Frankfurt, Oper Frankfurt, Livestream – Bühne frei – Freitags, Januar 2021

Dezember 28, 2020 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

„Livestream: Bühne frei!“  –  Aber nur Freitags

heißt es an vier Abenden im Januar 2021 an der Oper Frankfurt. Jeweils freitags um 19.30 Uhr präsentieren Sänger*innen aus Ensemble und Opernstudio per Livestream – abrufbar auf der Website der Oper (www.oper-frankfurt.de) bzw. deren YouTube-Kanal (www.youtube.com) – von der Bühne des Großen Hauses Arien, Duette und Ensembles aus Opern und Operetten. Den Anfang macht ein von Intendant Bernd Loebe moderiertes Programm am:         Freitag, 8. Januar 2021 19.30 Uhr

Oper Frankfurt / Monika Buczkowska © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Monika Buczkowska  © Barbara Aumueller

Zu den Mitwirkenden zählen Monika Buczkowska (Sopran), Zanda Svede (Mezzosopran), Brian Michael Moore (Tenor) und Nicholas Brownlee (Bassbariton), die alle – mit Ausnahme von Zanda Svede – in der aktuellen Spielzeit 2020/21 neu zum Ensemble der Oper Frankfurt hinzugestoßen sind. Am Klavier begleitet werden sie von Studienleiter Takeshi Moriuchi.

Oper Frankfurt / Brian Michael Moore © Barbara Aumueller

Oper Frankfurt / Brian Michael Moore © Barbara Aumueller

Es erklingen Werke von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Carl Maria von Weber, Georges Bizet, Jacques Offenbach, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini.

Informationen zu den am 15., 22. und 29. Januar 2021 jeweils um 19.30 Uhr folgenden Abenden werden baldmöglichst bekannt gegeben.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Carmen – Georges Bizet, IOCO Kritik, 04.11.2020

November 3, 2020 by  
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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Carmen  –  George Bizet 1838-1875

– Sevilla bei Nacht und keiner kann schlafen… –

von Karin Hasenstein

Georges Bizet, Paris © IOCO

Georges Bizet, Pere Lachaise, Paris © IOCO

Ob man möchte oder nicht, man kommt momentan nicht umhin, im Rahmen einer Opernrezension auch über Corona bedingte Einschränkungen zu schreiben. Zu präsent, zu einschneidend sind diese Einschränkungen aktuell und beherrschen somit leider die künstlerische Arbeit der Kulturschaffenden genauso wie die Rezeption des Publikums.
Man ist ja schon froh und dankbar, wenn überhaupt große Oper gespielt werden kann. Große Oper? Auch das müssen wir relativieren. Zur Aufführung gelangt Carmen von George Bizet an der Staatsoper Hannover am 24.10.2020 in einer Bearbeitung als Kammerfassung ohne Chor von Marius Felix Lange.

Angepasst an die Corona bedingten Beschränkungen für Orchester hat Lange eine Kammerfassung komponiert, die mit 21 Musikern auskommen muss. So hören wir am Premierenabend eine kleine Streicherbesetzung (3/1/2/2/1), Harfe solo, einfach besetztes Holz, einfach besetztes Blech, doppelte Percussion und Pauke. Neu sind Vibraphon, Marimbaphon, Kontrafagott und Tuba. Gleich zu Beginn erklingt statt der Ouvertüre eine neue Einleitung und es erklingen neu komponierte Übergangsmusiken, die über Kürzungen und gesprochenen Text hinweg die Originalklänge verbinden. So werden gesungener und gesprochener Text organisch in ein Wechselspiel von Bühne und Orchestergraben eingebunden. Lange gelingt es, keine Brüche entstehen zu lassen, sondern ein Stück eindringliches Musiktheater.

Zum Probenbesuch bei CARMEN
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Die zugrundeliegende Kernerzählung erscheint in einer Fassung der Regisseurin Barbora Horáková und des Dramaturgen Martin Mutschler. Es ist eine Fantasie zweier Figuren, Carmen und Don José, die beide von Liebe sprechen, damit aber etwas sehr Unterschiedliches meinen. Carmen hat einen Pakt mit der Freiheit geschlossen, aber welche Freiheit meint sie damit? Welche Ängste und Sehnsüchte treiben sie an? Und welche Sichtweise hat Don José auf Carmen und ihr Freiheitsbestreben? Von Liebe und Begehren

Schon bevor überhaupt Musik erklingt blicken wir auf die offene Bühne. Die Aufbauten formen eine Art Arena, nach hinten im Halbrund begrenzt durch Autobahn-Leitplanken. Die Leitplanken werden rechts und links gesäumt von großen Metallkonstruktionen, die an Hochspannungsmasten erinnern oder Beleuchtungstürme in Stadien. Beide tragen großen Monitore bzw. Leuchtreklamen. Die Neonschrift auf der linken Seite lautet „Toro Power“ und zeigt ein blutendes Herz, das von einem Schwert durchbohrt wird, die wesentlich größere auf der rechten Seite besagt „Feu Vert services“ – eine französische Reifen- und Autoservicefirma.

