Mannheim, Musikalische Akademie Mannheim, 4. Akademiekonzert – Alpensinfonie, IOCO Kritik, 24.1.2020

Konzerthaus Rosengarten Mannheim © Uschi Reifenberg

Konzerthaus Rosengarten Mannheim © Uschi Reifenberg

Musikalische Akademie Mannheim

Musikalische Akademie Mannheim  – 4. Akademiekonzert

  – Vom Glück des Gipfelstürmers –

von Uschi Reifenberg

Mit dem Konzert für Oboe und kleines Orchester von Richard Strauss eröffnete die Musikalische Akademie Mannheim das 4. Akademiekonzert und setzte mit diesem Strauss‘schen „Juwel“ gleich zu Beginn einen Glanzpunkt dank des Oboisten Jean-Jaques Goumaz, dem 1. Solo-Oboisten des Nationaltheater Orchesters und seinem Dirigenten GMD Alexander Soddy.

Das Oboenkonzert, von Richard Strauss, beendet 1946, gilt als eines der anspruchsvollsten Konzerte für Oboe überhaupt und verlangt seinen Interpreten alle erdenklichen Schwierigkeiten ab, besonders bezüglich Atemtechnik, Durchhaltevermögen und Vielfalt im Ausdruck.

Jean-Jaques Goumaz löst diese Anforderungen allesamt mühelos und breitet die ganze Palette seines Könnens aus, was das Publikum im Mannheimer Mozartsaal in einhellige Euphorie versetzte.

Nach zwei kurzen Cello-Takten zu Beginn führt eine gefürchtete lang ausgedehnte Einleitung des 1.Satzes den Solisten in medias res. Was folgt, ist eine unendliche Melodie, die mit bewegten und fein ziselierten Spielfiguren quasi ohne Unterbrechung den Oboisten 56 Takte lang „in Atem hält“. Goumaz gestaltet unangestrengt, mit feiner Tongebung, intelligenter Phrasierung und stupender Atemtechnik einen Spannungsbogen, der ihm erst nach dem Tutti eine kurze Verschnaufpause gönnt.

Nationaltheazer Mannheim / Jean Jaques Goumaz - Solo-Oboist © Moreno Gardenghi

Nationaltheazer Mannheim / Jean Jaques Goumaz – Solo-Oboist © Moreno Gardenghi

Goumaz‘ Oboenklang ist weich, gesanglich, im zartesten piano noch tragend und verliert auch im forte nichts von seinem warmen Timbre. Innig und beseelt, von leiser Wehmut durchzogen, klingt das Andante-Thema des 2. Satzes. Goumaz taucht in die Tiefen der Strauss‘schen Musik ein und verleiht dem Spätwerk jenen Hauch von Abschiedsschmerz, der später auch in den „Vier letzten Liedern“ anklingt. Die Utopie einer besseren Welt wird hier beschworen, 1946, in Zeiten der Zerstörung und Hoffnungslosigkeit.

Das Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester hätte nicht besser sein können, Orchester und Oboe verschmelzen in idealer Harmonie. Alexander Soddy dirigiert mit großer Sensibilität, fühlt jede agogische Wendung einfühlsam mit und lässt besondere Augenblicke im Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester sowie mit Klarinette, Fagott und Flöte entstehen.

In den letzten beiden Sätzen schlüpft Goumaz in die Rolle des Till Eulenspiegel und bringt dessen heitere Motive schalkhaft und mit viel Lebendigkeit zum Ausdruck. Weite Intervallsprünge, bewältigt er mit Leichtigkeit, hat sichtlich Freude an Koloraturen, deren opernhafte Virtuosität nie Selbstzweck sind und schickt mit präziser Artikulation und Delikatesse glitzernde Spitzentöne in den Saal.

Für Bravorufe und donnernden Applaus dankte  Jean-Jaques Goumaz mit einer Zugabe. Es folgte die Alpensinfonie

Die  Alpensinfonie –   von biografischen Erlebnissen geprägt

Wenn Richard Strauss, der begeisterte Bergsteiger und Naturfreund in seiner Villa in Garmisch Partenkirchen, umgeben vom Zugspitzmassiv und dem Wettersteingebirge, aus dem Fenster  blickte, so kann man sich lebhaft vorstellen, dass ihm die Komposition seiner Alpensinfonie geradezu aus der Feder geflossen sein muss. Tatsächlich aber durchlief die Entstehung der Alpensinfonie einen fünfzehnjährigen wechselhaften Schaffensprozess und war inspiriert von Strauss eigenen biografischen Erlebnissen, der Philosophie Friedrich Nietzsches und der Künstlertragödie eines Schweizer Malers.

Diese drei Bedeutungsebenen verweisen aufeinander, durchdringen sich gegenseitig und erschließen das innere Programm, das der äußeren Einteilung der 22 Stationen einer  Bergwanderung zu Grunde liegt. Ein Jugenderlebnis mag ihm wohl in deutlicher Erinnerung geblieben sein: Als vierzehnjähriger geriet Strauss bei einer ganztägigen Bergtour in ein Unwetter, verirrte sich und kehrte erst nach Stunden, völlig durchnässt, nach Hause zurück. Um 1899 beabsichtigte Strauss, das tragische Schicksal des Schweizer Porträtmalers Karl Stauffer zu vertonen, der ebenfalls passionierter Bergsteiger war und nach einer tragischen Liebesgeschichte dem Wahnsinn verfiel und in Selbstmord endete. Es sollte eine 4-sätzige Sinfonie entstehen mit dem Titel: Die Alpen.

