Linz, Landestheater Linz, Premiere: DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN, 13.12.2014

Dezember 12, 2014 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Premiere Samstag, 13. Dezember 2014, 19.30 Uhr 

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  von Emmerich Kálmán

Weitere Vorstellungen:  16. 12. 2014; 20.12.2014; 31.12.2014; 02.01.2015; 06.01.2015; 10.01.2015;  18.01.2015; 22.01.2015; 26.01.2015; 04.02.2015; 16.02.2015: 21.03.2015; 24.03.2015; 11.04.2015; 15.04.2015; 22.04.2015; 29.04.2015; 13.05.2015; 22.05.2015; 13.06.2014; 30.06.2015.
Kálmáns Operette “Die Csárdásfürstin“, am 13. November 1915 in Wien uraufgeführt, wurde nach “Herbstmanöver“ und sechs weiteren Werken der erste große Erfolg im Schaffen des Komponisten. Der Siegeszug der Csárdásfürstin war nicht aufzuhalten und es ist bis heute eine der meistgespielten Operetten weltweit geworden.

Die ach so schöne Geschichte einer einfachen Revue-Sängerin, die sich in einen Adeligen verliebt und nach viel Herz und Schmerz seine Gattin wird, fasziniert immer noch, aber in erster Linie durch die verschwenderisch schöne Musik Kálmán’s. Fast alle Arien und Couplets daraus wurden zu Ohrwürmer und Evergreens.

Grabstaette Emmerich Kalman ©  IOCO

Grabstaette Emmerich Kalman © IOCO

Im „Orpheum“ zu Budapest. Die berühmte Chansonette, Sylva Varescu, feiert ihre Abschiedsvorstellung, weil sie zu einer Tournee in die Vereinigten Staaten aufbrechen will. Edwin, ihr junger fürstlicher Liebhaber, überrascht sie jedoch mit einem Heiratsversprechen – just bevor er seinen Pflichten beim Militär nachkommen muss. Überglücklich beschließt Sylva zu bleiben! – Doch Edwins Vater will die unstandesgemäße Liaison seines Sohnes um jeden Preis verhindern und hat schon ohne Edwins Wissen dessen Verlobung mit der Komtesse Stasi per Anzeige bekanntgegeben. Eine solche Verlobungskarte wird Sylva zugespielt, worauf sie sich verraten glaubt …

Musikalische Leitung Daniel Linton-France, Borys Sitarski, Daniel Spaw
Inszenierung Karoline Gruber, Roy Spahn, Bühne Roy Spahn
Kostüme Julia Mottl, Choreografie Stephanie Erb
Chorleitung Georg Leopold, Dramaturgie Wolfgang Haendeler

BESETZUNG:
Sylva Varescu: Sonja Gornik, Bea Robein
Leopold Maria, Fürst von und zu Lippert-Weylersheim: Günter Rainer, Erich Josef Langwiesner
Anhilte, seine Frau: Cheryl Lichter, Karen Robertson
Edwin Ronald, beider Sohn: Iurie Ciobanu, Jacques le Roux
Komtesse Stasi, Nichte des Fürsten: Elisabeth Breuer, Jenifer Lary
Graf Boni Káncsiánu: Sven Hjörleifsson, Matthäus Schmidlechner
Ferencz Ritter Kerekes, genannt Feri: Bácsi Franz Binder, Hans-Günther Müller
Eugen von Rohnsdorff, Oberleutnant i.d.R.: Ulf Bunde, Ville Lignell
Kiss, Notar: Boris Daskalov, Andrzej Ulicz
Botschafter Mac Grave: Eugen Fillo, Jonathan Whiteley

Pressemeldung Landestheater Linz

Linz, Landestheater Linz, Premiere DIE ZAUBERFLÖTE, 14. und 19.09.2013

September 12, 2013 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Premiere

DIE ZAUBERFLÖTE  von Wolfgang Amadeus Mozart

Text von Emanuel Schikaneder
In deutscher Sprache mit deutschen, englischen und tschechischen Übertiteln
 