Neben diesem „Billboard“ erblicken wir etwas nach hinten versetzt aber noch deutlich erkennbar das Modell der amerikanischen Freiheitsstatue, der Lady Liberty, die mit einer spanischen Flagge umhüllt ist und statt einer brennenden Fackel eine Baustellenleuchte in ihrer rechten Hand trägt. Die Metalltonne auf der linken Bühnenseite verstärkt den Ghetto- oder Gang-Charakter der Szenerie. Ein bisschen mutet das Ganze an wie eine Szene aus „Denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Die ganze Zeit über ist ein junger Mann mit nacktem Oberkörper auf dem Gerüst am Joggen. Einer der Tänzer, wie sich später herausstellt. Don José erscheint auf der Bühne und joggt. Wir hören einen gesprochenen Text „Sevilla bei Nacht und keiner kann schlafen, weil noch der Sommer in uns steckt und nicht herauswill aus uns. Nur unten am Wasser des Guadalquivir ein Hauch von Erlösung, eine Ahnung von Wind. ...“

Der Text ist poetisch und spricht von Sehnsucht und Verlangen. Zu Don Josés Tagträumen betreten sechs Tänzer die Bühne, drei Männer und drei Frauen. Sie ersetzen in dieser Inszenierung den Chor und bringen zusätzlich Bewegung und Aktion auf die Bühne. Eigentlich hat Bizet an dieser Stelle den Rauchchor der Zigarettenarbeiterinnen vorgesehen. Die Musik erklingt auch, allerdings sehr reduziert auf die Stimmen von Frasquita und Mercedes. Das befremdet schon ein wenig, denn das sind natürlich bekannte Melodien, die eine gewisse Erwartungshaltung wecken, die naturgemäß so nicht erfüllt werden kann.

Die Tänzer vollführen zum Rauchchor einen angedeuteten Stierkampf. Zu den Klängen des Rauchchores waschen sich Mercedes und Frasquita. Eine Filmcrew betritt die Arena. Kameras werden aufgebaut und Carmen singt ihre Habanera, natürlich auch ohne den sonst üblichen Chor. An dieser Stelle greift Marius Felix Lange erneut in die Partitur ein und verändert die Melodie der Habanera. Auf dem Billboard läuft ein Musikvideo von Carmen. Diese erscheint sexy und verführerisch in einem kurzen roten Röckchen und bauchfreien roten Oberteil.

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

Micaela kommt hinzu. Sie stellt schon optisch einen großen Kontrast dar zu Carmen und ihren Freundinnen, die alle sexy, modern und ausgefallen gekleidet sind. Eher bescheiden und unscheinbar berichtet sie Don José von dem Brief seiner Mutter. Diese hat sie aus ihrem baskischen Dorf hergeschickt. Micaela hofft, dass Don José sie heiraten wird, dieser hat jedoch nur Augen für Carmen. Sowohl Micaelas Arie als auch das folgende Duett mit Don José geraten zu einem der vielen großen musikalischen Momente dieses Premierenabends. Barno Ismatullaeva verfügt über eine sehr obertonreiche warme Stimme mit etwas Metall. Sie singt die wunderschöne Melodie, die Bizet für Micaela geschrieben hat, einfühlsam und hingebungsvoll. Rodrigo Porras Garulo nimmt diese Wärme auf in seinem „“Un baiser de ma mère! Ma mère, je la vois!“ Der junge mexikanische Tenor begeisterte das Publikum bereits als Cavaradossi in Tosca in der letzten Spielzeit.

Lange hat auch hier wieder einen eleganten und gelungenen Übergang komponiert zur nächsten Szene. Es kommt zu einem Gerangel zwischen Carmen und Micaela, wobei Micaela sich mit dem Messer verletzt. Carmen singt ihr „Tra la la la – coupe moi“ und der hinzugekommene Escamillo macht seine Ansprüche deutlich mit den Worten „Ich will kein Lied sondern eine Antwort!“ Ein Stier als Projektionsfläche für ein weiteres Video wird auf die Szene geschoben.

Die Séguedille „Près des remparts des Séville“ erklingt. Hier kann die russische Mezzosopranistin Evgenia Asanova ihre enorm wandlungsfähige Stimme perfekt präsentieren. Insbesondere ihre gute tiefe Lage fällt hier angenehm auf. Zu erotischen Szenen auf der Anzeigentafel singt Carmen für sich, „Je chante pour moi-même“. Die Farbe Rot ihrer Kleidung unterstreicht dabei ihre Erotik.

Die Orchestrierung ist an dieser intimen Stelle sehr schön durchsichtig. Die Bühne ist fast völlig dunkel, nur von hinten in fahles Licht getaucht, das den Bühnennebel durchschneidet (Licht: Sascha Zauner). Von hinten treten die Tänzer auf und rollen Autoreifen auf die schräg gestellte Drehbühne. Bierkästen werden zu Sitzmöbeln umfunktioniert, die Toro Power Leuchtreklame erstrahlt hell und lenkt den Blick auf das durchbohrte blutende Herz.
Carmens Sippe, die „Gitanas“ werden als Gang dargestellt, die Arena innerhalb der Leitplanken ist ihr Revier. Alkohol und Kokain werden herumgereicht und konsumiert, man hat offenbar Spaß.

An dieser Stelle hat Bizet nun wieder eine große Chorszene vorgesehen, stattdessen sehen wir eine Choreographie der Tänzer. Der Chorpart wird erneut von den Solisten gesungen. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass die Tänzer den Chor natürlich nicht musikalisch, wohl aber szenisch sehr gut ersetzen können, irgendwie muss ja „Masse“ auf die Bühne kommen. Das moderne Tanztheater drückt die offensichtliche Erotik der nächtlichen Szene sehr gut aus.

