Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A Mozart, IOCO Kritik, 17.09.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang Amadeus Mozart

Aufbegehren des Individuums gegen das Establishment

von Ingrid Freiberg

Für Mozart war sein Librettist Lorenzo da Ponte ein kongenialer Partner: Eigentlich Emmanuele Conegliano war er der Sohn eines jüdischen Vaters, der zum Katholizismus konvertierte, den Namen da Ponte annahm und seinen Sohn zum Priester ausbilden lassen wollte. Er wurde aber wegen Ehebruch aus der Stadt verbannt und gelangte dank der Einladung des sächsischen Hofdichters Mazzolà über Dresden nach Wien, wo ihn Joseph II zum Librettisten der italienischen Oper ernannte. Sein erster großer Erfolg wurde die Bearbeitung von Beaumarchais‘ Le nozze di Figaro für Mozart.

Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A Mozart
youtube Trailer Hessisches Staatstheater Wiesbaden
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Das Stück präsentiert eine zeitlose Liebesgeschichte, eine verspielte Komödie, eine beißende Gesellschaftssatire – und doch greifen alle diese Umschreibungen zu kurz, wollen sie dem Panoptikum an stilistischen und sinnlichen Erfahrungen gerecht werden, die Mozart in seiner Musik entfesselt. Es ist vor allem eines: ein Werk des Umbruchs, ein Stück des stürmischen Drängens nach persönlicher Anerkennung und damit zugleich ein überzeitlich erfahrbares Sinnbild für das Aufbegehren des Individuums gegen das Establishment. Da Ponte und Mozart begannen, sehr ungewöhnlich, ohne Auftrag mit der Arbeit. Der Librettist, den der Kaiser schätzte, vermochte die Vorbehalte zu zerstreuen, indem er ihm versicherte, jeglichen politischen Zündstoff zu entschärfen. Zeitlich wenige Jahre nach dem Barbier angesiedelt steht Figaro, inzwischen wieder Bediensteter im Schloss des Grafen, kurz vor der Hochzeit mit seiner geliebten Susanna, der ersten Kammerdienerin der Gräfin. Der Graf versucht allerdings seinem Diener die Braut abspenstig zu machen, weil er meint, ein altes Herrenrecht wieder geltend machen zu können. Dass es dieses ius primae noctis in Wirklichkeit nie gegeben hat, ist zwar inzwischen erwiesen, aber es veranschaulicht hier sinnbildlich den Machtmissbrauch des Adels, das eindeutige Fehlverhalten des Grafen. Seine Selbstherrlichkeit, Untreue und die Ausnutzung seiner Machtposition wird unverhohlen thematisiert und kritisiert. Mit Le nozze di Figaro verabschiedet sich Mozart endgültig von den Typisierungen der Buffo-Oper und stellt lebendige, emotionsstarke Menschen auf die Bühne. Nach einer Aufführung in Prag schrieb er: „Ich sah aber mit ganzem Vergnügen zu wie alle diese Leute auf die Musick meines Figaro, in lauter Contretanze und teutsche verwandelt, so innig vergnügt herumsprangen. Denn hier wird von nichts gesprochen als vom Figaro, nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als Figaro, keine Opera besucht als Figaro und ewig Figaro. gewiss große Ehre für mich….“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Benjamin Russel als Graf Almaviva und Anna El-Kashem als quecksilbrige Susanne © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Benjamin Russel als Graf Almaviva und Anna El-Kashem als quecksilbrige Susanne © Karl + Monika Forster

Inszenierung und Ausstattung – eine selten dargebotene Harmonie

In Wiesbaden ist anfänglich ein Zeichentrickfilm zu sehen. Anknüpfend an Il barbiere di Siviglia, der am Vorabend Premiere hatte, singt die Maus Jerry die berühmte Kavatine „Largo al factotum della città…“ und triumphiert über den Kater Tom. Eine Vorhersage über das folgende Machtverhältnis zwischen Graf Almaviva und Figaro? Uwe Eric Laufenberg (Inszenierung) macht neugierig! Seine Personenführung ist vortrefflich. Es gelingt ihm, die psychologische Pointierung und die Handlungen der Figuren, auch die sozialen Beziehungen zu vertiefen. Auch gelingt es ihm, deren Persönlichkeit einleuchtend und überzeugend aufzuzeigen. Schon zu Beginn wirkt Susanna egozentrisch und Figaro in den ersten Minuten etwas unbeholfen im Umgang mit seiner Braut. Sie reden aneinander vorbei, das zeigt das erste Duettino. Figaro misst penibel, fast pedantisch den Raum aus, während Susanna von ihrem Schleier spricht. Dabei fragt sie Figaro mit rhetorischem Unterton: „Sieh doch nur, sieh doch nur, meinen Brautkranz!“ Ohne ihr zuzuhören entgegnet er: „Ich schau, ob dieses Bett, das der Graf uns bestimmte, sich hier wohl ausnimmt.

