Essen, Aalto Theater, DON CARLO – Giuseppe Verdi, 14.03.2020

Februar 14, 2020 by  
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Aalto Theater Essen

Opéra national du Rhin

Aalto Theater Essen / Don Carlo - Szenenfoto der Produktion aus der Opéra national du Rhin Strasbourg © Klara Beck

Aalto Theater Essen / Don Carlo – Szenenfoto der Produktion aus der Opéra national du Rhin Strasbourg © Klara Beck

 DON CARLO – Giuseppe Verdi
Libretto Joseph Méry und Camille du Locle – nach Friedrich Schiller

Premiere Samstag, 14. März 2020, 19:00 Uhr

In einer Inszenierung von Robert Carsen kommt Giuseppe Verdis Dramma lirico Don Carlo als fünfte Premiere dieser Spielzeit auf die Bühne des Aalto-Musiktheaters. Die Essener Premiere des Kooperationsprojektes mit der Opéra national du Rhin, Strasbourg findet am Samstag, 14. März 2020, 19 Uhr im Aalto-Theater statt. Die Premiere in Strasbourg findet am 17. Juni 2016 statt.

Die musikalische Leitung hat Robert Jindra, erster Kapellmeister am Aalto-Theater. Gezeigt wird die erstmals 1884 am Teatro alla Scala präsentierte Mailänder Fassung, die sich in besonderer Weise auf die Psychologie der Figuren konzentriert: Während Europa durch Kriege auf eine harte Probe gestellt wird, ist die Vater-Sohn-Beziehung zwischen König Filippo von Spanien und seinem Sohn, Infant Don Carlo, durch die Liebe zur selben Frau, Elisabetta von Valois, getrübt. Eigentlich hätte die Ehe zwischen Elisabetta und Filippo endlich den lang ersehnten Frieden besiegeln sollen, doch die französische Prinzessin und der spanische Infant haben sich heimlich ineinander verliebt. Liebe und Politik machen sich schließlich gegenseitig zu Spielbällen – bis am Ende niemand mehr gewinnen kann.

Der international gefragte kanadische Regisseur Robert Carsen kann in jüngster Vergangenheit auf Engagements an der Oper Zürich („Arabella“), der Mailänder Scala („Giulio Cesare“), dem Pariser Théatre des Champs-Élysées (Orfeo ed Euridice), der New Yorker Metropolitan Opera (Der Rosenkavalier), der Deutschen Oper Berlin („Oceane“) und der Niederländischen Nationaloper Amsterdam („I Pagliacci/Cavalleria rusticana“) zurückblicken. Am Aalto-Theater war 2014 dessen „Jen?fa“ zu erleben.

Musikalische Leitung Robert Jindra | Inszenierung Robert Carsen | Bühne Radu Boruzescu | Kostüme Petra Reinhardt | Choreografie Marco Berriel | Licht Robert Carsen, Peter Van Praet | Choreinstudierung Jens Bingert | Dramaturgie Ian Burton, Christian Schröder

Filippo II., König von Spanien Ante Jerkunica | Don Carlo, Infant von Spanien Gaston Rivero | Rodrigo, Marquis von Posa Jordan Shanahan | Großinquisitor Karl-Heinz Lehner | Elisabetta von Valois Gabrielle Mouhlen | Prinzessin Eboli Agnieszka Rehlis |  Ein Mönch Baurzhan Anderzhanov | Tebaldo, Elisabettas Page Liliana de Sousa | Graf von Lerma Albrecht Kludszuweit | Stimme vom Himmel Christina Clark | Ein königlicher Herold Adam Temple-Smith | Sechs Gesandte aus Flandern Mateusz Kabala, Ulrich Franke, Björn Köller, Johannes Gsänger, Vincent Turregano, Harald Wittkop

Essener Philharmoniker | Opernchor und Extrachor des Aalto-Theaters

Eine Kooperation mit der Opéra national du Rhin Strasbourg. Gefördert von der Brost-Stiftung

Premiere Samstag, 14. März 2020, 19:00 Uhr, Aalto-Theater
Weitere Vorstellungen 19., 28. März; 5., 19., 24., 30. April; 15., 27. Mai; 7. Juni 2020

Einführungsmatinee Sonntag, 8. März 2020, 11:00 Uhr, Aalto-Theater
„It’s Teatime“ Freitag, 13. März 2020, 16:30 Uhr, Aalto-Cafeteria
Einführungsvortrag 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer

Biografien:

Aalto Theater Essen / Robert Carsen © privat

Aalto Theater Essen / Robert Carsen © privat

Robert Jindra (Musikalische Leitung) studierte am Prager Konservatorium Operngesang und Dirigieren. Am Prager Nationaltheater dirigierte er u. a. „Così fan tutte“, „Das schlaue Füchslein“, „Aus einem Totenhaus“, „Jen?fa“, „Don Giovanni“, „Carmen“ und „Falstaff“ und bekleidete in der Saison 2013/2014 die Position des Musikdirektors. Außerdem war er Musikdirektor der Oper in Ostrava, wo er u. a. „Die Sache Makropulos“, „Lohengrin“, „Cardillac“ und „Der feurige Engel“ dirigierte. Darüber hinaus gastierte er z. B. an der Deutschen Oper am Rhein, an der Norwegischen Oper in Oslo, am Slowakischen Nationaltheater Bratislava und an der Staatsoper in Košice. In Essen leitete er bereits die Premieren von „Der Ring an einem Abend“ und Aribert Reimanns „Medea“.

Robert Carsen (Inszenierung und Licht) studierte Schauspiel an der Bristol Old Vic Theatre School, bevor er sich auf die Regie konzentrierte. Zu seinen wichtigsten Produktionen gehören „Falstaff“ am Royal Opera House Covent Garden London und am Teatro alla Scala Mailand, ein Zyklus von Janá?ek-Opern an der Opéra du Rhin Straßburg, „Don Giovanni“ am Teatro alla Scala Mailand, „The Turn of the Screw“ am Theater an der Wien, „Carmen“, „Fidelio“ und „Les dialogues des Carmélites“ in Amsterdam, „Ariadne auf Naxos“ an der Bayerischen Staatsoper München, „Mitridate“ am Théâtre de la Monnaie Brüssel, „Rinaldo“ und „L’incoronazione di Poppea“ in Glyndebourne, „Iphigénie en Tauride“ in Chicago, Madrid, Toronto und London, „La traviata“ für die Wiedereröffnung des Teatro La Fenice Venedig, „Der Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen, „Mefistofele“ und „Eugen Onegin“ an der Metropolitan Opera New York, „Der Ring des Nibelungen“ an der Oper Köln, „Richard III“ (Giorgio Battistelli) sowie einen Puccini-Zyklus in Antwerpen. Am Aalto-Theater Essen war bereits seine Inszenierung von „Jen?fa“ zu erleben.

Radu Boruzescu (Bühne) stammt aus Rumänien und studierte an der Akademie N. Grigorescu in Bukarest Bühnen- und Kostümbild. Seit 1973 arbeitet für Produktionen in den Bereichen Schauspiel, Oper und Film. Engagements führten ihn durch ganz Europa und die USA, u. a. nach New York an die Metropolitan Opera, nach Washington DC ans Arena Stage Theater, nach Chicago an die Lyric Opera, an die Vancouver Opera, nach Cardiff an die Welsh National Opera, zum Festival Maggio Musicale nach Florenz, ans Teatro Reggio nach Turin, nach Mailand an das Piccolo Teatro, zum Spoleto Festival, nach Amsterdam an die De Nederlandse Opera, nach Brüssel ans Théâtre Royal de la Monnaie, nach Antwerpen an die Vlaamse Opera, nach Genf ans Grand Théatre de Genève, an die Oper Bonn und die Münchner Kammerspiele. Seit 1995 entwirft Radu Boruzescu regelmäßig die Ausstattungen für Inszenierungen von Robert Carsen.

Nach ihrem Studium in München begann Petra Reinhardt (Kostüme) ihre Laufbahn an der Bayrischen Staatsoper München, wo sie die Kostüme für zahlreiche Produktionen entwarf. In ihrer Wahlheimat Italien arbeitete Petra Reinhardt mit Marco Ferreri, Robert Wilson und Amos Gitai zusammen, stattete zahlreiche Filmproduktionen aus und gestaltete für das Mode-Event AltaRoma ihre eigene Show „Luxicantica“. Sie arbeitete mit Andrej Serban an der Wiener Staatsoper, mit Klaus Maria Brandauer am Admiralspalast Berlin und der Oper Köln, mit William Friedkin an der Bayerischen Staatsoper, mit José Cura beim Sommerfestival in Rijeka und an der Oper Köln sowie mit Robert Carsen am Festspielhaus Baden-Baden. Mit dem Regisseur Johannes Schaaf gestaltete sie eine Wiederaufnahme von „Die Fledermaus“ in Amsterdam, ebenso wie die Deutsche Erstaufführung von Ottorino Respighis „Marie Victoire“ an der Deutschen Oper Berlin.