Es folgt wieder gesprochener Text: „Wenn das Tier im Dunklen die Augen öffnet…“, parallel dazu sehen wir im Video ein riesiges Raubtierauge, am ehesten ein Wolf oder Werwolf. Carmen tritt auf in einem phantastischen Kostüm (Kostüme: Eva-Maria Van Acker). Sie trägt ein bodenlanges, schwarz-weißes Kleid und einen Stierkopf mit langen spitzen Hörnern. Unter lautem Geknatter fahren zwei Motorräder auf die Bühne und Escamillo erscheint in schwarzer Motorrad-Lederkluft zu den Klängen von „Toréador, en garde...“ nimmt er die Huldigungen seiner Fans entgegen. An dem Gerüst, das die Arena säumt, erstrahlen Leuchtstoffröhren. Durch die gleiche Farbgebung von Carmens und Escamillos Kostümen (beide in schwarz-weiß gehalten) wird nun auch optisch ihre Zusammengehörigkeit unterstrichen. Carmen und ihre Freundinnen betreiben eine Art Kampftrinken.

Zur zweiten Strophe der „Toréador“ Musik vollzieht die Drehbühne eine halbe Drehung und Don José erscheint mit den Worten „Halte là!“. Es folgt wieder gesprochener Text, nämlich die Worte „Kein Morgen, kein Abend ohne Carmen!“. Damit wird unmissverständlich Josés Haltung Carmen gegenüber deutlich. Sie sagt „Nur für dich werde ich tanzen“ und zu einer Bierkisten-Percussion und Kastagnettenklängen tanzt sie, bis José zurück in die Kaserne muss. Carmen ist beleidigt. Die nun folgende berühmte Arie des Don José, „La fleur que tu m’avais jetée“ singt Rodrigo Porras Garulo mit größter Hingabe und großer tenoraler Strahlkraft, den Inhalt absolut glaubwürdig vermittelnd. Parallel läuft wieder ein Video. Carmen hockt währenddessen zusammengekauert am Boden, schluchzend, klagend, ergriffen. Auf Don Josés Beteuerung, dass er sie liebe, erwidert Carmen „Nein, du liebst mich nicht.“ Wenn er sie lieben würde, würde er seine Befehle missachten und ihr in die Berge folgen, wo sie ein Leben in Freiheit leben könnten. Mit „Là-bas, là-bas, dans la montagne“ erklingt ein weiterer „Hit“, den Evgenia Asanova eindringlich und überzeugend präsentiert. Wer dieser Carmen nicht sofort folgen will, hat kein Herz.

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

Hier fallen besonders die Soloflöte sowie die Harfe auf. Das ist vielleicht ein Vorteil der reduzierten Kammerfassung, sie ist in weiten Teilen sehr transparent und gut durchhörbar.
Als José begreift, dass Carmen Fahnenflucht von ihm verlangt, reagiert er mit einem Ausbruch „Adieu pour jamais!“ Zuniga kommt hinzu und provoziert mit der Aussage „Warum den Soldaten nehmen, wenn man den Offizier haben kann?“ (Mit angenehmem Timbre und überzeugendem Spiel, leider in einer Nebenrolle, Yannick Spanier)

In dem nun folgenden Gerangel erschießt Don José Zuniga, es erklingt Carmens „bel officier“ und wir hören den gesprochenen Text „Und so wurde ich durch Carmen zum Mörder.“Frasquita und Mercedes entsorgen die Leiche in einer großen Plastikplane, die Drehbühne dreht wieder in die Ausgangsposition und das Ensemble entschwindet zu den Klängen von „Là-bas, là-bas…“ und endet mit dem Wort „La liberté“ – Freiheit! Auf der nun leeren sparsam ausgeleuchteten Drehbühne erscheint eine nackte (bis auf einen hautfarbenen Slip) Tänzerin und interpretiert das (stark veränderte) Zwischenspiel mit einem erotischen Tanz, der für Carmens Begehren und Don Josés Liebe stehen könnte. Am Ende steht auch hier wieder die Freiheit.

Im nächsten Akt erscheinen Frasquita und Mercedes auf einem Motorrad und legen sich die Karten. Das Duett gestalten Mercedes Arcuri (Frasquita) und Nina van Essen (Mercedes) überzeugend, wobei ihre Stimmen perfekt harmonieren. Carmen kommt hinzu, sieht die Karten und erkennt darin den Tod. Micaela singt eine Art Gebet „Protège-moi, Seigneur“.

Wie auch in anderen Schlüsselszenen die handelnden Personen, so erscheint auch hier Micaela auf der Videoleinwand. Das begleitende Horn erfreut durch weichen Ton und präzisen Ansatz. Es ergänzt perfekt Micaelas verzweifelte Bitte nach göttlichem Schutz. Don José und Escamillo treten auf. Escamillo trägt einen weißen Anzug und ein schwarzes Hemd, es hat was von einem Zuhälter-Outfit, bis hin zur dicken Uhr. Die beiden Männer erkennen sich, sie wissen: sie beide lieben Carmen, oder hegen zumindest Gefühle, die sie für Liebe halten. Bei Escamillo ist es vielleicht eher Begehren und Besitzenwollen, Don José können wir am ehesten echte Gefühle unterstellen. Micaela hegt diese ganz sicher für ihn, was er jedoch nicht erwidert, da er nur Augen für Carmen hat. Diese wiederum ist eigentlich nur auf ihre Freiheit bedacht und hatte nie die Absicht, José in ihre Welt mitzunehmen, in die er gar nicht passen und in der er sich nicht wohlfühlen würde.

