Frankfurt, Oper Frankfurt, Die lustige Witwe – Franz Lehár, IOCO Kritik, 30.05.2018

Mai 31, 2018 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Die lustige Witwe  –  Franz Lehár

    • –  Hollywood – In der Epoche von Erik von Stroheim –

Von  Ljerka Oreskovic Herrmann

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © Wien

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © Wien

Dass die Operette im Allgemeinen und die Lustige Witwe im Besonderen nicht von der Rezeptionsgeschichte losgelöst werden kann, versteht sich beinahe von selbst, denn Lehárs Meisterwerk von 1905 gehört nicht mehr der „klassischen“ Operette aus dem 19. Jahrhundert an. Aber eben einem Genre, das mit sarkastisch beißendem Witz und Spritzigkeit die Verhältnisse seiner jeweiligen Zeit mit mitreißender – oftmals mit jazzig angehauchter – Musik kräftig auf die Hörner nahm, bis die Nazis damit Schluss machten und der Kunstform eine Biederkeit und einen (vermeintlich erhabenen) Opernguss verpassten, der sie auch nach 1945 darin verharren ließ. Es hatte vor allem mit den jüdischen Komponisten, Textern und Interpreten zu tun, die es in der Operettenkultur zu einsamer Meisterschaft brachten. Lehárs jüdische Librettisten oder Interpreten waren entweder rechtzeitig gegangen oder starben im KZ. Erich von Stroheim, der bereits 1909 Europa verlassen hatte, verfilmte die Witwe 1925 nach eigenen Vorstellungen, indem er größeres Gewicht auf Frivolität und Erotik legte.

Soviel vorneweg, was für die Inszenierung von Claus Guth insofern eine Rolle spielt, weil er einerseits die Operette des 20. Jahrhunderts mit ihren bissigen Texten nicht wirklich als Fundament nimmt, andererseits den biederen Operettenstadl der Nachkriegszeit ebenso vermeidet. Er wählt einen anderen Ansatz, der eher unserer abgeklärten Zeit entspricht. Denn die Liebe und die „Chose mit den Weibern“ ist heute nicht leichter geworden – nur anders. Und er knüpft in gewisser Weise an Stroheim an, in dem er eine Fortsetzung dreht:

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe - hier : Marlis Petersen als Hanna; am Boden liegend und Ensemble © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe – hier : Marlis Petersen als Hanna; am Boden liegend und Ensemble © Monika Rittershaus

Es ist eine Geschichte in der Geschichte. Wir befinden uns auf einem Filmset, in dem die Lustige Witwe verfilmt wird. Tatsächlich assoziieren das Bühnenbild und die Kostüme von Christian Schmidt die Epoche von Stroheim in Hollywood, in der es vor der Kamera opulent zuging. Das Licht war wie immer bei Olaf Winter in zuverlässigen Händen, leuchtet er doch die großen und kleinen menschlichen Schwächen gut aus. Das Groteske und Komische ergibt sich  weniger aus den Dialogen – wie in den frühen Fassungen mit den berühmten „Witwen“ Mizzi Günther und Fritzi Massary –, sondern in dem Versuch der beiden Protagonisten Leben und Kunst, Traum und Wirklichkeit auseinander zu halten und doch wiederum zusammen zu führen – gepaart mit den verzweifelten Bemühungen eines Regisseurs seinen Film zu drehen. Dieser Mann – Klaus Haderer in einer Doppelrolle als Njegus und Regisseur – ist Antreiber und Verhinderer zugleich. (Hat da Guth sich selbst und seine Arbeit als Regisseur persifliert? Es wäre jedenfalls eine wunderbare Pointe) Immer wieder unterbricht er die Handlung und besonders im ersten Akt ein wenig den musikalischen Fluss, weil eine Szene erneut gedreht werden muss. Die Filmcrew besteht aus einem Scriptgirl (Vanessa Schwab), dem Kameramann (Stefan Biaesch) und Mitarbeitern der Requisite, die ihrerseits für Heiterkeit sorgen. Etwa in der wunderbaren Nummer von Valencienne und Rosillon, der er ihr seine Liebe mit abgezupften Rosenblättern beteuert, ihm neue Rosen von der Requisite gereicht werden oder gar von oben die Blätter herunterrieseln, während die Kamera seine Liebeserklärung festhält. Eine wundervolle Verbeugung vor dem künstlichen Schein einer echten Liebesszene im Film. Letztendlich irgendwie auch vor Elizabeth Reiter als Valencienne, denn diese ist kurzfristig für die erkrankte Kateryna Kasper eingesprungen und rettete somit die Premiere mit einer umwerfenden sängerischen und schauspielerischen Leistung.

