Lockenhaus, Kammermusikfest 2020, Nicolas Altstaedt, Gidon Kremer, Andras Schiff…, IOCO Kritik, 15.07.2020

Burg und Kirche Lockenhaus - im abendlichen Nebel © a4grafik

Burg und Kirche Lockenhaus – verträumt im abendlichen Nebel © a4grafik

Kammermusikfest  Lockenhaus

Kammermusikfest  Lockenhaus   2. – 11. Juli 2020

– Eine Feier der Musik –

von Hans-Günter Melchior

 Sie kennen Lockenhaus nicht? Nie gehört? Dann also ganz von vorne!

Lockenhaus liegt im Burgenland in Österreich, ungefähr in der Mitte zwischen Wien und Graz, nur wenige Kilometer von der Grenze nach Ungarn entfernt.

Kammermusikfest Lockenhaus / hier: künstlerischer Leiter und Cellist Nicolas Altstaedt @ Niklas Schnaubelt

Kammermusikfest Lockenhaus / hier: künstlerischer Leiter und Cellist Nicolas Altstaedt @ Niklas Schnaubelt

Die kleine Gemeinde Lockenhaus hat 1.981 Einwohner. Das Zentrum wird beherrscht von der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Nikolaus, die in den Jahren 1656-1669 von dem italienischen Baumeister  Pietro Orsolini erbaut wurde. Über dem Dorf thront wie ein Adlerhorst eine mittelalterliche Ritterburg, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Nachdem sie im 19. Jhdt. zu verfallen drohte, nahm sich Fürst Esterházy der Renovierung an. Heute befindet sich die Burg in gutem Erhaltungszustand, ein höchst eindrucksvoller Gebäudekomplex, von dem aus man einen weiten Blick ins Tal hat.

Um die mächtigen Mauern raunen noch heute schreckliche Geschichten. Hier hat erwiesenermaßen die blutrünstige ungarische Gräfin Elisabeth Báthory residiert, die sich den zweifelhaften Ruf einer Serienmörderin erwarb. Wer sensibel genug ist und in die Abgründe der Zeit hineinzuhören versteht, kann heute noch die Schreie der gequälten und zutode gefolterten Jungfrauen durch die Ritzen des Gemäuers hindurch vernehmen. Die Gräfin kam aus einer psychisch schwer gestörten Familie. Als ihre Kammerzofe eines Tages beim Frisieren zu wenig Gefühl bewies, verpasste ihr die Gräfin eine heftige Ohrfeige. Die Zofe blutete und das Blut floss auf die Hand der Herrin. Sie bildete sich ein, dass ihre Haut an dieser Stelle durch das Blut weicher und geschmeidiger geworden wäre. Um sich zu verjüngen, ließ sie deshalb im Umland 600 unverheiratete Frauen töten, in deren Blut sie badete. Lange Zeit blieben die Taten unentdeckt. Schließlich kamen die Morde doch ans Licht: die Gehilfen der Gräfin wurden zum Tode verurteilt! die Gräfin selbst „genoss“ die Privilegien des Adels: sie wurde in einen Kerker gesperrt, der nur ein schmales Luftloch und eine kleine Öffnung für das Essen besaß. Dort starb sie, hässlich geworden und auf dem Gesicht liegend.

Aber es geht hier nicht nur um Gruselgeschichten. Es geht um die Musik, die Kammermusik. Unter Musikliebhabern ist Lockenhaus ein Begriff. 1981 gründete der weltberühmte Geiger Gidon Kremer in Lockenhaus im Burgenland das Kammermusikfest. 2012 gab er die künstlerische Leitung an den Cellisten Nicolas Altstaedt ab.

St Niklaus Kirche in Lockenhaus © Alois Weber

St Niklaus Kirche in Lockenhaus © Alois Weber

Das Kammermusikfest findet jedes Jahr Anfang Juli statt, 2020 wurde es vom 2.-11. Juli veranstaltet. Dabei wurden die wegen der Corona-Pandemie gebotenen Schutz-maßnahmen eingehalten: alle musikalischen Aufführungen fanden dieses Mal in der Kirche  St. Nikolaus statt; nicht wie sonst im Wechsel zwischen Kirche und Burg, die einen kleinen Musiksaal mit erfreulicher Akustik beherbergt, während der Klang in der Kirche ein wenig hallig ist.