Richard Strauss Institut Garmisch Partenkirchen © Uschi Reifenberg

Richard Strauss Institut Garmisch Partenkirchen © Uschi Reifenberg

Dazwischen schob sich die Beschäftigung mit Friedrich Nietzsches Philosophie und seinen Thesen aus dem „Antichrist“ von 1888 mit dem Postulat der Befreiung der Menschheit von den Zwängen der christlichen Dogmen. Bereits in Also sprach Zarathustra hatte Strauss seiner Affinität zu Nietzsche ein Denkmal gesetzt. Strauss schreibt 1911: „Ich will meine Alpensinfonie den Antichrist nennen, als da ist: sittliche Reinigung aus eigener Kraft, Befreiung durch die Arbeit, Anbetung der ewigen herrlichen Natur.“ Später streicht Strauss allerdings den Zusatz „Der Antichrist“ wieder, übrig bleibt Eine Alpensinfonie mit der Verherrlichung der Natur als Ersatzreligion, die sich manifestiert im Programm einer abenteuerlichen Bergbesteigung.

Die Stationen dieser Gebirgsroute führen den einsamen Wanderer im Morgengrauen Richtung Bergesgipfel und lassen ihn die Schönheiten, aber auch die Unwägbarkeiten eines unübersichtlichen Weges erfahren. Er erlebt einen Sonnenaufgang, kommt vorbei an Bächen, Blumen und Wiesen und erklimmt schließlich den Gipfel, der ihn die atemberaubende Schönheit und Allmacht der Natur bestaunen lässt. Auf dem Rückweg gerät er in Gewitter und Sturm und erreicht in der Nacht endlich wieder seinen Ausgangspunkt.

Strauss vertont hier nicht in trivialer Weise die Naturphänomene einer alpinen Postkartenidylle, wie ihm oft vorgeworfen wurde, sein provokanter Aphorismus: „Ich habe einmal komponieren wollen wie die Kuh Milch gibt,“ hat diesen Vorbehalt aber sicher noch verstärkt. Der Aufbruch des Bergsteigers auf den Gipfel könnte auch als Metapher für das menschliche Leben schlechthin angesehen werden, das ebenfalls einer Wanderung mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen, Zielen und Hindernissen gleicht. Der Abstieg vom Gipfel wird auch zur Metapher einer für immer vergangenen Epoche. Ebenso entledigt sich der Gipfelstürmer der Fesseln repressiver Traditionen und strebt nach Erneuerung, höchster Vollendung und künstlerischen Identität.

Die Uraufführung erfolgte 1915, mitten im 1.Weltkrieg; der Weg in die Abgeschiedenheit der Bergwelt wird, symbolisch, zur Abkehr von den Niederungen von Politik und Gesellschaft. Die unberührte Natur wird Gegenwelt einer als „erbärmlich“ erlebten Realität.

Mit der Alpensinfonie beendet Strauss die Reihe seiner sinfonischen Dichtungen, die er mit „Aus Italien“ 1886 begonnen hatte und führte damit das Genre zu einem absoluten Höhepunkt.

Er knüpft an die Tradition von Hector Berlioz und vor allem Franz Liszt, der in seinen sinfonischen Dichtungen durch die Einbeziehung der Literatur die musikalische Aussage erweitern wollte; nicht zuletzt auch an die Tradition von Ludwig van Beethoven, der in seiner Pastoralsinfonie forderte: „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ und detaillierte Naturschilderungen plastisch in Töne setzte.

 Von Strauss` Villa Blick auf die Alpen, die Zugspitze © Reifenberg

Von Strauss` Villa Blick auf die Alpen, die Zugspitze © Reifenberg

Strauss entwickelte diese Ästhetik weiter und gestaltete die musikalischer Darstellung poetischer und realer Vorgänge in einzigartiger Weise, er schreibt dazu an Romain Rolland: „Für mich ist das poetische Programm nichts weiter als der Form-bildende Anlass zum Ausdruck und zur rein musikalischen Entwicklung meiner Empfindungen-nicht wie Sie glauben, nur eine musikalische Beschreibung gewisser Vorgänge des Lebens“. Das musikalische Kunstwerk sollte für sich selbst stehen und erschließt dem Hörer auch ohne erläuterndes Programm den Gehalt der Komposition.  Dennoch sind in der Alpensinfonie die tonmalerischen Kunstgriffe beispielhaft für eine programmatische Kompositionsweise.

Strauss steigerte die Orchesterbesetzung in der Tradition Wagners ins Monumentale, forderte mindestens 129 Musiker, darunter 64 Streicher, vierfach besetzte Holz-und Blechbläser, achtfache Hörner, ausgedehntes Schlagwerk, ein Fernorchester mit zusätzlich 12 Hörnern, Trompeten und Posaunen. Unter Einbeziehung besonderer Instrumente wie Heckelphon, Tenortuben, Windmaschine, Donnerblech, Herdengeläut, Celesta und Orgel, wuchs das Orchester nicht nur quantitativ, sondern erreichte auch in punkto Farbigkeit eine neue Qualität.

