Chemnitz, Theater Chemnitz, Lohengrin – Richard Wagner, IOCO Kritik, 28.01.2020

Januar 28, 2020 by  
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Theater Chemnitz

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Lohengrin –  Richard Wagner

– Mit Lohengrin auf dem Rummelplatz –

von Thomas Thielemann

Nach der Fertigstellung der Partitur des Tannhäuser reiste der Königlich Sächsische Hofkapellmeister Richard Wagner mit Frau Minna, Hund und Kanarienvogel am 3. Juli 1845 von Dresden zu einem Kuraufenthalt ins Böhmische nach Marienbad. Kreative Unruhe behinderten die Bäder sowie Brunnenkuren und brachte frühere noch ruhende Projekte zur Geltung. Ein noch unklares Konzept  zum Schwanenritter-Motiv des Wolframs von Eschenbach geisterte seit dem Pariser Aufenthalt in seinem Kopf. So begann er, parallel zur Arbeit an einem Meistersinger-Spektakel, die Prosafassung der Lohengrin-Szenen auszuführen. Ohne Rücksicht auf historische Gegebenheiten verschob er Figuren sowie Fürstentümer in Zeit und Raum, bis er „die Berührung einer übersinnlichen Erscheinung mit der menschlichen Natur und die Unmöglichkeit einer Dauer derselben“ wirkungsvoll  gestaltet hatte.

Theater Chemnitz / Lohengrin - hier : Ensemble und Chor © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Lohengrin – hier : Ensemble und Chor © Nasser Hashemi

Nach Dresden zurückgekehrt, las er am 17. November 1845 im Restaurant Engel den Mitgliedern des Montagsklubs, dem u.a. auch Robert Schumann, Adam Hiller und Gottfried Semper angehörten, die Dichtung vor. Bei allem Lob der Freunde für die Dichtung, bezweifelte aber vor allem Schumann, dass Wagner zum Text eine Musik komponieren könne. Wagner aber, gewohnt auf seine Inspirationen zu warten, nutzte einen Urlaubsaufenthalt vom 15. Mai bis zum 30. Juli 1846 im Schäfer´schen Gut des Dorfes Graupa, um die Umrisse der Kompositionsskizze niederzuschreiben. Wagner wanderte oft in der Umgebung, schwamm in der Elbe und ließ sich vom Vogelgezwitscher sowie anderen Geräuschen seiner Umgebung inspirieren.

Richard Wagner Denkmal in Graupa © IOCO / TThielemann

Richard Wagner Denkmal in Graupa © IOCO / TThielemann

Das Dorf Graupa ist inzwischen ein Ortsteil von Pirna. Im Schloss von Graupa befindet sich eine sehenswerte Wagnergedenkstätte mit einem interessanten Museum. Das Gut steht dem interessierten Wagner-Freund offen. Auch befindet sich im nahen Liebethaler Grund, einem der damaligen Wanderziele des Komponisten, ein Wagner-Denkmal mit einer Höhe von 12,5 Meter; siehe Foto.

Das Auskomponieren des Werkes wurde mehrfach unterbrochen, denn Wagner war kein Eilfertigkeitsapostel. Weil ihn andere Projekte ablenkten, aber auch die Tagesaufgaben als Hofkapellmeister forderten und er sich zunehmend auch politisch betätigte, zog sich die Arbeit lange hin. Somit konnte er erst am 28. April 1848 die Niederschrift der Lohengrin-Partitur abschließen.

Seit wir am 19. Mai 2016 in der Semperoper die legendäre Lohengrin-Aufführung in der fast konservativen Mielitz-Inszenierung von 1983 mit Georg Zeppenfeld, Anna Netrebko, Piotr Beczala, Evelyn Herlitzius, Tomasz Konieczny, der Sächsischen Staatskapelle unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann erleben durften, besuchen wir jede Vorstellung der von uns sehr geliebten Wagner-Oper mit etwas gemischten Gefühlen. Dieses, mein Problem, konnte auch die musikalisch hervorragende Bayreuther Lohengrin-Premiere am 25. Juli 2018 nicht kompensieren.