Als er von Susanna vernimmt, dass das großzügige Geschenk zweckgebunden ist, wird er wütend. Die Position von Almaviva wird zusätzlich geschwächt, als Gräfin und Susanna, dem Grafen eine Lektion erteilen, die ihn zur Reue gegenüber seiner Frau bringen soll, indem sie ihn zum Rendezvous mit der als Susanna verkleideten Gräfin locken. Allerdings belastet diese Intrige auch die Beziehung Figaros zu seiner Braut, da er sich aufgrund seiner Unkenntnis betrogen fühlt. Zuletzt klärt sich die Verwirrung auf und die Eintracht zwischen den Paaren wird wiederhergestellt. Zusätzliche Spannung erhält die Handlung durch den Einsatz zahlreicher weiterer Personen, die oft in den ungünstigsten Augenblicken die Handlung kreuzen. Besonders der junge Page Cherubino taucht immer wieder als unberechenbarer Träumer auf, der in seiner unbändigen Leidenschaft für die Frauenwelt, erst Susanna und dann die Gräfin bedrängt, und somit die Eifersucht Figaros und des Grafen herausfordert. Auch der chronisch betrunkene Gärtner Antonio, seine Tochter Barbarina, sowie Bartolo, der Marcellina unterstützt, und Don Basilio, der sich als Ränkeschmied im Auftrag des Grafen versteht, stiften in ihren Nebenrollen zusätzliche Verwirrung. Es bleibt Figaro, der die Rolle des Barbiers von Sevilla mit der des Kammerdieners des Grafen vertauscht – ein Aufsteiger, der es zweifellos noch weit bringen wird. Er ist der Mann, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, jeder Situation gewachsen ist, gesellschaftliche Schranken ohne weiteres zu überspringen vermag, von keiner Schwäche befallen ist. Klug zeigt Laufenberg alle politischen Facetten des Le nozze di Figaro auf, ohne die Form der Commedia per musica zu vernachlässigen. Seine Inszenierung ist unaufgeregt und lässt Raum. Das ist ein gelungener Wurf! Hinzu kommt, dass es ihm gelungen ist, ein hochkarätiges Ensemble zu engagieren.

Wie für Il barbiere di Siviglia ist auch das Bühnenbild für Le nozze di Figaro von Gisbert Jäkel und wie in der Premiere am Vorabend in der Zeit angesiedelt. Und auch in dieser Oper gibt es überraschende Umbauten. Die Räume in Schlossatmosphäre mit Barockmöbeln und dem großen champagnerfarbenen Bett der Gräfin, eine Spielwiese für Gräfin, Rosina und Cherubino, mit zarten weißen Vorhängen, die im Wind spielen, sich daran anschließende Kabinette und ein großes Fenster lassen ungebremst das verwirrende Spiel zu. Fürstlich ausgestattet mit einem prächtigen schwarz-goldenen Schreibtisch mit zwei roten Plüschsesseln ist das Empfangszimmer des Grafen. Höhepunkt sind die räumlichen Chancen und Widrigkeiten der Gartenszene: Die hohen Erwartungen der rollentauschenden Protagonisten und ihre Suche mit Taschenlampen nach den gewünschten Partnern endet fatal zwischen niedergetretenen grünen Hecken und in einem in ihnen versteckten Bett. Die Kostüme von Jessica Karge unterstützen die Inszenierung: Benjamin Russell (Graf Almaviva) mit blonder Perücke ist kaum wiederzuerkennen. Er ist standesgemäß angezogen, bis er sich in der Gartenszene wollüstig seine Kleider vom Leib reißen will. Die elegante Gräfin trägt ein rosafarbenes Negligé und ein bordeauxfarbenes Nachmittagskleid. Susanna ist zunächst eine moderne junge Frau, danach eine klassisch gekleidete Kammerzofe. Der hemdsärmelige Figaro mausert sich optisch zu  einem eleganten Herrn. Der kleine, die Damenwelt verzaubernde Cherubino, gewinnt mit seinem Aussehen als Page, Soldat und Kammerzofe wie auch die ebenfalls sehr zierliche Barbarina, die unschuldig mit weißem Kleid und Pferdeschwanz zu entzücken weiß. Marcellina und Bartolo heben sich mit ihren Kostümen ein wenig ab und demonstrieren damit schon vorab ihre Zusammengehörigkeit, während der Intrigant Basilio optisch nichtssagend daherkommt. Schlurfend alkoholseelig mit schiefsitzendem Hut ist Antonio sofort als Gärtner zu erkennen. Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme bilden eine selten dargebotene Harmonie…

 Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Heather Engebretson als Cherubino und Konstantin Krimmel als Figaro © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Heather Engebretson als Cherubino und Konstantin Krimmel als Figaro © Karl + Monika Forster

Untreu aus Prinzip, eifersüchtig aus Stolz…

Benjamin Russell, seit 2014 Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, überrascht mit jeder neuen Rolle aufs Neue: Als Graf Almaviva betört er mit seinem warmen beweglichen, kraftvollen Bariton und Zwischentönen auf allerhöchstem stimmlichem Niveau. Eine der schönsten Momente des Abends ist, wenn er vor der Gräfin niederkniet und um Verzeihung bittet, vom ergriffenen Ensemble leise nachempfunden – großartig! Seine Gratwanderung zwischen lächerlichem Schürzenjäger und ernstzunehmendem Graf ist überzeugend, eine differenzierte Charakterzeichnung, in der sich fleischliche Begierde mit kultivierten und galanten Zügen mischt.

Zweifellos gehören die Arien „Porgi, amor, qualche ristoro“ und „Dove Sono i bei momenti“, die verdeutlichen, wie sehr die Gräfin durch die Ablehnung ihres Ehemanns verletzt ist, zum Schönsten und Lyrischsten, was je komponiert wurde. Slávka Zámecníková  ist eine höhensichere Gräfin und findet wunderschöne Farben der Sehnsucht mit nobler Melancholie. Sie gibt der Figur einen großen Reichtum an Emotionen. Sie ist eine Gräfin, die fühlt und mitfühlen lässt. Anna El-Khashem, die quecksilbrige Susanna, die an vielen Ensembles (6 Duette, 2 Terzette) beteiligt ist und über Cherubino zweideutig sagt „Oh, in Wahrheit macht er alles gut, was er macht.“ und zur Gräfin „Frauen wie ich haben solche Leiden nicht!“ ist keck und souverän in dieser Rolle. Letztlich hat sie alle Fäden in der Hand. Ausgestattet mit einer brillanten Stimmtechnik, einer Leichtigkeit auch in der hohen Lage, hat ihr Sopran großen klanglichen Facettenreichtum.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro - hier : Kosntantin Krimmel als Figaro und Franziska Gottwald als Marcellina © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Die Hochzeit des Figaro – hier : Kosntantin Krimmel als Figaro und Franziska Gottwald als Marcellina © Karl + Monika Forster

Konstantin Krimmel, ein junger, schlanker, beweglicher Figaro, spricht gleich zu Beginn seiner Kavatine „Se vuol ballare“ vom „Contino“ (Gräfchen), und überspielt damit die soziale Kluft zwischen beiden. Das ist revolutionär, weniger durch die ironische Kampfansage an den Herrn als durch die Siegesgewissheit des überlegenen Dieners. Er verkehrt das Rollenverhältnis, macht sich zum Lehrer und den Grafen zu einer Person, die von ihm lernen kann, prangert auch die Falschheit der Frauen und die Dummheit der Männer an. Und schließlich ist der berühmte Monolog Figaros zu nennen: „Was haben Sie denn getan, um so viele Vorzüge zu verdienen? Sie machten sich die Mühe, auf die Welt zu kommen, weiter nichts; im Übrigen sind Sie ein ganz gewöhnlicher Mensch; während ich, zum Teufel, ein Kind aus der obskuren Menge, nur um zu leben mehr Witz und Verstand aufbringen musste, als man seit hundert Jahren auf das Regieren ganz Spaniens und seiner Länder verwandt hat.“, eine zu dieser Zeit sehr gewagte Aussage. Krimmel gestaltet die Rolle des Figaro derart souverän, dass er, kaum dass seine Stimme ertönt, die Szene beherrscht.

