Baden-Baden, Festspielhaus, Sommerfestspiele – Die Erben Tschaikowskys, Juli 2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Sommerfestspiele Baden-Baden –  Ein Bogen nach Russland

Valery Gergiev, Daniel Hope, Eva-Maria Westbroek, Anna Netrebko, Placido Domingo

Es ist ein Festival unter Freunden: Valery Gergiev und das Ensemble des Mariinsky Theaters St. Petersburg kommen nun schon seit 21 Jahren nach Baden-Baden, um Oper, Konzert und Ballett dort zu zeigen, wo deutschrussische Freundschaften Tradition haben. Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts bestehen kulturelle Verbindungen zwischen Baden und St. Petersburg sowie natürlich auch nach Moskau. In drei Konzerten und einer Opernaufführung sollen diese Verbindungen zwischen dem 6. und 14. Juli 2019 im Festspielhaus Baden-Baden gefestigt werden.

Festspielhaus Baden-Baden / Valery Gergiev © Marco Borggreve

Festspielhaus Baden-Baden / Valery Gergiev © Marco Borggreve

Gleich im ersten Sinfoniekonzert der Baden-Badener Sommerfestspiele am Samstag, 6. Juli 2019 um 18 Uhr steht die Verbindung zwischen Deutschland und Russland im Mittelpunkt. Valery Gergiev dirigiert Werke von Richard Wagner und Peter Tschaikowsky, darunter dessen letzte Sinfonie Nr. 6, die Pathétique. Richard Wagner wurde und wird in Russland besonders verehrt.

Die ersten Aufführungen seiner Tetralogie Der Ring des Nibelungen in St. Petersburg wurden zu einer der wesentlichen Inspirationsquellen russischer Symbolisten. Der erste „Russische Ring“ nach der Sowjetunion entstand übrigens in Baden-Baden als Koproduktion zwischen Festspielhaus und Mariinsky Theater 2003.

In Erinnerung daran erklingen aus der Götterdämmerung zwei Ausschnitte – „Siegfrieds Trauermarsch“ und „Brünnhildes Schlussgesang“. Solistin ist Eva-Maria Westbroek, die in Baden-Baden bereits die Isolde in Wagners Liebesdrama Tristan und Isolde sang.

Zusätzlich zur Wagner-Tschaikowsky-Begegnung birgt dieses Konzert eine große Seite  Überraschung: Valery Gergiev wird einen erfolgreichen Teilnehmer des Tschaikowsky Wettbewerbs 2019 quasi direkt vom Abschlusskonzert in Moskau nach Baden-Baden mitbringen. Auf diese Weise lernte das Publikum der Sommerfestspiele schon vor einigen Jahren den Pianisten Daniil Trifonov kennen – heute ist er ein Weltstar.

Festspielhaus Baden-Baden / Daniel Hope © Bailey Davidson

Festspielhaus Baden-Baden / Daniel Hope © Bailey Davidson

Daniel Hope spielt Prokofjew

Am zweiten Petersburger Konzertabend in Baden-Baden steht der Geiger Daniel Hope im Rampenlicht. Er interpretiert am Sonntag, 7. Juli 2019 um 17 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden das Violinkonzert Nr. 2 von Sergej Prokofjew und markiert damit eine musikalische Ost-West-Beziehung der besonderen Art. Der Meisterschüler von Geigen-Legende Yehudi Menuhin kam einst als Flüchtling mit seiner Familie nach London. Im Hause Menuhin fand er zur Geige, wie im erfolgreichen Kino-Dokumentarfilm „Klang des Lebens“ eindrücklich erzählt. Das Hauptwerk des zweiten Sommerfestspiel-Konzerts ist Dmitri Schostakowitschs große siebte Sinfonie – die Leningrader. In dieser Sinfonie verarbeitet der russische Komponist unter anderem die Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht. Sie dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944.

Ein Konzert mit barocken Meisterwerken und gelesener Literatur findet im Rahmen der Sommerfestspiele Baden-Baden am Montag, 8. Juli 2019 um 19 Uhr im Museum Frieder Burda statt. Es spielen: Daniel Sepec (Violine) und Michael Behringer (Cembalo). Die Schauspielerin Nadine Kettler liest passende Literatur.

Festspielhaus Baden-Baden / Anna Netrebko © Vladimir Shirokov

Festspielhaus Baden-Baden / Anna Netrebko © Vladimir Shirokov

Stehplatzkarten für Domingo und Netrebko Für zwei weitere Höhepunkte der Baden-Badener Sommerfestspiele 2019 gibt es nur noch Restkarten: Giuseppe Verdis Oper Simon Boccanegra mit Plácido Domingo (9. Juli 2019, 19 Uhr) und ein Liederabend mit Anna Netrebko (14. Juli 2019, 17 Uhr). Für beide Abende gibt es am jeweils ab zwei Stunden vor der Veranstaltung Stehplatzkarten an der Abendkasse.

