Andrzej Saciuk – Der wunderbare Basssänger verstarb, 12. Mai 2020

Juni 8, 2020 by  
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Andrzej Saciuk © Dieter Müller

Andrzej Saciuk © Dieter Müller

 

 Andrzej Saciuk : 1933 – 2020

Der wunderbare Basssänger verstarb in Berlin

von  Dieter Müller

Bedauerlicherweise verstarb in Berlin im Alter von 87 Jahren der beliebte polnische Bass Andrzej Saciuk. Seinen über 60 Jahre andauernden künstlerischen Weg bestritt er voller Leidenschaft, Liebe und Respekt für die Bühne, das Publikum und alle Theaterleute.

Andrzej Saciuk absolvierte eine Schauspiel- und Regieausbildung an der Theaterschule in Lódz und studierte Gesang bei Stanislawa Zawadska in Warschau und Gino Bechi in Italien. Sein Bühnendebüt gab er 1954 mit der Rolle von Skoluba in Moniuszko’sGespensterschloß“ am Grand Theatre in Lódz.

Gespensterschloss – Stanislaw Moniuszko
youtube Trailer Andrzej Saciuk als Skoluba
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Er arbeitete als Regisseur und Sänger an der Schlesischen Oper in Bytom. Lódz, der Posener Oper und der Warschauer Kammeroper.

Der zweite Preis beim ARD-Gesangswettbewerb in München verhalf ihm zu einer internationalen Karriere auf den Bühnen Europas, Amerikas und Asiens. Er trat u.a. mit Renata Tebaldi, Montserrat Caballé, Carlo Bergonzi und Placido Domingo in den renommiertesten Konzerthallen der Welt auf.

Faust – Charles Gounod
youtube Trailer Andrzej Saciuk als Mephisto
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Ab 1972  sang Andrzej Saciuk vor allem in Deutschland und wurde Ensemblemitglied am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, sowie ab 1976 für 22 Jahre an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, die ihn 1998 mit dem Kammersänger-Titel ehrte. Düsseldorf blieb er bis zu seinem Bühnenabschied in 2011 („Titurel“ in Richard Wagners „Parsifal“) als Gast eng verbunden. Unter den vielen herausragenden Bühnencharakteren des Sängers sind: Philipp in „Don Carlos“, Mephisto in Gounod’s „Faust“ (in über 200 Aufführungen), Fürst Gremin in Tschaikowsky’s „Eugen Onegin“, Zacharias in Verdis „Nabucco“, und die Titelrolle in Mussorgsky’sBoris Godunov“.

Boris Godunov – Modest Petrowitsch Mussorgski
youtube Trailer Andrzej Saciuk als Boris
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Eugen Onegin – Pjotr Iljitsch Tschaikowski
youtube Trailer Andrzej Saciuk als Gremin
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Andrzej Saciuk war nicht nur ein ausgezeichneter Sänger, sondern auch als Lehrer ein unermüdlicher Verfechter der Vokalkunst. Dieser wunderbare Mensch und Sänger wird unvergessen bleiben.

—| IOCO Portrait |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Iphigénie en Tauride, ab 04.02.2020

Dezember 12, 2019 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Iphigénie en Tauride – Christoph Willibald  Gluck

Joyce El-Khoury wird in der kommenden Vorstellungsserie von Christoph Willibald Glucks Iphigénie en Tauride die Titelpartie anstelle von Amanda Majeski übernehmen und damit ihr Rollen- und Hausdebüt an der Staatsoper Stuttgart geben. Glucks Meisterwerk in der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski ist ab dem 4. Februar 2020 wieder auf der Stuttgarter Opernbühne zu erleben. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des britischen Barock-Spezialisten Christopher Moulds, der das Stuttgarter Publikum zuletzt mit seinem Dirigat bei Georg Friedrich Händels Ariodante begeisterte und anstelle von Stefano Montanari ans Pult des Staatsorchesters Stuttgart zurückkehrt. Der Vorverkauf für die ersten Vorstellungstermine hat bereits begonnen.