Wenn, wie bei Heather Engebretson, Optik und Stimme zusammenkommen, erblüht der kleine Adonis Cherubino als ein erotischer Schmetterling. Allein wie sie in ihrer ersten Arie ihrer Verwirrung Ausdruck verleiht, was sie vor ständiger Verliebtheit tun soll, war eine stimmliche und charakterisierende Meisterleistung. Ihr jünglinghaftes Liebesbegehren lässt die Gräfin aufstöhnen. Mit ihrer umwerfenden Bühnenpräsenz und Spielfreude ist Engebretson sehr authentisch. Gepaart mit einem unverwechselbaren charakteristischen Timbre ist sie einer der Stars des Abends. Franziska Gottwald als Marcellina zunächst nur eine Buffo-Figur, wird zu einer glücklichen hingebungsvollen Mutter und Braut. Köstlich wie sie Cherubino in der Gartenszene den Wein versagt, selbst aber aus der Flasche trinkt und über die Bühne torkelt. Ihr warmer, in der Tiefe anregender Mezzo, der sowohl Bosheit als auch Glück im fulminanten Trubel zeichnet, ist äußerst variabel. Eine Luxusbesetzung für einen Bartolo ist der herrlich markante Wolf Matthias Friedrich – imposant, sicher im Ton und angenehm im Klang, verbunden mit großer szenischer Ausstrahlung. Wie immer füllt Erik Biegel mit tenoraler Helligkeit eine Rolle mit großer Spielfreude. Sein Basilio ist fies und liebedienerisch. Wolfgang Vater, ist ein grölender Antonio mit ausgeprägter Körpersprache und profunden Baritontönen. Im großen Finale des 2. Aktes – beispiellos in seiner dramatischen Steigerung – ist er in die intrigenreiche Handlung mit einbezogen. Schade, dass Worte nicht ausreichen, optische Wahrnehmungen ausreichend zu beschreiben. Stella An passt mit ihrem frischen Sopran und ihrem lustvollen Spiel als jugendlich-naive Barberina ausgezeichnet zu Cherubino, den sie anhimmelt „Und ich werde dich lieben wie ich mein Kätzchen liebe…“ Der Richter Don Curzio wälzt das Gesetzbuch, bis sich herausstellt, dass Figaro der Sohn von Marcellina und Bartolo ist. Osvaldo Navarro-Turres schwimmen mit gut geführtem Tenor die Fälle davon. Der Chor, unter Leitung von Albert Horne, und die Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden sind als Bäuerinnen, Bauern und Diener stimmlich und szenisch stark gefordert. Alle zusammen finden zu einem organisch atmenden Grundton. Fröhlich eilen sie zum Hochzeitsfest und wollen ein Happy End, das angesichts dessen, was in den vier Akten geschieht, unglaubwürdig wird. Es macht immer wieder Freude diesen Chor zu hören.

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Schon die Ouvertüre weckt Schmetterlinge im Bauch

Das Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, unter der Leitung von Konrad Junghänl, lässt trotz deutlicher Verschlankung mit emotionalen Abgründigkeiten aufhorschen. Schon die Ouvertüre weckt Schmetterlinge im Bauch, rasant, aber nicht hektisch dirigiert. Hervorragend das Finale des 2. Aktes, eine in acht Nummern gegliederte, ständig mit veränderten szenischen Situationen konfrontierte, nach den Gesetzen des klassischen Sonatenhauptsatzes entwickelte Ensembleszene. Leicht werden diese Ensembleszenen unterschätzt, sie sind im Zusammenspiel ungemein anspruchsvoll und erfordern ein sehr genaues Aufeinanderhören und Reagieren. Pointiert die von Mozart so geliebten Holzbläser. Besonderes Augenmerk richtet Junghänl auf das Finale, gefühlvoll der melancholisch eingetrübte Moment von nur vier Takten im Pianissimo vor dem Rausschmeißer, in dem Mozart die scheinbar wiederhergestellte Harmonie Lügen straft. Gerne zitiere ich auch Volker Milch, Wiesbadener Kurier, „die Figaro-Besetzung gehört zum Besten, was man (nicht nur) in diesem Staatstheater in den vergangenen 30 Jahren gehört hat…“

Ein begeistertes – nein, tief beeindrucktes Publikum spendet langen Applaus. Die Besucher gehen aus dem Theater, beglückt und mit leuchtenden Augen.

Die Hochzeit des Figaroam Hessischen Staatstheater Wiesbaden; die weiteren Vorstellungen: 16.9.; 18.9.; 20.9.; 25.9.; 23.10.; 21.11.; 9.12.2020 und mehr …..

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 11.09.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

  Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini

– Rosina, eine Geigerin, umwirbt den eine silberne Klarinette spielenden Grafen Almaviva –

von Ingrid Freiberg

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Das Personal kennen wir! Beaumarchais, Sturmvogel der französischen Revolution, hat zwei Komödien vorgelegt: II barbiere di Siviglia (1775) und Le nozze di Figaro (1784). Mozart vertonte letztere 1786, Rossini erstere 1816. Die Handlung bei Rossini geht der Handlung bei Mozart voraus – verwirrend! Rossinis Vertonung des ersten Teils von Beaumarchais’ Figaro-Trilogie ist Komödie, musikalisches Funkensprühen – und ein Vorgeschmack auf die gesellschaftskritischen Töne, die Mozart in Le nozze di Figaro lauter werden lässt. Der Intendant des Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, entschloss sich trotz der strengen einengenden Corona-bedingten Vorgaben, auf zwei aufeinanderfolgenden Abenden diese beiden Opern auf die Bühne zu bringen. Hierbei handelt es sich um eine ideengeschichtliche Gegenüberstellung, die anhand von Schlüsselszenen versucht, den Barbier als reaktionäres Gegenstück zu Mozarts aufklärerisch geprägtem Le nozze di Figaro zu deuten.

