Wien, Volksoper Wien, Cabaret – Inspirationen bei Revue und Ragtime, IOCO Kritik, 27.09.2019

September 27, 2019 by  
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Volksoper Wien

 Volksoper Wien bei Nacht © IOCO

Volksoper Wien bei Nacht © IOCO

 Cabaret  –  Inspirationen bei Ragtime und Revue

– in Fräulein Schneiders Berliner Pension kulminieren Träume –

von Marcus Haimerl

Grundlage für das im November 1966 in New York uraufgeführte Musical Cabaret von John Kander und Fred Ebb bildet das Theaterstück I am a camera (verfilmt 1955 mit Julie Harris und Laurence Harvey) nach den beiden autobiographischen Romanen Mr. Norris steigt um (Mr. Norris changes trains, 1935) und Leb wohl, Berlin (Goodbye to Berlin, 1939). Die New Yorker Uraufführung sangen Jill Haworth (Sally), Bert Convy (Cliff), Lotte Lenya (Fräulein Schneider) und Joel Grey als Conférencier, jener Rolle, die er auch in der Verfilmung mit Liza Minelli 1972 übernommen hat.

Cabaret – Musical an der Volksoper Wien
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Die Handlung spielt zu Beginn der 1930er Jahre in Berlin. Der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw reist nach Berlin, um einen Roman zu schreiben und landet in der Pension einer älteren Dame, Fräulein Schneider. Über seine Bekanntschaft mit Ernst Ludwig lernt er auch den Kit-Kat-Club samt seinem Star, der englischen Sängerin Sally Bowles, kennen. Nach ihrer Entlassung aus dem Club sucht sie Zuflucht in Cliffs Zimmer in Fräulein Schneiders Pension. Die beiden werden ein Paar. Aber auch Fräulein Schneider begegnet das Glück: Herr Schultz, ein weiterer Bewohner der Pension, kann ihr Herz erfolgreich erobern. Als sich auf der Verlobungsfeier jedoch herausstellt, dass Ernst Ludwig Nationalsozialist und Herr Schultz Jude ist, auf dessen Obstgeschäft ein antisemitischer Anschlag verübt wird, erkennt Fräulein Schneider die Konsequenzen einer solchen Ehe und löst die Verlobung. Herr Schultz verlässt die Pension und auch Cliff möchte Deutschland verlassen, aber Sally träumt weiter von einer Karriere in Berlin. Als sie aber das gemeinsame Kind abtreiben lässt, hält Cliff nichts mehr. Nach einem letzten Zusammentreffen in der Pension flieht Sally in den Kit-Kat-Club, Cliff verlässt Berlin.

Erstmalig nahm sich die Volksoper Wien nun dieses Musicals an und konnte damit erwartungsgemäß dem Repertoire einen neuen Erfolg hinzufügen. Regisseur Gil Mehmert schuf in seiner Regiearbeit einen Tanz auf dem Vulkan im schillernden Berlin der ´“Roaring Twenties“ mit seinem berühmt-berüchtigten Nachtleben auf der einen und dem bürgerlichen Leben auf der anderen Seite, am Vorabend der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Dazu schuf Heike Meixner ein Bühnenbild auf einer Drehbühne, das wie zwei Seiten einer Medaille funktioniert: Hier die biedere Pension Frau Schneiders mit dem biederen Leben der Kleinbürger auf zwei Wohnebenen, dort der Kit-Kat-Club mit einem überdimensionalen, schrägen Klavier als Bühne mit schrägen,  schillernden, kaum noch Geschlechterrollen beachtenden Gestalten.

Als zentrale Figur geistert der Conférencier durch die gesamte Handlung. Neben seiner Aufgabe im Kit-Kat-Club, wo er mit übergroßen Händen Sänger dirigiert oder am Klavier begleitet, agiert er auch in kleinsten Rollen und ist somit auf der Bühne beinahe allgegenwärtig.