Marco Berriel (Choreografie) war Solist in Maurice Béjarts Ballettcompagnie „Ballet du XXe Siècle“ sowie in Spaniens Compañia Nacional de Danza. Daneben war er als Gast bei zahlreichen anderen Compagnien zu erleben. Sein Debüt als Choreograf gab er am Teatro alla Scala Mailand mit „Jeu de Dames“, gemeinsam mit Béjart. Als Pionier des Flamenco-Fusion-Styles arbeitete er u. a. mit Lola Greco, Joaquin Cortes, Merche Esmeralda und Carmen Cortés zusammen. Im Bereich der Oper arbeitete er als Choreograf und Regisseur u. a. mit den Dirigenten Riccardo Muti, Zubin Mehta und William Christie sowie mit den Regisseuren Pier Luigi Pizzi, Robert Carsen, Yannis Kokkos, Giancarlo Del Monaco und Herbert Wernicke. Dabei entstanden Produktionen von „Carmen“, „Die sieben Todsünden“, „Turandot“, „Die Frau ohne Schatten“, „Salome“, „Der fliegende Holländer“, „Don Carlo“ und „Iphigénie en Aulide“.

Ante Jerkunica (Filippo II.) ist derzeit einer der gefragtesten Bässe auf internationalen Bühnen. Von 2006 bis 2018 war er im Ensemble der Deutschen Oper Berlin, zuerst als Stipendiat. Dort singt er viele Partien seines Repertoires wie Sarastro („Die Zauberflöte“), Banco („Macbeth“), Gremin („Eugen Onegin“), Sparafucile („Rigoletto“), Marcel („Les Huguenots“), Pimen („Boris Godunow“) und viele mehr. Besonders viele Wagner-Partien durfte er dort erstmals interpretieren – Fafner, Daland, Landgraf, Marke. Jerkunica gastierte wiederholt bei den Salzburger Festspielen. Er sang an den Staatsopern Hamburg, München und Berlin, sowie in Köln und Frankfurt (Hunding). Er war Gast an der Opéra Lyon, am Liceu Barcelona, in Bilbao, an der Nederlandse Opera Amsterdam, der Opéra Bastille Paris, dem Teatro Real Madrid, der Opéra du Rhin Strasbourg, dem Colon in Buenos Aires, sowie am Theater an der Wien. Eine enge Verbindung ergab sich zur Vlaamse Opera sowie zum Monnaie in Brüssel (u. a. „Herzog Blaubarts Burg“). 2017 erfolgte sein erfolgreiches US-Debüt als Sarastro an der Seattle Oper.

Gaston Rivero (Don Carlo) debütierte 2003 in New York City in Puccinis „La Bohème“, einer Broadway-Produktion von Baz Luhrmann. An der Staatsoper Berlin sang er unter Daniel Barenboim Manrico („Il Trovatore“), die Titelrolle in „Don Carlo“ und Gabriele Adorno („Simon Boccanegra“). Weitere Engagements waren Radamès („Aida“) an der Opéra National de Paris, Ismaele („Nabucco“) an der Opéra de Monte Carlo, Don José („Carmen“), Cloriviere („Maria Victoire“), Agamegnone („Cassandra“) und Rodolfo („La Bohème“) an der Deutschen Oper Berlin, Ismaele am Teatro Massimo di Palermo, Don José am New National Theatre Tokyo, Des Grieux („Manon Lescaut“), Pinkerton („Madama Butterfly“) und ein Sänger („Der Rosenkavalier“) an der Oper Leipzig. In Essen sang er bereits Cavaradossi, Radamès und Manrico. Zudem gab er in der letzten Spielzeit hier sein Debüt als Otello.

