Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Spielplan Oktober 2019

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Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht


Programm Oktober 2019


So, 6.10.2019, 17 Uhr
Zweiklang! Wort und Musik
Corinna Harfouch Rezitation
Heiner Reinhardt Bassklarinette | Lothar Fiedler Gitarre | Helge Leiberg Live-Malerei
Kassandra – von Christa Wolf

Im Rahmen der Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“ Ein „Dreiklang“ von Wort, Musik und Bild: In der unvergleichlichen Sprache Christa Wolfs wird der zeitlose Mythos der trojanischen Königstochter und Seherin erzählt, die mit ihren Voraussagungen kein Gehör findet und daran verzweifelt. Rezitiert von der herausragenden Charakterdarstellerin Corinna Harfouch mit der ihr eigenen Intensität wird das gesprochene Wort musikalisch mit Anklängen an die altgriechische Harmonik lebhaft unterstützt. Zudem kommentiert der Berliner Künstler Helge Leiberg das Geschehen im Text mittels Zeichnungen am Overheadprojektor live auf der Leinwand. Ein wahres Fest der Sinne!

Veranstalter: Kunstpalast, Robert-Schumann-Saal
28/24/20/12 € (Schüler/Studenten 12 €) zzgl. Servicegebühren


Do, 10.10.2019
New Fall Festival
Mine Immer wieder stellt Mine eindrucksvoll unter Beweis, dass Popmusik viele Gesichter haben kann. Ihr neustes Album „Klebstoff“ kombiniert gute Pop-Songs, die ganz und gar nicht im belanglosen Grundrauschen des musikalischen Zeitgeists untergehen, mit Stücken, die dem Hörer einiges abverlangen, auf die man sich einlassen muss. Durchweg ist man ganz nah dran an Mines Gedankenweilt, dem Drehen und dem Wenden der Dinge, die man nach und nach mit sich trägt, so schön oder schlimm sie auch sein mögen. Mine selbst urteilt: „Ich finde den Mix aus diesen beiden Extremen perfekt“, und: „So traurig das Album oft ist, so tief es manchen Stellen auch geht – ich fühle mich wohl mit der Platte.“

Veranstalter: New Fall Festival Düsseldorf gGmbH
29/26/23 € zzgl. Servicegebühren


Fr, 11.10.2019, 20 Uhr
New Fall Festival
William Fitzsimmons
William Fitzsimmons verwebt in seinem musikalischen Schaffen auf einzigartige Weise seelische Kompromisslosigkeit und autobiographische Ehrlichkeit mit einfühlsamen Klängen zu einem scheinbar nahtlosen Ganzen. Seine Songs sind sorgfältig konzipiert, von Familiengeschichten, intimen Offenbarungen und mutigen Bekenntnissen geprägt und liefern einen facettenreichen Folk, der in seiner Vielfalt akustisch und schnörkellos oder auch gewaltig und elektronisch sein kann.

Veranstalter: New Fall Festival Düsseldorf gGmbH
37/32/27 € zzgl. Servicegebühren


Sa, 12.10.2019, 22 Uhr
New Fall Festival
Apparat
Seit beinahe zwei Jahrzenten ist Sascha Ring alias Apparat einer der Protagonisten der elektronischen Musikszene in Deutschland. Mit unermüdlicher Neugier erkundet er die Möglichkeiten, programmierte Sounds mit analogen Instrumenten zu kombinieren; bewegt sich dabei zwischen Avantgarde, Clubmusik und hymnischen Pop-Momenten. Dabei komponiert er Musik zum Hören ebenso sowie für Clubs, Filme und Theater. Von seinem Debütalbum „Multifunktionsebene“, das 2001 veröffentlicht wurde, bis hin zu seiner bevorstehenden „LP5“, erweiterte er seine musikalische Bandbreite kontinuierlich und vernetzte sich mit Künstlern aller Art.