Bis zum Betreten der Kirche bestand Maskenpflicht, während der Darbietungen nicht. Der Abstandsregel wurde insofern Rechnung, als pro Sitzreihe nur zwei Personen Platz nehmen durften, es sei denn, es handelte sich um enge Familienangehörige. Vor Betreten der Kirche hatte man die Hände zu desinfizieren. Soweit bisher ersichtlich verlief die gesamte Veranstaltung unter dem Gesichtspunkt der Corona-Krise folgenlos.

Obwohl das Kammermusikfest nun schon 39 Jahre veranstaltet wird (meine Frau und ich besuchen es jetzt schon weit über 25 Jahre), umgibt es immer noch die Aura eines Geheimtipps unter Musikliebhabern. Man kennt sich inzwischen untereinander, zumindest vom Sehen. Unter den Besuchern finden sich ausgesprochene Musikexperten.

Viele Musikgrößen traten hier zum ersten Mal ins Blickfeld der musikalischen Öffentlichkeit. Etwa die Cellistin Sol Gabetta, die Pianistin Buniatishvili, der damals bereits etablierte und leider schon verstorbene Cellist Heinrich Schiff ließ es sich nicht nehmen Werke von Haydn und Mozart einzustudieren und selbst aufzutreten.

Die Veranstaltung ist musikalisch höchst anspruchsvoll. Geboten werden Werke aus der Musiktradition, daneben solche aus der Moderne, auch von zeitgenössischen, noch lebenden Komponisten, die manchmal anwesend sind. Arvo Pärt und Sofia Gubaidulina waren schon da, in diesem  Jahr erläuterte die schweizer Komponistin Helena Winkelman, deren Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nine Micro-Bagatelles or Nine Visitations from the Past uraufgeführt wurde, ihr Werk. Daneben kommen auch Chorwerke und Gesangsstücke zur Aufführung.

Regelmäßig findet eine etwa 1½-stündige Matinee statt. Wer will, kann am späten Nachmittag an einer Werkstattveranstaltung teilnehmen, die in die bestimmte Kompositionen und ihre Interpretation einführen. Am Abend folgt dann eine mindestens 2-stündige weitere Veranstaltung, manchmal geht es bis in die späten Abendstunden weiter. Ein Stummfilmaufführung des berühmten Fritz-Lang-Films Dr. Mabuse mit Klavier- und Schlagwerkbegleitung endete erst um 2.00 Uhr nachts.

Kammermusikfest Lockenhaus / Gidon Kremer (links) - friends © Niklas Schnaubelt

Kammermusikfest Lockenhaus / Gidon Kremer (links) – friends © Niklas Schnaubelt

Die ausführenden Künstler sind in der Mehrheit junge Frauen und Männer mit teilweise bereits internationaler Reputation. Etwa die Geigerin Vilde Frang, der Cellist Vashti Hunter, aber auch die schon etwas älteren Solisten wie der Pianist Alexander Lonquich (der mit mit den Diabelli-Variationen brillierte) oder der Geiger Barnabas Kelemen und –, nicht zu vergessen –, der bereits international sehr bekannte Cellist Nicolas Altstaedt.

Gidon Kremer (siehe Foto oben) spielte mit Georgijs Osokins die Sonate für Violine und Klavier op.136 b und mit Madara Petersone die Sonate für zwei Violinen von Miecyzslaw Weinberg. Kremers Anliegen ist es, dem lange fast vergessenen genialen Komponisten Weinberg zu seinem postumen Recht zu verhelfen. Er wird nicht müde, auf das hohe Niveau dieser Musik hinzuweisen, auch außerhalb von Lockenhaus.