Der hawaiianische Bariton Jordan Shanahan (Posa) durfte bereits mit einigen der weltweit führenden Opernhäusern und Orchestern zusammenarbeiten; darunter die Metropolitan Opera, die Lyric Opera of Chicago, die niederländische Oper, das Teatro San Carlo di Napoli, das Royal Concertgebouw Orchestra, das National Philharmonic Orchestra of Washington DC und die Münchner Philharmoniker. Mit einem Repertoire von über 60 Rollen ist er gleichermaßen zu Hause bei Wagner und Strauss, wie auch bei den italienischen Meistern wie beispielsweise Verdi und Puccini. Auch für zeitgenössischen Werke von John Adams, George Benjamin, Jake Heggie oder Péter Eötvös ist der Bariton wiederholt engagiert worden. Jüngste Engagements umfassten Rollendebüts als Luna („Il Trovatore“), Amonasro („Aida“), Orest („Elektra“), die Titelrolle in „Der fliegende Holländer“ sowie Vorstellungen als Alberich („Der Ring des Nibelungen“), Escamillo („Carmen“) und als Rigoletto, und Konzerte mit „Senza Sangue“ von Péter Eötvös unter dem Dirigat des Komponisten in Budapest im Februar 2018.

Karl-Heinz Lehner (Großinquisitor) singt in der Spielzeit 2019/1920 Neuproduktionen von „Tristan und Isolde“ (König Marke) an der Oper Köln, „Der Rosenkavalier“ (Baron Ochs) am Staatstheater Wiesbaden, „Fidelio“ (Rocco) an der Oper Bonn und „Don Carlo“ (Großinquisitor) am Aalto-Theater Essen. 2016 und 2017 debütierte der Künstler bei den Bayreuther Festspielen als Fafner in „Das Rheingold“ und „Siegfried“, Titurel in „Parsifal“ und Nachtwächter in „Die Meistersinger von Nürnberg“. Darüber hinaus gastierte er unter anderem an der Staatsoper Hamburg, der Bayerischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, dem Opernhaus Graz, der Komischen Oper Berlin, der Volksoper Wien, der Oper Frankfurt, dem Aalto-Theater Essen, der Oper Leipzig, der Semperoper Dresden, dem Teatro dell’Opera Rom und den Bregenzer Festspielen. Karl-Heinz Lehner war bereits längere Zeit im Ensemble des Aalto-Theater Essen, in dieser Spielzeit kehrte er für ein erneutes Festengangement zurück.

Gabrielle Mouhlen (Elisabetta) begann ihre musikalische Ausbildung zunächst als Flötistin, bevor sie ein Gesangsstudium am Koninklijk Conservatorium in Den Haag und an der New Opera Academy begann. Ihr Operndebüt feierte sie als Violetta in „La Traviata“ am Rumänischen Nationaltheater Timisoara. Danach war sie auf zahlreichen Opernbühnen in Italien zu erleben, so u. a. als Aida, als Amelia in „Un ballo in maschera“, Abigaille in „Nabucco“, Odabella in Verdis „Attila“, Santuzza in „Cavalleria rusticana“ und in der Titelpartie von „Manon Lescaut“. Ihr gefeiertes Deutschlanddebüt gab die Sopranistin im Frühjahr 2018 als Abigaille in Jens-Daniel Herzogs Neuproduktion von „Nabucco“ am Theater Dortmund. Seit der Spielzeit 2018/2019 gehört sie zum Ensemble des Aalto-Musiktheaters Essen und war hier in Premieren u. a. als Desdemona und Lisa („Pique Dame“) zu erleben.

Agnieszka Rehlis‘ (Eboli) aktuelle Engagements umfassen Fenena („Nabucco“) an der Bayerischen Staatsoper München und der Polnischen Nationaloper Warschau, Anna („Les Troyens“) an der Semperoper Dresden, verschiedene Rollen in „Der feurige Engel“ am Opernhaus Zürich, am Teatro Municipal de Santiago sowie der Scottish Opera, Liese/Hannah („Die Passagierin“) bei den Bregenzer Festspielen, der Polnischen Nationaloper Warschau, der Houston Grand Opera, dem Lincoln Center Festival, der Lyric Opera of Chicago und der Florida Grand Opera, Maffio Orsini („Lucrezia Borgia“) und Amneris („Aida“) an der Estnischen Nationaloper, Komponist („Ariadne auf Naxos“) an der Oper Krakau sowie Azucena („Il Trovatore“) am Theater Erfurt. Auch im Bereich der zeitgenössischen Musik ist Agnieszka Rehlis hervorgetreten und hat etwa sämtliche Werke von Krzysztof Penderecki aufgeführt, unter der Leitung des Komponisten persönlich.