Auf der Drehbühne des Theater Chemnitz war von Sebastian Ellrich und seinen Handwerkern dem Regieteam von Joan Anton Rechi eine gewaltige Achterbahn aufgebaut worden. Rechi, 1968 im Fürstentum Andorra geboren arbeitet seit 2011 mit dem aus Magdeburg stammenden Ellrich (Jahrgang 1984) zusammen.

Nun war Richard Wagner ohnehin nicht pingelig, wenn es um die Verschiebung historischer Gegebenheiten in Zeit und Raum ging. Und so muss er sich gefallen lassen, dass die Dramaturgin Carla Neppl seine Texte und seine Musik nutzt, um die sozialen und zwischenmenschlichen Probleme eines ansonsten wenig beachteten Kokons der Rummelplatzbetreiber zu thematisieren, damit aber auch gleichzeitig zu verallgemeinern. Das Theater Chemnitz bildete aus seinen Opernchören, einem Kinderchor und Gastsängern weiterer Chöre sowie der Statisterie eine beeindruckende Menschengruppe gebildet. Die Kostümbildnerin Mercè Paloma hatte die Gruppe mit Kleidung aus allen Bevölkerungsschichten ausgestattet.

Theater Chemnitz / Lohengrin - hier :  Cornelia Ptassek als Elsa, Mirko Roschkowski als Lohengrin © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Lohengrin – hier : Cornelia Ptassek als Elsa, Mirko Roschkowski als Lohengrin © Nasser Hashemi

Mit ausgezeichnetem Gesang und guten darstellerischen Leistungen übernahm die Gruppe eine tragende Rolle in den ersten beiden Aufzügen. Nach ihrer Klassenzugehörigkeit agierten sie mit den Solisten und machten den ersten Akt mit dem sich ständig bewegenden Achterbahn-Vehikel zu einem kurzweiligen Spektakel. Besonders gefiel mir, dass beim Gottesgerichts-Streit der Kampfplatz weggedreht war und man Chormitglieder vom Gerüst, gleichsam wie beim Fußball des Chemnitzer SC, die Kämpfer anfeuerten. Spielstätte des zweiten Aktes war die Unterkunft der Betreiber der Rummelplatzattraktionen. Die Aktionen passten aber über weite Strecken in herkömmliche Inszenierungen, auch wenn die Liegestützaktionen und die Weitergabe eines Befehls des Königs per Smartphone konservative Besucher irritierten. Das löste sich erst auf, als der Schwan wieder auf der Bühne erschien und Telramund vier depressive Rentner von einer Gartenbank aufjagte. Diese vier „Edlen von Brabant“ teilten den Chor in aktive Pro- und Contra-Gruppen, die ihrerseits die Handlung vorantrieben.

Der dritte Aufzug bot trotz interessanter Personenführung wenig Neues. Erst als klar war, dass Ortruds Fluch eine Rückkehr des Bruders der Elsa ausschloss, wurde die Inszenierung richtig zeitgemäß: Lohengrin überreichte seiner Gattin die Macht-Insignien Brabants und ernannte sie zum Herzog. Die Achtung vor Wagners Text ließ leider die aktuelle Sprachgestaltun „zur Herzogin“ nicht zu.

Das musikalische Gerüst des Abends lieferte die Robert-Schumann-Philharmonie mit der musikalischen Leitung des bekennenden Wagnerianer Guillermo Garcia Calvo. Dabei erwies sich Calvo als zuverlässiger Partner des Regiekonzepts Rechis. Calvo ließ sich Zeit, jagte weder seine Musiker noch die Sänger durch die Partitur, baute damit aber durchaus auch Spannungen auf, leitete aber nicht immer sängerfreundlich. Neben einer guten Orchesterleistung der Robert-Schumann-Philharmonie begeisterten hörenswerte Gesangsleitungen mit ordentlichen Textverständlichkeiten.