Veranstalter: New Fall Festival Düsseldorf gGmbH
37/32/27 € zzgl. Servicegebühren


Sa, 19.10.2019, 15 Uhr
Musical für Kinder
Schneewittchen – das Musical
Fantastische Abenteuer, vergiftetes Obst und ein mysteriöser Trank: In seinem neuesten Musical-Highlight „Schneewittchen“ entführt das Theater Liberi Groß und Klein auf eine spannende Reise ins Märchenland. Temporeiche Eigenkompositionen, viel Energie und jede Menge Humor sorgen für ein unvergessliches Live-Erlebnis für die ganze Familie.
Das für seine modernen Familienshows bekannte Theater Liberi entstaubt die altbekannte Geschichte der Gebrüder Grimm und setzt sie ganz neu in Szene: Die mitreißenden Songs aus Soul, Pop, Swing und sogar Punk werden von bestens ausgebildeten Musicaldarstellern stimmgewaltig auf die Bühne gebracht. Rasante Choreografien unterstreichen die eingängigen Musicalhits. Fantasievolle Kostüme und ein aufwendiges Bühnenbild versetzen das Publikum dabei optisch direkt in die zauberhafte Welt dieses ebenso spannenden wie witzigen Märchens.
Geeignet für Kinder ab vier Jahren.

Veranstalter: Theater Liberi
26,54/23,81/20,18/15,63 € (Kinder bis 14 Jahre: 24,72/21,99/18,36/13,81 €) zzgl. Servicegebühren


So, 20.10.2019, 17 Uhr
Soiree
Soiree der Robert Schumann Hochschule
Studierende der Robert Schumann Hochschule präsentieren sich im Konzert.
Veranstalter: Gesellschaft der Freunde und Förderer der Robert Schumann Hochschule
Etwaige Restkarten sind ab dem 15.10.2019 kostenlos an der Museumskasse im Kunstpalast
erhältlich.


Robert Schumann Saal /  Rosani Reis © Miguel Aún

Robert Schumann Saal / Rosani Reis © Miguel Aún

So, 27.10.2019, 17 Uhr
erstKlassik!
Rosani Reis Gesang | Ensemble des Niederrhein Musikfestivals
Classica Brasiliana – Musik und Tanz aus Brasilien Kompositionen von Heitor Villa-Lobos, Darius Milhaud, Antônio Carlos Jobim, Bobby Shew, Luiz Bonfá u.a. Fernab von E- und U-Kategorien geht „Classica Brasiliana“ auf musikalische Entdeckungsreise durch das größte Land Südamerikas, spannt einen Bogen von Klassik über Folk bis hin zum Jazz und zeigt mit tänzerischer Leichtigkeit die schillernde musikalische Vielfalt Brasiliens.
Ensemble: Maurício Tizumba Tanz, Percussion, Schauspiel | Anette Maiburg Flöte,
künstlerische Leitung | Noah Reis Ramma Klavier | Florian Gerhards Trompete | Arturo Castro Nogueras Gitarre | Amoy Ribas Percussion | Pedro Trigo Santana Kontrabass

Veranstalter: Kunstpalast, Robert-Schumann-Saal in Kooperation mit dem Niederrhein
Musikfestival
32/28/24/12 € (Schüler/Studenten 12 €) zzgl. Servicegebühren


Robert Schumann Saal / Ryoma Takagi © privat

Robert Schumann Saal / Ryoma Takagi © privat

Mi, 30.10.2019, 20 Uhr
Talente entdecken
Ryoma Takagi Klavier, 1. Platz, International Edvard Grieg Piano Competition 2018 Erneut werden in dieser Konzertreihe im Robert-Schumann-Saal in Kooperation mit
Heinersdorff Konzerte und dem Steinway Prize Winner Concerts Network an vier Abenden Gewinner internationaler Klavierwettbewerbe präsentiert. Zu erleben sind junge hoch talentierte Pianisten in einem frühen Stadium ihrer Karriere, die möglicherweise zukünftig zu den großen Stars der Klassikwelt gehören werden.
Debussy „Images“, Band I
Schumann Sinfonische Etüden op. 13
Grieg Lyrische Stücke op. 71 Nr. 1 & 2 und op. 65 Nr. 6
Tschaikowsky Thema und Variationen op. 19 Nr. 6
Prokofjew Klaviersonate Nr. 7 B-Dur op. 83

Veranstalter: Kunstpalast, Robert-Schumann-Saal in Kooperation mit Heinersdorff Konzerte
22/18/15/10 € (Schüler/Studenten 8 €) zzgl. Servicegebühren

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.robert-schumann-saal.de
Programmänderungen bleiben vorbehalten.

—| Pressemeldung Robert Schumann Saal Düsseldorf |—

Mannheim, Nationaltheater, La Cenerentola – Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 07.01.2019

Januar 8, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Nationaltheater Mannheim, Oper

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

La Cenerentola – Gioacchino Rossini

– Brautschau mit Hindernissen –

Von Uschi Reifenberg

Es war einmal ein berühmter italienischer Opernkomponist im 19. Jahrhundert mit dem Namen Gioacchino Rossini, der sich entschloss, einen der schönsten Märchenstoffe zu einer Oper zu verarbeiten, nämlich die Geschichte vom Aschenputtel, italienisch La Cenerentola.