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Essen, Aalto Theater, Troubadour – Giuseppe Verdi, 09.06.2018

Juni 6, 2018 by  
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Aalto Theater Essen

Aalto Theater Essen / Der Troubadour - Nikoloz Lagvilava (Graf von Luna), Gaston Rivero (Manrico) und Aurelia Florian (Leonora) © Karl Forster

Aalto Theater Essen / Der Troubadour – Nikoloz Lagvilava (Graf von Luna), Gaston Rivero (Manrico) und Aurelia Florian (Leonora) © Karl Forster

DER TROUBADOUR – Giuseppe Verdi

Samstag, 9. Juni 2018, 19 Uhr – Aalto-Theater

Finale für Verdis Troubadour: Am Samstag, 9. Juni 2018, um 19 Uhr kommt die Oper in der Inszenierung von Patrice Caurier und Moshe Leiser zum letzten Mal in dieser Spielzeit am Aalto-Theater zur Aufführung. Das herausragende Sängerquartett, das schon beim Premierenpublikum für Begeisterung sorgte, ist hier noch einmal zu erleben: Gaston Rivero als Manrico, Aurelia Florian als Leonora, Nikoloz Lagvilava als Graf von Luna und Carmen Topciu als Zigeunerin Azucena. Die musikalische Leitung hat Matteo Beltrami.

Es sind die langen Schatten der Vergangenheit, denen keine Figur in Verdis vielleicht dunkelstem Werk entkommen kann. Es ist die gemeinsame Vorgeschichte, die ihr Schicksal bestimmt und – aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt – durch die Oper geistert. Es ist unerbittlicher Hass, der die Ereignisse auf ein tragisches Ende hin peitscht. Der alte Graf Luna hatte zwei Söhne. Einer davon sei von einer Zigeunerin verflucht worden, wofür diese auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Deren Tochter Azucena entführte daraufhin den Jungen, um ihn aus Rache ebenfalls zu verbrennen, tötet dabei aber aus Versehen ihr eigenes Kind. Das überlebende Grafenkind wuchs nun im Zigeunerlager heran, ohne seine Herkunft zu kennen. Der alte Graf ließ seinen verbliebenen Sohn am Sterbebett schwören, die Suche nach dem verschwundenen Bruder niemals aufzugeben. Jahre später verlieben sich die beiden einander unbekannten Brüder in dieselbe Frau …

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Leipzig, Oper Leipzig, PUCCINI-WOCHENENDE, 26. bis 28.01.2018

Januar 25, 2018 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper LeipzigRemus Sucheana © P Gert WeigeltKirsten Nijhof

PUCCINI-WOCHENENDE

Drei Meisterwerke an drei Abenden

An der Oper Leipzig können sich Puccini-Fans vom 26. bis 28. Januar ein ganzes Wochenende den sinnlichen Klängen des italienischen Meisters hingeben. Drei seiner schönsten und tragischsten Frauengestalten sind an drei aufeinanderfolgenden Abenden zu erleben: Tosca, Turandot und Madama Butterfly. Seit rund hundert Jahren begeistern die Opern von Giacomo Puccini die Massen. Überbordender Melodienreichtum und sinnliche Harmonien sind ihr musikalisches Markenzeichen. Seinen weiblichen Opernfiguren gehörte das ganze Mitgefühl des Komponisten. Es heißt, er habe um sie geweint, wenn er ihre Arien schrieb.

Den Auftakt macht am Freitag, 26. Januar, 19:30 Uhr, Tosca mit überwältigender Bilderpracht: Der Vorhang hebt sich und die gesamte Bühne ist in ein Lichtermeer aus tausend brennenden Kerzen getaucht. Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema setzt Puccinis überschäumender Musik spektakuläre Bühnenbilder entgegen, die den Zuschauer hineinziehen in die schillernden Verwicklungen von Liebe und Macht, Kirche und Staat in Rom um 1800. Puccinis Tosca an der Oper Leipzig ist ein spannender Opernkrimi im Spielfilm-Format und ein wahres Sängerfest. Die Titelpartie singt die niederländische Sopranistin Annemarie Kremer, die in Leipzig bereits als Manon Lescaut in Puccinis gleichnamiger Oper zu sehen war. Die Rolle ihres Geliebten Cavaradossi übernimmt Gaston Rivero und Tuomas Pursio verkörpert den Bösewicht Scarpia. Am Pult des Gewandhausorchesters steht an diesem Abend Christoph Gedschold.

