Berlin, TIPI am Kanzleramt, Frau Luna – Paul Lincke, IOCO Kritik, 09.03.2019

März 9, 2019 by  
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TIPI am Kanzleramt © Michael Haddenhorst

TIPI am Kanzleramt © Michael Haddenhorst

TIPI am Kanzleramt

Frau Luna mit Steppke  im Tipi am Kanzleramt

„Schlösser, die im Monde liegen..“, „das macht die Berliner Luft…“

von Daniela Zimmermann

In Berlin, zwischen Kanzleramt und dem Haus der Kulturen, mitten im grünen Tiergarten steht die von weitem sichtbare, größte stationäre Zeltbühne Europas, das TIPI  am Kanzleramt.

In der Sprache der Dakota-Indianer bedeutet  TI wohnen und PI benutzen. Ein Anspruch, nachdem sich hier im Zelt die Künstler und auch das Publikum wohl  fühlen sollen. Gründer Holger Klotzbach gab dem Theaterzelt, welches 2002 eröffnet wurde, diesen Namen. Der blau ausgeschlagene große Theaterraum mit festen Tischplätzen und  einladenden Ambiente verfügt über 552 Plätze. Die Zeltarchitektur umfasst 800 Quadratmeter und eine Raumhöhe von 8 Metern. Für jeglichen Komfort ist gesorgt. Mit spannender Unterhaltung und  guter Gastronomie lässt sich ein Abend in der Nähe des Kanzleramtes wahrlich immer genießen.

Frau Luna – Paul Lincke
youtube Video des TIPI am Kanzleramt
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Das TIPI am Kanzleramt bietet allabendlich  Cabaret, Varieté, Musical, Lesungen, Chansons, Artistik oder Comedy.  2016, zu Paul Linckes 150. Geburtstag, inszenierte  das TIPI seine bekannteste Operette, Frau Luna. Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“, „Schlösser, die im Monde liegen“, „das macht die Berliner Luft“: wunderbar, Berlin wie es leibt und lebt. Und so, war auch das Publikum wie wir, aus München zugereiste, mitgerissen von  der Berliner Stimmung auf der Bühne mit den so herrlich echten Berliner Liedern.

Paul Lincke war das Berliner Pendant zu Johann Strauß in Wien: Ein Operettenkönig, der die Berliner Operette schuf. Paul Linckes lebensnahe Lieder werden in Berlin auch heute oft gespielt; in der schwierigen Nachkriegszeit waren sie fröhlich stimmende Mutmacher in Berlin wie anderswo in ganz Deutschland.

Den Besuchern des TIPI waren Linckes Lieder natürlich allesamt bekannt; so wurde leise mitgesungen oder zu manchen Liedern im Takt auch feste geklatscht: Die  Stimmung im TIPI brodelte den ganzen Abend,  Begeisterung pur war allzeit zu spüren.

TIPI am Kanzleramt / Frau Luna © Barbara Braun

TIPI am Kanzleramt / Frau Luna © Barbara Braun

Frau Luna  im TIPI ist frech, frivol und charmant berlintypisch:  Viele liebenswerte Einfälle brachte der  Wahlberliner und Regisseur Bernd Mottl auf die Bühne.  Arrangements und musikalische Leitung  Johannes Roloff  Seit 1991 arbeitet Johannes Roloff mit dem bekannten Comedy -Trio Geschwister Pfister zusammen, die auch in der Frau Luna zu hören waren. Von Friedrich Eggert stammen die originellen Bühnenbilder und Heike Seidler entwarf die Kostüme. Nicht zu vergessen, das reizend neckische Mondelfenballett, Choreografie (Christopher Tölle).

Der Operninhalt basiert auf viel Fantasie, spielt beständig mit dem Berliner Milieu und  Berlin-typischen Gewohnheiten.  Fritz Steppke (Benedikt Eichhorn) ist solch ein waschechter Berliner. Mit seiner Erfindung, dem Stratosphären-Expressballon, soll es zusammen mit den Freunden Lämmermaier (Merten Schroedter) und Panneke (Max Gertsch) auf den Mond reisen. Marie (Sharon Brauner), seine Liebste, lehnt ab mitzureisen. Für Tante Mathilde, Frau Pusebach,  Steppkes Vermieterin, sind Steppkes Vorhaben nur Illusionen. Aber die drei Freunde lassen sich nicht abhalten, es wird zum Mond geflogen und auch Frau Pusebach (Christoph Marti) kann das Vorhaben nicht verhindern; im Gegenteil; ungewollt fliegt sie mit.

Der Mond ist jedoch schon bewohnt: So werden die drei Freunde  von Frl. Groom (Ades Zabel) empfangen, und das nicht gerade freundlich. Auch Haushofmeister Theophil (Tobias Bonn)  ist nicht erfreut. Theophil interessieren die Gäste nicht; er,   muss sich um seine Braut Stella (Anna Mateur), kümmern, hat Ärger mit ihr.

Frau Luna – Paul Lincke
youtube TIPI Video zur Premiere von Frau Luna mit Besucherstimmen
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Zum Erstaunen der irdischen Besucher  ist der so berühmte Mann im Mond tatsächlich eine flotte attraktive Witwe (Andreja Schneider), der Fritz Steppke sehr gut gefällt. Und dann gibt es da noch Prinz Sternschnuppe von der Milchstraße (Gustav Peter Wöhler), der seit ewigen Zeiten vergeblich versucht das Herz der Frau im Mond zu gewinnen.

