Remagen, Rolandseck, Aris Argiris – Arienabend – Puccini, Donizetti, Verdi, Liszt, Brahms, IOCO Kritik, 04.06.2018

Juni 5, 2018 by  
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Rolandseck in Remagen © Patrik Klein

Rolandseck in Remagen © Patrik Klein

arp Museum Rolandseck

ARIS ARGIRIS  –  Meisterwerke der Klassik

– Musikalische Reise in die Tiefen der menschlichen Seele –

Von Patrik Klein

Seit 1964 stellt der Bahnhof Rolandseck ein Zentrum des kulturellen Lebens im Rheinland dar. Konzerte und Ausstellungen fanden dort statt und Künstler lebten und arbeiteten im Gebäude des Bahnhofs. Nach dem Tod des Leiters Johannes Wasmuth im Jahre 1997 endete erst einmal das kulturelle Leben im Bahnhof. Am 22. Oktober 2004 wurde der Bahnhof als Arp-Museum Bahnhof Rolandseck wieder eröffnet und am 28. September 2007 durch den Neubau von Richard Meier am Hang oberhalb des Bahnhofs erneuert bzw. erweitert.  Das Museum setzt sich aus dem klassizistischen Bahnhofsgebäude und dem „harmonisch“ in die Natur eingefügten Neubau des amerikanischen Architekten zusammen. Insgesamt besitzt es vier Ausstellungsebenen, die mit wechselnden Präsentationen versehen werden. Das Programm des Drei-Sparten-Hauses umfasst Ausstellungen mit internationaler bildender Kunst, klassischen Konzerten sowie einem sommerlichen Kammermusikfestival mit bekannten Ensembles und Solisten, Künstlergesprächen sowie Lesungen prominenter Autoren. Im Zentrum stehen die Kunst von Hans Arp und von Sophie Taeuber-Arp. In Sonderausstellungen werden im Dialog mit diesen Werken Skulpturen und Malereien zeitgenössischer Künstler gezeigt.

Im Rahmen  eines Abonnementkonzertes der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft e.V. und dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck traten der Bassbariton Aris Argiris und sein Repetitor und Freund Peter Bortfeldt am Klavier auf. Es wurden Werke von Puccini, Verdi, Leoncavallo, Donizetti, Liszt und Brahms gegeben.

Aris Argiris ist an den großen Opernhäusern der Welt zu Hause – Engagements führten ihn an die Semperoper in Dresden, die Staatsopern von Berlin, Hamburg und Stuttgart, das Royal Opera House in London etc. Er brilliert in den großen Bariton-Partien der Opern von Verdi und Puccini als auch in vielen anderen Rollen. Zuletzt debutierte er mit großartigem Erfolg als Wotan in Die Walküre in Chemnitz mit weit über die Region reichenden und überragenden Kritiken.

IOCO Kultur im Netz besuchte die Premiere der Walküre in Chemnitz (link HIER) und führte dort mit Aris Argiris und seiner Frau Lupe Larzabal ein ausführliches Interview, in dem besonders über die wechselseitige Beziehung im dramatischen deutschen und italienischen Fach gesprochen wurde.  Link zum Interview Aris Argiris HIER!  Wagner wie Verdi zu singen, in beiden Fächern unterwegs zu sein, ist Aris Argiris klares und wirkungsvolles Rezept. In dem Konzert in Rolandseck stellte er dies eindrucksvoll unter Beweis.

Peter Bortfeldt konzertiert als Pianist, Dirigent, Kammermusiker und Liedbegleiter, als Gast von Orchestern und Festivals in vier Kontinenten. Er war Studienleiter und Dirigent der Aachener Oper und ist Dozent der Musikhochschule für Musik und Tanz in Köln. Sein besonderes Engagement als Musiker und Lehrer gilt heute dem Liedrepertoire. Zusammen mit dem Tenor Josef Protschka leitet er Meisterkurse „Deutsches Lied“ in China und Deutschland. Mit seiner Frau, der Sopranistin Lisa Graf, gibt er Liederabende in aller Welt.

Die beiden miteinander harmonierenden und bestens aufgelegten Musiker präsentierten mit viel Humor und leidenschaftlichem Engagement die dem Bariton üblicherweise zugewiesenen dunklen und bösen Charaktere in der Opernwelt.