Weiter geht es am Samstag, 27. Januar, 19 Uhr mit Turandot. Seine letzte Oper verlegte der Verismo-Komponist Puccini, dessen Werke immer durch ganz konkrete Milieus geprägt waren, nach China. Stellvertretend für die Opernheldin des 19ten Jahrhunderts lässt Puccini die Sklavin Liù den freiwilligen Opfertod für den Mann sterben. Im entscheidenden Moment ist sie nicht bereit, den Namen des Prinzen zu verraten. Nach den überstandenen Prüfungen erleben wir Turandot und Calaf als verwandelte Menschen. Die Oper wechselt von düsterer Beklommenheit zu strahlender Emphase. Regie führt Balázs Kovalik, der im Juni 2014 mit seiner Produktion von Richard Strauss’ Frau ohne Schatten für einen Sensationserfolg gesorgt hat. Unter der musikalischen Leitung von Matthias Foremny übernimmt erneut Jennifer Wilson die Titelrolle, als Liù ist Olena Tokar zu erleben und Leonardo Caimi singt Calaf, den unbekannten Prinzen.

Den Abschluss des Wochenendes am Sonntag, 28. Januar, 18 Uhr bildet die Oper, die Puccini selbst als sein liebstes und bestes Werk betrachtete: Madama Butterfly. In Gestalt des amerikanischen Marineleutnants Pinkerton bricht die westliche Welt in die festgefügte, durch strenge Bräuche reglementierte japanische Gesellschaft ein. Die Scheinehe, die Pinkerton mit der jungen Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, eingeht, ist für ihn lediglich ein exotisches Liebesabenteuer. Für Cio-Cio-San hingegen ist es viel mehr. Unbeirrt glaubt sie an Pinkertons Rückkehr, als dieser Japan längst verlassen hat. Mit Madama Butterfly gelang Puccini eines der größten Meisterwerke seiner Zeit, in dem emotionale Verdichtung und exotisches Kolorit zusammenfließen, ohne die Darstellung der Wahrheit zu verschleiern. Regie führt Aron Stiehl, der im Sommer 2013 in Bayreuth für seine Inszenierung von Wagners Liebesverbot und ebenso bei der anschließenden Leipziger Premiere dieser Produktion gefeiert wurde. Die Titelpartie singt die junge Koreanerin Sae Kyung Rim, die Rolle des Pinkerton übernimmt Gaston Rivero. Es dirigiert Christoph Gedschold.

Termine:
Tosca, Freitag, 26. Januar 2018, 19:30 Uhr, Opernhaus
Turandot, Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr, Opernhaus
Madama Butterfly, Sonntag, 28. Januar 2018, 18 Uhr, Opernhaus

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

Leipzig, Oper Leipzig, Don Carlo von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 09.11.2017

November 10, 2017 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Don Carlo von Giuseppe Verdi 

Sternstunde: Fest der Stimmen in Escorial-Schwarz beherrschtem Hell-Dunkel

Von Guido Müller

Die Oper Leipzig hat sich unter den vielen von Verdi autorisierten Fassungen seiner Oper nach Friedrich Schillers riesigem Versdrama für die vieraktige, bis heute am meisten gespielte Mailänder Fassung von 1884 entschieden, in der weniger das Liebesdrama zwischen dem  spanischen Infanten Don Carlos und seiner französischen Stiefmutter Elisabeth von Valois wie in der fünfaktigen französischen Erstfassung als das düstere menschliche und politische Drama um den Marquis Rodrigo de Posa zwischen der Männer-Freundschaft zu Don Carlo, der Loyalität zum König Philipp und dem Freiheitswillen gegen politische und religiöse Unterdrückung im Zentrum steht. So wird der politische Ideendiskurs im Gewand einer Familientragödie auch im Sinne Friedrich Schillers deutlicher.

Oper Leipzig / Don Carlo - Kartal Karagedik in der Oper Marquis de Posa hier als Fotograf © Kartal Karagedik

Oper Leipzig / Don Carlo – Kartal Karagedik in der Oper Marquis de Posa hier als Fotograf © Kartal Karagedik

Und was für ein Ausnahmesänger und ungeheuer präsenter Bühnendarsteller singt in dieser dritten Vorstellung seit der Premiere als Gast aus Hamburg erstmalig in Leipzig diesen Marquis Posa. Der am Beginn einer großen internationalen Karriere stehende deutsch-türkische Bariton Kartal Karagedik sprüht seit dem ersten Auftritt vor schauspielerischem  Charisma und höchster stimmlicher Überzeugungskraft in seiner Paraderolle. Die Figur des Freiheitskämpfers Posa passt ihm wie auf den Leib geschneidert und unwillkürlich muss man an die politischen Verhältnisse seines Heimatlandes Türkei denken.