Strauss‘ Instrumentationskunst ist bekanntermaßen exemplarisch, sein Zitat nach Fertigstellung der Alpensinfonie:Jetzt hab ich endlich instrumentieren gelernt“, verweist in typischer Selbstironie auf das Bewusstsein seiner uneingeschränkten Meisterschaft.

Generalmusikdirektor Alexander Soddy und das Nationaltheater Orchester ließen mit der  Alpensinfonie die Zuhörer ein Klang-Abenteuer erleben, welches die einzelnen  Sektionen der  Bergbesteigung in vielfältige Farbnuancen tauchte. Er findet für die dichte Dramaturgie des Stückes einen klaren Ansatz und arbeitet die Binnenstrukturen detailliert heraus. Soddy steht zu Strauss‘ Überwältigungsmusik, erlaubt das Schwelgen in den weiträumigen Tableaus, und bricht die Klangmassen herunter, um an den entsprechenden Kammermusikalischen Stellen sensibel ausgehörte Instrumentalsoli hervorzuheben. Die Emotionen hält er mit beeindruckender Balance auch an den Gipfelpunkten unter Kontrolle. Manche Übergänge hätte man sich vielleicht etwas straffer und spannungsgeladener vorstellen können.

Dirigent Alexander Soddy © Gerard Collett

Dirigent Alexander Soddy © Gerard Collett

Dunkel, wie aus mystischen Tiefen, schälte sich nach einer absteigenden Linie  in „Nacht“ aus dem nebelverhangenen Anfangsakkord der gedämpften Streicher, Fagotte und Klarinetten das verhaltenen angestimmte Berg- Thema der Posaunen und Tuben. Die Steigerung, die wachsende Bewegung vom Dunkel zum Licht, gelingt Soddy überzeugend. Den triumphalen  Sonnenaufgang intonierten die hohen Blechbläser mit gleißender Strahlkraft, das schwungvolle Aufstiegsthema mit seinen weit ausholenden Intervallschritten, das sich leitmotivisch durch das ganze Werk zieht, wurde von den Streichern und Harfen zunächst etwas verhalten in Angriff genommen, gewann aber später immer mehr an Energie.

Hörner und Posaunen leiteten mit dem rhythmisch markanten Wandererthema  zu den Jagdhörnern über, die als Fernorchester einen Dialog mit dem Bühnenorchester aufnahmen. Kleine Koordinationsprobleme der  Blechbläser trübten für einen kurzen Moment die Idylle. Im „Eintritt in den Wald“, den Soddy mit andächtiger Hingabe zelebrierte, breiteten die Musiker das Strauss’sche Farbspektrum aus und imaginierten die Natur in ihrer vielfältigen Schönheit. Glitzernde Kaskaden der hervorragend disponierten Streicher und Holzbläser ließen einen Wasserfall plastisch entstehen, Naturlaute, Blumen und Vogelrufe begleiteten den Wanderer in noch ungetrübter Erwartungsfreude bergaufwärts, vorbei an Almen, Gletscher und unwägbaren Stellen.

Den Gipfel besingt zunächst eine einsame Oboe, tastend, fast verschämt, bis dann das Orchester die Erhabenheit der Bergwelt in einem grandiosen Hymnus feiert. Die Gipfeleuphorie wandelt sich zur „Vision“, der Soddy mit viel Pathos und Dramatik begegnet und in satte Farben kleidet.

„Die Ruhe vor dem Sturm“ lässt die Spannung fast körperlich spürbar werden, einzelne Klarinetten-Tropfen lösen sich zögernd, bis sich die Klangmassen kontrolliert, mit orchestraler Wucht im „Gewitter und Sturm“ entladen. Hier ließ Soddy Strauss’ kontrapunktische Verwebung aller bisherigen Motive transparent erlebbar werden und führte das Orchester im letzten Aufbäumen der Naturgewalten bis an die Grenzen der Dynamik. Im „Sonnenuntergang“ konnte man im Abendrot glühende Streicher vernehmen, bevor im „Ausklang“ der Wanderer, der talwärts strebt, das Erlebte reflektiert und nach diesem Erlebnis nun verändert, als ein Anderer, zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt.

Soddy und das Nationaltheater Orchester ließen  noch einmal mit großer Intensität, im fahlen Abglanz, die wichtigsten Themen anklingen. Die Streicher intonierten hier das variierte Sonnenaufgangsthema, dessen Themenkopf an Wagners Erlösungsmotiv des Fliegenden Holländer erinnert. Erlösung des Menschen durch die Überwindung seiner selbst ?                    „Anbetung der ewigen, herrlichen Natur.“

Ein großer Abend der  Musikalische Akademie Mannheim  Begeisterungsstürme, Jubel

—| IOCO Kritik Musikalische Akademie Nationalorchester Mannheim  |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Liederabend mit Michael Spyres, 18.06.2019

Juni 11, 2019 by  
Filed under Konzert, Oper Frankfurt, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

TENOR MICHAEL SPYRES
BESTREITET ACHTEN UND LETZTEN LIEDERABEND DER SPIELZEIT 2018/19

Der achte und letzte Liederabend der Spielzeit 2018/19 wird bestritten von dem amerikanischen Tenor Michael Spyres am
Dienstag, dem 18. Juni 2019, um 20.00 Uhr im Opernhaus.

