Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Corona-Videoprojekt – live, Mai 2020

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Corona-Videoprojekt der Hildesheimer TfN-Philharmonie

Die Philharmonie des Theater für Niedersachsen hat sich der Herausforderung gestellt und als wohl erstes Orchester wieder vollständig zusammen gespielt. Nicht virtuell, sondern mit vorgeschriebenem Mindestabstand. Das dabei entstandene Video ist sowohl in den sozialen Netzwerken als auch auf der TfN-Homepage zu sehen.

Am 27. April 2020 hat die VBG, die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, als für alle Bühnen zuständige Berufsgenossenschaft, gesetzliche Regeln bekanntgegeben, wie ein Orchesterspiel in Corona-Zeiten möglich sein kann. Diese Regeln machten es aber leider wegen der riesigen Abstände gleichzeitig quasi unmöglich.

 

Auf Abstand mit Beethoven – ein Orchester in Corona-Zeiten
youtube Trailer Theater für Niedersachsen
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Abenteuerliche 12m galt es für Bläser in Blasrichtung einzuhalten, weitere 3m in alle anderen Richtungen. Für Streicher blieb es bei den mittlerweile gewohnten 1,5m, dennoch mussten 20qm pro Person ermöglicht werden. Nach mehreren Wochen im Homeoffice haben die Musikerinnen und Musiker der TfN-Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ziemen das Experiment gewagt und sich am 6. Mai unter Einhaltung der geltenden Auflagen zur Probe getroffen. Alle Vorgaben und Standards wurden bestmöglich eingehalten, die Herausforderung des Zusammenspiels unter diesen Bedingungen war enorm. Herausgekommen ist ein Video mit dem Allegretto aus der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. „Es ist ein Gruß aus dem Theater für Niedersachsen an das Publikum und alle Musikfreunde, die so sehr vermisst werden“, sagt Generalmusikdirektor Florian Ziemen. „Damit dürfte die TfN-Philharmonie das erste Orchester in Deutschland sein, das seit dem Lockdown wieder live zusammen musiziert hat.“

Aufgrund neuer Erkenntnisse sind diese ersten Sicherheitsregeln allerdings schon wieder überarbeitet und dabei die als notwendig erachteten Abstände deutlich reduziert worden.

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Croesus – Reinhard Keiser, 14.03.2020

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

DER HOCHMÜTIGE, GESTÜRZTE UND WIEDER ERHABENE CROESUS

Barock-Oper von Reinhard Keiser (1674 – 1739), Libretto Lucas von Bostel

Premiere 14. März, 19 Uhr

nach dem großen Erfolg ihrer Inszenierung von Telemanns Orpheus kehrt Barockspezialistin Sigrid T´Hooft in dieser Spielzeit mit Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus von Reinhard Keiser an das Theater für Niedersachsen zurück. Über Jahrzehnte prägten Keisers Opern den Spielplan der berühmten Hamburger Oper am Gänsemarkt, dabei galt es an dieser ersten deutschen Bürgeroper nicht nur die Wünsche des breiten, zahlenden Publikums zu befriedigen, die Werke mussten auch dem verfeinerten Geschmack der großbürgerlichen und adeligen Oberschicht der Hansestadt gerecht werden.

INHALT:  Der lydische König Croesus prahlt hemmungslos mit seinem Reichtum und schlägt die Warnung des Weisen Solon vor der Vergänglichkeit des Besitzes und des Ruhms in den Wind. Als der Perserkönig Cyrus Lydien bedroht, zieht Croesus mit seinem Sohn Atis, der die Prinzessin Elmira liebt, in den Krieg und wird gefangen genommen, während in der Heimat ein Umsturz droht. Jetzt, wo alles verloren scheint, ist es an Atis, für Heimat, Vater und seine Geliebte zu kämpfen. Im Angesicht des Todes bereut Croesus seinen Hochmut und wird gerettet.

So entstand eine skurrile und lustvolle Verquickung volkstümlicher, sogar plattdeutsch „schnackender“ Charaktere mit der heroischen Geschichte um den zum Sprichwort gewordenen König Croesus und einer im besten barocken Sinne verwickelten Liebesgeschichte. Die musikalische Leitung übernimmt GMD und Operndirektor Florian Ziemen.