Premiere im Landestheater Linz: 14. September 2013, 19.30 Uhr im Musiktheater am Volksgarten, Premiere B am 19. September 2013, Weitere Termine:  21. und 26. September 2013; 4. Oktober 2013 jeweils 19.30 Uhr und 20. Oktober 2013, 17 Uhr
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Die Zauberflöte und das Linzer Landestheater
Es ist an der Zeit. Wer den „Zauberflöten“-Aufführungs-Rhythmus am Linzer Landestheater zurückverfolgt, wird sich über die Ansetzung von Mozarts Meisterwerk zur Eröffnung der Spielzeit 2013/2014 nicht wundern. Gut alle zehn Jahre ist es soweit: 1983 nahm sich der damalige Intendant des Linzer Landestheaters, Alfred Stögmüller, des Werkes höchstpersönlich an; 1995  war eine Inszenierung von Herbert Kapplmüller, dem aus Linz stammenden Regisseur, Ausstatter und nicht zuletzt Träger des Europäischen Kulturpreises 2001, zu erleben. Und 2003 war mit Oliver Tambosi ein ebenfalls mit der österreichischen Theatertradition (und den Häusern in Klagenfurt und Linz) bestens vertrauter Inszenator am Werk.
 
Und dennoch ist die jetzige Spielzeiteröffnung mit der Zauberflöte weit mehr als nur die Fortführung der Mozart-Tradition am Linzer Landestheater.
 
Die neue Aufführungsstätte – das Musiktheater am Volksgarten – zeigt es an. Sie steht sowohl für eine neue Ära der Linzer Theatergeschichte als auch für eine Zeit des internationalen Kulturaustauschs (ersichtlich schon durch den Architekten des neuen Hauses, den Engländer Terry Pawson), in der auch die Werke der „Wiener Klassik“ nicht mehr allein ein „Kulturexport“ von Österreich in die Welt sind. Vielmehr sind sie zum „Weltkulturerbe“ der gesamten globalisierten Künstlergemeinschaft geworden, die „unser Eigenstes“ vor ihrem eigenen kulturellen und ästhetischen Hintergrund weiterdenken und es uns – als Zeitgenossen verbunden – zum wahrlich neuen Erleben zurückgeben.
 
Dies mögen einige der Gedanken gewesen sein, die Intendant Rainer Mennicken und Chefdirigent und Operndirektor Dennis Russell Davies bewogen haben, Die Zauberflöte dem japanischen Regisseur Amon Miyamoto anzuvertrauen.
 
Seine Sicht auf das Werk hat Amon Miyamoto im Theatermagazin vom September 2013 dargelegt …
 
MUSIKALISCHE LEITUNG Dennis Russell Davies, Takeshi Moriuchi, Daniel Spaw
INSZENIERUNG Amon Miyamoto
REGIEMITARBEIT Tomo Sugao
BÜHNENBILD Boris Kudlièka
KOSTÜME Masatomo Ota
VIDEO Bartek Macias
LICHTDESIGN Marc Heinz
CHORLEITUNG Georg Leopold
LEITUNG EXTRACHOR Martin Zeller
LEITUNG KINDER- UND JUGENDCHOR Ursula Wincor
LETIUNG ST. FLORIANER SÄNGERKNABEN Franz Farnberger
DRAMATURGIE Wolfgang Haendeler
 
Besetzung
SARASTRO Igor Durlovski/Dominik Nekel
TAMINO Iurie Ciobanu/Sven Hjörleifsson/Jacques le Roux
SPRECHER Ulf Bunde/Michael Wagner
ERSTER PRIESTER Claus Durstewitz/Seogmann Keum
ZWEITER PRIESTER Franz Binder/William Mason
KÖNIGIN DER NACHT Klara Kolonits/Mari Moriya
PAMINA Sonja Gornik/Myung Joo Lee/Mari Moriya
ERSTE DAME Claudia Braun-Tietje/Brit-Tone Müllertz
ZWEITE DAME Martha Hirschmann/Karen Robertson
DRITTE DAME Bernadett Fodor/Katerina Hebelkova/
PAPAGENO Martin Achrainer/Seho Chang
PAPAGENA Elisabeth Breuer/Ilia Vierlinger
MONOSTATOS Hans-Günther Müller/Matthäus Schmidlechner
ERSTER GEHARNISCHTER Pedro Velázquez Díaz/Csaba Grünfelder
ZWEITER GEHARNISCHTER Nikolai Galkin/Dominik Nekel
DIE DREI KNABEN Solisten der St. Florianer Sängerknabern, Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz in Kooperation
mit der OÖ. Vokalakademie
CHOR UND EXTRACHOR DES LANDESTHEATERS LINZ
TÄNZERINNEN UND TÄNZER DER ANTON BRUCKNER PRIVATUNIVERSITÄT
BRUCKNER ORCHESTER LINZ
 
INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR   Amon Miyamoto
Herr Miyamoto, mit der Zauberflöte inszenieren Sie ein Herzstück österreichischer Theatertradition. Nach der Premiere am Landestheater geht die Produktion von Linz nach Tokyo. Eine globalisierte Zauberflöte. Wie macht man das?
 
AM: Während meiner Vorbereitungen auf die Inszenierung habe ich weder konkret an Österreich noch an Japan gedacht. Da es in der Zauberflöte, meiner Meinung nach, um globale Themen geht, versuche ich vielmehr, eine universelle Sichtweise einzunehmen. Wie entwickeln wir uns als Menschen? Was heißt es für ein Kind, im 21. Jahrhundert aufzuwachsen? Gibt es kollektive Ängste, mit denen wir alle konfrontiert sind? Das sind die Themen, die mich besonders interessieren. Ich denke schon, dass es Fragen gibt, die von globaler Brisanz sind: Umwälzungen in der Politik – national und international –, das sich so stark verändernde Wetter und der beinahe allgegenwärtige Kapitalismus. Die Charaktere der Zauberflöte sind ständig mit der Frage „Wer bin ich?“ konfrontiert – diese existenzielle Selbstbefragung ist für mich zentral, und daher empfinde ich diese Oper als zutiefst zeitgemäß.
 
… Also weder aufklärerischer Erziehungsroman, Freimaurer-Geheimlehre noch prall-buntes Volkstheater aus der Wiener Vorstadt?
 
AM: Ich interessiere mich sehr für diese historischen Einflüsse und für die Welt, in der Mozart lebte; im Rahmen meiner Vorbereitungen habe ich viel darüber gelesen. Was mir an diesen kulturgeschichtlichen Vorbildern aber besonders wichtig ist und was mir gewissermaßen als deren Essenz erscheint, sind Humanität und Egalität und die universale Frage, wie wir ein respektvolles Miteinander gestalten können. Außerdem denke ich, dass die Freimaurer-Thematik nur einen Aspekt unter vielen in der Zauberflöte darstellt. Da gibt es ja auch noch Papageno und Papagena! In ihnen sehe ich den Schalk und gewissermaßen auch das Selbstbildnis Mozarts. Die Intensität, in der Mozart das Leben genossen hat, ist bemerkenswert, und ich erkenne sie in diesen beiden Figuren wieder.
 
In Ihrer Inszenierung fungiert ein Computerspiel als Rahmenhandlung. Gibt es darin Gut und Böse oder starke Helden?
 
AM: Zuallererst: Mir geht es überhaupt nicht darum, eine Inszenierung über Computerspiele zu machen und auch nicht darum, dieses Medium dementsprechend zu bedienen oder zu hinterfragen. Das Computerspiel dient lediglich als dramaturgische Klammer. Im Grunde sehe ich in meiner Inszenierung keine Helden – Tamino ist, meiner Ansicht nach, viel zu sensibel und unschuldig, um ein starker Held zu sein. Und auch in Sarastro und der Königin sehe ich wenig Heldenhaftes noch eindeutig Gutes oder Böses; sie vereinen in sich so viele Farben, Facetten und Widersprüche. Wie wir alle haben sie sowohl eine helle als auch eine dunkle Seite, und sie versuchen beide ihr Bestes. Das Gute ist sowohl in Sarastros Augen als auch aus der Sicht der Königin eben nur relativ – und das finde ich zutiefst menschlich.
 
In der „klassischen“ Zauberflöte führen „die drei holden Knaben“ Tamino und Papageno zum Ziele. Ihre Zuordnung zwischen Sarastro und der Königin ist unklar. Was wird aus ihnen in der Linzer Zauberflöte?
 