Oper Frankfurt / Tenor Michael Spyres © Marco Borrelli

Oper Frankfurt / Tenor Michael Spyres © Marco Borrelli

Als Vasco da Gama (L’Africaine) hat er bei seinem Debüt an der Oper Frankfurt im Februar 2018 nicht nur ferne Welten erobert, sondern auch die Herzen des Publikums: Der amerikanische Tenor ist einer der Wenigen, die die schwierige Partie bewältigen. Von der New Yorker Met, der Wiener Staatsoper, der Opéra National de Paris und dem Royal Opera House Covent Garden in London bis zu den Münchner Opernfestspielen – Michael Spyres ist auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. In seinem Liederabend beweist er Neugierde auf das nicht ganz so Bekannte und versammelt Liedkompositionen auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Russisch, in denen ein Text, eine Figur oder ein Sujet Länder- und Sprachgrenzen hinter sich gelassen hat. Ein englisches Volkslied von Haydn gehört ebenso dazu wie Berlioz’ französische Version von Goethes „Fischer“. Mit Rossini besingt er Romeo, mit Tschaikowski Don Juan und mit Verdi den Exilanten. Auch das Musical ist vertreten mit dem Song „All the Things You Are“ von Jerome Kern und bietet dem Ausnahmetenor eine willkommene Gelegenheit, seine Vielseitigkeit auch im Liedgesang unter Beweis zu stellen.

Anlässlich seines ersten Frankfurter Liederabends präsentiert Michael Spyres, begleitet von Mathieu Pordoy am Klavier, unter dem Motto „Foreign Affairs“ Lieder von Joseph Haydn, Hector Berlioz, Gioachino Rossini, Franz Liszt, Peter I. Tschaikowski, Friedrich Nietzsche, Charles Ives, Benjamin Britten u.a.

Die Liederabend-Reihe der Oper Frankfurt wird auch in der kommenden Saison 2019/20 fortgesetzt:

Jakub Józef Orli?ski, Countertenor 03. September 2019
Pretty Yende, Sopran 29. Oktober 2019
Stanislas de Barbeyrac, Tenor 26. November 2019
Maria Bengtsson, Sopran 14. Januar 2020
Jiddische Operettenlieder u.a. mit Barrie Kosky, Klavier 04. Februar 2020
Florian Boesch, Bassbariton 25. Februar 2020
Gaëlle Arquez, Mezzosopran 31. März 2020
Peter Mattei, Bariton 12. Mai 2020
John Osborn, Tenor 23. Juni 2020

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Berlin, Pentatone – Musikhören und digitaler Wandel, IOCO, 07.02.2019

Februar 9, 2019 by  
Filed under Hervorheben, IOCO - CD-Rezension, Konzert, Oper

 

Pentatone LOGO

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PENTATONE

PENTATONE – Die Welt des Labels 

Womit überrascht es 2019 – Musikhören und digitaler Wandel

von Michael Stange

Musik wird heute meist mittels Mobil- oder Hi-Fi-Geräten erlebt. Tonträger und Technik sind dadurch zentral für das Hörerlebnis und die Erwartungen an Live-Konzerte. Vorschläge der Streamingsdienste für nach Computeralgorithmen generierte Playlists prägen in weiten Teilen den Geschmack der Hörer.

Tamara Stefanovich und Kaspar van Kooten PENTATONE © Jörg Rüger, Berlin, httpswww.sichtbarkeiten.de

Tamara Stefanovich und Kaspar van Kooten PENTATONE © Jörg Rüger, Berlin, httpswww.sichtbarkeiten.de

Meilensteine dieses Wandels waren die Erfindung der Tonaufnahme und die Verbreitung von Musik aller Kontinente durch Schallplatten und später durch die Kurzwellensender der Radiostationen aller Welt. Bald danach boten Schallplatten und CDs die Möglichkeit, sich vertieft und eigenständig in alle Erteile, Epochen und Musikrichtungen zu begeben.

Entsprechende technische Geräte zogen in die Wohnungen der Hörer. So wurden Künstler weltbekannt und Plattenlabel verkauften manche Tonträger millionenfach mit immensem Profit.

Mit der Digitalisierung wurden diese Geschäftsmodelle zu Grabe getragen. Tonträgermarkt und Hörverhalten haben sich revolutioniert. Streaming Dienste ersetzen physische Tonträger. Kostenlos verfügbare Angebote wie youtube bieten gigantische Musikbibliotheken und früher kaum Beschaffbares steht nach einem Klick gratis zur Verfügung.

Arabella Steinbacher © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Arabella Steinbacher © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Ein Umstand spielt aber heute noch den verbliebenen rührigen Plattenlabels in die Hände. YouTube, digitale Radiosender und mancher Stream geraten Hinsichtlich der Klangqualität rasch an ihre Grenzen.