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe - hier : Marlis Petersen (Hanna), Iurii Samoilov (Danilo) © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe – hier : Marlis Petersen (Hanna), Iurii Samoilov (Danilo) © Monika Rittershaus

Schwierig ist der ständige Wechsel vom Leben zum Film für Marlis/Hanna und Iurii/Danilo. Ihre räumliche Nähe – die Garderoben liegen beieinander – evoziert  frühere persönliche Verwicklungen. Hier in ihrem jeweiligen Rückzugsort sind sie Marlis und Iurii, die erst in Kostüm und Maske zu Filmfiguren werden, sobald sich die Bühne dreht und das Filmset erscheint. Marlis/Hanna sitzt am Klavier, schlägt immer wieder einen Ton an, das Metronom gibt unerbittlich Takt und Zeit vor. Eine Zeit, in der von Liebeschwüren, Enttäuschungen, Verheißungen, echten und vermeintlichen Ehebrüchen das ganze Arsenal an Gefühlen wie ein Feuerwerk abgefackelt wird. Eine „lustige“ Zeit mit viel Komik und auch Slapstick, die im finalen Duett „Lippen schweigen“ von Hanna und Danilo ihren Höhepunkt und Happy End erlebt und zugleich verklingt, denn nach Drehende sitzt Marlis, die „Sängerin“, wieder allein in der Garderobe. Der Klavierdeckel ist zu und alles zu Ende, was bleibt ist Melancholie und ein offener Ausgang.

Da Operette vom Schein lebt, ist Guths Idee mit dem Filmset zwar nicht zwingend, doch durchaus naheliegend. Auch Hollywood war eine Traumfabrik, in der das schöne Abbild gepflegt wurde – hinter den Kulissen geht es anders zu. Auch diesen Aspekt zeigt der Regisseur: Wenn Marlis die „Hanna“ mit einem Repetitor kurz vor Drehbeginn übt. Und dieser Mann – herrlich Mariusz Klubczuk – der einzige mit wahren Gefühlen ist. Er verehrt die „Sängerin“ aufrichtig, kann aber seine Empfindungen nicht an „die Frau“ bringen – seine Rosen wird er ihr in mehreren Anläufen und immer üppiger werdendem Strauß nicht überreichen können. Überhaupt sind es die vielen „kleinen“ sehr gut inszenierten Momente, die als retardierendes Element wirken und überzeugen. Getragen wird der Abend von der hervorragenden Dirigentin Joana Mallwitz, die einen klaren und transparenten Klang pflegt und der Wirkung auf der Bühne die notwendige musikalische Entfaltung gibt. Keine süße Operettenseligkeit, dafür grandios gespielte Musik mit einem sehr gut aufgelegten Frankfurter Opern- und Museumsorchester – was ebenso für den spielfreudigen Chor unter der Leitung von Tilman Michael gilt.

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe -hier : vl Marlis Petersen (Hanna), Kateryna Kasper (Valencienne) und Martin Mitterrutzner (Camille) © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Die lustige Witwe -hier : vl Marlis Petersen (Hanna), Kateryna Kasper (Valencienne) und Martin Mitterrutzner (Camille) © Monika Rittershaus

Marlis Petersen gibt eine feine und distinguierte Witwe, die nie aus der „Rolle“ fällt, denn ihre „Marlis“ – also sie sich selbst spielend – ist ebenfalls eine Kunstfigur und mit der Dopplung ihrer Person einen feinen Sinn für Humor beweist. Iurii Samoilov in der Doppelrolle als er selbst und Danilo ist etwas ungestümer; sein Danilo ist ein beherzter und selbstgewisser junger Mann, während der „Iurii“ in der Garderobe auch unsicher wirken kann. Barnaby Rea ist ein slapstickartiger Baron Mirko Zeta, der die Lacher auf seiner Seite hat. Martin Mitterrutzner ist der ewig bemühte und verliebte Camille de Rosillon, dessen wunderbare Rosenliebeserklärung bereits Erwähnung fand.