AM: Ich bin mir selbst auch nicht hundertprozentig sicher, aber ich sehe sie zuallererst als Engel, als gutherzige Kinder. Sie pendeln im Endeffekt zwischen der Seite der Königin und der Sarastros und betrachten beide aus ihrer naiven Unvoreingenommenheit heraus. Für Kinder gibt es, denke ich, noch kein eindeutiges Entweder/oder; genau diese vorurteilsfreie Einstellung halte ich mir selbst auch immer als Ideal vor Augen.
 
Die Zauberflöte war auch für viele bildende Künstler eine Herausforderung. Welche Bilder wird man von Ihrer Inszenierung im Gedächtnis behalten?
 
AM: Mit den ägyptischen Motiven in der Zauberflöte und dem Bezug auf eine mystische Vergangenheit, der durch sie hergestellt wird, kann ich mich durchaus identifizieren. Ich habe mich selbst auch sehr viel mit fernöstlicher Spiritualität beschäftigt. Die Symbolik dieser Traditionen – ich denke da an Naturbilder, aber auch an große Symbole wie die Sonne, den Mond und das Weltall – hat mich natürlich beeinflusst, und man wird diese Bildsprache sicherlich in der Inszenierung und auf der Ebene der Videos wiederfinden.
 
Das Interview führte Magdalena Hoisbauer (Dramaturgieassistentin am Landestheater Linz).
 
 
  
 
 
Pressemeldung Landestheater Linz

Linz, Landestheater Linz, Erstaufführung: DIE HEXEN VON EASTWICK, 13.04.2013

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Landestheater Linz

Österreichische Erstaufführung

Die Hexen von Eastwick

 
DIE HEXEN VON EASTWICK
Musical nach dem Roman von John Updike und dem Warner-Bros.-Film
Buch und Liedtexte von John Dempsey
Musik von Dana P. Rowe
Deutsch von Roman Hinze
 
Österreichische Erstaufführung im Landestheater Linz am 13. April 2013 um 19:30 Uhr im Großen Saal des neuen Musiktheaters am Volksgarten
 
ZUR PRODUKTION
Generalprobe am 16. Februar, Premiere am 13. April – die Eröffnung des Linzer Musiktheaters produziert erstaunliche Terminierungen. Um das dicht gedrängte Eröffnungsprogramm zu ermöglichen, war es notwendig, die Proben vorzuziehen – eine sowohl für Darsteller als auch Team einzigartige Situation. So hatten Die Hexen von Eastwick als Eröffnungsproduktion der neuen Musicalsparte die Ehre, die Bühne im Großen Saal des Musiktheaters zum ersten Mal mit Gesang und Tanz zum Beben zu bringen. Bereits Mitte Dezember stürmte das Ensemble von sieben fest engagierten Musicaldarstellern, neun Sängern aus Opernensemble und -chor und elf freien Musicalgästen das damals noch provisorische Haus, um es nach dem Durchzug endloser Handwerkerkolonnen und zehntausender Baustellenbesucher nun endlich seinem Zweck zu überführen.
 
Das Erfolgsmusical nach John Updikes Roman wird das Linzer Publikum hoffentlich ebenso begeistern. Zu sehen und hören gibt es spektakuläre Tanzszenen und Bühneneffekte, soulige Musik und nicht zuletzt eine spannende Geschichte, in der sich drei geschiedene Frauen im kleinen Städtchen Eastwick auf einen „Tanz mit dem Teufel“ einlassen, der sie und die Stadt an den Rand einer Katastrophe führen.
 
ZUM STÜCK
Die Friedhofsruhe in dem kleinen Städtchen Eastwick wird durch die Ankunft des New Yorker Kunstliebhabers Darryl Van Horne empfindlich gestört. Die drei „Hexen“ von Eastwick, Bildhauerin Alexandra, Journalistin Sukie und Musiklehrerin Jane, lassen sich auf einen erotischen „Tanz mit dem Teufel“ ein. Die Stadt und besonders ihre sittenstrenge Bürgermeisterin Felicia Gabriel betrachten die ménage à quatre mit Abscheu. Dann erschüttert eine Katastrophe den Ort: Felicia und ihr Gatte Clyde sterben auf brutal-mysteriöse Weise. Als sich Darryl schließlich an Felicias Tochter Jennifer heranmacht, wenden sich die Hexen gegen ihn. Er muss einsehen: Der Mann ist bloß ein „Witz in Gottes Schauerroman“.
 
