Münster, Theater Münster, Musical ANATEVKA – Jerry Bock, 14.12.2019

November 27, 2019 by  
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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

ANATEVKA – Musical Joseph Stein, Jerry Bock

Premiere: Samstag, 14. Dezember 2019, 19.30 Uhr

Die jüdischen Bürger im kleinen Dorf Anatevka leben noch in den alten Traditionen. Doch die Zeiten sind unsicher, immer wieder finden antijüdische Ausschreitungen statt. Jeder ist wie ein Fiedler auf dem Dach – krampfhaft bemüht, eine fröh­liche Weise zu spielen, ohne herabzustürzen. Keiner ist reich, viele Wünsche sind offen, doch der Sabbat ist heilig und wird festlich begangen. So hält es auch Tevje, der Milchmann. Was würde er nicht alles tun, wenn er einmal reich wär‘! Doch er hat genug Sorgen mit seinen fünf Töchtern, die er und seine Frau Golde »unter die Haube« bringen möchten. Im Zuge der Judenpogrome durch den Zaren erfolgt die Ausweisung der Bewohner Anatevkas. Das Entsetzen der Menschen, denen man die Heimat nimmt, ist groß, doch sie sind wehrlos und müssen sich fügen. Bei aller Trostlosigkeit bleibt die Hoff­nung auf ein späteres Wiedersehen.

Dass ein Musical nicht Glanz und Gloria sowie ein ver­träumtes Happy End haben muss, um zu begeistern, beweist FIDDLER ON THE ROOF, das in Deutschland unter dem Titel ANATEVKA bekannt wurde. Die Handlung, die in vie­len Szenen die Waage zwischen heiter und bitterernst hält, basiert auf den Erzählungen des ostjüdischen Dichters Sho­lem Alejchem. Mit Rückgriffen auf die Musik der früher in Osteuropa siedelnden jüdischen Bevölkerung schuf Jerry Bock (1928–2010) seine beste Partitur und Evergreens wie Wenn ich einmal reich wär’ und ist es Liebe?

Musikalische Leitung: Stefan Veselka, Inszenierung: Nilufar K. Münzing, Choreografie: Jason Franklin, Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz, Choreinstudierung: Joseph Feigl
Dramaturgie: Ronny Scholz, Musikvermittlung: Ilka Roßbach

Mitwirkende: Tevje (Gregor Dalal), Golde (Suzanne McLeod), Zeitel (Melanie Spitau), Hodel (Kathrin Filip), Chava (Finn Samira), Shprintze / Bielke (Clara Heuft/ Mia/ Krusekamp/ Marleen Runde), Jente / Fruma-Sara (Barbara Wurster), Mottel Kamzoil / Oma Zeitel (Pascal Herington), Perchik (Emil Schwarz), Lazar Wolf (Christoph Stegemann), Motschach (Valmar Saar), Rabbi (Christian-Kai Sander), Awram (Lars Hübel), Mendel (Juan Sebastián Hurtado Ramírez), Wachtmeister (Ulrich Bärenfänger), Fedja (Patrick Kramer), Der Fiedler auf dem Dach (Mihai Ionescu/ Christoph Struck), Tänzer (Jason Franklin/ Maximo Marinelli/ Gian Marco Meier/ Gilberdan Verissimo Do Santos), Chor! (Opernchor des Theaters Münster, Extrachor des Theaters Münster), Sinfonieorchester Münster

Öffentliche Probe:
Samstag, 30. November, 11.30 Uhr, Großes Haus

Weitere Vorstellungen im Dezember :
Freitag, 20. Dezember, 19.30 Uhr, Großes Haus
Dienstag, 31. Dezember, 15.00 Uhr und 19.00 Uhr, Großes Haus

 

—| Pressemeldung Theater Münster |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Ballett am Rhein: b.29 George Balanchine: Mozartiana, 23.09.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Ballett am Rhein: b.29
George Balanchine: Mozartiana
Martin Schläpfer: Konzert für Orchester
Jerome Robbins: The Concert
Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Samstag, 23. September 2017, 19.30 Uhr

George Balanchine: Mozartiana
Wenn sich zu Wolfgang Amadeus Mozarts berühmtem „Ave verum corpus“ in einer Instrumentierung durch den Russen Peter I. Tschaikowsky der Vorhang hebt, so liegt – wie der schwarze Tüll über dem weißen Tutu der Ballerina – ein Schleier von eigentümlicher Melancholie und ein Hauch von Vergänglichkeit über der Szene. Begleitet von vier Mädchen zelebriert eine Tänzerin eine innige Andacht. Ihre schlichten Gebetshaltungen und sehnsuchtsvollen Gesten sind von einer Musikalität, als würde sie die Klänge im Moment des Tanzens erschaffen und den Raum erst öffnen für das, was folgt: ein lebensvolles, höchst virtuoses, aber auch elegantes Tanzfest für zwei weitere Tänzer und ein Corps de ballet aus vier Frauen.

Mit der Musik Tschaikowskys nahm George Balanchines (1904–1983) Begeisterung für die Ballettkunst ihren Anfang, als er selbst als kleiner Junge in einer St. Petersburger „Dornröschen“-Aufführung den Cupido spielte. Tschaikowsky blieb ihm neben Strawinsky der bedeutendste Ballettkomponist. Seine Musik begleitete Balanchine über sein gesamtes Schaffen bis hin zu seiner „Mozartiana“ – eines seiner letzten Werke, entstanden 1981 zur Eröffnung des Tschaikowsky-Festivals im New York State Theater auf die gleichnamige Orchestersuite des Komponisten.

Fasziniert vom menschlichen Körper und der immer weiteren Erforschung seiner tänzerischen Möglichkeiten hat Balanchine insbesondere mit seinen Werken aus den 1950er Jahren den klassischen Tanz bis an seine Grenzen geführt und für seine Zeit auf radikale Weise weitergedacht. In „Mozartiana“ spricht dagegen ein Künstler zu uns, der im hohen Alter noch einmal zu seinen Wurzeln zurückkehrt: zu Marius Petipa und der großen Petersburger Balletttradition. Den Glauben an den Wert, das Potential und jene überwältigende Schönheit, die sich im klassischen Ballett finden kann, hatte Balanchine nie verloren – auch davon erzählt seine „Mozartiana“.

In Kooperation mit der Akademie des Tanzes an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, Leitung: Prof. Birgit Keil MUSIK Suite Nr. 4 G-Dur op. 61 „Mozartiana“ von Peter I. Tschaikowsky CHOREOGRAPHIE George Balanchine MUSIKALISCHE LEITUNG Wen-Pin Chien KOSTÜME Rouben Ter-Arutunian LICHT Franz- Xaver Schaffer CHOREOGRAPHISCHE EINSTUDIERUNG Joysanne Sidimus ORCHESTER Duisburger Philharmoniker / Düsseldorfer Symphoniker

Martin Schläpfer: Konzert für Orchester
Mit der Choreographie „Konzert für Orchester“ für sein gesamtes Tänzerensemble zur gleichnamigen Komposition von Witold Lutos?awski zeigt Martin Schläpfer Zerrbilder einer Welt, die in Schieflage geraten ist. Er stellt die Frage: Wie verhält sich der Mensch, wenn das kostbare Leben nicht sicher ist, alles aus den Fugen gerät und das Unheil droht? Alle Bewegung durchzieht eine unermessliche Spannung und Kraft: Sprünge, die sich scheinbar nicht vom Boden heben dürfen, Spitzentanz, wie mit Spatenstichen die Erde aufbrechend, ekstatisch schüttelnde Anklänge an archaische Rituale. Immer wieder sind es große Gruppen, die in neoklassischen Formationen rastlos vorwärtsdrängen.

Eine „Liebeserklärung“ an den großen instrumentalen Klangkörper schuf Witold Lutos?awski mit seinem „Konzert für Orchester“, mit dem sich der Meister der polnischen Moderne an Béla Bartóks berühmtes Vorbild anlehnte. Diese Komposition, die ihn 1954 auf einen Schlag berühmt gemacht hatte, ist sein einziges großangelegtes Werk, in dem er sich mit einem folkloristisch getönten Neoklassizismus auseinandersetzt und zugleich das letzte seiner frühen Schaffensperiode, in welchem er noch auf dieser Basis komponiert. „Diese Komposition ist von einer Wucht und Tiefe und einer nuancenreichen Farbvielfalt in der Instrumentierung – und hat auch großes dramatisches und menschlich-dramaturgisches Potential“, so Martin Schläpfer über seine Musikwahl zu diesem im Oktober 2016 im Theater Duisburg uraufgeführten Ballett.

Seine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit führte Martin Schläpfer mit dem Bühnen- und Kostümbildner Florian Etti fort, der mit aus den Angeln gehobenen, scharfkantigen Kulissen und Kostümen aus glänzend-festem, abwehrendem Material der Choreographie die passende optische Atmosphäre verleiht.
In Programm b.29 positioniert zwischen George Balanchine und Jerome Robbins erscheint „Konzert für Orchester“ aber auch wie ein rebellischer Kontrapunkt zu den beiden Meistern des neoklassischen Balletts. „Man staunt über Schläpfers Fantasie, die keine Wiederholung zulässt. Radikaler ist er geworden, noch dramatischer und vor allem theatraler“, schrieb Bettina Trouwborst im K.West-Magazin über die Uraufführung.

MUSIK Konzert für Orchester von Witold Lutos?awski CHOREOGRAPHIE Martin Schläpfer MUSIKALISCHE LEITUNG Wen-Pin Chien BÜHNE & KOSTÜME Florian Etti LICHT Franz-Xaver Schaffer ORCHESTER Duisburger Philharmoniker / Düsseldorfer Symphoniker

Jerome Robbins: The Concert
Zu den Freuden eines Konzertbesuchs gehört die Möglichkeit, sich als Zuhörer ganz in der Musik zu verlieren und die Gedanken schweifen zu lassen. Bilder, die vorm geistigen Auge entstehen, werden durch die Musik gelenkt und Träume und Fantasien angeregt. In „The Concert (or The Perils of Everybody)“ stellt Jerome Robbins (1918–1998) den Konzertflügel auf die Bühne und lässt das Ballett als Publikum zum Konzert antanzen. Was sich dann entwickelt, ist eine geradezu irrwitzige Folge von tänzerischen Pannen, Slapstick-artigen Nummern, aber auch ein raffiniertes Fantasiespiel mit den Sehnsüchten und Wünschen der Zuhörer der romantischen Klaviermusik.

Während der Pianist in geradezu heiliger Ernsthaftigkeit berühmte Préludes, Walzer und Balladen Frédéric Chopins interpretiert, nimmt Robbins nicht nur die wunderlichen Typen des Publikums und ihre Einbildungskraft, sondern auch das Ballett selbst aufs Korn: Eine besonders strebsame Ballerina jagt mit aufbrausendem Temperament ihren schüchternen Tanzpartner über die Bühne. Sechs verwirrte Ballerinen versuchen verzweifelt, ihre Schritte und Posen in perfekten Einklang zu bringen. Wirbeln die Finger des Pianisten dann virtuos über die Tasten, werden sie wie Möbelstücke über die Bühne manövriert. Während bei Chopin die Tropfen perlen, erinnert die Bühne an einen tristen Regentag auf den belebten Straßen von New York. Und wenn in der Musik die Dramatik steigt, schleicht der frustrierte Ehemann mit Mordgelüsten um die gelangweilte Ehefrau.

Schließlich schwirrt und flattert das gesamte Ensemble wie ein Insektenschwarm über die Bühne und Robbins führt diese hinreißende Liebeserklärung an alle Unarten der Ballettwelt in ein wirbelndes Finale. Jerome Robbins zählte nicht nur neben George Balanchine zu den wichtigsten Größen der amerikanischen Ballettgeschichte des 20. Jahrhunderts, sondern verlieh auch dem Musical-Tanz mit Werken wie „West Side Story“ oder „Fiddler on the Roof“ eine neue, wegweisende Bedeutung. Mit „The Concert“ kreierte er 1956 ein Meisterwerk, das mit seiner umwerfenden Komik und seinem Humor ein Solitär des Ballettrepertoires ist und bis heute das Publikum zu begeistern versteht. So schrieb Heiner Frost in den Niederrhein Nachrichten über die Ballett am Rhein-Premiere im Oktober 2016 im Theater Duisburg: „Eine solche Liebeserklärung an den Tanz wie Robbins’ Chopin hat man lange nicht erlebt. Eine derart kurzweilige Vorlesung über das Herz des Ballettes auch nicht.“

MUSIK Polonaisen, Préludes, Berceusen, Walzer, Mazurkas und Balladen von Frédéric Chopin in einer Orchestrierung von Clare Grundman CHOREOGRAPHIE Jerome Robbins MUSIKALISCHE LEITUNG Wen- Pin Chien BÜHNE Saul Steinberg KOSTÜME Irene Sharaff LICHT Jennifer Tipton LICHTUMSETZUNG Kévin Briard CHOREOGRAPHISCHE EINSTUDIERUNG Ben Huys KLAVIER Matan Porat ORCHESTER Duisburger Philharmoniker / Düsseldorfer Symphoniker Ballettwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf: Mittwoch, 20. September 2017, 18.00 Uhr, Eintritt frei

Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf: Sa 23.09. 19.30 Uhr (Premiere) / So 01.10. 18.30 Uhr / Di 03.10. 18.30 Uhr / Fr 06.10. 19.30 Uhr / Sa 07.10. 19.30 Uhr / Do 19.10. 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Spielplan April 2017

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen
Leporello für den Monat April 2017

Großes Haus / Großes Haus Foyer


Sa, 01.04. 19.00 Uhr
Ballettführer live
19.30 Uhr
The Vital Unrest
Ballettabend in zwei Teilen von
Bridget Breiner
Karten von 11,- bis 41,- €


So, 02.04. 11.00 Uhr
Musikbrunch
Karten 28,- €
17.30 Uhr
Opernführer Live
18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Die Passagierin
Oper von Mieczys?aw Weinberg
Karten 11,- bis 41,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)


Mo, 03.04. 19.00 Uhr
Konzertführer Live
19.30 Uhr
8. Sinfoniekonzert
Paare
Werke von Brahms, Franck und Roussel
Karten 11,- bis 32,- €


Sa, 08.04. 16.30 Uhr
Opernführer Live
17.00 Uhr
Tristan und Isolde
Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner
Karten 11,- bis 41,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)


So, 09.04. 17.30 Uhr
Opernführer Live
18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Die lustige Witwe
Operette von Franz Lehár
Karten 11,- bis 41,- €


Mo, 10.04. 20.00 Uhr
Gastspiel
Gerburg Jahnke
Frau Jahnke hat eingeladen
Ein Gastspiel der emschertainment GmbH
ausverkauft


Mi, 12.04. 17.45 Uhr
Kost.Probe
Don Giovanni
Eintritt frei. Einlasskarten erhalten Sie an der Theaterkasse


Fr, 14.04. 18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Anatevka
(The Fiddler on the Roof) (z.l.M.)
Musical von Jerry Bock und Joseph Stein
Karten 13- bis 50,- €


So, 16.04. 17.30 Uhr
Opernführer Live
18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Die lustige Witwe (z.l.M.)
Operette von Franz Lehár
Karten 11,- bis 41,- €


Fr, 21.04. 18.00 Uhr
Premierenfieber
Don Giovanni
Eintritt frei. Einlasskarten erhalten Sie an der Theaterkasse


Sa, 22.04. 19.00 Uhr
Ballettführer live
19.30 Uhr
The Vital Unrest
Ballettabend in zwei Teilen von
Bridget Breiner
Karten 11,- bis 41,- €


So, 23.04. 17.30 Uhr
Opernführer Live
18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Die Passagierin (z.l.M)
Oper von Mieczys?aw Weinberg
Karten 11,- bis 41,- €


Fr, 28.04. 19.30 Uhr
Abonnentenkonzert der Spielzeit 17.18


Sa, 29.04. 14.00 Uhr
Baukunstführung
Freier Verkauf, 6,- €

19.30 Uhr
Premiere Don Giovanni
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Karten 13,- bis 48,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


So, 30.04. 18.00 Uhr
Wiederaufnahme
MiR Goes Film III:
Miss Marple meets Rocky
Ausverkauft

Anschließend
Tanz in den Mai
im Foyer des Großen Hauses,
mit Partyhits von Andy G.
ausverkauft



Kleines Haus / Kleines Haus Foyer


Sa, 01.04. 19.30 Uhr
Coppelius.Waits.for You
Club-Konzert mit Rüdiger Frank
und COPPELIUS
Karten 24,50 €


Di, 04.04. 10.00 Uhr und 11.30 Uhr
Sparkassenkonzert für Kinder
Georges Bizet: Kinderspiele 2.0
5,- €


Do, 06.04. 19.30 Uhr – ca. 21.30 Uhr
Linie 1
Musical von Birger Heymann, No ticket und Volker Ludiwg
Karten 35,- €


Fr, 07.04. 19.30 Uhr
Die Reise nach Petuschki
Musikalische Lesung mit Rufus Beck und den Geschwistern Walachowski
Karten 24,50 €


So, 09.04. 18.00 Uhr
Coppelius.Waits.for You
Club-Konzert mit Rüdiger Frank
und COPPELIUS
Karten 24,50 €


Sa, 15.04. 19.30 Uhr –ca. 21.30 Uhr
Linie 1
Musical von Birger Heymann, No ticket und Volker Ludiwg
Karten 35,- €


Mo, 17.04. 18.00 Uhr – ca. 20.00 Uhr
Linie 1
Musical von Birger Heymann, No ticket und Volker Ludwig
Karten 35,- €


Do, 20.04. 19.30 Uhr
Coppelius.Waits.for You
Club-Konzert mit Rüdiger Frank
und COPPELIUS
Karten 24,50 €


Fr, 21.04. 18.00 Uhr
Ingolf zieht aus
Musiktheater von Daniel Kötter /
Hannes Seidl
Karten 8,- €


Sa, 22.04. 19.30 Uhr – ca. 21.30 Uhr
Linie 1
Musical von Birger Heymann, No ticket und Volker Ludiwg
Karten 35,- €
So, 23.04. 18.00 Uhr
Eingeschneit
Musiktheaterwerkstatt
Karten 3,- €


Do, 27.04. 19.30 Uhr
Coppelius.Waits.for You
Club-Konzert mit Rüdiger Frank
und COPPELIUS
Karten 24,50 €


Fr, 28.04. 19.30 Uhr
Coppelius.Waits.for You
Club-Konzert mit Rüdiger Frank
und COPPELIUS
Karten 24,50 €


So, 30.04. 18.00 Uhr
Linie 1
Musical von Birger, Heymann und der Rockband No Ticket
Karten 35,- €

—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |–

Bonn, Theater Bonn, Anatevka: Humor und Mitgefühl trotzen Not und Vertreibung, IOCO Kritik, 22.03.2016

März 22, 2016 by  
Filed under Kritiken, Musical, Theater Bonn

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Theater Bonn

Theater Bonn © Thilo Beu

Theater Bonn © Thilo Beu

Musical Anatevka von Jerry Bock
Aufforderung zu Menschlichkeit, Humor und Aufbruch

Anatevka, als Fiddler on the Roof uraufgeführt, ist das ergreifend melancholische Musical um Leben, Ermordung und Vertreibung ukrainischer Juden aus ihrem Heimatdorf  Anatevka. Eine Story von zeitloser Aktualität; die derzeitige Flüchtlingskrise ist nur eine weitere traurige Kopie damaligen Elends. Anatevka lehrt vom hohen Gut von Menschlichkeit, auch wenn Elend oder moralische Verrohung Nahe sind.

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA_Milchmann Tevje © Thilo Beu

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA_Milchmann Tevje und Dorfgemeinschaft © Thilo Beu

Das Musical entstammt dem Buch Tevje, der Milchmann, in welchem der nahe Kiew geborene Yakow Rabinowitz Leben und Vertreibung der Juden aus dem ukrainischen Örtchen Anatevka beschreibt. Rabinowitz nahm später den Namen Scholem Alejchem an, hebräisch für „Friede sein mit Euch“. Als sein Buch um 1916 erstmals erschien hatte Scholem Alejchem wegen judenfeindlicher Pogrome seine Heimat längst verlassen. In New York fand der Bewahrer jiddischer Kultur neue Heimat und literarischen Erfolg. Sein Buch Tevje war die Basis für Jerry Bock und sein erfolgreiches Musicals. Bock schrieb die für Ostjuden typische Musik; mit Jerome Robbins (Choreographie), Joseph Stein (Buch) und Sheldon Harnick (Liedtexte) hatte Fiddler on the Roof 1964 in New York seine spektakuläre Uraufführung. Die deutsche Uraufführung 1968 in Hamburg als Anatevka entkrampfte zudem den deutschen Zugang zu jüdischer Kunst und Künstlern.

Bonn / Theater Bonn - ANATEVKA und der mitreissende Flaschentanz © Thilo Beu

Bonn / Theater Bonn – ANATEVKA und der mitreissende Flaschentanz © Thilo Beu

Regisseur Karl Absenger inszenierte Anatevka erfolgreich auf vielen großen Bühnen. Menschlichkeit, Humor und Wehmut prägen seine Inszenierungen, so auch im Theater Bonn. Bühnenbild und Kostüme sind unverstellt naturalistisch. Holztische, Holzdielen, Milchkarren. Doch bietet die Inszenierung auch viele optische Höhepunkte. Mit der Ouvertüre spielt im Rang des Theaters ein Fiedler Klezmer während auf der Bühne Tevje, der Milchmann (Gerhard Ernst) mit Milchkarren den Wert der Tradition beschwört. Tradition helfe Gleichgewicht, Friede und Eintracht der Dorfgemeinschaft zu erhalten, das schweren Leben fertig zu meistern. Die Inszenierung im Theater Bonn wird von darstellerisch hervorragend besetzte Partien, große Chören, sanftem jiddischem Humor (Tevje: „..Heute bin ich das Pferd..“, „..wenn man reich ist, gilt man auch als klug“..“..Geld ist ein Fluch…Oh möge uns der Herr damit beladen“..) geprägt.

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA - Nachtträume von Tevje und Golde © Thilo Beu

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA – Nachtträume von Tevje und Golde © Thilo Beu

Tevjes Frau Golde (Anjara Bartz) träumt derweil kauzig über gute Partien für ihre drei heiratsfähigen Töchter; und beschwört die Heiratsvermittlerin Jente (Maria Mallé):Jente, o Jente, bring uns einen Mann..“ Tevje verspricht dagegen Tzeitel dem Metzger Lazar Wolf (Martin Tzonev). Dagegen träumen die drei Töchter (Tzeitel – Sarah Laminger; Chava – Lisenka Kirkcaldy; Hodel – Maria Ladurner) von eigenen Heiratswünschen, welche denen der Eltern gar nicht entsprechen. Pogrom-Meldungen, nach denen im Nachbardorf Juden vertrieben wurden, gehen im dörflichen Treiben unter. Zu einer spektakulären Tanz-, Traum- und Lichtchoreographien (Vladimir Snizek) schwebt Goldes verstorbene Großmutter (Barbara Teuber) durch den Bühnenhimmel, feiert Tzeitel ihre Hochzeit mit dem Schneider Mottel (Christian Georg) bis marodierende Soldaten die reale Bedrohung in Anatevka sichtbar machen.

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA - Die Erscheinung der toten Großmutter © Thilo Beu

Bonn / Theater Bonn ANATEVKA – Die Erscheinung der toten Großmutter © Thilo Beu

Im zweiten Akt setzen auch die beiden anderen Töchter Tevjes, Chava und Hodel eigene Liebeswünsche durch. Tevje erkennt rückblickend weise: „Auch wir wussten voneinander nicht Bescheid, doch nach 25 Jahren wird es endlich Zeit“. Dann müssen die jüdischen Bewohner müssen ihr Anatevka binnen drei Tagen verlassen. Tevje und die Dorfbewohner reagieren pragmatisch leise. Sie entscheiden nicht zu kämpfen sondern Anatevka auf immer zu verlassen. „Anatevka ist auch nicht der Garten Eden!“, „Vielleicht haben wir Juden deshalb immer einen Hut auf dem Kopf!“ Einer: „Wir ziehen nach Amerika zu Onkel Abraham!“, der andere geht nach Krakau. Jente die Heiratsvermittlerin: „Ich ziehe nach Jerusalem ins gelobte Land!“

Bonn / Theater Bonn_Anatevka Ensemble © IOCO

Bonn / Theater Bonn_Anatevka Ensemble © IOCO

Anatevka im Theater Bonn reißt mit und macht gleichzeitig betroffen. Wehmütig endet der Abend zu Klezmer-Klängen des Fiedlers und einer Dorfgemeinschaft, welche erneut Gewalt weicht, um ihre körperliche wie kulturelle Existenz zu bewahren. Große wie kleine Geschichten jiddischen Alltags und das traurige Ende werden in der Produktion des Theater Bonn mit bestechender Choreographie und einem riesigen Ensemble nicht grob und rau sondern filigran, listig wie lebensfroh ausgebreitet. Der neue 1. Kapellmeister am Theater Bonn, Stephan Zilias, leitete das kleine Beethoven Orchester, führte Solisten, Ensemble und die großen Chöre sanft und feinfühlig. Das Publikum im ausverkauften Theater Bonn dagegen, wenig filigran oder feinfühlig, ließ kein Zurückhaltung walten: Laut und lang wurden die Anatevka Inszenierung, Darsteller und Orchester gefeiert. Nach über 10 Jahren besitzt das Theater wieder eine neue großartige Anatevka.

IOCO / Viktor Jarosch / 22.03.2016

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