Weitere Mitwirkende sind: Theo Lebow als Vicomte de Cascada, Michael Porter als Raoul de St. Brioche, Gordon Bintner als Bogdanowitsch, Dietrich Volle als Kromow, Maria Pantiukhova als Olga, Franz Mayer als Pritschitsch, Margit Neubauer als Praskowia und last but not least Julia Dawson als Sylviane, die die Partie von Elizabeth Reiter kurzfristig übernehmen musste und ebenfalls meisterlich bewältigte – wie im übrigen alle Mitwirkenden einfach umwerfend singen, spielen und tanzen. Für die spritzig-überbordende Choreographie war Ramses Sigl verantwortlich. Die auf der Bühne spielende Tamburizzakapelle wird von Elena Kisseljov und Varlerij Kisseljow angeführt, die auf der Domra (russisches Zupfinstrument) dem Tremolieren oder Zittern der Tamburizza sehr nahe kommen; komplettiert wird sie von Karin Scholz (Gitarre) und Kutay Elmali (Bass). Großer, langanhaltender und beschwingter Applaus.

Die lustige Witwe an der Oper Frankfurt: Weitere Vorstellungen 3.6.; 13.6.; 16.6.; 22.6.; 25.6.2018

—| IOCO Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere Martha oder der Markt zu Richmond, IOCO Kritik, 01.11.2016

November 1, 2016 by  
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Oper Frankfurt

Martha an der Oper Frankfurt: Kein Wunder, dass Martha oder der Markt zu Richmond Friedrich von Flotows 1847 in Wien uraufgeführtes, erfolgreichstes Werk – so viel Anklang findet: Das Stück gibt jedermann immer alle Gewissheit, dass alles gut wird, dass Topf und Deckel zueinander passen und früher eben doch alles besser bzw. gut war…

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Martha oder der Markt zu Richmond von Friedrich von Flotow

Martha  –  Oper Frankfurt, Premiere 16.10.2016, weitere Vorstellungen 5.11.2016, 12.11.2016, 18.11.2016, 25.11.2016

Oper Frankfurt / Martha von Flotow © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Martha von Flotow © Barbara Aumüller

Kein Wunder, dass Martha oder der Markt zu Richmond Friedrich von Flotows (1812 – 1883) 1847 in Wien uraufgeführtes, erfolgreichstes Werk – so viel Anklang findet: Das Stück gibt jedermann mit zahlreichen bunten Melodien immer und alle Gewissheit, dass alles gut wird, dass Topf und Deckel zueinander passen und es früher eben doch alles besser bzw. gut war.

War es das? Die Sehnsucht nach Happy End löst von Flotow mit seiner Martha ein: Lyonel und Martha alias Lady Harriet Durham finden zueinander wie auch das andere Paar, Nancy, Harriets Vertraute, und Plumkett. Flott, bunt und regelrecht durchgedreht – durchaus sprichwörtlich, denn die kleine Drehbühne kreist munter wie eine Spieluhr – geht es auf dem Markt von Richmond zu. Jedes „Fräulein“ trägt dort seine Haut zu Markte. Heute haben wir dafür das Internet, wo fleißig nach möglichen Partnern Ausschau gehalten und sicherlich auch Maskerade betrieben wird. Diese erste und einzige wesentliche Modernisierung – denn wir sehen wie Nancy ihrer Herrin dabei behilflich ist im Netz den richtigen Partner zu finden – wird leider später nicht mehr aufgegriffen, aber tatsächlich hat die Regisseurin Katharina Thoma Recht, wenn sie auf das gleiche Problem hinweist: Den richtigen Partner zu finden, war im 19. Jahrhundert auch nicht einfacher als heute – allenfalls die technischen Möglichkeiten sind anders. Und am Ende bleibt es Lady Harriet als Martha nichts anders übrig, als sich analog auf die Suche zu machen und über ihren Standesdünkel zu springen.