II barbiere di Siviglia

Pierre Augustin Caron de Beaumarchais,© IOCO / GFelix

Pierre Augustin Caron de Beaumarchais,© IOCO / GFelix

Gioacchino Rossini hat Opern geschaffen, die bis heute weltweit die Opernkultur prägen und scheinbar zeitlos überdauern. Der vielseitige französische Literat Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, der ursprünglich Uhrmacher, zeitweise auch Geheimagent im Dienste Ludwigs XVI. und versierter Geschäftsmann war, arbeitete ab 1772 am ersten Teil der Trilogie rund um die Figaro -Figur. Le Barbier de Seville wurde in der Comedie Frangaise uraufgeführt, aber aufgrund seiner Länge enttäuscht aufgenommen. Innerhalb von nur drei Tagen kürzte Beaumarchais die Komödie auf vier Akte und sicherte sich einen grandiosen Erfolg. Es war das Pariser Ereignis schlechthin und der Höhepunkt im Leben von Beaumarchais. Selbst die Einnahmen des Tages stellten einen Rekord in der Theatergeschichte dar: 6511 Livres. Erst dreißig Jahre nach Mozarts Le nozze di Figaro komponierte Rossini seine Oper (Libretto Cesare Sterbini): Figaro, ein stadtbekannter Barbier in Sevilla, unterstützt den Grafen Almaviva bei der hindernisreichen Eheschließung mit Rosina, dem Mündel des mürrischen Don Bartolo. Der verliebte Alte will sie heiraten; ein junger und aufgeweckter Liebhaber kommt ihm zuvor und macht sie am gleichen Tag, vor der Nase und im Haus des Vormunds, zu seiner Frau. Bartolos Wut verraucht schnell, als ihm der Graf Rosinas Mitgift schenkt. Das ist die ganze Geschichte, aus der man nun mit gleichem Erfolg eine Tragödie oder eine Komödie bzw. ein Rührstück machen kann.

Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini
youtube Trailer Hessisches Staatstheater Wiesbaden
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Musik-Theater, sehr sehr konsequent…

In seiner ersten Opernregie überrascht Tilo Nest das Publikum mit einem hochgefahrenen Orchestergraben, links die Bläser, rechts die reduzierten Streicher, dazwischen die Holzbläser. Wo scheinbar nur Musiker zu sitzen scheinen, entpuppt sich bei näherem Hinsehen, dass Rosina als Geigerin mit dem Grafen Almaviva schöntut, der eine silberne Klarinette spielt. Wegen ihrer Unaufmerksamkeit wird sie vom Dirigenten von der Bühne verwiesen. Kurz darauf ist sie von der Proszeniumsloge aus zu hören. Der Musiklehrer Basilio spielt Bass, Ambrosio Posaune. Der Abend beginnt mit schrecklichen Misstönen, bis Figaro den Maske tragenden Dirigenten darauf aufmerksam macht, dass die Partitur auf dem Kopf steht, und sie für ihn richtig herumlegt! Überhaupt trägt das Faktotum der ganzen Stadt schon zu Beginn zum Gelingen der Oper bei: Er kümmert sich im das marode Licht, kehrt die Bühne, bürstet den Vorhang, versenkt den Orchestergraben, dirigiert parodierend mit und zeigt schon zu Beginn seine vielfältigen Fähigkeiten! Einnehmende Regieeinfälle! Figaros Scherze allerdings sind überflüssig und plump… Das Credo von Tilo Nest, Theater ist für mich das Gegenteil von Stillstand, unterstreichen Wedelbewegungen, jeder zeigt auf jeden, es gibt sich wiederholende Slow Motions – eine äußerst turbulente Fassung. Alle Personen dieser akrobatisch virtuosen Buffa scheinen manchmal nicht ganz dicht zu sein. Dass der Abend stimmig wirkt, verdankt diese sehenswerte Inszenierung auch dem sich enthusiastisch und mit immenser Lust auf das Spiel einlassenden Ensemble. Musik-Theater, sehr sehr konsequent…

 Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : Graf Almaviva und Bartolo © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : Graf Almaviva und Bartolo © Karl + Monika Forster