Staatsoper Stuttgart / Joyce El Khoury © Fay Fox

Staatsoper Stuttgart / Joyce El Khoury © Fay Fox

Joyce El-Khoury, Sopran, ist regelmäßiger Gast an den großen internationalen Opernhäusern und Festivals wie dem Teatro Real Madrid, der Opera Australia Sydney, Glyndebourne, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Washington National Opera sowie der Bayerischen Staatsoper in München. Zu ihren zentralen Partien zählen u. a. Mimì (La Bohème), Violetta (La traviata), Tatjana (Eugen Onegin) und Liù (Turandot). Sie erhielt ihren Bachelor of Music an der University of Ottawa, ihr Artist Diploma an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia und absolvierte das Metropolitan Opera Lindemann Young Artist Development Program. Außerdem ist sie Preisträgerin mehrerer internationaler Gesangswettbewerbe, u. a. die Loren L. Zachary Competition. In der aktuellen Saison sang Joyce El-Khoury Liù (Turandot) in Toronto und wird als Anna (Le Villi) in Limoges, als Mirra (Sardanapalo) in Budapest sowie in St. Louis für die Uraufführung von Awakenings (Tobias Picker und Aryeh Lev Stollman) gastieren. Außerdem sang sie in dieser Spielzeit Verdis Requiem in Mexiko und Beethovens 9. Symphonie in Prag. Beim Al-Bustan Festival ist sie erneut in Verdis Requiem zu erleben und wird im März 2020 bei der AIDS-Gala in Düsseldorf zu Gast sein.

Joyce El-Khoury gibt als Iphigénie ihr Debüt an der Staatsoper Stuttgart; Christopher Moulds dirigiert

Christopher Moulds gastierte u. a. am Aalto-Musiktheater Essen, an der Netherlands Opera, an der Opéra National de Lyon, an der Semperoper Dresden und am Theater an der Wien. Als regelmäßiger Gast an der Staatsoper Berlin und der Bayerischen Staatsoper München dirigierte er Werke von Händel und Mozart, aber auch Benjamin Brittens Turn of the Screw und Harrison Birtwistles Punch and Judy. 2015 übernahm Moulds die Musikalische Leitung von Monteverdis Orfeo am Royal Opera House. Weitere Gastengagements im Barock-Bereich waren die Händel-Opern Alcina am Teatro Real in Madrid, Orlando und Rodelinda in Moskau, Semele mit der Canadian Opera Company an der Brooklyn Academy of Music in New York sowie die Sasha Waltz-Produktion Dido und Aeneas am Teatro Colón in Buenos Aires und am Teatro dell’Opera di Roma. Im Konzertbereich arbeitete er u. a. mit der Akademie für Alte Musik Berlin, mit dem London und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Mozarteumorchester Salzburg und den Wiener Symphonikern zusammen. Er gastierte zudem bei den Bregenzer Festspielen und mit Mozarts La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen. 2017/18 debütierte er an der Nationaloper in Norwegen mit Don Giovanni. 2018/19 dirigierte Christopher Moulds an der Staatsoper Stuttgart Händels Ariodante.

 

Vorstellungen:
04. / 08. / 15. / 18. Februar 2020
04. März 2020

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

Zenon Kosnowski, Eine große Stimme ist verstummt, IOCO Aktuell, November 2019

Zenon Kosnowski / Scarpia © Kosnowski

Zenon Kosnowski / Scarpia © Kosnowski

von  Adolph Brune

Eine große Stimme ist verstummt
– Zum Tod von Zenon Kosnowski –

Zenon Kosnowski nahm zunächst in Danzig ein Studium der Geschichte auf, welches er mit einem Diplom abschloss. Bereits zu dieser Zeit galt seine Liebe der Oper und so entschloss er sich Gesang zu studieren.

In Warschau fand er in Prof. Wiktor Bregy, ein erfolgreicher Tenor, den geeigneten Lehrer, der seine Stimme nach der Methode des italienischen Belcanto ausbildete. Kosnowski blieb während seiner gesamten Karriere dieser Linie treu und begründete darauf seine späteren Erfolge.

Nach seinem Abschluss nahm er an verschiedenen nationalen und internationalen Gesangs-Wettbewerben teil bei denen ihm viele Preise verliehen wurden. Nach seinem ersten Engagement in Danzig, wo er u.a. die Partie des Zbigniew in der polnischen Nationaloper Das Geisterschloss  von Stanislaus Moniuszko sang, wechselte er nach Frankfurt am Main, wo er unter der Leitung von Sir Georg Solti Mitglied des dortigen Ensembles wurde.