Die Männer kämpfen also um Carmen. Micaela hat sich versteckt und bittet José nun „Hab Mitleid mit mir, José!“ Sie berichtet ihm, dass seine Mutter im Sterben liegt. Ein „Schicksalsmotiv“ erklingt im Blech und zeigt eine Wendung an. Escamillos Toréador-Thema erklingt im Hintergrund. Die Bühne dreht erneut, die Szene liegt im Dunkeln, Carmen ist allein. Tänzer kommen hinzu, die drei Männer in schwarzen Hosen, die Frauen in schwarzen langen Röcken. Die Oberkörper sind nackt, sie haben rote Blumen im Haar und bewegen große Fächer.

Im Video sind Flammen zu sehen, Carmen singt ein baskisches Lied a capella, ebenfalls eine Ergänzung durch Marius Felix Lange. In der angedeuteten Arena erscheint ein Stier mit an den Hörnern befestigten Fackeln. Langsam kommt zu dem a capella-Lied das Orchester hinzu. Die besonderen und etwas exotischen Töne von Vibraphon und Marimbaphon erklingen. Erneut erklingt das Toréador-Thema, die sechs Tänzer kommen mit Stühlen hinzu, wieder ein zumindest optischer Ersatz für den fehlenden Chor. Escamillo und Carmenbeschwören ihre Liebe „Si tu m’aimes“ und wieder sind ihre Kostüme in schwarz-weiß aufeinander abgestimmt.

Leider vollziehen die Tänzer mit ihren Stühlen scheinbar unnötige Wege, wodurch gewissen Irritation und überflüssige Störung entstehen. Don José erscheint in Carmens Kleidern und fleht sie an, mit ihm zu kommen. Carmen jedoch liebt ihn nicht mehr, wenn sie das überhaupt je getan hat. José fragt nach „Tu ne m’aimes plus?“, Carmen bestätigt ihm das „Je ne t’aime plus“. An dieser Stelle vermisst die Rezensentin doch das volle Orchester, das dem Drama hier den richtigen Ausdruck verleihen könnte.

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

Staatsoper Hannover / Carmen von Georges Bizet © Sandra Then

José fleht Carmenan, sie möge ihn nicht verlassen („Ne me quitte pas!“). Es folgt noch einmal gesprochener Text von José: „Carmen, was wird aus uns?“ Sie antwortet „Ich liebe ihn!“ (gemeint ist Escamillo), was José mit den Worten „Dann sei verdammt!“ quittiert. Er erstickt Carmen mit dem weißen Hemd und verkündet „Ihr könnt mich verhaften.“ Er fängt an zu laufen, Richtung Licht, das von hinten kommt, bis abgeblendet wird. Ende.

Die Kammerfassung dieser Carmen in der Bearbeitung von Marius Felix Lange, die an diesem Premierenabend zur Uraufführung kam, reduziert Bizets Carmen auf kompakte zwei Stunden Aufführungsdauer ohne Pause. Fünfzehn Minuten davon sind komplett neu komponiert, 20 Minuten sind stark bearbeitet, zum Teil neu kombiniert, Melodien wurden verändert oder reharmonisiert. Statt des großen Orchesters hat Lange 21 Instrumente zur Verfügung. Der Komponist musste die Orchesterstimmen neu herstellen und einrichten.
Die Regisseurin Barbora Horáková und der GMD Stephan Zilias haben aus der Not eine Tugend gemacht und eine ganz neue Carmen (in Richtung „La Tragédie de Carmen“ von Peter Brook, 1983) geschaffen.

Es geht um die Umsetzung der Erzählung von Prosper Mérimée in der Oper. Flamenco, die Figuren werden dem Klischee Oper gemäß gezeigt, nicht wie in Mérimées Erzählung. Das Zigeunerleben, die Gitana, wie sie genannt werden, ist hier nicht wichtig. Bedeutsam ist hier, dass Don Josés Mandolinen-Lied auf Baskisch erklingt. Auch Texte in Caló erklingen. Caló ist die Sprache der Gitanas auf der Iberischen Halbinsel. Sie wird vor allem von den Gitanas im Süden Spaniens gesprochen, die sich selbst als Calé bezeichnen.
Ein weiteres Lied wird originär gesungen, ein Duett von Don José und Micaela, das gewissermaßen die Funktion eines Schutzschildes gegen Carmen bekommt.
Lange hat ein weiteres Gedicht auf Baskisch gefunden, das so klingt, als sei es von Don José. Es steht im 5/8-Takt und verwendet eine bekannte Melodie.
Das von Carmen a capella vorgetragene Lied ist ein „cante jondo“, eine der grundlegenden Gesangsformen des Flamenco. Es bedeutet „tiefer Gesang“. Die Themen des Cante jondo sind von feierlicher Melancholie und Tragik geprägt. Die Tonalität deutet auf orientalische und maurische Wurzeln hin. Es ist ein unbegleiteter, klangvoller Gesang, mit Stimmen voller Ausdruck.
Marius Felix Lange hat eine völlig neue Einleitung komponiert, die an Stelle der bekannten Ouvertüre tritt. Diese erklingt erst weiter hinten in der Oper. Die Texte aus dem Lautsprecher, gesprochen von zwei Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles des Staatstheater Hannover (Stella Hilb, Carmen und Torben Kessler, Don José) stellen die inneren Vorgänge der beiden Protagonisten dar.