Oper Frankfurt / Martha und Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Martha und Ensemble © Barbara Aumüller

Die Inszenierung ist farbenfroh, üppig und verkommt nie zur Klamotte um das Stück damit zu denunzieren – wenn auch haarscharf daran vorbei schlitternd. Die Sängerinnen und Sänger – Maria Bengtsson als Lady Harriet Durham, Katharina Magiera als Nancy, Harriets Vertraute, Barnaby Rea als Lord Tristan Mickleford, AJ Glueckert als Lyonel, Björn Bürger als Plumkett und Franz Mayer als Richter von Richmond – sind nicht nur äußerst spiel- und sangesfreudig, sondern auch hervorragend zu verstehen, was die Übertitel überflüssig macht. Der Chor nebst Extra-Chor der Oper Frankfurt ist wie immer ausgezeichnet. GMD Sebastian Weigle und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester haben ebenso diebische Freude dick auftragen zu dürfen. Ein herrlicher Spaß. IOCO / Ljerka Oreskovic Herrmann / 01.11.2016

MarthaOper Frankfurt, Premiere 16.10.2016, weitere Vorstellungen 5.11.2016, 12.11.2016, 18.11.2016, 25.11.2016

—| IOCO Kritik Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme: IL TRITTICO von Giacomo Puccini, 13.03.2016

März 10, 2016 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

  IL TRITTICO (DAS TRIPTYCHON)  von Giacomo Puccini

Il tabarro (Der Mantel) – Suor Angelica (Schwester Angelica) – Gianni Schicchi

Wiederaufnahme Sonntag, 13. März 2016 18.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 20., 25., 28., 31. (19.00 Uhr) März, 3., 9. (19.00 Uhr) April 2016. Falls nicht anders angegeben, Beginn 18.00 Uhr

Die Inszenierung der unter dem Titel Il trittico zusammengefassten drei Einakter von Giacomo Puccini (1858-1924) aus der Spielzeit 2007/08 stammt von Claus Guth und war einer der großen Publikumserfolge dieser Saison. In der Sicht des in Frankfurt geborenen Regisseurs tauchen die Toten der Einakter auch in den jeweils anderen Stücken auf und fungieren dadurch – weißgekleidet und für die übrigen Protagonisten unsichtbar – als Klammer, welche sich um die drei Werke schließt. Die Presse rühmte nach der Premiere am 13. Januar 2007 die „hinreißende Theatralität“ der Produktion und sprach wieder einmal vom „Frankfurter Musiktheater-Glück“.

Oper Frankfurt / Il Tabarro _ Michele und Giorgetta © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Il Tabarro _ Michele und Giorgetta © Monika Rittershaus

Zum Inhalt: Il tabarro (Der Mantel) erzählt die Dreiecksgeschichte zwischen der jungen Giorgetta, deren älterem Ehemann Michele – dem Kapitän eines Schleppkahns – und dessen Nebenbuhler Luigi, welche für diesen tödlich endet. Suor Angelica (Schwester Angelica) ist in einem Kloster angesiedelt. Die Heldin nahm einst auf Druck ihrer adeligen Familie nach der Geburt ihres unehelichen Kindes den Schleier und muss nun durch ihre hartherzige Tante erfahren, dass ihr Sohn bereits vor Jahren verstorben ist. Daraufhin begeht Angelica Selbstmord. Heiter verläuft die Geschichte des florentinischen Schlitzohrs Gianni Schicchi, der von der raffgierigen Familie Donati angeheuert wird, um das Erbe des kürzlich verstorbenen Buoso zu sichern. Durch einen Trick gelingt es ihm, sowohl das Vermögen des Alten an sich zu bringen als auch seiner Tochter Lauretta zu ihrem Liebesglück zu verhelfen.

Oper Frankfurt / Il Tabarro _ Giorgetta und Michele © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Il Tabarro _ Giorgetta und Michele © Monika Rittershaus

Im Zuge der zweiten Wiederaufnahme dieser 2007/08 an der Oper Frankfurt herausgebrachten Produktion gibt es ein Wiedersehen und -hören mit zwei ehemaligen Ensemblemitgliedern, die erneut jene Partien übernehmen, in denen sie schon in der Premiere das Publikum begeisterten: Zeljko Lucic als Michele und Gianni Schicchi sowie Elza van den Heever als Giorgetta und nun erstmals auch als Suor Angelica. Beide Künstler gehörten seinerzeit zu den absoluten Lieblingen des Frankfurter Publikums und haben schon längst mit Auftritten an den renommiertesten Bühnen der Welt zum guten Ruf ihres ehemaligen Stammhauses beigetragen. Ihre Frankfurt-Debüts als Gäste geben die amerikanische Mezzosopranistin Suzanne Hendrix (Fürstin und Zita) und ihr Landsmann mit philippinischen Wurzeln, Arthur Espiritu (Rinuccio). Während zu ihren jüngsten Aufgaben Larina in Tschaikowskis Eugen Onegin an der Wiener Staatsoper gehört, war er kürzlich als Don Ramiro in Rossinis La Cenerentola am Staatstheater am Gärtnerplatz in München zu erleben. Nach ihrem großen Erfolg als Bronka in Weinbergs Die Passagierin 2014/15 kehrt die polnische Mezzosopranistin Joanna Krasuska-Motulewicz (Äbtissin und Ciesca) zurück an den Main. Der Münchner Tenor Vincent Wolfsteiner (Luigi) wechselte zur aktuellen Saison vom Ensemble der Staatsoper Nürnberg in das der Oper Frankfurt. Im zuerst genannten Haus sang er neben zahlreichen weiteren Partien zuletzt Loge, Siegmund und Siegfried in Wagners Der Ring des Nibelungen.