Nach kurzen Stationen in Oberhausen und Wuppertal wurde Zenon Kosnowski an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf – Duisburg berufen, wo man ihm nach einiger Zeit die Partie des Wotan im Ring des Nibelungen von Richard Wagner anbot. Der Erfolg war sensationell und der Beginn einer großen, internationalen Karriere.

Walküre / Wotan – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Es folgten Konzert- und Opernauftritte am Nationaltheater München, an den Staatsopern Hamburg, Stuttgart und Hannover, so wie in Rom, Barcelona, Triest, Nizza, Warschau, Moskau und New York, wo er mit der international renommierten Sängerelite, wie Mirella Freni, Eva Marton, Nicolai Ghiaurov, Renato Bruson, Carlo Cossutta und Rene Kollo auftrat.

Zenon Kosnowski erarbeitete sich im Laufe der Jahre ein breit gefächertes Repertoire. Neben seinen Paraderollen, Wotan, Amfortas, Holländer, Scarpia und Escamillo sang er auch den Beckmesser, Falstaff, Dulcamara und viele weitere Partien, die seine Vielseitigkeit unterstrichen.

Parsifal / Amfortas – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Unvergesslich – 1989 in der Semperoper Dresden – kurz vor der Öffnung der Grenze – Zenon Kosnowski als Holländer im Fliegenden Holländer unter der Regie von Wolfgang Wagner.

Der Fliegende Holländer – Richard Wagner
youtube Trailer Zenon Kosnowski
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Nicht nur seine stimmlichen Leistungen, sondern auch seine facettenreichen Darstellungen wurden bewundert und hoch gelobt. Als Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf – Duisburg wurde Zenon Kosnowski in Würdigung seiner künstlerischen Leistungen der Titel des Kammersängers verliehen.

In den frühen Morgenstunden des 28. Oktober 2019 verstarb Zenon Kosnowski im Alter von 88 Jahren. Er wird seinen Freunden und Kollegen unvergessen bleiben.

www.kosnowski.de

—| IOCO Portrait |—

Wien, Wiener Staatsoper, Staatsoper trauert – Marcello Giordani, 05.10.2019

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Wiener Staatsoper trauert  –  Marcello Giordani

Die Wiener Staatsoper trauert um den italienischen Tenor Marcello Giordani, der am Samstag, 5. Oktober 2019 zuhause in Augusta (Provinz Syrakus, Sizilien) im Alter von 56 Jahren einem Herzinfarkt erlegen ist. Die Staatsoperngemeinschaft drückt seiner Frau und den beiden Kindern ihre aufrichtige Anteilnahme aus.

Der 1963 in Augusta, Sizilien, geborene Marcello Giordani gewann 1986 den Gesangswettbewerb in Spoleto und debütierte im selben Jahr ebendort als Rigoletto-Herzog. Er avancierte bald zu einem der international gefragtesten Tenöre seines Fachs mit Auftritten an den bedeutendsten Häusern der Welt, so an der Mailänder Scala, der New Yorker Met, dem Royal Opera House Covent Garden in London, an der Pariser Oper, in San Francisco, Chicago, Barcelona, an der Dresdner Semperoper, der Arena di Verona u. v. a. m. A

n der Wiener Staatsoper gab Giordani bereits 1992 sein Debüt als Sänger im Rosenkavalier, es folgten Hauptpartien u. a. in I puritani, Rigoletto, La traviata, La Bohème, Roméo et Juliette, La forza del destino oder Aida. 2016 gab er seine Staatsopern-Rollendebüts als Calaf in Turandot und als Des Grieux an der Seite Anna Netrebkos in Manon Lescaut. Insgesamt gestaltete Marcello Giordani 14 verschiedene Partien in 72 Vorstellungen im Haus am Ring. Sein letzter Auftritt auf dieser Bühne war Radames (Aida) am 2. Oktober 2016. Marcello Giordani war auch sehr um den Sängernachwuchs bemüht: 2010 gründete er die Marcello Giordani Foundation mit dem Ziel, junge Sängerinnen und Sänger zu Beginn ihrer professionellen Karriere zu unterstützen; 2011 fand der erste Marcello Giordani Gesangswettbewerb auf Sizilien statt.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

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