Cottbus, Staatstheater Cottbus, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, IOCO Kritk

Mai 20, 2019 by  
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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Der fliegende Holländer – Richard Wagner

– Die Meistersinger mutieren zum formidablen Fliegenden Holländer –

von Thomas Kunzmann

Eigentlich sollten 2019 am Staatstheater Cottbus, nach längerer Wagner-Pause, Die Meistersinger von Nürnberg Premiere feiern, Regie Martin Schüler. Doch die Inszenierung der Meistersinger wurde kurzfristig getauscht.  Der fliegende Holländer, inszeniert von Jasmina Hadziahmetovic, hatte nun Premiere am Staatstheater. Eine eigen(artig)e Geschichte zahlreicher Irrungen und Wirrungen.

Die Vorgeschichte:  Martin Schüler, der unter anderem bei Ruth Berghaus studiert hatte, kam unter Christoph Schroth 1991 zuerst als Operndirektor nach Cottbus, nach Schroths Ausscheiden übernahm er 2003 zusätzlich die Intendanz des Hauses. Nach langer Wagner-Pause sollte es 2019 Die Meistersinger von Nürnberg in seiner Regie geben. Doch dann kam alles anders. Durch ein Facebook-Posting eines musikalischen Mitarbeiters, in dem offen Missstände im Umgang mit Musikern und Sängern am Staatstheater Cottbus angesprochen wurden, geschrieben in Form eines offenen Briefes, brachte die Grundfesten des wunderschönen Jugendstil-Baus zwischen Dresden und Berlin ins Schwanken. Offensichtlich veröffentlicht, nachdem eine interne Klärung mehrfach versucht worden war, jedoch erfolglos blieb. Dem Mitarbeiter wurde binnen einer Woche fristlos gekündigt.

Der fliegende Holländer –  Richard Wagner
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Speziell ging es um den Führungsstil des damaligen GMD Evan Alexis Christ, dessen Vertrag gegen den Willen des Orchesters frisch verlängert worden war. Der in Los Angeles geborene,  einer Musikerfamilie entstammende  Christ war 2008 nach Stationen in Würzburg und Wuppertal als einer der jüngsten GMD’s Deutschlands nach Cottbus gewechselt, brachte frischen Wind in das Haus. In seiner Zeit, in der er die meisten Opernproduktionen sowie ca. 6 der 8 jährlichen Philharmonischen Konzerte dirigierte, kamen bei den Konzerten etwa 60 Uraufführungen auf die Lausitzer Bühne. Bereits 2010, zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, wurde er zum „Cottbuser des Jahres“ gewählt. 2011 gewann das Orchester mit ihm den Preis des Deutschen Musikverleger-Verbands für das beste Konzertprogramm aller deutschsprachigen Orchester.

Einige alteingesessene Besucher „schreckte“ das neue Konzept; Christ stellte sich charmant den entstandenen Diskussionen – aber gleichzeitig gewann er junges Publikum für das Theater. Der Abonnement-Verkauf stieg auf sagenhafte 95%. Und so kam selbst für Gäste, die regelmäßig das Haus besuchten, diese Wendung äußerst überraschend. Nach der Veröffentlichung des besagten Postings  gab es offenbar einen Konsens darüber, die nun ins Rollen geratene Bewegung so lärmfrei wie möglich zu gestalten: Funkstille der Beteiligten nach außen.

Staatstheater Cottbus /  DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Szenenfoto hier vl . Andreas Jäpel (Holländer), Hardy Brachmann (Steuermann), Ulrich Schneider (Daland) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus /  DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Szenenfoto hier vl . Andreas Jäpel (Holländer), Hardy Brachmann (Steuermann), Ulrich Schneider (Daland) © Marlies Kross

Dennoch, die Brandenburgische Kulturstiftung war alarmiert und musste den Vorfällen nachgehen, woraufhin Evan Christ zunächst bis zum Ende der Saison 2017/18 beurlaubt wurde. Die Vermittlungsversuche des Intendanten zwischen den Parteien scheiterten. Der Vertrag von Evan Christ wurde aufgelöst, Martin Schüler hatte das Vertrauen der Mitarbeiter verloren, versäumte außerdem, sich der Situation zu stellen und sich bei den Betroffenen zu entschuldigen, dass er ihre auch an ihn herangetragenen Nöte nicht ernst genug genommen hatte. Zumindest das hätte die Belegschaft erwartet, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Schüler übernahm, wie es immer so schön heißt, die volle Verantwortung und legte nach 83 Inszenierungen am mittlerweile einzigen Vier-Sparten-Haus Brandenburgs zum Ende der Saison 17/18 sein Amt nieder. Die Kündigung des Mitarbeiters, der dies alles ausgelöste hatte, wurde übrigens zurückgenommen.

In seiner Amtszeit inszenierte Martin Schüler vier Wagner-Opern: 1993 Lohengrin, 1997 Der fliegende Holländer, 1999 Tannhäuser. 2003 begann der zu Beginn „semiszenisch“ genannte Ring des Nibelungen, der über 10 Jahre geschmiedet werden sollte, um 2013, dem großen Wagner-Jahr, vollendet zu werden. Das Orchester spielte auf der Bühne, die Bühnenbilder entsprechend reduziert. Vieles im aktuellen Mindener Ring erinnert an Cottbus, wobei erstaunlich wenige Gäste zum Einsatz kamen. In den Hauptrollen war es besonders die Partie des Siegfried (Peter Svensson im Siegfried, Craig Birmingham in der Götterdämmerung). Seit dem Weggang des hünenhaften John Pierce, der noch im Rheingold die Partie des Loge sang, gab es am Haus keinen Heldentenor mehr. Kurzfristig sprangen auch interessante Gäste ein wie Antonio Yang oder Thomas de Vries als Alberich, letzterer ein früheres Ensemble-Mitglied. 2014 hieß es, man wolle (und könne) nur alle zwei Jahre Wagner-Opern herausbringen, Schüler ließ einmal beiläufig durchblicken, er wäre sogar daran interessiert, eines der Frühwerke zu inszenieren. Doch erst im Spielplan 2018/19 stand Wagner wieder auf dem Programm – Die Meistersinger.

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Tanja Christine Kuhn als Senta © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Tanja Christine Kuhn als Senta © Marlies Kross

Ende März 2018 brachen die oben genannten Ereignisse über das Haus herein …

Interimsintendant ist Dr. René Serge Mund. Der promovierte Volkswirt ist mit dem Haus bestens vertraut, war er doch 1992-96 und 2005-12 dort Geschäftsführender Direktor. Im April 2019 wurde der Schweizer Stephan Märki vom Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) aus angeblich 30 Kandidaten einstimmig zum künftigen Intendanten und Operndirektor am Staats­theater Cottbus gewählt. Er wird zur Spielzeit 2020/21 das Amt antreten.

Stephan Märki hat bisher noch nicht am Staatstheater Cottbus gearbeitet. Er war aber Intendant des Hans-Otto-Theater Potsdam, welches er verließ, als sich die Abwicklung des Musiktheaters nicht mehr abwenden ließ. Das Staatstheater Cottbus bespielt seit einigen Jahren die Bühne des Hans-Otto-Theaters Potsdam mit nahezu allen eigenen Opernproduktionen. Nach Ausscheiden von Martin Schüler wurde die Spielplanung 2019/20 des Staatstheater Cottbus umgestellt; Meistersinger wurden durch den Fliegenden Holländer ersetzt.  Regisseur wurde nun Christiane Lutz. 2017 hatte sie erfolgreich Wozzeck in Cottbus inszeniert, die Bühne dazu entwickelte damals schon Natascha Mavaral, mit der Lutz bereits öfters gearbeitet hatte. Aber erneut kam etwas dazwischen: Lutz, Lebensgefährtin des Star-Tenors Jonas Kaufmann, wurde schwanger und konnte ihrer Regieverpflichtung nicht nachkommen. Jasmina Hadziahmetovic ersetzte Lutz. An Wagner-Erfahrung bringt  eine Zusammenarbeit mit Calixto Bieito mit: beide inszenierten 2017 den Tannhäuser am Stadttheater Bern.

Die nun gezeigte Inszenierung des Fliegenden Holländers am Staatstheater Cottbus wurde so von zahlreichen ungeplanten Ereignissen geprägt, welche kurzfristige Reaktionen erzwangen.

Das von Natascha Maraval gefertigte Bühnenbild ist von ebenso beeindruckender Schlichtheit wie Ausdrucksstärke. Düstere Romantik im Stile Caspar David Friedrichs, dessen „Mönch am Meer“ optisch Pate stand. Symmetrisch säulenartige Mauern versperren den Blick nach rechts und links, sorgen jedoch für einen äußerst sängerfreundlichen Raum. Ein verdorrter Baum, Sinnbild der verlorenen Hoffnung, Leitern, die ins Nichts führen. Mit dem rückwärtigen Blick auf das Meer als natürliche Begrenzung und nach vorn der Blick ins Unbekannte, schuf Maraval eine Atmosphäre, die optisch an „Stalker“, einen Film des russischen Regisseurs Andrei Tarkowski erinnert: An einem bestimmten, von unbekannter Kraft, vielleicht einer Atomkatastrophe zerstörten Raum, gehen – glaubt man der Legende –  die geheimsten, innigsten Wünsche in Erfüllung. Während der Eine sich darin sein einstiges Leben zurückersehnt, will der Andere diesen Raum zerstören, weil er dessen Missbrauch fürchtet. Der Raum ist stark und prägt die Charaktere. Potenziert wird die Wirkung durch eine Projektion (Video: Ron Petraß) Sentas in diesen Raum hinein, bereits beim Einlass, lange vor der Ouvertüre, unbeweglich verharrend, den Holländer herbeiwünschend, wie ein Gemälde, das mit der Musik unmerklich zu leben beginnt. Wie aus dem Nichts, von ihr ersehnt, materialisiert sich der Holländer, Senta geht auf ihn zu und wird eins mit ihm.

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Hardy Brachmann als Steuermann und Herren des Chores © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Hardy Brachmann als Steuermann und Herren des Chores © Marlies Kross

Hadziahmetovic entwirft Figuren der Einsamkeit. Das ist plausibel, wenn auch nicht gerade neuartig. Außenseiter, ohne Anerkennung, nur ihrer inneren Antriebskraft folgend. Allein der Auftritt des Holländers macht unmissverständlich klar: wäre ihm die Möglichkeit gegeben, sein Leid zu beenden, er täte es ohne zu zögern, und würde er die Welt mit hinabreißen. Senta handelt in einer Mischung aus Trotz und pubertärer Schwärmerei. Mit dem Holländer-Bild und Schiffsmodell sucht sie ihr Umfeld zu provozieren. Ihr Koffer ist von Anfang an gepackt, sie will der bedrückenden Enge entfliehen.

Leider ist gut gedacht nicht immer gut gemacht. Die Regie lässt den Figuren allzu viel Freiraum, ihre Charaktere selbst zu gestalten. Das gelingt mit dem Steuermann, dem Holländer und Mary, scheitert allerdings an Daland. Welche Gründe könnte es geben? Warum verhökert er seine Tochter bereitwillig für beliebigen Tand an den Fremden? Not? Habsucht? Dafür tritt er zu weltmännisch als erfolgreicher Kapitän auf. Ist es der Erkenntnis geschuldet, dass Daland im Holländer Sentas ersehnten Traummann erkennt? Auch dafür bietet die Regie leider keine glaubhaften Anhaltspunkte.

Stark wiederum die Szene des ersten Aufeinandertreffens des Holländers auf Senta. In beiden spürt man das gegenseitige Erkennen sowie das Bewusstsein für die Bedeutung der Situation, wie sie sich umkreisen, die Blicke nicht voneinander lassen, als müssten sie voreinander bestehen, das „Hier bin ich, deine Erlösung, erkennst du mich als diese an?“ von ihr, sich wandelnd von der vorangegangenen Widerborstigkeit ins Butterweiche, und sein Hin- und Hergerissensein zwischen „Kann diese Frau, nein, dieses Mädchen, was zuvor keiner Anderen gelungen ist?“ und dem Herbeisehnen des Endes seiner Odyssee. Hier wirkt die Magie des „Raumes der Wünsche“ besonders nachhaltig.

Erik ist im „Stalker“-Plot die Figur, die sich sein Leben (mit Senta) zurückwünscht. Zur falschen Zeit am falschen Ort ist der Holländer und wird Zeuge des Senta-Erik-Dialogs, fühlt sich betrogen, eher noch, er möchte sich betrogen fühlen; sucht einen Grund, Senta nicht in den Abgrund ziehen zu müssen; nimmt ihr Erlösungsangebot nicht an. Senta legt nach, beziehungsweise einige Kleidungsstücke ab; aber auch das ändert an des Holländers Entschluss nichts. „Auch gut – dann eben nicht“, Senta steigt – völlig wagner-untypisch – entwaffnend pragmatisch aus. Der Schlussakkord verklingt ungenutzt. Bewusst oder unbewusst eine Reminiszenz an Schülers Götterdämmerung, in dessen letztem Bild Wotan als stumme Rolle Brünnhilde zur Versöhnung die Hand reicht, die diese jedoch ausschlägt. Cottbus – kein Ort für Wagners Erlösungsmotive?  Wäre wohl jetzt ein Tristan geboten?

Unbeholfen, etwas übertrieben theatralisch stapft Jens Klaus Wilde als Erik durch die Szenerie, sich selbst bemitleidend. Die Cottbuser tenorale Allzweckwaffe, eingesetzt als Aegisth, Cavaradossi, Don Carlos, Paul Ackermann oder Ritter Blaubart fällt überhöht weinerlich aus, was schade ist, hat doch das Ensemble mit Martin Shalita seit 2017 wieder einen Tenor mit der notwendigen Durchschlagskraft, wie er schon als Calaf (IOCO berichtete) eindrucksvoll unter Beweis stellte. Neu auf dieser Bühne ist Tanja Christine Kuhn als Senta. Die 32-jährige bietet eine solide Leistung für die schwierige Rolle: Die Partie erfordert stimmliche Reife, die wiederum konträr zum Alter der dargestellten Figur steht. Trotz einiger Intonationsschwächen ist Tanja Christine Kuhn eine glaubhafte Kind-Frau mit unbeirrbarer Konsequenz. Man wird sie in Cottbus bald wieder hören können, heißt es.

Hardy Brachmann, der einzige Solist auf der Bühne, der bereits im 97er Holländer dabei war, überzeugt mit sauberem Legato und ausgezeichneter Textverständlichkeit. Ulrich Schneider als Daland könnte deutlichere Akzente setzen, sowohl stimmlich als auch darstellerisch. Carola Fischer als Mary ist eine gute Besetzung, gesanglich überzeugend, plausibel im Ausdruck. Unbestrittener Glanzpunkt ist jedoch Andreas Jäpel als Holländer. Mit einer Stimme wie ein Fels in der Brandung, als würde er des Meeres Urgewalten durch seine Kehle kanalisieren. Gepaart mit einer fesselnden Bühnenpräsenz, wird er der Titelpartie nicht nur gerecht – plötzlich kann man sich nicht mehr vorstellen, dass diese Figur je anders funktionierte.

Einer besonderen Erwähnung bedarf die Chorleistung (Einstudierung: Christian Möbius). Präzise Einsätze, voluminöser Klang, geschlossenes Auftreten. Der um den Extrachor verstärkte Opernchor darf mit einem auch regietechnisch interessanten Kniff arbeiten: durch das Aufsetzen von Masken wird im Handumdrehen aus Dalands Besatzung die Holländer-Mannschaft.

Das Philharmonische Orchester liefert insgesamt eine stattliche Leistung. Den wahrlich stürmischen Einstieg reguliert Alexander Merzyn in den Folgetakten auf ein Normalmaß. Es fehlt mitunter etwas an Durchsichtigkeit und Feinschliff. Die Lautstärke ist allerdings über die gesamte Partitur höchst ausgewogen und sängerfreundlich. Die wie von Wagner vorgesehene pausenlose Oper benötigt in Cottbus 2 Stunden 15 Minuten.

Trotz aller Irrungen und Wirrungen in der Produktion dieses Fliegenden Holländers: das Publikum, in dem auch Martin Schüler und die Mary von vor 22 Jahren, Marie-Luise Heinritz saßen, nahm die Produktion begeistert auf und zollte sowohl den Solisten, als auch Regie/Bühnenbild und Orchester wohlverdienten Applaus. Es feierte die Inszenierung überschwänglich; vielleicht schwang auch ein wenig Stolz mit, überhaupt wieder eine große Oper von Richard Wagner im Staatstheater Cottbus auf dem Spielplan stehen zu haben.

Der fliegende Holländer am Staatstheater Cottbus; die weiteren Vorstellungen

—| IOCO Kritik Staatstheater Cottbus |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere DER FLIEGENDE HOLLÄNDER, 04.05.2019

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Richard Wagner

Premiere am Samstag, 4. Mai 2019, 19.30 Uhr

Im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus hat Samstag, 4. Mai 2019, 19.30 Uhr, Richard Wagners Oper Der fliegende Holländer Premiere.

IOCO ist am 4.5.2019 dabei und wird berichten.

Die musikalische Leitung hat Alexander Merzyn. Regie führt – erstmals in Cottbus – Jasmina Hadžiahmetovic. Bühne und Kostüme entwirft Natascha Maraval, die auch schon für die Ausstattung von Alban Bergs Oper Wozzeck verantwortlich zeichnete. Die Choreinstudierung liegt in den Händen von Christian Möbius. Andreas Jäpel ist in der Titelpartie zu erleben. Der Bariton stand hier zuletzt als Macbeth und Wozzeck auf der Bühne und singt aktuell den Leporello in Mozarts Don Giovanni.

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Szenenfoto mit: (vorn) Tanja Christine Kuhn (Senta) und Andreas Jäpel (Der Holländer); (im Hintergrund) Jens Klaus Wilde (Erik) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Szenenfoto mit: (vorn) Tanja Christine Kuhn (Senta) und Andreas Jäpel (Der Holländer); (im Hintergrund) Jens Klaus Wilde (Erik) © Marlies Kross

Richard Wagner griff für seine Oper auf eine alte Legende zurück: Ein geschickter Kapitän schwört, ein Kap zu umsegeln, das bislang als unbezwinglich gilt – und wenn er es bis in alle Ewigkeit versuchen müsse. Zur Strafe für diesen frevelhaften Schwur werden er und seine Mannschaft dazu verflucht, unsterblich auf den Weltmeeren herumzuirren. Vergeblich suchen sie den Tod. Nur die unbedingte Treue einer Frau kann ihr Schicksal wenden.

So geht der Holländer alle sieben Jahre an Land, um eine solche Frau zu finden. Diesmal trifft er die Kapitänstochter Senta, die seine in Balladen erzählte Geschichte kennt und davon träumt, ihn zu erlösen. Als sich Senta und der Fliegende Holländer tatsächlich begegnen, verschreibt sich Senta mit kraftvoller wie provozierender Unbedingtheit, alle alten Bindungen zerschlagend, ihrer Überzeugung.

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Szenenfoto mit: (v.l.n.r.) Andreas Jäpel (Der Holländer), Hardy Brachmann (Steuermann), Ulrich Schneider (Daland) sowie Herren des Chores © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / DER FLIEGENDE HOLLÄNDER – Szenenfoto mit: (v.l.n.r.) Andreas Jäpel (Der Holländer), Hardy Brachmann (Steuermann), Ulrich Schneider (Daland) sowie Herren des Chores © Marlies Kross

Wagners 1841 entstandene und 1843 in Dresden uraufgeführte (schauer)-romantische Oper Der fliegende Holländer – der Gattung nach eine sogenannte Gespensteroper – lässt Realität und Mythos, Mensch und Geisterwelt aufeinanderprallen. Inhaltlich wird sie durch die Sehnsucht nach Ruhe und Halt in den Wirren des Lebens und durch Wagners immer wiederkehrendes Thema, die Erlösung durch Liebe im Tod, geprägt.

Mit großen Arien, düsteren Balladen, mitreißenden Ensembles und markanten Chören verdichtet Wagner klangfarbenreich die sich fortwährend zuspitzenden Ereignisse zu einem packenden musikdramatischen Wurf.

Mit Carola Fischer, Tanja Christine Kuhn / Gesine Forberger, Hardy Brachmann/Dirk Kleinke, Andreas Jäpel, Ulrich Schneider / Ingo Witzke, Jens Klaus Wilde / Martin Shalita, dem Opern- und Extrachor sowie dem Philharmonischen Orchester.

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

Leipzig, Oper Leipzig, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, IOCO Kritik, 02.04.2019

April 1, 2019 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Der fliegende Holländer – Richard Wagner

Auf den Spuren von Heines „Memoiren des Herrn von Schnabelewopski“

von Thomas Thielemann

Einer Vielzahl der Leipziger Opernfreunde dürfte noch das Debakel der Holländer- Inszenierung im Jahre 2008 des damals 29-jährigen Michael von zur Mühlen im Gedächtnis sein. Nach den Tumulten in und den verheerenden Reaktionen nach der Premiere vom 11. Oktober 2008 konnte sich die Leitung des Hauses nur in eine „Rücksetzung der Inszenierung auf den Stand der Generalprobe“ retten, um den Aufwand der Vorbereitungsarbeiten zu rechtfertigen.

Die Diskussionen um eine Verletzung der Urheberrechte erübrigten sich, weil von zur Mühlen seiner vorgestellten Arbeit ohne Absprache zur Premiere verstörende subtile Video-Einblendungen zugefügt hatte. Blieben die „Verletzungen seiner künstlerischen Freiheit“, die aber gegen die Schadensersatzansprüche des Hauses wegen der geplatzten zweiten Aufführung und der Umbesetzung der Titelpartie aufgewogen werden konnten.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer 2019 © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer 2019 © Tom Schulze

Angenehmere Erinnerungen an Leipziger Holländer-Produktionen reichen vor allem auf das Jahr 1964 zurück, als Joachim Herz mit dem Leipziger Ensemble eine gelungene Opern-Verfilmung vorlegte. Damals nahezu revolutionär, hatte sich der Felsenstein-Jünger von Wagners Grundgedanken des Zusammenstoßes von Menschenwelt und Geisterwelt gelöst und seiner Interpretation eine realistische Idee hinterlegt. Senta durfte dem im Nebel verschwindenden Geisterschiff hinterher blicken. Um Richard Wagners für Leipzig unverzichtbare romantische Oper Der fliegende Holländer wieder würdig im Spielplan implantieren zu können, hatte man den holländischen Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema für diese Neuinszenierung gewonnen. Er hat an der Oper Leipzig schon mehrfach gearbeitet; 2013 lieferte er im Hessischen Staatstheater Wiesbaden eine hochgelobte Holländer – Inszenierung ab. Für die Oper Leipzig gestaltetete er nun seinen Holländer an der Oper Leipzig; die elfte Inszenierung in Leipzig seit ihrer Uraufführung in Dresden 1843.

Vor jedem Besuch von Konzert- und Opernaufführungen beschäftige ich mich mit den Hintergründen der Werke. So war vor der Leipziger Neuinszenierung des Holländers der Griff in den zweiten Band der Heinrich-Heine-Gesamtausgabe das Naheliegende: denn im Kapitel VII des Romanfragments Memoiren des Herrn von Schnabelewopski  findet sich, wenn man von einer erotischen Abweichung absieht, das komplette Vorbild für Wagners Libretto.

Der fliegende Holländer – Richard Wagner
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Deshalb war ich auch nicht überrascht, als während Ulf Schirmer mit der Gewandhauskapelle die Ouvertüre der Oper intonierte auf der Bühne eine Zitatenreihe aus dem Heine-Fragment auf eine Bildwand projiziert wurde, die sich ausgerechnet auf das erotische Abenteuer des Herrn von Schabelewopski bezogen. Die Annäherung an Heines Beschreibung einer Theateraufführung im Amsterdam des Jahres 1831 behielt dann die Regie über den Abend konsequent bei, wenn man von einigen Anleihen an die Erzählungen der Großmuhme des Protagonisten absieht.

Somit war logischerweise für den zum Teil aufwendigen Bühnenaufbau von Michiel Dijkema und die opulenten Kostüme von Jula Reindell der historische Zeitbezug vorgegeben. So spielte der erste Akt auf dem Ufer, an dem nicht nur die Schiffe gestrandet, sondern auch verendete Wale angespült waren. Ein Kunstgriff der Regie hatte eines der Wal-Kadaver zum Schatz-Lager des Holländers gemacht, aufgelockert durch Kupferstiche vom Zuschauerraum eines zeitgenössischen Theaters.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Die konsequente Orientierung an Zeit und Ort ermöglichte auch eine schlüssige Gestaltung des Zweiten Aktes, denn das holländische Leiden war zu dieser Zeit ein Zentrum der europäischen Textilindustrie, so dass Dijkema die Spinnstuben –Szene in eine Werkhalle einer Spinnerei verorten konnte. Oben rotierten die Spinnrocken und der mit Wolle be- und verarbeitender singender Mädchenchor verhinderte die in anderen Holländer-Inszenierungen oft peinlichen Notlösungen der Montage von Tischlüftern, der Umgestaltung zum Kreißsaal oder der Formierung einer Fußboden-Wischerinnengruppe.
Die bei den meisten Holländer-Inszenierungen gestrichenen Akt-Schlüsse hatte der Regisseur be-wusst beibehalten, so dass es nach dem zweiten Akt zu einer Pause kam. Eine eigentlich problematische Entscheidung, die vor allem der Hausgastronomie zu Gute gekommen war.

Auch akzeptierte Michiel Dijkema für seine Arbeit die für uns heute schwer vorstellbare Gepflogenheit, dass die Väter im Norwegen der früheren Zeiten die Töchter nach dem Umfang der gebotenen Mitgift dem Höchstbietenden verheirateten und die Mädchen das auch akzeptierten. Nachdem Senta und der Holländer aus einem gemeinsamen Lager aufgestanden und Erik seinen letzten Versuch, Senta zurück zu gewinnen abgebrochen hatte, schien die Bühnenhandlung mit der vergeblichen Einbeziehung der Holländermannschaft in das Dorfleben abzuflachen. Aus der Verspottung der „untoten Matrosen“ entwickelte sich ob deren Wut eine spontane Bewegung ihres Schiffes. Auf der Bühne erschien das massiv aus Holz und Stahl erbaute Holländerschiff mit seinen blutroten Segeln. Ein Monstrum von 20 Metern Länge, sechs Meter Breite und 12 Metern Höhe schob sich über den Bühnenrand mit seiner Galion-Spitze bis über den Zuschauerbereich der siebten Reihe und schwenkte über die Köpfe der begeisterten Besucher.

Blieben nur noch die Zweifel des Holländers an Sentas Treue und ihr Treuebeweis: Senta fuhr in den Himmel und ihre Leiche fand sich auf dem Bühnenboden. Allerdings ließ die musikalische Ausführung einige Wünsche offen. Senta wurde von Christiane Libor mit farbenreicher, forcierter Stimme und einfühlsamen Tongebung gesungen. Besonders mit der Ballade erreicht sie eine phantastische Wirkung, wenn sie von Strophe zu Strophe an Intensität zulegte. Frau Libor war die den Abend bestimmende Sängerin. Auch mit ihrer Darstellung zeigte sie ihre hervorragende Bühnenpräsenz.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer - hier : Senta und die Spinnerinnen © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer – hier : Senta und die Spinnerinnen © Tom Schulze

Iain Paterson singt mit wohltemperierter etwas nasaler Stimme einen teilweise wohlklingenden Holländer mit guter Ausdrucksweise und Textverständlichkeit. Plastisch gestaltet er den großen Monolog „Die Frist ist um“ und den Beginn des Duetts „Wie aus der Ferne längst vergangener Zeit“. Einen kernigen überzeugenden Daland mit überzeugenden musikalischen Momenten bringt mit körperbetontem Bass Randall Jakobsh auf die Bühne. Für den satten Mezzosopran der Karin Lovelius als die Vorarbeiterin Mary sind in der Partitur leider nur wenige Möglichkeiten vorgesehen. Von ihr hätten wir gern noch mehr gehört. Selbstbewusster als in vielen anderen Inszenierungen beeindruckte der Erik, von Ladislav Elgr, der mit furchtlosem Gesang gefiel.

Für das Lied des Steuermannes bietet Dan Karlström eine helle lyrische Stimme, aber ohne rechte Wirkung. Damit blieb eigentlich einer der Ohrwürmer der Oper auf der Strecke.

Mit Ulf Schirmer stand ein profilierter Wagner-Dirigent vor den kraftvoll aufspielenden Musikern des Gewandhausorchesters, der weitestgehend auf eine transparente Sängerbegleitung achtete, aber auch die Partitur mit wechselvollen Farben füllte. Eins greift ins andere und beweist, dass es Schirmer gelungen ist, das Orchester der Heimatstadt des Komponisten wieder zu einem sehr guten Wagner-Klangkörper zu erziehen. Der fabelhafte Chor, die Sängerdarsteller sowie das Gewandhausorchester und vor allem die Ausstattung könnten dafür sorgen, dass die Oper Leipzig mit der seit 1862 elften Inszenierung des Fliegenden Holländers ein weiteres Zugpferd im Spielplan erhält.

Der fliegende Holländer an der Oper Leipzig; die Folgevorstellungen: 22. April; 12., 17., 30. Mai; 10. Juni; 17. Oktober; 2. Und 24. November 2019

—| IOCO Kritik Oper Leipzig |—

Leipzig, Oper Leipzig, Der fliegende Holländer – Richard Wagner, 30.03.2019

März 27, 2019 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

 Der fliegende Holländer – Richard Wagner

– Hisst die Segel auf! –

Premiere Freitag, 30. März 2019, 19 Uhr

»Traft ihr das Schiff im Meer an, blutrot die Segel, schwarz der Mast?« – Die Neuinszenierung von Richard Wagners Der fliegende Holländer feiert am 30. März 2019 an der Oper Leipzig Premiere. Sie markiert einen weiteren Meilenstein in Vorbereitung auf die Opernfesttage Wagner 22 der Musikstadt Leipzig im Sommer 2022. Die Oper verfolgt unter der Leitung von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer das ehrgeizige Ziel, bis dahin alle Opern Richard Wagners – inklusive seiner Frühwerke – im Repertoire zu führen und sie im Juni/Juli desselbigen Jahres in der Reihenfolge ihrer Entstehung innerhalb von dreieinhalb Wochen zur Aufführung zu bringen.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Zahlreiche Legenden ranken sich um die Gestalt des bleichen Seemanns: Bis in alle Ewigkeit ist der fliegende Holländer – gesungen von Iain Paterson, der in der vergangenen Saison u.a. als Wotan im Leipziger »Ring« auf der Bühne stand –  dazu verdammt, auf seinem Geisterschiff die Weltmeere zu durchsegeln, ohne Rast, ohne Ziel. Nur einmal alle sieben Jahre darf er an Land, um dort Erlösung zu suchen: in einem »Weib, das bis in den Tod getreu ihm auf Erden«. Die Kapitänstochter Senta – interpretiert von Christiane Libor, gefeierte Wagner-Interpretin und häufiger Gast der Oper Leipzig – glaubt sich auserkoren, diesen Fluch zu brechen. Als ihr Vater Daland (Randall Jakobsh) mit einem geheimnisvollen Fremden an seiner Seite von See zurückkehrt, erkennt sie sofort den Verdammten aus jener düsteren Seemannsballade, die ihr schon die Amme Mary (Karin Lovelius) vorsang, und bricht auch die letzten Brücken zum vorgezeichneten Leben mit ihrem Verehrer Erik (Ladislav Elgr) ab.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Mit dem Einbruch des Übersinnlichen und der dämonischen Naturgewalten in die Realität knüpfte Richard Wagner in seinem 1843 uraufgeführten Der fliegende Holländer an die Tradition der schauerromantischen Oper an und beschritt mit dem Erlösungsmotiv einen Weg, der für seine folgenden Musikdramen bestimmend werden sollte. Das stürmische Wogen des Meeres, wilde Seemannschöre und die zentrale Ballade Sentas verdichtet Wagner zu einem atmosphärischen Thriller, der vom ersten Ton an in Bann zieht. Regisseur Michiel Dijkema, der bereits mit seinen bewegenden Arbeiten an Tosca, Faust und Rusalka das Leipziger Publikum begeisterte, erzählt in seiner Inszenierung der romantischen Oper von zwei Außenstehenden, von der Suche nach Heimat, aber auch von der drängenden Sehnsucht nach dem Anderen, die selbst den Tod nicht scheut. Wagner wurde in Heinrich Heines Memoiren des Herren von Schnabelewopski zum ersten Mal 1837/38 auf die Sage vom »Fiegenden Holländer aufmerksam. Dijkema integriert Auszüge dieses Werks in seine Regie und erzählt seinen Holländer als ausstattungsgewaltige Geschichte in einem imposanten Bühnenbild, das sichtbar vor dem offenen Bühnenhintergrund installiert ist. Die Kostüme, die sowohl Entstehungszeit der Oper widerspiegeln, als auch der Geisterwelt eindrucksvoll Kontur verleihen, stammen von Jula Reindell. Am Pult des Gewandhausorchesters steht Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer.

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze

Oper Leipzig / Der fliegende Holländer © Tom Schulze


Premiere: Freitag, 30. März 2019, 19 Uhr,  weitere Aufführungen: 22. April / 12., 17. & 30. Mai / 10. Juni 2019 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)

Richard Wagner – Der fliegende Holländer
Romantische Oper in drei Aufzügen | Text vom Komponisten | In deutscher Sprache mit Übertiteln

Leitung:   Musikalische Leitung Ulf Schirmer, Inszenierung, Bühne Michiel Dijkema, Kostüme Jula Reindell, Licht Michael Fischer, Choreinstudierung Thomas Eitler-de Lint, Dramaturgie Elisabeth Kühne

Besetzung:  Senta Christiane Libor | Der Holländer Iain Paterson | Mary Karin Lovelius | Daland Randall Jakobsh | Erik Ladislav Elgr | Der Steuermann Dan Karlström

Chor der Oper Leipzig | Zusatzchor | Gewandhausorchester | Komparserie

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

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