Essen, Philharmonie Essen, 1. Sinfoniekonzert – Arabella Steinbacher, 05.-06.09.2019

August 30, 2019 by  
Filed under Konzert, Philharmonie Essen, Pressemeldung

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Arabella Steinbacher © Peter Rigaud

Philharmonie Essen / Arabella Steinbacher © Peter Rigaud

Arabella Steinbacher und die Essener Philharmoniker

1. Sinfoniekonzert  5./6. September 2019, um 20 Uhr

Mit Werken von Max Bruch und Antonín Dvorák begrüßen die Essener Philharmoniker und Generalmusikdirektor Tomáš Netopil ihr Publikum im 1. Sinfoniekonzert der Spielzeit 2019/2020 am Donnerstag/Freitag, 5./6. September 2019, um 20 Uhr in der Philharmonie Essen (19:30 Uhr Konzerteinführung). Als Solistin zu Gast ist Arabella Steinbacher: Die Geigerin interpretiert Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 g-Moll, op. 26. Auf dem Programm des Abends stehen darüber hinaus das Nocturne H-Dur sowie die Sinfonie Nr. 7 d-Moll von Antonín Dvorák.

Bruchs erstes Violinkonzert war für den Komponisten Segen und Fluch zugleich, denn alle Welt interessierte sich stets nur für dieses Werk. Bis heute ist es mit seinen eingängigen Melodien und dem virtuosen Solopart ein beliebtes Repertoirestück. Dvorák wiederum gehörte zu Lebzeiten über die böhmischen Landesgrenzen hinaus zu den allseits gefragten Komponisten. Mit seiner siebten Sinfonie – ein Auftragswerk der Philharmonic Society London – war er sich den großen Erwartungen durchaus bewusst. Nach der Uraufführung 1885 wurde das leidenschaftliche, heroische Werk, das in Pathos und Tonart an Beethovens Neunte erinnert, von allen Seiten gefeiert.

Karten (Preise: € 17,00 – 41,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.theater-essen.de.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Mendelssohn Bartholdy und Mahler – Geigerin Noa Wildschut, 15.09.2019

August 22, 2019 by  
Filed under Konzert, Pressemeldung, Volkstheater Rostock

rostock Logo_2

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 Norddeutsche Philharmonie Rostock

Konzertsaison 2019/20 – Beginn mit Mendelssohn Bartholdy und Mahler

Der Symphoniker Gustav Mahler kommt bei der Philharmonischen Saisoneröffnung 2019/20 in der Halle 207 wieder zu Wort. Nach den Symphonien Nr. 4 und Nr. 1 in den vergangenen Jahren steht diesmal Mahlers Neunte auf dem Programm. Entstanden in Toblach und New York, handelt es sich bei dieser großdimensionierten Symphonie um das letzte vollendete Werk Mahlers. Der damalige New Yorker Chefdirigent thematisiert darin wehmütigen Rückblick, Abschied und visionäres Scheitern. Damit war ihm ein Jahr vor seinem Tode ein beeindruckendes und kühnes klangliches Gebäude gelungen, mit dem er mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine Welt baut – und letztlich die Schwelle zur Moderne erreicht.

Volkstheater Rostock / 1.-Philharmonisches Konzert - Violinistin Noa Wildschut © Simon van Boxtel

Volkstheater Rostock / 1.-Philharmonisches Konzert – Violinistin Noa Wildschut © Simon van Boxtel

Solistin – Die 18-jährige Geigerin Noa Wildschut

Marcus Bosch dirigiert Mahlers Neunte als Philharmonischen Auftakt seiner zweiten Saison als Rostocks Conductor in Residence. Zu Beginn der drei Abende erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll. Dabei darf man sich auf die Interpretation der erst 18-jährigen niederländischen Violinvirtuosin Noa Wildschut freuen, deren vielversprechende Karriere sie bereits auf die großen Konzertpodien der Welt führte.

TERMINE
Sonntag, 15. September 2019, 18:00 Uhr, Halle 207  –  mit „Philharmonischer Lounge“ im Anschluss an das Konzert.
Montag, 16. September 2019, 19:30 Uhr, Halle 207
Dienstag, 17. September 2019, 19:30 Uhr, Halle 207

Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9 D-Dur
Leitung: Marcus Bosch,  Violine: Noa Wildschut

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Essen, Philharmonie Essen, Lisa Batiashvili und Sir Antonio Pappano, 24.05.2019

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Lisa Batiashvili © Sammy Hart/DG