Schlecht Aufgenommenem und stark Komprimiertem fehlen Dynamik, Präzision und Klangschönheit. Ergänzt durch leistungsschwache Wiedergabegeräte bleiben insbesondere bei Orchester-, Vokal- und Instrumentalaufnahmen am Kopfhörer des Smartphones viele Wünsche nach wirklichkeitsgetreuer, raumfüllender Wiedergabe offen.

Dass Klangvollendetes Hören mit guten technischen Geräten für die Musikwiedergabe beginnt haben die Konsumenten erkannt. Der Markt für Hi-Fi-Komponenten wächst. Umsätze für Verstärker, Streaming Geräte und Hi-Fi-Lautsprecher steigen. Der Trend zu hochwertigen Geräten und höheren Preisen scheint ungebrochen.

Die vollendete Wiedergabequalität gewährleisten heute Super Audio CD (SACD), CD, ein hochauflösender Stream oder ein hochwertiger Download. Bindeglied zwischen Musik und Wiedergabegeräten sind qualitativ hochwertigen Aufnahmen, die sämtliche Möglichkeiten der heutigen Aufnahme- und Wiedergabemöglichkeiten nutzen.

Im Klassikbereich müssen Musiklabels daher noch mehr als früher auf technisch und künstlerisch hochwertige Aufnahmen als Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmale setzen. Dies wird idealerweise durch einen vielfältigen spannenden Katalog mit Bewährtem und Neuem ergänzt.

  PENTATONE  –  Das Label

Große Interpretationen und perfekte Technik gehören zur Philosophie von PENTATONE. Mit der Qualität der Künstler und der technischen Perfektion der Aufnahmen wird kräftig gepunktet. Der exquisite Geschmack bei der Auswahl des Repertoires, die Vielfältigkeit des Katalogs, der außerordentlich große Reigen an brillanten Künstlerinnen und Künstlern, ihre Interpretationen und der Klang der Aufnahmen begeistern.

Simon Eder, der Geschäftsführer von PENTATONE, fasste dies dergestalt zusammen, dass Tonträgerproduzenten bzw. Label heute auch die Aufgabe haben, die Künstler in den Mittelpunkt zu stellen und sie durch Marketing auch in den sozialen Medien zu unterstützen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Güte der Aufnahmen und die technische Qualität idealerweise derart faszinieren, dass Musikfans gern auch zu bisher für sie Unbekanntem greifen, weil sie dem musikalischen Geschmack des Teams von PENTATONE vertrauen.

Denis Kozhukhin, Renaud Loranger © Jörg Rüger, www.sichtbarkeiten.de

Denis Kozhukhin, Renaud Loranger © Jörg Rüger, www.sichtbarkeiten.de

Die Aufnahmen sind von höchster Qualität. Mit Spitzentechnologie und kundigen Toningenieuren wird die Musik naturgetreu eingefangen. Dies ist dem PENTATONE Label auch ein wenig in die Wiege gelegt. Seine Gründer waren drei ehemaligen leitende Angestellten der Philips Classics Records. Sie setzen auf den 5-Kanal-Surround-Sound als Ersatz für den Stereoklang. Der Vorläufer dieser Technologie war die Quadrophonie im Hi-Fi Bereich. In den siebziger Jahren ersonnen und erprobt, hat sie sich bei Industrie und Hörern wegen komplexer technischer Anforderungen, der Preise für die erforderlichen Geräte und des Erfordernisses von vier Lautsprechern nicht durchgesetzt. Dies hat sich durch technische Innovationen und die Beliebtheit von auch für die Wiedergabe von Filmen verwendbaren Surround Systemen heute gewandelt.

Bisher sind 27 Quadrophonie-Einspielungen legendärer Philips-Classics-Künstler jener Epoche auf SACD erschienen. Sie kommen in exzellenten 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie es 1970 geplant war. Dadurch besteht beispielsweise erstmals die Möglichkeit, Rafael Kubeliks Beethoven – Zyklus mit dem Concertgebouw Orchester in dieser damals revolutionären Technologie zu hören.

Hauptteil des Katalogs sind aber Neueinspielungen in brillanter Qualität. Unter Marek Janowski liegen Richard Wagner Hauptbühnenwerke auf 33 SACDs vor. Darüber hinaus enthält der Katalog in Hülle und Fülle weitere Komponisten und hervorragende Interpreten.

Alle PENTATONE-Aufnahmen erscheinen auf sogenannten hybriden SACDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal liegt. Diese hybriden Tonträger können in Stereo auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround-Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SACD-Spieler und eine Sourround-Hi-Fi-Anlage.

Guy Braunstein © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Guy Braunstein © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Schon mit einem CD Spieler oder einem Wiedergabegerät für Streams kann der Stereo-Hörer in die PENTATONE Welt eintauchen. Die SACDs brillieren auch dort durch räumliche Klangwiedergabe, blühende Farben von Orchester und Instrumenten, ihre Dynamik und die Klangschönheit der Aufnahmen.