La Cenerentola – Als phantastisch-bunte Familienoper 

Für Kinder ab acht Jahren, aber dennoch „Eine Märchenoper für viele Generationen“ wie im Programmheft zu lesen ist, brachte das NTM in einer rundum gelungenen Produktion vom Konzert Theater Bern in der Inszenierung von Cordula Däuper, Neueinstudierung: Claudia Plaßwich, auf die Bühne des Opernhauses ( Premiere: 1.11.17). Wenn man am Ende der Vorstellung glücklich und beschwingt das Theater verlässt, bedauert man in der Tat, dass dies die letzte Aufführung in dieser Spielzeit gewesen ist…

Der komplexe und viel verarbeitete Aschenputtel Stoff hat durch die Jahrhunderte nichts von seiner Faszination und Beliebtheit eingebüßt und bewegt bis heute die Gemüter von Jung und Alt. 1697 erscheint in Frankreich Charles Perraults bedeutende Märchensammlung, in welcher die Geschichte vom Aschenputtel unter dem Titel Cendrillon erstmalig erwähnt ist.

La Cenerentola   –  Gioacchino Rossini
Youtube Trailer des Nationaltheater Mannheim
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1812 veröffentlichen die Gebrüder Grimm in Deutschland ihre weltberühmte Sammlung, das Märchen vom Aschenputtel weicht bei den Brüdern von der französischen Urfassung lediglich in Details ab, auch Ludwig Bechstein übernahm den Stoff 1845 in sein Deutsches Märchenbuch. Der Walt- Disney Zeichentrickfilm Cinderella gelangte 1950 zu Weltruhm, der 1973 produzierte tschechische Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel erlangte ebenfalls Kultstatus.

2015 nahm sich Hollywood noch einmal der Aschenputtel Story an, die Walt- Disney-Studios produzierten unter der Regie von Kenneth Branagh eine vielgelobte Neuverfilmung, besetzt mit hochkarätigen Schauspielern.

Unter den zahlreichen Opern-Bearbeitungen des Aschenputtel Stoffes wie beispielsweise der frühen Vertonung von 1759 durch Jean-Louis Laruette Cendrillon, bis zu Cinderella von Peter Maxwell Davies im Jahre 1980, ist zweifellos Gioacchino Rossinis komische Oper in zwei Akten die bedeutendste und populärste Adaption.

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini ( 1792-1868), einer der produktivsten und flexibelsten Komponisten des italienischen Belcanto und unangefochtener Meister der Opera buffa, erlangte bereits im Alter von 24 Jahren Weltruhm mit einem seiner Meisterwerke, dem Barbier von Sevilla, der ein Jahr vor Cenerentola uraufgeführt wurde. Rossini schuf innerhalb von 19 Jahren 39 Opern, die in ganz Europa gefeiert wurden und führte die Gattung der Opera buffa im 19. Jahrhundert zugleich zum Höhe- und Endpunkt, bevor die Musikdramatiker Wagner und Verdi die führende Rolle in der Opernwelt übernahmen. Ab 1829 zog er sich vom Opernschaffen weitgehend zurück, widmete sich der Lehrtätigkeit sowie auch seiner vielgerühmten Kochleidenschaft und komponierte nur noch vereinzelt Kammermusik.

La Cenerentola ossia la bontà in trionfo, Aschenputtel oder der Triumph der Herzensgüte, wie der komplette Titel lautet, wurde in 24 Tagen komponiert und 1817 in Rom uraufgeführt, die Komposition basiert auf dem Libretto von Jacopo Ferretti nach der Märchenfassung von Charles Perrault. Die Oper verzichtet gegenüber dem Märchen auf Magisches und Mystisches und stellt das Element des Komischen in den Vordergrund. Die gute Fee wird beispielsweise durch den Pädagogen Alidoro ersetzt, es gibt auch keinen Kürbis, der sich in eine Kutsche verwandelt, und der alles entscheidende Ballschuh wird bei Rossini in einen Armreif getauscht, in der Mannheimer Produktion wird er dann allerdings doch wieder zum Schuh…

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola - hier :  Clorinda, Aschenputttel und Tisbe © Hans Joerg Michel

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola – hier : Clorinda, Aschenputttel und Tisbe © Hans Joerg Michel