Premiere am 14. März, 19 Uhr, 

Musikalische Leitung Florian Ziemen, Inszenierung und Choreografie Sigrid T’Hooft
Bühnenbild Anja Lichtenegger nach einem Entwurf von Anna Kjellsdotter, Kostüme Anna Kjellsdotter, Chor Achim Falkenhausen, Dramaturgie Susanne von Tobien

Mit Albrecht Pöhl (Croesus), Julian Rohde (Atis), Meike Hartmann (Elmira), Neele Kramer (Halimacus), Jan Kristof Schliep (Elcius), Steffi Fischer/ Kathelijne Wagner (Nerillus), Katharina Schutza (Trigesta), Levente György (Cyrus), Rebecca Davis (Clerida), Peter Kubik/ Jesper Mikkelsen (Orsanes), Chun Ding (Eliates), Uwe Tobias Hieronimi (Solon), Sebastian Maclaine (Hauptmann), Chor des TfN, Orchester des TfN

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Tristan und Isolde – Richard Wagner, 19.11.2019

November 18, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater für Niedersachsen

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Tristan und Isolde  –   Richard Wagner

  – IM TODE MEIN – 

Von Randi Dohrin

“Dieser Tristan wird was Furchtbares.“…, schrieb Wagner 1858 an seine Muse Mathilde Wesendonck von der er sich verstanden fühlte in seinem künstlerischen Schaffen.

Mit seiner Gattungsbezeichnung „Eine Handlung in 3 Aufzügen“, wie sie Wagner dem Erstdruck der Partitur und dem Klavierauszug hinzufügte, setzte er mit dieser Oper Mathilde Wesendonck ein musikalisch literarisches Denkmal unerreichten Ausdrucks. Die Oper wurde zu einem Höhepunkt romantischer Musik, in der er seine genauen Klangvorstellungen umsetzte.

Die umjubelte Uraufführung dieses Werkes fand am 10. Juni 1865 im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München unter der Leitung von Hans von Bülow statt und wäre ohne die großzügige Unterstützung von König Ludwig II von Bayern nicht möglich gewesen, denn trotz der großen Erfolge und Hilfe seiner Freunde gelang es Wagner nicht, sein Leben wirtschaftlich abzusichern.

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier :  Ensemble © T.Behind-Photographics

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde – hier : Ensemble © T.Behind-Photographics

Im Jahre 1857 unterbricht Wagner die Komposition des Siegfried und wendet sich während seines Züricher Asyls (1849 – 1858) ganz seiner Oper Tristan und Isolde zu. Entsprechend seiner Biographie, überträgt Wagner die leidenschaftliche, aber nicht erfüllbare, Liebe zwischen ihm und Mathilde Wesendonck auf die Hauptgestalten seines Musikdramas, Tristan und Isolde.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Hildesheimer Theaters öffnete sich – nach umfangreichem Umbau – der Vorhang für Wagners Tristan und Isolde. Dieses monumentale Meisterwerk zur festlichen Wiedereröffnung auf die Bühne zu bringen, offenbarte wieder einmal eindrucksvoll die Stärke des Theaters für Niedersachsen in Hildesheim

Voller atmosphärischer Spannung, Dynamik und Dramatik breitete das Orchester unter der musikalischen Leitung von Operndirektor Florian Ziemen, einen farbenprächtigen Klangteppich und Spannungsbogen bis zur letzten Minute aus.

Durchsichtig, fließend gelang den hervorragend spielenden Musikern packend die Gestaltung, auch in den zuhauf vorkommenden, glanzvollen Soli der verschiedenen Instrumentengruppen. Gefühlstief und berührend erklang das lange Englischhorn-Solo im 3. Aufzug.

In den Vorspielen des 1. und 2. Aufzuges verdeutlichte das Orchester im ruhigen und langsamen Tempo das sehnsuchtsvolle Liebesverlangen von Tristan und Isolde, deren Erfüllung sie nur im gemeinsamen Tode zu finden glauben, da die gesellschaftlichen Bedingungen auf Erden ihre Liebe nicht zulassen.

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier :  Julia Borchert als Isolde, Neele Kramer als Brangäne © T.Behind-Photographics

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde – hier : Julia Borchert als Isolde, Neele Kramer als Brangäne © T.Behind-Photographics

Das Schicksal von Tristan und Isolde fand vor allem in der Musik des fantastisch aufspielenden Orchesters in Originalbesetzung statt (trotz erforderlicher Teilabdeckung des Grabens).  Chapeau!

Besessen vom Rachegedanken „Tod für Tristan“, gestaltete Julia Borchert überzeugend den äußerst schwierigen Part der Isolde, die von Liebestränken so gar nichts wissen will und Tristan, glaubwürdig gespielt und gesungen von Hugo Mallet, den vermeintlichen Todestrank überreicht. Brangäne, die Vertraute Isoldes, stimmlich überragend und glänzend besetzt durch Neele Kramer, vertauschte den Todestrank jedoch in einen Liebestrank.

Der Hass Isoldes verwandelt sich in vorhandener, aber noch nicht eingestandener Liebe und somit entreißt sie Tristan den Sühnetrank sofort wieder, um ihn selbst zu trinken. Im Angesicht des vermuteten Todes gestehen sich beide ihre Liebe ein und sind davon überzeugt, nur im Jenseits zusammenkommen zu können.

Unter der weitgehend Libretto treuen Inszenierung von Tobias Heyder und adäquat gelungenen Bühnen- und Kostümausstattung von Pascal Seibicke, gelang die Premiere im Theater für Niedersachen berückend ausdrucksstark  voller Leiden, Leidenschaft, Liebe und Schmerz, Verzweiflung, Sehnsucht, Todessehnsucht und Tod.

Weshalb Tobias Heyder im 3. Aufzug Isolde, neben dem verstorbenen Tristan, im Stehen sterben lässt, vermag sich mir allerding partout nicht zu erschließen.

Unverkennbar bewährt setzte Uwe Tobias Hieronimi seinen sonoren Bass in der Rolle des König Marke ein, während Levente György als Kurwenal und   helfender Diener des Tristan, seinen recht hohen Baritonpart mit Bravour meisterte.

Gut besetzt waren auch der intrigante Melot mit Roman Tsotsalas und dem temperamentvollen Julian Rohde als Hirte. Neben dem gut disponierten, voluminös erklingenden Herrenchor, Einstudierung Achim Falkenhausen, boten Chun Ding als junger Seemann und Jesper Mikkelsen als Steuermann, ausgezeichnete stimmliche und darstellerische Leistungen.

Das beeindruckte Publikum bedankte sich mit Bravorufen, stehenden Ovationen  und langem anerkennenden Applaus für alle Mitwirkenden auf, unter und hinter der Bühne im noch recht ungewohnten, neuen Ambiente des Theaters für Niedersachsen in Hildesheim.

—| IOCO Kritik Theater für Niedersachsen |—

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Tristan und Isolde – Richard Wagner, 16.11.2019

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Tristan und Isolde –  Richard Wagner

Wagners Meisterwerk erstmals in Hildesheim

zur feierlichen Wiedereröffnung des Stadttheaters nach der Sanierung ist ab dem 16. November 2019 erstmals Wagners grandioses Musiktheaterwerk Tristan und Isolde in Hildesheim zu sehen. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor und Operndirektor Florian Ziemen, Regie führt Tobias Heyder. Erste Einblicke in die Inszenierung gibt es bereits bei der Matinee am 10. November in der Musikschule Hildesheim.

Knapp fünf Monate war das Stadttheater Hildesheim für den Umbau des Großen Hauses geschlossen. In dieser Zeit wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Zuschauerraum durchgeführt. Dazu gehört neben der Installation einer neuen Klimatechnik und Schallsegeln, die die Akustik verbessern, auch die Erneuerung der Theaterbestuhlung.

Zur feierlichen Wiedereröffnung bringt das Theater für Niedersachsen am 16. November Richard Wagners grandioses Musiktheaterwerk Tristan und Isolde erstmals in der über 100-jährigen Geschichte des Hildesheimer Theaters auf die Bühne. Das monumentale, rauschhafte Stück ist ein Meilenstein der Musik- und Operngeschichte und stellt an Sänger und Orchester höchste Anforderungen. GMD und Operndirektor Florian Ziemen dirigiert, Regisseur Tobias Heyder setzt die obsessive, alles überwindende, todessehnsüchtige Liebe von Tristan und Isolde in Szene, für die Ausstattung zeichnet Pascal Seibicke verantwortlich. In der Partie des Tristan ist der in London geborene Tenor Hugo Mallet zu erleben, Isolde wird verkörpert durch Julia Borchert. Beide geben damit ihr Rollendebüt.

Im Rahmen der Reihe „Innen Stadt Theater“ findet am 10. November, 11.15 Uhr, die Matinee zu Tristan und Isolde in der Musikschule Hildesheim statt, moderiert von Musiktheaterdramaturgin Susanne von Tobien. Kostenfreie Eintrittskarten sind im TfN-ServiceCenter erhältlich.

—| Pressemeldung Theater für Niedersachsen |—

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