Die Aufnahmen:

CD Anna Lucia Richter –  Heimweh

Liedern mit dem Thema Heimweh von Franz Schubert widmet der Sopran Anna Lucia Richter ihr ihre Debüt-Album bei PENTATONE.

Selbst Hörer, die dem Liedgesang erst für sich entdecken dürften die Interpretationen und die Hingabe von Anna Lucia Richter in ihren Bann ziehen. Anna Lucia Richter ist in der Welt des Liedes zutiefst zu Hause und hat mit dem Album belegt, dass sie zur ersten Reihe der heutigen Liedinterpretinnen gehört. Ihr gelingt es mit Poesie, Musikalität und Charisma den Hörer zu umgarnen und in die Welten der Dichter und Schuberts Musik zu entführen. Ihr glockenheller Sopran punktet in Tiefe und Mittellage mit bronzefarbenem Timbre und erreich silbrig schimmernde, jauchzende Höhen. Ihr Album gestaltet sie mit musikalischer Präzision, Textdeutlichkeit und glutvollen, beseelten Stimmfarben. Das Textbuch kann getrost zur Seite gelegt werden. Durch ihre sprudelnden Stimmfarben und ihre tiefe emotionaler Involviertheit gelingt es ihr, die Zuhörer an den Lautsprechern schon nach den ersten Takten ihren Bann zu ziehen.

Beispielhaft ist die erste Zeile des Liedes Nr. 2 der Mignon. „Heiß mich nicht reden..“, die sie mit ungemein verhaltener Melancholie nimmt, bei „der Sonne Lauf“ blüht die Stimme wie Sonnenlicht auf, verschattet sich wie Nebel bei „der finstern Nacht“ und leuchtet danach wieder intensiv bei „erhellen“ auf. Jedes Lied ist mit einer Stilsicherheit, einem tiefen inneren Erleben und einer Intensität vorgetragen, die Staunen macht. Gerold Huber spürt die Farben und den Atem der Lieder und des Soprans. Seine schwebende und musikalische intensive Begleitung tragen einen großen Teil zur Stimmigkeit und Schönheit dieser Liedeinspielungen bei. Technisch punktet die Aufnahme durch eine kammermusikalische Atmosphäre, klaren Klang und getreue Wiedergabe von Stimme und Klavier ein wesentlicher Faktor dieses wunderbaren Albums ist. Ungemein beglückend und emotional zutiefst berührend.  Bravo!

CD Richard Strauss – Alpensinfonie –  hr-Sinfonieorchester Frankfurt und
Andrés Orozco-Estrada

Die Alpensinfonie von Richard Strauss ist üppig-illustrierte Reise. Das kühne, optimistische und leidenschaftliche Werk erzählt in 22 Abschnitten von einer Bergbesteigung und dem folgenden Abstieg. Sie stellt entfesselte und ekstatische Ausbrüche orchestraler Farben neben Momente ehrfürchtiger Betrachtung der Naturschauspiele. Strauss verband im Werk persönliche Erinnerungen sowie Reaktionen die Tode Friedrich Nietzsche und Gustav Mahlers Jahr 1911. So entstand das Werk in einer Zeit, in der klar war, dass die alte Welt unterging. Er selbst schrieb in seinem Tagebuch: „Ich möchte meine Alpensinfonie Anti-Christ nennen. Sie ist eine moralische Reinigung durch eigene Anstrengung, Befreiung durch Arbeit und Anbetung der ewigen, ruhmvollen Natur.“ Im Jahr 1915 ist es vor den „Vier letzten Liedern“ der erste Weltabschied von Richard Strauss von seiner damaligen gewohnten Welt, der Monarchie und ihrer Bürgerlichkeit, die mit Beginn des 1. Weltkriegs versank.

Johannes Moser © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Johannes Moser © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

In Orchesterfarben und Klangbild der Alpensinfonie finden sich viele traditionelle Klänge und Bezüge zur Spätromantik. Die interpretatorische Tücke liegt darin, Strauss Intentionen nicht als Kitsch abzutun, sondern sie schwelgerisch auszukosten und die Partitur erblühen zu lassen statt die Orchesterfarben durch rasche Tempi zu verwischen, zu verdecken oder zu „glätten“.

Dies gelingt dem Sinfonieorchester des Frankfurter Rundfunks und Andrés Orozco-Estrada vortrefflich. Die beredsame Phrasierung und die klare und glutvolle Spielweise sind ein großer Pluspunkt der Aufnahme. Orozco-Estradas Ansatz besticht durch warmen Ton und majestätisches Ausloten der Partitur. Die „Vision“ wird mit weitem Atem gespielt und lyrisch ausgekostet. Orozco-Estrada lässt die Schweizer Natur auf der Alm vor dem Auge des Hörers erstehen. Innigkeit und Freude des Spiels atmen Grasgeruch und Sonnenlicht. Die vielen Bilder der Sinfonie erstehen durch die Spielfreude des Orchesters lebhaft vor dem Auge des Zuhörers. Spannungen werden sorgsam vorbereitet, gut aufgebaut und machtvoll durchlebt. Orozco-Estradas Sichtweise überzeugt durch herrlicher Wärme und Größe. Ein immenser Pluspunkt ist auch die klangliche Brillanz der Aufnahme der Performance und der Farbreichtum.