Die Inszenierung von Cordula Däuper besticht durch eine perfekt ausgefeilte Personenführung, angereichert mit reichlich Comedy und Slapstic und setzt auf herrlich ironisch-groteske Überzeichnung der Figuren im Stil der Commedia dell’ arte. Däuper überrascht mit einer an Walt Disney orientierten Ästhetik, und zitiert beispielsweise das berühmte Schloss aus dem Cinderella Film, für welches Neuschwanstein Pate stand. Nicht Deutung, sondern lustvolle Unterhaltung steht im Vordergrund. Zauber- und Märchen-Requisiten kommen an passenden Stellen zum Einsatz, wo sie für jene magischen Momente sorgen, die vor allem bei den jüngeren Zuschauern für hörbares Vergnügen sorgen: eine fliegende prunkvolle blaue Kutsche mit Zauberpferd, ein Goldesel, ein großer roter Damenschuh oder ein hinreißendes weißes Ballkleid, das vom Himmel direkt in Aschenputtels Arme herabschwebt oder riesige gemalte Tauben, die in die Wolken flattern.

Die Sänger- Darsteller agieren virtuos, mit ausgelassener Spielfreude und atemberaubendem Tempo, scheinen selbst in den Sog der Rossini-Musik zu geraten, in welchen sie das amüsierte Publikum gekonnt mit hineinziehen. Während der Ouvertüre sieht man ein überdimensionales Buch, dessen Seiten von Cenerentola und dem „Spiritus rector“ Alidoro aufgeschlagen werden. Eine große, verzierte Texttafel als unverzichtbarer Bestandteil des Bühnenbildes liefert nicht nur den laufenden Text in Deutsch-, gesungen wird in italienischer Sprache-, sondern kommentiert auch in witziger Weise das Bühnengeschehen, die Geschichte kann also beginnen:

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola - hier: Joshua Whitener, Valentin Anikin, Herrenchor des NTM © Hans Joerg Michel

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola – hier: Joshua Whitener, Valentin Anikin, Herrenchor des NTM © Hans Joerg Michel

Die Schwestern Clorinda und Tisbe, zwei zickige Gören, hausen zwischen herumliegenden Holzbrettern und einem herabgefallenen Kronleuchter im abbruchreifen Hause ihres überschuldeten Vaters Don Magnifico (Bühne: Ralph Ziegler) und streiten sich um die Vorzüge ihrer Schönheit und Begabung. Sie haben angesagte Frisuren, schrillen Kopfschmuck und tragen opulente quietschbunt- aufgeblähte Ballkleider (Kostüme: Sophie du Vinage), jederzeit abrufbereit für den potenziellen Prinzen, der sie vom Fleck weg heiratet. Ihre Stiefschwester Cenerentola alias Angelina hingegen, mit üppiger Blondmähne, in Fetzen gewandet, wird als Dienstmagd gehalten und übel gemobbt.

Don Magnifico, ein abgehängter trotteliger Adliger in Unterwäsche und Krawatte, träumt von einem Goldesel, der ihn vor der drohenden Insolvenz rettet und prompt steigt ein Esel aus der Versenkung hinauf in den Bühnenhimmel, aus dessen Hinterteil Goldstücke herabfallen und die Wohnstube überfluten. Schon kündigt sich die Erfüllung des Glückstraumes der sozial Entrechteten an, denn der Prinz des Landes, Don Ramiro, sucht eilig eine Frau und lädt alle Schönen auf einen Ball in sein Schloss. Die Schwestern sind absolut siegessicher, auserwählt zu werden, auch der Vater wähnt sich am Ziel seiner Wünsche. Zuvor aber will der junge Prinz mit Goldkrone auf dem blondgelockten Haupt noch testen, ob die künftige Gefährtin nicht nur Schönheit, sondern auch Herzensbildung besitzt und er nicht nur wegen seines Ranges, sondern um seiner selbst Willen geliebt wird. Also tauscht er mit seinem Diener Dandini die Kleider und den Status und begibt sich in das Haus von Don Magnifico. Dandini ist ein cooler Machotyp mit hippem hochfrisiertem Hairstyling und genießt die Freiheiten, die ihm der Rollentausch erlaubt. Im Hause von Don Magnifico trifft der Prinz in seiner Verkleidung auf die Dienstmagd Aschenputtel und die beiden verlieben sich auf der Stelle. Clorinda und Tisbe machen sich zum Ball bereit, verleugnen aber Aschenputtel und verbieten ihr vehement, sie zu begleiten. Der kluge Strippenzieher Alidoro, ein Intellektueller mit Strickmütze, verspricht ihr zu helfen.