Philharmonie Essen / Lisa Batiashvili © Sammy Hart/DG

Lisa Batiashvili und Sir Antonio Pappano –  Zu Gast

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia spielt am Freitag, 24. Mai 2019, um 19:30 Uhr in der Philharmonie Essen

„Mein Ton besitzt Zärtlichkeit, Wärme und Nostalgie.“ So beschreibt die Geigerin Lisa Batiashvili selbst ihre musikalische Persönlichkeit. In der Philharmonie Essen kann man sich nun von ihrem außergewöhnlichen Violinspiel verzaubern lassen: Am Freitag, 24. Mai 2019, um 19:30 Uhr (19:30 Uhr „Die Kunst der Hörens“, 20:00 Uhr Konzertbeginn) spielt die Georgierin gemeinsam mit Italiens Spitzenorchester, dem von Sir Antonio Pappano geleiteten Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom, bei dem sie in der vergangenen Saison Artist in Residence war. Interpretieren wird sie Béla Bartóks erstes Violinkonzert. Außerdem spielt das Orchester Modest Mussorgskis Eine Nacht auf dem kahlen Berge und Nikolai Rimski-Korsakows Sinfonische Suite Scheherazade.

Philharmonie Essen / Antonio Pappano © Musacchio & Ianniello

Philharmonie Essen / Antonio Pappano © Musacchio & Ianniello

Sir Antonio Pappano ist seit Oktober 2005 musikalischer Direktor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, nachdem er bereits im September 2002 musikalischer Direktor des Royal Opera House Covent Garden in London wurde. Pappano dirigierte viele international bedeutende Orchester, darunter das New York Philharmonic, das Chicago Symphony Orchestra, das Philadelphia Orchestra, die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Staatskapelle Dresden, die Staatskapelle Berlin, das Royal Concertgebouw Orchestra und das London Symphony Orchestra. Die in München lebende Lisa Batiashvili veröffentlichte als Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon zuletzt das Album „Visions of Prokofiev“ mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin, das mit dem Opus Klassik Award 2018 ausgezeichnet und für die Gramophon Awards 2018 nominiert wurde.

Für Kinder ab 10 Jahren bietet die Philharmonie während des ersten Konzertteils eine separate Einführung an. Im zweiten Teil können sie Rimski-Korsakows „Scheherazade“ dann gut vorbereitet live erleben. Für Kinder und Eltern gibt es ermäßigte Karten (€ 10,00 für Erwachsene; € 6,60 für Kinder; Reservierung erforderlich unter education@tup-online.de, T 02 01 81 22-826).

[ Von Lisa Batiashvili wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Dresden, Sächsische Staatskapelle, „Lady Inchiquin“ mit Bruckner und Mendelssohn, IOCO Kritik, 31.01.2019

saechs_staatskapelle.jpg

Sächsische Staatskapelle Dresden

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

  „Lady Inchiquin“  – Eine berühmte Stradivari

 Frank Peter Zimmermann und die Sächsische Staatskapelle Dresden

von Thomas Thielemann

Der Hobby-Geigenbauer und damalige Violinist der Berliner Philharmoniker Walter Scholefield entdeckte 1978 bei den Geigenhändlern Bein & Fushi in Chicago eine Violine mit einem außergewöhnlich gestalteten Korpus: sie war 1711 in der Werkstatt von Antonio Stradivari gebaut worden. Ob jahrzehntelanger Vernachlässigung waren dem Instrument nur mit extremer Anstrengung Töne zu entlocken. Eigentlich war es akustisch „tot“.

Möglicherweise über Fritz Kreisler war das Instrument gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach England in eine Familie Foster gelangt. Deren Tochter Jane heiratete 1900 in eine gälische Familie königlichen Blutes, wurde damit zur Baronin von Inchiquin und so zur Namensgeberin der berühmten Geige; welche seither „Lady Inchiquin“ heißt. Nach ihrem Tode im Jahre 1940 wurde die Stradivari zunächst in die Schweiz versteigert, gelangte bis in die späten 1960er Jahre in die berühmten Cho-Ming Sin Sammlung nach Hongkong, bis sie, erneut zurück in die USA, nach Chicago, gegen ein anderes Instrument getauscht wurde.

Semperoper Dresden / Frank Peter Zimmermann und Lady Inchiquin © Harald Hoffmann

Semperoper Dresden / Frank Peter Zimmermann und Lady Inchiquin © Harald Hoffmann

Für $210.000  erworben, hat Scholefield mit einem professionellen Geigenbauer zweieinhalb Jahre an der Restaurierung seines Kaufs gearbeitet, bis die Geige nach Jahren geduldigen Arbeitens und Abwartens vor allem mit der Rekonstruktion des Holzes des Geigengrundkörpers endlich den perfekten Zustand, den dunklen Klang einer Guarani und den hellen einer Stradivari, erreicht hatte. Nach Scholefield Pensionierung kaufte 2001 die Düsseldorfer Bank WestLB AG die Geige und stellte sie Frank Peter Zimmermann zur Verfügung.