Festspielhaus Baden-Baden / Placido Domingo © Pedro Walker

Festspielhaus Baden-Baden / Placido Domingo © Pedro Walker

Reservierung und Beratung: Tel. 07221 / 30 13 101.
Tickets und weitere Informationen unter www.festspielhaus.de

 

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Sol Gabetta Trio, 28.06.2019

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Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Sol Gabetta Trio spielt Meisterwerke von Ravel und Schubert

Drei junge Stars, Sol Gabetta, Bertrand Chamayou und Vilde Frang spielen am Freitag, 28. Juni 2019, 20 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden zwei der bedeutendsten Klaviertrios überhaupt – das Klaviertrio in a-Moll von Maurice Ravel und das Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur von Franz Schubert.

“Seit vorgestern diese Sturmglocke, diese weinenden Frauen und vor allem der grauenhafte Enthusiasmus der jungen Leute… Sie glauben, ich arbeite nicht mehr? Ich habe nie so viel mit einer verrückteren und heroischeren Wut gearbeitet”, schrieb Maurice Ravel in einem Brief 1914, unmittelbar nach Beginn des ersten Weltkriegs. Ravel, neben Claude Debussy der Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus, verbindet in seinen Werken Klangsinn und Raffinement mit Strenge und Kalkulation. Das Klaviertrio a-Moll, das er in jenem Sommer 1914 in Saint-Jean-de-Luz im Baskenland komponierte, ist sein einziges Werk dieser Gattung. Der zweite Satz, dem „Pantoum“, spielt Ravel auf den „Pantun“ an, eine Form poetischer Deklamation in Malaysia. Der dritte Satz greift die barocke Form der „Passacaille“ auf. Wie in Bachs Passacaglia oder anderen Beispielen der Gattung bildet ein Bassthema in der linken Hand des Klaviers den Ausgangspunkt. Es wandert von dort über das Cello in die Violine, wird allmählich zu einem grandiosen Höhepunkt gesteigert, um im Abklingen wieder zur Einfachheit des Beginns zurückzufinden. Die Uraufführung des Trios erfolgte im Januar 1915 in der Salle Gaveau in Paris.

„Wie eine zürnende Himmelserscheinung“ sei Schuberts Trio über das damalige „Musiktreiben“ hinweggegangen, erinnerte sich noch zehn Jahre später Robert Schumann. Für ihn blieb das Klaviertrio in Es-Dur zeitlebens Schuberts „Eigenthümlichstes“, ein Nonplusultra romantischer Kammermusik. Und er wies immer wieder darauf hin, welche große kompositorische Wirkung das Werk auf die kommende Komponistengeneration um Wilhelm Tauber und Felix Mendelssohn Bartholdy hatte. Das Es-Dur-Trio entstand im November 1827, in der Zeit der melancholischen „Winterreise“, was seinen melodischen Duktus, die harmonischen Abstürze und die existentielle Spannung erklärt. In vier Sätzen aufgebaut, hat das Trio vor allem durch den zweiten Satz, einen Trauermarsch, Berühmtheit erlangt. Als erstes von Franz Schuberts Werken wurde es außerhalb Österreichs veröffentlicht und prägte auf diese Weise nachhaltig das Bild eines Kammermusikerkomponisten Franz Schubert.

Festspielhaus Baden-Baden / Sol Gabetta © Julia Wesely

Festspielhaus Baden-Baden / Sol Gabetta © Julia Wesely

Sol Gabetta zählt zu den Stars der internationalen Klassikwelt. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin feierte seit ihrem Debüt 2011 im Festspielhaus Baden-Baden schon mehrfach große Erfolge, so etwa mit ihrem ersten Auftritt mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle-2014. Die Argentinierin arbeitet weltweit an den großen Konzerthäusern mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen. Ihre kammermusikalischen Aktivitäten führen sie in berühmte Säle wie die Carnegie Hall in New York und die Wigmore Hall in London. In dem von ihr in der Schweiz gegründeten und geleiteten Solsberg- Festival widmet sie sich ausschließlich und intensiv der Kammermusik. Die Cellistin ist international als Solistin zu hören und unterrichtet an der Musik- Akademie Basel. 2018 erhielt sie den Herbert-von-Karajan-Preis.