Zehn Minuten länger als Richard Strauss in seiner Einspielung von 1941 oder fünf Minuten länger als Hans Knappertsbusch braucht Orozco-Estrada. Die Musik fließt, sie bleibt trotz Auskosten intensiver Momente nie stehen. Geschaffen wird eine Alpensinfonie, in der sich Melodie und Farben organisch entwickeln und die durch beseelte Interpretation besticht. Orozco-Estrada hat eine extrovertierte, aber auch sehr aufrichtige und liebevolle Vision der Alpen im Sinne von Richard Strauss für die heutigen Hörer aufgenommen.

Die Aufnahme atmet den Geist des Werkes in seiner Melancholie und Anbetung der Natur. Sie besticht durch ihre Musikalität und Leidenschaft. Luxuriös ausgekostet, wissend im Detail und liebevoll in den Klangfarben haben Orchester und Dirigent hier einen wertvollen Beitrag zur Strauss Discographie geleistet.

Die Aufnahmequalität ist perfekt. Der Orchesterklang warm und durchsichtig, die Balance zwischen den Instrumenten und die Dynamik perfekt. Das Versprechen auf der Rückseite des Booklet  „Sit back and enjoy“  wird vollends erfüllt.

PENTATONE Event Berlin 2019

Ihr Label und die Pläne für 2019 stellten PENTATONE Vorstand Simon Eder, Renaud Loranger (Vorstand Artists and Repertoire) und Kasper van Kooten (Produkt Manager) vor.

Im Februar wird die Schubert Lied CD Heimweh mit Anna Lucia Richter erscheinen. Sämtliche Planungen finden sich schon auf der Webseite des Labels (http://www.PENTATONEmusic.com/releases).

Tamara Stefanovich © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Tamara Stefanovich © Jörg Rüger, Berlin, www.sichtbarkeiten.de

Im März 2019 wird die Pianistin Tamara Stefanovich eine CD mit Werken von Bach, Messiaen, Béla Bartók, Charles Ives veröffentlichen. Man darf gespannt sein. Für sie bedeutet Klavierspiel auch die Suche nach authentischer Musik. Dies demonstrierte sie beim Release Event mit Ausschnitten aus Sonaten von Ives. Mit Verve, Leidenschaft und fein durchgeformtem Anschlag interpretierte sie diesen faszinierenden Komponisten.

Ein weiterer Höhepunkt dürfte die Klavier CD Denis Kozhukhins mit Grieg und Mendelssohn werden. Sein Grieg paart Kühle und Feuer. Mit technischer Brillanz bot er Kostproben seiner Sicht auf Grieg, die neugierig machten.

Arabella Steinbacher gab Charmant einen Ausblick auf ihre im Oktober erscheinende CD Four Seasons mit Werken von Antonio Vivaldi und Astor Piazzolla, die sie mit dem Munich Chamber Orchestra eingespielt hat. Einen glutvollen, mitreißenden Vorgeschmack darauf gab sie mit Stücken aus den Jahreszeiten von Piazzola.

Johannes Moser präsentierte seine Sicht auf Mendelssohn Cello Sonaten mit rundem Bogen und innigem Ton. Diese CD erscheint im August 2019. Nebendem ist vieles mehr zu erwarten. Stöbern lohnt sich.

Eine gelungene Veranstaltung mit einem sympathischen, gut aufgelegten Reigen an Künstlern und Musikproduzenten. Die Ankündigungen und musikalischen Kostproben machten auf die Veröffentlichungen gespannt. Ein runder Auftakt für das Musikjahr 2019.

—| IOCO CD-Rezension |—

Hamburg, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Rathausmarkt Open Air / Philharmonische Akademie 2018

 Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte – Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Staatsorchester Hamburg

Open Air – Im Rathaus und der Laeiszhalle:

Kent Nagano präsentiert die Philharmonische Akademie

Sechs Konzerte am 25.-27. August 2018 und 8. April 2019

Kent Nagano eröffnet die Philharmonische Konzertsaison 2018/19 mit einer Philharmonischen Akademie im Herzen Hamburgs: Am Samstag, 25. August 2018 um 20 Uhr, dirigiert Hamburgs Generalmusikdirektor sein erstes Open-Air-Konzert auf dem Rathausmarkt. „Dieses Konzert soll ein musikalisches Geschenk an die Menschen in unserer Stadt werden“, sagt Kent Nagano, „wir laden alle ein, gemeinsam mit uns den Rathausmarkt in einen Konzertsaal zu verwandeln.“ Der Eintritt zu diesem Konzert ist deshalb frei. Auf dem Programm stehen Werke wie die Ungarischen Tänze von Brahms und RachmaninowsRhapsodie über ein Thema von Paganini“. Als Solist ist der russische Pianist Nikolai Luganski zu erleben. Mit Auszügen aus den Musicals West Side Story und Candide würdigt Nagano seinen Mentor Leonard Bernstein, der an diesem Tag seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Am folgenden Tag geht es im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses weiter: Thematischer Mittelpunkt der vier Akademiekonzerte am 26. und 27. August 2018 ist Wien. Ausgehend von Werken Mozarts spannt sich der musikalische Bogen über Schönberg und die Neue Wiener Schule bis hin zu zeitgenössischer Musik von Friedrich Cerha, und sogar ein Abstecher ins Milieu der legendären urwienerischen „Schrammelmusik“ steht auf dem Programm. Neben Musikern des Philharmonischen Staatsorchesters sind Solisten wie Salome Kammer, Sharon Kam oder Dominique Horwitz sowie das Klangforum Wien zu erleben.
Am 8. April 2019 widmen sich Kent Nagano und eine Philharmonische Kammermusikformation im Kleinen Saal der Laeiszhalle noch einmal Symphonien und Solokonzerten Mozarts.