 Kammermusikfest Lockenhaus / hier Andras Schiff @ Niklas Schnaubelt

Kammermusikfest Lockenhaus / hier Andras Schiff @ Niklas Schnaubelt

Absoluter Höhepunkt war der Auftritt von András Schiff, dessen hinreißend vergeistigte und hochsensible Interpretation von Ludwig van Beethovens Klaviersonaten E-Dur op.109, A-Dur op. 110 und c-Moll op.111 Beifallsstürme hervorrief. Der Ausnahmekünstler beantwortete die begeisterte Reaktion des Publikums mit einer langen Zugabe. Vor den Sonaten trug er ein nicht im Programm stehendes Werk von Bach vor, den er für den größten Komponisten aller Zeiten hält.

Naturgemäß dominierten im Beethovenjahr die Werke dieses Komponisten, der wegen der Corona-Krise im offiziellen Konzertbetrieb eindeutig nicht hinreichend gewürdigt werden konnte.

Die Komponisten, die sonst noch in Lockenhaus alle zur musikalischen Sprache kamen, können in einem kurzen Bericht nicht benannt werden. Eine lange Liste. Etwa Brahms. Schubert, Debussy, Dvorák, Kodály, Berio und vor allem Bartók – dieser insbesondere mit dem berühmten Quintett für Klavier und Streichquartett DD 77 und den Tristan-Anklängen im Kopfsatz sowie den Besonderheiten in der Diatonik –, Zimmermann, Ravel uva., deren Werke mit größtem Engagement, manchmal jugendlichem Elan und vor allem mit bewundernswerter Könnerschaft dargeboten wurden.

Die verzaubernde St Nikolaus Kirche in Lockenhaus / 2020 auch Spielort des Kammermusikfest  @ Alois Weber

Die verzaubernde St Nikolaus Kirche in Lockenhaus / 2020 auch Spielort des Kammermusikfest  @ Alois Weber

Genug. Dies kann nur ein Überblick sein. Zugegeben: es waren 10 nicht ganz leichte Tage. Eine hohe intellektuelle Herausforderung, vier bis fünf  Stunden und manchmal mehr zum Teil recht schwierige Musik pro Tag, die die volle Konzentration forderte. Eine Musik, die nicht auf der Zunge zergeht, sondern ein existentielles Zentrum ansteuert, sich auseinandersetzt mit ihrem Stoff.

Aber lohnende, beglückende Tage. Man wird hineingezogen in die Begeisterung der Künstler für die Werke und deren Interpretation. Ins Neue am Alten, ins Alte am Neuen. So ist man Teil der Aufführung, mitdenkend, mitfühlend, mitspielend, den Nuancen und Raffinements nachspürend.

Und immerhin am späten Abend, nicht in Lockenhaus sondern im 16 km entfernten Kirchschlag, in der buckligen Welt, im Hotel Post, wo man vorzugsweise wohnt, die Erholung bei einem vorzüglichen Blaufränkischen genießt und wünscht, wäre es doch schon Juli 2021 und bliebe man gesund…

—|IOCO Kritik Kammermusikfest  Lockenhaus |—

Essen, Klavierfestival Ruhr 2020, Spielplan neue Termine, Mai 2020

März 18, 2020 by  
Filed under Klavierfestival, Pressemeldung, Spielpläne

Klavierfestival Ruhr 2020

Klavierfestifal 2020 / Denis Kozukhin © Marco Borggreve

Klavierfestifal 2020 / Denis Kozukhin © Marco Borggreve

Corona-Vorbeugung: Klavier-Festival Ruhr verlegt z. Zt. 23 Konzerte

Das Klavier-Festival Ruhr ändert seinen Spielplan und nimmt seinen Spielbetrieb voraussichtlich erst am 18. Mai 2020 auf: Die für die Zeit vom 21. April bis zum 17. Mai geplanten 23 Konzerte sollen nach den Sommerferien bzw. im Herbst nachgeholt werden. Eintrittskarten für die zu verlegenden Konzerte bleiben auch an den neuen Terminen gültig, können aber auch dort, wo sie erworben wurden, zurückgegeben, in einen Gutschein umgetauscht oder ggf. auch gespendet werden.

