Stuttgart, Oper Stuttgart, Wiederaufnahme Der Freischütz , 02.05.2018

April 20, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

Oper_Stuttgart_1zeilig_rotNEU

Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Ab 02. Mai 2018 wieder auf dem Spielplan der Oper Stuttgart:

Carl Maria von Webers Der Freischütz in der Kultinszenierung von Achim Freyer

Am Mittwoch, 02. Mai 2018, kehrt Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz in der Kultinszenierung von Achim Freyer auf die Stuttgarter Opernbühne zurück. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Daniele Rustioni, der bereits mit Verdis Falstaff und Nabucco das Stuttgarter Publikum begeisterte.

Bei der Wiederaufnahme debütieren die Ensemblemitglieder Mandy Fredrich als Agathe und Daniel Kluge als Max. Lauryna Bendži?nait?, ebenfalls aus dem Stuttgarter Solistenensemble, ist als Ännchen zu erleben. Simon Bailey ist in der Partie des Kaspar erneut zu Gast an der Oper Stuttgart.

Um die Hand seiner geliebten Agathe zu gewinnen, muss der Jägerbursche Max einen Volltreffer landen. Aus Angst, zu versagen, lässt er sich in der Wolfsschlucht mit „finsteren Mächten“ auf einen Pakt ein: Sechs todsichere „Freikugeln“ für ihn, mit der siebten darf der Teufel ein beliebiges Menschenopfer dahinraffen.

Carl Maria von Webers 1821 uraufgeführter Freischütz ist der Inbegriff der deutschen romantischen Oper. Niemand zuvor hat den Einbruch des Übersinnlichen und Unheimlichen so suggestiv Klang werden lassen. Weber konfrontiert die Anmut seiner Frauengestalten mit der selbstquälerischen Unbehaustheit der schwarzen Romantik und den Phantomen einer geschlossenen Gesellschaft.

Pressemldung Oper Stuttgart

Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere DER FREISCHÜTZ, 30.03.2018

Februar 19, 2018 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Volkstheater Rostock

rostock Logo_2

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

DER FREISCHÜTZ von Carl Maria von Weber

Premiere Karfreitag, 30.3.2018, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen Ostersonntag,  01.4.2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07.4. 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15.4. 2018, 15:00 Uhr

Die Geschichte spielt 1650 in einem böhmischen Dorf, zwei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs. Auf den Menschen lasten die Schatten der Vergangenheit. Der Jägerbursche Max, eigentlich der beste Schütze des Dorfes, wird verspottet, weil er beim Sternschießen versagt. Nach altem Brauch muss er in Kürze seinen Probeschuss bestehen, um Agathe, die Tochter des Erbförsters, heiraten und die Försterei übernehmen zu dürfen. Max gerät in Panik, die Geliebte durch ein Scheitern beim Probeschuss zu verlieren.

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ - Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ – Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Kaspar, ein anderer Jägerbursche, der mit finsteren Mächten im Bund steht, nutzt diese Notlage für seine eigenen Zwecke. Er lässt Max die Zauberkraft von Freikugeln spüren, mit deren Hilfe der Schütze jedes Ziel trifft. Auf diese Weise wird Max den dunklen Plänen Kaspars zugänglich und erklärt sich bereit, um Mitternacht in die Wolfsschlucht zu ziehen, um dort Freikugeln zu gießen…

Als Der Freischütz 1826, rund zwölf Jahre nach den Befreiungskriegen, in Berlin uraufgeführt wurde, traf die Oper mit ihrer Verlebendigung der Sehnsüchte und Ängste mitten in die unbewältigten Erinnerungen der Menschen. Die suggestive Musik von Carl Maria von Weber lässt ahnen, wie brüchig eine scheinbar heile Welt ist und berührt dadurch genau den Kern der Angst.

Musikalische Leitung: Manfred Hermann Lehner / Inszenierung: Hans-Joachim Frey / Bühne + Kostüme: Hartmut Schörghofer

Mit:  James J. Kee, Katharina Kühn, Artem Kuznetcov, Titus Paspirgilis, Kosma Ranuer, Grzegorz Sobczak, Claudia Sorokina, Oliver Weidinger u.a., Opernchor des Volkstheaters / Singakademie Rostock e.V. / Norddeutsche Philharmonie Rostock

Der Freischütz;  Karfreitag, 30. März 2018, 19:30 Uhr, Ostersonntag, 01. April 2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07. April 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15. April 2018, 15:00 Uhr; PMVThRo

Volkstheater Rostock – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Leipzig, Musikalische Komödie, Der Freischütz für Kinder, 03.02.2018

leipzig_komoedie_logo

Musikalische Komödie Leipzig

Leipzig / Musikalische Komodie © Dirk Brzoska

Leipzig / Musikalische Komodie © Dirk Brzoska

DER FREISCHÜTZ FÜR KINDER

GROSSE OPER FÜR KLEINE HÖRER

Am Samstag, 3. Februar, 15 Uhr kehrt Der Freischütz für Kinder auf den Spielplan der Musikalischen Komödie zurück. Die romantische Oper von Carl Maria von Weber in  der Bearbeitung und Regie von Jasmin Solfaghari stammt aus dem Jahr 2015. Solfagharis Adaptionen großer Opern für Kinder, Familien und Einsteiger begeistern ein breites Publikum; so war schon ihr Ring für Kinder im Wagnerjahr 2013 ein Überraschungserfolg. Das Bühnenbild stammt von Frank Schmutzler, Sven Bindseil gestaltete die Kostüme. Am Pult des Orchesters der Musikalischen Komödie steht Chefdirigent Stefan Klingele.