Nach einigen Wirrnissen gehört die „Lady Inchiquin“ inzwischen den NRW-Kunstsammlungen „Kunst im Landesbesitz“, so dass Frank Peter Zimmermann die Geige mit ihrem wundervollen Klang im 6. Symphoniekonzert mit Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll vorstellen konnte.

Der Solist setzte unmittelbar im zweiten Takt mit dem Hauptthema ein. Alles war einem starken Ausdruckswillen unterworfen. Die Lady Inchiquin klang im Semper-Bau klar, schön und souverän; ein ästhetisches Erlebnis. Zimmermann spielte frisch mit Virtuosität wo nötig und mit Zurückhaltung, wo angebracht. Alles war einem starken Ausdruckswillen unterworfen, eine Interpretation, wie selbstverständlich.

Christian Thielemann ging bei alledem voll mit; ein Spiel wie aus einem Guss. Orchester und Solist erwiesen sich als Verbündete. Tempowechsel der Sologeige wurden vom Orchester sofort aufgenommen. Da waren Künstler am Werk, die das Expressive voll auskosteten und bis ins Letzte darboten.

Dem stürmischen Beifall folgte eine Bach-Zugabe Zimmermanns, eine faszinierende Verbindung von Sensibilität und emotionaler Intensität, sowie eine eindrucksvolle Demonstration der klanglichen Möglichkeiten der Lady.

Semperoper Dresden / Christian Thielemann und Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden / Christian Thielemann und Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Als Abrundung seines Bruckner-Zyklus mit den Dresdnern hatte Christian Thielemann die 1877er-Fassung der 2. Symphonie der neuen Edition des William Carragan gewählt. Der Bruckner-Spezialist Carragan (geboren 1937) hatte Bruckners gründliche Überarbeitung von 1877 (in der Überlieferung des Kopisten Franz Hlawaczek) mit Aspekten des Erstdrucks der Partitur von 1892 (incl. Bruckners handschriftlicher Anmerkungen) verglichen. Dabei wurden insbesondere Wiederholungen und Zusatznoten eliminiert, fragwürdige Änderungen in Phrasierung und Dynamik korrigiert, sowie Änderungen von Instrumentierungen auf Bruckner zurückgesetzt. Erstmalig 1997 aufgeführt, wurde die Partitur 2007 in die Bruckner-Gesamtausgabe aufgenommen.

Mit seiner Interpretation der c-Moll-Symphonie gelang Christian Thielemann ein abschließender Höhepunkt seines Bruckner-Zyklus mit der Sächsischen Staatskapelle.

Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Die opulente Streicherbesetzung machte das vom ersten Einsatz deutlich. Neben dem Ideal des gedeckten, dunklen aber immer durchsichtigen Klangbildes der Dresdner erreichte das Gebotene eine prachtvolle Durchsichtigkeit und Klarheit. Die Blechbläser waren hervorragend im Klangbild eingebunden und akzeptierten in jeder Phase die anderen Instrumenten -Gruppen. Im Andante war der lyrisch-hochromantische Charakter der Bruckner-Arbeit besonders betont und bot eine Rückbesinnung auf Mendelssohn. Im Scherzo trieb der Dirigent seine Musiker unter Hockdruck nach vorn und formte damit ein höchst dramatisches Geschehen. Das Finale, flott angegangen, wurde dann geradezu sanft und lieblich, bis nach der großen Drei-Takt- Generalpause der Sturm massiv losbrach. Besonders in den langen Generalpausen lagen die spannungsintensivsten Eindrücke der Darbietung.

Letztlich setzte Christian Thielemann Anton Bruckners Wille auf eine Performance voller Nuancen, voller Kraft und Eloquenz auf eindrucksvolle Weise um.

Fast überflüssig, den gewaltigen Beifall zum Abschluss des Bruckner-Zyklus der Staatskapelle zu erwähnen.

Nach den Dresdner Konzerten gehen das Orchester unter der Leitung Christian Thielemanns sowie seinem Capell-Virtuos Frank Peter Zimmermann mit dem Programm auf eine Tournee nach Wien, in den Musikverein, nach Baden – Baden ins Festspielhaus, nach Frankfurt in die Alte Oper und Hamburg, in die Elbphilharmonie.

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—