Für fünf Konzerte stehen bereits Nachholtermine fest: Denis Kozhukhin (ursprünglich am 4. Mai) kommt nun am 21. September ins LWL-Museum für Kunst und Kultur nach Münster. Das Konzert von Víkingur Ólafsson in Mülheim ist vom 7. Mai auf den 28. September verlegt. Mona Asuka und das Goldmund Quartett holen ihr für 26. April im Landschaftspark Nord in Duisburg vorgesehenes Konzert am 30. Oktober nach. Arcadi Volodos (22. April) spielt am 4. November in der Stadthalle Mülheim. Gidon Kremer, Georgijs Osokins und Giedre Dirvanauskaite spielen ihr Programm mit Beethovens Tripelkonzert in Wuppertal nun statt am 23. April am 9. November in der Historischen Stadthalle.

Klavierfestifal 2020 / Arcadi Volodos © Marco Borggreve / Sony Classical

Klavierfestifal 2020 / Arcadi Volodos © Marco Borggreve / Sony Classical

[ Von Arcadi Volodos wurden verschiedene Aufnahmen bei der Sony Classical veröffentlicht ]

Welche behördlichen Auflagen für Konzerte ab dem 18. Mai gelten, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Interessenten für Konzerte mit derzeit begrenzter Platzkapazität können sich auf Wartelisten eintragen lassen und werden benachrichtigt, sobald das Klavier-Festival Ruhr für diese Konzerte wieder Karten anbieten kann. Auf der Webseite www.klavierfestival.de informiert das Klavier-Festival Ruhr kontinuierlich über Änderungen und Aktualisierungen.

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie für das vollständig privat finanzierte Festival appelliert Intendant Franz Xaver Ohnesorg an die Kunden des Klavier-Festivals Ruhr: „Wir hoffen, dass uns unsere Konzertbesucher auch an den neuen Konzertterminen die Treue halten. So dieses im Einzelfall zeitlich nicht möglich sein sollte, wären wir natürlich sehr dankbar, wenn unsere Kunden den der Stiftung Klavier-Festival Ruhr zufließenden Netto-Wert der Eintrittskarten in eine steuerbegünstigte Spende umwandeln würden.“ In diesem Fall bittet das Klavier-Festival Ruhr um eine Mail an spende@klavierfestival.de mit den Angaben zu den Konzertkarten, die in eine Spende umgewandelt werden soll.

Kartenbestellungen sind weiterhin möglich unter der Hotline (0221) 280 220 oder platzgenau im Internet (www.klavierfestival.de).

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Essen, Philharmonie Essen, Organistin Iveta Apkalna – Kremerata Baltica, 11.11.2018

November 5, 2018 by  
Filed under Konzert, Philharmonie Essen, Pressemeldung

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Iveta Apkalna © Nils Vilnis

Philharmonie Essen / Iveta Apkalna © Nils Vilnis

Organistin Iveta Apkalna – Kremerata Baltica

Konzert am Sonntag, 11. November 2018  20 Uhr

Seit 2017 ist Iveta Apkalna Titularorganistin an der Hamburger Elbphilharmonie – und bekleidet damit wohl eines der begehrtesten Organistenämter weltweit. Am Sonntag, 11. November 2018, um 20 Uhr ist die Lettin nun an der großen Kuhn-Orgel der Philharmonie Essen zu Gast. Und sie kommt nicht allein: Mit dabei ist das vom weltbekannten Geiger Gidon Kremer gegründete Ensemble Kremerata Baltica. Gemeinsam präsentieren Apkalna ein Programm, das die Musik von Johann Sebastian Bach mit Werken baltischer Komponisten kombiniert. Zur Aufführung kommen das Konzert d-Moll für Orgel und Streicher (BWV 1052) und die Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo (arrangiert für Streichorchester) von Johann Sebastian Bach, die „Voices“- Sinfonie von Peteris Vasks, die Sinfonie für Streicher und Pauken von Lepo Sumera und das „Voice of the Ocean“- Konzert für Orgel und Streichorchester von Eriks Esenvalds.