Festspielhaus Baden-Baden / Vilde Frang © Marco Borggreve

Festspielhaus Baden-Baden / Vilde Frang © Marco Borggreve

Vilde Frang, die norwegische Solo-Geigerin und ehemalige Stipendiatin der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung war schon mehrfach in Baden-Baden: 2010 brillierte sie mit Schubert und Bartók, in einem weiteren Konzert mit Werken von Elgar und Sibelius. 2013 spielte sie im Festspielhaus ein Programm mit  dem Titel „Festlicher Mozart“ und 2018 konzertierte sie unter der Leitung von Iván Fischer mit den Berliner Philharmonikern bei den Osterfestspielen. Ihr Studium absolvierte Vilde Frang u.a. an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Nach ihrem Debüt mit dem London Philharmonic Orchestra im Jahr 2007 ging es mit ihrer Karriere steil bergauf und sie ist weltweit mit Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zu erleben. Sie spielt eine Violine von Jean-Baptiste Vuillaume von 1866.

Festspielhaus Baden-Baden / Bertrand Chamayou © Marco Borggreve

Festspielhaus Baden-Baden / Bertrand Chamayou © Marco Borggreve

Bertrand Chamayou wurde als bislang einziger Künstler bereits viermal mit dem französischen Victoires de la Musique ausgezeichnet: 2006 als „Nachwuchskünstler“, 2012 für „Bestes Album“ und 2011 und 2016 in der Kategorie „Solo Instrumentalist“. Der Klavierkünstler wurde bereits in jungen Jahren von dem Pianisten Jean-François Heisser als herausragendes Talent entdeckt und später am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique unterrichtet. Anschließend studierte er bei Maria Curcio in London. Für sein Debüt-Album beim Label Erato, das im Frühjahr 2014 erschien, spielte Bertrand Chamayou ein Schubert-Programm ein. Sein neuestes Album widmet sich Ravels Gesamtwerk für Solo-Klavier. Bertrand Chamayou ist Artist in Residence bei Gstaad Musik Festival 2019.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Baden-Baden, Osterfestspiele, Prof. Thomas Leyendecker im Interview, IOCO Interview, 26.04.2019

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Professor Thomas Leyendecker, Posaunist – Berliner Philharmoniker

Im Gespräch mit IOCO – Korrespondentin Uschi Reifenberg

Thomas Leyendecker wurde 1980 in Adenau geboren. Während seiner Schulzeit in Trier, erhielt er seinen ersten Posaunenunterricht bei Hartmut Karmeier, dem Bassposaunisten des Trierer Stadttheaters. Während seiner Schulzeit sammelte Thomas Leyendecker erste Erfahrung in zahlreichen Jugendorchestern wie dem Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz, dem Landesjazzorchester RLP, dem Bundesjugendorchester und dem Bundesjazzorchester unter Peter Herbolzheimer, war aber auch schon frühzeitig mit Kammermusik und instrumentaler Jugendausbildung befasst.

Prof. Thomas Leyendecker © Prof. Thomas Leyendecker

Prof. Thomas Leyendecker © Prof. Thomas Leyendecker

1998 wurde Leyendecker Jungstudent bei Prof. Henning Wiegräbe an der Musikhochschule des Saarlandes; hier begann er 2000 nach dem Abitur auch sein Hauptstudium, welches er 2006 bei Prof. Wiegräbe an der Hochschule für Musik und Theater Stuttgart mit Auszeichnung abschloss. Im Folgenden studierte er noch Alte Musik bei Prof. Charles Toet an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.

Auf sein erstes befristetes Engagement bei den Duisburger Philharmonikern/ Deutsche Oper am Rhein folgte ein Stipendium von der Orchesterakademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in München. Nach seiner vertiefenden Ausbildung dort, trat er eine Stelle im Hessischen Staatstheater Darmstadt an und wurde kurz darauf, im Oktober 2005 bei den Berliner Philharmonikern verpflichtet.  Thomas Leyendecker war zunächst Dozent an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und erhielt 2012 einen Ruf als Professor an die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig.

Neben seinen Verpflichtungen bei den Berliner Philharmoniker und als Professor ist Leyendecker weiterhin in der Jugendarbeit der Berliner Philharmoniker engagiert und spielt in verschieden Kammermusikformationen, wie dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker, dem Philharmonia Consort Berlin und dem Blechbläserquintett Costum Tomaculum.

IOCO: Herr Professor Leyendecker, Sie sind nun schon das siebte Jahr hier in Baden-Baden bei den Osterfestspielen, also sozusagen „von Anfang an“ mit dabei, wie fühlt sich das an?