Volksoper Wien / Cabaret - hier : Jörn-Felix Alt als Clifford Bradshaw und Bettina Mönch als Sally Bowles © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Cabaret – hier : Jörn-Felix Alt als Clifford Bradshaw und Bettina Mönch als Sally Bowles © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Da man Joel Grey, den überaus charismatischen Conférencier der Verfilmung, nur schwer vergessen kann, setzte Regisseur Gil Mehmert mit einem weiblichen, fast schon androgynen Conférencier, Ruth Brauer-Kvam, einen Kontrapunkt. Aber auch sonst war Mehmert durchaus einfallsreich: Bei dem Song „Two Ladies“ wird die besungene Dreierbeziehung politisch umfunktioniert. Der Conférencier wird kurzerhand zum neuen deutschen „Führer“ und bekommt zwei Figuren, die Mussolini und Stalin darstellen, zur Seite gestellt. Für den Song „Money“ ließ sich Kostümbildner Falk Bauer von einer Figur aus George GroszStützen der Gesellschaft“ (1926) inspirieren: Einem Bankier mit goldenem Gehirn und vergoldeten Gedärmen, die aus seinem Bauch – einem Tresor – entnommen werden. Ein besonders intensives Bild gelingt, als nach der ersten Darbietung des Liedes „Der morgige Tag ist mein“ der immer dem Publikum den Rücken zuwendende Conférencier sich umdreht und ein Totenkopfgesicht enthüllt.

Cabaret – Zwei Traumrollen auf der Bühne
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Neben der gelungenen Regiearbeit kann man auch von einem Erfolg der Künstler sprechen. Der gebürtigen Münchnerin Bettina Mönch gelingt es zweifelsfrei, in ihrer Partie der Sally Bowles aus dem Schatten von Liza Minelli herauszutreten und mit ihrer Darstellung nicht nur zu überzeugen, sondern auch mit ihrer enormen Stimmgewalt der Partie eine neue Intensität zu verleihen.  Als Conférencier setzt Ruth Brauer-Kvam neue Maßstäbe in der Interpretation dieser Figur und bleibt auch vokal mitreißend bei all ihren Songs. Fantastisch auch Dagmar Hellberg als Fräulein Schneider, sie berührt in ihrer Melancholie zutiefst. Neben diesen Damen haben es die Herren des Abends nicht ganz so leicht: Jörn-Felix Alt gibt sein Volksopern-Debüt in der Partie des sympathischen Schriftstellers Clifford Bradshaw. Auch Volksoper-Hausherr Robert Mayer tritt in Cabaret auf, als Herr Schultz. Peter Lesiak als Ernst Ludwig überzeugen in ihren Partien, müssen sich aber rollenbedingt dennoch anstrengen, um mit den Damen mithalten zu können.

Am Pult des hervorragenden Orchesters der Volksoper gestaltet Lorenz C. Aichner die Hits dieses Musicals zwischen Ragtime, Jazz und Revue.

Keine Überraschung, dass am Ende dieses Abends zwischen Freude und Beklemmung fast nicht endenwollender Jubel des Publikums stand. Eine präzise Punktlandung bereichert das Repertoire der Wiener Volksoper.

 

—| IOCO Kritik Volksoper Wien |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Spielplan Oktober 2013

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Spielplan Oktober 2013

 
Großes Haus / Großes Haus Foyer
 
Mi, 02.10.
19.00 Uhr
Opernführer live
19.30 Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Opervon Gioacchino Rossini
 
Do, 03.10.
17.30 Uhr
Ballettführer live
18.00 Uhr
Wiederaufnahme
Die Geschichte vom Soldaten / Orpheus
Ballettdoppelabend von JiríBubenícek
und Cathy Marston
 
Sa, 05.10.
19.00 Uhr
Opernführer live
19.30 Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Oper von Gioacchino Rossini
 
So, 06.10.
20.00 Uhr
Gastspiel
Hannes Wader
Ein Gastspiel der emschertainment GmbH
 
Mo, 07.10.
19.00 Uhr
Konzertführer live
19.30 Uhr
2. Sinfoniekonzert 
Werke von Wagner, Bartók, Bruckner
 
Di, 08.10.
19.00 Uhr
Konzertführer live
19.30 Uhr
2. Sinfoniekonzert 
Werke von Waganer, Bartók, Bruckner
 
Do, 10.10.
17.00 Uhr
MiR.Menschen Tonabteilung
Treffpunkt 16.45 Uhr Kassenhalle
Achtung! Begrenzte Teilnehmerzahl!
 