Leider ist der Opernchor der Coronaschutzverordnung bzw. den Hygienevorschriften zum Opfer gefallen, was nicht laut genug beklagt werden kann. Andere Häuser haben hier andere, sicher finanziell sehr aufwändige Wege beschritten, wie etwa die Deutsche Oper Berlin, die jeden Morgen das gesamte Ensemble hat durchtesten lassen, oder andere Ensembles, die geschlossen in Quarantäne gegangen sind. Die Staatsoper Hannover hat den Chor hier komplett herausgenommen. Als „Ersatz“ fungiert hier ein sechsköpfiges Tanzensemble, das immer an den Stellen auftritt, die normalerweise große Chorszenen sind.

Der Rauchchor (Damenchor) zu Beginn des ersten Aktes wird wie erwähnt von den Solistinnen gesungen. So erklingt wenigstens die vertraute Melodie gesungen, nur eben nicht vom Chor. Die Habanera erklingt ebenfalls nur von Carmen und den Solistinnen ebenso wie die große Chorszene „Toréador, en garde“. Die Rezensentin war sicher nicht die Einzige, die diese große Szene schmerzlich vermisst hat. Bestimmte Hörerwartungen sind einfach da und wenn diese enttäuscht werden, ist das bei allem Verständnis für die Umstände einfach sehr schade.

Die Instrumentierung des Orchesters besteht aus einem Doppel-Streichquartett plus Kontrabass, also neun Streichern, einfachem Holzbläsersatz, einfachem Blech plus Tuba, doppeltem Schlagzeug plus Pauke, Harfe, Marimbaphon und Vibraphon. Der bei Bizet vierstimmige Hornsatz wird hier zum Solohorn. Durch die Reduzierung entsteht ein etwas ruppiger, brutaler Klang, aber auch weiche Farben treten hervor. Vieles klingt direkter als im großen Orchesterapparat. Die Kunst liegt im Erhalt der kompositorischen Substanz, in der Bewahrung der Noten. Die Verwendung der Chorharmonien erfolgt rein orchestral, auf eine andere Weise als im Original. Unter anderem wird das Cajón eingesetzt und gestrichenes Vibraphon. Dieses steht für Carmen und das Freiheitsmotiv. Röhrenglocken wecken die Assoziation an Kirchenglocken, sie stehen für die Heimat.
In der Habanera wurden zum Teil Melodie und Harmonien verändert, was angesichts der Tatsache, dass schon Bizet sich anderweitig bedient hat, vernachlässigt werden kann. Bizet hat seinerzeit ein baskisches Lied verändert, „El Arelito“, was jedoch in Vergessenheit geraten ist.

Bei allem Neuen stand über allem der Respekt vor dem Meisterwerk Bizets. Dieser Respekt ist der Neufassung Langes an jeder Stelle anzumerken. Die baskischen Lieder fügen sich perfekt ein, die Übergänge sind immer organisch und harmonisch. Lange hat sich bestimmter Mittel bedient, die Bizet nicht kannte oder nicht verwendet hat. Wenn Carmen José verspottet, verwendet Lange das Orchester als Echo, versieht die Melodie mit Glissandi und fügt eine Posaune hinzu, wodurch das Ganze noch bösartiger erscheint.
Durch die Neukomposition sind der Staatsoper Hannover Mehrkosten entstanden, die leider nicht durch Eintrittsgelder aufgefangen werden können, da Corona bedingt natürlich deutlich weniger Plätze verkauft werden können.

Die Solisten überzeugen am Premierenabend allesamt mit guten bis sehr guten Leistungen, wobei insbesondere Evgenia Asanova (Carmen), Rodrigo Porras Garulo (Don José) und Barno Ismatullaeva (Micaela) überragend in der Interpretation sind und durch starke Bühnenpräsenz auffallen. Der Kavalierbariton German Olvera gibt einen überzeugend-schillernden Escamillo mit angenehmen Timbre und großer Spielfreude. Mercedes Arcuri und Nina van Essen ist es zu verdanken, dass es so etwas wie das Zitat eines Chores gab, unterstützt durch die drei Damen und drei Herren des Tanztheaters.

GMD Stephan Zilias führt das kleine Orchester sicher durch den Abend und die neugeschmiedete Partitur. Durch die kleine Besetzung sind die Stimmen stets gut durchhörbar und quasi solistisch bzw. tatsächlich solistisch. Besonderer Dank gilt dem Horn und der Percussionsgruppe für große Präzision und neue Klangerlebnisse. Zu überzeugen vermag auch die Umsetzung der Gitanos in eine Art „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ James Dean Ambiente der USA. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Anderssein vermittelt sich durchaus.