Pianist Peter Bortfeldt und Aris Argiris © Patrik Klein

Pianist Peter Bortfeldt und Aris Argiris © Patrik Klein

Das kurzweilige Programm wurde mit dem Prolog des Tonio von Ruggiero Leoncavallo aus I Pagliacci eröffnet, in dem sich Bühnenhandlung und richtiges Leben vermischen und zum dramatischen Ende der Handlung führen. Hier ließ Aris Argiris zum ersten Mal die enorme Bandbreite seiner dunkel gefärbten und fein geführten Stimme anklingen.  Den dramaturgisch noch recht harmlosen Beginn ergänzte der Pianist Peter Bortfeldt mit einem Piano Solo desselben Komponisten, der Canzonetta „À Ninon“, die er sehr gefühlvoll und mit hoher solistischen Virtuosität darbot.

Immer noch charakterlich verhalten folgte Gaetano Donizettis Arie des Dulcamara  „Udite o rustici“ aus Elisir d’amore als Debut des Baritons, der in dieser Oper bislang den Belcore gab. Der Herr „Süßbitter“, den man heutzutage als guten Verkäufer der Pharmaindustrie und Werbefachmann bezeichnen könnte, wickelte das Publikum mit fein dosierter Stimmführung  und am Ende mit kontrolliertem hohen Schlusston förmlich um die Finger. Das Publikum hätte ihm alles abgekauft.

 Pianist Peter Bortfeldt und Aris Argiris © Patrik Klein

Pianist Peter Bortfeldt und Aris Argiris © Patrik Klein

Mit der Arie des Enrico „Cruda, funesta smania“ aus Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor wurde es finsterer. Aus der düsteren und depressiven Umgebung in Schottland, in dem dieses Drama um „Romeo und Julia“ angesiedelt ist, versuchte er stimmlich bestens disponiert und in vollendeter Harmonie mit dem Pianisten, seine finanziellen Probleme zu lösen. Donizettis erster großer Erfolg mit dieser tragischen Oper hatte Franz Liszt dazu inspiriert, über das enthaltene bekannte Sextett eine „Reminiscences de Lucia di Lammermoor“ zu komponieren. Peter Bortfeldt gestaltete das pianistische Gemälde mit großer Farbenvielfalt und dramatischem Gespür.

In der Anmoderation von Peter Bortfeldt zum Ende des ersten Teils hatte man sich mit dem Klavier als „armen Substrat“ des Orchesters zufrieden zu geben und den fehlenden Chor, die Kanonenschüsse und die Kirchenglocken dazu zu denken. Das fiel nicht schwer, denn Aris Argiris sang aus Puccinis Tosca das Te Deum und charakterisierte den typischen „Me too-Fall“ des 19. Jahrhunderts Scarpia, der mit seinem machtbesessenen fundamentalistischem Charakter ganz nahe an dem des Jago aus Otello liegt, mit einer stimmlichen Präsenz und Farbenfülle, dass man fasst benommen in die Pause ging.

 Aris Argiris zum Liebestrank © Patrik Klein

Aris Argiris zum Liebestrank © Patrik Klein

In der Arie „Nulla, silenzio!“ des Michele aus Il Tabarro von Giacomo Puccini folgt ein weiterer böser Charakter, der eigentlich gar keiner ist, weil er verzweifelt, verliebt und eifersüchtig seiner Liebe hinterher eilt. Die tragische Figur des Michele ist besessen von seiner angebeteten unglücklichen Liebe, die in ihrem Tod und dem ihres Geliebten endet. Mit kontrollierter und vollkommener Technik zeichnete Aris Argiris hier ein besonders gelungenes genaues Abbild des Seelenzustands und Charakters der Figur.

Das wahre Böse steckt wohl unumstritten in der Figur des Jago aus Giuseppe Verdis Otello. Man hätte diese Oper eigentlich nach diesem Bösewicht benennen können, denn er ist der Gott verspottende Strippenzieher mit der Triebfeder aus Spaß. Wie das mit dem Bösen sein muss, so kommt er am Ende sogar davon und niemand weiß genau wohin. Das Credo in un dio crudel gelingt Aris Argiris besonders dunkel, virtuos und mit traumwandlerischer Sicherheit in perfekter Harmonie mit seinem Begleiter am Klavier.