Musikalische Komödie Leipzig / Der Freischütz für Kinder © Bettina Stoess

Musikalische Komödie Leipzig / Der Freischütz für Kinder © Bettina Stoess

Webers Freischütz fesselt durch seine mitreißenden Melodien und eine Geschichte voller Spannung, Furcht, Liebe und Freundschaft. Die Oper handelt von Gut und Böse, von Ehrlichkeit, Freundschaft und der Möglichkeit, im Leben auch eine zweite Chance zu bekommen. Spätestens in der Wolfsschlucht erwartet die jungen Hörer dann auch großer Theaterzauber ganz im Geiste Carl Maria von Webers. Der Jägerbursche Max (Radoslaw Rydlewski) will Agathe (Lilli Wünscher), die Tochter des Erbförsters Kuno (Michael Raschle), heiraten. Doch seit Langem verfolgt den einstigen besten Schützen eine Pechsträhne. Verunsichert lässt er sich mit Kaspar (Jörn Schümann) ein, der mit dunklen Mächten in Verbindung steht. Gemeinsam schmieden sie einen unheilvollen Plan. Jedes Kind kennt die Ängste vor dem Versagen in der Prüfung und vor den Vorwürfen der Erwachsenen. Und welches Kind geht schon alleine freiwillig in den nächtlichen Wald? Doch es gibt Momente, da hört man auf die falschen Freunde, und die Versuchung, ein bisschen zu mogeln, ist riesengroß.

Der  Freischütz für Kinder – Musikalischen Komödie, Leipzig:  Samstag, 3. Februar 2018, 15 Uhr; weitere Aufführungen: 4. Februar / 28. & 29. April 2018, je 15 Uhr, Einführung für Kinder 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn und Nachprogramm mit Autogrammstunde im Venussaal: PMOL

Oper Leipzig – Karten Hier
Karten Kaufen

Wolfsburg, Scharoun Theater Wolfsburg, Der Freischütz von Carl Maria von Weber, IOCO Kritik, 06.11.2017

November 6, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Scharoun Theater, Wolfsburg

Theater Wolfburg

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

 17. Landesbühnentage Wolfsburg – 18 Landestheater zu Gast

Der Freischütz – Carl Maria von Weber

Von Thomas Kunzmann

Wolfsburg ist nicht die erste Adresse, an die man bei Kultur in Niedersachsen denkt – doch warum eigentlich nicht? Sicher, das Scharoun Theater Wolfsburg nennt weder ein Ensemble sein Eigen, noch eines der vielen historischen Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts, die die Kulturlandschaft Deutschlands so nachhaltig geprägt haben. Die Stadtgründung 1938 diente vorrangig der Beherbergung der Werksarbeiter, nicht einmal Kirchen waren vorgesehen. Erst 1945 erhielt die mittlerweile 125.000-Einwohner zählende Stadt ihren heutigen Namen nach der nahegelegenen Burg aus dem 14. Jahrhundert, von der aus man die bekannteren Wahrzeichen Wolfsburgs – Autostadt und Fußballstadion – sehen und hören kann.

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

1965 gewann der renommierte Berliner Architekt Hans Scharoun (Berliner Philharmonie, Staatsbibliothek zu Berlin, Deutsches Schiffahrtmuseum Bremerhaven) den von der Stadt ausgeschriebenen Theaterbau-Wettbewerb. Zwar war der Entwurf an den finanziellen Vorgaben bemessenen Möglichkeiten der Stadt zu groß geraten und einige Elemente, wie ein vorgelagertes Theatercafé und eine Freilichtbühne am Berghang, mussten entfallen. Dennoch konnte mit Hilfe des VW-Werkes der Bau realisiert werden und trägt deutlich Scharouns Handschrift. Das Haus rangiert bezüglich Akustik auf den vorderen Rängen in Deutschland und besticht zudem durch offene Architektur, hervorragende gastronomische Versorgung und eine weitläufige, repräsentative Lobby. Der Innenraum mit seinen von einem Mittelgang leicht abgewinkelten Reihen mit auffällig großzügigem Sitzabstand und Klimatisierungsschlitzen in den Rückenlehnen lässt von allen knapp 800 Plätzen uneingeschränkten Blick auf die Bühne zu. Seitenwände und Decke sind nach klanglichen Erfordernissen gestaltet.

