Kassel, Staatstheater Kassel, September 2020 – L’ultimo sogno, Der Sturm .. IOCO Aktuell, 30.06.2020

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Spielplan –  September 2020

Nach Lockdown und Ersatzspielplänen senden wir Ihnen schon jetzt voller Optimismus unsere Spielplanvorschau für September 2020. Mit fünf Premieren, bzw. Uraufführungen und einem prallen Programm rundherum starten wir in eine Spielzeit, die möglicherweise noch so einige Unwägbarkeiten birgt und zugleich die letzte unter Intendant Thomas Bockelmann ist. Einiges am Spielplan hat sich seit der Präsentation im März bereits geändert: So spielen wir die berühmte Verdi-Oper La Traviata nicht in gewohnter Form, sondern bringen mit L’ultimo sogno – Der letzte Traum von Carlo Ciceri eine Annäherung an das Verdi-Werk zur Uraufführung.

Darüber hinaus wird das erste Sinfoniekonzert wird nicht in der Stadthalle, sondern im Opernhaus stattfinden, dort allerdings an vier Terminen.

Staatstheater Kassel / Intendant Thomas-Bockelmann © N. Klinger

Staatstheater Kassel / Intendant Thomas-Bockelmann © N. Klinger


 Der Sturm  –  William Shakespeare

Fassung von Joachim Lux

Inszenierung: Thomas Bockelmann, Bühne: Sabine Böing, Kostüme: Ulrike Obermüller, Musik: Jens Kilz, Dramaturgie: Michael Volk

Mit Meret Engelhardt (Caliban / Miranda), Christina Weiser (Ariel / Ferdinand) und Jürgen Wink (Prospero)

Der Wissenschaftler Prospero, der sich als Herzog von Mailand statt zu regieren eher dem Studium und den Künsten hingegeben hat, wurde von seinem Bruder entmachtet, mit seiner kleinen Tochter Miranda auf See ausgesetzt und auf eine Insel gespült. Wie viele von Shakespeares magischen Landschaften changierend zwischen Tropenhölle und Paradies (die Kolonialisierungsgeschichte Europas mit den Berichten und Schätzen aus fernen Ländern wirkt hier in die Literatur hinein), ist das Eiland den Neuankömmlingen Experimentierfeld und Spielwiese, ein Ort, an dem der Mensch fernab der Zivilisation ganz von vorne beginnen kann: Macht und Ohnmacht des menschlichen Verstandes im Kräftemessen mit der Natur, deren Teil er doch ist – hier sind alle großen Themen Shakespeares und der Renaissance noch einmal versammelt. Mit Hilfe zweier Wesen, einem poetischen Monster namens Caliban, Sohn einer alten Insel-Hexe, und dem Luftgeist Ariel, gelingt es Prospero eines Tages, einen Sturm zu beschwören, der alle seine Feinde – seinen verräterischen Bruder samt Verbündeten – als Schiffbrüchige in seine Gewalt bringt. Miranda, die noch nicht viel von der Welt jenseits der Insel und somit noch nicht viele Männer gesehen hat, verliebt sich in einen der Gestrandeten: Ferdinand, Prinz von Neapel. Wenn Prospero auf seine Rache verzichtete, wäre die Inselromanze ein erster Schritt für eine allgemeine Aussöhnung …

Shakespeares letztes Stück ist in seiner poetischen, lebensprallen Verspieltheit, seiner Welterkundungslust, seiner Rohheit und zarten Melancholie auch ein Vermächtnis und ein Abschied des großen Theaterdichters.

Premiere: Samstag, 12. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Uraufführung   –  Bär im Universum

von Dea Loher

Inszenierung: Martina van Boxen, Bühne: Michael Habelitz, Kostüme: Esther van de Pas, Musik: Olaf Pyras, Dramaturgie: Julia Hagen

Mit Aljoscha Langel (Benny, ein Eisbär), Amelie Kriss-Heinrich (Polly), Lua Barros Heckmanns (Anni / Ute / Isabella) und Olaf Pyras (Rübe / Livemusik)

Eisbär Benny (mit weichem B!) ist nicht nur die Scholle und damit seine Heimat unterm Hintern weggeschmolzen, er ist auch noch der allerletzte seiner Art – im ganzen Universum. Wenn das mal nicht zum Heulen ist. Um sich selbst vor dem Aussterben zu bewahren, begibt er sich auf die Suche nach einem Eisbärmädchen und trifft Polly (mit Doppel-L!). Polly ist zwar genau wie Benny auch weiß und flauschig, aber leider kein Eisbär, sondern ein Huhn. Während sich Benny und Polly fragen, ob aus Eiern auch kleine Hühnerbärchen und Bärenhühnchen schlüpfen können, melden sich jede Menge Tiere auf Bennys Kontaktanzeige. Sie fliehen vor Buschfeuer und Wilderei, Fangnetzen und schwimmenden Müllbergen, manche haben eine Vorliebe für elektronische Musik und sie alle fürchten sich vor dem Aussterben. Doch mit wem soll man sich paaren, wenn man der Letzte seiner Art ist? Wer weist einem den komplizierten Weg durch Artensterben, Plastikmeere und Waldbrände? Und welcher Stern ist eigentlich der hellste am Himmel?
Dea Lohers erstes Kinderstück erzählt einfühlsam und augenzwinkernd von den Unwägbarkeiten unserer Zeit, vom Sichverlieben und Sichverpassen, von Freundschaft und vor allem von Hoffnung. Martina van Boxen, FAUST-Preisträgerin und seit 2019 Leiterin des JUST – Junges Staatstheater Kassel, wird mit dieser Uraufführung unser Programm für junges Publikum eröffnen.

Uraufführung: Sonntag, 13. September, 15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum


Der zerbrochne Krug

von Heinrich von Kleist

Inszenierung: Markus Dietz, Bühne und Kostüme: Mayke Hegger, Licht: Christian Franzen, Dramaturgie: Petra Schiller

Mit Bernd Hölscher (Adam, Dorfrichter), Hagen Bähr (Walter, Gerichtsrath), Lukas Umlauft (Licht, Schreiber), Rahel Weiss (Frau Marthe Rull), Christina Thiessen (Eve, ihre Tochter), Uwe Steinbruch (Veit Tümpel, ein Bauer), Sandro Šutalo (Ruprecht, sein Sohn)

Staatstheater Kassel / Der zerbrochne Krug - Bernd Hoelscher © N. Klinger

Staatstheater Kassel / Der zerbrochne Krug – Bernd Hoelscher ©
N. Klinger

Adam, Richter in Huisum, einem fiktiven Dorf bei Utrecht, ist nicht in bester Verfassung: Wunden auf dem Kopf und im Gesicht, der Fuß verletzt, die Perücke abhanden. Adam will beim Aufstehen aus dem Bett gefallen sein. Zwar klingt die Geschichte merkwürdig, doch für detaillierte Nachforschungen bleibt keine Zeit. Es ist Gerichtstag und darüber hinaus hat sich Gerichtsrat Walter angekündigt, der eine (nicht mehr ganz) geheime Inspektion durchführen will. Vor Gericht stehen sich die Familien Rull und Tümpel gegenüber, Corpus Delicti ist ein Krug, der am gestrigen Abend bei Marthe Rulls Tochter Eve zu Bruch gegangen ist. Nun fordert die Mutter Schadensersatz vom Bräutigam Ruprecht, er sei’s gewesen, als er sich unerlaubt in Eves Kammer schlich. Dieser aber leugnet standhaft und möchte die Verlobung mit Eve lösen, da er einen anderen Mann in Eves Kammer ertappt habe, der den Krug zerbrach. Adam indes setzt alles daran, mehr Dunkel als Licht in den Fall zu bringen, verstrickt sich dabei aber selbst immer mehr im Netz der Wörter. Die Einzige, die etwas zur Aufklärung beitragen könnte, schweigt sich über das nächtliche Ereignis aus. Was geschah in den „abgemessnen zwei Minuten“, in denen Adam Eves Hände hielt und schwieg?
Der zerbrochne Krug ist die »witzigste, geistreichste, überraschendste Komödie in deutscher Sprache« (Peter Michalzik). Kleist analysiert aber auch Machtstrukturen, deren Missbrauch und Erhalt – wenn Eve endlich zu sprechen beginnt.

Premiere: Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Staatstheater Kassel / L'ultimo sogno - Carlo-Ciceri © Giancarlo Pradelli

Staatstheater Kassel / L’ultimo sogno – Carlo-Ciceri ©
Giancarlo Pradelli

Uraufführung  –  L’ultimo sogno – Der letzte Traum

Annäherung an La Traviata in einem Akt von Carlo Ciceri / Giuseppe Verdi
Text: Francesco Maria Piave,  in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Bruno Klimek, Bühne: Hermann Feuchter, Kostüme: Tanja Liebermann, Dramaturgie: Christian Steinbock, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Vlada Borovko als Gast (Violetta Valéry), Maren Engelhardt (Flora Bervoix), Lena Langenbacher (Annina, Violettas Dienerin), Giordano Lucà als Gast (Alfredo Germont), Hansung Yoo / Cozmin Sime (Giorgio Germont), Bassem Alkhouri (Gastone, Vicomte de Létorières), Daniel Holzhauser (Barone Douphol) u.a.m.

Für die Pariser Edelkurtisane Violetta Valéry zählen nur der Rausch des Augenblicks und die unbedingte Freiheit, bis sie Alfredo Germont und mit ihm Liebe und Glück kennenlernt. Doch ihr Leben an seiner Seite endet jäh, als Alfredos Vater sie um die Auflösung der Beziehung bittet: Die Zukunft seiner eigenen Familie stünde auf dem Spiel. Schweren Herzens verlässt Violetta Alfredo und kehrt – von der Tuberkulose gezeichnet – in die Halbwelt zurück, der sie sich entflohen glaubte.

Staatstheater Kassel / L'ultimo sogno - Vlada Borovka © Nataliya Anasimova

Staatstheater Kassel / L’ultimo sogno – Vlada Borovka © Nataliya Anasimova

Das Staatstheater Kassel hat den aus La Spezia stammenden italienischen Komponisten und Dirigenten Carlo Ciceri beauftragt, eine Neuinterpretation von Verdis berühmter Oper „La Traviata“ zu schreiben, die den Pandemie-Einschränkungen gerecht wird und dabei die musikalische Linie Verdis unangetastet lässt. Dabei instrumentiert Ciceri verschiedene Stimmen aus der Originalpartitur für ein Orchester von rund 20 Musikern mit der Intention, Verdis musikalischem Duktus zu folgen und zugleich neue und individuelle Klangfarben zu schaffen. Der Fokus der durch notwendige Striche straffer gewordenen Erzählung liegt dabei ganz auf der Figur der Violetta, die selbst Opfer der Tuberkulose wird – Opfer einer sogenannten „stillen Pandemie“: Aus dem Rückblick der sterbenden Kurtisane wird das vorherige Geschehen aufgerollt und Violetta träumt im Fieberwahn einen letzten großen Liebestraum. Er ist auch Titel gebend für die Uraufführung des neu geschaffenen Werkes: „L’ultimo sogno“.

Uraufführung: Samstag, 19. September, 19.30 Uhr, Opernhaus


 z. B.  Philip Seymour Hoffman

von Rafael Spregelburd, deutsche Übersetzung von Klaus Laabs

Inszenierung: Wilke Weermann, Bühne und Kostüme: Paula Wellmann, Musik: Constantin John, Dramaturgie: Thomaspeter Goergen, Video: Christian Neuberger

Mit Eva-Maria Keller, Alexandra Lukas, Marius Bistritzky, Tim Czerwonatis, Enrique Keil, Stephan Schäfer, Artur Spannagel

Ein japanischer Teenager, der in einer Gameshow alles über seinen Lieblingsschauspieler beantworten kann, sogar die Farbe dessen Slips … jetzt, im Augenblick der Show. Sodann ein Schauspieler, der zur Identitäts-Therapie muss, weil er zwar arbeitslos ist, zugleich dauernd für Philip Seymour Hoffman gehalten wird. Und zu guter Letzt kein Geringerer als eben der legendäre Philip Seymour Hoffman, der von einer Produktionsfirma ein überaus seltsames Angebot erhält … Willkommen im magischen Realismus. Drei Handlungsstränge, in denen die Zeit nicht linear verläuft, Kausalitäten höchst subjektiv sind, das Wunderbare alltäglich, das Alltägliche dagegen wunderbar. In Südamerika, bei Jorge Luis Borges etwa oder Gabriel García Márquez, floriert dieses Genre, in dem du die Geschichte schreibst und die Geschichte dich: Transitions in eine Dritte Realität, die Zone zwischen dem echten Wirklichen und dem fiktiven Realen. In diesem Sinne zaubert (oder realisiert) der argentinische Schauspieler, Regisseur und Autor Rafael Spregelburd dieses Tableau absurder, zärtlicher, existentialistischer und verrückter Szenen um einen animierten Flughafen, den hungrigen Godzilla, ein Haus aus Papier, den Prototyp der Kartoffel und: Weihnachten im November! Und natürlich auch »zum Beispiel« – Philip Seymour Hoffman …

Deutsche Erstaufführung: Sonntag, 20. September, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum

 


KONZERTE – Auswahl


Staatstheater Kassel / 1_Sinfoniekonzert-Francesco Angelico © N. Klinger

Staatstheater Kassel / 1_Sinfoniekonzert-Francesco Angelico ©
N. Klinger

1.  Sinfoniekonzert

Anton Webern: 5 Stücke für Orchester op. 10,  Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58, Franz Schreker: Kammersinfonie in einem Satz

Solist: Gerhard Oppitz (Klavier), Musikalische Leitung: Francesco Angelico

Aus der Stille heraus eröffnet das Klavier ganz solistisch das 4. Konzert für Klavier und Orchester von Ludwig van Beethoven. Nach fast sechsmonatiger Zwangs-Stille wird diese Herzmusik im 1. Sinfoniekonzertwieder zu Herzen gehen“, so wie es Beethoven einmal selbst geschrieben hat. Gerhard Oppitz, der international gefeierte Brahms- und Beethoven-Interpret, wird diese Musik gemeinsam mit Francesco Angelico und dem Staatsorchester wieder zum Leben erwecken. Gleich viermal(!), wird er das Konzert des diesjährigen Jubilars in Kassel zu Gehör bringen.

Anton Webern beschwört in seinen fünf Stücken für Orchester op. 10 seine eigene Welt herauf. In knapp sechs Minuten reduziert er die Musik auf das Wesentliche und erschafft eine intensive Emotionalität, die bis dahin ihresgleichen suchte. Kaum zu glauben, dass er dieses unnachahmliche Werk mit gerade einmal Mitte Zwanzig schrieb.

Franz Schreker, der zu Beginn der goldenen 20er-Jahre als einer der bedeutendsten Opernkomponisten neben Richard Strauss galt und wenig später als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt wurde, komponierte seine Kammersinfonie 1916. Das Werk ist eines seiner wenigen Ausflüge in die Welt der „absoluten Musik“ und verbindet die ausklingende Spätromantik mit der aufkommenden Wiener Moderne.

Sonntag, 6. September, sowie Montag, 7. September, jeweils um 17 Uhr und 20 Uhr im Opernhaus


GASTSPIELE UND EXTRAS – Auswahl


Förderverein Kasseler e.V. Jazzmusik präsentiert „Jazz im tif“ zu Gast im Schauspielhaus:

LANDSCAPES

Kongeniale Klangwelten zweier international renommierter Solisten

Markus Stockhausen (Trompete, Flügelhorn) und Ferenc Snétberger (Gitarre)

Staatstheater Kassel / Landscapes - Ferenc Snetberger und Markus Stockhausen © Angela Snétberger

Staatstheater Kassel / Landscapes – Ferenc Snetberger und Markus Stockhausen © Angela Snétberger

Markus Stockhausen, einer der wichtigsten europäischen Trompeter mit großer Variationsbreite, hat mit Ferenc Snétberger einen der besten akustischen Gitarristen Europas an seiner Seite. Ihr Duo ist ein Zusammentreffen zweier Charaktere, die auf intuitive Art und Weise miteinander zu kommunizieren wissen – eine spannungsvolle musikalische Gratwanderung im Grenzbereich zwischen Jazz, klassischer Musik und Weltmusik.

Über das Duo (CD „Streams“ ’07) schrieb U.Steinmetzger/ Leipziger Volkszeitung): „Diese CD ist ein seltener Solitär, weil zwei Individuen bei sich bleiben, indem sie zueinander finden… Diese Musik hütet sich davor, einfach nur schön sein zu wollen, indem sie sich anbiedert. Sie ist schön, weil sie strahlt, flirrt und etwas zu erzählen hat. Sie ist hochvirtuos, ohne je eitel aufzutrumpfen.“

Sonntag, 6. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Staatstheater Kassel / Klaus Doldinger_© Klaus Doldinger

Staatstheater Kassel / Klaus Doldinger_©
Klaus Doldinger

Theaterstübchen geht fremd – Ersatztermin für den 13. März 2020

Klaus Doldinger’s Passport feat. China Moses

Weltpremiere des neuen Albums –  Motherhood

Re-Make oder Neudeutung? Weder noch! In Klaus Doldingers Augen ist sein neues Album Motherhood, das er mit Passport, Gesangsgästen und Solist*innen eingespielt hat, gleichsam Rückblick und Standortbestimmung. „Motherhood“ gab es schon mal, Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre. Allerdings nicht als Albumtitel, sondern als Projektname mit dem vorangestellten Artikel The.

Doldingers besondere Verdienste für Fortbestand und Fortschritt der modernen Musik aus Deutschland sind mehrfach gewürdigt worden. Um mit bald 84 Jahren wieder aufzubrechen und neue Anknüpfungspunkte für seine Komponistenhandschrift zu finden, sei die energetische Standortbestimmung MOTHERHOOD sinnvoll gewesen, erklärt er. Das Publikum muss sich die Sinnfrage hingegen gar nicht stellen. Zuhören, genießen und erkennen zu können, warum Doldinger heute so klingt wie er klingt, ist beinahe ein Segen.

Sonntag, 13. März, 19.30 Uhr, Opernhaus            


„… und der Regen rinnt“. Literarisch-musikalische Eindrücke über Theresienstadt

Idee: Jugendchor CANTAMUS, Konzept und Szenario: Sophie Geismann, Clara Neher, Elena Padva, Emma Töppler, Maria Radzikhovskiy

Sara Nussbaum, Ilse Weber, Helga Weissová und Greta Klingsberg fahren zusammen in einem imaginären Zug und unterhalten sich über die Vergangenheit und die Zukunft. Alle vier waren während des zweiten Weltkrieges im Ghetto Theresienstadt. Wir wissen nicht, ob sie einander gekannt haben. Doch jetzt verflechten sich ihre Schicksale in einer literarisch-musikalischer Erzählung.

Montag, 28. September, 19.30 Uhr, Opernfoyer


—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Karlsruhe, Badisches Staatstheater, Georg Fritsche stellt Konzertsaison 2020/21 vor, IOCO Aktuell, 27.05.2020

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

2020/21 –  Erste Konzertsaison von Georg Fritzsch, designierter GMD

– VON HALTUNG & VERHALTEN –

„Annäherung an Karlsruhe, Annäherung an das Amt des Generalmusikdirektors eines traditionsreichen Orchesters und Theaters – wer alles vor mir hat diesen spannenden Weg des Kennenlernens in der langen Geschichte von BADISCHER STAATSKAPELLE und BADISCHEM STAATSTHEATER schon erleben dürfen!“, begeisterte sich der designierte Generalmusikdirektor Georg Fritzsch bei der Vorstellung der Konzertsaison 2020/21 in Karlsruhe. Fritzsch übernimmt am Pult der BADISCHEN STAATSKAPELLE nach Generalmusikdirektor Justin Brown, der die Position seit 2008 innehatte.

Zusammen mit Generalintendant Peter Spuhler und Orchesterdirektorin Dorothea Becker stellte Fritzsch das Konzertprogramm der BADISCHEN STAATSKAPELLE in der Spielzeit 2020/21 vor, die unter dem Motto VON HALTUNG & VERHALTEN steht. Umrahmt wurde die Pressekonferenz am 25. Mai mit musikalischen Einlagen von Musiker*innen der STAATSKAPELLE. Eröffnet wurde mit dem Scherzo aus dem zweiten Satz von Dvoraks Streichquintett in G-Dur (op. 77 B. 49), zum Abschluss spielte ein Bläserquartett Giovanni Gabrielis Canzone Nr.4.

Spuhler blickt gespannt auf die kommende Saison: „Mit Georg Fritzsch beginnt in dieser Spielzeit ein neuer Generalmusikdirektor: Herzlich willkommen! Nach 16 Jahren in gleicher Funktion am Theater Kiel bricht er nun in den Süden auf, um in Karlsruhe eine neue künstlerische Heimat zu finden. Mit 1 großer Vorfreude blicken wir seiner ersten Spielzeit in Karlsruhe entgegen. Gleichzeitig gibt es ein Wiedersehen mit Justin Brown, der länger als jeder andere Dirigent der letzten Jahrzehnte die Leitung der STAATSKAPELLE innehatte. Wir werden uns bei ihm für wunderbare Abende bedanken und ihn angemessen verabschieden.“

Badisches Staatstheater / Vl Der neue GMD Georg Fritsch, Mitte, wird im Orchestergraben des BST von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Generalintendant Peter Spuhler willkommen geheissen © Arno Kohlem / Badisches Staatstheater

Badisches Staatstheater / Vl Der neue GMD Georg Fritsch, Mitte, wird im Orchestergraben des BST von OB Dr. Frank Mentrup, Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Intendant Peter Spuhler willkommen geheissen © Arno Kohlem / Badisches Staatstheater

Für Fritzsch ist es besonders wichtig, sich dem „Spannungsfeld aus Innovation und Tradition“ zu verschreiben, dass Stadt und Staatstheater bedeuten. In den Planungen wird daher Vertrautes wie Neues zu finden sein, dass auf „die starken Stützen des Bestehenden“ aufgebaut wird: Auf die Sinfoniekonzerte, die Angebote an die junge Generation, die Kammerkonzerte der Mitglieder der BADISCHEN STAATSKAPELLE, auf JazzNights und die beliebte Konzertreihe Nachtklänge. „Die Sonderkonzerte werden dabei eine gewisse Erneuerung erfahren“, kündigte Fritzsch an. „Sie werden auch an anderen Spielorten, teils mit öffnenden Formaten und Stilen zu erleben sein, die BADISCHE STAATSKAPELLE wird mehr außerhalb des Gebäudes des STAATSTHEATERS zu erleben sein.“, verspricht der designierte Generalmusikdirektor. „Für mich persönlich, hinter der Mauer geborenen und aufgewachsen, ist die Annäherung an Karlsruhe zudem ein Ankommen in der Stadt, in der die Hüter unserer Verfassung, die Sachwalter von menschlicher Würde und persönlicher Freiheit, der Freiheit des Wortes wie von jedweder, auch künstlerischer, Äußerung ihren Sitz haben“, so Fritzsch, der deutlich machte „Wir wollen uns öffnen, wir wollen neues Publikum gewinnen und die STAATSKAPELLE noch mehr in Stadt und Region verankern. Ich bin neugierig auf Menschen, ich freue mich auf Menschen!“

Als 1. Kapellmeister und Stellvertreter wird dabei Johannes Willig dem GMD zur Seite stehen, 1. Koordinierter Kapellmeister wird Dominic Limburg, der die Nachfolge von Daniele Squeo antritt. 2. Kapellmeisterin und Assistentin des GMD wird Yura Yang, die derzeit noch als 1. Kapellmeisterin sowie stellvertretende Generalmusikdirektorin am Theater Aachen engagiert ist. Das musikalische Team wird weiter durch Kapellmeister und Chordirektor Ulrich Wagner ergänzt.

Die Badische Staatskapelle packt aus: Sandor Szabo stellt die Posaune vor
youtube Video Badische Staatskapelle – Badisches Staatstheater
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Gemeinsam mit Orchesterdirektorin Dorothea Becker stellte der designierte GMD das Programm der kommenden Spielzeit vor: „Dabei präsentiere ich Ihnen gemeinsam mit der STAATSKAPELLE nicht nur einige meiner musikalischen „Hausgötter“ wie Beethoven, Strauss, Bruckner oder Reger, sondern auch künstlerische Wegbegleiter und Freunde. So freue ich mich unter anderem auf Antje Weithaas, Gerhard Oppitz, Kit Armstrong, oder auch Max Mutzke und Dominique Horwitz.“ Das Wichtigste dabei 1 wäre ihm allerdings, so betonte Fritzsch, dass „die Musik aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht“ und bediente sich dabei eines Zitats des Komponisten Sergej Rachmaninow. Acht Sinfoniekonzerte, fünf Sonderkonzerte und drei Festliche Konzerte stehen auf dem Spielplan der Saison 20/21. Mit einem Überraschungsprogramm wird am 27. September im Anschluss an das 1. Sinfoniekonzert der Einstand des neuen Generalmusikdirektors mit einem großen Orchesterfest gefeiert werden. Im 5. Sinfoniekonzert feiert Generalmusikdirektor Justin Brown seinen Abschied und wird mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll (KV 491) an Klavier und Pult zu erleben sein sowie Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55  Eroica dirigieren.

Mit einer besonderen Treueaktion möchte die BADISCHE STAATSKAPELLE außerdem Neuabonnent*innen und eine Auswahl an Abonnent*innen überraschen und bietet in Zukunft ein kurzes exklusives 1:1 Konzert von ein bis zwei Musikern an.

„Abwechslungsreich, überraschend und intensiv“ haben die Musiker*innen der STAATSKAPELLE das Programm der fünf Kammerkonzerte in kleinen, wechselnden Besetzungen gestaltet, das Orchestervorstandvorsitzender Raimund Schmitz vorstellte: „Unser Publikum fehlt uns sehr. Wir sind in einer Zeit des Aufbruchs und freuen uns, zukünftig unsere Musik auch an externe Orte mitten in die Stadt zu bringen“ sagte Schmitz. Konzertpädagogin Rahel Zinsstag verbreitete Vorfreude auf vier Kleinkinderkonzerte und Kinderkonzerte sowie zwei Kinderkammerkonzerte, in denen das junge Publikum und auch die Allerkleinsten zu musikalischen Entdeckungsreisen eingeladen werden.

—| IOCO Aktuell Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

Essen, Philharmonie Essen – Klavierfestival 2014 – Bilanz 2014, 22.07.2014

Juli 22, 2014 by  
Filed under Klavierfestival, Pressemeldung

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KLAVIER-FESTIVAL RUHR 2014
PHILHARMONIE ESSEN

Philharmonie Essen © PE-SvenLorenz

Philharmonie Essen © PE-SvenLorenz

Nach zahlreichen musikalischen Sternstunden:
51.500 Besucher – Klavier-Festival Ruhr 2014 mit Erfolgszahlen

Mit einer an Sternstunden besonders reichen künstlerischen Bilanz, einem neuen Rekord-Ticket-Umsatz der Stiftung und mit 51.500 Besuchern (davon rund 10.000 bei der Nacht der Industriekultur in Bochum und erstmals in Hattingen) endet morgen (Sa. 12. Juli) das Klavier-Festival Ruhr 2014. Das weltweit bedeutendste Treffen der internationalen Pianisten-Elite setzte insgesamt fünf Schwerpunkte: Es feierte den 150. Geburtstag von Richard Strauss, ermöglichte durch einen singulären Beethoven-Gipfel Interpretationsvergleiche auf höchstem Niveau, erkundete die Klavierliteratur „Für die linke Hand“, unternahm eine Reise in die Welt der Etüden und präsentierte in einer besonders reichhaltigen JazzLine erstmals acht Konzerte.

Das Education-Team des Festivals stellte seine Aktivitäten erstmals unter ein Jahresthema: „Ein Jahr mit György Ligeti“ hinterließ vielfältige Spuren im diesjährigen Programm. Ein Höhepunkt war die große „Ligeti-Nacht“ in Essen, die einen einzigartig intensiven Zugang zum Werk des ungarischen Komponisten ermöglichte. Der Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2014 ging an den polnischen Pianisten Krystian Zimerman.

Das Klavier-Festival ließ die Ruhrmetropole auch 2014 auf 29 Podien in 20 Städten zur internationalen Klavierhauptstadt werden. Musikfreunde erlebten zahlreiche Sternstunden bei Wiederbegegnungen u.a. mit Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich, Daniel Barenboim, Rafa? Blechacz, Anna Gourari, Evgeny Kissin, Lang Lang, Elisabeth Leonskaja, Benjamin Moser, Gerhard Oppitz, Alice Sara Ott, Mona Asuka Ott, Maria João Pires, András Schiff, Herbert Schuch, Grigory Sokolov, Martin Stadtfeld, Tamara Stefanovich, Francesco Tristano, Lilya Zilberstein und Krystian Zimerman. Zudem gaben 19 Pianisten und Wettbewerbssieger im Jahr 2014 ihr Festival-Debüt.
Die Schirmherrin des diesjährigen Festivals, Frau Traudl Herrhausen, resümierte zum Ende des erneut weltweit wichtigsten Pianistentreffens u.a.: „Nicht zuletzt künden sehr gute Zahlen von der hervorragenden Arbeit, die auch in diesem Jahr von Franz Xaver Ohnesorg und seinem Team geleistet wurde. In einem durch inzwischen erhebliche kommunale Konkurrenz geprägten Umfeld in Essen und Dortmund – und nicht zuletzt auch in Konkurrenz zur Fußball-WM – neue Umsatzrekorde zu erzielen, zeigt, wie unerschrocken unser Intendant seine Arbeit angeht. Und wie attraktiv die Konzerte und die Präsentationen des Education-Programms des Festivals auch 2014 waren!”

Intendant Franz Xaver Ohnesorg ergänzte hierzu: „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr für das kulturelle Leitprojekt des Initiativkreises Ruhr überzeugende Erfolge erarbeiten konnten und danke unseren Künstlern für zahlreiche Sternstunden, unseren treuen Sponsoren und unseren großzügigen Donatoren für ihre tatkräftige Unterstützung, unserem begeisterungsfähigen Publikum für zahlreiche Standing Ovations und nicht zuletzt meinem hoch motivierten Team für das fabelhafte Ergebnis unseres großen Gemeinschaftswerkes!“

Das Klavier-Festival Ruhr 2015 findet von April bis Juli 2015 statt (voraussichtlich vom 16. April bis 5. Juli 2015).

—| Pressemeldung Klavierfestival Ruhr |—

Düsseldorf, Kunstpalast – Klavierfestival Ruhr, Gerhard Oppitz & Richard Strauss, IOCO Kritik, 14.05.2014

Mai 19, 2014 by  
Filed under Klavierfestival, Kritiken, Museum Kunstpalast

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 Klavier-Festival Ruhr 2014

Museum Kunstpalast

Klavierabend mit Gerhard Oppitz
Raritäten von Richard Strauss zum 150. Geburtstag

Klavierfestival Ruhr 2014 /Zum Auftakt des Strauss-Schwerpunkts des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr spielte Gerhard Oppitz gestern in Düsseldorf © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2014 /Zum Auftakt des Strauss-Schwerpunkts des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr spielte Gerhard Oppitz gestern in Düsseldorf © KFR/Frank Mohn

Es war ein Abend mit Repertoire-Raritäten, alle aus der Feder von Richard Strauss (1864 – 1949), dem man 2014 zum 150. Geburtstag huldigt. Es wäre schön gewesen, wenn ein größeres Publikumsinteresse für dieses Konzert vorhanden gewesen wäre. Es waren viele Plätze frei und das bei der ohnehin nicht sehr großen Platzkapazität des Robert Schumann-Saales im Kunstpalast. Schade!

Das Liedschaffen von Richard Strauss ist sehr umfangreich. Viele Preziosen sind darunter. Fünf seiner schönsten Lieder (Heimkehr – Ständchen – Freundliche Vision – Ständchen – Winterweihe) arrangierte der große Pianist und Komponist Walter Gieseking für Klavier Solo. Er spielte sie bei seinen Konzertabenden als Zugaben. Diese Transkriptionen wurden erst nach Giesekings Tod entdeckt.

An diesem Abend im Düsseldorfer Robert Schumann-Saal spielte sie Gerhard Oppitz kompetent und in einer großen Ausgewogenheit. Die Melodie der Singstimme in den Liedern war immer erkennbar und wurde nicht durch umrankende “dazukomponierte“ Musik zugedeckt. Die Stücke klangen sehr gut und Oppitz spielte sie mit sichtbarer Freude.

Ein erstaunlich großartiges Stück ist die H-Moll Sonate des jungen Richard Strauss. Der damals erst 16-jährige komponierte sie 1880. Es ist legitim, von einem meisterlichen Werk zu sprechen. Dieses rasante Opus lässt den späteren Strauss schon ahnen, seine Meisterschaft des Instrumentierens und die Opulenz der unerschöpflichen musikalischen Einfälle.

Gerhard Oppitz spielte das Werk mit markantem Zugriff, präzise in den Läufen und der musikalischen Gestaltung. Oppitz gelang es auch sehr gut, den dramatischen Impuls, der sich durch das ganze Stück zieht, herauszuheben.

Nach der Pause erfreute die Begegnung mit einer weiteren Rarität aus dem Schaffen von Richard Strauss. Das Melodrama Enoch Arden, op.38 entstand 1897. Es ist sozusagen ein Dankeschön an Erich von Possart, den neuen Intendanten des Münchner Hoftheaters. Er hatte Strauss wieder an das Haus gebunden, das dieser nach Querelen mit der vorherigen Direktion verlassen hatte.

Das Melodram für Klavier und einen Rezitator ist auf eine Ballade des Engländers Lord Alfred Tennyson komponiert. Ort der Handlung ist ein englisches Hafenstädtchen.

Klavierfestival Ruhr 2014 / Das Melodram "Enoch Arden" führten Gerhard Oppitz und Friedrich von Thun gestern im Robert-Schumann-Saal auf © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2014 / Das Melodram „Enoch Arden“ führten Gerhard Oppitz und Friedrich von Thun gestern im Robert-Schumann-Saal auf © KFR/Frank Mohn

Der Fischer Enoch Arden geht mit seinem Boot auf Fahrt. Seine Frau Annie und die Kinder bleiben zurück. Enoch hofft durch Erlöse dieser Handelsfahrt die Familie besser ernähren zu können. Doch es kommt anders. Enoch erleidet Schiffbruch und rettet sich auf eine verlassene Insel. Nach langen Jahren wird er zu Hause für tot erklärt. Noch zögerlich heiratet Annie den besten Freund Enochs, der sie immer schon verehrte. Aber die Zeit des Glücks ist nur kurz für Annie und ihre Familie. Enoch wird gerettet und kommt nach langen Jahren zurück in die Heimat. Er sieht das neue Glück seiner Frau von weitem, verzichtet auf sie, die er immer noch liebt und stirbt an gebrochenem Herzen.

Klavierfestival Ruhr 2014 / Gerhard Oppitz und Friedrich von Thun gestern beim Klavier-Festival Ruhr © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2014 / Gerhard Oppitz und Friedrich von Thun gestern beim Klavier-Festival Ruhr © KFR/Frank Mohn

Diese melodramatische Ballade schreit geradezu nach musikalischer Untermalung. Strauss erkannte die Möglichkeiten der Dichtung und ging zu Werke. Doch er hält sich in der Untermalung sehr zurück und gibt der Sprache den Vortritt. Die Uraufführung war 1897 mit Strauss am Klavier und Possart als Rezitator.

Auch Gerhard Oppitz hielt sich an diesem Abend in Düsseldorf sehr zurück. Der Rezitator Friedrich von Thun sprach die Texte sehr präzise, aber seine leicht verhangene, weiche Stimme war nicht immer gut zu verstehen. Eine Spur Überschwang hätte seiner sonst tadellosen Deklamation zuträglich gewesen.

Freundlich war der Beifall, insbesondere für Thun, der durch seine mediale Präsenz einem breiten Publikum bekannt ist.

IOCO / UGK / 14.05.2014

—| IOCO Kritik Klavierfestival Ruhr |—

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