So werden Kartal Karagediks Duette mit dem eher weichen Freund im Harlekinkostüm, dem mit warmem Schmelz in allen Lagen stimmschön singenden, erfreulich vibratoarmen und darstellerisch überzeugenden südamerikanischen Tenor Gaston Rivero (Don Carlo), der seine sichere Stimme nicht in der Verdi-Tenor-Vitrine ausstellen muss, und vor allem die im Zentrum der Inszenierung stehende große Auseinandersetzung mit dem an allen bedeutenden Opernhäusern singenden düsteren Bass Riccardo Zanellato (König Filippo II.) zu Höhepunkten des Abends. Soweit überhaupt eine musikdramatische Steigerung möglich ist gelingt  sie ihm und dem Infanten in der Konfrontation mit der phänomenalen Kathrin Göring als zugleich eiskalt kontrollierte wie emotional hochexplosive Prinzessin Eboli.  Diese Sängerin ist ein besonderes Juwel der zunächst unterkühlt  und stark kontrolliert wirkenden stimmlichen und darstellerischen Expressivität in dem an kostbaren Stimmen wahrlich nicht armen und so internationalen Leipziger Ensemble, die immer große Steigerungen zeigt.

Oper Leipzig / Don Carlo - hier Gaston Rivero als Don Carlo und Gal James als Elisabetta © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Don Carlo – hier Gaston Rivero als Don Carlo und Gal James als Elisabetta © Kirsten Nijhof

Zu diesen sängerischen Edelsteinen des Leipziger Ensembles zählt  auch die israelische Sopranistin Gal James als Elisabetta, die obwohl reiner Spielball der Intrige zunehmend starkes eigenständiges stimmliches und dramatisches Profil über die Opferrolle hinaus gewinnt.

Dies wiederum fordert die Rolle des Großinquisitors vom ersten Ton an  dem ukrainischen Bass und Gast Ievgen Orlov ab, der sehr ausdrucksstark und mit voller bedrohlicher und zugleich eleganter stimmlicher Präsenz in seiner Rolle überzeugt.

Die junge bayerische Sopranistin Magdalena Hinterdobler, seit 2014 Leipziger Ensemblemitglied, verleiht dem Pagen Tebaldo gesanglich und spielerisch ein gelungenes Profil. Dies gelingt auch in den kleineren Partien gesanglich ausdrucksvoll Randall Jakobsch als Mönch, stimmschön Karin Ullrich als Gräfin d’Aremberg, der griechischen Sopranistin  Danae Kontora als kristallklarer Stimme von oben und dem  ungarischen Chortenor Maté Gálin der Doppelrolle als Graf von Lerma und Herold. Der Chor der Oper Leipzig unter Alessandro  Zuppardo begeistert mit seinem präzisen, homogenen und kraftvollen Gesang.

Der absolute Glücksfall für Sänger, Orchester und Publikum aber dieser  von einem durchgehend großen musikdramatischen Feuer durchglühten und zugleich zutiefst beseelten Aufführung ist die musikalische Leitung  durch Felix Bender. Der junge Dirigent aus Halle (Saale) und zuletzt  kommissarische Generalmusikdirektor in Chemnitz ist ein besonders herausragender Vertreter der Dichte musikalischer Talente und der enorm hohen musikalischen Ausbildungsqualität in Mitteldeutschland.

Oper Leipzig / Don Carlo hier - Danae Kontora als Stimme vom Himmel und der Opernchor der Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Don Carlo hier – Danae Kontora als Stimme vom Himmel und der Opernchor der Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Der vormalige Leipziger Thomaner Felix Bender studierte von 2006 bis 2011 Orchester dirigieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Er war u.a. Assistent von Herbert Blomstedt am Leipziger Gewandhaus und bei Heribert Beissel. Als Gast dirigierte Bender bereits das Konzerthausorchester Berlin, das Philharmonische Orchester Ulm, die Staatskapelle Dresden, die Dresdener Philharmoniker und er nahm zahlreiche Rundfunkaufnahmen mit dem MDR Sinfonieorchester auf. Felix Bender dirigiert am Opernhaus Chemnitz mit außergewöhnlicher Anerkennung sowohl beim Publikum wie der Kritik das große Opernrepertoire von Händel und Mozart bis Wagner und Richard Strauß. Außerdem  debütierte er sehr erfolgreich mit Gounods Faust an der Oper Leipzig sowie mit Mozarts Zauberflöte am Aalto-Theater Essen. 2008 erhielt Bender den 1. Preis und den Publikumspreis beim Ring Award in Graz und 2011 wurde er in die Förderung des Dirigentenforums aufgenommen.