John Updike bezeichnete seinen 1984 erschienenen Roman als Versuch, seine feministischen Kritikerinnen zu besänftigen. Nach dem erfolgreichen Film mit Jack Nicholson, Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer kam im Jahr 2000 das von Cameron Mackintosh produzierte Musical in London heraus und avancierte zu einem großen Publikumserfolg.
 
MUSIKALISCHE LEITUNG Kai Tietje/Marc Reibel INSZENIERUNG Matthias Davids CHOREOGRAPHIE Melissa King BÜHNE Hans Kudlich KOSTÜME Susanne Hubrich LICHTDESIGN Fabrice Kebour DRAMATURGIE Arne Beeker
 
Besetzung:
DARRYL VAN HORNE Reinwald Kranner
CLYDE GABRIEL Rob Pelzer
MICHAEL SPOFFORD Oliver Liebl
ALEXANDRA SPOFFORD Kristin Hölck
JANE SMART Daniela Dett
SUKIE ROUGEMONT Lisa Antoni
FELICIA GABRIEL Karen Robertson / Cheryl Lichter
JENNIFER GABRIEL Ariana Schirasi-Fard
DAS MÄDCHEN Tina Haas
JOE MARINO Philip Ranson
RAYMOND NEFF Stefan Bleiberschnig
REVEREND ED PARSLEY Franz Binder
TOBY BERGMAN Stefan Gregor Schmitz
FRANK OGDEN Tim Hüning
HOMER PERLEY Peter Neustifter
GINA MARINO Suzana Novosel
GRETA NEFF Alexandra Farkic
BRENDA PARSLEY Rita Sereinig
MARGE PERLEY Lisa Schrammel
REBECCA BARNES Ana Lourdes Geneblazo
FANNY LOVECRAFT Cheryl Lichter
MABEL OGDEN Kateryna Lyashenko
MAVIS JESSUP Naomi Miyoshi
EUDORA BRYCE Isabelle Wernicke-Brîncoveanu
SAM SIMPSON Jochen Bohnen
DR. HENRY PATTERSON Bonifacio Galván
CURTIS HALLEYBREAD Jonathan Whiteley
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz
 
Pressemeldung Landestheaters Linz

Linz, Landestheater Linz, Premiere DON PASQUALE, 08.12.2012

Dezember 6, 2012 by  
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Landestheater Linz

Premiere
Don Pasquale

Gaetano Donizetti
Dramma buffo in drei Akten
Text von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti,
nach dem Libretto von Angelo Anelli zu dem Dramma giocoso Ser Marcantonio von Stefano Pavesi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am Landestheater Linz am 8. Dezember um 19.30 Uhr im Großen Haus, Promenade

Musikalische Leitung Nicholas Milton, Daniel Linton-France
Inszenierung Andreas Baesler
Bühne Hermann Feuchter
Kostüme Caroline Dohmen
Chorleitung Georg Leopold
Dramaturgie Wolfgang Haendeler

BESETZUNG:

Don Pasquale, ein alter Junggeselle Dominik Nekel: Franz Binder, Damon Nestor Ploumis
Doktor Malatesta, Arzt, sein Freund Seho Chang: Martin Achrainer
Ernesto, sein Neffe Iurie Ciobanu: Sven Hjörleifsson, Jacques le Roux
Norina, eine junge Witwe Elisabeth Breuer: Gotho Griesmeier, Myung Joo Lee
Ein Notar Nikolai Galkin: Johann Gruber
Chor des Landestheaters Linz
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz

„UM UNS ZU BEZAUBERN, BRAUCHEN DIE JUNGEN LEUTE NUR DAS ZU SEIN, WAS SIE SIND, NÄMLICH SCHÖN UND DUMM. ABER LEIDER SIND SIE NICHT EINMAL IMMER SCHÖN!“ (aus: „Wider die Jugend“ von Robert Poulet)