Man durfte nun durchatmen mit  Johannes Brahms Ballade Edward, op. 10 Nr. 1, bei der man sich zunächst fragt, wie diese zu den italienischen Bösewichten passt. Sie erzählt jedoch auch aus düsterer, schottischen Umgebung von rituellen Taten, blutrot gefärbten Schwertern, Buße und Flüchen aus der Hölle. Peter Bortfeldt spielte sie mit farbenfroher Präsenz. Da er keine Abstimmung mit seinem Partner mehr zu finden hatte, konnte er auch hier seinen solistischen Fähigkeiten virtuos freien Lauf lassen.

 Als Ausnahme im Reigen der bösen Charaktere darf man den Posa in Giuseppe Verdis Don Carlos betrachten. Posa opfert sich scheinbar gerne im Rahmen seiner brüderlichen Freundschaft zu Don Carlos in seinen letzten Worten „O Carlo ascolta… Io morrò“. Ganz besonders feinfühlend und sparsam dosierte der Bariton die liebevollen Momente sowie kräftig aufbrausend die Leidenschaft und das nahende Ende seines Todes.

Aris Argiris bereits vielfach gesungene Paraderolle dürfte der Rigoletto in Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper sein. Eigentlich ist er nicht böse, eher ein dunkler Typ, Narr, Vater, der vom Schicksal getroffen durch den Verlust seiner Tochter zu allen Mitteln greift, um sie zu finden und zurückzubekommen. In der Arie „Cortigiani, vil razza dannato“ versucht er verzweifelt und unterwürfig mit allen Facetten seines Charakters zum Erfolg zu kommen. Dürften es die Zuhörer entscheiden, so hätte man ihm seine Tochter sofort zurückgegeben. Im Anschluss noch einmal Peter Bortfeldt mit der dazu passenden Rigoletto-Paraphrase von Franz Liszt.

Aris Argiris © Patrik Klein

Aris Argiris © Patrik Klein

Zum Ende des Programms folgte Giuseppe Verdis Arie des Ford aus Falstaff: „E sogno o realtà L‘onore! Ladri!“. Ist Falstaff lustig? Böse ist er jedenfalls nicht. Eher ein dicker, alter Alkoholiker, der sich hoffnungslos überschätzt. Hätten die an der Oper beteiligten Protagonisten miteinander geredet, so wäre auch hier fast nichts passiert. Daher nimmt das Drama stattdessen seinen Lauf und führt dazu, dass man Falstaff die Hörner auf den Kopf setzt. Aris Argiris singt die Arie des rachesuchenden Kontrahenten Ford mit allem Können seiner prachtvollen Stimme und verzaubert sein Publikum, das ihm und seinem Begleiter mit Bravostürmen dankt.

Die beiden Künstler revanchierten sich beim begeisterten Publikum mit zwei Cantonetten (Ideale und L `Ultima Canzone) von Francesco Paolo Tosti.

—| IOCO Kritik Rolandseck Remagen |—

Bremen, Die Glocke, Spielplan Die Glocke September 2014

August 29, 2014 by  
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Die Glocke Bremen

Die Glocke Bremen © Mark Bollhorst

Die Glocke Bremen © Mark Bollhorst

Die Glocke, Bremen  –   Spielplan September 2014

Dienstag 02.09.2014,   20.00 Uhr Großer Saal

25. Musikfest Bremen 2014 – »Präsent aus Istanbul«
Maurice Ravel: Le Tombeau de Couperin, Klavierkonzert G-Dur
Fazil Say: »Ballade of Gezi-Park« (Uraufführung)
Igor Strawinsky: »L’oiseau de feu«, Suite von 1919

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Marianne Crebassa, Mezzosopran, Fazil Say, Klavier, Kristjan Järvi, Dirigent

Donnerstag 04.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal

25. Musikfest Bremen 2014 – »Combattimento – Ein Fest für Monteverdi«
Claudio Monteverdi: »Il combattimento di Tancredi e Clorinda« und ausgewählte Arien und Duette aus »L’incoronazione di Poppea«, »Scherzi musicali«, »Settimo libro di madrigali« u. a..  Le Concert d’Astrée,  Rolando Villazón, Tenor,  Lenneke Ruiten, Sopran, Emiliano Gonzalez Toro, Tenor,  Emmanuelle Haïm, Leitung