Das unter den Weltspitzenorchestern rangierende Gewandhausorchester und der in der  großen Leipziger Tradition des Thomanerchors wie des eleganten und gebildeten Felix  Mendelssohn Bartholdy stehende junge Dirgent Felix Bender harmonieren perfekt zusammen. Sie zeichnen Verdis packendes nervöses Musikdrama Don Carlo, für mich zusammen mit Falstaff sein Hauptwerk, eher mit dem Silberstift auch in aller instrumentalen  Finesse als mit dem breiten goldenen Pinselstrich, der die prächtige Sächsische Staatskapelle oft auszeichnet. Bender ist zudem kein auf billigen und vordergründigen Effekt setzender Blender sondern ein wahrer Kapellmeister der gedanklich tiefen konzeptionellen Durchdringung einer Partitur, die eine ganze Vorstellung auf phänomenale Weise vom ersten Takt bis zum verklingenden Schluss trägt. Da wird Musiktheater zum intellektuellen und sinnlichen Ereignis, das man sich in jeder Vorstellung wünscht.

Felix Bender vermag es mit dem Gewandhausorchester zugleich feinste polyphone instrumentale, melodische, farbklangliche und rhythmische Details der Partitur zum Klingen zu bringen wie den großen musikalischen Bogen über jeden der vier Akte zu schlagen und außerdem noch mit langem Atem zu steigern. Zugleich begleitet er mit diesem Weltklasseorchester in einer sehr feinen und sowohl fordernden wie nie durch Lautstärke überdeckenden Weise die  Sänger in einem intensiven Dialog durch elegante und präzise Zeichengebung und Blickkontakt. Selten habe ich ein so beglückendes und intensives Dirigat erlebt. Bender empfiehlt sich damit besonders nachdrücklich für eine GMD-Stelle, für die Chemnitz leider der Mut zur Berufung nach seinem viel beachteten Intermezzo als Vertreter fehlte. Bender zeigt an diesem Abend, dass er nicht nur ein begnadeter Händel-, Wagner- und Gounod-Dirigent ist sondern auch ein großer Verdi-Interpret.

Zu Sternstunde(n) wird der Abend last-but-not-least aber auch optisch durch das von Escorial-Schwarz beherrschte Hell-Dunkel und atemberaubend schöne Lichtwirkungen der flexiblen Bühnenräume auf der Drehbühne, die simultan sichtbare Handlungen erlaubt in der Bühnenkunst von Markus Meyer und dem immer neu faszinierenden Lichtdesign von Guido  Petzold.

Oper Leipzig / Don Carlo - hier Don Carlo und Ensemble © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Don Carlo – hier Don Carlo und Ensemble © Kirsten Nijhof

Und in diesen magischen Räumen zeigt uns der Regiemeister Jakob Peters-Messers eine sehr feine psychologisch und überaus spannungsvoll choreographierte Personenregie sowohl   der Hauptdarsteller wie der Gruppen des großen Chors und der heraus tretenden Solisten. Durchgehend mit herausragenden Stimmschauspielern stringent und atemberaubend erzählt verzichtet die Inszenierung mit prächtigen und die Personen perfekt charakterisierenden Kostümen (Sven Bindsell) auf ablenkende oderüberinterpretierte aktualisierende Mätzchen.

Das lässt sich kaum mit trockenen Worten nacherzählen, wie perfekt die dramatische Spannung zwischen den Sängerdarstellern von Szene zu Szene im Zusammenspiel mit der genialen Musik Verdis wächst. Auch die immer heiklen Momente mit den Gesandten aus Flandern und dem Autodafé werden optisch und spielerisch ganz besonders glaubwürdig umgesetzt.

Diese Inszenierung und musikalische Umsetzung von Verdis Don Carlo an der Oper Leipzig  sind ein nachdrückliches und ganz besonders überzeugendes Plädoyer für die gewählte Mailänder Fassung und ihre kompositorische und politisch-ideelle Schlagkraft. Daher am Ende großer Jubel des Publikums und besonders nachdrücklicher Beifall und Bravorufe für den herausragenden Dirigenten Felix Bender, den wir hoffentlich nicht nur in Leipzig oder Chemnitz sondern bald auch in einer leitenden Position als Chefdirigent oft wieder erleben  möchten.

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