Die bösartige Abrechnung mit den „Jungen“, die der belgische Romancier und Essayist Robert Poulet (1893 – 1989) in seinem aphoristischen Pamphlet „Wider die Jugend“ mit beißendem Spott vornahm, ist nicht frei von Neid: Dass diejenigen, die NOCH NICHTS geleistet haben, allein kraft der Biologie (!) das „Versprechen auf Lust und L(i)eben“ weit potenter einlösen können als die sogenannten „Best Agers“, ist eine der strukturellen Ungerechtigkeiten, der sich jeder Mann ab 45 stellen muss …

Trotzdem scheint der „Best Ager“ dem „Jungspund“ überlegen, zumindest dann, wenn man Gaetano Donizettis 1843 in Paris uraufgeführtes „dramma buffo“ Don Pasquale als Quelle in dem „machismo“-lastigen Generationenkonflikt heranzieht. Beginnt der Dreiakter doch damit, dass der vermögende alte Onkel (Don Pasquale) seinen mittellosen jungen Neffen (Ernesto) aus dem Hause wirft, weil dieser von seinen romantischen Heiratsplänen mit einer schönen, aber armen Witwe (Norina) partout nicht ablassen will … Dass diese Liaison erst durch das Ableben des „Best Agers“ finanziell sanktioniert würde, fordert geradezu eine erzieherische Maßnahme heraus: „arm, aber sexy“ ist out, „reich und sexy“ ist in: Nicht die Jugend wird sich fortpflanzen, sondern der betuchte, aber keineswegs erschlaffte Onkel … Wenn Don Pasquale dafür nur die richtige Frau (an seiner Seite) fände, was bei der angemessenen Bezahlung des mit der Brautbeschaffung beauftragten „Dealers“ (Doktor Malatesta) doch wirklich kein Problem sein sollte … Nur zu dumm, dass das Geld einem „Doppelagenten“ zukommt, denn Malatesta (nomen est omen!) jubelt Don Pasquale seine eigene Schwester nur deshalb als „zitterndzagendes Klosterfräulein“ unter, damit sie nach dem fingierten (!) Treueschwur dem Alten die Ehe-Hölle so richtig einheizt. Das Ziel der Intrige: dass der „Best Ager“ das „Schmusen und Stöhnen“ den dafür lebenszeitlich schlichtweg besser ausgestatteten „Youngsters“ neidlos überlässt …

In den Zeiten von „Viagra“ und der „Krise“ (!) ist die Brisanz dieses sexuellen Generationenkonflikts aber nur noch eingeschränkt nachvollziehbar. Was Ernesto von Pasquale unterscheidet, ist weniger die Manneskraft, als der soziale Status. Der „Best Ager“ konnte sein goldiges Imperium nur im Rahmen eines zwar immer schon ausbeuterischen, aber darin noch intakten Finanzsystems horten, der Neffe gehört zu der verlorenen Generation südeuropäischer „Rettungsschirm-Staaten“, für die eine Existenz ohne „Stütze“ (sei sie staatlich oder privat) eine unerreichbare Utopie zu sein scheint. Verteilungsgerechtigkeit ist das Stichwort, um den Konflikt zwischen Don Pasquale und Ernesto auf den Punkt zu bringen, und Norina, Ernesto und Malatesta sind Teil jener Bewegung, die den 99% der Besitzlosen zum Sieg verhelfen will über das 1% der Geldsäcke. Wenn Norina als Don Pasquales Ehefrau dessen Vermögen verschleudert, ist dies somit kein Akt weiblicher Verschwendungssucht, sondern vielmehr die klassisch gewollte Umverteilung „von oben nach unten“ …

Dass Donizetti dabei über Brecht obsiegt, gewährleistet die Musik. Belcantistisch vereint sie Ausbeuter und Ausgebeutete, Junge und Alte und zelebriert im Strudel der Koloraturen ein lebenskluges „Happy End“, das abseits aller Börsenkurse nur Gewinner kennt. Don Pasquale gewinnt an Einsicht, Ernesto und Norina gewinnen zwei Ringe und Doktor Malatesta den „Oscar“ für das beste Drehbuch bzw. für die gelungenste Dramaturgie: „Weiße Haare soll’n nicht freien mit der Jugend Lockenkranz, sonst gibt’s böse Balgereien und mit allen Teufeln Tanz!“ – Was durchaus als gelungene Retourkutsche für Robert Poulets  Jugendschelte“ gelten darf …