Das Premierenpublikum dankt allen Beteiligten mit lang anhaltendem Applaus und großem Jubel. Es bleibt der Staatsoper Hannover und dem ganzen Ensemble zu wünschen, dass das Haus bald wieder öffnen und diese besondere Carmen noch viele Mal vor dankbarem Publikum spielen kann.

 

Carmen an der Staatsoper Hannover; die weiteren Vorstellugnen am 5.12.; 17.12.; 27.12.; 29.12.2020

—| IOCO Kritik Staatsoper Hannover |—

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Opern-Gala – Diamanten der Oper, 07.10.2020

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

„Diamanten der Oper“
Große Stimmen präsentieren weltbekannte Arien in glanzvollem Ambiente

Ab 7.10.2020 im Mecklenburgischen Staatstheater

Keine Spielzeit am Mecklenburgischen Staatstheater ohne Operngala! Auch in dieser ungewöhnlichen Saison soll das Publikum in den Genuss weltbekannter Opern-Arien kommen dürfen. Natürlich, wie es sich schon in den Spielzeiten zuvor bewährt hat, mit großartigen Sängerinnen und Sängern, im glanzvollem Ambiente und unter dem berühmten, pompösen Kronleuchter des Großen Hauses. Zusammen mit der Mecklenburgischen Staatskapelle, Mitgliedern des Musiktheaterensembles und hochkarätigen Gästen, präsentiert und moderiert Generalmusikdirektor Mark Rohde ab 7. Oktober 2020 mit „Diamanten der Oper einen klangvollen Gala-Abend mit Highlights aus dem Opernrepertoire. Weitere fünf Vorstellungen sind bis zum 20. Dezember 2020 im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheater geplant.

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / OPERNGALA2016 © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / OPERNGALA2016 © Silke Winkler

Musikalische Höhepunkte unter den zahlreichen Kompositionen der Operngeschichte gibt es fraglos viele – zu viele für einen Gala-Abend von rund 80 Minuten. Das Mecklenburgische Staatstheater präsentiert daher bei „Diamanten der Oper“ nur wahre Juwelen – in musikalischer, wie stimmlicher Hinsicht. Es erklingen beliebte Arien aus Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte, Le nozze di Figaro und Die Entführung aus dem Serail, aus Carl Maria von Webers Der Freischütz, aus Richard Wagners Lohengrin und Der fliegende Holländer, aus Georges Bizets Carmen, sowie aus Giuseppe Verdis Un ballo in maschera und Nabucco. Dargeboten werden diese Diamanten der Oper von Publikumslieblingen des Mecklenburgischen Staatstheaters wie Karen Leiber (Sopran), Itziar Lesaka (Mezzosopran) und Yoontaek Rhim (Bariton). Als Gäste werden der Bariton Andreas Hörl, der in Schwerin zuletzt als Baron Ochs auf Lerchenau in Richard Strauss Der Rosenkavalier zu sehen war und der Tenor, der bei den Schlossfestspielen Schwerin 2020 als Florestan in Ludwig van Beethovens Fidelio zu erleben gewesen wäre. Begleitet werden diese großen Stimmen von der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin unter der musikalischen Gesamtleitung des neuen Generalmusikdirektors Mark Rohde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielzeit 2020/21 – Laura Bermann stellt vor, IOCO Aktuell, 24.05.2020

Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

  Spielzeit 2020/21  –  19.9. Eröffnungspremiere – The Greek Passion
– Der Kompass schwankt –

Intendantin Laura Berman, Ballettdirektor Marco Goecke, designierter Generalmusikdirektor Stephan Zilias  –  stellen vor

Die Intendantin der Staatsoper Hannover Laura Berman hat gemeinsam mit Ballettdirektor Marco Goecke und dem designierten Generalmusikdirektor Stephan Zilias das Programm der Spielzeit 2020/21 unter dem Motto  Der Kompass schwankt  vorgestellt. „Als wir uns für Der Kompass schwankt als Motto für die Spielzeit 2020/21 entschieden haben, war Covid-19 noch unbekannt. Wir beobachteten um uns eine Welt, die auf der Suche war: auf der Suche nach Wertekriterien, die zunehmend fließend zu sein schienen. Dann überholte uns die Wirklichkeit einer Pandemie, und der Kompass kam mehr denn je ins Schwanken. Wir präsentieren im Moment darum ein bisschen unseren Traum: Denn ob alles so stattfinden kann, wie wir es uns im Moment wünschen, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten erst noch zeigen“, ist sich Intendantin Laura Berman bewusst.

Zehn Opern-Neuproduktionen sowie 16 Wiederaufnahmen, drei neue Ballettabende mit drei Wiederaufnahmen, acht Sinfoniekonzerte, drei Kinderkonzerte, sowie Sonderprogramme sollen ab Herbst 2020 auf die Bühne gebracht werden. Durch die Corona-Pandemie sind Premieren ausgefallen, konnten Proben nicht stattfinden und mussten ganze Produktionen abgesagt werden. Dies wirkt sich auch auf die Spielzeit 2020/21 und sowie die folgenden aus. So werden vier Produktionen in der neuen Spielzeit zur Premiere kommen, die ursprünglich für diese Jahreshälfte geplant waren – so wird die Eröffnungspremiere der Saison am 19.09. Bohuslav Martinus Oper The Greek Passion in einer Inszenierung von Barbora  Horáková  sein, die eine Woche vor ihrer ursprünglichen Premiere im März abgesagt werden musste und  Der Mordfall Halit Yozgat von Ben Forst kommt 2021 zur Uraufführung. Auch die Neukreation Der Liebhaber von Ballettdirektor Marco Goecke nach Marguerite Duras wird nun endlich zu sehen sein. Die Uraufführung ist für Januar 2021 geplant.