Das Haus wurde nach  eineinhalbjähriger Sanierung und Erweiterung im Januar 2016 wiedereröffnet und ist nun drei Wochen lang Austragungsort eines Theater Festivals, den 17. Landesbühnentagen. Vom 15.10. bis 05.11.2017 gastierten 18 Landestheater aus dem gesamten Bundesgebiet mit 29 herausragenden Produktionen aller Genre sowohl für Erwachsene als auch – und ganz besonders – für Kinder.

Scharoun Theater Wolfsburg / Der Freischütz © B. Westhoff

Scharoun Theater Wolfsburg / Der Freischütz © B. Westhoff

Im Rahmen dieses Festivals gastierte am 25.10.2017 das Theater für Niedersachsen (TfN), Hildesheim, mit Webers Freischütz. Regisseur Wilgenbus und seine Ausstatter belassen die romantische Oper in ihrer Zeit. Die Trachten verschiedenster Volksgruppen verweisen jedoch darauf, dass sich die Geschichte um den Jägersburschen Max nicht zwingend nach Böhmen verorten lassen muss, sondern überall hätte abspielen können. Bauer Kilian schießt beim Schützenfest unter dem glucksenden Gelächter des Publikums gleich einmal ein honigmelonengroßes Stück aus der Zielscheibe, welches er fortan als Zeichen des Triumphes an einem Band um den Hals trägt. Der Druck auf den glücklosen Max erwächst somit nicht nur vom Bühnengeschehen her. Denn mit dem Probeschuss am nächsten Tag muss er beweisen, dass er der Erbförsterei und Kunos Tochter Agathe würdig ist. Und so lässt sich Max von Kaspar zum Gießen der berühmt-berüchtigten Freikugeln in der Wolfsschlucht verführen.

Die fein säuberlichen Kostüme lassen Sänger und Chor schablonenhaft wie Märchenfiguren aus 70er-Jahre-Filmen, geradezu bieder, erscheinen. Die Szenerie wäre damit durchaus geeignet, ebenfalls als „Kinder- und Jugendvorstellung“ des Festivals deklariert zu werden. Seelischer Tiefgang der Protagonisten weicht einer üppigen, aber einfachen Bildersprache, was durch ein Kasperle-Theater als Ersatz des Gesprächs zweier Jäger im dritten Aufzug, natürlich dargeboten durch Samiel, regelrecht auf die Spitze getrieben wird.  Das Bühnenbild zeigt die Erbförsterei im Hintergrund und den Festplatz davor. Eine Leiter durch das Dach versinnbildlicht die Auswege: gen Himmel für die Chance, sich dem Guten zuzuwenden, das Gegenstück führt hinab in die Wolfsschlucht. Das Herzstück der Oper kommt mit übergroßem Hexenkessel, viel Feuer, Extra-Hall und düsteren Videoprojektionen daher. Klassische große Effekte statt Subtilität. Samiels Gegenwart in nahezu jeder Szene stellt recht plakativ die Verlockungen dar, denen die Handelnden jederzeit ausgesetzt sind. Trotz Pferdefuß bewegt er sich elegant, ja geradezu traumtänzerisch sicher durch die Bilder. Auch wenn im Ergebnis der Probeschuss auf Empfehlung des Eremiten durch ein Probejahr ersetzt wird und damit seine Macht über die Anwärter schwindet, so hat der schwarze Jäger doch am Ende bereits ein neues Ziel für seine Einflüsterungen. Den Vorhang schließt er von der einen, der Eremit von der anderen Seite. Überraschung! Der ewige Kampf des Guten und des Bösen geht weiter.

Scharoun Theater Wolfsburg / Der Freischütz_ hier Samiel als Gerhard Hauschild © B. Westhoff

Scharoun Theater Wolfsburg / Der Freischütz_ hier Samiel als Gerhard Hauschild © B. Westhoff

Achim Falkenhausen führt das Orchester schwungvoll durch die 2½-stündige Partitur. Das Orchester spielt weitgehend sicher auf, mit einigen Abstrichen im Blech, was gerade dem Jägerchor etwas zu schaffen macht. Dafür wird das Gehör  immer wieder durch klangschöne Celli belohnt, die die Dramatik einzelner Szenen stärker unterstreichen als das Bühnengeschehen. Gesanglich eine gute Leistung des Chors mit seltenen Verwerfungen. Aus der insgesamt soliden Leistung der Solisten sticht Kaspars (Uwe Tobias Hieronimi) kräftiger Bass gepaart mit seinem ausdrucksvollen Spiel besonders hervor. Gemeinsam mit Samiel (Gotthard Hauschild) bildet er die treibende Kraft der Oper, sodass man am Ende zwar den Sieg des Guten feiert, sich aber unwillkürlich fragen muss, ob auf der dunklen Seite nicht doch mehr Spaß am (zugegebenermaßen kürzeren) Leben zu haben ist.  Nun ja – das muss man den Kindern dann doch nicht auf die Nase binden.

Das Publikum honoriert die Leistung mit lang anhaltendem Applaus, offensichtlich dankbar, von überbordender Sinnsuche verschont worden zu sein.

 

Nächste Seite »