Frau Luna ist begeistert von den Erdenbesuchern. Zu allem Überfluss kommen auch noch die Sterne Venus (Cora Frost) und Mars (Aykut Kayacik) zu Besuch. Auf dem Mond ist nun richtig was los und viele schräge Verwicklungen bahnen sich an. Den von der Erde angereisten Berliner wird dies alles zu viel; sie wollten doch nur „mal kieken…

Theophil rettet die Situation mit einer spontanen Idee. Er bittet Prinz Sternschnuppe mit seinem Milchstraßenkreuzer auch Marie auf den Mond zu holen. Und Fritz beim Anblick seiner Marie überfällt sofort die Sehnsucht auf seine Braut und sein Leben an der Spree. Er entscheidet sich für seine Braut und auch Prinz Sternschnuppe wird endlich von Frau Luna erhört. So finden, Paul Lincke sei Dank, alle Paare glücklich zueinander.

Es könnte auch nicht anders sein, bei der Berliner Luft, Luft,Luft….

Frau Luna von Paul Lincke wird im TIPI am Kanzlert noch bis zum 31.3.2019 gespielt

—| IOCO Kritik TIPI am Kanzleramt |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere FRAU LUNA – Paul Lincke, 23.02.2019

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

FRAU LUNA – Operette von Paul Lincke

– Frau Pusebach, ungebeten, und andere begegnen Frau Luna –

Paul Linckes unsterbliche Operette Frau Luna hat Premiere am 23. Februar 2019, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus. Pünktlich zum Karneval stehen insgesamt acht Vorstellungen im Zeitraum bis 5. März 2019 auf dem Programm; dann ist die Inszenierung erst wieder in der nächsten Spielzeit zu sehen.

Staatstheater Cottbus / Frau Luna - Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Mirjam Miesterfeldt (Stella) und Lena Kutzner (Frau Luna) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Frau Luna – Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Mirjam Miesterfeldt (Stella) und Lena Kutzner (Frau Luna) © Marlies Kross

Unter der musikalischen Leitung von Christian Möbius und in der Regie von Steffen Piontek singen und spielen Lena Kutzner / Gesine Forberger (Flora Huschke alias Frau Luna), Carola Fischer (Frau Pusebach), Rahel Brede (Marie), Gevorg Aperánts (Steppke), Nils Stäfe / Christian Henneberg (Lämmermeier), Dirk Kleinke (Pannecke) sowie Sandra Bösel, Meike Funken, Mirjam Miesterfeldt, Matthias Bleidorn, Torsten Coers, Heiko Walter, Jens Klaus Wilde, die Damen und Herren des Opernchores und des Balletts. Es spielt das Philharmonische Orchester. Bühne und Kostüme entwarf Mike Hahne, Choreograf ist Winfried Schneider.

Staatstheater Cottbus / Frau Luna - Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Rahel Brede (Marie), Nils Stäfe (Lämmermeier), Gevorg Aperánts (Fritz Steppke), Dirk Kleinke (Pannecke) und Carola Fischer (Mathilde Pusebach) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Frau Luna – Szenenfoto mit (v.l.n.r.):
Rahel Brede (Marie), Nils Stäfe (Lämmermeier), Gevorg Aperánts (Fritz Steppke), Dirk Kleinke (Pannecke) und Carola Fischer (Mathilde Pusebach) © Marlies Kross

Mit Frau Luna schuf Paul Lincke die erfolgreichste Berliner Operette überhaupt mit Berliner Flair, einer gehörigen Portion Berliner Schnauze, vielen schmissigen Melodien und einer Reise zum Mond. Die Helden der Operette sind die kleinen Leute, allesamt Bewohner eines Berliner Mietshauses. Im Mittelpunkt steht Fritz Steppke. Er träumt davon, Luftschiffkapitän zu werden. Seine Freundin Marie ist deutlich bodenständiger. Im berühmten Walzerlied „Schlösser, die im Monde liegen“ liest sie Steppke die Leviten. Doch der lässt sich nicht abhalten, mit seinen Freunden Lämmermeier und Pannecke zum Mond zu fliegen. Oder träumt er das alles nur?

Jedenfalls begegnen die Berliner Reisenden, denen sich Frau Pusebach ungebeten angeschlossen hat, dort oben Frau Luna. Diese hat große Ähnlichkeit mit der Sängerin Flora Huschke, die so manchem Mann im Berliner Hinterhof den Kopf verdreht. Auch die restlichen Mondbewohner könnten alte Bekannte sein. Allmählich wird den Mondfahrern klar, dass sich fremde Welten gar nicht so sehr vom Leben daheim unterscheiden. Glücklicherweise finden sie einen Weg zurück und begrüßen begeistert die „Berliner Luft“. Und wer immer in der Operette gebeten hat „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“: Am Ende gibt es gleich mehrere – hoffentlich glückliche – Paare.

Frau Luna am Staatstheater Cottbus: Premiere 23.2.2019; weitere Vorstellungen So, 24.2., 19 Uhr; Di 26.2., 19.30 Uhr; Mi 27.2., 19.30 Uhr; Fr 1.3., 19.30 Uhr; Sa 2.3., 19.30 Uhr, So 3.3., 19 Uhr; Di 5.3.2019 19.30 Uhr (zum letzten Mal in dieser Spielzeit).

Karten im Besucherservice sowie online über www.staatstheater-cottbus.de, Ticket-Telefon 0355/ 7824 24 2

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—