Im Palast des Prinzen angekommen, wird Don Magnifico zugleich zum königlichen Weineinschenker ernannt, da er sich bereits durch den Weinkeller des Prinzen gezecht hat und sein Amt – schwer angeheitert- auf einem überdimensionalen Fass sitzend, fröhlich ausübt. Die beiden Schwestern umwerben heftig den Prinzen alias Dandini, da erscheint auf dem Fest eine unbekannte verschleierte Schönheit in einem traumhaften Ballkleid, deren Ähnlichkeit mit Aschenputtel alle verblüfft und für heillose Verwirrung sorgt.

Der vermeintliche Prinz umwirbt die unbekannte Schöne, diese bekennt jedoch, bereits einen anderen zu lieben. Als Ramiro, der die Situation belauscht hat, ihr einen Heiratsantrag macht, lehnt sie ab. Sie überreicht ihm ihren roten Schuh, und fordert ihn auf, sie zu suchen. Aschenputtel wagt hier den Schritt aus Unterdrückung und Abhängigkeit, der ihr den sozialen Aufstieg ermöglicht kann und sie zur selbstbestimmten, liebenden Frau reifen lässt. Dandini und Ramiro schlüpfen nun wieder in ihre wahren Identitäten, die anderen Familienmitglieder müssen zu ihrem Ärger feststellen, leider die Falschen umworben zu haben.

Der echte Prinz macht sich in einer prunkvollen blauen Pferdekutsche auf, seine Angebetete zu suchen, die Kutsche samt Pferd erhebt sich daraufhin wie von Zauberhand geführt in die Lüfte und entschwebt.

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola - hier :  die Hochzeit  Ensemble © Hans Joerg Michel

Nationaltheater Mannheim / La Cenerentola – hier : die Hochzeit  Ensemble © Hans Joerg Michel

Ein Gewittersturm bricht herein, infolgedessen die Zauberkutsche aus der Flugbahn geraten ist, der Prinz und Alidoro flüchten sich ins Haus von Don Magnifico, um Schutz zu suchen. Dort erkennt Ramiro sofort Aschenputtel wieder und steckt ihr den zweiten roten Schuh an den Fuß. Nun wird Hochzeit gefeiert, das Brautpaar darf – siehe FOTO oben – lilafarben umstrahlt- (Licht: Christian Wurmbach), gefeiert vom Volk, in das rosafarbene Walt Disney Schloss einziehen. Die neidische Verwandtschaft- in schwarzer Trauerkleidung und Sonnenbrille- scheint zunächst dazu verdammt zu sein, den Glanz des Traumpaares nicht nur zu bewundern, sondern auch dafür zu sorgen, dass dieser nicht verblasst. Zähneknirschend polieren und putzen sie nun an der Fassade von Aschenputtels neuer prachtvoller Behausung.

Aber die frisch Vermählte in ihrem Glück, verzichtet auf Rache und verzeiht großmütig ihrem Vater und den Stiefschwestern. Nun gibt es für alle ein rauschendes Happy End und wenn sie nicht gestorben sind …, dann sehen wir sie in der nächsten Spielzeit wieder.

Das Nationaltheater Orchester im erhöhten Graben entfaltet unter seinem Dirigenten Matthew Toogood einen federnden, transparenten und biegsamen Rossini Sound, mit bestechender rhythmischer Präzision, mitreißenden, aber immer kontrollierten Tempi und rauschhaften Steigerungen. Toogood bringt den Farbenreichtum der Rossinischen Partitur zum Blühen, vertraut der üppigen Melodik und zelebriert beglückend schwebende Koloraturen. Er setzt auf wohl dosierte Effekte, und dimmt, wenn nötig, das Orchester zugunsten der Solisten auf das entsprechende Klangniveau. Kleine Unstimmigkeiten zwischen Bühne und Graben sind zu verzeihen.

Als hübsches zierliches Blondpüppchen berührt Sofia Koberidze in der Rolle des Aschenputtel mit innigem Schmelz und glasklaren, akkuraten Koloraturen. Sie vermittelt glaubhaft die Entwicklung vom unscheinbaren Mauerblümchen zur gütigen selbstbewussten Frau.