Den Lohengrin verkörperte Mirko Roschkowski als einen ziemlich kalten, unsensiblen und weltlichen Partner der Elsa von Cornelia Ptassek. Stimmlich gut ausgestattet, besticht seine Bühnenpräsenz. Aber egal, wie sich Elsa verzweifelt mühte, er gab ihr keinen Halt.

Mit Cornelia Ptassek stand Rechi mit ihrem klangschön, kraftvoll geführtem Sopran eine ordentliche Elsa von Brabant zur Verfügung. Mädchenhaft, opulent bühnenpräsent und stolz agierte sie in den ersten beiden Akten. Ebenso überzeugend entwickelte sich ihre Verzweiflung zum Ende des dritten Aktes hin.

Theater Chemnitz / Lohengrin - hier :  Magnus Piontek als Heinrich der Vogler © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Lohengrin – hier : Magnus Piontek als Heinrich der Vogler © Nasser Hashemi

Aber so sehr ich die Charaktere von Elsa und Lohengrin liebe, meine Lieblingscharaktere der Oper bleiben deren Antagonisten Ortrud und Telramund. Stéphanie Müther, am Haus als Brünnhilde bereits bestens eingeführt, war mit ihrem wilden Hass in jeder Geste und einer Stimme, die Zähne zeigte, eine schreckliche Gegnerin. Mit ihren ersten leisen Tönen im ersten Akt wird bereits deutlich, dass sie Elsa mit ihrem naiven Glauben keine Chance auf ein glänzendes Heldentum lässt. Mit ihrem finalen sich selbst entlarvenden Wutausbruch schuf sie vielleicht den sängerischen Höhepunkt des Abends.

Da war der Telramund  des Tschechischen Baritons Martin Bárta mit seiner noblen Stimme doch deutlich zurückhaltender, eher menschlich, aber von der Ortrud abhängig. Mit seiner ehrfurchtsvollen Auftrittsarie zurückhaltend lyrisch, beweist er, dass die Stimme in den Mittellagen durchaus zu umfangreichen Ausbrüchen fähig ist, so dass er den Ausfällen der Ortrud standhalten konnte. Warum er beim Schluss-Beifall so wenig bedacht worden war, hat sich mir nicht erschlossen.

Die der Wagner-Figur des König Heinrich zugedachten Episoden waren vom Haus-Bass Magnus Piontek mit ordentlicher Bühnenpräsenz und gut dosiertem Gesang geboten. Ebenso gut präsentierte sich Andreas Beinhauer als Heerrufer. Auch die vier als brabantische Edle ausgeschrieben Rollen waren mit dem kristallklaren Tenor Florian Sivers, dem leichten Haus-Tenor Till von Orlowski, dem zupackend profund dem Bass André Eckert und leichteren Bass Tommaso Randazzo  recht opulent besetzt.

Ordentliche Ovationen und die unvermeidlichen vereinzelten Buhrufe feierten Regieteam und die Bühnenbesatzung. Damit wird die Rechi-Inszenierung ihren Platz im interessanten Repertoire der Oper Chemnitz einnehmen.

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Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, Wochenende von 28. bis 30.09.2012

September 26, 2012 by  
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Theater und Philharmonie Thüringen

Wochenende von 28. bis 30. September 2012

Altenburg

Theater und Philharmonie Thüringen / Schlosskonzert © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Schlosskonzert © Theater und Philharmonie Thüringen