Tristan und Isolde  – 2020/21 wieder auf dem Spielplan
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In der Oper werden weiterhin bekannte Dirigenten und Regienamen sowie neue künstlerische Handschriften zu erleben sein. Musical-Kultregisseur bringt Stephen Sondheim Thriller Sweeney Todd ins Opernhaus, Joe Hill-Gibbins und der renommierte Dirigent Christoph Gedschold nehmen sich Heribert Reimanns höchst theatralischer Oper Lear an und Regisseur Martin G. Berger kehrt gemeinsam mit Michele Spotti nach Hannover zurück, um die Spielzeit mit Così fan tutte zu beschließen. Hannovers neuer Generalmusikdirektor wird in zwei Neuproduktionen die musikalische Leitung übernehmen und gemeinsam mit Hausregisseurin Barbora Horáková Bizets Carmen und zusammen mit Immo Karaman Giuseppe Verdis Otello erarbeiten.

Für junges Publikum steht mit Humanoid, einer Science-Fiction-Oper des gefeierten Komponisten Leonard Evers, unter anderem eine Deutsche Erstaufführung neben der märchenhaften Gänsemagd von Iris ter Schiphorst auf dem Programm im Ballhof. Stimmen, eine Veranstaltungsreihe über die Kraft des Singens geht in ihre zweite Saison, ebenso die kleine Themenschwerpunktreihe mit Festival: Dämonen. Darüber hinaus kehrt selbstverständlich der Opernball im Februar 2021 zurück ins Opernhaus.

Die Balletcompagnie bringt zwei dreiteilige Abende zur Premiere und gibt damit dem Publikum die Möglichkeit, höchst unterschiedliche Choreographien von Lukáš Timulak, Ji?í Kylián, Juliano Nunes, Shahar Binyamini, Paul Lightfoot  und Sol León zu erleben. Das Feld an erstklassigen Choreograph*innen, die Ballettdirektor Marco Goecke nach Hannover einlädt, wird während der OsterTanzTage 2021 noch erweitert.

In den Sinfoniekonzerten stehen neben Künstler*innen des Opernensembles und des Staatsorchesters, international renommierte Gäste gemeinsam mit dem Niedersächsischen Staatsorchester auf der Bühne. Neben Generalmusikdirektor Stephan Zilias werden Nuno Cuelho, Baldur Brönnimann, Michele Spotti, Roland Kluttig und Alondra de la Parra die Konzerte dirigieren. Stephan Zilias eröffnet die Spielzeit mit dem Konzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover am 05.09. und wird gemeinsam mit seinem Orchester, Solist*innen der Staatsoper, dem Chor, Extrachor und dem weltweit gefeierten französischen Tenor Benjamin Bernheim Ausschnitte aus dem Programm der Spielzeit präsentieren.

Ein besonderes Projekt wird im Februar 2021 in Hannover zu sehen sein: Staatsoper und Produktionshaus, Staatsorchester und experimentelles Musikensemble tun sich zusammen, um mit klassischem Orchesterrepertoire neue Darstellungsformen von Musik als Musiktheater erproben. Bei Neun, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, wird Orchestermusik im performativen Rahmen neu erfahrbar.

„Welche Aspekte unseres Lebens fließen in diese Maßstäbe ein, deren Konsequenzen eine gesellschaftliche Moral erst bilden? Welche Regeln geben wir unserem Zusammenleben? Kunst, Kultur und Theater sind die Orte, an denen sich die Gesellschaft gedanklich und emotional mit diesen Fragen beschäftigen kann – auch das wird angesichts der Pandemie noch einmal besonders klar. Gemeinsam mit meinem ganzen Team lade ich Sie ein, sich mit uns auf Richtungssuche zu begeben und die Ausschläge der Kompassnadel zu beobachten und zu diskutieren,“ freut sich Laura Berman auf die neue Spielzeit.

Dazu ist die Staatsoper der Ort, an dem sich die diverse Stadtgesellschaft begegnen kann. Über die Produktionen hinaus und packt  Xchange, die Vermittlungsabteilung der Staatsoper Hannover, einen Rucksack voller Musik, Tanz und Ideen und geht mit Bürger*innen jeden Alters auf kreative Tuchfühlung: Vom Kinderfest in der Oper über Spielclubs bis hin zu Workshops für Senioren.

Die kommende Spielzeit wird aufgrund der Corona-Pandemie mit zahlreichen Auflagen und Schutzmaßnahmen einhergehen, dazu gehört vor allem die Reduzierung der Platzkapazitäten, um die vorgeschriebenen Abstandsregeln einzuhalten. Dies hat auch Auswirkungen auf das Abonnement-System der Staatstheater Hannover: Feste Sitzplätze und Terminserien können nicht gewährleistet werden, so dass die Festplatz-Abonnent*innen für die Spielzeit 2020/21 Gutscheine erhalten, mit denen sie flexibel Vorstellungen besuchen können. Anders als bisher gewohnt, werden die Vorstellungen der Staatsoper an vier Terminen in den Vorverkauf gehen – mit zwei Tagen exklusivem Vorkaufsrecht für Festplatz-Abonnent*innen.