Sonntag 07.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal
25. Musikfest Bremen 2014 – »Mahlers Neunte«
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 D-Dur,  Bremer Philharmoniker,  Markus Poschner, Dirigent

Dienstag 09.09.2014, 20.00 Uhr Großer Saal
5. Musikfest Bremen 2014 – »Les Vents Français«
André Caplet: Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier
Madeleine Dring: Trio für Flöte, Oboe und Klavier
Nikolai Rimsky-Korsakov: Quintett für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier
Francis Poulenc: Trio für Klavier, Oboe und Fagott
Darius Milhaud: Quartett für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier
Ludwig Thuille: Sextett für Klavier und Blasinstrumente

Les Vents Français: Emmanuel Pahud, Flöte, François Leleux, Oboe
Paul Meyer, Klarinette, Gilbert Audin, Fagott
Radovan Vlatkovi, Horn,  Éric Le Sage, Klavier

Die Glocke Bremen / Blick von der Buehne © Mark Bollhorst

Die Glocke Bremen / Blick von der Buehne © Mark Bollhorst

Donnerstag 11.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal
25. Musikfest Bremen 2014 – »Ein Abend mit Johann Wolfgang von Goethe«
Texte von Johann Wolfgang von Goethe und Vertonungen von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Edvard Grieg, Hugo Wolf, Franz Liszt, Othmar Schoeck, Carl Loewe und Michael Gees

Christoph Prégardien, Tenor, Udo Samel, Rezitation, Michael Gees, Klavier

Samstag 13.09.2014 19.30 Uhr
Sonntag 14.09.2014 15.30 und 19.30 Uhr Großer Saal
musica viva Festliches Eröffnungskonzert

Iris Kupke, Sopran, Adam Kim, Bariton
sowei weitere Solisten aus renommierten Opernhäusern
musica viva Chor & Orchester, Nicolas Hrudnik, Dirigent

Montag 15.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal
25. Musikfest Bremen 2014 – »L’Amour – French Arias«
Arien von Gioacchino Rossini, Georges Bizet, Hector Berlioz, Francesco Paolo Tosti, Léo Delibes, Jules Massenet, Charles Gounod und Jacques Offenbach

Juan Diego Flórez, Tenor, Vincenzo Scalera, Klavier

Donnerstag 18.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal
25. Musikfest Bremen 2014 – »King Arthur«
Henry Purcell: »King Arthur« (konzertant)

B’Rock – Belgian Baroque Orchestra Ghent, Grace Davidson, Sopran
Claron McFadden, Sopran, Clint van der Linde, Countertenor
Jason Darnell, Tenor, Konstantin Wolff, Bass-Bariton
Cappella Amsterdam, Daniel Reuss, Chorleitung & Einstudierung
George Petrou, Dirigent

Samstag 20.09.2014 20.00 Uhr Großer Saal
25. Musikfest Bremen 2014 – »25 Jahre Musikfest Bremen – Finale«
Felix Mendelssohn Bartholdy: Ouvertüre »Ein Sommernachtstraum« E-Dur op. 21, Violinkonzert e-Moll op. 64, Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 (»Italienische«)

Mahler Chamber Orchestra, Renaud Capuçon, Violine,  Daniele Gatti, Dirigent

Dienstag 23.09.2014 19.30 Uhr Kleiner Saal
3. Weser-Kurier Wissensforum,  Vortragsreihe:  Walter Kohl »Leben oder gelebt werden?!«

Donnerstag 25.09.2014 18.00 Uhr Kleiner Saal
Russisches Kindertheater
»Wolf und Hase gehen zur Schule«

Freitag 26.09.2014 11.00 Uhr Kleiner Saal
13.30 Uhr Foyer 15.00 Uhr Kleiner Saal
Akademische Feier der Hochschule Bremen – Masterstudiengänge 2014

Samstag 27.09.2014 10-16.00 Uhr Foyer
Schallplatten- und CD-Börse

Samstag 27.09.2014 14.00 Uhr Foyer
GLOCKE Backstage
Besucherführung:  Die Glocke – Hinter den Kulissen, das Glocke-Team

Sonntag 28.09.2014 15.30 Uhr Kleiner Saal
Bremer Kaffeehaus-Orchester
Herbstkonzert
Klassik, Swing und vieles mehr – Kaffeehausmusik des 21. Jahrhunderts