Siegmund wird er in dieser Saison auch im Frankfurter Ring übernehmen. Alle weiteren Partien sind mit Mitgliedern des Frankfurter Ensembles besetzt. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht erstmals der tschechische Dirigent Jakub Hrusa, der ab 2016 den Bamberger Symphonikern vorstehen wird. Zu den aktuellen Aufgaben des Preisträgers des erstmals durch die Leos-Janácek-Stiftung Brünn verliehenen Sir-Charles-Mackerras-Preises gehört Janáceks Die Sache Makropulos an der Wiener Staatsoper

Musikalische Leitung: Jakub Hrusa; Inszenierung: Claus Guth

Mitwirkende Il tabarro:
Zeljko Lucic (Michele), Elza van den Heever (Giorgetta), Vincent Wolfsteiner (Luigi), Claudia Mahnke (Frugola), Hans-Jürgen Lazar (Tinca), Alfred Reiter (Talpa), Beau Gibson (Liedverkäufer) u.a.

Mitwirkende Suor Angelica:
Elza van den Heever (Suor Angelica), Suzanne Hendrix (La zia principessa, Fürstin), Joanna Krasuska-Motulewicz (La badessa, Äbtissin), Judita Nagyová (La suora zelatrice), Louise Alder (Suor Genovieffa) u.a.

Mitwirkende Gianni Schicchi:
Zeljko Lucic (Gianni Schicchi), Arthur Espiritu (Rinuccio), Suzanne Hendrix (Zita), N.N. (Lauretta), Beau Gibson (Gherardo), Louise Alder (Nella), Franz Mayer (Betto di Signa), Alfred Reiter (Simone), Iurii Samoilov (Marco), Joanna Krasuska-Motulewicz (Ciesca) u.a.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme: DIE HOCHZEIT DES FIGARO, 01.10.2015

September 9, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Fünfte Wiederaufnahme: DIE HOCHZEIT DES FIGARO (LE NOZZE DI FIGARO)

Oper in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Donnerstag, 1. Oktober 2015, um 19.00 Uhr im Opernhaus

Musikalische Leitung: Karsten Januschke / Hartmut Keil; Regie: Guillaume Bernardi

Mitwirkende: Kihwan Sim / Simon Bailey (Figaro), Louise Alder / Elizabeth Reiter / Kateryna Kasper (Susanna), Iurii Samoilov / Björn Bürger (Graf Almaviva), Karen Vuong / Juanita Lascarro / Jacquelyn Wagner (Gräfin Almaviva), Nina Tarandek / Judita Nagyová (Cherubino), Judita Nagyová / Katharina Magiera (Marzelline), Dietrich Volle / Vuyani Mlinde (Bartolo), Franz Mayer (Antonio), Katharina Ruckgaber (Barbarina), Simon Bode / Michael McCown (Basilio, Don Curzio) u.a.

Weitere Vorstellungen: 3., 9., 11. (Oper für Familien, 15.30 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 16., 18., 24 Oktober 2015, 21., 29. Mai, 11., 18., 24. Juni, 1. Juli 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

Oper Frankfurt / Le nozze di Figaro / Die Hochzeit des Figaro (Oper Frankfurt, 2012) zeigt v.l.n.r. Figaro und Barbarina © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Le nozze di Figaro / Die Hochzeit des Figaro (Oper Frankfurt, 2012) zeigt v.l.n.r. Figaro und Barbarina © Wolfgang Runkel