Ludovica Bello als schlaksige hochgewachsene Tisbe ist eine Intrigantin wie aus dem Bilderbuch, mit ausdrucksstarker Mimik und Körpersprache, ihr flexibler Mezzo funkelt mühelos in allen Lagen. Ihre Schwester Clorinda als quirlige, kichernde Zicke mit albernem ausuferndem Kopfschmuck wird von Ji Yoon mit hauchzarten Silbertönen ausgestattet. Die anspruchsvolle Partie des Prinzen ist bei Christopher Diffey bestens aufgehoben, sein angenehm timbrierter lyrischer Tenor schwingt sich in höchste Höhen, die Koloraturen perlen fast immer locker und klar.

Joachim Goltz zieht als Vater Don Magnifico alle Register seines komödiantischen Talents. Der vielseitige Bariton überzeugt einmal mehr sowohl mit kraftvollen heldischen Ausbrüchen als auch mit spielerischer Leichtigkeit. Die meisten Lacher erntet Ilya Lapich in der Rolle des Dieners Dandini, er beherrscht nicht nur alle Tanzstile von barock bis Luftgitarre, sondern amüsiert auch als buffoneske Figur par excellence mit edlem, weichen Bariton. Der Lehrmeister des Prinzen, Alidoro, wird von Dominic Barberi mit satten Basstiefen überzeugend ausgestattet. Der Herrenchor unter der Leitung von Dani Juris lässt auch diesmal keine Wünsche offen.

Nach dieser umjubelten Vorstellung im ausverkauften Opernhaus am Silvester-Vorabend, blickt man mit Spannung auf weitere Sternstunden am Nationaltheater Mannheim im neuen Jahr 2019!

La Cenerentola:  Zur Zeit keine weiteren Termine am Nationaltheater Mannheim

—| IOCO Kritik Nationaltheater Mannheim |—

Leipzig, Oper Leipzig, Ballettpremiere: DIE MÄRCHEN DER GEBRÜDER GRIMM, 04.12.2015

November 17, 2015 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Ballettpremiere: DIE MÄRCHEN DER GEBRÜDER GRIMM

Premiere am FREITAG, 4. DEZEMBER 2015, 19:30 UHR

WEITERE AUFFÜHRUNGEN 13., 15., 19. Dezember 2015, 15. Januar & 26. Februar 2016

„Es war einmal…“, dieser Satz eröffnet allabendlich in vielen Elternhäusern ein besonderes Ritual. Nicht nur Kinder lieben Märchen, auch wir Erwachsene. Denn das, wonach wir uns auf der Theaterbühne sehnen, sind Fantasiewelten, in die wir uns aus unserem Alltag für ein paar Stunden flüchten können.

Mario Schröder bringt zu Musik von Mussorgski, Tschaikowski, Prokofjew und RimskiKorsakow mit seiner Company die schönsten Märchen der Gebrüder Grimm auf die Bühne, fantasievoll, romantisch und doch mit einer Prise Humor. Dafür sorgt Michael Sens, klassisch ausgebildeter Musikkabarettist, der mit Programmen wie „Kabarett meets Klassik“ durch Deutschland tourt und den Märchenabend zu einem Event für Klein und Groß macht.

Musikalische Leitung CHRISTOPH GEDSCHOLD
Choreografie MARIO SCHRÖDER
Bühne, Video PAUL ZOLLER
Kostüme ANDREAS AUERBACH
Dramaturgie MICHAEL SENS

Erzähler MICHAEL SENS
LEIPZIGER BALLETT
GEWANDHAUSORCHESTER

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, 2. Familienkonzert: Der gestiefelte Kater, 10.11.2013

November 7, 2013 by  
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Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt © IOCO

Der gestiefelte Kater

2. Familienkonzert am Staatstheater Darmstadt

 
Das musikalische Märchen Der gestiefelte Kater steht beim 2. Familienkonzert des Staatstheaters Darmstadt auf dem Programm.
 
Peter Marino hat das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm zu einem musikalischen Märchen für Kinder ab 3 Jahren und die ganze Familie verarbeitet, Margit und Ulrich Pietsch haben die szenische Fassung erstellt, die in den Kammerspielen gezeigt wird.
 
Margit und Ulrich Pietzsch Szenische Einrichtung | Staatsorchester Darmstadt
 
Sonntag, 10. November 2013 | 11 Uhr und 15 Uhr | Kammerspiele
 
Als 2. Schulkonzert am
Mittwoch, 13. November 2013 | 10 Uhr | Kammerspiele
 
—| Pressemeldung Staatstheater Darmstadt |—

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