Sa, 12.10.
19.00 Uhr
Ballettführer live
19.30 Uhr – 21,50 Uhr
Die Geschichte vom Soldaten / Orpheus 
Ballettdoppelabend von Ji?íBubení?ek und Cathy Marston
Freier Verkauf, 11,- bis 41,- €
 
So, 13.10.
17.30Uhr
Opernführer live
18.00 Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Oper von Gioacchino Rossini
 
Fr, 18.10.
19.00 Uhr
Opernführer live
19.30Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Opervon Gioacchino Rossini
 
Sa, 19.10.
14.00 Uhr
Baukunstführung 
Eine Führung von und mit Prof. W. Ruhnau
Treffpunkt Kassenhalle
Freier Verkauf, 6,- €
 
19.00 Uhr
Ballettführer live
19.30 Uhr
Die Geschichte vom Soldaten / Orpheus 
Ballettdoppelabend von Ji?íBubení?ek und Cathy Marston
 
So, 20.10.
14.30 Uhr
Opernführer live
15.00 – 18.50 Uhr
Der Rosenkavalier 
Oper von Richard Strauss
 
Fr, 25.10.
18.30 Uhr
Opernführer live
19.00 – 22.50 Uhr
Der Rosenkavalier 
Oper von Richard Strauss
 
 
So, 27.10.
17.30 Uhr
Opernführer live
18.00 Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Opervon Gioacchino Rossini
 
Di, 29.10.
18.00 Uhr
Premierenfieber 
Schwanensee
 
Do, 31.10.
19.00 Uhr
Opernführer live
19.30 Uhr
L’Italiana in Algeri 
(DieItalienerin in Algier)
Oper von Gioacchino Rossini
KatholischeJugend /Erle /SovD
 
 
Kleines Haus / Kleines Haus Foyer
 
Mi, 02.10.
Ab 18.00 Uhr
Jam Session – On Tour
Im K20/21 in Düsseldorf
Freier Eintritt
 
Do, 03.10.
18.00 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
Fr, 04.10.
19.30 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
So, 06.10.
18.00 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
Sa, 12.10.
19.30 Uhr
Hör.Genuss
Nacht- und Wiegenlieder
Almuth Herbst, Noriko Ogawa-Yatake,
Petra Schmidt, Lars-Oliver Rühl und 
Dong-Won Seo
 
So, 13.10.
18.00 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
Sa, 19.10.
19.30 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
Sa, 26.10.
19.30 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
So, 27.10.
18.00 Uhr
Cabaret 
Musical von John Kander, Joe Masteroff 
und Fred Ebb
 
—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Koblenz, Theater Koblenz, Definitiv zum letzten Mal: CABARET, 13./21.10.2012

Oktober 10, 2012 by  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Definitiv zum letzten Mal: CABARET

Theater Koblenz / Cabaret © Matthias Baus

Theater Koblenz / Cabaret © Matthias Baus

Nur noch wenige Karten für die definitiv letzten Vorstellungen von CABARET im Theater Koblenz: Samstag, 13. Oktober 2012 um 19:30 Uhr und Sonntag, 21. Oktober 2012 um 18:00 Uhr

CABARET
Buch von Joe Masteroff
nach dem Stück „Ich bin eine Kamera“ von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood – Gesangstexte von Fred Ebb – Musik von John Kander

„Mehr kann eine CABARET-Vorstellung kaum erreichen.“
Rhein-Zeitung vom 19.12.2011

Musikalische Leitung: Christopher Wasmuth
Inszenierung: Markus Dietze
Choreografie: Steffen Fuchs
Bühne: Dorit Lievenbrück
Kostüme: Marlis Knoblauch
Dramaturgie: Juliane Wulfgramm

Mit: Martina Angioloni, Yolanda Bretones Borra, Melanie Bürkle, Adrian Becker, KS Claudia Felke, Arkadiusz Glebocki, Irina Golovatskaia, Lisa Gottwik, Marcel Hoffmann, Asuka Inoue, Olivia Jenkins, Michael Jeske, Dorothee Lochner, Alexey Lukashevich, Louis Marteau, Jona Mues, Reinhard Riecke, Olaf Schaeffer, Rory Stead, Julia Steingaß, Iskra Stoyanova, Campbell Watt, Nathaniel Yelton

Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor der Vorstellung im Oberen Foyer!
Wir empfehlen den Besuch der Aufführung für Zuschauer ab 14 Jahren.

—| Pressemeldung Theater Koblenz |—