Die in Berlin und Riga lebende Iveta Apkalna ist als Orgelvirtuosin weltweit gefragt. In der aktuellen Spielzeit tourt sie gemeinsam mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons in Europa und gastiert in München, Budapest, Luxemburg, Amsterdam, Paris und im Musikverein Wien. Im Juli 2018 gab sie ihr Debüt bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London. In der Philharmonie Essen war Iveta Apkalna schon mehrfach zu Gast.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Essen, Klavierfestival Ruhr 2017, Schwerpunkt Amerikanische Klaviermusik, 15.3.2017

Januar 17, 2017 by  
Filed under Klavierfestival, Konzert, Pressemeldung

Klavierfestival Ruhr 2017

Klavierfestival Ruhr 2017 / Davies_Namekawa_Glass © Mark Wohlrab

Klavierfestival Ruhr 2017 / Davies_Namekawa_Glass © Mark Wohlrab

Klavier-Festival Ruhr 2017

Amerikanische Klaviermusik im Mittelpunkt

Die Musik der „beiden Amerikas“ steht im Mittelpunkt des Klavier-Festivals Ruhr 2017. In 69 Veranstaltungen auf 36 Podien in 22 Städten – darunter erstmals im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum – feiert das Klavier-Festival zwischen 5. Mai und 20. Juli die reiche Vielfalt der Musik in der Neuen Welt.

Amerika steht nach 2002 und 2012 zum dritten Mal im Fokus des Festivals. Anlass ist nun der 80. Geburtstag von Philip Glass am 31. Januar 2017. Der Mitbegründer der Minimal Music wird selbst zu Gast sein: Am Mittwoch, 12. Juli spielt er im Weltkulturerbe Zeche Zollverein gemeinsam mit Maki Namekawa und Dennis Russell Davies ein Programm mit eigenen Werken. Für ihren Einsatz für zeitgenössische Klaviermusik werden die drei Künstler mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr geehrt.

Schirmherr des Festivals 2017 ist Klaus Engel. Der Vorsitzende des Vorstands der Evonik Industries AG hierzu: „Als Manager und Bürger des Ruhrgebiets ist es meine tiefe Überzeugung, dass wir solche markanten Aushängeschilder und Erfolgsgeschichten wie die des Klavier-Festivals Ruhr benötigen, um für die Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit unserer Region zu werben. Auch aus diesem Grund hat der Evonik-Vorstand die Entscheidung getroffen, sich anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Evonik Industries AG erstmalig als Hauptsponsor für das Klavier-Festival Ruhr zu engagieren.“

Der programmatische Schwerpunkt macht deutlich, wie sich die vielfältigen kulturellen Traditionen im „melting pot“ Amerika in einer reichen und innovativen Musik widerspiegeln. Mit dem Akzent des Festivals auf Amerika will Intendant Franz Xaver Ohnesorg an die humanistischen Werte dort beheimateter Künstler erinnern, etwa von Philip Glass, John Adams, Leonard Bernstein und nicht zuletzt George Gershwin. Ohnesorg: „Sie haben mein Bild von Amerika weit mehr geprägt, als die Ereignisse der letzten Monate. Zudem lohnt es sich, den Schatz südamerikanischer Klaviermusik zu heben, zum Beispiel mit Werken von Alberto Ginastera, Heitor Villa-Lobos und Astor Piazzolla.“

In den Konzertprogrammen werden über 60 Werke von 31 nord- und südamerikanischen Komponisten erklingen, von John Adams bis Earl Wild, darunter bedeutende Werke wie die Originalfassung für Klavier der Rhapsody in Blue George Gershwins oder El Salón México von Aaron Copland. Dieses Werk wird auch in der Orchesterfassung aufgeführt, ebenso wie Gershwins Cuban Ouverture oder die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein.

Erfreuliche Initiativen machen eine stärkere Präsenz des Klavier-Festivals Ruhr in den beiden Städten Wuppertal und Bochum möglich. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Geschäftsführung der Historischen Stadthalle Wuppertal konnte das Klavier-Festival weitere Sponsoren in Wuppertal gewinnen. Die Reihe der fünf Konzerte eröffnet ein Auftritt von Daniel Barenboim schon am Mittwoch, 15. März 2017.