Karten für die vier Akademiekonzerte im Großen Festsaal des Rathauses sind zu einem Benefizpreis von 10 € erhältlich beim Kartenservice der Hamburgischen Staatsoper, unter 040 35 68 68 oder online unter www.staatsorchester-hamburg.de. Der Erlös aus diesen Konzerten kommt der professionellen Nachwuchsförderung junger Orchestermusiker im Philharmonischen Staatsorchester zugute. Karten für das Konzert in der Laeiszhalle kosten 12-35 €.

Hintergrund Kent Nagano hat die „Philharmonische Akademie“ zu Beginn seiner Amtszeit als Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters im Jahr 2015 begründet. Seitdem bilden diese Konzerte den Auftakt zur jeweils neuen Opern- und Konzertsaison. Nagano und seine Philharmoniker verstehen darunter ein „offenes“ Projekt, ebenso experimentell ausgerichtet wie immer auch bedeutenden Komponisten, wichtigen Themen und musikalisch-inhaltlichen Erkundungen gewidmet.
Rathausmarkt Open Air mit Kent Nagano

Samstag, 25. August 2018, Rathausmarkt, 20 Uhr
Gioachino Rossini: Ouvertüre zu „Guillaume Tell”
Sergei Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini
Johannes Brahms: Ungarische Tänze 5 & 6
Leonard Bernstein: Ouvertüre zu „Candide“
Leonard Bernstein: „Balcony Scene” („Tonight”) & „I Feel Pretty” aus „West Side Story”
Maurice Ravel: Boléro
Kent Nagano, Dirigent
Nikolai Luganski, Klavier
Elbenita Kajtazi, Sopran
Oleksiy Palchykov, Tenor Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Eintritt frei


1. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 11 Uhr
„Triumph des Lebens“
Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade Nr. 10 B-Dur KV 361 „Gran Partita“
Texte von Ingeborg Bachmann, Friedrich Nietzsche und anderen
Sevgi Özsever, Ralph van Daal, Oboe
Alexander Bachl, Christian Seibold, Kai Fischer, Matthias Albrecht, Klarinette
Olivia Comparot, Fabian Lachenmaier, Fagott
Pascal Deuber, Saskia van Baal, Isaak Seidenberg, Ralph Ficker, Horn
Stefan Schäfer, Kontrabass
Dieter Rexroth, Lesung
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


2. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 16 Uhr
Schönberg & die Schrammelbrüder
Arnold Schönberg: Serenade op. 24 und „Pierrot Lunaire“ op. 21 (Auszüge)
Friedrich Cerha: Eine Art Chansons (Auszüge)
sowie Werke von Ferdinand Leicht, Anton Strohmayer, Carl Rieder, Johann Schrammel u.a.
Salome Kammer, Martin Winkler, Stimme
Klangforum Wien
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


3. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 20 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett Es-Dur KV 614
Alban Berg: 4 Stücke für Klarinette und Klavier op. 5
Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Sharon Kam, Klarinette
Stephan Kiefer, Klavier
Solveigh Rose, Annette Schäfer, Violine
Naomi Seiler, Bettina Rühl, Viola
Thomas Tyllack, Violoncello
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


4. Akademiekonzert
Montag, 27. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 20 Uhr
Igor Strawinsky: L‘histoire du soldat
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia Concertante für Bläser Es-Dur KV 297b
Kent Nagano, Dirigent Dominique Horwitz, Sprecher
Konradin Seitzer, Violine
Stefan Schäfer, Kontrabass Thomas Rohde, Oboe
Alexander Bachl, Klarinette
Olivia Comparot, Fagott
Bernd Künkele, Horn
Mario Schlumpberger, Trompete
Felix Eckert, Posaune
Fabian Otten, Schlagzeug
Kammerorchester des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)
Pressekontakt: Hannes Rathjen, Presse und Marketing Philharmonisches Staatsorchester Hamburg,


5. Akademiekonzert
Montag, 8. April 2019, Laeiszhalle, Kleiner Saal, 19.30 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart:
Symphonie Nr. 28 C-Dur KV 200
Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414 (Fassung für Streichquartett)
Hornkonzert Nr. 4 Es-Dur KV 495
Symphonie Nr. 33 B-Dur KV 319
Kent Nagano, Dirigent
Pascal Deuber, Horn
N.N., Klavier
Kammerorchester des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Karten € 35 / 28 / 21 / 12

 

—| Pressemeldung Staatsorchester Hamburg |—

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