„Vergissmeinnicht“, unter diesem vielversprechenden Motto erklingen im Vierten Philharmonischen Schlosskonzert am Samstag, 29. September, um 19.30 Uhr zärtlich-heitere Melodien aus drei Jahrhunderten, die gleichermaßen der Zerstreuung wie der Erbauung dienen. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter Leitung von Jens Troester. Mal eher ernst gemeint, mal mit einem ironischen Augenzwinkern serviert, komponierten die Wiener Klassiker Mozart und Haydn gegen das Vergessen bzw. die Vergesslichkeit und zugleich für die Zerstreuung. „Non ti scordar di me“ (Vergissmeinnicht) ist auch der Titel eines neapolitanischen Liedes von Ernesto de Curtis, über das Jens Troester eigens für dieses Konzert Variationen schrieb. Und abschließend gibt uns Johann Strauß (Sohn) in einer Polka-Mazurka die zeitlos-aktuelle Botschaft mit auf den Weg: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“ Karten sind noch erhältlich.

TAG der OFFENEN TÜR

Am Sonntag, 30. September, öffnet Theater&Philharmonie Thüringen die Tore des Landestheaters Altenburg weit für Interessierte und lädt ein in das wunderschöne und lebendige Haus. Die Baupläne für das 1871 im Renaissancestil erbaute ehemalige Herzogliche Hof- und heutige Landestheater Altenburg gehen auf das alte, von Gottfried Semper errichtete Dresdner Hoftheater von 1842 zurück. Von 10 bis 19 Uhr gibt es an diesem Sonntag viel zu entdecken und zu erleben. Neben dem traditionellen „Blick hinter die Kulissen“ sind vielfältige attraktive Veranstaltungen über den Tag verteilt: 11 Uhr beispielsweise findet das THEATERFRÜHSTÜCK zum Musical CHESS statt, das den Premieren-Reigen im Großen Haus am 7. Oktober eröffnen wird. Generalintendant Kay Kuntze inszeniert den Politthriller, in dem Liebe und Eifersucht das Schachspiel beeinflussen. Die mitreißende Musik stammt von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den Männern der Gruppe ABBA. Um 17.00 Uhr stellt sich der neue Schauspieldirektor Bernhard Stengele als Schauspieler mit Ausschnitten aus seinem Balladenabend „Sie haben nämlich Entenfüße“ vor. Am Klavier begleitet ihn Olav Kröger. Schiller und Goethe, Heine, Brentano und Kästner – die großen deutschen Dichter und Denker kommen ebenso zu Wort wie Franz Schubert, Konstantin Wecker und Georg Kreisler. 20.00 Uhr folgt im Heizhaus die erste Premiere der Saison: die Farce „Mein Kampf“ von George Tabori, in der wir dem jungen Hitler begegnen. Für die Premiere können Karten an der Theaterkasse gekauft werden! Der Eintritt zum TAG DER OFFENEN TÜR ist für Kinder frei, Erwachsene sind mit 1,- Euro dabei!

Los geht es so: Generalintendant Kay Kuntze begrüßt die Schaulustigen um 10.45 Uhr auf der Hauptbühne. Anschließend kann man vom Theatersaal aus einen Sound-Check verfolgen. Um 15 Uhr heißt es Vorhang auf für die große Technik-Show mit Ton, Licht und Pyrotechnik, die junge und ältere Theaterfreunde verblüffen will – moderiert vom Technischen Direktor Thomas Stolze und seinem Stellvertreter René Prautsch.

Bei hoffentlich schönem Wetter treten Claus Bloszik und Band vorm Haus auf – ansonsten im Großen Haus. Solisten des Musiktheaters kann man im Zimmer des Musikalischen Oberleiters (im Parkett links neben der Bühne) bei den Proben am Klavier mit dem Repetitor erleben.

Schneiderei und Maske präsentieren sich im Roten Salon mit ihren Kostbarkeiten. Theaterfotograf Stephan Walzl ist bereit, die Mutigen, die in Kostüm und Maske schlüpfen wollen, zu fotografieren.

Im Malsaal kann man Theatermalern bei der Arbeit zusehen, auch die Dekorationsabteilung zeigt, was sie kann. Requisite, Tonstudio und Maskenbildnerei stehen den Besuchern offen zum Schauen und Staunen. Sogar die Waffenkammer wird von 12 bis 18 Uhr aufgeschlossen.