NICHOLAS MILTON (MUSIKALISCHE LEITUNG)
Der gebürtige Australier Nicholas Milton mit ungarisch-französischen Wurzeln ist bekannt für seinen engagierten Dirigierstil und seinen erfrischenden Zugang zu einem umfangreichen und breit gefächerten Repertoire. Milton war von 2004 bis 2010 Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie. Seit 2007 ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Canberra Symphony Orchestra. Miltons Karriere als Operndirigent hat sich innerhalb kurzer Zeit sehr schnell entwickelt mit gefeierten Debüts an der Volksoper Wien (Die Fledermaus), Leipzig, Innsbruck und Mainz. 2010/2011 dirigierte er die Neuproduktion von La Fanciulla del West in Innsbruck und Carmen an der Volksoper Wien. In dieser Saison leitet er Die Fledermaus an der Komischen Oper Berlin, Die Zauberflöte und La Traviata in Wien sowie Die Zauberflöte am Staatstheater am Gärtnerplatz München. 2009 leitete er die gefeierte Neuproduktion von Henzes Ballett Undine in Rostock. Nicholas Milton stand u. a. am Pult des London Philharmonic Orchestra, Konzerthausorchesters Berlin, NDR Radiophilharmonie Hannover, Orchestra della Svizzera Italiana, Staatsorchester Darmstadt, Orchester des Nationaltheaters Mannheim, Bruckner Orchester Linz, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Orchestre Philharmonique de Nice und China National Symphony Orchestra. Ausgebildet im Fach Violine war Nicholas Milton Konzertmeister des Adelaide Symphony Orchestra und Geiger eines der erfolgreichsten Ensembles Australiens, des Macquarie Trios. Er studierte am Musikkonservatorium Sydney, an der Universität Michigan, am Mannes College of Music und an der renommierten Juilliard School of Music die Fächer Violine, Dirigieren, Musiktheorie und Philosophie. Außerdem promovierte er an der City University New York im Fachbereich Musik. Nicholas Milton wurde 2009 in Australien zum Dirigent des Jahres gewählt und gewann einen Preis beim Internationalen Lovro von Matacic Dirigierwettbewerb. 2001 wurde er mit der Australischen  Jahrhundertmedaille für sein gesellschaftliches Engagement und seine Aktivitäten zur Förderung der Musik geehrt.

ANDREAS BAESLER (INSZENIERUNG)
Andreas Baesler absolvierte nach einem Studium der Publizistik und Deutschen Literatur die Regieklasse der Folkwangschule in Essen. Als Regieassistent arbeitete er mit Dieter Dorn an den Münchner Kammerspielen, bevor Engagements am Ulmer Theater, dem Nationaltheater La Monnaie in Brüssel, am Stadttheater Augsburg und an der Oper Frankfurt folgten. Andreas Baesler kann auf 120 Inszenierungen im Musik- wie im Sprechtheater verweisen, darunter eine Reihe von Ur- und Erstaufführungen. Gastinszenierungen führten ihn u. a. an die Hamburgische Staatsoper, an das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, sowie nach Innsbruck, Linz, Luxemburg, Nancy, an die Opera du Rhin in Strasbourg, zur Canadian Opera Company nach Toronto, zum Teatro Lirico National de Cuba in Havanna und zu den Internationalen Musikfestwochen Luzern. Von 1996 bis 1999 war Andreas Baesler Direktionsmitglied am Luzerner Theater, von 2000 bis 2002 Operndirektor am Volkstheater Rostock. Im Rahmen von Gerard Mortiers Ruhr Triennale inszenierte er 2003 die Uraufführung der Oper Die Todesbrücke. Von 2004 bis 2008 war er als Chefregisseur am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen engagiert, wo er insgesamt 13 Opern inszeniert hat.