Klaus Fischer: Flöte, Piccolo, Klarinette, Saxophon,  Constantin Dorsch: Violine
Gero John: Cello, Anselm Hauke: Kontrabass, Johann Grundhoff: Violine

Sonntag 28.09.2014 19.00 Uhr Großer Saal
Axel Prahl und sein Inselorchester:  »Blick aufs Mehr« – Live 2014

—| Pressemeldung Die Glocke |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Liederabend II, 18.11.2013

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin KaufholdHessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Liederabend II. Italienische Nacht

Montag, 18. November | 19.30 Uhr | Foyer
 
Liederabend II 
Italienische Nacht
Liedraritäten von Giuseppe Verdi und Francesco Paolo Tosti
 
Felipe Rojas Velozo und Brett Carter singen Werke von Giuseppe Verdi, Paolo Tosti und Luigi Denza
 
Im zweiten Liederabend entführen wir Sie in das Land, in dem die Zitronen blühn! Auf dem Programm stehen italienische Lieder von Giuseppe Verdi, den Sie in seinen selten aufgeführten Composizioni di camera einmal von einer ganz neuen Seite kennenlernen können, von Francesco Paolo Tosti, der neben seiner kompositorischen Arbeit auch als Sänger und Pianist tätig war, und von Luigi Denza, der mit „Funiculì, Funiculà“ einen Gassenhauer schrieb, der bis heute nichts an Popularität verloren hat. Sein Kollege Tosti, ein enger Freund Enrico Carusos, war im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ebenso populärer Künstler, dem unter anderem die neapolitanische Volksmusik viele klassisch gewordene Lieder verdankt. Viele große Sängerinnen und Sänger haben alle irgendwann einmal Lieder von Tosti gesungen – und sind immer wieder zu ihm zurückgekehrt.
 
Es singen der chilenische Tenor Felipe Rojas Velozo und der australische Bariton Brett Carter, die beide bereits in zahlreichen Opernpartien in Wiesbaden zu erleben waren. Felipe Rojas Velozo, der schon Ensemblemitglied an der Stuttgarter Staatsoper, am Nationaltheater Mannheim und an der Deutschen Oper Berlin war, gehört seit der Spielzeit 2009/2010 zum Ensemble des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, wo er unter anderem als Rodolfo in Luisa Miller zu sehen war, als Gabriele Adorno in Simon Boccanegra, als Ernesto in Don Pasquale, als Rodolfo in La Bohème sowie als Edgardo in Lucia di Lammermoor. Gastspiele führten Rojas Velozo nach Tel Aviv, Rom, Innsbruck, Graz, Budapest, Dresden, Amsterdam und San Francisco, an die Volksoper Wien, die Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie zum Opernfestival in Savonlinna. Brett Carter wurde nach dem Absolvieren seines deutsch-australischen Opernstipendiums fest an das Hessische Staatstheater in Wiesbaden verpflichtet. Zu seinen hier gesungenen Partien zählen Papageno, Guglielmo und Masetto, Schaunard, Falke, Baron Douphol, Ramiro (L’Heure espagnole), Freddy (My Fair Lady), Figaro (Der Barbier von Sevilla), Doktor Malatesta (Don Pasquale) und Harlekin (Ariadne auf Naxos). Daneben debütierte Brett Carter 2008/09 in der Produktion der Jungen Oper von Mozarts Zaïde an der Staatsoper Stuttgart und 2010/11 in der Neuinszenierung von Pizzettis Murder in the Cathedral an der Oper Frankfurt. Diese Spielzeit ist er in Wiesbaden unter anderem als Leander in Die Liebe zu den drei Orangen, als Mercurio in La Calisto, als Bill in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny sowie als Schaunard und Papageno zu erleben.
 
Begleitet werden die beiden Sänger von der russischen Pianistin Julia Palmova, die ihre Tätigkeit am Theater mit einer intensiven Konzerttätigkeit als Liedbegleiterin und Kammermusikerin mit Solisten des Michailovsky- und Mariinsky-Theaters in Russland und ganz Europa verbunden hat. Als Liedbegleiterin wurde Julia Palmova mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Zuletzt gab sie gemeinsam mit Luciano Batini? Liederabende in Zagreb, die mit einer Studioaufnahme verbunden waren. Mit Merit Ostermann gab sie diesen Sommer einen Liederabend beim Kunst- und Musikfestival „Gegen den Strom“ in Bad Ems.
 