Professor Thomas Leyendecker © Uschi Reifenberg

Professor Thomas Leyendecker © Uschi Reifenberg

T.L.: Wir haben uns hier nun schon ausgiebig eingelebt, alles ist sehr vertraut, man kennt mittlerweile auch die wichtigsten „Locations“ für die Kammermusikbesetzungen oder die Meisterkonzerte. Man kann präzise planen, beispielsweise welche Spielstätten sich für unsere unterschiedlichen Formationen und Konzertprogramme am besten eignen. Alles in allem läuft es hier mittlerweile sehr routiniert ab. Deshalb freuen wir uns auch sehr auf nächstes Jahr, wenn wir uns zum ersten Mal mit unserem neuen Chefdirigenten, Kirill Petrenko, hier in Baden-Baden präsentieren dürfen, bisher ist er hier ja nur als Gast mit uns aufgetreten. Herr Petrenko wird nächstes Jahr bei den Osterfestspielen auch erstmals eine Oper mit uns leiten.

IOCO Das wird – wie schon bekannt ist – passend zum Beethoven Jahr 2020 die Oper Fidelio sein.

T.L.: Ja, und auch das thematische Rahmenprogramm rund um Fidelio wird Kirill Petrenko leiten, ebenso die Kammeroper, die wir dann auch in Berlin spielen. Natürlich wird es nächstes Jahr wieder eine Kinderoper geben, die hier immer sehr gefragt ist.

Das ist das Besondere an Baden-Baden, dass es jedes Jahr ein bestimmtes Motto gibt, ausgehend von der jeweiligen Neuinszenierung der Oper, auf welche unsere Meisterkonzerte und daneben auch die Kinderoper Bezug nimmt. Das ist auch für die Festspielgäste, die sich einige Tage hier aufhalten sehr spannend, nämlich neben Oper und Kammeroper auch die vielfältigen Veranstaltungen besuchen zu können, um das jeweilige Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und es zu vertiefen.

IOCO: Gab es eigentlich auch schon zu früheren Zeiten bei den Salzburger Festspielen diese Vielfalt an flankierenden Veranstaltungen wie die Meisterkonzerte, oder hat sich das erst hier in Baden-Baden entwickelt?

T.L.: Das ist natürlich schon lange her, aber Kammerkonzerte gab es in ähnlicher Form auch schon in Salzburg, aber so ein aufwendiges Education Programm wie hier bei den Osterfestspielen gab es nicht. In Salzburg haben wir z.B. „ Kofferkonzerte“ gespielt, in diesem Zusammenhang kann ich mich an ein sehr schönes Projekt in einem Flüchtlingsheim erinnern.


„Der Sängerkrieg der Heidehasen“ – Mitglieder der Berliner Philharmoniker
youtube Trailer der Berliner Philharmoniker
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IOCO: Herr Leyendecker, worauf freuen Sie sich bei der zukünftigen Zusammenarbeit mit ihrem neuen Chefdirigenten am meisten?

T.L.: Natürlich ist nach der langen Zeit mit Sir Simon Rattle, ich glaube, es waren insgesamt 16 Jahre, ein Neuanfang sehr aufregend. Sir Simon ist ein wunderbarer Mensch und wir hatten eine interessante und unglaublich produktive Zeit. Wir haben viel gelernt und hochinteressante Projekte realisieren können, aber wie gesagt, ein Neuanfang ist selbstverständlich auch immer ein Einschnitt und wir sind sehr gespannt, wie sich die kontinuierliche Arbeit mit Kirill Petrenko dann weiter gestalten wird.

Zum Beispiel war die Saison-Eröffnungsreise im letzten Jahr mit Herrn Petrenko eine tolle Erfahrung und es hat viel Lust gemacht, nicht nur mit ihm unterwegs zu sein, sondern auch, mit  ihm neue Gebiete in programmatischer Hinsicht zu erschließen. Die Schwerpunkte werden jedenfalls in einem anderen Bereich liegen.

Sehr viel Freude gemacht hat auch die Sinfonie von Franz Schmidt, ein eher unbekannter Komponist, die aber ganz hervorragend aufgenommen wurde, vor allem bei den „Proms“ in London. Außerdem haben wir verschiedene Tschaikowskys Sinfonien mit Herrn Petrenko erarbeitet, heuer hier in Baden-Baden die 5. Sinfonie, die ein herausragender Erfolg wurde, ich kann seine Tschaikowsky Interpretationen wirklich wärmstens empfehlen! Wir freuen uns sehr, diese neuen “Produkte“ bald präsentieren zu können.

IOCO: Sie erwähnten eine verändere Schwerpunktsetzung. Können Sie diese präzisieren?

T.L.: Herr Petrenko möchte sich unter anderem mehr der historischen Aufführungspraxis zuwenden, aber auch weniger bekannte „Romantiker“ werden auf dem Programm stehen wie der oben schon erwähnte Franz Schmidt, aber auch Josef Suk oder Hans Rott, die ebenfalls eher unbekannt sind.

Im Focus stehen wird auf jeden Fall weiterhin der Musikvermittlungsbereich, der Herrn Petrenko sehr am Herzen liegt, aber welche Formate angedacht sind, ist noch nicht ganz geklärt, er möchte sich wohl auch persönlich stark einbringen. Beispielsweise in Form von Matineen, die er selbst gestaltet und moderiert, auch hautnah im Dialog mit dem Publikum, ähnlich wie Leonard Bernstein ab Ende der 50-er Jahre seine „Young People‘s Concerts“ konzipiert hatte.   Ich denke, das Publikum darf sich auf diese neue Ära freuen!

IOCO: Das glaube ich auch ! Herr Leyendecker, wir danken Ihnen für dieses informative Gespräch.

Das Gespräch wurde am 19.4.2019 in Baden-Baden geführt.

—| IOCO Interview |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Otello – Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 25.4.2019

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OTELLO –  Giuseppe Verdi

– Osterfestspiele  :  Der sterbende Gigant –

von Uschi Reifenberg

Alljährlich zur Osterzeit verwandelt sich Baden-Baden, die ansonsten so beschauliche Stadt am Fuße des Schwarzwalds in eine pulsierende Musikmetropole. Blumen, Osterschmuck und Berliner Philharmoniker wohin das Auge blickt, man wähnt sich im musikalischen Elysium, zumal das herrliche Frühlingswetter die Stadt in goldenes Licht taucht.

Otello  –  Interview mit
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Die Osterfestspiele und die Berliner Philharmoniker lassen für zehn Tage die ganze Stadt zu einer Festspielbühne werden und präsentieren neben Oper und Sinfoniekonzerten auch unterschiedliche Kammermusikformationen, Solokonzerte oder heuer die Kinderoper „Der Kleine und Otello“. Im Zentrum der Opern-Neuproduktion 2019 steht Giuseppe Verdis Otello, jenes reife Spätwerk des 73- jährigen italienischen Musikdramatikers, welches auch das Motto der diesjährigen Osterfestspiele liefert: „Dich treibt Dein Dämon und Dein Dämon bin ich“, ein Zitat der Figur des Jago aus dem 2. Akt der Oper, dessen Bekenntnis zum „Prinzip des Bösen“ die Berliner Philharmoniker zu ihren vielfältigen Meisterkonzerten inspirierte.

Kein Geringener als der fast 83-jährige Zubin Mehta, indische Taktstocklegende und seit kurzem Ehrenmitglied der Berliner Philharmoniker, konnte für die musikalische Leitung dieser Neuproduktion gewonnen werden, nachdem Daniele Gatti, der ursprünglich vorgesehen war, aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte. Die Zusammenarbeit zwischen Zubin Mehta und den Berliner Philharmonikern begann bereits im Jahre 1961 und so verwundert es nicht, dass der Pultstar nicht zögerte, „seine liebste Verdi Oper“ wie er bekannte, an diesem besonderen Ort mit diesem Ausnahmeorchester zu interpretieren.

Für die Inszenierung zeichnet der 77-jährige Regie-Altmeister Robert Wilson verantwortlich, US Amerikaner aus Texas und Lichtdesigner, Maler, Videokünstler, Autor und Architekt in Personalunion, der bereits Ende der 60-er Jahre seinen unverwechselbaren innovativen Inszenierungsstil entwickelte. Seine Ästhetik ist geprägt von reduzierter Zeichenhaftigkeit, Manierismus, strukturell ausgeklügelter Lichtregie und Antinaturalismus. Seine Figuren agieren mit langsamen konzentrierten Bewegungen oder auch wie Marionetten, fremdgesteuert, maskenhaft gezeichnet, fast tranceartig, in unwirklichen, abstrakten Traumwelten. Sie erinnern auch immer wieder an Figuren des japanischen Nö-Theaters in asiatisch inspirierten Schattenspielen. Wilson vertraut ebenso wenig den Regeln der konventionellen Dramaturgie wie der psychologisch- realistischen Darstellung der Personenführung: “Wenn es um Kunst geht, die ja künstlich ist, und man versucht vorzugeben, sie sei natürlich, dann ist das eine Lüge“ (Wilson).

Festspielhaus Baden-Baden / Otello - hier : Skelton_Demuro_Yoncheva © Lucie Jansch

Festspielhaus Baden-Baden / Otello – hier : Skelton_Demuro_Yoncheva © Lucie Jansch

Giuseppe Verdis vorletzte Oper und sein letztes tragisches Bühnenwerk basiert auf dem Schauspiel von William Shakespeares Othello, der Mohr von Venedig von 1604, das geniale Libretto schuf der italienische Komponist, Schriftsteller und Librettist, Arrigo Boito. Verdi, der sich nach dem großen Erfolg seiner Oper Aida 1871 zunächst vom Opernschaffen zurückzog, traf 1879 auf Vermittlung seines Verlegers Giulio Ricordi mit Arrigo Boito zusammen. Es sollte der Beginn einer kongenialen Zusammenarbeit werden, die in den gemeinsamen Werken Otello (1887) und Falstaff ( 1893) gipfelte. Dennoch sollten 8 Jahre vergehen bis zur triumphalen Uraufführung an der Mailänder Scala im Jahr 1887.

Verdi hatte sich bereits vor der Komposition seiner Oper Macbeth (1847) intensiv mit Shakespeare beschäftigt und war seitdem immer auf der Suche nach idealen Librettisten und passenden Opernstoffen. Arrigo Boito hatte Verdi den Entwurf zu einer Otello Bearbeitung vorgeschlagen, worauf dieser jedoch zunächst sehr zögerlich reagierte, sich dann aber doch nicht der Faszination des Stoffes und der Figuren, vor allem der des Jago, entziehen konnte.
Arrigo Boito verdichtete den Shakespeare-Stoff, kürzte das Drama von 5 auf 4 Akte und fasste Teile der 4. und 5. Shakespeare Akte zu einem einzigen zusammen. Darüberhinaus konzentrierten sich Verdi und Boito im Laufe ihrer Zusammenarbeit auf eine veränderte Figurencharakteristik und focussierten den Dualismus der Figuren des Jago und der Desdemona. Jago als Inkarnation des abgrundtief Bösen und Desdemona als Personifikation der Unschuld und engelhaften Reinheit.

Verdi entfernte sich in seinem Spätwerk bewusst vom bis dahin gängigen italienischen Kompositionsstil der Einteilung in Arien, Ensembles oder Chorszenen und fand zur durchkomponierten Form. Seit seinem Frühwerk Macbeth entwickelte er sukzessive eine immer einheitlichere musikdramatische Form, die er im Otello zur Vollendung führte. Das ausgehende 19. Jahrhundert und mit ihm das endgültige Ende der Romantik verlangte nach neuen, adäquaten Ausdrucksformen, nach psychologischer Durchleuchtung der Bühnengestalten, nach Realismus und differenzierter Darstellung der Konflikte.

Richard Wagner setzte das Orchester als gleichwertigen Partner der Sänger ein, wertete es sinfonisch auf und schaffte mittels Leitmotive ein komplexes Beziehungsgeflecht von verschiedenen Bedeutungsebenen.
Verdi gab im Otello dem Orchester ebenfalls eine tragende Rolle und verzichtete auf jede standardisierte Begleitung wie noch in seinen frühen und mittleren Werken, jedoch bleibt das Orchester – im Gegensatz zu Wagner- immer der Melodieführung der Singstimme untergeordnet. Verdi nutzte im Otello die Weiterentwicklung der Instrumente zugunsten differenzierter dramatischer Charakterisierung und tonmalerischer Effekte wie das Heulen des Windes, Donnergrollen, oder Feuerknistern. Kehren hier Themen im Verlauf der Handlung wieder, dann nur, um an bestimmte Situationen anzuknüpfen ( Kussmotiv).

Schon beim Betreten des Zuschauerraumes – lange bevor die Musik einsetzt- wird man von einer riesigen Videoinstallation in Beschlag genommen ( Video: Tomasz Jeziorski). Sie zeigt einen Elefanten, der am Boden liegt, alt, müde, ab und zu mit einem Auge blinzelt, zuletzt zusammenbricht und stirbt. Dieses symbolträchtige und rätselhafte Bild, auf das Wilson im weiteren Verlauf der Inszenierung keinen Bezug nimmt, weckt vielfältige Assoziationen. Vielleicht an den sieg- und erfolgreichen Feldherren Otello, äußerlich gepanzert, bewundert und beneidet wegen seiner Stärke, seinem Rang, aber tief im Inneren leidend an seinem „Anderssein“, leicht verletzbar, anfällig und unfähig zum Vertrauen. Auch er wird am Ende den Kampf verlieren, zusammenbrechen und sterben.
Gleichzeitig hört man Windesrauschen, zuerst leise, dann immer mehr zum Sturm anschwellend, bis schließlich das Bühnengewitter des 1. Aktes einsetzt. Nun wird man nach und nach immer tiefer hineingezogen in die fremdartige Wilson‘sche Bühnenwelt. Diese offenbart im 1. Bild schon fast alle Parameter, mit welchen der Regisseur operiert und die im Laufe der Handlung modifiziert oder verfremdet werden.

Festspielhaus Baden-Baden / Otello - hier : Skelton_ Yoncheva © Lucie Jansch

Festspielhaus Baden-Baden / Otello – hier : Skelton_ Yoncheva © Lucie Jansch

Der Bühnenhintergrund erstrahlt je nach Situation (siehe Foto oben) entweder in blau, schwarz, weiß, rot oder bei Otellos Wahnvorstellungen auch grün (Co-Lichtdesign: Solomon Weisbard), stilisierte Blitze leuchten, ebenso Reihen von Scheinwerfern. Eine Kugel ist immer präsent (die Weltkugel?) und leuchtet ebenso schwarz, blau oder rot. Das Licht wird zum unverzichtbaren Dramaturgen der Seele. Stilisierte Arkadenteile wachsen zum Palast zusammen, erst einzeln, dann verdichtet. Später werden diese fragmentiert und erinnern an Schwerter, lösen die Szene auf oder geben Ihr Struktur. Eine stilisierte Treppe schwebt von der Decke, scheint im Nichts zu enden, auch diese zerfasert später in Einzelteile (Co- Bühnenbild: Serge von Arx). Sehr stark ist das Bild des 4. Aktes, wenn ein wehender grau-grüner Vorhang, auf welchem skizzenhaft die rechtwinkligen Umrisse einer weißen Türe und ein kleines quadratisches Fenster Desdemonas Schlafgemach andeuten. Seitlich steht in grellem weiß ein karges Bett, das unheilvoll an eine Totenbahre gemahnt.

Die Personen sind ausnahmslos weiß geschminkt, fernöstlich verfremdet, schwarz gewandet und muten im düsteren Hintergrund gespenstisch an. Lediglich Desdemona erscheint ganz in gleissendem weiß, mit Halskrause, die auch aus dem elisabethanischen Theater stammen könnte. Die Männer sind in kriegerische Rüstungen gesteckt (Kostüme: Jaques Reynaud und David Boni), welche die minimalistischen und zeitlupenartigen Bewegungen der Figuren unterstützen. Gesten werden nur sehr gezielt eingesetzt, (Finger gespreizt, Arme roboterartig gehoben) und erlangen dadurch größere Bedeutung wie beispielsweise bei der Annäherung zwischen Otello und Desdemona am Ende des 1. Aktes, wenn eine körperliche Hinwendung und eine „Fast- Berührung“ schon wie eine leidenschaftliche Umarmung anmutet. Ansonsten findet Interaktion zwischen den Personen nicht statt, kontrolliertes Rampensingen und geometrisch abgezirkelte Tableaus bestimmen die Szene. Die Entdeckung der Langsamkeit könnte auch als Motto über dieser Aufführung stehen.

Otello  –   Tenor Stuart Skelton über Otello
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Wilsons radikale Reduktion fasziniert zunächst, der Musik wird Raum gegeben, das Hören wird intensiviert, die Distanz kann die Emotionen klären, den Blick schärfen. Das funktioniert oft, allerdings entsteht auch bisweilen Langeweile und Spannungslosigkeit, die Statuarik der Figuren wirkt nicht selten wie eine Bremse. Mit dem Regiekonzept kommen die Sänger unterschiedlich zurecht. Am besten scheint sich Vladimir Stoyanov als Jago in seine Darstellung einzufinden, die ihm ein einigermaßen variables Bewegungsrepertoire erlaubt. Jago, der Dämon, ein Abgesandter Mephistos, bekennender Nihilist, dem keine Intrige boshaft genug ist, und der Otello in Wahnsinn und Selbstmord treibt, wird vom Regisseur (Co- Regie: Nicola Panzer), auch schon äußerlich diabolisch ausstaffiert. Er trägt einen Ziegenbart, die Haare sind seitlich zu zwei leichten Hörnern nach oben frisiert (Haar- und Make-up Design: Manuela Halligan). Stoyanov liefert ein beeindruckendes Rollenportrait und sein Bariton besticht mit einer vielfältigen Bandbreite an Ausdrucksnuancen. Er kann ebenso schmeichelnd larmoyant, mit samtenen Klangfarben, verführerisch seine Ränke spinnen wie zynisch und roh, mit heldischer Attitüde seinen Triumph auskosten. Lediglich im Credo hätte man sich etwas mehr Schwärze gewünscht.
Die Desdemona von Sonya Yoncheva ist äußerlich keine Engelsgestalt, sie trägt einen schwarzen Haarkranz, und ihr Styling ähnelt eher der Butterfly als einer blonden Ikone, aber als Lichtgestalt ganz in weiss wirkt sie dennoch bestechend. Ihr herrlich timbrierter lyrisch-dramatischer Sopran findet anfänglich noch nicht zu freier Entfaltung und wirkt etwas mechanisch, aber im Laufe des Abends entwickelt ihre Stimme eine strahlende Leuchtkraft, sowohl bei den dramatischen Ausbrüchen als auch in den berückend- zarten, überirdisch schönen pianissimo Stellen im Weidelied und im Ave Maria.

Stuart Skelton ist in Baden-Baden kein Unbekannter. 2016 gab er bei den Osterfestspielen unter Sir Simon Rattle sein Rollendebut als Tristan. Gastspiele mit einem umfangreichen Repertoire führen ihn an alle großen Opernhäuser der Welt. Als Otello ist Skelton eine Idealerscheinung, er verfügt über einen ausgeglichenen, eher hell timbrierten heldischen Tenor mit enormer Ausdrucks- und Gestaltungskraft. Er durchleidet auf erschütternde Weise Otellos psychische Labilität, seine wahnhafte Eifersucht und seinen unaufhaltsamen Weg in den Abgrund, der im Mord an seiner Geliebten und in Selbstmord endet. Vielleicht wirkt sich bei Stuart Skelton das Regiekonzept am wenigsten vorteilhaft aus. Durch die primäre Konzentration auf die Musik hört man jede stimmliche Trübung, werden Schwächen gnadenlos ausgestellt. Gestaltet er im Liebesduett am Ende des 1.Aktes weit geschwungene piano Phrasen mit innigster Verhaltenheit und seelenvoller Emphase, werden Grenzen bei den dramatischen Ausbrüchen deutlich hörbar, gelingen Spitzentöne an diesem Abend leider häufig nicht.

Francesco Demuro als Cassio führt seinen hellen lyrischen Tenor locker und mit Leichtigkeit vor allem in hohe Lagen, und wird arglos und unwissend zum Werkzeug von Jagos diabolischem Plan. Die Emilia von Anna Malavasi gibt der mutigen Gattin Jagos mit durchschlagskräftigem Mezzo Profil und Charakter. Gregory Bonfatti lässt als Roderigo mit schön timbriertem Tenor aufhorchen.Federico Sacchi als Lodovico, Giovanni Furlanetto als Montano und Mathias Tönges als Herold komplettieren das ausgezeichnete Ensemble.

Zubin Mehta geleitet die Berliner Philharmoniker mit Noblesse und traumwandlerischer Selbstverständlichkeit durch Verdis Partitur, und bringt in jedem Takt die Essenz der Musik ideal zur Geltung. Man hört ein perfekt ausbalanciertes Spitzenorchester, dem Mehta aber auch freie Hand lässt wie gleich zu Beginn, wenn die Orchestermassen wie entfesselt zum Sturm anschwellen. Genussvoll werden breitere Tempi zelebriert wie im Credo und Spannungsverläufe bis an die Grenzen ausgekostet. Ergreifend das Englischhorn Solo zu Beginn des 4. Aktes, komplettiert von zwei tiefen Flöten, Klarinetten, die Todesahnung verkünden. Großartig. Erschütternd.

Die lautmalerischen Stellen im 4. Akt sind bei diesem Orchester ein Ereignis, das Solo der Kontrabässe bei Otellos Eintreten lässt einen bis ins Mark frieren, auch wenn winzige Intonationstrübungen auszumachen sind. Der Philharmonia Chor Wien (Einstudierung: Walter Zeh) klang nicht immer präzise und ließ etwas an Strahlkraft vermissen, tadellos sang der Kinderchor des Pädagogiums Baden-Baden.

Das Festspielpublikum im ausverkauften Festspielhaus bedachte Dirigent, Orchester und Solisten mit Beifallsstürmen, die Damen erhielten beim Verlassen des Festspielhauses die obligatorische Rose, die die Erinnerung an einen faszinierenden Opernabend hoffentlich noch lange frisch halten wird.

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