Das Bühnenbild von Gisbert Jäkel gibt mit seinen klassisch variablen Fassaden, angelehnt an die Entstehungszeit, Raum für ein geschwindes Verwirrspiel. Die Kulissen werden hereingeschoben, herabgesenkt, die Drehbühne eingesetzt, Umbauten werden blitzschnell ausgeführt. Jäkel bezieht sich auf die allgegenwärtigen Corona-Gerüchte und lässt Don Basilio von Figaro Fledermausflügel anziehen. Eine schillernde Echse in Rosinas Zimmer trägt wie sie eine überdimensionale Perlenkette, die von ihr kokett reitend geschwungen wird. Der Flügel im Musikzimmer hat keine Beine und dient auch als Tanzfläche oder gar als Metapher, wenn beim Spiel von Almaviva / Alonzo Schaum aus dem Instrument tritt… Bartolos Haus wird mit einem Violinschlüssel aufgeschlossen. Ein heftiges Gewitter zieht mit Blitz und Donner und mächtigem Rauch auf, Goldflitter führt zum guten Ende. Die farbenfroh akzentuierten Kostüme von Anne Buffetrille und Mirjam Ruschka decken allerlei Theaterstile ab. Dabei trifft stilisierte historische Kostüme am ehesten zu. Sie passen haargenau und sind keiner Mode unterworfen: Thomas de Vries (Bartolo) ist mit seinen gelockten Haaren, seinem dicken Leib, verborgen unter einem eleganten „Cutaway“ kaum wiederzuerkennen. Süß und scheinbar unschuldig sind das rosagepunktete Babydoll-Kleid mit Petticoat und einer großen mehrreihigen Perlenkette, weiße Söckchen, schwarze Lackschuhe und eine rosa Riesenschleife, die Rosina als Mündel im Haar trägt. Nicht mehr so naiv, trägt sie aufregende Kleider im Carmen-Look. Basilio, mit Elvis-Frisur, ist in einen Nadelstreifenanzug gekleidet wie auch der als Musiklehrer verkleidete Graf / Alonzo. Seine Kostüme unterstreichen die Charade: Uniform als Offizier der Prinzengarde (Männerballett 1748), verschiedenfarbige Torero-Anzüge… Mit grauer Jacke, einem Karo-Pullunder, Jeans und Turnschuhen saust Figaro über die Bühne. Schwarz-weiß gekleidet, dicke Lockenwickler tragend beobachtet Berta das Treiben… Bedienstete tragen Corona-Masken.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : IOAN Hotea als Graf Almaviva © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : IOAN Hotea als Graf Almaviva © Karl + Monika Forster

Mit immenser Spiellust

II barbiere di Siviglia ist die Oper, die ich bisher am häufigsten gesungen habe, und trotzdem höre ich nie auf, neue Details in der Partitur und an der Figur des Conte Almaviva zu entdecken. Die Komposition ist höchst ausdrucksstark, voller Virtuosität und ausgearbeitetem Humor, immer fesselnd!, so Ioan Hotea. Es ist ihm anzumerken, dass er die Rolle liebt: Keine Drücker, kein Forcieren, seine Stimme strömt kraftvoll und überaus differenziert. „Ah, che d’amore la fiamma io sento“…,welch eine wunderbar timbrierte, sauber intonierende Tenorstimme ist da zu erleben! Überaus komisch und nervend sein „Pace e gioia sia con voi!“ Thomas de Vries als Bartolo, ein glaubwürdig alter Zausel, kämpft unglaublich leichtfüßig mit seiner Leibesfülle. Höchst komödiantisch gibt er den von sich überzeugten Einfallspinsel: „A un dottor della mia sorte“… In Rosinas Musikunterricht setzt er geziert mit einer schönen Arie aus der guten alten Zeit dagegen Quando mi seivicina… und merkt nicht, dass alle über ihn lachen. Mit seinem Nuancenreichtum und seiner leidenschaftlichen Hingabe glänzt er mit allem, was einem Bartolo ein unverwechselbares Profil gibt. Seine sängerisch–darstellerische Ausdrucksskala ist wohltönend und prächtig, verfügt über eine großartige Diktion. Ein Glücksfall ist Silvia Hauer als Rosina. Schon rein optisch weiß sie zu gefallen – jeder Ausdruck gelingt ihr. Sie besitzt eine anregende Tiefe, ist koloraturgewandt und hat neben dem nötigen Stimmumfang einen spritzigen, charmanten, flüssigen Mezzosopran, der es ihr ermöglicht, als selbstbewusste, willensstarke Femme fatale, aber auch als kitschiges Liebesnaivchen zu kokettieren. Die berühmten Arien „Una voce poco fa…, Contro un cor che accende amore di verace invitto ardore“… und „A mezzanotte in punto“… gehen zu Herzen. Ungebremste extrovertierte Energie hat Hauer überdies. Auch Christopher Bolduc überzeugt als schlitzohriger Figaro, sieht blendend aus und zeigt ein übers Komödiantische hinausgehendes Profil. „Largo al factotum della città“, das ist er wirklich! Er wirbelt über die Bühne, ist Tausendsassa, Kuppler, Ideengeber und Schlaumeier. Die Welt, in der der immer einen Ausweg wissende Figaro die Fäden zieht, ist klein und groß zugleich. Großartig das Duett mit Almaviva: „All‘idea di quell metallo“… Bolduc fehlt es weder an Stimmkraft noch an Raffinesse im Ausdruck.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla - hier : Silvia Hauer als Rosina © Karl + Monika Forster

Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Der Barbier von Sevilla – hier : Silvia Hauer als Rosina © Karl + Monika Forster

Young Doo Park singt einen stimmgewaltigen prachtvollen Basilio. Er hat eine ungeheure stimmliche und szenische Ausstrahlung! „La calunnia“, die Angst vor Verleumdung ergreift nicht nur Bartolo, sie geht auch auf das Publikum über… Diesen Bass hören zu dürfen, ist ein großes Vergnügen! Mit der Berta-Arie „Il vecchiotto cerca moglie“… ersingt sich Michelle Ryan einen besonders verdienten Applaus. Julian Habermann als Fiorillo ist ein ungeschickt anhänglicher Diener des Grafen, der ihm sogar vom Bühnenhimmel schwebend zur Hilfe kommt, und Thomas Braun der leicht vertrottelte, dennoch nützliche Notar Ambrosio. Erstklassig die letzten Strophen des Vaudeville-Finales – erschlagend durch Turbodrive und Turbulenzen: „Mi par d’esser con la testa in un’orrida fucina“... Die Rezitative begleitet zeitgemäß und sensibel Levi Hammer auf einem Hammerflügel, der auf der Bühne steht.

Ungewöhnlich, geschmeidig mit berauschender Lebenslust

Der Chor des Hessischen Staatstheater Wiesbaden unter der Leitung von Albert Horne zeigt wieder einmal, wie mühelos spielerisch und mit großer Präzision er in der Lage ist, eine Oper mitzutragen. Mit der Orchester-Reduktion des Hessischen Staatsorchester Wiesbaden geht der Musikalische Leiter, Konrad Junghänel, in der für ihn bekannten Art und Weise souverän und einfühlsam um. Musiker, die Abstand halten müssen, durch Trennwände voneinander getrennt und anders positioniert sind, werden leicht zu Solisten. Die Instrumentalisten sind sehr exponiert… So ist es äußerst schwierig, zu einem Gesamtklang zu finden. Junghänel gelingt es dennoch, den tänzerischen Elan aufleben zu lassen. Rossinis Partitur lebt von den aberwitzigen und völlig sinnfreien, aber artistischen Tempo-Steigerungen. Alles bedingt eine geschmeidige Leitung und berauschende Lebenslust. Das ist gelungen!

Das sichtlich amüsierte Publikum spendet viel Applaus – Nach langer kultureller Abstinenz ist es besonders glücklich!

 

Der Barbier von Sevilla am Hessischen Staatstheater Wiesbaden; die weiteren Vorstellungen am 11.9.; 13.9.; 17.9.; 18.9.; 19.9.; 26..9.; 21.10.; 1.11.2020 und mehr

—| IOCO Kritik Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Münster, Theater Münster, LE NOZZE DI FIGARO – Premiere, 25. & 27.09.2020

Juli 29, 2020 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Theater Münster

theater_muenster_logo_50

Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 LE NOZZE DI FIGARO – Wolfgang A. Mozart

Premiere – Freitag, 25. September 2020 (1./2. Akt), 19.30 Uhr

 Konzertante Aufführung (Auszüge) in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Graf Almaviva hat das »ius prima noctis« (Das Recht der ersten Nacht) abgeschafft. Jedoch bereut er seine Entscheidung, denn er begehrt Susanna, die Zofe seiner Ehefrau und Figaros zukünftige Braut. Graf Almaviva setzt alles daran, die Hochzeit platzen zu lassen, um Susanna zu verführen. Er zwingt Figaro per Dekret, die ältere Haushälterin von Doktor Bartolo, Marcellina, zu heiraten. Mit Unterstützung der Gräfin Rosina gelingt es dem Hochzeitspaar, dem Grafen eine mitternächtliche Falle zu stellen. Zwar weiß im Dunkeln des Schlossparks zuletzt kaum noch einer, wer eigentlich wer ist, trotzdem wird die Hochzeit mit Hindernissen »ein toller Tag«, an dessen Ende Figaro überraschend seine Eltern wiederfindet und seine Susanna endlich heiraten kann.