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde des Staatstheaters e.V.
 

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, NEUES im NOVEMBER 2013

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

NEUES im NOVEMBER am STAATSTHEATER WIESBADEN 

 
Der November am Staatstheater Wiesbaden bietet ein buntes Programm mit vier Premieren, Konzerten und vielen Extras aus unterschiedlichen Sparten des Hauses. Besonders freuen wir uns auf die Premiere des Familienstücks zur Weihnachtszeit 1001 Nacht am Sonntag, 10. November, das große und kleine Theaterbesucher in eine zauberhafte Welt eintauchen lässt: ein orientalisches (Weihnachts-)Fest für Auge und Ohr.
 
Prokofjews Oper Die Liebe zu den drei Orangen, die am Samstag 30. November Premiere feiert, entführt ebenfalls in eine phantastisch-groteske Märchenwelt mit einer Musik voll Witz, Ironie und tonmalerischer Elemente. Die Liebe zu den drei Orangen handelt von einem depressiven Prinzen, der von der Zauberin Fata Morgana verwünscht fortan in drei Orangen verliebt ist – eine abenteuerliche Suche beginnt. Ansgar Weigner inszeniert Prokofjews Oper, die  musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Zsolt Hamar.
 
Regisseurin und Bühnenbildnerin Ricarda Beilharz setzt sich in Die Marquise von O… mit einer weiteren starken Frau der deutschen Dramatik auseinander. Die Marquise von O… sucht per Zeitungsannonce den Vater des Kindes, das in ihr heranwächst. Kleists Novelle über die Tragödie einer Liebe, die mit einem Verbrechen beginnt, feiert am Samstag, 9. November in der Wartburg Premiere. 
 
In Zeiten labiler Wertesysteme haben Gerüchte, Denunziationen und Hetzkampagnen leichtes Spiel. Dies zeigt eindrücklich Arthur Millers Stück Hexenjagd, das am Samstag, 23. November in einer Inszenierung von Konstanze Lauterbach Premiere feiert. 
 
Werke von Debussy und Hindemith spielt das Wiesbadener Sinfonieorchester mit Ursula Holliger an der Harfe und unter Dirigent Heinz Holliger beim 3. Sinfoniekonzert am Mittwoch, 6. November. Noch einmal Prokofjew, diesmal für Kinder, ist bei dem musikalischen Märchenklassiker Peter und der Wolf am Samstag, 9. November und Sonntag, 10. November zu hören. Und ganz besondere Klänge sind am Sonntag, 24. November bei dem Konzert Romantisch? Antiromantisch? der musik-theater-werkstatt zu hören.
 
Das jugend-club-theater sucht am Samstag, 23. November und Sonntag, 24. November im Casting junge Künstler. 
 
 
Am Mittwoch, 6. November und Donnerstag, 7. November taucht das Theater im Rahmen der ETC-Week (European Theatre Convention) mit einem Faust-Spezial in digitale Welten ein: Eine Diskussionsrunde zu Faust I und Faustin and out/ Der Tragödie zweiter Teil mit Regisseur Tilman Gersch und Mitwirkenden wird per Livestream übertragen.
 
 
………………..
 
PREMIEREN
 
 
MUSIKTHEATER
 
Die Liebe zu den drei Orangen
Oper in vier Akten und zehn Bildern mit einem Prolog von Sergej Prokofjew
Libretto vom Komponisten nach dem Divertissement ‚Ljubow k trjom apelsinam‘ von Karl Theodor Kasimir Meyerhold und Wladimir Nikolajewitsch Solowjow
Musikalische Leitung Zsolt Hamar
Inszenierung Ansgar Weigner
Samstag, 30. November I 19.30 Uhr I Großes Haus
 
 
SCHAUSPIEL
 
Die Marquise von O…
Nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Inszenierung und Bühne Ricarda Beilharz
Samstag, 9. November I 20.00 Uhr I Wartburg
 
 
Hexenjagd
Schauspiel von Arthur Miller
Inszenierung Konstanze Lauterbach
Samstag, 23. November I 19.30 Uhr I Kleines Haus
 