HERMANN FEUCHTER (BÜHNE)
erhielt seine Ausbildung am Mozarteum in Salzburg. Seit 1983 ist er als freischaffender Bühnenbildner tätig. Er schuf Ausstattungen u. a. für die Oper Frankfurt (Der Barbier von Bagdad), die Staatsoper Berlin (Die Branahl), das Baseler Theater (Un Ballo in Maschera), das Staatstheater Stuttgart (Turandot, Die Liebe zu den drei Qrangen) und das Opernhaus Zürich (Uraufführung von Holligers Schneewittchen). Außerdem entwarf er die Ausstattung für Tristan und Isolde an der Oper Göteborg, L’incoronazione di Poppea an der Hamburgischen Staatsoper 2003 sowie mit Wolfgang Gobbet die szenische Rauminstallation der Uraufführung von Die schöne Wunde von Georg Friedrich Haas bei den Bregenzer Festspielen. 2002 präsentierte er in den Staatlichen Museen Kassel die Ausstellung 1 2 Tische mit eigenen Werken. Weitere Arbeiten für die Bühne entstanden 2005 unter anderem für das Burgtheater Wien (Zu ebener Erde, erster Stock von Johann Nepomuk Nestroy) und das New National Theatre in Tokyo, die Nikkikai Oper (Eine florentinische Tragödie von Alexander Zemlinsky und Gianni Schicchi von Gioachino Rossini) und das Grand Theatre de Geneve (Galilei von Michael Jarrell). Für das Bremer Theater schuf Feuchter das Bühnenbild zu Don Quichotte von Jules Massenet.

CAROLINE DOHMEN(KOSTÜME)
Caroline Dohmen hat als freischaffende Künstlerin und Designerin in Köln gearbeitet, bevor sie 1991 zum Thalia Theater nach Hamburg kam, um dort in einem festen Engagement im Bereich Kostümbild bei Ausstattungsleiter Rolf Glittenberg anzufangen. Danach hat sie als freie Kostümbildnerin u. a. an Häusern wie dem Theater Erfurt, dem Theater der Stadt Heidelberg, dem Staatstheater Kassel, dem Nationaltheater Mannheim, den Städtischen Bühnen Münster, dem Oldenburgischen Staatstheater, dem Volkstheater Rostock sowie am Landestheater Linz gearbeitet. Für die Domfestspiele Bad Gandersheim unter der Intendanz von Georg Immelmann war sie mehrere Jahre für das Kostümbild und die Leitung der Kostümwerkstätten zuständig. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Andreas Baesler, Nicolai Sykosch, Michael Heiks, Janek Starczewski und Barbara Kröger sowie mit  Bühnenbildnern wie Barbara Ehnes, Hermann Feuchter, Harald B. Thor, Andreas Wilkens und Kaspar Zwimpfer zusammen.

DAMON NESTOR PLOUMIS (ALS GAST IN DER TITELROLLE)
Damon Nestor Ploumis erhielt seine Ausbildung am Eton College, der Universität Cambridge (Geschichte). Er studierte Theologie an der Universität von Athen und an der École Biblique Française in Jerusalem sowie Recht an der Universität von East Anglia. Nach seinem Stipendium der Europäischen Gemeinschaft für das Studium bei Costas Pascalis in Athen, schloss Ploumis sein formelles Gesangsstudium in den Vereinigten Staaten, an der Akademie of Vocal Arts in Philadelphia ab. Als Gastkünstler war er in ganz Europa unterwegs und sang u. a. an der Finnischen Nationaloper, der Oper Zürich, der Königlichen Oper Stockholm, der griechischen Nationaloper sowie an zahlreichen weiteren Häusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Zeit in Helsinki fand ihren Höhepunkt in dem Auftritt als Don Profondo in der Produktion des Nobelpreisträgers Dario Fo von Il Viaggio a Reims, welche live in ganz Europa übertragen wurde. Bei siebzehn Produktionen als Bartolo in Il Barbiere de  Siviglia sowie bei zahlreichen Auftritten in allen Rossini Bassrollen, konnte er sich einen Namen als einer der hervorragendsten Rossini Bassbaritone seiner Generation machen. In den letzten 10 Jahren war er ein häufiger Gast am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er u. a. die Titelrolle in Don Pasquale, sowie Il Grand Inquisitore und Baron Zeta spielte. Damon Nestor Ploumis trat u. a. auch als Gast in Häusern, wie dem Stadttheater Münster, dem Salzburger Landestheater, dem Tiroler Landestheater und dem Landestheater Schleswig Holstein auf. Neben seinem Gesangsprogramm gründete und leitet Damon Nestor Ploumis das Lyric-Opera-Studio Weimar welches nun schon in die sechste Saison geht.

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