Mit Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) präsentierte der kanadische Regisseur Guillaume Bernardi in der Spielzeit 2006/07 nach Arbeiten im Bockenheimer Depot erstmals eine Inszenierung im Opernhaus. Publikum und Presse waren von der klassisch gehaltenen Produktion gleichermaßen begeistert, und in einer der Kritiken war zu lesen: „Es ist Bernardi gelungen, eine alte Geschichte so zu erzählen, dass sogar der ausgepichteste Kenner wieder einiges Neue in dem (wie alle guten Stücke) unerschöpflichen Werk entdeckt. Dabei geht es ohne Verkrampftheiten ab, ohne ratternde Gags.“ Nun wird die Erfolgsinszenierung, die am 4. März 2007 Premiere feierte, zum fünften Mal wiederaufgenommen.

Zum Inhalt: Als das Diener-Paar Figaro und Susanna heiraten möchte, pocht deren Dienstherr, Graf Almaviva, auf das „Recht der ersten Nacht“ mit der Braut. Damit bringt er nicht nur die Verlobten, sondern auch die eigene Gattin Rosina und nahezu alle Schlossbewohner gegen sich auf. Was folgt ist ein Tag voller Intrigen, Verkleidungen, Verwirrungen und Irrungen. Am Ende aber siegt die Liebe…

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme liegt erstmals bei Karsten Januschke, der nach seinem Engagement als Solorepetitor und Kapellmeister an der Oper Frankfurt nun als Gast hierher zurückkehrt, wo er zuletzt Pizzettis Murder in the Cathedral und Mozarts Don Giovanni dirigierte. Kapellmeister Hartmut Keil, der ihn ab Mai 2016 ablösen wird, ist mit der Produktion bereits vertraut. Nahezu alle sängerischen Neubesetzungen kommen aus dem Ensemble der Oper Frankfurt: Die britische Sopranistin Louise Alder (Rollendebüt als Susanna) ist hier seit 2014 engagiert und feierte große Erfolge u.a. in der weiblichen Titelpartie von Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel sowie als Silandra in Antonio Cestis L‘Orontea. Aus der Ukraine stammt der Bariton Iurii Samoilov (Rollendebüt als Graf Almaviva). Er wurde 2014 vom Opernstudio in das Ensemble übernommen und gastierte kürzlich als Guglielmo in Calixto Bieitos Bearbeitung von Mozarts Così fan tutte am Theater Basel. In Frankfurt sprang er danach in der Titelpartie von Mozarts Don Giovanni für einen erkrankten Kollegen ein. An seiner Seite sang die Partie der Donna Anna die Amerikanerin Karen Vuong, die nun ihr Rollendebüt als Gräfin Almaviva vorlegt und seit 2013 zum festen Frankfurter Sängerstamm gehört. Ein Jahr später band sich die slowakische Mezzosopranistin Judita Nagyová fest an das Haus am Willy-Brandt-Platz. Jetzt übernimmt sie als Rollendebüts die Partie der Marzelline und alternativ jene des Cherubino. Ende der Saison 2014/15 war sie hier als Stallmagd in Humperdincks Königskinder zu erleben. Die Münchner Sopranistin Katharina Ruckgaber (Rollendebüt als Barbarina) ist in ihrem zweiten Jahr als Mitglied des Frankfurter Opernstudios und machte hier kürzlich als Emma in Webers Euryanthe auf sich aufmerksam. Simon Bode war 2014/15 in den Martinu-Einaktern im Bockenheimer Depot zu erleben, nun gibt er seine Rollendebüts als Basilio und Don Curzio. Aus dem Ensemble kommen auch fast alle mit der Produktion bereits vertrauten Sängerinnen und Sänger, darunter vor allem Kihwan Sim (Figaro) und Nina Tarandek (Cherubino) sowie alle Alternativbesetzungen (u.a. Rollendebütanten Elizabeth Reiter und Kateryna Kasper als Susanna sowie Björn Bürger als Graf Almaviva). Simon Bailey (Figaro) wird nach dreizehn Jahren Ensemblezugehörigkeit erstmals als Gast zu erleben sein. Gleichfalls vertraut mit der Produktion sind die Alternativbesetzungen Juanita Lascarro und Jacquelyn Wagner als Gräfin Almaviva (die Zweitgenannte als Gast), zudem Katharina Magiera als Marzelline, Dietrich Volle und Vuyani Mlinde als Bartolo, Franz Mayer als Antonio und Michael McCown als Basilio bzw. Don Curzio.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

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