 
JUNGES STAATSTHEATER
 
1001 Nacht 5+
Inszenierung Oliver Wronka
Sonntag, 10. November I 13.00 Uhr I Großes Haus
 
 
KONZERTE UND MEHR
 
3. Sinfoniekonzert
Profane et sacré
Werke von Ravel, Lutos?awski, Debussy und Hindemith
Harfe Ursula Holliger
Dirigent Heinz Holliger
Mittwoch, 6. November I 20.00 Uhr I Kurhaus, Friedrich-von-Thiersch-Saal 
Einführung um 19.00 Uhr im Dostojewskisaal 
 
Peter und der Wolf 4+
Musikalisches Märchen für Erzähler und Kammerensemble von Sergej Prokofjew
Samstag, 9. November I 15.00 Uhr und 17.00 Uhr I Studio
Sonntag, 10. November I 15.00 Uhr und 17.00 Uhr I Studio
 
3. Kammerkonzert
Werke von Arnold Bax, Claude Debussy und Maurice Ravel 
Samstag, 9. November I 15.00 Uhr I Foyer 
 
 
Liederabend II 
Italienische Nacht
Liedraritäten von Giuseppe Verdi und Francesco Paolo Tosti
Montag, 18. November I 19.30 Uhr I Foyer
 
 
MUSIK-THEATER-WERKSTATT
 
Romantisch? Antiromantisch?
Ein Konzert der Kammermusik- und Kompostionsklasse Kühnl (Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt a.M.)
Sonntag, 24. November I 15.00 Uhr I Foyer
 
 
JUGEND-CLUB-THEATER
 
Infoabend zum Casting
Montag, 11. November I 19.00 Uhr
 
Casting des jungend-club-theater 
Samstag, 23. November I ab 14.00 Uhr I Treffpunkt Bühneneingang
Sonntag, 24. November I ab 15.00 Uhr I Treffpunkt Bühneneingang
 
 
EXTRAS
 
Junge Künstler stellen sich vor
Eine Veranstaltung der Kulturvereinigung 
Volksbühne Wiesbaden e.V.
Montag, 4. November I 19.30 Uhr I Foyer
 
 
FAUST SPEZIAL: 
 
Faust. Der Tragödie erster Teil
19.00 Uhr Einführung im Foyer
Mittwoch, 6. November I 19.30 Uhr I Großes Haus
 
FaustIn and out/ Der Tragödie zweiter Teil
22.30 Uhr Publikumsgespräch zu beiden Inszenierungen mit Livestream und Onlinediskussion
Donnerstag, 7. November I 19.30 Uhr Kleines Haus
 
Blick hinter die Kulissen
Eine Theaterführung rund um die Oper
Mittwoch, 13. November I 18.00 Uhr I Treffpunkt Bühneneingang
 
tanzXtra
Öffentliche Probe zur Wiederaufnahme
Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee 
Donnerstag, 14. November I 19.00-20.15 Uhr I Großer Ballettsaal
 
Für Garderobe keine Haftung 
spielt: Die Impro-Show
Sonntag, 17. November I 20.00 Uhr I  Wartburg
 
 
Studio Meins
Avantgarde im Rückspiegel
Mit Torsten Knoll und Benjamin Hübner
Samstag, 23. November I 20.30 Uhr I Studio
 
Opernforum
Zu Die Liebe zu den drei Orangen 
Sonntag, 24. November I 11 Uhr I Foyer
 
Blick hinter die Kulissen
Eine Theaterführung rund ums Schauspiel
Mittwoch, 27. November I 18.00 Uhr I Treffpunkt Bühneneingang
 
 
JUGENDREFERAT
 
Kids on Stage
Wochenendworkshop
Samstag, 2. November I 14.30 Uhr – 18.00 Uhr
Sonntag, 3. November I 10.00 – 16.00 Uhr
Workshop mobil
Freitag, 8. November I 15.00-18.00 Uhr
Samstag, 9. November I 10.00-15.00 Uhr
 
Spürnasenclub
Mittwoch, 20. November I 16.30-18.00 Uhr I Treffpunkt Bühneneingang
 
Erste Schritte
Samstag, 23. November I 15.00-18.00 Uhr 
Sonntag, 24. November I 10.00-13.00 Uhr
 

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