OPER

Premieren

THE GREEK PASSION,  Oper von Bohuslav Martin? 19.09. – 30.10.2020 & 10.04. – 02.05.2021,  TEUFELS KÜCHE  Kochoper von Moritz Eggert AB 25.09.2020,  CARMEN Oper von Georges Bizet 24.10.2020 – 15.01.2021,  HUMANOID Science-Fiction-Oper von Leonard Evers,  DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG AB 30.10.2020,  SWEENEY TODD Musical-Thriller von Stephen Sondheim 04.12.2020 – 04.02.2021 & 13.06. – 13.07.2021,  DER MORDFALL HALIT YOZGAT  Oper von Ben Frost Koproduktion mit Schauspiel Hannover und Holland Festival URAUFFÜHRUNG  Frühling  2021,  OTELLO  Dramma lirico von Giuseppe Verdi 25.03. – 15.05.2021,  DIE GÄNSEMAGD Kinderoper von Iris ter Schiphorst AB 20.05.2021, LEAR Oper von Aribert Reimann 22.05. – 26.06.2021,  COSI FAN TUTTE Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart 19.06. – 16.07.2021

Der Barbier von Sevilla – 2020/21 wieder auf dem Spielplan
youtube Trailer Staatsoper Hannover
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Wiederaufnahmen

DON GIOVANNI Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart 09.09. – 16.10.2020, TRISTAN UND ISOLDE Musikdrama von Richard Wagner 11.10. – 07.11.2020,  HÄNSEL UND GRETEL, Märchenspiel von Engelbert Humperdinck 13.11. – 25.12.2020,  UND WIE KLINGST DU? Interkultureller Ohrenöffner AB 15.11.2020,  HEUTE ABEND: LOLA BLAU Musical von Georg Kreisler AB 05.12.2020,  LA JUIVE,  Oper von Fromental Halévy 30.01. – 19.02.2021,   KUCKUCK Oper für Babys bis 18 Monate AB 30.01.2021,  IL BARBIERE DI SIVIGLIA Opera buffa von Gioacchino Rossini 06. – 20.02.2021,  L’ELISIR D’AMORE,  Melodramma giocoso von Gaëtano Donizetti 21.02. – 26.03.2021,  ZÄHLEN UND ERZÄHLEN,  Musiktheater von Mauricio Kagel AB 25.02.2021,  DIALOGUES DES CARMELITES Oper von Francis Poulenc 05. – 27.03.2021,  KÖNIG HAMED UND PRINZESSIN SHERIFA,  Musiktheater von Zad Moultaka AB 21.03.2021, L’INCORONAZIONE DI POPPEA , Oper von Claudio Monteverdi 17.04. – 08.05.2021,  DIE ZAUBERFLÖTE,  Oper von Wolfgang Amadeus Mozart 29.04. – 21.05.2021,  LA BOHÈME,  Oper von Giacomo Puccini 13.05. – 10.06.2021,  DER FREISCHÜTZ, Oper von Carl Maria von Weber 29.05. – 30.06.2021

BALLETT  –  Premieren

Serge Nijinski Paris © IOCO

Serge Nijinski Paris © IOCO

RASTLOS,  Choreografien von Lukáš Timulak, Jirí Kylián und Juliano Nunes 08.11.2020 – 07.01.2021,  DER LIEBHABER,  Ballett von Marco Goecke frei nach Marguerite Duras URAUFFÜHRUNG 23.01. – 04.04.2021,  NACHTSCHWARZ UND WINDSCHIEF,  Choreografien von Shahar Binyamini, Paul Lightfoot & Sol León und Marco Goecke 24.04. – 15.06.2021

Ballett – Wiederaufnahmen

3 GENERATIONEN,  Choreografien von Emrecan Tanis,, Hans van Manen und Marco Goecke 13.09. – 10.10.2020,   NIJINSKI,  Ballett von Marco Goecke 12.12.2020 – 29.01.2021,   BEGINNING,  Choreografien von Medhi Walerski, Andonis Foniadakis und Marco Goecke 01.07. – 15.07.2021

KONZERTE

Sinfoniekonzerte

HEROES 1. Sinfoniekonzert 27. & 28.09.2020,  RITUAL 2. Sinfoniekonzert 01. & 02.11.2020 , SENTIMENT 3. Sinfoniekonzert 06. & 07.12.2020 , AERIALITY 4. Sinfoniekonzert 10. & 11.01.2021,  MYTHOS 5. Sinfoniekonzert 14. & 15.02.2021,  FRÜHLING 6. Sinfoniekonzert 11. & 12.04.2021 TRAGISCH  7. Sinfoniekonzert 30. & 31.05.2021 SOMMERNACHT 8. Sinfoniekonzert 17. & 18.07.2021

Festivals

OSTERTANZTAGE 2021 30.03. – 04.04.2021,  FESTIVAL:  DÄMONEN Einführungen, Nachgespräche, Gesprächsrunde, Filmreihe 16. – 18.04.2021,  OPEN STAGE Musikfestival 10.07.2021 & … DAS KINDERFEST IN DER OPER 17.01.2021,  NEUN – ABSCHIED Performance AB 13.02.2021,   OPERNBALL 26. & 27.02.2021

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