Im Ballettsaal kann man dem ThüringenBallett zwischen 12 und 14 Uhr bei der Probe zuschauen. Von 14 bis 15 Uhr ist die Aktivität der Besucher beim Tanzworkshop mit Jessica Krüger gefragt. Zwischen 16 und 18 Uhr gibt Theaterpädagoge Peter Przetak einen Theaterworkshop.

In der ehemaligen Schneiderei findet von 12.30 Uhr bis etwa 14.30 Uhr ein Workshop mit den Schauspielern Henning Bäcker und Jochen Paletschek statt, die einiges von dem vermitteln, was sie auf der Schauspielschule gelernt haben.

Auf die Kleinen warten Luftballonstand, Hüpfburg und Basteltisch. Zu einem Clownsworkshop lädt Robert Auerbach aus der TheaterFABRIK kleine Faxenmacher ein, die etwas von der schweren Kunst erlernen wollen.

Das Puppentheater zeigt um 14 Uhr und 16 Uhr „Das Traumfresserchen“ nach Michael Ende im Theater unterm Dach. Sabine Schramm spielt für Kinder ab 3 Jahren. Wer noch mehr vom Puppentheater sehen will, muss in die Puppenecke im Liliencronzimmer kommen. Dort zeigt Ingrid Fischer etwas aus der Schatzkammer der 5. Sparte.

Die Abteilung Marketing des Theaters präsentiert sich mit Informationsständen von 10 bis 17 Uhr im Kassenfoyer. Der Kauf von Theaterkarten ist an Ort und Stelle möglich.

Für das leibliche Wohl ist im und vorm Haus während des gesamten Tages der offenen Tür gesorgt. Die Kantine ist für alle geöffnet.

Schauspiel-Premiere

Die erste Premiere der Spielzeit 2012/13 bei Theater&Philharmonie Thüringen wird am 30. September um 20.00 Uhr im Heizhaus Altenburg George Taboris Farce „Mein Kampf“ in der Übersetzung von Ursula Grützmacher-Tabori sein. Regie führt Deborah Epstein.

Das Stück bringt eine Begegnung mit dem jungen Hitler, der aus der Provinz nach Wien kommt, um Aufnahme in die Akademie der Schönen Künste zu finden. Bewaffnet mit mittelmäßigen Aquarellen und Kohlezeichnungen trifft das verwöhnte Muttersöhnchen im Männerwohnheim auf zwei ältere Juden: den gescheiterten Koch Lobkowitz und Schlomo Herzl, der nachts Bücher verkauft und tags an seinem eigenen Meisterwerk schreibt. Die beiden nehmen sich Hitlers an – besonders Schlomo, der ihn bemuttert und versorgt, an seinen talmudischen Wortspielen teilnehmen lässt, ihm zu Ansehen verhilft und ihm sogar rät, in die Politik zu gehen. Schlomo führt Hitler nicht nur zu seinem geliebten, reinen Gretchen, sondern auch zu Frau Tod: Am Ende stehen ein hingerichtetes Huhn, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Frau Tod und Herrn Hitler und der Ausblick in die reale geschichtliche Katastrophe.

George Taboris (1914 – 2007) „Mein Kampf“ ist eine Liebesgeschichte zwischen dem Hitler und seinem Juden. Hass und Liebe, Zärtlichkeit und Gewalt sind in dieser modernen Commedia dell’arte kaum unterscheidbar, sie gehen im Humor ineinander über. Taboris Hitler ist keine historische Figur, sondern wie in einem Traum scheinen Herzl und Hitler ebenfalls ineinander überzugehen – ein jeder das Versatzstück des anderen.

Es spielen: Peter Prautsch (Schlomo Herzl), Ulrich Milde (Lobkowitz), Anne Keßler (Adolf Hitler), Nora Undine Jahn (Gretchen), Mechthild Scrobanita (Frau Tod) und Manuel Kressin (Himmlischst). Die Musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger.