Mit sechs Konzerten in Kooperation mit den Bochumer Symphonikern bildet das Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum einen neuen Aufführungs-Schwerpunkt, beginnend mit dem ausverkauften Extra Konzert am Donnerstag, 9. März –  zum 70. Geburtstag von Gidon Kremer – und dem Eröffnungskonzert des Festivals am Freitag, 5. Mai 2017 mit dem amerikanischen Klavierduo Christina und Michelle Naughton. Das Abschlusskonzert am Donnerstag, 20. Juli 2017 in der Mercatorhalle in Duisburg ermöglicht ein Wiedersehen mit Grigory Sokolov.

Zu den programmatischen Höhepunkten des weltweit wichtigsten Pianistentreffens gehören zwei Abende mit Igor Levit in Düsseldorf, der Variationen von Bach, Beethoven und Rzewski spielt, und die Aufführung aller neun Klaviersonaten von Sergej Prokofjew durch Olli Mustonen in der Stadthalle Mülheim/Ruhr. Der brasilianische Grandseigneur Nelson Freire wirft am Mittwoch, 17. Mai 2017 in Bochum einen Blick auf die Musik seines Heimatlandes. Mit Uraufführungen von Walter Braunfels, Vassos Nicolaou, Stefan Heucke und Manfred Trojahn plus einer neuen Komposition in der JazzLine erweist sich das Klavier-Festival Ruhr erneut als entschiedener Förderer eines in die Moderne erweiterten Repertoires.

Viele Meisterpianisten unserer Zeit folgen der Einladung zum Klavier-Festival, unter ihnen Khatia Buniatishvili, Rafa Blechacz, Rudolf Buchbinder, Radu Lupu und Sir András Schiff. Der 93jährige Menahem Pressler gibt dem Klavier-Festival Ruhr die besondere Ehre eines Auftritts: Am Freitag, 14. Juli 2017 spielt er im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum. Ein besonderes Anliegen ist dem Klavier-Festival Ruhr seit seiner Gründung 1988 die Förderung junger Pianisten. In der Reihe „Die Besten der Besten“ stellen sich zwei Preisträger internationaler Wettbewerbe vor. Zu den jungen Debütanten zählt der Stipendiat des Klavier-Festivals 2016, Lucas Jussen. Der Niederländer erhält das Stipendium auf Vorschlag des letztjährigen Preisträgers des Klavier-Festivals Ruhr, Arcadi Volodos. Der 23jährige spielt am Mittwoch, 14. Juni in Haus Opherdicke in Holzwickede.

Mit acht Konzerten nimmt der Jazz erneut eine prominente Rolle im Programm des Klavier-Festivals ein. Die JazzLine eröffnet Michel Camilo mit dem Gitarristen Tomatito am Dienstag, 9. Mai 2017 im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Hilario Durán spielt mit Chucho Valdés und der WDR Big Band Köln in der Philharmonie Essen (31. Mai 2017) ein eigenes neues Konzert für zwei Klaviere und Big Band.

Für seine von Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg initiierte außergewöhnliche Education-Arbeit wurde das Klavier-Festival Ruhr zuletzt mit dem begehrten ECHO Klassik 2016 ausgezeichnet. Die Aktivitäten des Education-Teams um Dr. Tobias Bleek und Richard McNicol bilden hunderte von Kindern kreativ und fördern sie nachhaltig. Die Stiftung Mercator und Klöckner & Co SE ermöglichen die Education-Arbeit maßgeblich. Little Piano School und KlavierGarten führen inzwischen ganzjährig mehr als 300 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren an das Klavier und die Welt der Musik. Schulübergreifende Projekte und Inklusions-Projekte spielen eine Hauptrolle bei der kreativen Workshop-Arbeit in Duisburg-Marxloh. Kinder und Jugendliche befassen sich in diesem Jahr mit Musik von Igor Strawinsky.

Der Kartenvorverkauf für alle Konzerte beginnt am Samstag, den 14. Januar 2017 um
10 Uhr. Tickets sind telefonisch unter der Hotline 01806/ 500 80 3 erhältlich (0,20 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobil max. 0,60 € pro Anruf) oder können platzgenau im Internet gebucht werden (www.klavierfestival.de).

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Nächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung