelt, verfolgt das Theatergeschehen aber auch aus heutiger Sicht. Mit Konrad Junghänel steht ein ausgewiesener Barockmusik-Spezialist am Pult der Oper Graz und die szenische Einstudierung liegt in den Händen von Annette Weber. Für die barocke Optik sorgen das Bühnenbild von Heike Scheele und die zauberhaften Kostüme von Gesine Völlm.

Die amerikanische Mezzosopranistin Stephanie Houtzeel gibt als Xerxes ihr Rollendebut und sorgt genauso wie Dshamilja Kaiser (Arsamenes), Xiaoyi Xu (Amastris), Margareta Klobucar (Romilda), David McShane (Ariodates), Tatjana Miyus (Atalanta) und Hagen Matzeit (Elviro) für ein wunderbares barockes Opernvergnügen.

Weitere Vorstellungen: 3.12., 12.12., 14.12. (15.00 Uhr), 10.1., 22.1., 6.2., 28.2., 4.3., 15.3. (15.00 Uhr)

Beginn jeweils 19.00 Uhr, sofern nicht anders angegeben

Pressemeldung Bühnen Graz

Dresden, Semperoper Dresden, Premiere KING ARTHUR, 13.09.2013

August 20, 2013 by  
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Semperoper Dresden

Semperoper Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden © Matthias Creutziger

Premiere

King Arthur

 
Premiere am 13.09.2013
 
Zu den schönsten Rittersagen gehört die von König Arthur und seiner Tafelrunde. Sie erfreut den Zuhörer mit Mythen, bannt das Schauspielpublikum und verzückt Opernbesucher. Was läge näher, als diesen Helden zum Zentrum eines nie dagewesenen Theaterkonglomerats zu machen? Und was liegt näher, als hierfür die beiden benachbarten Häuser, das Staatsschauspiel Dresden und die Semperoper Dresden, ihre Kreativität bündeln zu lassen. 
Frei nach der Meinung des zeitgenössischen Dramaturgen Peter Motteux, »dass das englische Gemüt nicht diesen fortwährenden Gesang verträgt«, entstand 1691 Henry Purcells und John Drydens Semiopera – eine einmalige Symbiose von Musiktheater, Drama und Spektakel. Uraufgeführt im Dorset Garden in London, dem damals prächtigsten Theater Englands, schickt Purcell in »King Arthur« seinen Titelritter in den Kampf gegen Oswald, den König der Sachsen. Beide sind sie Rivalen im Werben um Prinzessin Emmeline von Cornwall, und beide finden sie Unterstützung durch alte magische Bekannte. Auf Seiten Arthurs steht sein Vertrauter Merlin, hinter Oswald stehen der Zauberer Osmund, der Geist Grimbald und – zumindest zu Beginn – der Luftgeist Philidel, die alle übersinnlichen Mittel aufwenden, um Emmeline in ihre Gewalt zu bekommen. Der Zauber der Handlung setzt sich in einer magischen Musik fort, die heute wie damals über die Macht verfügt, Schauspiel und Opernliebhaber in ihren Bann zu ziehen.
 
Semiopera in deutscher und englischer Sprache von Henry Purcell / John Dryden. Mit Prolog und Epilog von Armin Petras.
 
Weitere Vorstellungen:
22.09.2013, 19:00 Uhr
29.09.2013, 19:00 Uhr
14.10.2013, 19:30 Uhr
17.10.2013, 19:30 Uhr
30.10.2013, 19:30 Uhr
01.11.2013, 19:30 Uhr
07.11.2013, 19:30 Uhr
07.12.2013, 19:30 Uhr
25.02.2014, 19:30 Uhr
20.03.2014, 19:30 Uhr
16.04.2014, 19:30 Uhr
18.05.2014, 16:00 Uhr
29.05.2014, 19:30 Uhr
07.06.2014, 19:30 Uhr
 
Musikalische Leitung: Felice Venanzoni 
Inszenierung: Tilmann Köhler 
Bühnenbild: Karoly Risz 
Kostüme: Susanne Uhl 
Licht: Michael Gööck 
Dramaturgie: Valeska Stern, Felicitas Zürcher 
Choreinstudierung: Christiane Büttig
 
Besetzung:
King Arthur: Matthias Reichwald 
Merlin: Albrecht Goette 
Oswald: Christian Erdmann 
Osmond: Benjamin Pauquet 
Emmeline: Yohanna Schwertfeger 
Philidel: Sonja Beißwenger 
Conon: Holger Hübner 
Aurelius: André Kaczmarczyk 
Sopran 1: Romy Petrick 
Sopran 2: Arantza Ezenarro 
Sopran 3 / Matilda: Nadja Mchantaf 
Altus / Albanact: Hagen Matzeit 
Tenor: Simeon Esper 
Frostgeist / Grimbald: Peter Lobert 
Bass: Ilhun Jung
 
Eine Produktion des Staatsschauspiels Dresden und der Semperoper Dresden.
Festveranstaltung und Premiere am 13. September 2013 zum 100. Geburtstag des Schauspielhauses
 
Mit Ensemblemitgliedern der Semperoper Dresden und des Staatsschauspiels Dresden sowie Mitgliedern des Sinfoniechores Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden
Collegium 1704

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Berlin, Komische Oper Berlin, XERXES – SEXREX. Theater im Theater, IOCO Kritik, 02.11.2012

November 9, 2012 by  
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Kritik

Komische Oper Berlin 

Komische Oper Berlin © IOCO

Komische Oper Berlin © IOCO

 

XERXES – SEXREX. Theater im Theater. 02.11.2012

Nach der erfolgreichen Premiere im Mai, fand vor einigen Tagen in der Komischen Oper die Wiederaufnahme der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg ( Bericht ) entstandenen Produktion der Händel Oper „Xerxes“ statt.

Händels drittletztes Werk in der Reihe seiner Opern, mit buffonesken Zügen, spielt 481 v. Chr. und handelt von dem persischen König Xerxes und amourösen Intrigen.

Theater im Theater. Stefan Herheim, norwegischer Opernregisseur, bekannt aus kontrovers diskutierten wie auch sehr erfolgreichen Produktionen, transportiert die Handlung in das 17. Jahrhundert und lässt es in einem Barocktheater spielen, mal zwischen den bemalten Theaterkulissen und mal auf der Seitenbühne.

Herheim kreiert eine amüsante Inszenierung voller Einfallsreichtum und effektvoller, spaßiger Momente, die in Humor und szenischer Ästhetik des öfteren an die brillanten Rossini Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle erinnert. Stilsicher und geschmackvoll auch die schöne Ausstattung von Heike Scheele (Bühnenbild) und Gesine Völlm (Kostüme).

Rührend, wenn am Ende der Oper eine Gruppe Touristen in heutiger Kleidung auf die Bühne kommt und sich umschaut, so, wie man sich in einem Museum umschauen würde, und lässt die nun eingeschüchterten barocken Protagonisten wie aus einer weiten, vergangenen Welt erscheinen.

Bei all dem bunten, szenischen Treiben bleibt die Musik unter der Leitung von Konrad Junghänel leider etwas im Hintergrund.

Die Rolle des verliebten Opernhelden, im Original für einen Kastraten komponiert, wird hier von der Mezzosopranistin Stella Doufexis verkörpert. Überzeugend als Darstellerin, ist ihre eher helle Stimme angenehm im Klang und sehr ausgeglichen, man würde sich nur ein ausgeprägteres Timbre wünschen. Die so berühmte Arie des Xerxes zu Beginn der Oper „Ombra mai fu“ , vom Regisseur mit einer gewissen Ironie angelegt, berührt nicht. Sehr schön gesungen die Rolle des Arsamenes von Karolina Gumos. Klangvoll und mit warmem, wenn auch etwas verwackeltem Mezzo, die serbische Gastsolistin Katarina Bradic als Xerxes’ Braut Amastris. Auch die beiden Schwestern Romilda (Brigitte Geller) und Atalanta (Julia Giebel) sind bestens besetzt, wobei Julia Giebel vokal mehr überzeugt – entzückend auch ihr Spiel.

Hervorragend der Countertenor Hagen Matzeit als Elviro. Changiert mühelos zwischen seinem klaren und natürlich klingenden Bariton und den kräftigen Mezzosopran-Registern. Etwas schwach, besonders in der Tiefe, Alexey Antonov als Ariodates.

Eine witzige und geistreiche Produktion, musikalische Highlights bleiben aber, trotz gelungener und solider musikalischer Darbietung, eher aus.

Insgesamt jedoch ein heiterer und gelungener Theaterabend. Zufriedenes Publikum und Applaus für alle.

IOCO / G.G./ 02.11.2012

—| IOCO Kritik Komische Oper Berlin |—

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