Die Uraufführung von LE NOZZE DI FIGARO 1786 am Wiener Burgtheater war Mozarts erste Zusammenarbeit mit Lorenzo da Ponte, der auch die Libretti für DON GIOVANNI und COSÌ FAN TUTTE schrieb. Da Beaumarchais‘ Komödie LE MARIAGE DE FIGARO in Wien verboten war, strich Da Ponte zwar einen Großteil des politischen Inhalts, doch gelang ihm ein komödiantisches Meisterwerk voller Intrigen, Verkleidungen und doppelter Absichten. Der Erfolg beim Publikum war so überwältigend, dass ein kaiserliches Verbot verhängt wurde, dass fortan das Wiederholen von Arien und Duetten verbot. Mit seiner bemerkenswerten Partitur durchdringt Mozart sämtliche Emotionen und balanciert meisterhaft zwischen Menschlichkeit und Witz.

Aufgrund der Hygiene- und Schutzkonzepte zum Coronavirus ist diese Inszenierung geteilt und für zwei Abende konzipiert. Sobald die Möglichkeit besteht, die Inszenierung an einem Abend präsentieren zu können, werden wir dies selbstverständlich umsetzen. Bitte achten Sie auf die aktuellen Informationen in den Monatsleporellos!

Musikalische Leitung: Golo Berg
Dramaturgie und Moderation: Ronny Scholz

Mitwirkende:
Conte Almaviva (Filippo Bettoschi), Contessa di Almaviva (Kristi Anna Isene), Susanna (Marielle Murphy), Figaro (Gregor Dalal), Cherubino (Chrysanthi Spitadi), Marcellina (Suzanne McLeod), Bartolo (Christoph Stegemann), Basilio (Mark Watson Williams), Barbarina (Kathrin Filip), Sinfonieorchester Münster

Weitere Vorstellungen im Oktober :
Freitag, 2. Oktober (1./2. Akt), 19.30 Uhr und
Sonntag, 4. Oktober  (3./4. Akt), 18.00 Uhr, jeweils Großes Haus
Freitag, 23. Oktober (1./2. Akt) und
Sonntag, 25. Oktober (3./4. Akt), 18.00 Uhr, jeweils Großes Haus

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Die Hochzeit des Figaro – Premiere, 06.09.2020

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

 Die Hochzeit des Figaro  –   Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere Sonntag, 6. September 2020, um 18 Uhr, weitere Vorstellungstermine: 12. & 17. September,2020  jeweils um 19.30 Uhr

Die Termine werden unter Vorbehalt der vom Land Hessen verfügten Corona-Verordnungen veröffentlicht.

Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart spinnt die Geschichte von Rossinis »Barbier von Sevilla« fort. Basierend auf dem zweiten Teil von Beaumarchais’ gesellschaftskritischer Figaro-Trilogie, thematisiert sie die Wege und Irrwege zwischenmenschlicher Bedürfnisse. Mit dieser Oper schuf Mozart – vielleicht zum ersten Mal in der Operngeschichte – ein Stück wirklichen Musiktheaters. Sie ist in einer

Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg und unter der Musikalischen Leitung von Konrad Junghänel zu erleben.

Die Titelpartie übernimmt Bariton Konstantin Kimmel, der sich dem Wiesbadener Publikum bereits in der vergangenen Spielzeit als Jesus in Bachs Matthäus-Passion vorgestellt hat. Benjamin Russell debütiert als Graf Almaviva, die slowakische Sopranistin Slávka Zámecníková interpretiert die Gräfin Almaviva. Anna El-Khashem singt die Partie der Susanna. Heather Engebretson, in Wiesbaden u. a. bereits als Donna Elvira in »Don Giovanni« und Gilda in »Rigoletto« zu hören, singt Cherubino. Franziska Gottwald, die zuletzt die Alt-Partie in der »Matthäus-Passion« interpretierte, übernimmt die Partie der Marcellina.

Musikalische Leitung Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Jessica Karge Chor Albert Horne

MIT:  Graf Almaviva – Benjamin Russell, Gräfin Almaviva – Slávka Zámecníková,  Susanna – Anna El-Khashem, Figaro – Konstantin Krimmel, Cherubino – Heather Engebretson, Marcellina – Franziska Gottwald, Basilio – Erik Biegel,  Don Curzio – Osvaldo Navarro-Turres Bartolo Wolf Matthias Friedrich Antonio Wolfgang Vater Barbarina Stella An

Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Nächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung