Lyon, Opéra de Lyon – Ein hinreißendes Opernhaus, IOCO Aktuell, 27.11.2018

November 27, 2018 by  
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Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon

 Opéra de Lyon  –  Intendant Serge Dorny

– IOCO stellt hinreißende Operhäuser vor –

Von Patrik Klein

Wer im Sommer 2018 auf seiner Reise durch Frankreich in Lyon verblieb und vor der wegen Theaterferien geschlossenen Opéra de Lyon stand, bekam schon einen ersten Eindruck von der besonderen Atmosphäre rund um dieses Operhaus. Direkt gegenüber dem Rathaus liegt das auffällige Gebäude aus verschiedenen Baustilen und Epochen. Unweit davon die Börse, viele kleine schmale Gassen mit Restaurants, die zum Einkehren geradezu übermächtig auffordern; junge Menschen tummeln sich auf den Betonflächen und viel Betrieb herrscht in dem Cafe direkt im Eingangsbereich der Oper. Da ich schon viel von der Oper gehört habe, formt sich die Idee, bald – im Theaterbetrieb – die Opéra de Lyon erneut zu besuchen, mindestens aber für ein ganzes Wochenende.

Wenn einige Wochen später IOCO von der Opéra de Lyon die offizielle Einladung erhält, Haus und Produktionen zu besuchen und Interviews zu führen, dann können frühere Gedankenspiele kein Zufall, dann muß Fügung „im Spiel gewesen sein“.

Opéra de Lyon hier der spektakuläre Zuschauerraum © Stofleth

Opéra de Lyon hier der spektakuläre Zuschauerraum © Stofleth

Diesen als Glücksfall zu bezeichnenden Umstand wird IOCO im März des kommenden Jahres tatsächlich nutzen, um über zwei Produktionen zu berichten, die im Rahmen des dort jährlich stattfindenden Festivals, 2019 unter dem Motto Leben und Schicksale, zur Aufführung gelangen. IOCO wird dabei sein, wenn Tschaikowskys Werk Die Zauberin und Purcells kurze Oper Dido und Aeneas angereichert mit dem Finale Remember me des finnischen Jazzgitarristen Kalle Kalima als Premieren aufgeführt werden.

Ferner gibt der Besuch IOCO die Gelegenheit, das spektakuläre Gebäude im Detail kennen zu lernen und im Interview mit dem seit 2003 agierenden Intendanten Serge Dorny zu erfahren, wie er es schaffte, die Opéra de Lyon in die „erste Reihe“ der Opernhäuser der Welt zu katapultieren.

Opéra de Lyon – Lage, Geschichte, Status

Die Opéra National de Lyon ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Musik und den Tanz in Lyon sowie der Region Rhône-Alpes zu fördern. Das Opernhaus befindet sich am Place de la Comédie im 1. Arrondissement der Stadt, direkt gegenüber dem Rathaus.

Die Opéra National de Lyon wurde 1983 gegründet und genießt seit 1996 den Status einer Opéra national.Intendant ist seit 2003 Serge Dorny, *1962 in Wevelgem, Belgien. Das universelle der Opéra de Lyon besteht auch darin, dass es, dem Stagione-Betrieb ähnlich, ohne eigenes Ensemble aber mit eigenem Chor, Orchester und Ballett ein sehr breites Programm von Ballett über Untergrund-Musik, Familiengrogramme (siehe den folgenden herrlichen youtube Video der Opéra de Lyon) bis hin zu klassischen wie modernen Opernproduktionen bietet.

 Opéra de Lyon –  Inmitten der Familie
Youtube Trailer der Opéra de Lyon
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Das erste Opernhaus in Lyon wurde von dem Architekten Jacques-Germain Soufflot erbaut und 1756 eingeweiht. Aufgrund seines schlechten Zustandes wurde es jedoch bereits 1826 abgerissen, um dem Théâtre Chenavard, einem neoklassizistischen Neubau der Architekten Antoine-Marie Chenavard und Jean-Marie Pollet, Platz zu machen. 1989 wurde ein kompletter Umbau der Oper unter Leitung von Jean Nouvel durchgeführt. Vom ursprünglichen Gebäude ist die Ursprungsfassade verblieben; der Innenraum sowie eine sehr markante, in Stahl und Glas ausgeführte Dachkonstruktion wurden völlig neu gestaltet. Das Opernhaus wird seit dieser Neugestaltung in Anlehnung an den Namen des Architekten auch als Opéra Nouvel bezeichnet.

Opéra de Lyon / Grand Studio du Ballet © Stofleth

Opéra de Lyon / Grand Studio du Ballet © Stofleth

In der Oper befindet sich der 1100 Plätze fassende Große Saal sowie räumlich darunter ein kleines Amphitheater mit Platz für 200 Zuschauer. Um störende Vibrationen und andere Umwelteinflüsse bestmöglich vom Zuschauerraum zu isolieren, wurde der Große Saal im inneren des Opernhauses mit Hilfe von sechs gewaltigen Stahlträgern von jeweils 23 Tonnen Eigengewicht an 46 Meter hohen Pfeilern aus Beton aufgehängt.

 Opéra de Lyon – Der Spielpan 2018/19 wird vorgestellt
Youtube Trailer der Opéra de Lyon
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Bemerkenswert ist der Wandel der Opéra de Lyon, die durch den seit 2003 antierenden Intendanten Serge Dorny, durch mutiges Management und dem Motto „Qualität mit und ohne Stars“ von einem provinziellen Theater zu einem der angesagtesten Häuser Europas mutierte. Klar, dass die Opernwelt einen solchen Erfolgsmenschen schnell für sich einnehmen wollte. So wurde Serge Dorny 2013 für fünf Jahre zum neuen Intendanten der Semperoper in Dresden gekürt. Doch aus dem für den 1.9.2014 geplanten Amtsantritt wurde nichts: Die damalige Kunstministerin Sachsens, Sabine von Schorlemer, sprach im April 2014, mit höchst fragwürdiger Begründung, eine seinerzeit auch von Christian Thielemann aktiv unterstützte fristlose Kündigung des Vertrages mit Serge Dorny aus. Diese fristlose Kündigung kassierten jedoch die zuständigen Gerichte in Dresden. Der Vertrag wurde trotzdem im August 2014 gegen Zahlung einer bedeutenden Abfindung aufgehoben. Serge Dorny kehrte – vermutlich nicht unfroh – zurück an seine Wirkungsstätte an der Opéra National de Lyon.

Der gebürtige Belgier Serge Dorny studierte in Gent Architektur, Kunstgeschichte, Archäologie, Komposition und Musikanalyse. Seine Theatertätigkeit begann er 1983 als Dramaturg an der Brüsseler Oper La Monnaie im Team von Gerard Mortier. 1987 wurde er künstlerischer Leiter des Flandern-Festivals. 1996 wechselte er als Generaldirektor und künstlerischer Leiter zum London Philharmonic Orchestra.

Am 12. März 2018 gab der damalige Bayerische Bildungs- und Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bekannt, dass ab 2021 Serge Dorny neuer Intendant und Vladimir Jurowski  künftiger Generalmusikdirektor am größten deutschen Opernhaus, der Bayerischen Staatsoper werden. In der entsprechenden Pressemitteilung heißt es:

Serge Dorny _ Intendant der Opéra de Lyon © Blandine Soulage

Serge Dorny _ Intendant der Opéra de Lyon © Blandine Soulage

„Gerade haben wir im Bayerischen Kabinett wichtige Weichen für die Zukunft der Bayerischen Staatsoper, für eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt, gestellt: Serge Dorny und Vladimir Jurowski werden ab der Spielzeit 2021/22 als neuer Intendant und neuer Generalmusikdirektor den Erfolgskurs der Bayerischen Staatsoper fortsetzen“, so der damalige Kunstminister Bayerns Dr. Ludwig Spaenle am 6. März 2018 nach einer Sitzung des Ministerrats. „Ich freue mich sehr, dass wir diese beiden vielbeachteten Künstler für München gewinnen konnten und dass das Bayerische Kabinett in beiden Personalien meinem Vorschlag zugestimmt hat. Für ihr künftiges Wirken als Intendant und Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper wünsche ich Herrn Dorny und Herrn Jurowski schon jetzt alles Gute“, so Minister Spaenle.

Es darf mit Spannung erwartet werden, was in der verbleibenden Zeit bis zum Amtsantritt in München in Lyon geschehen wird, und wie ein Meister der Organisation eines „Stagione-Spielbetriebs“ ein riesiges Haus in der deutschen Theaterlandschaft als „Repertoirestätte“ um- bzw. neugestalten wird. IOCO ist dabei und wird zeitnah berichten.

—| IOCO Kritik Opéra de Lyon |—

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: DER MOND, 07.06.2014

Mai 23, 2014 by  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Premiere: Der Mond

Ein kleines Welttheater von Carl Orff

Premiere: 7. Juni 2014, 19.30 Uhr, Opernhaus Chemnitz

Musikalische Leitung: Arnaud Arbet
Inszenierung: Holger Potocki
Bühne: Jens Büttner
Kostüme: Lena Brexendorff
Puppenbau: Atif Hussein
Choreinstudierung: Simon Zimmermann

Besetzung: André Riemer (Der Erzähler), Gerlinde Tschersich (Erzähler/Vater (Puppe) / Mutter), Andreas Kindschuh (1. Bursche), Matthias Winter (2. Bursche), Edward Randall (3. Bursche), Thomas Mäthger (4. Bursche), Martin Gäbler (Ein Bauer), Roland Glass
(Ein Schultheiß), Frank Höhnerbach (Ein Wirt), Kouta Räsänen (Petrus), Jonathan Kindschuh / N. N. (Kind),

Chor der Oper Chemnitz, Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz, Robert-Schumann-Philharmonie

Mit freundlicher Unterstützung der Erich-Schellhorn-Stiftung

Die Handlung

Vier Burschen aus einem dunklen Land entdecken auf ihrer Wanderschaft den Mond, der in einem anderen Land an einem Baum über einem Wirtshaus hängt. Kurzerhand stehlen sie ihn und hängen ihn zuhause ebenfalls an einen Baum – sehr zum Unmut der Bestohlenen, versteht sich. Als die Burschen alt werden und sterben, bedingt sich jeder aus, seinen Teil des Mondes mit ins Totenreich zu nehmen. Dort wieder zusammengefügt, leuchtet der Mond erneut und weckt die Toten auf, die eine wilde Party zu feiern beginnen. Petrus im Himmel ist alarmiert und glaubt einen Aufstand der Toten bekämpfen zu müssen, doch im Totenreich lässt er sich gern zu einem Gläschen Wein einladen und beruhigt dann die Toten, indem er den Mond mitnimmt und am Himmel aufhängt. Da entdeckt ihn als erstes ein Kind.

Das Stück

Carl Orff griff für seine erste vollendete Oper „Der Mond“ (1936-1938, UA 1939 München) auf ein Märchen der Gebrüder Grimm zurück. Seine Affinität zu volkstümlichen (bayerischen) Sujets, die in den „Carmina burana“ (1935) schon anklang, offenbarte sich in dieser und der folgenden Oper „Die Kluge“. Ursprünglich hatte er den „Mond“ für die Marionettenbühne vorgesehen, ließ sich dann aber zu einer Orientierung an herkömmlichen Formen überreden. Um das Märchen wieder zu seiner über Jahrhunderte gebräuchlichen mündlichen Überlieferung zurückzuführen, setzte Orff die Figur des Erzählers ein. Er präsentiert an verschiedenen Stellen der Oper den Fortgang der Handlung nach dem epischen Märchentext, wie ihn die Brüder Grimm aufschrieben, und strukturiert so die musikalisch-dramatische Handlung. Das restliche Drittel des Märchens dramatisierte Orff für die diversen Figuren (-gruppen).

Die Musik

„Aus dem Wort entsteht Rhythmus, Klang und Bewegung. Musik und Text sind immer gleichzeitig entstanden und so verbunden, dass keines vom andern zu trennen ist, ohne seinen Sinn zu verlieren“, schrieb Carl Orff. Seine Musik, die spätestens seit den „Carmina burana“ zu einem unverwechselbaren Personalstil geworden ist, ist Ausdruck einer Reduktion des Musiktheaters auf seine elementaren Bestandteile. Sie weist in „Der Mond“ keine kontrapunktische Verdichtung, komplexe Chromatik oder auch nur thematisch-motivische Entwicklungen auf, sondern setzt auf eine Quasi-Baustein-Ästhetik. Der Gesang leitet sich vom Sprechgesang her, nimmt durchaus lyrische Züge an und ist stets sehr gut verständlich. Die Harmonik bleibt stets in der Dur-Moll-Tonalität verankert, doch im rhythmischen Bereich setzt Orff mit erweitertem Instrumentarium auf reizvolle Klangeffekte, arbeitet dabei auch mit Orgel und Chorgesang aus dem Off. Die Ostinati, die den gesungenen Text häufig begleiten, verleihen dem ganzen Klanggewand etwas Archaisch-Volkstümliches.

Die Inszenierung

Holger Potocki und sein Team Jens Büttner (Bühne) und Lena Brexendorff (Kostüme) gestalten mit „Der Mond“ eine Familienoper im besten Sinne. Ausgehend von der Figur des Kindes am Schluss der Oper und der beschriebenen Konstellation mit einem externen Erzähler inszenieren sie die Oper aus der Perspektive dieses Kindes, das vom Vater abends beim Schlafengehen eine Geschichte erzählt bekommt – die sich im Halbschlaf und Traum verselbständigt. So schließt sich ein Kreis auf nachvollziehbare Weise. Das Bühnenbild beinhaltet das kindliche Schlafzimmer als „Keimzelle“, die sich dann in einen „Traum-Raum“ vergrößert. Auch die Kostüme unterstützen die kindliche Sichtweise, wenn sie wiedererkennbare, dabei höchst fantasievolle Verbindungen zwischen Realität und Erzählung schaffen. Besonders reizvoll ist die Einbeziehung des Figurentheaters: Mit einer von Atif Hussein gebauten, nahezu lebensgroßen Puppe, die die Vater-/Erzähler-Figur doubelt, hält nicht nur eine neue Erzählebene in die Totenreich-Szene Einzug, sondern ereignet sich zugleich ein Spielvorgang, der das Medium Theater selbst verhandelt und nebenbei einer weiteren Figur einen zwingenden Einsatz verschafft: der in der Realitätswelt abwesenden, weil verstorbenen Mutter. Der Bau und damit die Nutzung der Puppe konnte dank einer großzügigen Spende der Erich-Schellhorn-Stiftung realisiert werden.

Der Komponist

Carl Orff (1895-1982) wuchs in München auf, wo er auch studierte und während des 1. Weltkriegs als Kapellmeister an den Kammerspielen tätig war. Weitere Engagements führten ihn nach Mannheim und Darmstadt. In den 1820er Jahren gründete er in München mit Dorothee Günter eine Schule für Gymnastik, Tanz und Musik. Seine musikpädagogischen Gedanken manifestierte er im „Schulwerk“, das er 1930-1935 erarbeitete, dabei entwickelte er zusammen mit dem Klavierbauer Karl Maendler das entsprechende Instrumentarium. Gleichzeitig war Orff als Dirigent des Münchner Bachvereins tätig und leitete 1950-1960 eine Meisterklasse für Komposition an der Münchner Musikhochschule. Als Komponist empfing Orff zunächst starke Impulse von Claude Debussy, Arnold Schönberg und vor allem Igor Strawinsky. Mit den „Carmina burana“ fand er zu seinem Personalstil, der sich durch alle weiteren Werke nachweisen lässt. Als spätere Hauptwerke bezeichnete er selbst die Musikalisierungen der griechischen Tragödien „Antigone“ (1949), „Ödipus, der Tyrann“ (1959) und „Prometheus“ (1968). Orffs Haltung während des Dritten Reiches wurde vor einiger Zeit sehr kritisch untersucht. Dem neuesten Stand der Forschung zufolge (2004) kann festgehalten werden, das Orff war kein Nazi war. Er war niemals Mitglied der Partei, hegte keinerlei Sympathien für deren Ideologie, übernahm keine öffentliche Funktion in der Reichsmusikkammer oder ähnlichen Institutionen und galt zu keinem Zeitpunkt als offizieller Komponist des Regimes. Während des Krieges blieb er in Deutschland; er brauchte die Verbindung zu den deutschsprachigen Theatern. Orff erhielt zahlreiche Auszeichnungen und starb 1982 in seiner Heimatstadt München.

Das Regieteam

Arnaud Arbet (Musikalische Leitung)
studierte Klavier am Konservatorium seiner Heimatstadt Grenoble, dann am Pariser Konservatorium und an der Universität der Künste Berlin. Er gewann Erste Preise bei verschiedenen internationalen Klavierwettbewerben, bevor er sich dem Dirigieren zuwandte. 2007-2009 war er Solorepetitor am Atelier Lyrique der Pariser Oper. 2010 wurde er von Gerard Mortier als Solorepetitor und Assistent der musikalischen Leitung am Teatro Real Madrid engagiert. Dort war er neben seiner Tätigkeit als Solorepetitor Assistent von Sylvain Cambreling, Alejo Perez und Ingo Metzmacher. Im Sommer 2013 war er Assistent von Ingo Metzmacher und Leiter der Bühnenmusik bei der Oper „Gawain“ von Harrison Birtwistle bei den Salzburger Festspielen. Seit Beginn der Spielzeit 2013/2014 ist Arnaud Arbet als 2. Kapellmeister in Chemnitz engagiert und leitete hier u. a. die Ballettproduktion „Dornröschen – Ein Traumtanz“.

Holger Potocki (Inszenierung)
inszenierte nach einem Grundstudium in Musikwissenschaft, Kulturwissenschaft und Geschichte an der Humboldt-Universität über 40 Musiktheaterwerke an deutschen Theatern, sowie für die Uraufführung „Das verräterische Herz“ an den Nationaltheatern von Tokyo und Seoul. Am Theater Magdeburg war er ab 2002 als Oberspielleiter sowie 2006-2009 als Operndirektor engagiert. Als Autor von Theatertexten – darunter zahlreicher Opernlibretti – und freischaffender Regisseur lebt und arbeitet Holger Potocki heute in Berlin.

Jens Büttner (Bühne)
ist Professor des Studiengangs „Theaterausstattung“ an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Als Bühnen- und Kostümbildner arbeitete er an verschiedenen Theatern wie in Zürich, Chemnitz, Bonn, Potsdam, Mainz, Dresden und Magdeburg. Ende der 1970er Jahre begann Jens Büttner sein Studium an der Hochschule, an der er heute lehrt. Nach seinem Abschluss war er als Bühnen- und Kostümbildner für sechs Jahre am Staatsschauspiel Dresden engagiert. Seit 1991 ist er neben seiner Professur freischaffend tätig.

Lena Brexendorff (Kostüme)
In Berlin geboren, war Lena Brexendorff bereits an verschiedenen OFF-Theatern in Berlin tätig, bevor sie 1999-2004 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Accademia delle Belle Arti, Bologna, Bühnen- und Kostümbild studierte. Am Opernhaus Erfurt war sie von 2004-2006 Ausstattungsassistentin und Bühnen- und Kostümbildnerin. Seit 2006 ist sie freischaffend tätig und arbeite wiederholt mit der Regisseurin Annette Wolf am Theater Hagen zusammen. 2010 schuf sie Bühnen- und Kostümbild für Christian von Götz‘ Inszenierung der Turandot am Opernhaus Odessa. Weitere Ausstattungen erstellte sie u. a. für das Landestheater Neustrelitz-Neubrandenburg, das Pfalztheater Kaiserslautern, Landestheater Detmold, Puppentheater Halle, Landestheater Tübingen und das Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt-Quedlinburg.

Atif Hussein (Puppenbau)
1967 in Berlin (Ost) geboren, studierte Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Bis 2001 war er freischaffend als Puppenspieler, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner, Puppenbauer und Regisseur tätig, u. a. am Maxim-Gorki-Theater Berlin, an der Volksbühne Berlin, am TAT Frankfurt (Main), an der Oper Frankfurt und am Theater Waidspeicher Erfurt. 2001-2009 arbeitete er für das Puppentheater Halle, das Opernhaus Halle und die Wiener Festwochen. Seitdem ist er wieder freischaffend. Für das Figurentheater Chemnitz schuf er u. a. die Puppen für die aktuelle Produktion „Schnüffler, Sex und schöne Frauen“.

—| Pressemeldung Theater Chemnitz |—

Salzburg, Salzburger Festspiele, Pereira drohend – Welser-Möst leicht ersetzbar, IOCO Aktuell, 03.01.2013

Januar 3, 2013 by  
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20-jährige Konstante der Salzburger Festspiele:  Misstöne

Franz Welser-Möst ersetzt man leicht

Salzburg, Festspielhauskomplex © Andreas Praefcke

Salzburg, Festspielhauskomplex © Andreas Praefcke

Künstlerisch wie finanziell großartige Jahre unter Herbert von Karajan prägten bis 1989 den internationalen Ruf der Salzburger Festspiele. Hatte bis in die Nachkriegsjahre das Ensemble der Wiener Staatsoper die              Besetzungslisten dominiert, so wurde Salzburg mit Karajan  zum Treffpunkt polyglotter Weltstars, großer Künstler wie Orchester. 1960 eröffnete das neu erbaute Große Festspielhaus (Bild) mit dem Rosenkavalier von Richard Strauss und läutete damit eine „Goldene Salzburger Festspiel-Zeit“ ein, welche bis 1989 dauern sollte.

Mit Karajans Tod begann aber auch der Niedergang der Salzburger Festspiele. Konfliktreiche Mortier-Phasen, jahrelange finanzielle Unregelmäßigkeiten bei den Salzburger Festspielen und Osterfestspielen, ein für dissonante Schlagzeilen immer guter Intendant Jürgen Flimm und führungsschwache Politiker legten Axt an. Flimms  Intendanz endete im Sommer 2010, nachdem  er  – unabgestimmt – in Berlin als Intendant bei der Staatsoper Unter den Linden anheuerte, obwohl sein Vertrag in Salzburg bis zum Sommer 2011 lief.  Noch stärkerer Tobak: Schon seit Januar 2009 stand Flimm der Berliner Staatsoper „beratend“ zur Verfügung. „Egozentrisch“ und „enttäuschend“ waren in Salzburg und anderswo noch  mildeste Bezeichnungen für Jürgen Flimms Verhalten. Das unfröhliche Salzburger Hauen-und-Stechen, Kommen-und-Gehen sollte 2012 mit dem neuen Intendanten Alexander Pereira ein Ende haben. Doch gefehlt: Pereira drohte über Finanzen bereits vor Beginn seiner ersten, durchwachsenen Salzburger Festspiel-Saison im Juni 2012 mit Rücktritt. Anfang Dezember 2012 vertagte der von großen Kunst-Träumen getriebene Pereira diese Rücktrittsdrohung verschleiert in den März 2013.
 Wiener Staatsoper Management_Mitte_Franz Welser-Möst © IOCO

Wiener Staatsoper Management_Mitte_Franz Welser-Möst © IOCO

Passend  in diese Salzburger Landschaft kündigte Anfang Dezember 2012  Franz Welser- Möst, Chefdirigent des Wiener Staatsopernorchesters,  Beiname „Anti-Charismatiker“,  mal eben per Telefon, alle Dirigate des Mozart-Da-ponte-Zyklus bei den Salzburger Festspielen 2013. Sein flotter Kündigungsgrund: „Aufführungskonditionen“! Welser- Möst möchte keine Aufführung um 11 Uhr morgens und entschied zudem, Sänger seien durch einen engen Zeitplan überfordert. Kompromissangebote seitens Alexander Pereira lehnte Welser-Möst mit eigenartigem Vertragsverständnis ab. Doch dem Ende Welser-Mösts in Salzburg wohnt ein Zauber inne.

Denn einen Franz Welser-Möst ersetzt man leicht. Nur zwei Tage nach dessen Absage wird Christoph Eschenbach (70) als kompetenter Ersatz präsentiert. Mit dem leisen aber hoch geschätzten Pianist und Dirigent Christoph Eschenbach, derzeit „Künstler-in-Residence“ der großen Philharmonie Essen, wurde ein Dirigent gewählt, welcher Karajan-geprägt seit Jahren viele große internationale Orchester leitet und durch zahlreiche Mozart-CD-Einspielungen beste Voraussetzungen besitzt, den Mozart-Da-ponte-Zyklus auf den Festspielen 2013 erfolgreich zu leiten.
Seit Karajans Tod sind laute Misstöne eine leidige Konstante der Salzburger Festspiele. Tröstlich, dass diese Misstöne selten aus dem Orchestergraben oder von der Bühne stammen. Politikern, künstlerisch Verantwortlichen wie – in memoriam Franz Welser-Möst – ist ein Verhaltenscodex anzuraten, Inhalt: Wie und warum werbe ich erfolgreich für ein seit 1989 dümpelndes, €60 Millionen teures Kunst-Spektakel, genannt Salzburger Festspiele.    IOCO / Viktor Jarosch / 04.01.2013

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Martin Schläpfers Choreographie „Ein Deutsches Requiem“ für Diaghilev-Preis 2012 nominiert, 25.05.2012

Mai 25, 2012 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Martin Schläpfers Choreographie „Ein Deutsches Requiem“ für Diaghilev-Preis 2012 nominiert

Martin Schläpfers Choreographie „Ein Deutsches Requiem“ zur gleichnamigen Komposition von Johannes Brahms ist für den Diaghilev-Preis 2012 nominiert, der am 26. Mai im Rahmen des Diaghilev-Festivals im russischen Perm verliehen wird.

Die Jury – in diesem Jahr erstmals unter der Leitung von Gerard Mortier – zeichnet seit 2003 jährlich eine herausragende Tanz- und Theaterproduktion aus. Preis und Festival sind dem russischen Kunstkritiker, Herausgeber, Kurator und Impresario Sergei Diaghilev gewidmet, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich dazu beitrug, die russische Kunst, insbesondere das Ballett, auch im westlichen Ausland bekannt zu machen. Neben Martin Schläpfers Kreation für das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg sind sechs weitere Produktionen von Künstlern wie Christoph Marthaler und Robert Wilson, Anne Teresa De Keersmaeker und La Fura dels Baus nominiert.

Das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg zeigt „Ein Deutsches Requiem“ in der kommenden Spielzeit wieder: ab 15. September 2012 steht die Choreographie im Theater Duisburg auf dem Spielplan, ab 22. Dezember auch im Opernhaus Düsseldorf.

Weitere Informationen zum Diaghilev-Preis und zum Diaghilev-Festival: http://diaghilevfest.perm.ru/en.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

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