Bühnenbild und Kostüme entwirft Florian Barth. 1974 in Nürnberg geboren studierte Florian Barth nach dem Abitur von 1995 bis 2001 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse für Szenographie bei Prof. Erich Wonder. Die Anzahl seiner Ausstattungen an großen Häusern in der gesamten Bundesrepublik und in der Schweiz ist beachtlich. Er arbeitet regelmäßig mit Regisseurin Deborah Epstein zusammen.

Deborah Epstein, geboren im badischen Karlsruhe, aufgewachsen in New York, absolvierte eine Tanzausbildung an der Ecole de Danse in Zürich sowie eine Schauspielausbildung ebenfalls an der dortigen Schauspiel-Akademie. Als Schauspielerin und Regisseurin arbeitete sie unter anderem am Schauspielhaus Zürich, an den Theatern in Basel, Stuttgart, Saarbrücken, Freiburg, Mainz, Aachen, Biel/Solothurn, Konstanz, dem Saarländischen Staatstheater, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Mainfranken Theater Würzburg und am Centraltheater Leipzig.

Die zweite Vorstellung ist am 3. Oktober 19.30 Uhr.

Gera

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Frau Luna © Theater und Philharmonie Thüringen

 

 

 

 

 

 

 

Für die Aufführung der schmissigen Operette „Frau Luna“ – die erste in dieser Spielzeit – am Freitag, 28. September, um 19.30 Uhr, im Großen Haus gibt es noch Karten. Paul Lincke gilt als Begründer der Berliner Operette, und seine 1899 im Apollo-Theater uraufgeführte »Frau Luna« ist das Paradebeispiel für dieses Genre. Die mit eingängigen Melodien und flotten Rhythmen aufwartende Musik wurzelt im Berliner Gassenhauer. Der Mond dient als Spiegel dieser faszinierenden Großstadt. Also begleiten Sie unseren Helden Fritz Steppke auf seiner Luftfahrt! Leider ist es auf dem Mond anders, als er es sich erträumt hatte, dafür kommt ihm aber alles irgendwie sehr bekannt vor …

Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert unter der Leitung von Thomas Wicklein. »Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft, so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft“ und „Schlösser, die im Monde liegen, bringen Kummer, lieber Schatz“ sind die Ohrwürmer dieser Operette.

Zu einem Liederabend mit Bernardo Kim wird am Sonntag, 30. September, um 19.00 Uhr ins Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt Gera eingeladen.

Theater und Philharmonie Thüringen / Bernardo Kim © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Bernardo Kim © Theater und Philharmonie Thüringen

Der Tenor, der seit 1. Januar 2012 zum Musiktheaterensemble des Hauses gehört und als Don José in Bizets Oper „Carmen“, als Fedja im Musical „Anatevka“, als Prinz Sternschnuppe in Linckes Operette „Frau Luna“ und als Fenton in Nicolais komischer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ seinen Einstand gab, stellt sich hier mit Liedern und Arien von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann, Carl Maria von Weber, Peter Tschaikowski, Giuseppe Verdi, Ottorino Respighi u.a. vor. Am Flügel begleitet ihn Takahiro Nagasaki.

Bernardo Kim, 1975 in Korea geboren, begann seine Gesangsausbildung an der Seoul National Universität bei Professor Philip Kang. Mehrjährige Auslandsaufenthalte und Studien in Italien bei Professor Lino Puglisi und Deutschland in der Meisterklasse von Professor Siegfried Jerusalem vervollständigten seine Ausbildung. Als Stipendiat des DAAD-Preises sowie des Richard Wagner Verbandes gelang es ihm Finalist und Preisträger bei zahlreichen Wettbewerben zu werden. Unter anderem erhielt er den Förderpreis der Hans Sachs Loge in Nürnberg.

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